Was soll Marketing in meinem Kalender und Adressbuch

Ich bin also in Berlin an der Fashion Week? Und heute an der Vernissage in Zürich?

Das wüsste ich aber, wenn ich das selbst in meinen Kalender eingetragen hätte. Denn dann hätte ich sowas wie Vorfreude erlebt. Aber nun ist es der blanke Schreck, das jemand via google+ Plattform direkt in meinen google Kalender einen Termin stellt.
Über die neue Event Funktion in g+ hatte ich mich gefreut. Cool, aus der Event Seite kann man sogar eine Art Life Wall mit Bildern, Videos etc. kreiieren und so auch Online teilnehmen.

Aber nun legen g+ Nutzer munter Events an, probieren aus und laden ein und ich hab innert zwei Tagen ganze drei extra Termine in meinem persönlichen google Kalender stehen. Es ist nicht nur eine E-Mail Anfrage, sondern direkt ein Termin, den ich bewusst wieder ausschliessen muss. (Was mobile kaum möglich ist). Ich muss im Kalender vorher bestimmen, ob und wie ich die Events im Kalender haben möchte. Hier gabs auch ne Support Anfrage dazu.

Es mag sein, dass hinter dem Mechanismus ein echter Social Gedanke ist „Man kennt die Leute, mit denen man netzwerkt und lässt sie sich näher kommen“. Doch bei mir jedenfalls ist das anders. Viele, die mich in Kreisen haben, kenne ich nicht persönlich (im Gegensatz zu Facebook), sondern uns verbindet ein gemeinsames Thema, oder nicht mal das. In Google+ braucht es keine Gegenbestätigung, um jemanden einzukreisen. Jeder kann selbst bestimmen welchem Kreis er/sie einen Beitrag zur Verfügung stellt. Der Absender muss also „wie früher“ bestimmen, wen könnte dies interessieren. Statt dem üblichen Pull-Information des Social Media greift hier der Push-Mechanismus. Ablehnen ist übrigens bei diesen Event Einladungen an mich nicht via g+ möglich (siehe Bild)

Nun frag ich mich: Sind wir noch auf dem richtigen Weg oder beginnen die Netzwerke Schritt für Schritt, reine Marketingbedürfnisse von Anbietern zu bedienen. Willkommen für diejenigen, die weiterhin ihre Botschaften in die Welt senden wollen, statt persönlichen Austausch zu pflegen.
Diesmal mit Marketing direkt in meinen Kalender?

…und noch ein paar Worte zu meinem Adressbuch:

Facebook setzt die neue Adresse Vorname.Name@facebook.com Mail vor die vom User angegebene persönliche E-Mail. Kein Problem denke ich, denn ich hatte kürzlich die Facebook Adressen von meinem Online Adressbuch losgelöst (mit Connexio ist ein Tipp von Mike Schwede) und meine eigene E-Mail bereits korrigiert. Aber einigeNutzer haben anscheinend mit Synchronisations-Apps ihrer Smartphones ihr Adressbuch automatisch überschrieben und nun nur noch die Facebook-Email ihrer Kontakte verfügbar. Ging das jemanden von euch so?

Ich reflektiere regelmässig die Entwicklung der Plattformen, die ich so leidenschaftlich nutze. Diese Woche hab ich dazu sogar Gelegenheit, jemanden von Facebook persönlich zu treffen und werde mal fragen, was die Ziele hinter solchen Entwicklungen sind. Und jetzt ihr:

Wie findet ihr solche Entwicklungen?
Sollen wir künftig nur noch über eine oder zwei Netzwerk-Plattformen kommunizieren?
Oder bin ich zu kritisch?

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8 Kommentare zu “Was soll Marketing in meinem Kalender und Adressbuch

  1. Danke für den Artikel. Die beste Art ist wohl, seine Kreise und Bekanntschaften in der Hauptsache mit solchen Kontakten zu pflegen, die wirklich passen. Sicher versucht ein bestimmter Teil, seine Werbebotschaften an die Frau, den Mann zu bringen. Das das auch nerven kann ist klar. Was soll ich ungefragt mit einem Termin, der oft noch an der anderen Seite von Deutschland stattfindet. Ein Netzwerk funktioniert dann gut, wenn ich auch jede Kleinigkeit leicht verständlich ohne dickes Handbuch einstellen kann. Auch wenn ich nur solchen Menschen folge, die meine Interessen teilen, so gibt es doch viele, die nicht zurück folgen. Wie kann man diese schnell erkennen? Gibt es bei g+ und bei facebook einfache Möglichkeiten dazu? Viele Grüße von Lothar

