Bier-Community will keinen Fussball-Content

Als Frau aus Deutschland bin ich natürlich überrascht, wenn ein Student in seiner Bachelorarbeit herausfindet, dass es mehrheitlich männliche Bier Fans gibt (nicht so in meiner Heimat, denke ich). Aber Dirk Frischknecht (Twitter) fand in seiner Arbeit noch viel Spannenderes heraus, was für Content-Strategien wertvoll sein kann. Er hat 15 Schweizer Biermarken auf Facebook untersucht und eine Community einer einzelnen Marke konkret befragt.

Die untersuchten Biermarken

Als ich seine kühnen Hypothesen las, habe ich geahnt und auch ein bisschen gehofft, dass die mancherorts übliche Facebook-Kultur „die Community bespassen“ aufs Korn genommen wird. Und eins kann ich euch schon verraten, Bier-Fans (die Befragten) wollen lieber kulinarische Inhalte und keinen  Fussball-Content. Oha, dabei findet überdurchschnittlich viel Fussball bei den meisten Facebookseiten von Biermarken statt.

Hier ein Auszug seiner ursprünglichen Behauptungen, die er untersucht hat:

  • Themen: Die Interaktion bei Produktthemen ist höher als bei Freizeit-, Kultur oder Werbethemen
  • Tonalität: Mehrere verschiedene Absender (Personen) ergeben wechselhaftere Tonalität
  • Interaktion: Direkte und persönliche Zielgruppenansprache mit Aufforderung ergibt weniger Interaktion als indirekte Ansprache (Alle Thesen und auch die Methoden könnt ihr direkt bei ihm erfragen)

Da musste ich ihn gleichmal nach den für mich überraschenden Ergebnissen befragen. Schaut mal, was Dirk berichtet.

Themen

Es stellte sich heraus, dass die Leute an kulinarischen Themen mehr interessiert sind, als an „Klischee-Themen“ wie Fussball. Und Inhalte zu Produkt und Unternehmen lösen sogar mehr interaktivität aus. Sind also gewünscht. „Es darf also auch um fokussierten Inhalt gehen statt Bespassung.“ Dies ist meine eigene Interprätation, die mich auf mehr wertvollen Content hoffen lässt.

Aufforderung und Interaktivität

Dirk stellte fest: Wenn die Community direkt angesprochen und aufgefordert wird, etwas zu tun, ist die Interaktion tatsächlich kleiner als bei indirekter Ansprache.

Tonalität

gewünschte Tonalitäten einer Bier CommunityDirk ging davon aus, dass mehrere Absender (auch ausserhalb der Marketingabteilung) ein zu unruhiges Bild der Tonalität bringen. Er fand heraus, dass es andersrum ist. Die Marketingabteilung nutzte verschiedene (zu viele?) Tonalitäten (Interprätation: sie hatten evlt. die Ziele stets im Hinterkopf). Mitarbeiter ausserhalb der Marketingabteilung schrieben dagegen in weniger Tonalitäten (gleichbleibender und deshalb eher wie eine Person)

Übrigens wünschten sich die Fans am meisten die kollegiale und höfliche Tonalität. Auch diese Erkenntnis bietet gutes Potenzial für eine abgeleitete Content-Strategie. Es gibt natürlich noch viel mehr, aber lassen wir uns mal überraschen, welche Kampagne wir aus der Feder von Dirk in Kürze sehen.

Ich kann der Churer Agentur Markenkern bzw. Skipp nur gratulieren zu ihrem neuen Kollegen und bedauere ein wenig, ihn und alle anderen Studenten vom MMP10 nicht mehr regelmässig zu sehen. Viel Erfolg euch frischgebrauten Bachelor of Science FHO in Media Engineering, auf dass ihr den Online Markt mit eurem Können bereichert.

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4 Kommentare zu “Bier-Community will keinen Fussball-Content

  1. hallo Markus (alias Herrlaus) danke für dein Feedback. Orthografie lässt sich ändern, wär froh um deine konkreten Hinweise. Und was die Wissenschaftlichkeit angeht, kannst du gerne mal einen Blick in die komplette Arbeit werfen. Dort führt Dirk die Methoden natürlich auf.