Kinder, Kinder, wie sollt ihr Social Media lernen?

Über Jugendliche, Kinder und Social Media mach ich mir regelmässig Gedanken. Inzwischen wird an vielen Schulen über Mobbing im Web gesprochen und auch die Privatsphäre Einstellungen sind bekannt. Aber werden die Medien auch wirklich schon eingesetzt im Unterricht, als sei es das normalste von der Welt?

Warum ich das gerade heute aufgreife? Ich bekam eine Anfrage von einem 11jährigen. Im Unterricht behandeln sie das Thema „Medien“. Elias und seine Gruppe haben sich fünf Fragen zum Thema „Social-Media“ ausgedacht, die ich recht fortgeschritten finde und mit eurer Hilfe beantworten möchte.

  1. Ist Twitter und Facebook für Kinder unter 10 Jahren geeignet?
  2. Welche Gefahren hat Facebook und Twitter?
  3. Welchen Sinn macht Twitter und Facebook?
  4. Welche positiven Seiten hat Twitter und Facebook?
  5. Wie wehrt man sich gegen Cyber Mobbing?
Sinnbild: Kind allein am Wasser. So stehen manche Kinder auch im Web alleine da.

Sinnbild: Kind allein am Wasser. So stehen manche Kinder auch im Web alleine da.

Nun ist das aber nicht mein Kerngebiet. Ich verweise gerne auf Philippe Wampfler. Philippe beschäftigt sich intensiv mit Social Media und Schule. Im Sommer bringt er sein neues Buch heraus. Vor einiger Zeit stellte ich ihm ein paar Fragen, die heute endlich ihren würdigen Rahmen finden. Mir ist bewusst, dass ich hier unter dem Begriff „junge Menschen“ denke. Deshalb mische ich Schule und Hochschule. Verzeiht mir das.

Philippe, Was ist deine Kernbotschaft?

Meine Kernbotschaften sind immer dieseleben: Mit Jugendlichen sprechen, ihnen zuhören und sie begleiten. Echtes Interesse an ihren Gedanken und ihrer Mediennutzung zeigen, ihnen helfen, mit ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten umzugehen, sie auch ermuntern, auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln – sie damit aber nie alleine lassen.

Haben Lehrer wirklich die Kompetenz, Social Media zu vermitteln, wenn sie dazu „verdonnert“ werden ?

Kompetenz ergibt sich aus der Kombination von Informationen mit Erfahrung. Lehrpersonen sind nicht generell inkompetent im Umgang mit sozialen Netzwerken, aber auch nicht generell kompetent. Ich erlebe eine grosse Heterogenität: Auf einer Seite viel Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, auch viel Wissen und Austausch – auf der anderen Seite ein starkes Klammern an die Schule, wie sie früher schon gewesen ist.

Werden da tatsächlich auch Online Kommunikation, Auffindbarkeit und Verlinkung durch Plattformen und Content unterrichtet?

Auch hier werden viele Aspekte unterrichtet, die sinnvoll sind – aber das hängt stark von den Lehrpersonen ab und ist in zu grossem Masse in der Schweiz zufällig, meiner Meinung nach.

Welchen Stellenwert hat im Unterricht die Sozialkompetenz?

Ich kann nicht generell sagen, wie wichtig Sozialkompetenz ist, aber meiner Einschätzung nach ist das einer der wichtigsten Werte an Schweizer Schulen. Das soziale Miteinander kommt oft vor allem anderen – und das halte ich für richtig. Im Umgang mit Medien wird dieser Aspekt aber oft etwas vernachlässigt, weil man Medien oft als einen Einfluss wahrnimmt, der völlig unabhängig von sozialen Kontexten funktioniert. Und das ist falsch.

Welche Tipps hast du für Eltern, die selbst nicht online kommunizieren wollen?

Diese Eltern sollten sich regelmäßig mit Menschen austauschen, die Online-Kommunikation pflegen und ihr eigenes Verhalten Kindern nicht aufzwingen, sondern ihnen ermöglichen, eigene Erfahrungen zu sammeln – die aber mit ihnen auch kritisch zu besprechen.

In Bachelorstudiengängen unterrichten inzwischen viele Dozierende neben ihren Themen auch einzelne Aspekte von Social Media. Am Ende denken manche junge Leute, sie hätten schon alles gesehen. Was sagst du dazu?

Ich denke, an Hochschulen wird Social Media als theoretisches Phänomen unterrichtet. Unterrichteten sollte wohl klar sein, dass sie Einsichten mit praktischer Erfahrung vervollständigen müssen.

