Kommentare hin oder her

Roman schreibt in seinem Blog über das Thema „Kommentare in einem Blog“ bzw. über das Nichtkommentieren. Natürlich hab ich meine Gedanken dort kommentiert 😉 aber ich teile sie gerne hier noch ausführlicher. Das beobachte ich seit ein paar Jahren und hab das Gefühl, dass das Kommentieren abgenommen hat. Ist das wirklich so? Oder kommentieren die Leute nur mehr an anderen Orten. Auch Leumund fiel das schon vor längerer Zeit auf gibt gleich den Code mit raus, wie man so eine Statistik erstellt.

Meine Gedanken dazu:

– Normalerweise sind es nun mal die Blogger und inzwischen auch onlineaffinen Leute die auf anderen Blogs kommentieren, denn sie wissen um dieses wertvolle Trinkgeld.

– Mit einem Kommentar generiere ich als Blogger je einen Backlink, weil ich mich authentifizieren muss mit Namen und URL. Erstaunlich, dass viele Berufsblogger sich dessen nicht bewusst sind.

– Verantwortliche für Corporate Blogs dürften also gerne auch auf externen Blogs kommentieren, denn neben technischen Effekten hat es auch den freundlichen, des Zuhörens, was andere sagen und demjenigen eben auch ein kleines Trinkgeld hinterlassen. Es geht nicht nur um die eignen Beiträge, wir sind nur ein kleines Puzzleteil im grossen Spiel.

– bekomme ich Kommentare per Mail oder mündlich, kann ich den schon auchmal selbst aufschreiben und selber kommentieren, natürlich mit Vermerk, „….“ hat mir gerade …. gesagt. Je nach Situation würd ich vorher fragen, ob ich das verwenden darf.

– früher hab ich von Tweets die sich auf den Blogpost bezogen Screenshots gemacht und in neuem Artikel eingebaut oder den Link zum Tweet als Kommentar angehängt. Manuell.

– Kommentare finden immer öfters auch auf anderen Plattformen statt. In Twitter oder in Facebook z.b., das ist man inzwischen gewöhnt und viele glauben, das ist ein geschlossener Raum (was er nicht ist in meinen Augen) Diese kann man die mit einem Plugin im Blog integrieren und so den Zugang erleichtern.

– das gibts auch für Tweets, wie das bei Karsten auf dem Blog läuft.

Der Point of Communications ist immer genau dort, wo ich etwas lese, z.B. via Facebook Beitrag, dann kommentiere ich genau dort, je nachdem ob ich am Handy oder vorm Bildschirm bin. Wer schonmal mobile auf Blogs kommentiert hat weiss was ich meine.

– die Leute, die (noch) mehr mit E-Mails kommunizieren lernen gerade erst, öffentlich Meinungen zu sagen, auch ohne eigenen Blog.

– wenn ein Kommentar zu lang ausfällt, lohnt es sich einen eigenen Blogpost zu machen und diesen dann  beim Blogpost zu verlinken.

– Und noch ein Wort zum Inhalt. Wenn die Beiträge inhaltlich abgeschlossen sind, also keine Fragen aufwerfen, sondern nur kopfnicken, kommentiert auch niemand.

Kommentare hierhin oder dorthin. Sie sind da, wenn wir sie selber schreiben.

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12 Kommentare zu “Kommentare hin oder her

  1. Nicole schrieb am :

    Ich finde kommentieren wichtig, denn nur so werden die social media, ja auch social. Der Austausch, die Wertschätzung und auch die Kontroverse, sind das Salz in der Bloggersuppe! Ich weiß aber auch, dass sich viele Leute, die nicht so web 2.0 affin sind, nicht richtig trauen ihren Kommentar zu hinterlassen. Und natürlich hast du recht, dass die Kanäle auf denen man sich äussern kann auch einfach mehr geworden sind.

  2. Einige Blogger machen es uns doch nun wirklich leicht, etwas zu kommentieren. Das Facebook Plugin ist hierfür wirklich gut, weil ich mich nicht überall extra anmelden will und deshalb meistens nicht mehr auf anderen Blogs kommentiere.

  3. Einige Blogger machen es uns doch nun wirklich leicht, etwas zu kommentieren. Das Facebook Plugin ist hierfür wirklich gut, weil ich mich nicht überall extra anmelden will und deshalb meistens nicht mehr auf anderen Blogs kommentiere.

