Vortrag: geplante „unternehmenseigene“ Themen Community von Mammut

„Ciao Su, Sorry, wir sind hier gewaltig unter Druck und ich bin froh, schaffe ich es überhaupt an die Konferenz.“ schrieb mir Peter Erni, Social Media Manager bei Mammut. Aber der wunderbare Peter brachte es nicht übers Herz, mir meine Fragen nicht zu beantworten. Riesen Dank dafür. Wärhend er in Aktion ist auf der Bühne werde ich den Beitrag hier noch ergänzen.

Vortrag: Gegentrend Facebook: Die unternehmenseigene Community

Peter Erni, Mammut, spricht heute an der Social Media Konferenz Schweiz in Zürich über die geplante Community bei Mammut. Die wird nicht auf Facebook oder g+ sein, sondern mit eigener URL und so. Er nennt es sogar einen Gegentrend zu Facebook im Referatstitel.

Ein Thema, das gefühlt seit Facebook kaum noch zu funktionieren scheint, ausser man heisst IBM. Dem wollte ich ein bisschen auf den Grund gehn. Ich hab Peter also im Vorfeld zu der geplanten Communtiy (Plattform) befragt. Diese ist erst in Arbeit, und wird erst im 2016 (!)  live gehen. Aber der Blog mit lokalen Subblogs startet dieses Jahr noch. Schade, ich hatte gehofft, hier schon etwas zu sehen. Aber Peter zeigt als Beispiel die „I Love Climbing“ Community, wo wir auch schon einiges an Trends erkennen können.

Achtung I Love Climbing ist nicht die Community von Mammut, diese wird erst noch entwickelt und startet im 2016.

Home der Plattform I love climbing

Home der Plattform I love climbing

Die Plattform scheint auch ein comerzielles Ziel „The website climbing.ilooove.it is operated and managed by ilooove.it S.A., a company to be incorporated under the laws of Belgium, represented by Gaylord Roukine. These terms of service governs the access to and use of ilooove.it’s website, products and services. By accessing or using our products or services the user agrees to be bound by these terms.“ auch wenn ich das noch nicht ganz durchschaue.
Sie und hat übersichtliche Funktionen. Einloggen geht mit Facebook Account, da muss ich wieder alle möglichen Daten freigeben, aber auch mit einem eigenen Login, das ich immer bevorzuge. Heutzutage werden Accounts ja immer hack-barer wenn wir immer mit bestehenden Accounts einloggen. Also die Climber können hier

  • Bilder hochladen, bewerten, teilen (auch ausserhalb)
  • Pic of the day wählen
  • Stories rund ums Klettern lesen und schreiben, kommentieren, bewerten
  • explore Bereich (die Karte mit der Frage „wohin willst du hat vermutlich dank Geodaten noch grosses Potenzial in Zukunft. A

Sponsoren bzw. Partner der Plattform

Sponsoren bzw. Partner der Plattform

Als Partner sind sagenhaft 48 Firmen aufgeführt, unter anderem Mammut, The North Face, Adidas Outdoor… Es scheint also ein lukrativer virtueller Ort für Marken rund ums Klettern zu sein. Alexa Ranging gibt mir 568’000 Besucher (allerdings 200 000 weniger als im Vormonat) an. Die meisten kommen aus USA und Deutschland (!) Top Keyword ist Bimal Nagar und dritt wichtigstes Keyword Peugeot (warum auch immer?). Aber hier jetzt erstmal ein paar Insights von Peter.

Ist das Thema Community neu oder nur neu formiert?

Peter: Themenfokussierte Communities sind natürlich nichts Neues, aber dass sie sich in eigenstehenden Communities (also mit eigener Plattform/Sortware) und nicht in Gruppen auf Facebook oder Google+ etc. organisieren schon eher. Respektive dass eigenstehende, themenfokussierte Communities wie I Love Climbing einen grossen Zuwachs an Fans haben und sich sprunghaft grosser Beliebtheit erfreuen, das ist auf jeden Fall neu.

Was ist „I Love Climbing“ genau?

Eine, unter Kletterern sehr beliebte Plattform, um Bilder aber auch Kletterrouten unter Gleichgesinnten auszutauschen.

 

Hast du Ideen oder Erfahrungen was man tun kann, wenn man diesen berühmten Tick zu spät ist und es bspw. bereits eine g+ Community zum Thema gibt?

Ich befürchte es gibt bereits eine Community für alles und jedes Thema, wir sind also so gesehen alle zu spät. 😉 Ausnahmsweise sehe ich hier jedoch die Qualität, Glaubwürdigkeit und Relevanz einer neuen themenfokussierten, eigenständigen Community als entscheidend und nicht, ob es bereits zu diesem Thema irgendwo ein Forum oder eine Gruppe auf einer der grossen Social Media Seiten gibt.

