mal über Facebook reden

Wer genau hinhört, wenn ich leidenschaftlich über Online und Kommunikation oder beides in Kombination spreche, bemerkt vielleicht mein leicht gespaltenes Verhältnis zu Facebook. Ich mag es und bin dennoch nicht verfallen. Ja ich stehe dazu, ich muss nicht immer alles toll finden, nur weil Social Media drauf steht. Ich habe mir auch vorbehalten Foursquare auszulassen, weil ich den Wert (übrigens bis heute) nicht erkenne. Bei Facebook entschied ich mich bewusst, als Unternehmerin keine Page zu haben, weil mein Kommunikationszentrum der Blog ist, dessen Inhalte sowieso auch auf andere Plattformen wie Twitter und Facebook schwappen.

Inzwischen finden sich auch meine Freunde (die definitiv keine Digital Native Jahrgänge sind) auf Facebook ein und ich habe auch offline immer häufiger Diskussionen rund um die Plattform. Weiter lesen

Blogs in der Unternehmenskommunikation

Es geht um Corporate Blogs, schon klar und gelungene Beispiele wie Daimler und Namics (zu deren Vergleich ich letztes Jahr eine Diplomarbeit begleiten durfte) Aber wie sollten Unternehmen anfangen, was sind mögliche Inhalte, wer macht den Anfang und wie?

Vor zwei Tagen haben Gustavo von Kuble und ich uns den Fragen der Praxis gestellt und gemeinsam mit den Studenten der HTW das Thema bearbeitet.

Eins liegt mir besonders am Herzen, da ich beide Seiten leidenschaftlich vertrete. Der Umgang der Medienverantwortlichen mit Bloggern. An Praxisbeispielen haben wir Tipps erarbeitet und direkt losgelegt. SBB ist nicht nur wegen “Bahnhof im Internet” und Patrick Comboeuf für mich ein Online Vorreiter in der Schweiz und es wäre schön, wenn dies sich auch in der Medienarbeit besser spiegelt. (s.Handout)

Entscheidet sich ein Unternehmen für das Abenteuer Blog und den damit verbundenen Rock ‘n Roll, ist die neue Kommunikationskultur nicht weit. Bald folgt vermutlich der Twitter Account. Die Studenten haben sich über das tolle Handout von Sandro WürmliWas ist Twitter” gefreut, dankeschön Sandro und haben gleich mal gestartet.

Später (ja das ist in der Praxis oft erst der zweite Schritt nach der externen Kommunikation) folgt in Unternehmen die interne Social Media Kommunikation. Dass haben wir an einem ganzen Unterrichtstag ausführlich besprochen.

Es gibt für den Studiengang Multimedia Production & Journalism nun einen internen Blog. Blog ‘n Roll eben (Danke Tim Krischak für den starken Titel, und dass ich ihn mir ausleihen durfte link)

Der Turbo-Dialog

Das muss ich Euch jetzt erzählen, weil ich heute ein wunderbares Beispiel der neuen Kommunikation erleben durfte. Eine einzige Frage ist gewandelt in einen echten Dialog mit Turbo.

- wertvolles Wissen, zugänglich gemacht
- Wissen gebloggt und damit der Wissensträger sichtbar gemacht
- Wissen geteilt und damit Mehrwert gestiftet
- Wissen und Ergebnis verknüpft (im Kopf)
und geteilt (Blogpost + Fansite) in Facebook gepostet
- Ergebnis (Fansite) geliked und wiederum teilbar über persönliches Netzwerk
- Dialog von einem Medium (Mail) in ein anderes (Blog) transportiert
- multipliziert (weil an mehreren Orten teilbar und auffindbar)
- gebookmarked in Diigo und ebenfalls multiplizierbar
- und so finde ich das Wissen selbst sogar wieder fürs nächstemal (Wissen erhalten)

Das ging so:

Ein Student stellte mir via Facebook Mail eine Frage: Es ging um die Umbenennung der Facebook Seite, wenn diese 25 Likers erreicht hat. Übrigens wer dies leichter erreichen möchte und 25 Likers braucht kann der Gruppe 25 Likes beitreten (via Einladung von einem Mitglied) und um ein wenig Power dafuer bitten. Jedenfalls konnte ich auf die Schnelle die Frage nicht beantworten, weil ich zu selten Facebook Sites aufsetze. Dabei arbeite ich immer mit Leuten zusammen, die das besser können. Deshalb empfahl ich dem Student, er soll bitte Gustavo Salami von Kublé fragen.

Der Student hat es innert 30 min. gemacht und bekam in kurzer Zeit eine Antwort per Blogpost. Vanity-URL auf Facebook

Der Student hat das Wissen gleich umgesetzt und seiner Fansite den Namen Behr-Music verpasst. Es geht um E-Musik. Weil mich das Vorgehen vom öffentlichen Wissensaustausch fasziniert, hab ich die Seite und den Post auf meinem eigenen Facebook Profil gepostet, dort kann es jetzt wiederum geliked und geteilt werden.

Die Steigerung wäre, wenn der Wissens-Post noch auf die Leute aus der Anfrage verlinken würde (Vorsicht ein Mail ist 1 to 1 und man sollte vorher fragen) und somit den Dialog, vielleicht auch ein Dankeschön für den Fragenden erleichtert. Bei einem Kommentar generiert der Fragende einen Backlink auf seine eigene URL (weil er sie zur Absenderauthentifizierung eingeben muss). Ich könnte ewig so weitermachen. Der Turbo ist an ;)
Das gefällt mir Das gefällt mir und zeigt wunderbar, das Social Media mehr kann als in Facebook Bilder posten oder Kampagnen mit Sendecharakter lancieren. Hab das Beispiel gleich in meinen Unterricht für nächste Woche an der HTW Chur eingebaut. Folgt natürlich.