  4. Ich habe das Kommentieren in Blogs doch ziemlich schleifen lassen. Doch nachdem ich mir ähnliche Gedanken gemacht habe wie du auch, habe ich vor ein paar Wochen wieder vermehrt Kommentare losgelassen.

    Aus den Blogger-Hochzeiten kenne ich den Spruch „My Blog is my Castle“, der sich damals eher auf den Umgang mit Trollen bezog. Aber bezogen auf die heutige große bunte und doch oft sehr abgeschottete Social Media-Welt ist das für mich ein Sinnbild dafür, dass ein Blog eine Heimat ist:

    – Meine Heimat ist sichtbar
    – Was dort geschrieben wird, bleibt sichtbar – Artikel und Kommentare
    – Meine Heimat ist auch meine Visitenkarte, die jeder über meine Kommentare findet (weil ich meinen URL dort angebe)

    Und schwups, war ich neugierig und habe das Profil von Lucas aufgerufen 🙂

    Was leider nach Jahrzehnten trotz Versuche wie IntenseDebate oder Disqus immer noch nicht gelöst ist: Ein zentraler Hub, wo alle meine Kommentare zu sehen sind, wo ich zentral über Folgekommentare informiert werde, und wo ich die Kommentare meines Netzwerkes sehe und mich einklinken kann…

    P.S. Das Kommentieren auf Mobile Devices fällt mir auch oft schwer 😉

    • hallo Frank
      Schön, dich mal wieder hier zu sehn. Das ist ein treffender Satz mit dem Castle und die Idee ist grandios mit den Kommentatoren anderweitig in Kontakt zu bleiben, weil man sich daher kennt. Evtl. wär Friendfeed ein Behelf? Vielleicht fällt uns noch was cooles ein?

      • Ja, Friendfeed… dümpelt seit Jahren so vor sich hin. Seit der Übernahme durch Facebook warte ich immer wieder darauf, dass es eingestampft wird. Deswegen möchte ich mich darauf nicht verlassen.

        Disqus hat das Potential als zentraler Kommentar-Hub, aber es wird hier in DACH nur von wenigen benutzt. Die Einstiegshürde ist durch die Installation ziemlich hoch 🙁

  5. lieber Lukas
    Hab mir deine neue Seite mal angesehen. Klasse, passt super zu dir. Und ausserdem ist da unser gemeinsames Award-Projekt aus 2007 drin. Cool.

    Ich würde auf der Art von Page keine Kommentare machen. Ausser wenn du ein kleines Blog Element bei über dich einbauen würdest und regelmässig Gedanken dort in Worten oder Bildern teilen. Fänd ichs wahrscheinlich noch gut.

    • Hey Su

      Merci für dein Feedback! Hehe, jep, sehe ich genau so.
      Eine Idee für einen „richtigen“ Blog formt sich gerade. Aber der würde ich dann wohl nicht auf der Seite betreiben.

      gruäss lüku

  6. Hey Su
    Da wollte ich dir doch noch zu diesem Thema schreiben und zack sehe ich ein Beitrag von dir. Ok, ganz das Thema ist es nicht, aber doch meine Frage:
    Ich habe am Dienstag eine neue Version meines Portfolios aufgeschaltet. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mehr oder weniger bewusst die Kommentar-Funktion ausgeschaltet habe. Eigentliches Zielpublikum sind zukünftige Arbeitgeber und nicht primär das ganze Web. Ich denke es gibt meinem Zielpublikum kein Mehrwert, wenn jeder irgend ein Kommentar dazu schreibt oder doch? Was ist deine Argumentation dazu? Ich bin mir nämlich nicht sicher, was mein Motiv ist. Vielleicht fürchte ich einfach auch die Kommentare oder sogar, dass es keine geben könnte ;).

    gruäss lüku

  7. Ein wichtiges Thema. Wobei da die Internetgesellschaft wohl eine Eigendynamik entwickelt, die sich nicht beeinflussen lässt. Ich finds gut so. Lieber heterogen kommentiert als gar nicht.

  8. Gebe Dir völlig recht, was das Kommentieren auf mobile Devices angeht. Wollte gestern per iPhone mal auf einem Blog was kommentieren. Das hält mein Nervenkostüm einfach nicht aus, darum hab ich es dann gelassen. Wie Du siehst, habe ich hingegen Deinen Post auf dem Desktop gelesen und schon folgt mein Kommentar.