Influencer Marketing und auf Fakten basierte Argumente

An der Social Media Konferenz hat Martin Faltl (Universität St.Gallen, HSG) über ‚Die Learnings und Zukunft des Influencer Marketings‘ gesprochen. Er startete mit Psychologie: Wann, warum und welchen Influencern wir als Konsumenten gerne vertrauen.

Influencer – das überreizte Thema

Martin

Sympathischerweise geht er kurz drauf ein, dass Influencer aktuell ein überreiztes Thema sind. Aber mit einer starken Aussage: „Die Zeit für schlechten Content ist vorbei.“ Vertrauen entsteht durch Beziehung. Gleich zeigt er, was der Nutzen einzelner Beiträge für die Community sein kann. So ordnet er bspw. einem Post „10 Arten wie man garantiert Single bleibt“ den Wert „Orientierungshilfe für Sozialverhalten“ zu.

 

Anmerkung: Das mache ich übrigens auch in der Praxis. Einzelne Beiträge auf ihren tatsächlichen Mehrwert untersuchen und so im Content Strategie Prozess bewerten, welche Inhalte am besten auf die Ziele einzahlen. Diese Übung wird dann in Redaktionsmeeting zur Gewohnheit.

Vertrauen – Wie machen das Influencer?

Martin geht auf einzelne Schritte ein, wie eine Beziehung entsteht. Influencer geben zum Beispiel auch sehr persönliche Dinge von sich preis. (Affektive Phase – stabile Phase). Kennt man ja aus dem Leben auch.

Influencer werden übrigens auch mit Beziehungs-Ansprüchen konfrontiert, wenn sie bspw. mal nicht rechtzeitig und regelmässig posten. Ist wohl auch wie im „echten Leben“ hab ich Leute flüstern hören 😉

Was macht die Quelle vertrauenswürdig?

Das bringt uns zum nächsten Punkt. Wie wählt man (nicht als Firma, sondern einfach als Mensch) die richtigen Partner aus? Wir lernen von anderen und prüfen auch für Konsumentenscheidungen, wer vertrauenswürdig ist. Wir checken tatsächlich, wie attraktiv wir jemanden finden, ob wir ihm vertrauen können und was er oder sie für eine Expertise zum Thema hat.

 

Naheliegende Frage. Was macht dann Marken-Botschaften (von Influencern) glaubwürdig?
Martin sagt: Quelle, Charakteristika der Botschaft und kognitive Faktoren spielen zusammen. Wenn wir entspannt sind, nehmen wir übrigens eine Botschaft besser auf.

 

Wie dominant darf eine Produkt-Platzierung sein?

Wir (Influencer und Marketing) müssen lernen, das Produkt nicht so dominant platzieren. Die Konsumenten fragen dann selbst nach, wo kann xy kaufen kann. (Anmerkung Su: hier geht es um Kommunikation, Marketing und auch die Plattformen erfordern eindeutige Kennzeichnung, was das Vorgehen nicht gerade einfacher macht uns aber ermutigt authentische Partner zu suchen, statt nur „einzukaufen“.) Als Beispiel nennt Martin übrigens eine Adriene, eine Yogalehrerin, die nebenbei mal einen Ball für die Asanas benutzt und in den Kommentaren die Quelle nennt. (Anmerkung: Die Lektionen sind übrigens super von ihr. Die Kennzeichnungspflicht für Influencer (Schleichwerbung bei Journalisten) kommt übrigens auch voran und sollte in unserer Branche bekannt sein. Instagram Branded Content Tool.)

Martin geht noch kurz auf Storytelling ein. Geschichten erlauben kontextualisierte Markenbotschaften. Früher haben Firmen auf Magazine gesetzt und heute, wo jeder publiziert, setzt man auf mittlere Reichweite mit mehreren Influencers (Diese sind kleine Medien Outlets für Marketing geworden) Sein Beispiel finde ich zukunftsweisend. Frage mich, warum wir in der Schweiz so wenig davon haben?

 

Influencer Marketing heute

  • Rechtlichen Bedingungen ändern (Klagen wie Warner Brothers für bezahlte Influencer Posts 2016)
  • Evolution der Praktiken (Instagram: sunny_knows unpassender Content)
  • Offensichtliche Werbung funktioniert nicht mehr, auch wenn Influencer sie zeigen
  • Trend zwischen Engagement und Follower. Zusammenhang zwischen Reichweite und Engagement ist nicht linear (Algorhythmen, Bots ziehen automatisch grosse Accounts, es ist Interaction nötig)
  • Plattformen bieten hochwertigere Content Formate
  • Fake Follower muss die Praxis auch thematisieren (Der Account von Martin Faltl wurde übrigens auch als Fake klassifiziert. Anmerkung: Lesenswerter Beitrag zu Fake Influencern auf dem Farner Blog

Ergänzung: Ein hörenswerter Podcast von OMR über das erfolgreiche Influencer Marketing bei Babor (53 min)

Evolution der Player

„Früher“ gab es sogenannte Marktplätze, wo Kampagnen ausgeschrieben wurden. Das wird immer weniger gemacht. Verbreitet sind aber Search und Analytics Tools, die beim Analysieren helfen (Influencer DB) (Anmerkung: die nutze ich auch, meistens gehe ich aber über Schlüsselpersonen auf Themen-Influencer zu). Die Zukunft sieht Martin in den Influencer Suits wie Reachbird, die Fullservice anbieten, Suchmaschine mit Such-Matrix, Kontakt und Kampagnenplanung und Analytics.

 

Untersuchung: Einfluss quantifizieren

Bestimmt habt ihr das schon gelesen. Die Uni SG und JvM suchten mit Reachbird nach alternativen Messgrössen/Indikatoren für die Zusammenarbeit mit Influencern. Wir befinden uns in einem Prozess, es werden stets weitere Faktoren hinzukommen und sicher auch von den Studienmachern geprüft. Aber Qnfluencer Check ist ein Ranking, das jeden Monat die Top Ten Influencer der Schweiz kürt.

 

Geschäftsmodelle von Influencers

Auch die Modelle der Influencer selbst verändern sich ständig. Sie arbeiten an ihrer eigenen Monetarisierung. Möglichkeiten, die nicht unbedingt auf der Hand liegen:

  • in traditionelle Medien zu gehen.
  • eigene Produkte auf den Markt bringen (bsp. Danielle Bernstein, UTILITY)
  • Medienplattformen wie BuzzFeed, die Produkte verkaufen (Reichweite ist bereits da)
  • produzierende Unternehmen, die eigene Mediaplattformen aufbauen (Arrow Electronics) Product und
  • Services Companies wachsen mit Media Companies zusammen.

Das Slide zeigt schön auf, worum es heute geht oder gehen sollte, wenn ihr mit Influencers arbeitet.

