Social Media light zwecks Jobsuche

Kein Post für Social Media Cracks, aber für noch nicht ganz überzeugte Starter.

Spätestens wenn jemand einen neuen Job sucht, wird ihm oder ihr klar, dass Social Media oder ein gepflegtes Netzwerk wertvoll sind. Es lohnt sich, rechtzeitig, seine persönlichen Netzwerke abzubilden, nutzbar zu machen und vorallem lebendig zu pflegen. „Wir bleiben in Kontakt“ meint jeder ehrlich bei einem Abschied. Aber dann? Ihr kennt das…

Letzte Woche hab ich mich gleich zweimal über Online Netzwerkmöglichkeiten von Job-Suchenden her gemacht. Wichtig scheint mir, dass man Social Media nicht als Werbe-Kanal sieht, sondern wirklich den Austausch und Netzwerkgedanke dahinter erkennt und nutzt. Warum Werbung in Social Media nicht funktioniert, hat Olaf Kopp schön beschrieben.

Hier sind ein paar Fragen, die wir besprochen haben, bevor die beiden Jobsucher den Social Media light Start wagten.

Wen kenne ich über jemanden

Was soll mir Social Media bringen?
Zuerstmal kannst du dein reales Netzwerk abbilden und leicht für dich selbst sicht- und nutzbar machen und natürlich ausbauen. Du wirst gefunden, falls jemand einen passenden Job zu bieten hat und du hast eine Publikationsmöglichkeit.

Facebook, XING, google+, linkedIn, muss ich das alles anfangen?
Mir scheint XING zum Anfangen geeignet, weil viele deiner Kontakte da sind und inzwischen auch öffentlicher Austausch (Statusmeldung) möglich ist. Früher war die Plattform mehr auf reines Vernetzen und 1:1 Kontakt ausgerichtet. Wenn Du mehr Social Media willst, würde ich ein Google Profil einrichten und google+ ausprobieren. Leumund beschreibt leicht verständlich was es ist.

Ich kann doch nicht einfach jemanden in XING kontaktieren, wenn ich einmal mit ihm gesprochen hab.
Doch, dafür hat man einen XING-Account und Visitenkarten, wo leider häufig noch die Social Media Präsenzen fehlen.

Die Leute aus dem Geschäft seh ich ja jeden Tag.
Irgendwann hast du vielleicht keinen Zugang mehr zum Intranet mit den Kontaktdaten, dann ist es gut, eine virtuelle Visitenkarte zu haben, die von der Person selbst aktuell gehalten wird.

Manche schreiben in den Netzwerken jede Kleinigkeit, die mich nicht interessiert.
Das ist eins meiner Lieblings-Vorurteile. Meistens finde ich in Social Media gute Impulse, Wissen und schnelle Antworten auf Fragen. Manche persönliche Beiträge dazwischen geben in der Summe sogar ein authentisches Bild einer Person. Aber solche Inhalte finden mehr in Facebook und Twitter statt. Übrigens werden zur Zeit in google+ sehr wertvolle Beiträge diskutiert und geteilt und die Kontaktanzahl wächst enorm schnell.

Was ist mit gefälschten Profilen?
Ist mir noch nicht begegnet, vielleicht weil ich nicht mit Promis vernetzt bin. Die beste Vorsorge ist, den eigenen Namen zu reservieren und vorallem aktiv zu nutzen.

Ich möchte nich im Web kommentieren, weil mir mal jemand öffentlich unschön die Meinung gesagt hat.
Meistens reguliert das die Community. Wenn jemand unhöflich oder extrem auftritt, äussern sich oft Unbeteiligte ihm oder ihr gegenüber. Du kannst entscheiden, wie und vorallem wo Du so jemandem begegnest. Es darf auch mal ein Telefongespräch sein bei Unstimmigkeiten.

Oft brauche ich eine URL um mich zum Kommentieren zu authentifizieren.
Dafür kannst du dein XING oder google Profil nehmen.

