nixda Automatisieren

Heute fragte mich eine Teilnehmerin im Workshop für Online Kommunikation. Ich gewöhne mir übrigens langsam Social Media als Bezeichnung ab, weil es für mich viel mehr um Kommunikation als um Media geht:

„Oje, das ist so viel Aufwand, kann man nicht Tweets und Facebook Posts automatisiseren?“

Weil wir gerade über mein Lieblingstool Twitter sprachen, und ich nicht schon wieder die Kommunikation über Persönlichkeiten Menschen hochhalten wollte, hab ich spontan in die Twitter Runde gefragt. Ich bin froh, dass die vielen Antworten von leidenschaftlichen Twitterern zeigen, dass immer noch der menschliche Austausch, Spontanität und Echtheit gegenüber Automatisierung punktet. Mein Ziel, die Power von Twitter am Live Beispiel zu zeigen hab ich bei dieser Gelegenheit auch gleich erreicht. Hier sind die tollen Ansichten aus der ungeplanten Umfrage. (achja auch das ist eines der Geheimnisse von Twitter, überraschende Reaktionen, nicht wirklich vorausseh- und planbar) Ich fasse kurz zusammen: Nixda Automatisieren, Dabei-sein wird bevorzugt.

Dankeschön, es ist wiedermal wunderbar, welche Power ihr und somit Twitter hat.

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15 Kommentare zu “nixda Automatisieren

  1. Hallo Su
    Interessant ist in diesem Zusammenhang die Diskussion zu diesem Beitrag bei
    Fast Company.
    Der Artikel beginnt mit @guykawasaki als Beispiel für einen „Viel hilft viel“- Automaten bei dem das anscheinend gut funktioniert.
    Viel Präsenz schafft jedenfalls Vertrautheit… natürlich kann das viele Getwitter auch Ärger auslösen. Solange der Ärger über die automatischen Tweets kleiner ist als die Angst was Spannendes zu verpassen bleibt die Follower Bilanz positiv.
    Für Broadcaster mit einer riesigen Gefolgschaft macht das also schon Sinn – für Leute, die ernsthaft an Dialog interessiert sind, ist Automatisieren wahrscheinlich nicht das Richtige.

  2. Hallöchen allerseits

    Nun ich will versuchen meinen Tweet auch noch etwas näher zu erläutern. Ich spreche für ein PRO-automatisieren aus der Sicht des Kunden. Nicht des Social Medianers und bin der Meinung, dass automatisierte Tweets (und nur zu Beginn) durchaus Sinn machen, wenn:
    – ein Thema überhaupt mal Online angestossen werden soll
    – die Zielgruppe (noch) klein ist
    – Zeit fehlt, Content für mehrere Kanäle unterschiedlich aufzubereiten
    – jemand eine Fanpage aufbauen will und Twitter als trafficgenerator nutzt
    – man sich dadurch erhoffen darf, bessere Suchmaschinenrankings zu erlangen

    Also ich finds von daher total legitim, wenn ein kleines Unternehmen beim grossen Schritt in die Social Media Welt sich erstmal ein Gehör verschaffen will und dafür – bestenfalls und höchstens zwei – Kanäle und den einen automatisiert nutzt. Wenn die Kadenz auch nicht so hoch ist glaube ich kaum, dass die ZG (sofern es nicht Social Medianer sind;) dies als anstössig empfindet.

    Sobald wertvolle Dialog entstehen ist natürlich Schluss automatisierten Posts.
    Und nicht zu vergessen: richtig Freude macht es erst, wenn du dein Instrument in einem Saal spielst, in dem die Zuschauer begeistert sind. Aber du musst zunächst mal rausfinden wo dieser Ort ist und wie die Saiten zu greifen sind.