Martin sagt: Viele Firmen geben viel Geld für Social Listening Tools aus, warum nicht die Influencer fragen. Sie sollten als Stakeholder ernst genommen werden und langfristige Beziehungen aufgebaut werden. Wir reden schon lange darüber, aber es sollte mehr von Bezahlung weg, hin zu strategischen Partnerschaften gehen (wie kann das Unternehmen auch das Geschäft des Influencers optimieren?) Wichtig ist auch die Entscheidung, mit wem betreibe ich das Influencer Marketing? Martin empfiehlt keine Agentur. Influencer sind deine relevantesten Kunden. Warum willst du das einer Agentur überlassen? Loyalität und persönliche Beziehung werden nur persönlich geschaffen. Lieber intern jemanden ausbilden oder rekrutieren. Langfristig statt kurze Kampagnen-Ansätze. (Anmerkung: Danke, Martin)

Influencer Marketing im B2B

Influencer Marketing wird im B2B noch kaum thematisiert. Obwohl der Begriff sogar daher kommt, wie Martin erwähnt. Anmerkung: Hier möchte ich kurz aus meiner B2B Kundenpraxis sprechen. Wir machen das eigentlich schon lange. Wir laden Referenten ein, Gast-Autoren und sponsern Beiträge in Fachmagazinen oder Blogs. Wichtig scheint mir hier, diese Influencer Relations auch auf einer Zeitskala zu denken. Mein wichtigstes Learning hier: Lasst uns die Speaker nicht nur in der Live Kommunikation einsetzen mit Zitaten oder Handouts. Als Teaser vor einem Event und auch im Follow-up geben Persönlichkeiten auf der Bühne und Gäste wertvolle Inhalte. Bitte diese Beziehung auch in Netzwerken weiterhin pflegen. Gelegentlich nachfragen, wie es denn geht oder wo die Referentin so unterwegs ist. Liken, kommentieren gehören genauso dazu, wie das ganz normale Honorar nach einem Vortrag im eigenen Unternehmen.

Walter hat fast alle Vorträge von der Social Media Konferenz verbloggt. Schaut mal Next Level Content Marketing und Menschen statt Audiences von Senada Haralcic „Community Mama“ im Digital Team von Farner Consulting AG. Ich konnte leider nicht den ganzen Tag teilnehmen. Drum Dankeschön.

Das Internet-Briefing hat diesmal viele junge Referentinnen präsentiert, da freue ich mich sehr. Lasst uns noch mehr junge kluge Köpfe in unserer Branche zu Wort kommen und gutes Gelingen für den Neustart Daniel Niklaus.

 

Podcast – Kommunikation mit der Stimme und dem besonderen Hörsinn

Podcast sind für mich: Lernen ohne Ablenkung, ohne Werbung, ohne Likes und Emojies, ohne Kommentare. Es ist paradox. Das was ich sonst so liebe ist die Interaktion. Aber konzentriert lesen möchte ich mit Kindle, nicht mit dem Tablett, weil ich mich dort ablenke. Übertragen auf Podcasts heisst das. Ich höre fokussiert. Hier im Post geht es mir um das Format, was Stimmen können und die Besonderheit beim Hören und nicht um Podcasts selbst.

Content mit Charakter und Bezug

Im Content Marketing werden wir immer mehr mit Spam konfrontiert. Erfolgreiche Inhalte aber sind persönlich und mehr wert und verdienen es, aufmerksam „konsumiert“ zu werden. Inhalte, die Wissen oder Beziehung bieten «funktionieren» besser. Mein Dauerbrenner in Workshops: Wie stellen wir Bezug zu Menschen her und wie heben wir uns ab?. Es liegt auf der Hand, dass Absender und Wissensträger sichtbar sein sollten und Menschen konkret angesprochen werden. Angesprochen. Lustig, wir benutzen das Wort, meinen aber Text und Bild oder Video.

Was ist mit der Stimme?

Die Kommunikation mit der Stimme prägt uns schon, bevor wir geboren sind. Stimmen transportieren und bewirken Emotionen. Sie sind einzigartiges Merkmal einer Person. Wir hören die Stimm!ung und entscheiden auch, ob wir den Menschen sympathisch finden. Die Stimme, oder Sound ist für Apps und generell im Web dank Sprachsteuerung enorm schnell wichtig geworden, wenn wir mit den andren Formaten vergleichen. Für mich persönlich haben Stimmen eine unglaubliche Intimität, die für Gänsehaut sorgen können, für Kopfkino, auch wenn sie über Bitcoins sprechen. Wenn ich den oder die eine/n oder andere/n von euch öfters mal anrufe, weisst du jetzt warum. Das kann ein Text oder Video nicht.

Besonderheit Hören

Das Hören scheint mir ein fokussiertes Sinnesorgan zu sein, das kaum eine andere Tätigkeit mit dem Geist duldet. Ich rede nicht von Musik, sondern von Worten. Wenn ich wirklich zuhöre, kann ich nicht gleichzeitig am Handy tippen oder gar sprechen. Tiefes Denken geht dann nur zum gehörten Thema.

„Sound hat eine Wirkungsmacht, die man mit keinem anderen Sinneseindruck vergleichen kann.“, sagt Norbert Bolz in einem Interview bei Meedia. «Sound umgibt uns buchstäblich.» Das macht das Format Sound neben Text, Bild und Video so besonders. Er erwähnt auch den «fast propagandistischen Einfluss» von Gehörtem. Dem gegenüber wir Bilder und Text decodieren können.

Ihr wisst, ich hirne viel über Content und Medien und Radio muss oft als Top Content Produzent Beispiel herhalten. Die Moderatoren sind erlebbar, zeigen Gesicht, haben eine Beziehung zur Community oder umgekehrt. Sie teilen Lieblings-Playlists oder werden zu Personen Marken (wie Günter Schneidewind, meine Lieblingsstimme), rufen zu Abstimmungen auf, Hörer kommen zu Wort und Wettbewerbe sind eh klar. All diese Instrumente des modernen Content Marketings nutzen die Radiosender schon ewig. Nie jedenfalls kommuniziert ein Radio nur mit Logo oder mit versteckten Personen. Und das können auch Podcasts.

Podcast Revival

Warum die noch immer nicht Mainstream sind, weiss ich nicht. Aber aktuell scheinen sie sich endlich zu verbreiten. Es gibt sie seit 20 (18, 30 ?)  Jahren.
Nennen wirs also Revival. Ich hab festgestellt, dass in Podcasts gerne auch geplaudert wird. Manchmal ist lesen schneller, aber hörend kann ich besser verarbeiten, reflektieren und aufnehmen. Die oft zitierte eingeschworene Podcast Community scheint sich jedenfalls langsam aufzuweichen und das Format wird genutzt von einer breit(er)en Masse. Inzwischen sind Videos und Sound durchsuchbar geworden (dank machine learning) und Uni Bern bietet Vorlesungen (was für ein Wort) zum Nachhören an. Mir fehlt die Durchsuchbarkeit (Funktion) aber noch in den Apps. Wenn jemand also einen Tipp hat?

Ein Gedanke beschäftigt mich noch zum Thema Stimme. Hier haben wir ja einen dialogischen Ansatz, dieser wird auch auf Websites immer wichtiger. Also User sucht etwas und bekommt unmittelbar die Antwort. Menschen sind das gewöhnt von Messengern, also sehr kompakt und ohne Schnick-Schnack zum Ziel. Ich hab hier Ideen zur Content Wiederverwendung, Podcasts in kleinteilig recyclen. Die gesuchten Inhalte dann mit zwei drei Sätzen sprachlich zu beantworten.

