Perfekte Rechtschreibung im Blog?

Eine Texterin erzählte mir eine schöne Geschichte über den ‚persischen Fehler‘. Die persischen Knüpfer bauten in ihre Teppiche immer bewusst einen Fehler ein. Warum? Nur Allah könne vollkommen sein. Nun könnte ich behaupten, ich halte es mit den Rechtschreibfehlern genauso. Aber sie sind nicht bewusst eingebaut, ehrlich.

Quelle: http://daa.li/8yt

Quelle: http://daa.li/8yt

Besagte Profi-Schreiberin stellte mir auch die Frage. Warum? Ähm, weil ich schnell blogge. Ich liebe das Kribbeln einer Idee und es genau dann zu teilen. In Marketingworten könnte ich sagen: Der Blog dreht sich nicht um perfekte Texte, sondern um Impulse und Gelerntes. Was mir dabei wichtig ist? Wer es liest, versteht es und muss kein Marketingbla und Wiederholungen ertragen. Ich nenne das blogtauglich.

Ein Blog-Beitrag zeigt ein Stück von mir, wie ich denke und was mich inspiriert. Und auch, dass ich keine Bindestriche mag 😉 Obwohl diese für die Suche wertvoll sind, wie ich von Mona gelernt habe. Für mich gibt es Textsorten, die „unterwegs entstehen“ und solche die fehlerfrei sein sollten.

Wer ist schon perfekt?

Aber mal ehrlich, wieviele Schriftstücke sind wirklich fehlerfrei und perfekt? Wir Menschen sind es glaub‘ nicht. Seit Social Media bin ich grosszügiger geworden mit Rechtschreibfehlern. Einen Beitrag mit kleinen Fehlern lese ich sogar gern. Sie zeigen, es schreibt ein Mensch wie du und ich. Die Texte sind nicht durch eine Kontroll-Maschinerie gelaufen wie in einem Medienhaus. Gefühlt sind für mich zwei Fehler pro Blog-Beitrag ok. In einer Zeitung stört mich schon ein Fehler auf einer Seite.

Twitter, Bloggen und Glückwunschkarten

http://twitter.com@ElisaGiovanoli sagte ...

http://twitter.com@ElisaGiovanoli sagte …

Manchem Tweet sieht man an, ob er am Smartphone, unterm Laufen oder mit einer Tastatur getippt wurde. Vielleicht verändern die schnellen Möglichkeiten tatsächlich unsere Schreibweise, wie es Elisabeth in den Raum stellt. Eine Studie konnte ich nicht finden. Aber hier ist ein Beitrag von Blogwerk über typische Fehler.

Beim Bloggen bleib‘ ich erstmal dabei: Raus mit dem Inhalt, dann prüfen und so recht wie möglich schreiben. Meistens freu‘ ich mich, wenn ich noch rechtzeitig Fehler korrigieren kann (also wenn ich sie sehe). Und wenn nicht, ist’s auch ok. Ja, bei Medienmitteilungen und Glückwunschkarten versuche ich, perfekt zu sein. Hier sind ein paar praktische Hilfen für Schreiberlinge: Duden; Korrekturen, Word Prüfung, Verständlichkeit, leicht lesbar und das Blablameter. Kein Bla-Bla gehört ja auch zum guten Stil.

Wie andere das sehen mit der Rechtschreibung

Twitter war mal wieder eine gute Quelle für andere/eure Meinungen und auch die Realität fand ich dort. Findest du dich wieder oder bist du anderer Meinung?
Nachtrag: 05.10.2013. Andreas von Gunten war das Thema Respekt einen extra Blogpost wert, gefällt mir sehr, wie er das sieht.

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13 Kommentare zu “Perfekte Rechtschreibung im Blog?

  1. Ich blogge für mich, um nach meinem Unfall wieder richtig schreiben zu lernen. Viele Fehler begleiten mich dabei, aber ich lerne ständig dazu. Immer mehr Leser helfen mir auch dabei und weisen mich darauf hin, andere werden gar aggressiv. Aber eben ich mache es für mich genauso wie das podcasten um wieder zu lernen richtig und zusammenhängend sprechen zu können.
    Somit verzeih ich auch anderen Fehler und weise sie gerne darauf hin sollte ich einen gefunden haben.

    Gruss Martin und weiter so

  2. die Idee find ich super. Ehrlich. Wieso nicht, es gibt Leute, die haben tolle Gedanken, die vielleicht wegen einer Rechtschreibschwäche nicht ankommen. Like

  3. Ich bin auch immer stolz, wenn ich noch einen Fehler finde, bevor publiziert wird. Aber ich danke heute noch der neuen deutschen Rechtschreibung, die soviele verunsichert hat, dass sie das Richtige vom Falschen nicht unterscheiden können. Und wenn ich vom fummligen iphone kommentiere sind mir die Fehler meist eh egal. ABER in Geschäftskorrespondenz und Marketingunterlagen sollte schon noch ein Lektor drüber. Da solls fehlerfrei sein.