Ich möchte nicht meinen ganzen beruflichen Werdegang veröffentlichen.
Die letzten 3 – 5 Berufsstationen sollten reichen, die Firmen verlinken und den Job treffend beschreiben. In XING kannst du einstellen, ob dein Profil ausserhalb der Plattform via Suchmaschine auffindbar sein soll. Viele HRler und Jobscouts suchen gezielt auf der Plattform nach Kandidaten. Deshalb würde ich genau formulieren, was du zu bieten hast und woran du interessiert bist und dass du etwas suchst.


Mein Chef sieht dann auch wenn ich etwas Neues suche?

Das kann er, ja. Aber erstaunlicherweise, suchen die wenigsten Leute so gezielt, was ihre Mitarbeiter so tun. Falls doch, kommt es auf eine geschickte Formulierung an, oder du informierst ihn oder sie, dass du offen für Veränderungen bist. Ehrlichkeit ist Trumpf.

Mit XING hast du ein professionelles Online Domizil, das du nicht so zeitintensiv pflegen musst. Du kannst aber andere mit aktuellen Informationen versorgen und Zuhören -lesen, was im Netzwerk geschieht und so leicht die Mechanismen von Social Media erfassen. Richtig Spass machts aber erst auf google+ 😉 Es wär ein spannendes Experiment, mit g+ zu starten und Facebook und Twitter quasi auszulassen. Hat jemand noch weitere Tipps für den Start?

Nachtrag: Gerade entdeckt wertvolle Tipps zur Reputation und Umgang mit XING von Oliver Gassner und Artikel con Curt Simon Harlinghausen im CIO über den Leitfaden vom BVDW http://www.cio.de/karriere/2282693/

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10 Kommentare zu “Social Media light zwecks Jobsuche

  1. Interessanter Beitrag, leider habe ich da eher eine andere Erfahrung gemacht. Ich habe im letzten halben Jahr mit vielen HR Leuten kontakt gehabt und sie ähnliche dinge gefragt, und die meisten haben gesagt, dass die arbeitgeber es überhaupt nicht gerne haben, wenn leute auf facebook, xing, linkedin oä dabei sind. ich rede hier von normalen berufen keine it berufe.

    ich denke das sollte man noch so differenzieren. das sind nämlich 2 verschiedene welten

    • lieber Oliver, danke Dir für Dein Feedback. Das ist spannend, ich arbeite mit zwei Kunden aus der Industrie zusammen, wo man grossen Wert darauf legt, aber natürlich sind zwei nicht gerade repräsentativ für alle. Bei Kollegen von mir, die in Handwerksberufen arbeiten spielt es beruflich gar keine Rolle, auch nicht für die HR.
      Vielleicht solltest Du mal über Deine Ergebnisse bloggen, würd mich interessieren..

  2. Jede Branche bzw jedes Unternehmen, das auf Kommunikation und Personalsuche via Internet setzt, sollte in sozialen Netzwerken zu finden sein, nicht? Wahrscheinlich liegt das Problem beim „sollte“.

    LinkedIn wird in der Schweiz mehr genutzt als Xing und mit steigender Tendenz – auch wenn die Sache in Zürich täuscht. Internationale Unternehmen und Firmen in der Westschweiz wären also eher dort zu finden.

    • ja am „sollte“ haperts noch. Es ist wie mit dem Smartphone, Leute, die keins nutzen, sehen den Vorteil nicht, weil sie glauben, „mehr als telefonieren und sms“ ist es nicht. Mit dem Nutzen wird der Mehrwert sichtbar. Social Media ist besser verständlich wenn man es ausprobiert, als nur davon zu lesen.

      übrigens danke für den Tipp (via XING) zur Videobewerbung von Judith, häng das gleich hier mal ran http://www.youtube.com/user/jsBewerbung

  3. Marcus schrieb am :

    Hallo Su, was mich noch viel mehr interessieren würde ist, WELCHE Branchen bzw. Jobs in Sozialen Netzwerken so zu finden sind. Kennst Du da Quellen? Hast Du Tipps? Gruss Marcus

    • Hallo Marcus, Leider nicht, aber ich nehme Industrieunternehmen, IT- und Webdienstleister, Versicherungen war. Wenn ichs mir genau überlege eigentlich viele Top500. Handwerksbetriebe und kleinere Unternehmen sehe ich selten.