    Ich seh’s für den Start wie früher das obligate das „Hallo Welt“, halt über ein klein wenig grösseres Megafon;)

    • Hi Nicolissa

      Ich finde all deine Pro Argumente sind eigentlich Contra Argumente. Einzig als Trafficgenerator in Form eines alternativen Informationskanal könnte man es nutzen. Da aber die meisten automatisierten Feeds über RSS ausgelöst werden muss man sich fragen, ob es dann tatsächlich Sinn macht. Und das sieht man erst, wenn man die Klickzahlen auswertet.

      Meiner Meinung nach versteift man sich bei dem Schritt in die Social Media Welt viel zu fest auf Plattformen, aber die sind eigentlich sekundär. Es ist nämlich schlussendlich egal ob man auf Facebook, Twitter oder der eigenen Website kommuniziert – oder Social Media macht – es kommt auf das „Wie“ drauf an. Aber du hast grundsätzlich recht, es ist ZG-Abhängig. Nur auf Twitter sieht die Demographie hierzulande wohl stark nach Social Medianern aus…

      Ich will mich damit jetzt nicht komplett gegen deine Meinung stellen, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass es mit automatisierten Tweets nie Spass gemacht hat das Instrument zu lernen.

      Gruss Chris

      • Lieber Chris

        Da gebe ich dir voll und ganz Recht, oft versteift man sich zu sehr auf eine Plattform. Das hat wohl auch mit der allg. Beliebtheit der Plattformen zu tun. Meiner Erfahrung nach wird der Eintritt in Social Media oft konkret über ein ganz bestimmtes, sehr grosses Social Network gewünscht. Konkret ausgedrückt: „Ich muss facebooken!“, da spielt für viele die Musik!

        Ich geb dir ein Beispiel: ein Freund von mir wollte partout nicht twittern! Doof fand er es, keine Zeit und Lust hätte er und viele andere Gründe hielten ihn vorerst ab, sich mit diesem Kanal auseinandersetzen zu wollen. Er schrieb gute Stories auf Facebook, pointiert, der Anklang war gut. Meine Bemühungen jedoch, ihn (auch) für Twitter zu begeistern stiegen mit jedem seiner FB Posts. Ich verband die Fanpage mit seinem inaktiven Twitteraccount und fortan stieg die Anzahl seiner (automatisierten) tweets – und Followers – und natürlich die Mentions. Meine Reportings folgten täglich. Ich weiss nicht mehr wann genau, aber erst nach dem gefühlten hundertsten Follower war er dann auch „on“ und ist mittlerweile ein happy Hybriduser, spielt die Palette der verschiedenen Instrumente gekonnt dort aus wo sie gehört werden und der Applaus entsprechend hoch ist. Mittlerweile cross-plattformial, über mehrere Soziale Netzwerke 😉

        Okay, bei ihm war das auch nicht so schwer. Er ist Musiker und generiert viel Social Media Content per se. Wahrscheinlich wäre er in den nächsten 12 Monaten so oder so auch auch ein Twitterer geworden. Aber ich glaube, dass die automatisierten Feeds dazu geführt haben, in ihm das Social Communication Feuer zu entfachen.

        Und darum geht es doch: Medien geben (evtl. noch) die „wichtigen“ Plattformen vor, Berater zeigen Hardfacts aufgrund Klickraten und Monitoring-Analysen der „richtigen“ Plattformen und Gesprächen, gepaart mit persönlichen Empfehlungen.
        Und bringen natürlich die richtigen Ideen.

        Der Wille und die Zeitfindung, die richtigen Plattformen kennenlernen zu wollen und diese zu bedienen, hängt vom User ab, der die Infos liefern will. Und es kostet Zeit überall ein Profil zu betreuen.

        Ui, jetzt bin ich ganz schön abgeschweift, sorry.
        Ich denke einfach, dass automatisierte Tweets in gewissen Fällen durchaus einen wichtigen Einstieg ins Digitale schaffen. Also warum nicht?

        • Hi Nicole

          Ich muss sagen, das ist auch ein Paradebeispiel, wobei ein Punkt wirklich wesentlich ist. Die Einstellung deines Musiker-Kollegen war sehr ausschlaggebend. Wäre das gewisse Flair nicht bestanden, hätten die automatisierten Tweets wohl nichts gebracht.