Podcast für Unternehmen

Julien Backhaus und Christopher Funk

Mein erster Podcast ist übrigens hier über Content Marketing und Social Selling. Der Macher Christopher Funk hat über 100 Podcasts für sein eigenes Content Marketing produziert. Er bietet Recruiting oder Karriere im Vertrieb, also Vertriebsfunk. Ich hab grossen Respekt vor ihm, wie er das für sein KMU auf- und durchzieht. Nebenbei schreibt er übrigens auch Blogposts dazu und wechselt so schön die Formate. Auch Bilder stützen die Casts auf sympathische Weise. Er wählt also den Weg über die eigene Website (strategisch) statt nur in Apps losgelöst abonnierbar stattzufinden. Wer mal reinhören will, was wir so geplaudert haben.

 

 

Podcast: Gedanken zu Content Marketing

Podcast: in 5 Schritten zum Social Selling

Für Podcasts für Unternehmenskommunikation hat Christian Müller von Zielbar einen lesenswerten Beitrag geschrieben. Reportagen, Zitate, Statements, Interviews. Die Liste hört nicht auf. Hab noch ein wenig über Sprache in der Kommunikation nachgedacht und bin auf viele Kombinationen, Vor- und Nachteile gekommen. Aber eins ist sicher. Die Macht der Stimme und Sprache landet nun wirklich im Web.

Hören und Lesen gleichzeitig

Fehlt mir an der Hochschule, obwohl es offline ja stattfindet. Duolingo und Rant Fishkin mit den Whiteboard Fridays sind sicher Vorreiter. In Firmen könnten wir Podcasts transkribieren, strukturieren und kürzen in einem Blogpost? Eine meiner Lieblingsdisziplinen, mit Formaten spielen und so Inhalte wertstiftend recyclen und zugänglich machen. Podcast werden so auch dauerhaft auffindbar konserviert. Ich nenne diese Taktik, die Zeit ausdehnen in der Online Kommunikation.

Mein Kollege, Christian Mossner, zeigt interessante Erkenntisse in seiner Vorlesung an der FHNW (CAS Dig. Marketing) dazu.

Text zu Sprache – Vorlesen

Geschriebenes vorlesen lassen, hab ich wieder aufgehört. (App:Read out) war mir zu umständlich. Andersrum sicher hilfreich, wenn man nicht sprechen kann. Nutzt das wer von euch?
Ergänzung 01.03.18: Adrienne Fichter von Republik hat gestartet, lange Texte für die Leser, äh Hörer vorzulesen. Hört mal rein in den digitalen Diktator. Das finde ich eine tolle Idee, ist sehr authentisch und kommt den Wünschen der Leute entgegen. Faszinierend finde ich übrigens auch, wie schnell Menschen von Screenreadern vorlesen lassen.

Chat und Textnachrichten

In Chats stelle ich mir die Stimme vom Absender vor, wie schnell, laut oder mit welchem Gesicht ist das wohl gesprochen, also geschrieben. Oft ergibt sich eine andere Aussage, als beim blossen Lesen mit meiner eigenen Stimme im Kopf (davon gibts ja auch verschiedene). Whatsapp auf Kontaktseiten ist ein Muss für mich.

Chat Sprachnachricht

Kaum etwas hat unser Smartphone-Verhalten so sehr geändert. Ich gehe nicht ohne Kopfhörer aus dem Haus. Die Melodie der Stimme sagt viel mehr. Ausserdem läuft man nicht mehr gegen Laternen und es geht schneller. In Skype heisst es Voice-Mail, ich hab das aber selten bei meinen Kunden, die Skype einsetzen.

Mithören und Werben

Der Vollständigkeit halber erwähne ich es. Ja, es wird mitgehört und Vermutungen werden lauter, dass auch Werbung auf diesem Weg personalisiert wird. Beweise konnte ich keine dafür auftreiben. Hoffen wir, dass es irgendwann einen nutzerorientierten Dialog gibt, genau dann, wenn ich mich für etwas interessiere.

Schreiben und Tippen

Chats schreibe ich oft mit dem Sprachassistent. Hab inzwischen gelernt langsam zu sprechen und die Satzzeichen anzusagen (wenn ich allein bin – weil es noch ! komisch klingt für andere). Das gibt viel weniger Tippfehler.

Apps und Geräte bedienen

Auch darüber wurde schon viel geschrieben. In meinem Umfeld sind schon ein paar Alexas und google Home eingezogen. The end of typing ist keine Vision in Zeiten wo dieser Tweet viral werden kann. Wir sprechen bereits mit Dingen und sie mit uns. Spannend wird, ob sie männlich oder weiblich kommunizieren?

Hören und Live-Video

Nicht neu. TelCo. Nur die Tools sind anders. Weil Slack hierbei leider oft versagt und Skype 4 Business mit Externen mühselig ist, gibt’s zum Glück zoom.us (gratis Version mit Account 50 Min. Video Call mit allen Nebenfunktionen)

Hörbücher

Ich hab lange den Zugang nicht gefunden. Aber jetzt bin ich enttäuscht, audible nicht nutzen zu können. Amazon hat aus unerklärlichen Gründen meinen Account gelöscht, sie schaffens nicht ihn wiederherzustellen (Hiillfee). Kindle-update exklusive, aber das ist ne andre Story. Ich kenne wenig Leute, die Hörbücher hören. Ist es ein Zeitthema oder noch nicht gewöhnt?

Podcast-Perlen, Apps und Events zum Hören

Vermutlich belächeln Menschen mit Sehbeeinträchtigung diese Gedanken. Mir öffnet das Nachdenken über Sprechen und Hören eher die Augen.

 

<3liches Danke und was steckt hinter #ichbindigital am #digitalday

Update: 16.08.2018
Digitaltag hat sich entschieden unsere Initiative fortzuführen, dieses Jahr mit Video-Statements. Viel Erfolg und Glück wünscht das Initiantinnen-Team. Mona, Barbara, Dragica und Su mit SoMeWomen Switzerland.
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Es gibt eine Regel in der Kommunikation, die ist ebenso einfach wie schwierig. Gib Wertschätzung an die Ideen und Aktionen anderer. Einfach ist das nicht. Heute hatten wir eine riesige Kommunikation am Schweizer Digitalday 2017. Mit #ichbindigital ist eine grosse Community von einzelnen Menschen / DigitalisiererInnen mit ihren Meinungen und Kompetenzen sichtbar geworden. Viele davon hatten nicht direkt etwas mit dem #Digitaltag zu tun. Eben doch.

Zuerst mal meine Wertschätzung, von Herzen

Danke, danke, danke. Es haben sich so viele Menschen und Firmen an unserem friendly Hashtag Crashing beteiligt. Es ist fantastisch, wenn Viralität entsteht und auch ein bisschen Glücksache. Vor allem braucht’s den Impuls, darüber reden, Idee gestalten und dann möglichst mit der Anfangsbegeisterung eine Handvoll Macherinnen, die es umsetzen. Die Idee

#ichbindigital

entstand 5 Tage vorm Digitalday beim Social Media Women Offline-Treffen. Mona Sorcelli hatte schneller als der Akku ausging ein Thunderclab und eine Wall (und Website folgt) aufgesetzt. Am Sonntag via FB-Chat entschieden, verwarfen, verfeinerten wir die Idee mit Barbara Burger-Pippan und Dragica Kahlina.

