interne wird externe Kommunikation und andersrum

Früher ging mich interne Kommunikation nichts an, fand den Bereich auch nicht wirklich spannend. Der Hüter internen Geheimnisse zu sein war nichts für mich. Das ist heute anders. Schnell wurde wegen Social Media in meiner Corp.Comm-Praxis die interne Kommunikation bei mir wieder populär. Warum?

Der Kommunikationszyklus ist wesentlich schneller und auch länger als früher im PR Verständnis. Ein Projekt, dass später einmal öffentlich kommuniziert werden soll, entsteht im besten Fall schon mit einer E-Collaboration Plattform. Also senden sich die Projektler keine Mails mehr hin- und her. Denn damit haben nie alle Beteilgten den aktuellsten Stand eines Dokumentes. Jemand arbeitet daran und schickt das Ergebnis wieder per Mail an „alle“. Erstens weiss er nie, wer wirklich „alle richtigen“ sind und zweitens, ob jemand von ihnen nicht gleichzeitig auch am Dokument arbeitete. Schon beginnt das Versionierungschaos. Aber zurück in meine ideale Welt, wo Social Media intern gelebt wird.

Hier sehen alle intern Beteiligten und auch Unbeteiligten, wer was wann beigetragen hat und können gleichzeitig an einem Dokument, Plan, Präsentation etc. arbeiten. Fragen werden intern öffentlich (per Kommentar) beantwortet und bieten (langfristig sichtbar) Mehrwert. Der neue Mitarbeiter, der später zum Projekt stösst bekommt nicht unendliche Mails sondern bedient sich nach dem Suchprinzip. Kein „ach der Franz hat da mal was geschrieben…. ich schick es Dir übermorgen“.

Schnell werden Wissensträger sichtbar, auch jene, die offiziell eine andere Aufgabe im Unternehmen haben. Mitarbeiter, deren Know-how vielleicht nur das eigene Team kennt, werden über diese Grenze hinaus be- und er-kannt.

Nun im Twitter- und Yammer-Zeitalter schwappt dieses Wissen auch gleich noch nach extern. Soviel zur viel spannenderen internen Kommunikation, als noch im E-Mail-Zeitalter. Ach, ist das noch nicht vorüber? Schade.

Jetzt komme ich noch zum Wert für die externe Kommunikation und warum ich heute meine Leidenschaft für die interne entfacht habe. Nochmals ein Wort zum längeren Prozess. Die Kommunikation über das Team hinaus beginnt bereits intern vor dem öffentlichen Start. Und dank Social Media bleibt es auch länger präsent (als früher ein Artikel in einer Fachzeitschrift) In meiner idealen Welt, wo Social Media in Unternehmen gelebt wird:

– gibt es für den Kommunikationsverantwortlichen Unmengen an Wissen und Inhalten für die Externe Kommunikation
– erlernen Mitarbeiter mit den sogenannten neuen Medien umgehen
– ist die Autorensuche für Fachartikel wesentlich einfacher
– werden potenzielle Referenten für Veranstaltungen sichtbar (ja die Disziplin Referatsplatzierung an Konferenzen gehört für mich zur Corporate Communication dazu)
– wird Wissen einfacher verfüg- und auffindbar
– entfällt das E-Mail Chaos und die Flut
– beteiligen sich mehrere Mitarbeiter an der externen Kommunikation, denn sie sind schlicht besser informiert. Dies eine Tatsache, die mit Social Media ohnehin auf uns zukommt. Mitarbeiter sind Botschafter, am Telefon, beim Kunden und eben auch mit ihrem persönlichen Account in Twitter oder Facebook.

Nein ich lobe deshalb nicht Wiki in den Himmel, wie ich es noch vor ein paar Monaten tat. Für jedes Unternehmen ist es eine andere Lösung, man muss die Möglichkeiten nur kennen. Deshalb hab ich gestern Gustavo Salami von Kuble mit zu „meinen“ Studenten Multimedia Production & Journalism genommen. Er präsentierte unglaublich viele Möglichkeiten der e-Zusammenarbeit live und die Studenten arbeiten bereits begeistert an ihrem internen Blog. google+, mindmeister, ning, buddypress und was weiss ich noch alles … und weil wir den Unterrichtstag „Tea(m) Time“ nannten, haben wir selbstgebackenen Kuchen mitgebracht, das kam nicht soo schlecht an 😉

Natürlich haben wir auch ge-Yammer-t zu dessen Praxisbeispiel mir Clemens Schuster (aka hofrat), Social Media Redaktor bei World Vision verholfen hat. Über Twitter gefragt, bekam ich drei Einblicke in verschiedene Firmen, die Yammer, das interne Microblogging nutzen. Das dürfte ein Beweis meiner These sein, das intern schnell extern wird. Herzlichen Dank dafür, Clemens, DanielBarbarafür den shot und Sodirader und Bruno

Und ich überlege mir meinen pauschalen Rückzug von vor 2 Jahren nochmals, denn Yammer ist inzwischen recht erwachsen und für manches Unternehmen ein sanfter Einstieg in Social Media ohne gleich das teure Intranet in den Boden stampfen zu müssen. Dankeschön Gustavo fürs Mit-Unterrichten, war sehr cool und lehrreich.

Und externe Kommunikation wird auch interne, die Grenzen verschwinden zusehens, aber das auszuführen, würde endgültig meine ungeschriebene „Kurze-Post-Philosophie“ sprengen.

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3 Kommentare zu “interne wird externe Kommunikation und andersrum

    • Es kommt wohl auf die bestehende Kommunikationskultur und Plattformen wie Intranet im Unternehmen an. Evtl. ist Yammer ein guter erster Schritt, aber auch ein Blog kann wertvoll sein, wo die Leute das Kommentieren kennen lernen und die Hierarchie-Veränderung durch die neue Art zu kommunizieren. Ich hab leider kein pfannenfertiges Rezept.

    • Aber wenn du magst koennen wirs mal zusammem via skype oder email analysieren, vielleicht kommen wir zusammem auf nen guten Vorschlag. Meld dich gerne.