Studie: Schweizer Grossunternehmen und Social Media Nutzung

Gerade veröffentlichte die HWZ (Hochschule für Wirtschaft Zürich) in Zusammenarbeit mit Thomas Hutter und Barbara Kunert eine Studie zur aktuellen Nutzung von Social Media in der Schweiz. Genauer gesagt der 141 grössten Unternehmen, es beteiligten sich 53 Firmen. Barbara hatte letztes Jahr gemeinsam mit Bernet PR schon die Zahlen erhoben. Hier sind die wie ich finde aufschlussreichen Ergebnisse, die ich gerne und natürlich 😉 nicht ganz unkommentiert teilen möchte.

Infografik Social Media und Schweizer Grossunternehmen Quelle: thomashutter.com

90% der Befragten geben an, sich an Social Media zu beteiligen. Mich interessiert, was heisst das genau? Ich denke, heute beteiligt sich jeder mit einem Onlinezugang, der Suchmaschinen nutzt (teils indirekt) an Social Media. Mir drängt sich gerade das Coop Beispiel auf.

Twitter und Youtube sind ebenso wichtig wie Facebook. Gut, denn in meiner Beobachtung fokussieren sich viele Firmen auf Facebook. Die Online Nutzer bewegen sich aber nie nur auf einer Plattform, und Inhalte schwappen leicht auf andere über. Genau dort wo man sich gerade befindet möchte man mit sich äussern (ich nenne das den Point of Communication). Für mich persönlich ist das meistens Twitter, weil ich dort mehr Ressonanz bekomme, unter uns, hier haben viele Firmen enormes Potenzial brach liegen. Ist ein Unternehmen nur auf Facebook präsent, würde es ausserdem Menschen ohne einen Account vom Dialog ausschliessen. Auf einem Corporate Blog hingegen sollte sich jeder authentifizieren und kommentieren dürfen.

Unsere Kunden nutzen kein ... (doch via google) Knapp 2/3 wählen die Plattformen nach Zielgruppen … Diese Antworten zeigen mir, dass mancher noch immer in Zielgruppen versucht zu kategorisieren und vielleicht sogar auf das Missverständnis „unsere Kunden nutzen kein … “ reinfällt. Besser finde ich, wenn man sich öffnet und auf Menschen fokussiert mit deren verschiedenen Interessen und Nutzungsgewohnheiten. Ich denke, dies wird in 2012 in der Praxis noch besser verstanden und entsprechend umgesetzt werden.

36% der Befragten bestätigen ein Desinteresse des Managements gegenüber der neuen Medien. Hier liegt also das Pulverfass begraben. Ich denke: 1. es sind keine neuen Medien sondern Mechanismen. 2. Desinteresse vom Management ist höchstgefährlich, denn in diesem Fall wird es sichtbar und kann als Desinteresse am Markt oder am Menschen (ok nennen wirs Zielgruppe) gedeutet werden.  Kunden werden sich daran gewöhnen, gehört zu werden und auch mit grossen Marken (bzw. deren Vertretern) direkt kommunizieren zu können.

19% sperren den Zugang zu Social Media. *kopfschüttel* Vertrauen sollte eine der Grundfesten in der Zusammenarbeit sein, besonders bei direkten Mitarbeitern. Hier kann man die künftige Kommunikationskultur schonmal testen.

Nur 51% haben eine Strategie. Ok, mein Vorschlag für einen Platzhalter, bis es (recht bald) eine gibt (und dafür kann man durchaus jemanden von extern holen) „Wir haben den Wille zum Dialog und wissen, dass Zuhören, Antworten, Lernen dazu gehört.“

Alles in allem,  bleibt die Weiterentwicklung von Marketing und Kommunikation spannend und auch auf gelungene HR Beispiele freue ich mich. Kennt Ihr welche, erzählt sie mir bitte hier (dann nehme ich sie auch in Präsentationen gerne auf)

PS: Dankeschön dem Studienteam für die Studie und die Ergebnisse.

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2 Kommentare zu “Studie: Schweizer Grossunternehmen und Social Media Nutzung

  1. Ich frage mich schon, wo die Aussagekraft von was 53 Unternehmen in Social Media tun, genau liegt.
    Zu „neue Medien / Mechanismen“: In Diskussionen höre ich immer wieder die Formulierung, die grundliegenden Mechanismen sind nicht neu, nur die Plattformen sind andere als früher und damit die potentielle Reichweite sind viel grösser. Wer als als Management die „neuen Medien“ ignorieren will, verschliesst die Augen vor einer Weiterentwicklung. Und das kann nicht gut kommen, egal ob in der Kommunikation oder einem anderen Unternehmensbereich. Das gilt nicht nur für Grossunternehmen, wie hier in der Studie.

  2. Habe ich das richtig verstanden, dass 36% der Manager nicht an einem Engagement in Social Media interessiert sind? Es ist ja offensichtlich, dass die Vernetzung im Internet immer wie wichtiger wird. Man hat mit den Plattformen wie Facebook und Twitter überhaupt nichts zu verlieren, ausser Zeit. Selbst wenn ein Unerfahrener eines Unternehmens die Kommunikation im Internet regelmässig pflegt, bringt es erhebliche Vorteile mit sich. So viel Zeit braucht es auch nicht. Um ehrlich zu sein, ist der Zeitaufwand ziemlich gering. Am meisten Zeit beansprucht die Beschaffung der Informationen, wie Social Media funktioniert.

    Ansonsten: Ein Facebook Update an seine mehrere Tausend Fans ist viel günstiger als ein Mailing. Auch wenn nicht jeder ein FB Status liest. Es gibt noch unzählige Gründe, warum man Social Media nutzen sollte..