 

Wir waren uns einig, wir möchten die Digitale Community mit jedem einzelnen Menschen am Schweizer Digitaltag sichtbar machen. (Diese war bisher kaum involviert, sondern nur finanzkräftige Firmen.)

Freundschaftlich, mit einem „Hallooho, Digitalday?!“ und mit Mehrwert. Jeder einzelne sollte mit 3 Hashtags seine persönlichen Kompetenzen zeigen. Das ging heute ziemlich rund. Wir sind alle noch völlig überwältigt, wieviele Leute sich beteiligt haben.

 

 

Wenn jemand eine Idee hat?

..dann gerne aussprechen 😉 Wir denken nun drüber nach, das alles dauerhafter abzubilden und dem Digital Switzerland Team in einer nützlichen Form zu übergeben. Gerne möchten wir ohne grosse Sponsoren Budgets (obwohl, mit der Netzwerk-Power..?) das Thema Digitalisierung in der Schweiz mit voran bringen und Dialog-Partner sein, Diversity normalisieren, teilnehmen, Impulse geben, zeitnahen Dialog zwischen Firmen und Personen ermöglichen, Fragen stellen und antworten, Erfahrungen teilen auf Augenhöhe, gerne auch mit Digital Switzerland, diskutieren, weil das der kulturelle Bestandteil aller Digitalisierung ist.

Auf die Art und Vermögen, wie wir es täglich in unseren Jobs und privatem Umfeld tun: leidenschaftlich, Tools suchen, testen, Tools deinstallieren, Köpfe rauchen lassen, geniale Ideen bringen, Prozesse optimieren, Lernen, verzweifelt sein, Kopf schütteln, auf die Nase fallen, Fehler machen, nach Norwegen schielen oder Paris oder Lissabon, weitermachen.

 

Digital Day von Digital Switzerland

Digital Switzerland war mir bisher durch grosse Mediaspendings aufgefallen. Zugegeben, manchmal dachte ich. Woa, was könnte man damit Abgefahrenes mit Content Marketing machen. Aber so richtig cool finde ich die Initiative Kickstart-Accelerator. Daraus entstanden 30 Partnerschaften mit Start-ups aus Fintech, Food, Smart Cities sowie Robotics & Intelligent Systems. Diese „zügeln“ jetzt in die Schweiz. Erfahrene Coaches aus der Schweiz haben sich etwa 900 Startups angeschaut, unterstützt, optimiert, vernetzt und sonst wie geholfen. Das verdient grossen Respekt. Denn alle haben „Keine Zeit“. Es gibt noch viel mehr Initiativen, die ich gelegentlich aufschnappe, aber nie hab ich mich zugehörig gefühlt. Innerlich sogar abgewunken, um ehrlich zu sein.

 

Friendly Hashtag Crash am 21.11.2017

Heute veranstaltete Digital Switzerland den schweizweiten Digitaltag. Nachdem wir am Sontag mit etwas Nachhilfe einen eindeutigen Hashtag hatten, haben wir in 48 h mit Thunderclab (das Tool ist leicht angestaubt, aber tut seinen Dienst) 150 Unterstützer gewonnen. Heute um 11.00 Uhr gingen hunderte Tweets und Posts raus mit #digitalday und #ichbindigital. Kuckt euch das mal an.

Die Wall des Veranstalters finde ich leider nicht mehr (?) Der häufigste Hashtag war unserer.

Bild von @jstuker

 

Ein paar Zahlen

Twitter und Facebook: 681 users (update)

1,160 Mentions (788 RTs)

Trending Topic in der Schweiz heute

Insgesamt: 991.7 K Reach (update)

Twitter: iPhone 52% Thunderclap 16%, Web Client 15%.

Cristina (ganznett) hatte am meisten Interaktion mit diesem

Quelle: TrendinaliaCH

Quelle: https://www.digitaltag.live/

Quelle: https://www.digitaltag.live/

<3lichen Riesen-Dank an jede/n einzelne/n der Schweizer Digital Community

Viele Leute haben wir befragt, was Digitalisierung für sie ist. Immer kam das Wort Mensch vor, kaum „bots, pepper, AI, Apps, Content, VR, ML, AR…“ Nun da sind sie. So viele Menschen haben erzählt #ichbindigital , weil…. Weil ich den ganzen Tag mehr via Twitter und Livestream verfolgt hab als gearbeitet, gibts ne Nachtschicht. TV kucken (nicht geschafft) Kassensturz mit Ava und 10 vor 10 mit Pepper

 

Ihr seid echt der Wahnsinn. 

Alles zum Nachlesen.

 

Fürs nächste Jahr wünsche ich mir

mehr sichtbare Frauen. Ja, es gibt sie (siehe Hashtags) und mehr Dialog für alle. Herr Walder, Sie sind der einzige Mensch, den ich auf Twitter sietze, weil ich Einbahnstrassenkommuniziere mit Ihnen. Schade. Aber danke für den einen Tweet 😉

Eine Schweizer Digital Community, die selbst Aktionen startet am Digital Tag,
wie Tinkla. Grosses Kompliment übrigens für die Idee. #rentnerfragt.

Und jetzt? Machen wir weiter. Jeden Tag ist Digitaltag.

 

Social-Selling – die Balance zwischen Öffentlichkeit und vertraulichem Kontakt

Heute hatte ich einen Vortrag vor 30 Leuten. Herausforderndes Detail, es waren keine MarKom Leute, die etwa besonders interessiert sind an „meinen“ Themen, sondern Sales, die eh Plattformen nutzen, aber meistens ganz anders, als im Bilderbuch oder in Infografiken für LinkedIn beschrieben. Und ich sollte was Motivierendes erzählen und sowas wie einen konkreten Umsetzungsplan für Starter oder auch zum Optimieren.

Sehr gerne. Ich mag ja knifflige Aufgaben. Bei der Vorbereitung hab ich ein paar interessante Feinheiten gefunden beim Social-Selling. Ich hab mir erstmal die Zielgruppe der Sales Leute genauer angeschaut.

Laut einer Studie, die glücklicherweise gerade erschienen ist, erwarten B2B Entscheider im Job-Alltag nützlichen Content, dass Sales das Thema und Bedürfnis richtig verstehen und mit anderen Leuten in der Firma vernetzt sind, personalisierte Ansprache und Vertrauen natürlich auch.

Quelle: Studie Social Selling in Deutschland

 

Das bringt mich auf das Profil und Verhalten. Der deutlichste Unterschied ist, dass eine Sales-Person dieses vertrauliche Verhältnis tatsächlich aufbauen und pflegen muss. Während wir im MarKom fröhlich weiter die Worte benutzen „lasst uns die Plattform oder gar Kanal bespielen“ oder „das Thema stressen“. Das kann eine Sales nicht und wird sie auch nicht tun.

Sales brauchen die Balance zwischen öffentlich zugänglichem Inhalt, dezenter Präsenz, bewiesenem Know-how und vertrauensvollem Zugang zu Menschen.

Diese Balance sieht schwieriger aus, als sie ist. Die Sales Taktiken in Social Media sind anders als im Social Media Marketing. Ich setze mich seit Jahren dafür ein, dass die Kommunikation mit Gesichtern geführt wird und zwar mit authentischen Menschen dahinter. Die Realität kennen wir. Wir freuen uns, wenn es einer Edeka gelingt, menschlich zu reagieren. Sales hingegen werden immer persönlich agieren. Hier nun aber meine 5 Schritte dorthin.