          Du hast in diesem Fall wirklich ein goldenes Händchen bewiesen und seine Entwicklung voran getrieben.

          • noch ne kleine Anmerkung:
            Aber z.B. automatisierte Tweets auf FB Walls, das gefällt mir grundsätzlich nicht 😉

  3. ja. Ich fand eigentlich auch die Überlegung von Nicole (@nicolissa) noch spannend, wenn jemand startet sich so das Posten zu erleichtern. Daran hatte ich noch nie gedacht und weiss, das oft neue Social Medianer genau da Probleme haben, wann was in welche Plattform passt.

    • Erschwerend bei den Social Medianer kommt hinzu, dass sie nicht in die demographischen Gebilde der einzelnen Plattformen passen. Sie sind nämlich meist – gedrungener Massen – aktiv in allen.

      Ich versuche gerade selbst die Nutzung der einzelnen Plattform für mich zu definieren und einzusetzen 🙂

  4. hallo Chris
    Danke dir für deine Meinung. Ich war auch überrascht, wie klar und knackig die Antworten kamen, aber das liegt natürlich am Tool und der Art meiner Frage. Ich hätte besser gefragt:

    automatisieren für mehrere Plattformen?
    automatisieren für bestimmte Uhrzeiten?

    Denn das sind zwei völlig unterschiedliche Ziele. Es gibt sicher einzelne Fälle wo es Sinn macht, z.B. etwas an einem bestimmten Zeitpunkt zu posten, wo man vorher eruiert hat, dass man dann das meiste Feedback erhält. z.B. mit Crowdbooster. Ich selbst mache das nicht, aber wie deine und die Erfahrung von David zeigt, kann sich das lohnen.
    Das plattformenübergreifende Automatisieren dagegen finde ich persönlich nicht so glücklich, aber auch hier gibts unterschiedliche Ansichten. Und ich poste auch gleiche Links in verschiedenen Plattformen, dann aber mit anderen Kommentaren oder Erläuterungen, Aufrufen usw.

    • Hi Su

      Ich bin mir nichtmal sicher, ob die Leute das einfach falsch verstanden haben und dadurch eine falsche Diskussion in Gang gesetzt haben. Denn das timen hat soweit ja nicht’s mit automatismen zu tun.

      Aber grundsätzlich finde ich automatismen für den gleichen Content in unterschiedlichen Netzwerken sinnlos, da dort unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden. Klar gibt es auf den Plattformen Schnittmengen, aber damit muss man leben.
      Nur wenn sich die Frage überhaupt stellt, ob man solche Tools einsetzen sollte, dann sollte man sich zuerst Fragen, ob man die Plattform überhaupt nutzen will.

  5. Hi Su

    Ein Tweet hätte für meine Erklärung nicht gereicht. Ich sehe es eigentlich wie @dworni oder @slartbart.

    Beispielsweise schicke ich aus dem Reader Tweets raus, wobei ich aber meist versuche das Fazit im Titel zu verpacken. Seit ich die Tweets über Buffer rausschicke erhalte ich mehr Feedback wodurch mehr Diskussionen entstehen.

    Hingegen zu automatisierten Tweets, die über RSS oder Facebook gezogen werden, stehe ich nicht so offen gegenüber. Ausser es gibt wirklich keinen anderen Diensr über den ich mir die Infos holen kann (bspw. RSS).

    Wenn ich etwas auf mehreren Plattformen poste, dann versuche ich auch immer eine andere herauszustreichen. Trotzdem muss man dabei sagen, dass man dem Nutzer eigentlich die Wahl lassen sollte wie er an die Infos kommt, oder? Dann kann es nämlich auch vorkommen, dass Social Media Addicts wie wir 4 mal dieselbe Nachricht auf unterschiedlichen Plattformen lesen. Aber für sowas gibt’s ja einen Unfollow Button 😉