Anmerkung von Su: Das fällt mir seit 2013 verstärkt auf, den sogenannten digital Natives wurde lange eingeredet „sie können das“, dabei fehlen die eigentlichen Grundlagen und manchmal der Wille für professionellen Einsatz und Experimentierfreude.

Welchen Einsatz finden Social Media Instrumente im Unterricht in deiner Schule?

An Schulen ist der Einsatz sehr unterschiedlich. Es gibt wenige Lehrpersonen, die den Unterricht durch Tools wie Twitter oder Blogs ergänzen und erweitern, andere nutzen einfache Kanäle wie WhatsApp oder FB auch zur Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern. Es gibt viel Potenzial für kreative Lösungen.

Anmerkung Su: Ich wünsche mir, dass Technologien, die auf Social-Mechanismen basieren, mehr eingesetzt werden. Wikis, Austauschplattformen, wo Schüler, Studierende und Dozierende gleichermassen beitragen. In einem Interview hab ich von dir zum erstenmal von MOOCs gehört. Dabei geht es vorallem nicht um die autoritäre Vermittlung von Inhalten, sondern darum, dass die Lernenden als Community beitragen. Neben Moodle, das ich oft als Dokumenten-Management-System erlebe, haben Dialogplattformen in der Lehre grosses Potenzial. So könnten alle Beteiligten  E-Collaboration erleben und Chancen und Gefahren von Online Netzwerken verinnerlichen. Blogs sind hier nur ein kleiner Teil, aber ich finde die Erfahrungen der Studierenden von Hans-Dieter Zimmermann lesenswert. Wie die FHS in einem Lab Prozesse modellierte ist ebenfalls einen lehrreichen Blick wert. Chat war eins der beliebtesten Tools. Warum wohl in Firmen und Schulen immer noch so viel gemailt wird?

Wem empfiehlst du dein Buch?

Mein erstes Buch richtet sich vor allem an Lehrpersonen, ist aber auch für Eltern von schulpflichtigen Kindern interessant.

Was hältst du von Kinderbildern, die bereits zur Geburt von Eltern geteilt und mit Namen vertagt werden?

Kinder haben meiner Meinung nach das Recht, ihre Internet-Präsenz selbst zu bestimmen. Das Bedürfnis von Eltern, ihren Nachwuchs zu präsentieren, halte ich für weniger wichtig als die Rechte betroffener Kinder. Gegen wenige, gut ausgewählte Portraits von Kindern gibt es aber wenig einzuwenden. – Dankeschön, Philipp.

Tipps zum Vertiefen

Aber nochmals zu Elias‘ wichtigen Fragen. Wie sollen Kinder Social Media lernen? Ältere befragen ist schonmal ein guter Anfang. Was würdet ihr ihm antworten?

 

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23 Kommentare zu “Kinder, Kinder, wie sollt ihr Social Media lernen?

  1. Herzlichen Dank @alle die hier kommentiert und ihre Erfahrungen eingebracht habe. Elias (ich darf das hier mit seinem Einverständnis sagen) ist unser Sohn. Und die Kids waren von der Reaktion glaubs schon recht erstaunt. Man nahm sie ja richtig ernst mit ihren Fragen (…). Eine tolle Erfahrung. Ich selber bin froh, dass ich in den letzten Jahren schon einige Erfahrungen mit Social-Media machen konnte. Die Fragen der Kinder sind doch herausfordernd und es hilft enorm, wenn man ein wenig "Bescheid" weiss und den einen oder anderen Fehler schon gemacht hat… und so eben nicht nur die Gefahren sondern auch die Chancen von Social-Media kennt. Die Möglichkeiten und Chancen sind es ja schlussendlich, was die Kids interessiert. Und meine Erfahrung ist, dass Kinder oftmals schon viel behutsamer mit ihrer Privatsphäre umgehen, als ich es teilweise bei Erwachsenen beobachte.

    Su hat euer Feedback für die Kinder zusammengefasst und mir geschickt. Ihr könnt alles drüben im Forum unserer Gemeinde nachlesen: http://www.neuenkirch.lu/2014/02/18/kinder-und-social-media

    Merci Su – ausser frau tut es 🙂

  2. Sandra schrieb am :

    Liebe Su Sehr gerne gebe ich meine Meinung zu diesem Thema.

    Ist Twitter und Facebook für Kinder unter 10 Jahren geeignet?
    Meiner Meinung nach nicht und zwar aus dem einfachen Grund, dass Kinder mit 10 Jahren andere Kompetenzen lernen „müssen“ und Sozialkompetenz, die später für Social Media eine Grundvoraussetzung ist, zuerst im 1:1 erlernt werden soll (Eltern, Geschwister, Freunde, Lehrer, Trainer, etc.)

