Mit Daten bezahlen und das Wissen darum

Es gab in meiner früheren PR-Zeit mal einen Artikel von Jürg Stuker, „mit Freunden bezahlen“ Seinen treffenden Titel zitiere ich heute noch gern.

Bild: http://dilbert.com by Scott AdamsWir nutzen die meisten Social Plattformen gratis, vermeintlich. Dabei bezahlen wir bereits beim Eintritt mit unseren Daten mit dem simplen Ziel Daten von anderen zu sehen und geben unsere und die von anderen der Hoheit der Plattform frei. Das tun wir, selbst wenn wir uns zum Zeitpunkt der startenden Partnerschaft (neues Profil) bewusst sein sollten, dass die Bedingungen jederzeit von der anderen Seite geändert werden können, nicht aber von meiner. Nicht dass ich was dagegen habe. Aber wir sollten uns dessen bewusst sein. Es sind zweierlei Daten, die mit denen wir identifizier und lokalisierbar sind und die die über die Zeit ein charakteristisches Bild abgeben, detailgetreu wie es niemals zu vor möglich war.

 

Zeit für echten Social Unterricht

Und es ist nun wirklich an der Zeit, dass Social-Kompetenz an den Schulen gelehrt wird. Jaja, ich höre gelegentlich, „das wird doch schon“. Lehrer werden dazu verdonnert, Facebook zu unterrichten oder Cyber-Mobbing Prävention zu betreiben. Das Ergebnis ist manchmal „lustig“ manche legen sich widerwillig einen Account zu und unterrichten dann das Thema. Ich denke, es gibt noch mehr Online-Wissen zu vermitteln, wie auch Sozialkompetenz, die heute eng mit der Medienkompetenz verknüpft ist (Das hab ich vor vier Jahren geschrieben und auch dazu gelernt.).

Gedanken, die mich schon länger beschäftigen. Inspiriert vom Beitrag von Andreas Schulze-Kopp hab ich sie mal aufgeschrieben.

Da fällt mir noch ein, was ich schon länger mit mir rumschleppe. Hat jemand von euch eine Idee, wie wir Schulen in der Schweiz unterstützen können? Social Media Berater dürfte es ja genug geben, um jeweils vor Ort mal einen sozialen Einsatz zu stiften.

Nachtrag: Soeben drüber geBild: TNS Emnit Studiestolpert, ein lesenswerter Beitrag von Robert Weller über eine Studie, bei wem die Deutschen die Verantwortung für Datensicherheit sehen. Auszug, Bild (Quelle:socialmediaakademie.de)

25.01. Und noch ein lesenswerter Nachtrag „hört auf mit den Geburtstags Apps“ von allfacebook.de Danke.

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14 Kommentare zu “Mit Daten bezahlen und das Wissen darum

  1. Ich sehe das ähnlich wie Torsten, das Problem ist im Grunde kein Neues. Jeder Nutzer denkt er kommt schon irgendwie damit (d.h. Smartphones, Computer, Internet, Social Media, etc.) klar. Das denken viele vor der ersten Fahrstunde wahrscheinlich auch… Der Unterschied hier ist jedoch, dass Autofahren eine Prüfung erfordert, die Nutzung von sozialen Medien jedoch nicht.

    Aber sind wir mal ehrlich – warum sollten wir gerade für Social Media eine Prüfung oder Ausbildung absolvieren (hinsichtlich der Nutzung, nicht als Berufsausbildung)? Mit welcher Begründung? Meiner Meinung nach sind hier v.a. die Erziehungsberechtigten in der Verantwortung.

    Und was die Sache mit Schulen angeht… die Angelegenheit mit dem Mehrunterricht im Sport hat auch nicht geklappt. Die Diskussion ob eine Erziehung zur physischen Aktivität das Nutzungs- & Nutzerverhalten beeinflussen würde lasse ich hier mal unangetastet 😉

    • das stimmt. Ich war damals geschockt, als ich mir der vielen Hebel, Informationen und Regeln beim Autofahren bewusst geworden bin. Aber ich kenne keinen Nichtautofahrer, der behauptet Autofahren ist blöd und ich verbiete es meinen Kindern oder hoffe, sie lernen es in der Schule. Es ist verzwickt, weil diejenigen oft nicht wissen was sie nicht wissen. Da nehme ich mich nicht aus.

  2. Sandra schrieb am :

    Liebe Su. Das mit den Schulen beunruhigt mich auch. Habe von Veranstaltungen der Lehrerkonferenz gehört wo Schulleiter stolz angaben KEIN Handy oder Smartphone zu besitzen. Autsch. Ich habe hier eine 3-jährige Herausforderung und wünsche mir, dass ich ihr beibringen kann wie und was sie online so machen kann und wo es Grenzen gibt. Ich glaube Medienkompetenz geht über das richtige Verhalten im Chat, Facebook & Co hinaus. Es geht auch darum Informationen zu filtern, mögliche Fallen zu erkennen und auch zu entscheiden wie viel Privatsphäre ist mir wichtig. Ganz abgesehen von Nutzung und Abgrenzung zum Offline-Leben etc. Momentan habe ich oft das Gefühl dass wir diskutieren wie in meiner Kindheit zum Thema TV-Konsum.