Jedes Unternehmen hat in seinem Corebusiness Informationen, Stories und Experten von unschätzbarem Wert für Menschen aus der jeweiligen Branche oder Szene. Das gilt für eine Zementunternehmen genauso wie für Mammut.

Wer kann einem hier also den Rang ablaufen? Wahrscheinlich eher die Konkurrenz, als eine Gruppe/Page auf Facebook.

Was braucht es, damit so eine Gruppe wirklich zum Fliegen äh Klettern kommt?

Grundlegend sind natürlich die üblichen und in der Zwischenzeit wohlbekannten Social Media Funktionen wie „Like/Comment/Share/ usw.“ die man von Facebook und all den anderen Plattformen kennt. Das sind technische Hürden die mit einem kompetenten Partner, wie zum Beispiel Lithium, gut zu meistern sind. Entscheidend für den Erfolg einer unternehmenseigenen Community scheinen mir darum die folgenden drei Punkte:

1. Der Fokus:

Es braucht einen klaren Fokus und dieser muss auch sofort ersichtlich sein. Das will heissen, dass Besucher wissen, was sie erwartet und weshalb sie wieder zurückkommen sollen/wollen. In diesem Falle eben nicht der grosse, undurchdringliche Normalo-Facebook-Brei, sondern Expertenwissen, Stories zu passenden Themen.

2. Die Mitglieder:

Grundlegend entscheidend sind auch die Leute, welche in dieser Community anzutreffen sind. Bei den Fans hat man da wenig Kontrolle, doch wenn es zu Mitarbeitenden, Aussendienstlern, Partnern usw. kommt, tun sich viele Möglichkeiten auf, um diese nicht nur miteinzubeziehen, sondern zu einem Teil dieser Expertencommunity werden zu lassen.

3. Das weitere Angebot:

Die wirklich erfolgreichen Communities (wie z.B. Steam – unbedingt Software installieren), bieten neben der Community ein dementsprechendes weiteres Angebot oder bauen die Community gar um dieses Angebot herum auf. So kann man bei Steam nicht nur die aktuellsten Games erwerben, sondern auch darüber sprechen und vice versa. Für Mammut wäre das dann wohl der eigene Online Shop, der sich ebenfalls in Arbeit befindet.

Was hat Mammut davon, wenn so eine Community „unternehmenseigen“ ist, also was war euer wichtigstes Ziel mit dem Projekt im 2015?

Während sich die sogenannten externen Social Media Kanäle hervorragend als Sprachrohr/Megafon eigenen, um kurze Nachrichten abzusetzen und zu informieren, eignet sich eine unternehmenseigene Community in erster Linie zur gezielten Kundenbindung. Wenn wir also unsere „alten“ drei Social Media-Hauptziele anschauen findet eine Verschiebung statt:

  • Externe Social Media Kanäle: 1. Brand awareness/desirability, 2. Customer relation/care, 3. Sales
  • Unternehmenseigene Community: 1. Customer relation/care, 2. Sales, 3. Brand awareness/desirablity

Muss man auf bestimmte Dinge besonders achten? Gibt es Fettnäpfe?

Es klingt doof, wenn ich sage: „die üblichen“. Aber in erste Fettnäpfchen sind wir bereits getreten und es sind in der Tat keine neuen. An erster Stelle, und da haben wir soweit sicher richtig und gut gehandelt, steht für ein Unternehmen wie Mammut die Wahl des richtigen Partners im Vordergrund. Wir sind kein IT-Unternehmen und sind darum keine Spezialisten im Bereitstellen von Social Media-Netzwerklösungen. Dann ist da das leidige Thema mit den Ressourcen. Ohne diese geht auch hier nichts, angefangen in der Konzeptionsphase über die Umsetzungsphase bis in die Promotionsphase und schliesslich beim Unterhalt. Hier ist ein ernstzunehmendes Budget für Personal wie auch Bewerbung und Promotion nötig. In der Community soll sich ja niemand geringeres als die Kernzielgruppe bewegen.

Wird es deine Präsi in Slideshare geben, gibt es sie schon?

Ich werde viel erzählen und auf den Slides nur das Nötigste zeigen. Die Präsentation ist also nicht gerade selbsterklären 😉 … wenn das aber gewünscht ist, kann ich die Präsentation auch noch auf Slideshare stellen.

Nachtrag, das Handout von Peter

 

Dankeschön, lieber Peter, für deine ehrlichen Antworten. Ich finde es grossartig, was ihr da aufbaut und wünsche euch gutes Weiterklettern.
Und hier sind die Aussagen zum Vortrag. Wow.

Mehr zum Themencommunities gibts in meinem Post über Social Media Women Schweiz.

Kommentar schreiben

Du kannst folgendes HTML verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

3 Kommentare zu “Vortrag: geplante „unternehmenseigene“ Themen Community von Mammut