 

 

1. Profil zeigen

Im persönlichen Profil alles ausfüllen, relevante Links, Zertifikate, Keywords der Branche benutzen und Einklick-Referenzen, ausführliche Referenzen erbitten und anbieten für andere. Und natürlich ein paar Beiträge, die im Profil sichtbar sind, sollten Standard sein. Aus den Erwartungen der Entscheider kann ich aber noch einiges mehr schliessen. Interagieren zum Beispiel, Firmen und Personen, die man kennt zumindest einmal folgen, sonst seh ich ja nicht, was es zu interagieren gibt. Ich kann mich in meinem LinkedIn Profil ja nicht von meinem Headerbild trennen, obwohl schon ein paar Jahre alt. Aber neben Gunter Dück zu sitzen ist ja doch auch eine dezente Aussage (grins) Die Sales Leute heute aus der IT-Branche in meinem Publikum kannten ihn übrigens. Eine sog. Vanity URL ist auch schöner als xyurgs. z.B. so linkedin.com/in/sufranke

 

2. Mit Wissen dienen

MarKom Teams sollten die Content Strategie nicht mehr nur für die Firma entwickeln, sondern für einzelne Personen. Was soll man sonst bloggen? Für Sales stellt sich nicht so sehr die Frage, was passiert auf dem Corporate Blog? Sie brauchen mehr Nähe und gelegentlich natürlich auch Links zur Website/Blog weil dort (manchmal) der Abschluss einfacher ist. In XING kann man kaum ausführlich publizieren, also dann im LinkedIn Profil. Dort können Sales-Menschen beweisen, dass sie wirklich was von Themen verstehen. Und zwar über die Zeit. Blogging innerhalb von LinkedIn hat noch die Vorteile: Die richtigen Leute sind bereits da und vernetzt und der Inhalt ist dauerhaft vorhanden. Zudem tauche ich damit im Newsfeed auf. Teilen, Kommentar und Kontakt sind ohne Hürde (E-Mail-Adresse, auswählen der geeigneten Plattform) für andere machbar.

Beiträge hier überleben die kleinteilige Content Flut im Newsfeed etwas länger. Natürlich sollten Sales-Leute auch Links teilen für Ihre Sichtbarkeit und zwar nicht nur die eigenen. Für meinen Geschmack reicht das ein – zweimal am Tag, ok, pro Woche (hab ich heute gelernt). Das empfindet wohl jeder anders und hängt auch von der Zielgruppe, pardon den einzelnen Menschen ab. Sind im Netzwerk Leute mit wenigen Kontakten… erscheint man ständig auf dem Bildschirm. Keine Ahnung wann das anfing, überpräsent sein zu wollen. Das empfinde ich als laut und unangenehm. Ich teile übrigens auch mal einen Link per Chat oder E-Mail, denn nicht alles ist für alle gleich interessant. Hier hilft auch mal ein kurzer Check, ist das wirklich so wertvoll oder will ich es nur „loswerden“.

 

In Themen-Communities

Social Seller beteiligen sich an Themen-Communities nicht durch Werbe-Trompeten, sondern mit smarten Beiträgen und auch Fragen oder Antworten. Ich denke 1 mal pro Woche (ok Monat) sollte drin liegen (ich mach das viel häufiger, hab es aber nicht gezählt). Dann kann ich auch mal einen Monat lang schweigen, das hat noch nie jemand beanstandet. Im Gegenteil, Leute die immer nur reden, sind auch im physischen Umgang eher unangenehm. Das alles läuft mobile und oft nebenbei bei mir. Anders wie der nächste Punkt.

3. Suche bzw. Recherche

Hier geht es auch um Wissen, oder sollte ich es Lernen nennen. Im Gegensatz zum Sharing und Beitragen oben, sind wir nun am Suchen. Eine typische Taktik, die stark vom Marketing abweicht, ausser aus Redaktionssicht, da recherchiert man auch. Bei Verkäufern ist es oft vor Offerten, Pitches oder einfach bei einer strategischen Kontaktaufnahme obwohl ! oder ohne, dass man bereits bekannt ist auf andere Weise.

Hab ich schon gesagt, Kunden folgen? Ich vergesse das natürlich regelmässig und hab es gestern gleich mal wieder nachgeholt. Den Corporate Accounts und den Menschen in der Firma. Ich recherchiere innerhalb von Plattformen mit verschiedenen Such-Zugängen, innerhalb von Gruppen und auch via google mit einem Suchstring (einen Lieblingstechie fragen, oder mal ausprobieren, ob Leute, die in einer Gruppe sind, zu finden. site:linkedin.com “cloud computing” “location * Switzerland” ) Branchen-Themen, auch die meiner Kunden beobachte ich übrigens mit thescope.com, Newslettern, Twitterlisten und selten schau ich auch die Branchen News an, die ich in XING abonnieren kann. (Nix also mit grossem Dashboard für alles auf einen Blick, leider.)

 

4. Content Marketing sollte auch vorkommen

Das ist nun aber wirklich der Job der Marketer in der Firma. Man kommt sich heute immer näher, MarKom und Sales, aber ich wünschte mir noch mehr Abstimmung als real stattfindet. Falls die Marketing-Kolleginnen von Sales verlangen, mehrmals täglich zu publizieren, funktioniert das in der Praxis nicht.

A) Wegen keine Zeit

b) Wegen Spam-Gefahr

c) Weil Menschen sich nicht instrumentalisieren lassen.

Sehr vorsichtig bin ich übrigens mit Tools, mit denen jemand (typischerweise aus dem Marketing) für Sales Leute in deren persönlichen Profilen postet. Das wirkt schnell mal wie ein Bot und geht auch gerne gleichzeitig mit gleicher Formulierung über mehrere Accounts raus. Im Gegenzug sollten Menschen wissen, was publiziert wird von Ihrem Account, um auch im real life, in einem Gespräch z.B., darauf eingehen oder reagieren zu können. Content-Werte, die unterhaltend sind, taugen meistens nicht für Sales Leute.

MarKom kann aber bestens mit Highlight Content die Sales Leute unterstützen. Also Inhalte, die mehrere Werte bieten und so konkret auf Sales Ziele einzahlen (CtA-fähig aufbereitet). Solche Beiträge können auch mal nur für ein einzelnes persönliches LI Profil gemacht sein. Der Corporate Blog ist nicht immer zielführend. (hab ich das jetzt echt gesagt?) Ich denke heute müssen wir auch persönliche Content Strategien für einzelne Köpfe im Unernehmen entwicklen. Sales sind von Haus aus nicht unbedingt Content Marketers. Aber sie beherrschen bestens ->

 

5. Die dezente Ansprache

Das ist der auffälligste Unterschied zwischen Social Selling und Social Media Marketing (meist mit Corporate Accounts). Verkäufer tun und können das. Offline wie auch online. Wie oben gesagt, in Gruppen lernt man sich kennen ohne sich aufzudrängen über ein gemeinsames Thema. Dieses verbindet ohnehin. Die Plattformen bieten zusätzlich verschiedene charmante, zwar unstrukturierte, Möglichkeiten, bestehende Kontakte lebendig zu halten (gratulieren, etc.) Nicht vergessen, solche Aktionen dann auch ins CRM übertragen, falls sie wichtig sind. Man kann sich auch bestens über einen Kontakt 1.Grades vorstellen lassen. Wichtig ist weiterhin die alte Schule, eine paar persönliche Worte beim ersten Kontakt (XING bietet dieses Feature übrigens nur Pro-Accounts und LinkedIn mobile versteckt es, auf den Kontakt klicken dann rechts oben, statt „vernetzen“ oder connect klicken. In Facebook scheint es niemanden zu stören, eine Freundschaftsanfrage zu erhalten ohne Nachricht. Auch diese Plattform rückt näher in den B2B Fokus. Lasst mich jetzt nicht das Zitat: Human 2 Human hier entstauben. In LinkedIn können mit dem Sales Navigator z.B. mehr Suchfunktionen und mehr inmails genutzt werden, auch wenn man sich nicht direkt kennt.