    • hallo Lothar
      Danke dir für deinen Kommentar (er war versehentlich im Spam-Filter gelandet und ich in den Ferien, sorry) Die Netzwerke sind eben leider nicht so einfach verständlich, wie ich es mir auch wünschen würde. Bei g+ gehts nicht um folgen und zurückfolgen sondern um Menschen und ihre Themen, deshalb gibts diese Funktion nicht. In Facebook muss man die Freundschaft gegenseitig bestätigen, so siehst du, mit wem du befreundet bist. Es würde für dein Geschäft Sinn machen, wenn du eine Page erstellst, damit versucht FB und übrigens auch g+ geschäftliche Anliegen (wie Werbung und Events) vom privaten Gebrauch zu trennen. Ich bin aber der Meinung, dass privat und geschäftlich eh immer näher rücken (auch dank Social Media)

  2. Patricia Dähler-Kraus schrieb am :

    Nein du bist absolut nicht zu kritisch, ich bin froh, dass es Leute gibt, die nicht alles einfach mitmachen, sondern auch einmal was hinterfragen. ich stelle bei mir fest, dass ich manchmal aus Zeitdruck oder auch Faulheit? einfach etwas als gegeben nehme. Gut wird man dann aufgerüttelt.

  3. Patricia Dähler-Kraus schrieb am :

    Nein du bist absolut nicht zu kritisch, ich bin froh, dass es Leute gibt, die nicht alles einfach mitmachen, sondern auch einmal was hinterfragen. ich stelle bei mir fest, dass ich manchmal aus Zeitdruck oder auch Faulheit? einfach etwas als gegeben nehme. Gut wird man dann aufgerüttelt.

  4. CubiKarsten schrieb am :

    Nichts anderes als Marketing-Instrumente sind Google+ und FB. Für die Möglichkeit der kommerziellen Einwirkung auf den User und die informative Ausschlachtung des Users zum Zwecke Profile von Konsumenten und Rezipienten zu erstellen, sie auf dem Markt anzubieten, wird ihm (dem User) der Mehrwert der Kommunikation im Netzwerk geboten oder andere ganz sinnvolle und kostenlose kleine Helferlein. Das Netz an sich ist demokratisch, nein anarchisch – aber nicht Facebook, Google und Co.. Das sind nun einmal Unternehmen mit klaren unternehmerischen Interessen – kein Geheimnis, aber eben auch nicht immer offensichtlich. Sie verdienen Abermilliarden jährlich mit – ja mit was eigentlich…? Sie schlucken immer mehr kleinere Anbieter – ja warum eigentlich?
    Das Ganze hat nix mit freiem Netz zu tun.
    Also: so wenig wie möglich Informationen von sich preisgeben und aussteigen wenn überflüssig. Diese Riesen machen die Masse erst kostenlos abhängig (nicht im Sinne einer Sucht, sondern ganz praktisch) und später sind alle auf ihre Modelle angewiesen und müssen…. Man sollte also öfter mal was neues wagen als sich mit Haut und Haar auf einen Anbieter einzulassen. Termine bei Google? Ich schenke denen doch nicht mein Leben…

  5. Die Praxis ist vollkommen uncool und wenn Google und FB nicht bald aufhören ihre Massen an Usern zu massakrieren, dann wird es Welle um Welle von Abwendern geben. Beide Plattformen sind inzwischen zu gross um als Demokratie zu bestehen, deshalb wird diktatorisch bestimmt, wass es Neues geben muss pro Account. Diese Entwicklung führt ins Elend, nirgendwo anders hin. Denn otto normalo hat keine Lust jeden Monat neue Einstellungen zu setzen um die neuesten Bugs zu umgehen oder die Entwicklungen zu studieren, die FB und G+ installieren.

    Man sieht an der Sicherheits-Debatte sehr gut das FB vieles nicht mehr im Griff hat. Mühsam wurden in Schulen und Unis die Accounts fixiert und gesichert, dann macht das Unternehmen eine neue Timeline und alles ist wieder weg. Ist nicht lustig und ist reine Gängelei!

  6. Wenn man in den Einstellungen im Google Kalender eingestellt hat, dass Einladungen direkt angezeigt werden, dann kommen Einladungen halt eben direkt in den Kalender – ob via E-Mail oder Google+ oder woauchimmer.

    Man kann nun durchaus argumentieren, dass das nicht möglich sein sollte von allen Kreisen (dieser Meinung wäre ich auch) aber ich gehe davon aus, dass das sich bessern wird bei Google+ (G+ entwickelt sich ja schön rasant – prima). Bei E-Mail-Einladungen ist aber auch keine Bremse drin – deshalb empfehle ich einfach, das entsprechende Häkchen raus zu nehmen und alles ist OK.

  7. Lore Reß schrieb am :

    Aufgrund socher Praktiken habe ich kein Facebook-Account (mehr).
    Die Anwender lassen sich einfach zu viel gefallen, dabei sollten sie wissen, dass die Unternehmen auf sie (die Anwender) angewiesen sind. Je mehr protestieren würden, desto eher würden solche Praktiken verschwinden.
    Leider habe ich keinen Google-Kalender um ihn schliessen zu können :-). Aber vielleicht hilft es schon, die Event-Funktion zu ignorieren.

    Meine Hoffung ist, dass wir irgendwann von den monopolistischen Anbietern weg zur dezentralen Vernetzung kommen.