    Welche Gefahren hat Facebook und Twitter?
    Die altbekannten, für Kinder in diesem Alter aber vor allem, dass sie noch gar nicht fähig sind, das Ausmass der Reichweite von sozialen Medien abzuschätzen und die damit verbundenen Konsequenzen für sich selber und andere…

    Welchen Sinn macht Twitter und Facebook?
    Dass man sich vernetzen kann, ich wünsche mir aber, dass die Kinder mit 10 Jahren noch an der Haustüre klingeln oder zum Telefon greifen, um mit Freunden zu spielen.

    Welche positiven Seiten hat Twitter und Facebook?
    Ich sehe die Chance von Social Media (inkl. XING und LinkedIn) bei der Lehrstellensuche. Diese Chance sollte man an der Schule unter dem Stichwort „Medienkompetenz“ fördern… und so die Stärken/Hobbies/Vorlieben hervorheben, die zum Zeitpunkt der Lehrstellensuche mitentscheiden…

    Wie wehrt man sich gegen Cyber Mobbing?
    Mit Prävention, Prävention und nochmals Prävention an den Schulen in Zusammenarbeit mit z.B. Pro Juventute. Dieses Thema sollte nicht nur unter dem Aspekt „Cyber“ aufgeklärt werden, denn „Offline-Mobbing“ auf dem Pausenplatz ist für den Betroffenen genauso so verhehrend und der Cyber-Effekt ist noch der katastrophale Multiplikator dahinter… und wieder bin ich beim Ausmass – für mich das Schlüsselwort bei Kindern und Social Media

  3. Manuel Aeberli kommentierte via Facebook (und genehmigte mir, das hier zu teilen)

    Bin zwar nicht angesprochen nehme aber trotzdem kurz Stellung Unsere Kids sind momentan noch zu klein um selber im Social Web unterwegs zu sein. Aber ich denke wir als Eltern haben eine riesige Verantwortung was die Kinder aktiv oder auch passiv für Spuren im Netz hinterlassen. Nenn mich paranoid, aber ich habe bspw. unserem Kinderhotel untersagt, dass Fotos der Kinder auf der Hotel-Facebook-Page erscheinen. Weiter wissen auch alle unsere Freunde, dass Fotos unserer Kids nicht ungefragt ins Netz gestellt werden dürfen. Auch wenn Babyfotos noch so herzig sind, ich glaube von iKid mini gibts genau 2 Bilder online – vom Grösseren ein paar mehr, jedoch zumeist ohne dass man das Kind erkennen könnte. Somit deckt sich mein eigenes Verhalten mit dem von Justyna vorgeschlagenen (keine Gesichter etc.). In meinem Verein haben wir einige Jugendliche mit Facebook-Profilen und da sehe ich schon auch haarsträubende Dinge. Zumeist aber sind es gar nicht die User selber die unschöne Dinge publishen sondern deren Freunde. Und hier kommt wieder der Punkt Privatsphäre: wenn ich anderen erlaube auf meinem Profil zu posten sollte ich zumindest kontrollieren was die Leute so schreiben. Und dann sollte auch gelöscht oder nicht autorisiert werden wenn was nicht okay ist.

  4. So, hier ist noch meine Antwort an Elias (via Mail) es wurde ein toller Mix aus all euren fantastischen Ideen und Gedanken. Riesen Dankeschön.

    lieber Elias und Kollegen

    Hier sind einige Gedanken von Leuten, die sich mit Facebook und Twitter auseinander setzen. Es sind nicht nur meine Antworten.
    Ich wünsche euch gutes Gelingen morgen in der Schule und grüsse euch herzlich.

    1. Ist Twitter und Facebook für Kinder unter 10 Jahren geeignet?
    2. Welche Gefahren hat Facebook und Twitter?
    3. Welchen Sinn machen Twitter und Facebook?
    4. Welche positiven Seiten hat Twitter und Facebook?
    5. Wie wehrt man sich gegen Cyber Mobbing?