So das wars, Leute. Eingedampft und nachmachbar. Hier ist die Präsi mit den konkreten Optimierungen im Anhang.

ecommerce-connect: Differenzierungsstrategien Nische oder Story

Differenzierung oder Storytelling

Das war ein weit spannenderes Podium als das erste mit Lebensmitteln. (verzeiht mir meine Offenheit) Das Team von Tinkla erstellt übrigens Storify pro Session. Super. Schaut mal hier.

Alan Frei, lubera, Friederike von Waldenfels, Swiss-commerce.ch, Markus Kobelt,

 

Malte moderiert und holt spannende Aussagen aus den Gästen raus.

Alan Frei, amorana

Wo erzählt ihr eure Geschichten? Wie Bondage richtig geht? Fragt Malte

Amorana, wir suchen die eKanäle wo viele Leute sind, auf Instagram amorana.ch ich habe eine Wette laufen, heut Abend 7000 Fans zu haben. Das beste Beispiel ist, meine sexuelle Ausbildung war im Gymnasium der Bio-Lehrerin, aber es war eine schlechte Ausbildung. Das sehe ich bei allen Leuten, dass sie sehr wenig darüber wissen.

YT und FB Sinne und Sexualität erklären lovers.ch wenn ich das meinen Freunden erzähle, sagen die wow, wo ist das. Die Leute wollen ausgebildet werden „in dem“. Wir wollen die Barriere runter bringen, Sexualität.

google (?) instagram (Sidebemerkung von mir: ist übrigens einer meiner Lieblingsaccounts in Instagram, endlich mal nicht 0815) FB, Plakate (Stille Nacht, heilige Nacht), 20 minuten.

Uns kommt es nicht drauf an wo, sondern wir wollen einfach Reichweite. Die Beratung bekomm ich woanders zum halben Preis oder funktioniert das gut für euch? Wir wollen nicht den Markt kaputt machen, aber matchen. Unsere Phil. ist, wir brauchen einen guten Preis, aber gleichzeitig Content und die Community aufbauen, damit wir top on mind sind.

Markus Kobelt, Lubera

In der Schweiz keine Konkurrenz. Baumärkte schaffen es im Moment nicht Pflanzen zu versenden, dadurch kann sich der Markt auch nicht richtig entwickeln. Es wird aber langsam interessant

Thema Geschichten:
YouTube Channel, Erklären wie man Rosen schneidet. Anfangs dachte ich, wir machen soviel guten Content und haben SEO dabei vernachlässigt. Inzwischen werde ich auch erkannt in Gartencenters, machen FB Live Dienstag um 18.00 Uhr kannst du zum Gartenprofi werden.

Andere Kanäle? Kanal ist nicht entscheidend, sondern die Geschichte, Wir sind Gärtner und wir züchten und haben das zu erzählen. Reichweite? Mit YouTube und FB und Newsletter bekommen wir die Reichweite.

 

Frederike reitsport.ch

Sehr souveräne Frau und punktgenau in ihren Antworten. Kein Geschwurbel. Bei uns werden die Geschichten selbst erzählt. Blogger schreiben kostenlos für uns, sie wollen unbedingt auf der Plattform sein. Die Leute identifizieren. Unsere Geschichte geht viel weiter, nicht nur online sondern auch offline

Vor 3 Jahren haben wir mit einem Reittournier in Langental gestartet. Im 2. Jahr über 1000 Reiter und 1000 Zuschauer. Das hat unsere Glaubwürdigkeit und Kompetenz bewiesen.

Was funktioniert und was nicht? Learnings

 

Markus: Mit content muss man auch aufpassen, viele Besucher auf der Seite und nichts gekauft, wir haben das geändert in Richtung Shop und nun sind wir an einem Punkt, wo wir wieder die Community aufbauen. Plattformen sind für uns schwierig. Eine Pflanze verpacken/versenden kostet uns 15 CHF (in D 8-9 Euro) Amazon und mein schöner Garten sind unsere Plattformen. Laufend das Problem mit dem zu kleinen Warenkorb.

„Es gibt auch Internetgefängnisse, süss und klebrig, die machen süchtig.“ weiss nicht was er damit meint.

Frederike, Swisscommerce
(mehrere Plattformen) wir nutzen z.B. auch yonc.ch, 40% customerrate, viel Traffic, weil wir sehr spezifisch sind. Gelernt: Nicht Traffic reinholen, wenn man nicht die passenden Produkte hat: Zu viel oder zu wenig Auswahl. Diese Balance zusammen mit Beratung ist herausfordernd. Unsere Community ist emotionsgeladen. Pferd des Jahres zum Beispiel. Da war unglaubliche Ressonanz (Betrug, mein Pferd ist viel hübscher) Man muss genügend prof. Abstand halten

Alan Frei
Sex Kolumne von Caroline Fuchs. Zuspamen funktioniert nicht. Wir haben riesen Probleme mit Facebook. Wir sind immer nahe dran, geblockt zu werden. Zwei Jungs, die Sextoys verkaufen. Wir haben paar mal auf die Mütze gekriegt, aber hey ich steh auf der Bühne „mega geil“.

Reicht das in der Schweiz, oder muss man über Skalierung international nachdenken?

Markus sagt, er weiss es nicht, wir produzieren 2 – 5 Jahre die Produkte, die wir dann verkaufen, erst jetzt ist es einigermassen profitabel. CH ist eine Art Reservat. Personal für Online Marketing in D ist schwierig. Wir wollen auch gute Preise bieten, also können wir nur in D kaufen um online Pflanzen gleich günstig wie in D anzubieten.

Alan: Wir haben Versuche gemacht im Ausland, sind aber zurück gekommen. 50 shades of grey hat eine Welle ausgelöst und uns überrollt. Plötzlich 2 Mio Frauen, und 1 Mio Männer, die Sextoys wollen.

Ein Mann denkt, täglich: 16 mal an Essen und 64 an Sex am Tag

Die Käufer sind etwa 76% 18jährige und etwa der Rest 60+ (oder so) So machen wir unsere Berechnungen (augenzwinkernd) Vom Nischenmarkt in einen Massenmarkt zu gehen. Meine Idee fand vor 2 Jahren meine Mutter nicht so gut. Aber heute werden wir gefragt, wie das genau läuft.

