Rosinen und Blechkuchen @Republica

Endlich bin ich mal wieder in der Hauptstadt, obwohl ich bisher den Fernsehturm, Albtraum meiner Kindheit, nur vom weiten sah. Heute gehts nicht um die Republik, sondern die Republica. Dort hab ich Euch einige Rosinen aus den Vorträgen gepickt.

Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem: Bitte richtig mehr davon. Mehr von brillianten Denkern, Präsentatoren mit verschmitzt gelassenem Auftreten, mehr Gunter Duecks. Es gab alle paar Minuten verdienten Applaus. Diese Stunde ist gut investiert, glaubt mir. Hört man ihm richtig zu, vesteht man, dass Y-Person (will sich entwickeln, statt angeleitet zu werden) sein heute richtiger denn je ist. Für ihn hab ich die Buchpräsentation von Marie-Christine leider verpasst.

In der Pause hab ich eine coole Geschäftsidee (Kaffeemobil) aufgeschnappt, die zu Berlin passt wie der Blechkuchen. Das ist nämlich der eigentliche Grund für meine Berlin-Heimat-Freude.

Beim Talk BloggerInnen im Gespräch beeindruckte mich Julia Probst sie kann Lippenlesen und übersetzte an der Fussball WM die Worte der Fussballer auf dem Platz und bot den Service in Twitter als @EinAugenschmaus an. Weil Sie gehörlos ist, versteht Julia die nonverbalen Botschaften und analysiert auch die Körpersprache von Politikern. Der Moderator… entlockt ihr, dass sich Männer beim Lügen an die Nase fassen. Wenn jemand sich wirklich freut, lächelt er oder sie bis fast zu den Ohren und wird beim Lügen durch Nasezucken erkannt.

Julia erzählt auch, dass im Fernsehen 10.6 % aller Sendungen untertitelt sind und bei Wiederholungen im Web noch viel weniger, dort geht es vergessen, und gehörlose Menschen sind ausgeschlossen, obwohl sie die gleichen Gebühren bezahlen.“ Die Gebärde für Westerwelle ist übrigens Pickelgesicht. Unterstützenswert Ihr Blog

Karin Rönicke alias @diekadda in der Runde setzt sich für Gleichberechtigung ein, jedoch fordert sie abschliessend gezielte Angebote für Frauen. Ob sie den Kurs „Medientraining für Frauen“ gut findet, der mich aufkratzt, konnte ich leider nicht fragen. Ich hab da eine Vermutung.

Auch Frauen können trollen schreibt der Freitag. Das sog. Meinungsmedium scheint eine Rosine zu sein, die ich länger behalte.

Beim Abendessen fand ich mich in einer Runde wieder, wo ich Rosinen nicht nur im indischen Essen fand. Von Wipke, aka @sinnundverstand bekam ich einen Buchtipp, wie könnte es anders sein: Die Wand, von Pia vom Addison Wessley Verlag empfahl mir fronter_de, die Online Learningplattformen realisieren. Mit Richard von agile communications (was für ein treffender Firmennamen) gings um Punkrock. Von Wenke aka Digiwis lernte ich, dass die Wissenschaft mehr als Volltextsuche braucht. Steffen vom Ulmer Verlag bewahrte mich vorm Geschirrspülen, denn ich hatte den Weg zum Geldautomaten vor lauter Rosinenpicken vergessen. Dankeschön.

ps: Meine Idee aus letzter Nacht: Eine Podiumsdiskussion zum Verlag der Zukunft. Mal sehen was pokert dazu sagt.


Kommentar schreiben

Du kannst folgendes HTML verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

8 Kommentare zu “Rosinen und Blechkuchen @Republica

  1. Pingback: Man muss gut sein – Event Kommunikation am Studenten Beispiel – Multimedia Communication – HTW Chur

  2. Pingback: Goldbach Mediarena, Bilder und Bilder | Netwoman's Blog

  3. Pingback: Bilder statt Inhalt | Netwoman's Blog

  4. hab beschlossen, mich auch für mehr Netzkultur einzusetzen (einer der Impulse von Hr. Dück und erneut von Leumund):
    ergänzende Posts zum Thema:

    von Moritz Adler http://moritzadler.com/retrotaschen-hach-und-schones-scheitern-repub
    von Leumund http://leumund.ch/reberlin-2011-009387

    und mehr, direkt bei der re:publica – schöne Idee übrigens, die Links so zu sammeln http://re-publica.de/11/blog/2011/04/17/blogschau-ihr-%C3%BCber-die-republica-xi/

  5. merci für den video-tipp, werd ich mir anschauen.

    das medientraining für frauen im maz find ich etwas gar übel – wegen des preises. einen tausender für einen tag… das dürften sich gerade die frauen, die es vielleicht am ehesten bräuchten, nicht leisten können.
    im übrigen finde ich viele dieser spezialangebote „nur für frauen“ schwer 80er-style. ich sehe keinen mehrwert darin, frauen separat zu trainieren. z.b. ist dort von frauenspezifischen fallen die rede… und was ist mit männerspezifischen fallen? frau amgarten mag eine gute geschäftsfrau sein, aber der sache der frau tut sie mit diesem angebot keinen gefallen, finde ich. mehr als ein business sehe ich darin nicht.