    Zu allen Fragen, kann ich nur meine eigenen Gedanken teilen. Es gibt leider kein richtig und kein falsch. Die Plattformen spiegeln oft nur, wie wir Menschen sind. Und da kennen wir solche und solche. Es ist gut, wenn jeder selber lernen und ausprobieren kann, wie solche Plattformen funktionieren. Mir wäre am liebsten, wenn es an den Schulen vergleichbare Lern-Plattformen gäbe. Ellen Tedaldi hat eine gute Idee dazu: “ Um den sicheren Umgang mit Social Media zu lernen, eignet sich meiner Meinung nach ein Blog auch sehr gut. Kinder können dort über ihre Erlebnisse, aber auch über Gefühle / Gedanken schreiben ohne diese gleich der ganzen Freundesgruppe zu präsentieren. Ein Kind kann dort auch in Ruhe lernen, Kommentare zu moderieren usw.“


    1. Ist Twitter und Facebook für Kinder unter 10 Jahren geeignet?

    Persönlich denke ich nein. Ich würde lieber mit einfacheren Netzwerken beginnen. Der Tipp von Justyna Grund gefällt mir sehr. Instagram für Handy-Fotos, aber ohne Gesichterbilder, zum Starten und Experimentieren. Die Plattform hat weniger Funktionen und ist übersichtlich. Ausserdem hat Facebook ja eine Altersbeschränkung, es ist erst ab 13 erlaubt.

    2. Welche Gefahren hat Facebook und Twitter?

    Gefahren liegen oft nicht bei der Pattform, sondern vielmehr bei ihren Nutzern. Menschen machen Fehler und sehen bei so komplexen Technologien oft nicht, was „dahinter“ passiert. Das halte ich für die grösste Gefahr bei Online Plattformen. Bei Facebook sind die Einstellungen sehr komplex (viele verschachtelte Möglichkeiten) und ändern sich häufig. Als Nutzer muss man immer wieder aufpassen, ob man noch so teilt wie man es möchte. Mir ist kürzlich zum Beispiel etwas passiert: Ich hatte automatisch Beiträge von der Facebookseite (für die Firma) auch gleichzeitig bei Twitter geteilt. Nach einer Zeit änderte einer der beteiligten Technologien etwas und es wurden zwei Wochen lang meine privaten Beiträge von Facebook auch auf Twitter geteilt. Ich hab es zum Glück zufällig gesehen und konnte es schnell wieder ändern. Übrigens jedes einzelne Bild, dass hier geteilt wird erhält einen sogenannten Link und der bleibt immer gespeichert, sogar wenn du das Bild löschst.

    Bei Twitter ist es anders, hier sind sich die Leute oft bewusst, dass alles öffentlich und in google auffindbar ist. Auch hier ist die grösste Gefahr der Mensch. Über eine längere Zeit werden auch Charakterzüge sichtbar, die vielleicht nicht alle nur sympathisch finden. Oder es entstehen Missverständnisse, weil der Text sehr kurz ist.

    3. Welchen Sinn machen Twitter und Facebook?

    Facebook macht Sinn, wenn man Menschen kennt, die man im realen Leben nicht so oft sieht. Oder auch für Menschen mit gleichen Interessen tauschen sich in sogenannten Gruppen in Facebook aus. Spiele gibt es auch innerhalb von Facebook, aber hier gibt der Spieler immer auch Daten frei, auch die von Freunden.
    Twitter ist sinnvoll für Leute, die sich gern mitteilen und lesen, was andere bewegt. Auf dieser Plattform kennen sich die Teilnehmer oft nicht so gut. Es sind selten Freunde. Hier geht es mehr um Themen als um Beziehungen. Die Leute bestätigen sich nicht gegenseitig die „Freundschaft“ sondern jeder kann jedem folgen. Also zuhören. Zudem hat Twitter viele Sprachregeln, die nicht so einfach zu verstehen sind. Hier ist übrigens das Einstiegsalter höher als in Facebook.

    4. Welche positiven Seiten hat Twitter und Facebook?

    An Facebook finde ich positiv, dass man über weite Entfernungen viel mitbekommt, was die Freunde gerade tun. Man bekommt Geburtstagserinnerungen. Auch Parties kann man hier leicht organisiseren, ohne sich die Adressen von allen erst zusammensuchen zu müssen. Mit der Zeit erfährt man viel mehr über die Menschen, als man sich erzählen könnte. Ein Tipp von Sandra Bonard „Achtung, vieles ist öffentlich oder nur halbprivat.“

    An Twitter finde ich positiv, dass es unglaublich schnell ist. Auch jemand, der nur mit wenigen Leuten verbunden ist, kann mit einem Beitrag schnell „berühmt“ werden. Die Frage ist, ob das die Person dann auch möchte.

    5. Wie wehrt man sich gegen Cyber Mobbing?

    Diese Frage gebe ich gerne an Leute ab, die mehr Erfahrung mit dem Thema haben als ich. Unsere Tochter ist inzwischen 20 und hat erste Erfahrungen mit Kwick (die Plattform war damals für Kids, hat sich inzwischen geändert) gemacht, damals war Cyber Mobbing noch selten. In meinem Blogbeitrag haben u.a. Ellen Tedaldi, Sandra Bonard, Nadine Hudson kommentiert und Tipps gegeben.