Empfehlungen für andere Nischenanbieter

Sammlung von allen Aussagen:

1 Learning, vertikale Integration lohnt sich, also direkt verkaufen, wenn man was vom Produkt versteht. Raus aus der Abhängigkeit aber dennoch brauchen wir sie. Weil wir online präsent sind, können wir bspw. bei Toom und Obi pflanzen verkaufen.Kompetenz vor allem im Fachmarktbereich
Suche nach wenig Wettbewerb. Es gibt noch viele Nischen wo man schnell gross werden kann und den Kunden besitzt.
Content und Community und später Eigenmarken mehr Platz in der Niesche verschaffen.

Alan. Hab eine Story. Von Tag 1 tue alles für den Kunden, besonders wenn du in der Nische bist (virale Effekte) Geld oder Mut haben (eins von beiden)

Twitter Moments vom Tag, ich hab nicht alle Tweets drin. Hab ich nicht geschafft.

Und jetzt die Awards (verlinke ich später) und die Party dokumentiere ich nicht.

Podium: geschlossene, offene Marktplätze und Plattformen

In diesem Podium ist für mich das wichtigste Learning: Produktdaten ist noch das grösste Ding, fehlende Bilder und Content seiten der Anbieter oder Händler. Und auch neue Standardisierungen z.B. die Plattformen das Leben schwer machen. Kooperationen verdienen oft vielleicht noch nicht das Wort, weil es mühsam ist, und auf beiden Seiten viel Know-how braucht, das teils noch nicht da ist.

 

Und wieder ne super Moderation von Jochen Krisch. Danke.

Siroop,  Constantin Hilt:

unsere Idee war, dass wir die grossen Marken haben, über 600’000 Produkte, 400 Händler inzwischen mit einem einheitlichen Kundenerlebnis. Heute schon das grösste Beautyartikel 17000 Artikel. Mehrwert ist bei uns. Mit einem Service-Versprechen alles zu finden, in unterschiedlichen Momenten (Mode, Grill) Einfache Möglichkeit für Zahlung und Lieferzeit. Daran arbeiten wir. Rollenverständnis ist, Kundenbedürfnis im Zentrum. Offen, zuhören, uns weiterentwickeln und umsetzen. Sind auf dem Weg in Richtung Ökosystem. Schneller Mehrwert generieren, als würde man das alleine machen. Warum siroop? Es gibt in CH noch kein so breites und tiefes Sortiment. Auch Relevanz ist der Weg nach vorne. Wenn Kunde ein Problem hat, kann er sich an uns wenden. Net promotor score (NPS) liegt bei uns bei 50%(sorry, er hat das wirklich mit der Marketingsprache gesagt)
Wettbewerb: Das ist das schöne, als offener Marktplatz. Wir würden gerne Digitec und Galaxus dabei haben. Produktdaten ist die grösste Herausforderung. Wenn Galaxus das mit den Händlern auch nach vorne bringt, ist das gut. Wir sind top of mind auch vorwärts gekommen. Wir verbessern den Shop und auch Sortiment stetig.

Wir wollen, einfache Möglichkeit bieten, wo Händler ausprobieren können. Das braucht aber auch auf Händlerseite Know-how, das nicht immer da ist. Grosses Potenzial Shop-Anbindungen, die noch nicht Standard sind (wie in D) Software kristallisiert sich jetzt heraus, nach 400 Integrationen wissen wir, dass es noch nicht professionalisiert ist in der Schweiz.

Wir bieten gleiche Produkte auch von unterschiedlichen Händlern, transparent unterschiedliche Preise.

Es geht auch stark in Richtung Personalisierung, editorial Content (wissen wir noch nicht wo es funktioniert und wo nicht, beauty gut, Tech ist es nur der Preis)

Galaxus, Stefan Fraude:

Bei uns wissen noch nicht alle, dass wir überhaupt einen Online Shop haben. Wir sind vielleicht nicht ganz so offen wie siroop. Seit Januar wachsen wir. Seid ihr ein offener (wie Amazon) oder ein geschlossener Marktplatz (wie Zalando)? Wir haben sehr hohe Anforderung. Attraktive Preise und gute Verfügbarkeit. Wir bieten Content, gute Produktbeschreibungen und bieten auch eine bestimmte Themen-Welt. Das wollen wir für den Marktplatz weiterziehen. Die Community gibts auch Gamification und Zusatzservices (Schrank aufbauen) Wie nehmt ihr euch als Wettbewerber war vs. siroop? Unser Brand ist schon sehr etabliert auch das Portfolio (Beauty, Uhren und Schmuck) wir haben vom Traffic und Reputation eine gute Ausgangslage.

Wir arbeiten mit denjenigen zusammen, die technologisch schon gut aufgestellt sind. Wir gehen aber auch über Plugins und Feed-Engines (wegen Optimierung von Daten). Kann man auch direkt von der Fabrik aus sourcen? Ist im Moment noch zu abgedreht für uns in der Schweiz, wir behalten den Fokus hier im Moment.

Händler mit den selben Produkten? Wir priorisieren nach Preis, Verfügbarkeit (maximale) und Liefergeschwindigkeit.

Disset.de, Svenja Teichmann:

Händler. Habe bei Otto gelernt, Marken wollen zwar, können aber nicht (keine Daten und viele andere Punkte). Wir sind dazwischen. Wir bieten euch auf Marktplätzen an. Otto.de bringt immer noch 90% unseres Umsatzes. Wir haben bei google Trends geschaut, wie bekannt sind die Marken (desiqual…) Ich hab einfach nur paar Räumlichkeiten wo Kleidung liegt und keine Marketingkosten. Sie nennen sich Partner für Marktplätze.

Wir sind in die Lücke gestartet, die ersten Jahre haben wir Marken zu 90% zum Originalpreis verkauft. 16 – 30% Marge. Wir gehen nicht in Preisdumping sondern ergänzen das Sortiment, z.b. Lücken die es im System gab (eine Farbe, die im Katalog fehlte) inzwischen wurde es aber auch komplizierter. Wichtig für uns. Was lernt der Marktplatz von den eigenen Daten? Also nur die Lücken reicht auch nicht. Wir sind auch abhängig von den Marktplätzen. In den letzten 5,6 Marken hat sich viel gewandelt. Anfangs gab es schlimme Exceltabellen und heute bekommt man schon auch mal Fotos und gute Inhalte. Das Verständnis fehlt immer noch, sie sind oft retailgetrieben. Manche gehen auch direkt an die Marktplätze (haben wir auch schon Marken verloren)

Was sind Wünsche an Plattformen für fairen Handel?

Wir werden zwar immer Partner genannt, aber Konditionen, Sachen im Prozess verändern, z.B. wenn ein Artikel hochretourig ist, dann braucht es den Entscheid, der wird reduziert. Produktdaten sind wichtig für den Erfolg. Ändernde Standardisierungen auf Händlerseite sind halt schwer umzusetzen.

 

Frage zur Kundenbindung

Hier hab ich nicht wirklich verstanden, was sie konkret tun.

Stefan Fraud: Kunde soll sich in unserer Oase weiterbewegen, bekommt Bonuspunkte, damit er mehr Content liefert z.B. Aktivierung und dauerhafte Bindung.

Constantin Hilt:
Wir sind noch im smoketest-level. Unsere Kunden sind so unterschiedlich, da sind wir erst dran.

