neues öffentliches Monitoring und die Idee mit der Wahrheit

Vor ein paar Tagen besuchte ich mit den Studenten Multimedia Producing die Firma Netbreeze. François Rüf, der Mitgründer und CEO nahm sich ein paar Stunden Zeit für uns. Er erzählte, wie er mit dem Monitoring bereits 1998 begann. Damals filterte das Team Gerüchte aus dem Internet. Begeistert erzählte er wie Offline und Online immer mehr verschmelzen. Heute gehts beim Monitoring darum Geo-Daten, Context, Tags, Likes, Bewertungen, Verlinkung, Beziehungen, Mehrwertinformationen (z. B. Preise) zu verbinden und analysieren. Kurz, um den sogenannten social graph.

PR Leuten ist das Clipping vertraut, wo jeder einzelne Ausschnitt gefunden und gezeigt wird und den Erfolg von PR Aktivitäten dokumentieren soll. Für ein Monitoring, im Gegensatz dazu, ist es gar nicht möglich, alle Erwähnungen aufzuzeigen. Darum gewichten Monitoringtools zum Beispiel den Kloutscore (der rechtlich umstritten ist) von Kommunikationsbeteiligten. Beim klassischen Clipping Anbieter werden oft alle Blogs und alle deutschsprachigen oder (wie bei Argus) Tweets (von 60’0000 Schweizer Twitterern) gelesen. Websiten werden nicht gelesen, weil die Zeitinformation fehlt. In Blogs werden diese mit Keywords abgegeben, was btw auch fürs Suchmaschinen Ranking vorteilhaft ist. Das ist ein (weiterer) guter Grund für Unternehmen, einen Blog zu betreiben. Schwierigkeiten haben alle Tools mit ironischen Beiträgen und teilweise mit Dialekt-Texten.

Das Ziel von Netbreeze ist nicht, Informationen zu finden, sondern Antworten für Unternehmen, wie:

– wichtige Kanäle identifizieren
– Stimmungsbilder erfassen, Darstellung von positiven und
negativen Meinungen mit einem grünen Plus oder roten Minus
– Meinungsführer identifizieren (farblich dargestellt) im speziellen Businessumfeld
– Beiträge direkt lesen (mit integriertem Doc. Reader)
– Alarm bei kritischen Meldungen
– im sog. longtail aufspüren, über welches Thema wird gesprochen.
Oft ergänzen sie diese mit Argus Clippings, die übrigens ein eigenes Monitoringtool bieten). Auch news aktuell startete dieses Jahr mit dem Produkt sonar am Schweizer Markt, ein sehr komplexes Tool, dass ab 350 Euro monatlich zu haben ist.

François meinte, „Foursquare hat unglaubliches (Marketing-)Potenzial, wenn es noch mehr Leute nutzen würden“ und ich denke, „Naja ich sehe auch noch nicht viel Sinn darin, der Welt zu erzählen wo ich gerade bin, ausser Marketern meine Informationen zu schenken“. Ich hab eh das Gefühl, dass bei Leuten, die nicht gerade in der Webbranche arbeiten, Geodaten nicht so beliebt sind. Hierzu sei aber ein kleiner Hinweis zu einem möglichen Einsatz von Leumund erlaubt.

Was uns François vorher nicht verraten hatte:
In diesen Tagen bringt Netbreeze ein neues Produkt auf den Markt und wir waren die ersten, die es testen durften. Community Edition ist ein kostenloses Monitoring das Beiträge in Facebook und Youtube, auf Blogs und Microblogs, in Foren und Online News findet. Jeder kann zu einem öffentlichen ! Thema den Buzz, Beeinflusser und Top Beiträge finden, wenn er/sie damit leben kann, dass das Ergebnis auf der Website von Netbreeze veröffentlicht wird. Damit wird es Netbreeze möglich, Themen, die am Markt beobachtet werden zu kennen und zu beobachten. Das coole daran, ich kann das Ergebnis-Diagramm im Blog einbinden und er aktualisiert sich automatisch.

Hab drum mal einen Test für das IMK Forum der HTW Chur gemacht und bspw. einen der Studenten Fabian als Top Influencer ausfindig gemacht. Den Blog zum Forum haben die Studenten übrigens eigens für die Veranstaltung aufgesetzt und arbeiten mit einem Redaktionsplan und allen Instrumenten der Social Media Kommunikation. Da es nicht nur um Dialog, sondern auch um gute Inhalte geht, ist es ihnen gelungen, Gunter Dück als Keynote Speaker zu engagieren. 120 Teilnehmer haben sich für nächste Woche angemeldet.

Philipp, einer der Studenten hatte die Idee, Monitoringergebnisse anzureichern mit der Tendenzinfo, ob die Aussage wahr oder falsch ist. Zum Beispiel, ob die Person in 80% der vergangenen Äusserungen richtig lag. Denn Meinungsführer kann auch jemand sein, der zwar viele Leute hat, die ihm zuhören, es heisst nicht, dass er recht hat. Gefällt mir der Gedanke. Und François war auch begeistert, es bleibt also spannend.

PS: noch ein kleiner Insider: Dass sich die Studis auf dem Heimweg verirrt haben, ist ein Gerücht 😉

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9 Kommentare zu “neues öffentliches Monitoring und die Idee mit der Wahrheit

  1. Danke Ihr Lieben für Eure Feedbacks und François für die guten Wünsche (und Gipfäli 😉 Die Studenten werden nächstes Jahr souverän in die Praxis starten, da bin ich auch sicher.

  2. Ich musste mich doch irgendwie erkenntlich zeigen für die Gipfäli:) Danke für die Zusammenfassung, trifft den Besuch sehr gut! Nur das mit dem Gerücht, das ist traurige Wahrheit;)

  3. Hallo Su, hat uns auch Spass gemacht – Deine Studenten sind wirklich kreative Denker und haben was drauf – von wem haben Sie das gelernt? Wünsche allen einen guten Abschluss und guten Start ins Businessleben.