    – schnell handeln
    – mit jemandem dem man vertraut reden
    – jemanden der Erfahrung mit dem Medium hat dazu befragen
    – evt. kurzzeitig einen Beitrag löschen

    Nadine Hudson hat zwei Kinder und sagt dazu. „Zum Thema Cyber Mobbing höre ich gerne meiner Schwester zu, die bei der Pro Juventute arbeitet. Das ist sehr spannend, zum Teil auch sehr traurig, was sie da erlebt. Mobbing passiert aber auch auf dem Pausenplatz und nicht nur online. Es ist ein Thema, das viel diskutiert werden soll und wenn ihr von einem Mobbingfall hört, dann scheut euch nicht, mit jemandem darüber zu sprechen. Je schneller man es an den Haaren packt, desto einfacher ist es zu lösen.“ Und Helen Umiker gibt als Tipp: „Vorsichtig mit Bildern und Aussagen.“

    PS von Su: in Konfliktsituationen versuche ich immer sofort real mit der Person zu reden. Ich gehe hin oder rufe an, erkläre, wie ich mich in der Situation fühle und frage, was ich tun kann, damit wir besser auskommen.

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    • omg, wieso sagt mir das denn keiner? Dankeschön, Klaus. Hab das mit schlechtem Gewissen sofort korrigiert. Der Philippe hat mehr als nur das E verdient.

  7. 1.
    Das kommt aufs Kind an. Mein Jüngster (allerdings als hochbegabt betitelt) hat schon mit 3 Jahren das Handy besser im Griff gehabt als ich und als er im KIndergarten war, hatte er seinen FB Account, allerdings nur um Farmville etc.zu gamen. Ich hatte das Passwort und überwachte das Ganze bis er in der 5 Klasse war, jetzt hat er sein PW geändert und „verwaltet“ sein FB alleine. (1.Bez)

    2.
    Die Gefahren für Kids und Teens sehe ich ganz klar da, wo zu wenig Wissen vorhanden ist.
    Ich finde es wichtig, dasss man ihnen zeigt, wo sie was einstellen und/oder verfeienern können, wichtig dass man ihnen erklärt, dass ihre Selfies eventuell nicht grad dem Lehrer oder Lehrmeister zugänglich gemacht werden sollten und dass man sich nicht einfach mit x-beliebigen Typen befreundet, nur weils cool ist über 600 FB Freunde zu haben.

    3.
    DAs muss jede/r für sich definieren. Für einige macht es keinen Sinn, für andere ist es Arbeitswerkzeug, für wieder andere einfach nur Spass etc.

    4.
    Menschen und ihre Meinungen kennenzulernen, sich mit ihnen virtuell zu verbinden, sich mit anderen auszutauschen(Gruppen), sich zu informieren, sich motivieren lassen etc.etc.

    5.
    Blockierung, „entfreunden“, Screenshots, anzeigen.

  8. Pingback: Social Media für Kinder? Nein danke! | PaperlApp

  9. Ich habe in meinen Aufklärungskursen des öfteren festgestellt das ich mir viel zu viel überlegt habe und die Kinder viel mehr begreifen als ich ihnen zugetraut habe. Natürlich gibt es viel Naivität und Sexting kann man nur als Dummheit bezeichnen nicht mehr als Naiv – Im Grundsatz sage ich aber die Kids von heute gehen locker mit dem Thema um und das befürchtete Cybermobbing findet nur selten statt. Das befreit mich von der täglichen Kontrolle der Onlineaktivität aber es befreit mich nicht davor, mein Angebot an Schulungen aufrecht zu erhalten. Denn mehr wissen schadet nicht.
    Nach 4 Jahren Beobachtung mit Kids auf Facebook und Co meine ich die sind durchaus dazu fähig, sich selbst zu finden. 10 Jahre ist trotzdem zu jung, alleine schon von daher weil die Kids dann noch gar nicht wissen wie man den PC bedient.

  10. 1. Ich finde unter 10 Jahren schon sehr jung und würde es als bedingt geeignet einschätzen. Ich wüsste nicht, was für Themen auf Twitter für die Kids dabei sind. Sollten welche dabei sein (Kindersendungen, Fussballvereine usw.), dann am Anfang sicher in Begleitung von den Eltern lesen. Bei Facebook finde ich, macht es erst ab dem Teenager Alter Sinn. Ist aber wie schon in der Timeline geschrieben immer von der Reife des Kindes abhängig.