  3. Das „Grundproblem“ beginnt doch schon beim Kauf eines dieser kleinen Helfer, egal ob Smartphone oder Computer. Fast alle denken sie „kennen“ sich damit aus. Kann ja nicht so schwer sein, der Nachbar schafft das ja auch. Aber genau dies ist der Grundfehler. In anderen Bereichen gibt es Führerscheine und danach ist ein „bedienen“ und „nutzen“ möglich. Daraus lässt sich dann später auch die Unfähigkeit der Kommunikation feststellen. Ein Computer ist keine Mikrowelle, Ofen auf, Essen rein und Knopf drücken. Wurde ja nie direkt gelernt, sondern man hat es von anderen abgeschaut. Fachpersonal in Schulen? Wird wohl nie passieren, ein Wunschtraum, leider. Schade oder?

    • Su Franke schrieb am :

      das hat was Torsten. Aber zumindest in den Schulen lernen die Kids den Umgang damit (also wenigstens mit dem Computer und ipads folgen grad auch. Ich tu das mal noch nicht als Wunschtraum ab und bleibe dran.

      • Den Umgang aber auch nur auf einer sehr sehr oberflächlichen Art und Weise, was ich extrem schade finde. Von den Grundlagen (Bits und Bytes) haben sie dennoch keine Ahnung. Vielleicht dadurch angeregt wenn es die Schüler wirklich interessiert und sie selbst dadurch einen Antrieb bekommen. Aber das ist eine andere Geschichte 😉

  4. MiuSuCo schrieb am :

    ich glaube, das Ganze ist nicht nur auf die Schweiz beschränkt. Und bei uns (in Bayern – Länderhoheit) ist alles, was man direkt mit den Kindern machen will, einem Procedere der behördlichen Genehmigung unterlegen. Der Lehrerverband ist sicher auf der Seite derer, die mehr Medienkompetenz fordern. Aber leider gibt es auch hier noch keinen „Lehrplan“, der dies verbindlich machen würde. Ganz abgesehen davon, dass die Inhalte so allgemein formuliert sein müssten, dass sie sich nicht nach Genehmigung schon wieder überholt hätten 😉 – dennoch: Wenn man sich überregional eine Infoverstanstaltung für die Eltern überlegen würde, beispielsweise so etwas wie *keine Schleichwerbung – einfach ein guetes Buch* die Überlegungen von Tanja Heussler (Titel d. Buchs: Netzgemüse) vorstellen würde, könntet ihr vielleicht die Unterstützung der Eltern für Medienkompetenz Unterricht bekommen und dann lokal agieren.
    Ich bin hier auch immer noch daran, ein Netzwerk zu finden, mit dem man einen entsprechenden Vorstoß in Richtung Kompetenzschulung als Unterrichtsaufgabe hinbekommt – ist aber schwierig, ohne direkt in der Politik zu sein.
    Viel Erfolg – vielleicht schaffen wir es ja auch ‚länderübergreifend‘?

  5. Bevor ich zu dem Ding mit den Schulen komme. Ich wundere mich immer gern über Autoren, die in Fachpublikationen über Social Media schreiben, allerdings kein Profil von Ihnen findbar ist. Angenommen auf Facebook sind solche Redakteure wegen des Selbstschutzes als Mobby Dick unterwegs,lasse ich das nicht gelten, Das eingangs Gesagte ist völlig richtig. Trotzdem kann man etwas nur beurteilen, wenn man sich mit Haut und Haaren der Sache widmet. Lehrern dürfte es da ähnlich gehen. Mal angemeldet ok. Die Funktionen schnell begriffen. Auch gut. Aber das kulturelle Drumherum gefühlt. Wohl kaum.

    Was Deine Idee für Schweizer Schulen angeht, … ich habe hier auch Sorgen vor Ort, die sich ähnlich zusammenfassen lassen. Wir haben hier mal überlegt, pro gebuchter Veranstaltung von (zahlenden) Unternehmen eine (ehrenamtliche) Präsenz in Schulen nachzuschieben. So wird die Wirtschaft vor Ort am Aufwand beteiligt, denn schließlich profitiert die am Ende von medienkompetentem Nachwuchs.

    • Su Franke schrieb am :

      ja geht mir ähnlich mit „Mobby Dick Accounts“ stell dir vor wir müssten uns jeweils merken, wer denn das nun schon wieder ist, denn sie haben ja in der Regel auch kein Profilbild, dass dies erkennen lässt. Es entsteht aber schon aus einer Angst heraus, die man ernst nehmen darf. Eben weil das Verständnis fehlt.

      Die Idee gefällt mir sehr gut, werde das mal mit ein paar Wettbewerbern hier besprechen. Wettbewerber! Was für ein veraltetes Wort, irgendwie.

      • Wettbewerber sind für mich Marktbegleiter. Irgendwie kam ich gerade aus der E-Mail Notification wegen Deines Kommentars nicht mehr zu diesem Beitrag zurück. (http://dev.required.ch wird vorgeschaltet. Prüf das doch mal. Scheint mir einfach eine alte Version Deiner Seite zu sein, denn das Blog beginnt erst im Dezember ´12.

        • Sorry Frank, so wie es aussieht war hier noch der Testserver für die Benachrichtigungen gespeichert. Su und ich haben das soeben angeschaut und aktualisiert. Es kann sein, dass du dich erneut für die Benachrichtigungen anmelden musst. Danke fürs melden!