Social Media Konferenz. Brandbeschleuniger und wie man den Shitstorm überlebt

Update: 19.06.2015

Mike hat auf Slideshare die Shitstormscala neu aufgelegt.

 

 

Live gebloggt:

Hier meine aufgeschnappten Learnings von einem tollen Vortrag. Daniel Graf, neu bei Feinheit, vorher bei Amnesty International und Barbara Schwede sprechen über Brandbeschleuniger bei Shitstorms und steigen ein mit der EM Ukrainie als Beispiel. Könnt ihr selbst googlen.

Shitstorm Basics
Es ist eine Art virtueller Sitzstreik „Ich bin dagegen und ich bleibe hier“, sagt Dani. In den meisten Fällen ist das nicht unorganisisert, sondern oft stecken strategische Kampagnen dahinter, bzw. organisieren sich die Interessenten auch sehr schnell und spontan. Ein Shitstorm entwickelt sich in wenigen Stunden. Typisch sind:

– Überraschung
– Wucht
– Kontrollverlust
– Eigendynamik
– Negativ-Spirale

Twitter ist übrigens anfangs immer die schnellste und wichtigste Plattform. Dann sind aber die Blogs nötig und wichtig, dort werden die Geschichten geschrieben. Dann und dort kommen die Journalisten dazu und wenn sie etwas in den klassischen Medien berichten, entsteht die grössere Ressonanz und breite Aufmerksamkeit. Hier die Aktionskurve am Beispiel Addidas. Gelb ist übrigens Facebook.  Nachtrag: 22.04. Quelle der Grafik ist Brandeins (stand leider nicht auf dem Slide)

Wer ist an einem Shitstorm beteiligt und welche Leute stecken dahinter?

Dani sagt, dass hier meistens die Gilde der Blogger und Online Interessierter unterschätzt wird, die etwas ausarbeiten, kommentieren und natürlich verbreiten. Anm.d.Red.: Das möchte ich selbst gern unterstreichen, ich verstehe nicht, wieso Corp.Comm.Verantwortliche dies so oft übersehen in ihrer Zielgruppen Definition für die Online Kommunikation. siehe auch Bsp. Coop, was ebenfalls in einem Vortrag an der Konferenz deutlich wird.

Um die Stufen eines Shitstorms zu beschreiben, nehmen die beiden die Beaufort Skala (Wetter) (super Idee, was übrigens nicht das einzige Highlight in dieser Top-Präsentation ist) Kompliment an Barbara und Dani.

 

Fallstudie war u.a. die Trams mit Sunrise Werbung und die Diskussion darüber „wieviel Werbung verträgt die Stadt Zürich“. Sie gaben diesen Shitstorm etwa die  Skala 3. Es geht wiedereinmal darum, das die Chancen übersehen wurden. Eine Umfrage im Tagesanzeiger zeigte, der Grossteil der Leute will keine Werbung auf Trams.

Learnings aus verschiedenen Beispielen, es ist manchmal einfacher, einen Clip wegzunehmen, der für Diskussion sorgt. Also zu tun, was die Leute einfordern oder auch proaktiv etwas anzusprechen, was einen Shitstorm auslösen könnte.

Bspw. Mc Donalds Video aus den USA, haben die Verantwortlichen für Mc Donalds in Deutschland gleich auf ihrer FB Seite gepostet und gefragt, was die Fans davon halten. Mit gutem Erfolg (80% positive Reaktionen).  Danach das Beispiel „Aktivierung der Yetis“ von Greenpeace. Dani fand die Kampagne selbstverständlich super, aber das Gamification war etwas flach, wenn man das Facebook Profil nur aufwerten soll, um ein Yeti zu werden, meint er. Aber Greenpeace bespielt dieses Thema inzwischen seit 10 Monaten erfolgreich seht selbst.

To dos für die Krisenvorbereitung
Ruhig bleiben und keinesfalls Negativ-Posts löschen. Falls man keinen Twitter Account hat, aber dort Kritik stattfindet, dann nicht übereilig einen Twitter Account eröffnen, denn dort warten viele Fettnäpfe auf Neu-Nutzer, besonders in einer Krisenzeit.

Anmerkung von mir, Su:
Ich sehe das etwas anders, Verantwortliche sollten (im Vorfeld lernen) alle Online Plattformen beherrschen, denn User entscheiden, wo sie sich äussern und erwarten, auch dort gehört zu werden. Der Point of Communication ist immer genau dort wo diskutiert wird.

Weitere Tipps
Im Shitstorm Fall mehrere Posts bündeln und beantworten oder auch proaktiv kritische Beiträge auf die eigene Seite posten, bevor es andere tun. Dani sagt: „Das ist die neue Art, wie man miteinander umgeht.“ Warum bringt Nestle zum Beispiel nicht den Clooney Spot selbst auf der Facebook Seite?

Ergänzung von mir, Su.
Nutze die Worte deiner Gegener und denke auch an google in einem halben Jahr. Beispiel, ein Journalist googled Shitstorm der Firma xy und findet nichts vom betroffenen Unternehmen. Führt die Firma bspw. einen Blog und schreibt dort „mit den gleichen Worten“ der „Gegner“ wird der eigene Inhalt u.U. auch im Ranking besser berücksichtigt und kommt so zu Wort. Und ist selbstverständlich auch dauerhaft auffindbar.

Hier ist die Präsi

Barbara gibt noch abschliessend Tipps.

Nur ein Viertel aller Unternehmen haben in der Krisen Kommunikatiosnplanung Social Media integriert, obwohl man innerhalb von einer Stunde reagieren muss im Ernstfall. „Definiert, was eine  Krise mit ihren Abstufungen ist, damit die Verantwortlichen dann schneller und einfacher entscheiden können.“ Training mehrerer ! Mitarbeiter, so dass diese die Social Media Plattformen wie ein Telefon benutzen zu können. Eine schöne Aussage finde ich „Profis in der Schulbade haben“. Und Dani ergänzt „ihr müsst es auch mal selbst tun, (an einem Shitstorm mitreden um die Mechanismen kennen zu lernen.“

Es empfiehlt sich auch, ein Werkzeug für Beitrags-Zuweisung einzusetzen, damit nicht verschiedene Leute unterschiedliche Antworten geben. Shoutlet tut hier gute Dienste. Übrigens findet ihr eine Analyse verschiedener Social Media Management Tools auf dem Goldbachinteractive Blog.

Social Media Konferenz 1. Post coopkinder
Social Media Konferenz 3. Post Helsana Kunden helfen Kunden

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