    2. Mittlerweile leider viele Gefahren. Falsch Profile, falsche Freunde. Schnell sind Bilder oder Veranstaltungen online, die das Kind gar nicht machen wollte. Ebenso kann es viele Bilder, Berichte und Videos sehen, die definitiv nicht für Kinderaugen gemacht sind.

    3. Bei meinen Kids (21 und 18) ist der Hype schon lange verflogen. Die tummeln sich nur noch auf WhatsApp herum. Facebook ist ihnen zu transparent geworden, trotz „privaten“ Einstellungen. Twitter haben sie nie genutzt.

    Sinn macht für mich FB/T nur wenn ich die Informationen schnell will oder brauche, Fan bin oder Unterhaltung will.

    4. Wenn ein Kind Fan von etwas ist, finde ich Facebook (teilweise auch Twitter) super (vorausgesetzt das eine gut unterhaltende Seite). Mein älterer Sohn schwärmte früher für die Patrouille Suisse. Wir besuchten jede Flugshow. Die Informationen mussten wir immer mühselig zusammen suchen. Bilder konnten wir nur mit unseren kleinen Kameras machen. Heute ist es sehr einfacher als Facebook-Liker. Dort bekommen wir nun alle Daten, Bilder, Informationen usw. immer aktuell, kurzfristig geliefert. Das macht dann sehr viel Spass. Für dass braucht es aber kein eigenes Profil. Das können auch die Eltern abonnieren.

    5. Vorsichtig mit Bildern und Aussagen.

    Ich finde es gut, wenn sich die Kinder gemeinsam mit den Eltern früh mit Social Medien auseinander setzten und lernen wie sie damit umgehen sollen. Schliesslich werden sie überall damit konfrontiert und es ist nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Aber wichtiger finde ich, dass sie lernen, dass sich das Leben draussen abspielt. Da sollten die Eltern wieder mehr Vorbilder sein/werden.

  11. Lieber Elias und Klasse

    Ich finde es toll, dass ihr euch mit diesem Thema befasst. Und glaub mir, wir Eltern befassen uns auch viel mit dem Thema. Und einfach ist es für uns, zumindest rede ich jetzt mal von mir, nicht immer.

    Ich habe zwei Kinder, sie sind 11 und 13, der ältere hat ein Facebookkonto, der jüngere nicht. Für ihn fände ich es noch kein Thema, er wüsste nicht was damit anfangen. Er interessiert sich auch überhaupt nicht dafür. Aber das kommt halt stark auf das Kind an. Deshalb kann ich deine Frage, ob das für Kinder unter 10 Jahren geeignet ist auch nicht so beantworten.

    Ich finde es toll, dass mein älterer Sohn online aktiv ist, gleichzeitig reden wir auch über die Gefahren. Bei uns kam ein Polizist zur Schule und hat uns von Fällen erzählt, bei denen schlimme Sachen passiert sind. Als Eltern wollen wir natürlich unsere Kinder schützen und deshalb finde ich es sehr wichtig, dass sich die Eltern mit diesen Plattformen genau auseinandersetzen und ihre Kinder erst dann drauf lassen. Auf der anderen Seite verliert eine Plattform für einen Jugendlichen auch den Reiz, wenn die Eltern sich vorher schon zu viel eingemischt haben.

    Zum Thema Cyber Mobbing höre ich gerne meiner Schwester zu, die bei der Pro Juventute arbeitet. Das ist sehr spannend, zum Teil auch sehr traurig, was sie da erlebt. Mobbing passiert aber auch auf dem Pausenplatz und nicht nur online. Es ist ein Thema, das viel diskutiert werden soll und wenn ihr von einem Mobbingfall hört, dann scheut euch nicht, mit jemandem darüber zu sprechen. Je schneller man es an den Haaren packt, desto einfacher ist es zu lösen.

    Facebook und Twitter können wir uns nicht mehr wegdenken und ich finde es wichtig und lässig, dass ihr euch darüber informiert und euch überlegt, diese Plattformen in eure Leben zu integrieren. Für mich ist es wie bei allem das Mass, das dabei wichtig ist.

    Noch lieber als Facebook und Twitter sind mir die Blogs. Es wäre doch spannend in einem Blog von eurer Klasse zu lesen.

    Was ihr auch immer entscheidet, ich wünsche euch dabei viel Spass und gutes Lernen.

  12. Ellen schrieb am :

    Die grosse Herausforderung ist in meinen Augen die Art und Weise, wie Kinder mit Freundschaftsanfragen umgehen sollen. Es gibt in jeder Klasse, in jedem Fussballverein Kinder, mit denen man nichts oder nicht so viel zu tun haben möchte. In der Pause, nach der Schule oder nach dem Training kann man solchen Kindern aus dem Weg gehen.Wie aber macht man das auf Facebook? Lehnt man bestimmte Freundschaftsanfragen ab, wird man rasch zum Aussenseiter, der nicht alle Infos mitkriegt.

    Andererseits gibt man auf Facebook oft sehr viel von sich Preis. Will ich, dass der Junge, der mich in der Sportgarderobe der Schule wegen meiner spriessenden Achselhaare auslacht, weiss, dass ich jeden Mittwochnachmittag meine Oma besuche? Möchte ich, dass Klassenkameraden, mit denen ich kaum Gemeinsamkeiten habe, sehen, dass ich Schach spiele, kleine Kätzchen mag oder es doof finde, wenn Leute ihre Zigarettenstummel auf den Boden schmeisse?

    Man macht sich so rasch angreifbar. Kindern soll bewusst sein, dass mit Facebook und Co die „Freunde“ quasi immer anwesend sind. Sie sehen, um welche Zeit du „gute Nacht“ schreibst, sie sehen dass du beim Skirennen den letzten Platz belegt hast. Sie sehen, welche Poster an deiner Wand hängen und welche Bücher du gerade liest.
    Für selbstbewusste Kinder ist das alles kaum ein Problem. Man muss sich aber bewusst sein, dass auch Erwachsene auf Facebook gemobbt werden, die ihre Meinung klar und deutlich vertreten und davon überzeugt sind, was sie tun und schreiben.
    Mit Facebook hat man die „Freunde“ quasi immer vor dem Wohnzimmerfenster stehen.

    Um den sicheren Umgang mit Social Media zu lernen, eignet sich meiner Meinung nach ein Blog auch sehr gut. Kinder können dort über ihre Erlebnisse, aber auch über Gefühle / Gedanken schreiben ohne diese gleich der ganzen Freundesgruppe zu präsentieren. Ein Kind kann dort auch in Ruhe lernen, Kommentare zu moderieren usw.

    Wir haben unseren Kindern immer gesagt:” Stelle nichts ins Netz und teile nichts via Whatsapp usw was du nicht auch im Stadtbus für alle hörbar mitteilen würdest” Das war eine klare, gut verständliche Regel, die auch immer mal wieder durch die Kinder verwendet wurde..” oh warte…würde ich wollen dass DAS jetzt alle meine Mitpassagiere im Bus erfahren?”

    Altersangaben / Empfehlungen finde ich immer schwierig / kritisch. Begleitet und mit den richtigen Priv.späreneinstellungen kann Facebook eine Bereicherung sein, um mit bereits bekannten Leuten in Kontakt bleiben. (Patin, die im Ausland wohnt/grosse Schwester auf Sprachreise usw)

    Twitter ist doch ziemlich schnell und auch sehr textlastig, da sind durchschnittliche 10 Jährige wohl rasch überfordert.

    Persönlich würde ich es weder auf FB noch auf Twitter sehr schätzen, wenn 10 jährige Kinder meiner Freundinnen mit mir befreundet sein möchten bzw mir folgen wollen würden. Eine Grossmutter, die FB vor allem dazu verwendet, mit ihren Enkelkindern in Kontakt zu bleiben, sieht das natürlich anders.

    Da unsere Kinder (fast) erwachsen sind, finde ich es toll, dass sie mit mir “befreundet” sein wollen. Aber solange die Kinder noch klein waren, war es mir wichtig, nicht “Freundin” sondern in erster Linie Mami zu sein.

  13. Ein soziales Netzwerk macht erst Sinn, wenn ihr auch ein persönliches Netzwerk habt. Ein Interessengebiet oder etwas das ihr mit anderen gemeinsam habt. Ansonsten ist es Zeitvertrieb ohne Sinn und Wert. Wettbewerbe, Spiele spielen und Fotos tauschen… da gibt es bessere Alternativen.

    Ist Twitter und Facebook für Kinder unter 10 Jahren geeignet?
    Ich denke eher nein. Frag euch: Was wollt ihr denn auf den Plattformen machen? Geht es um Bilder? Statusmeldungen? Wissen was läuft? Bewegen sich Freunde auf der Plattform und wenn ja, was machen sie? Habt ihr noch andere Kanäle? Es gibt einen Grund für die Restriktion auf das Alter. Ansonsten finde ich die Tipps von Justyna Grund super und würde das persönlich bei meiner Tochter (in 5 Jahren) auch so handhaben.

    Welche Gefahren hat Facebook und Twitter?
    Grundsätzlich ist Privates nur Privat wenn ihr das auch so einstellt. Somit ist die Gefahr gross, dass Privates schnell öffentlich wird. Das ist m.E. die grösste Gefahr. In eurem Alter ist es vielleicht noch nicht so abschätzbar, welche Konsequenzen was hat. Hier sicher auch eine erfahrene Person beiziehen, welche euch vor allem zu Beginn helfen kann.

    Welche positiven Seiten hat Twitter und Facebook?
    Man kann sehr viel lernen. Wie Menschen ticken (und austicken), was andere bewegt, wie ihr euch seht oder ihr von anderen gesehen werden wollt (dünnes eis), sich austauschen, Neues erfahren, Gleichgesinnte finden. Vieles basiert auf Worten, Zusammenhängen und Wissen. Es geht auch oft darum etwas zu teilen, sei es Leid oder Freud aber nicht vergessen. Vieles ist öffentlich oder halb-privat.

    Wie wehrt man sich gegen Cyber Mobbing?
    Zuerst einmal keine Angriffsfläche bieten. Nichts posten, das ihr nicht auch euren Eltern zeigen würdet. Falls euch jemand anmacht, die Seite offline stellen. Mit Eltern, Vertrauenslehrer sprechen. Vielleicht auch die Person direkt ansprechen. Kommt halt auch darauf an, was es ist. Es gibt dazu viele gute Hilfsmittel und Tipps von der Pro Juventute. Ihr seid nicht alleine wenn das passiert. Wichtig ist wohl, sofort etwas unternehmen und nicht auf Beleidigungen reagieren. Cyber Mobbing ist wie das klassische Mobbing total fies und erbärmlich. Sucht euch Verbündete und seid offen.

    Ich für meinen Teil werde meine Tochter versuchen langsam auf die Herausforderungen vorzubereiten. Vor- und Nachteile, Stolpersteine und Gefahren aufmerksam zu machen aber auch Vorteile, Spannendes und Interessantes zeigen. Ob es klappt? Ich habe noch Zeit und melde mich dazu in 5 – 8 Jahren wieder.

  14. Hi Su

    Du hast via FB gefragt und ich antworte auf 2 Fragen

    • Ist Twitter und Facebook für Kinder unter 10 Jahren geeignet?

    Fange zuerst mit Instagram an. Mit einem öffentlichen und nicht privaten Profil. Gebe aber nie private Daten raus: Keine Gesichter, keine Adressen, kein Geburtsdatum oder Alter (auch nicht im Instagram-Namen) etc. Bitte deine Eltern, dass sie sich deinen Account anschauen auf http://www.instagram.com/deinInstagramName.
    Sie brauchen selber keinen Account hierfür. Oder frage deinen Vertrauenslehrer, ob das OK ist, wie du dich darstellst. Sofern du keine privaten Daten rausgibst, kann dir auch jeder folgen. Du solltest dann einfach nicht privat mir dir unbekannten Leuten Nachrichten austauschen, ausser es geht um banale Sachen und du hast ein gutes Gefühl dabei. Du weisst ja: Hinter dem hübschen Mädchen auf dem Bild kann sich jeder verbergen…

    Sobald das funktioniert, könnt ihr es mit Facebook versuchen – wobei, da darf man ja eigentlich erst mit 13 drauf. Fragt doch mal eure Lehrperson, ob euch jemand eine Einführungsschulung geben kann. Dann könnt ihr zuerst im Klassenrahmen arbeiten. Und ihr könnt euch dann gegenseitig Tipps geben, ob eure Post OK sind oder nicht. Und auch hier: Falls ein Erwachsener sich gut auskennt und euch Tipps & Tricks geben kann: Super! Nutzt es.

    • Wie wehrt man sich gegen Cyber Mobbing?
    Dieses Thema solltet ihr unbedingt in der Schule anschauen. Fragt eure Lehrperson mal ganz lieb. Vielleicht könnt ihr das Thema eben auch selber auf Facebook angehen und dort Beispiele posten und besprechen. Und ihr könnt auch schreiben, wie man Cybermobbing verhindern kann.
    Setzt euch mit diesem Thema früh auseinander, bevor sich jemand einen „Spass“ erlaubt und am Schluss noch auf der Anklagebank im Gericht sitzen muss. Das Beste wäre, wenn ihr euch gar nicht zu wehren braucht, sondern wenn’s gar nicht dazu kommen muss.