Svenja Teichmann:
Wünscht sich, wir machen einen hohen 6stelligen Umsatz und aus cashflow gewachsen. Der Markt ist dabei, kaputtzugehen beim Preis. Wir sind gut wenn wir schnell zum guten Preis verkaufen können. Das ging paar Jahre gut, aber heute nicht mehr. Für Wachstumsphasen benötigt man Kapital, das ist sehr schwer. Bspw. ein grosser Wettbewerber von uns heypaula haben mit Crowdfunding 900 000 zusammen bekommen.

Einmal mehr, für mich das Highlight Event in der Online Branche. Danke Carpathia, Thomas Lang und Malte und natürlich das ganze Team. Kompliment für Programm, Orga und Moderation. Echt jetzt. Verwackeltes Bild, aber echt. Bravo.

 

 

 

Gunter Dueck – über Innovationskurven – nicht lächeln, wenn andere Erfahrung machen

Der von mir sehr verehrte Gunter Dück (omnisophie) ist mal wieder in der Schweiz. Mathematiker, Philosph und Visionär. Eins vornweg, ihn kann man kaum live dokumentieren. Das hier ist ein Live-Post und hat keinen Anspruch, vollständig oder journalistisch aufbereitet zu sein. Gunter ist einfach ein Storyteller, der die Geschichten miteinander verbindet, wie kaum jemand, den ich kenne. Gelassen, ruhig und pointiert. Er bringt seine Message auch mal in nur einen einzigen Satz.

„Lächeln Sie nicht, wenn andere Erfahrungen machen.“

Das Neue wird lang verlacht, kurz bekämpft und dann ist es ganz normal, bis zum Standard geworden. Firmen wollen ja keine Vision haben aber Tools, big data kauft man schon mal 2 Kilo. Heute hab ich so nen Chip im/am Arm und der sagt Bescheid, wenn ich sterbe, aber dann ist da kein Internet. Er hat natürlich die Lacher erstmal auf seiner Seite.

Über das Lachen erzählt er noch mehr

Das meiste ist auch irgendwie komisch, das eine Maschine meine Unterhemden kauft z.B. Die Kunst ist, das echte vom zu verlachenden zu unterscheiden. Wir haben heute gehört, Geld und Mut spielt eine Rolle. Ich denke es ist der Wille. Der Bezos und Zuckerberg, die haben Wille. Hilft nichts, wenn Daimler Vertreter sagen „Wir haben keine Angst von der Digitalisierung“.

Ich kenne das selbst: 5 Jahre ausgelacht, 3 bekämpft und dann ist es ein Produkt und funktioniert. Selbst dann bekommt man keinen Bonus, weil es heisst „du hast uns so lange geärgert und jetzt hattest du halt Glück, dass es abhebt“ sinngemäss.

Innovation ist graduell in einer kleinen Firma schöner.

Die grossen Firma fragen sich aber jetzt, was digitale Transformation sein soll.

Das allgemeine Problem des Neuen

Mein erster Blick in einem Shop ist, haben sie paypall, wenn nicht bin ich weg. Das was ein normaler Mensch findet muss man einfach machen. Da hilft es nichts, einen eigenen Standart etablieren zu wollen, wenn sich ein anderer bereits etabliert hat.

Erst ist es Krieg um die Innovation, dann ist es der Krieg um den Standard. Dann kommt der empfohlene Standard. Beispiel Whatsapp, das muss jetzt auch der Opa. Ganz normal. Gunter erklärt verschiedene Innovationskurven mit seinen eigenen Stories. (bin nicht sicher, ob die Message rüber kommt ohne Erklärung der Slides, er hat es auch nicht direkt)

Wir müssen unterschieden, über welche Phase man diskutiert. Bei Innovation geht es nicht um Gewinn, sondern darum, ob etwas aus der Innovation wird (Leute kommen auf die Plattform etc.) Wenn die BWLer doch wenigstens etwas von BWL verstehen würden. Wir haben keine Ahnung von Zinseszinsen. Wir hören heute immer „Es ist ja leider nur 1.1 %, wächst zwar 20%“. Das ist mathematisch gesehen ja dämlich.

Warum könnt ihr das nicht in ner normalen Anwendung verstehen, in 20 Jahren geht das dann durch die Decke.

Nach dem Technologie-Hype (Bsp. Amazon vor 20 Jahren) kommt der Plattformen-Hype. Erst diskutierten wir darüber, ob es Amazon überhaupt geben darf. Heute darüber ob die Plattform mehr verkaufen darf. Jetzt sind sie böse. Weil es normal geworden ist.  Der Punkt ist eigentlich nicht, die Schauermärchen über künftige Technologien (Roboter bspw.) sondern was daraus wird zuzulassen. (sinngemäss) An diesem Punkt darf man nicht lachen. Die Gefühle dazu sind einfach falsch.

Die Gartner Hype Kurve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die 2-Phasen Hype Kurve

 

 

 

 

 

 

 

 

Gunter plaudert aus seinem Leben: Revival der Bankfiliale Diskussion vor 5 Jahren (Deutsche Bank) Die Stimmen waren 77/1. Meine (die einzige) Meinung war die Filialen schliessen. (Publikum lacht, weil jeder weiss, wie es heute um Bankfilialen steht).

Sinngemäss: Ich war Cloud Computing Leader bei IBM (2006) sie haben schon ganz lange geübt. IBM hatte damals 100 Mia -Umsatz (heute 78). Argumente waren damals „Amazon ist so billig. Das kann uns nichts anhaben“. Gunter sagt, Achtung sie üben, die Logistik so lange, bis sie die Logistikkosten extrem niedrig haben.“

Zu Coop und Migros sagt er „Eine Milliarden-Company hat die Liebe eher im Tagesgeschäft als in der Innovation. Das ist hinderlich für echte Innovation“. (sinngemäss)

Die Hochmutskurve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seine Stories dazu: Das Auto hat eine Auslastungsquote von 3 – 4 %. Wenn man das wie CloudComputing macht, mehr auslasten, selbstfahrende Autos (ohne nötige Pausen) dann fallen die Logistikkosten massiv. Aber die Logistikfirmen wollen keine selbstfahrende Autos. Schade.
Natürlich macht er auch Witze über BMW Fahrer… sie sagen „ich lass mir das nicht verbieten“ Die kommentier ich jetzt mal nicht 😀 (bin auch erst kürzlich vom Tesla begeistert worden, nachdem ich immer dachte ich brauche den Sound von einem satten 6-Zylinder) Er sagt: Für diese Fahrer (Fahrstil) muss google 5 Jahre neu programmieren 😀

Er kommt nochmals auf den Service zu sprechen.

Beispiel

Bei Philipps kauft man nicht mehr die Glühlampen sondern das Licht. Es ist also immer hell.
Würde Ikea vom Produkt auf product as a service wechseln würde, würden sie sich echt gute leicht zusammenbaubare Produkte ausdenken. Collective intelligence wird ein nächstes Thema. Es entstehen Berufe, die man noch nicht hatte.

Sidebemerkung: Apps sind out. Bei 3 hat das noch funktioniert, aber bei 200 geht das nicht mehr auf.

Abgeleitet aus der japanische Kampfkunst:

sinngemäss: Es reicht nicht die Handgriffe gut zu beherrschen, sondern die Kunst. Bei E-Commerce Konferenzen will man konkrete Ratschläge haben. Eine E-Commerce Firma kann man nicht auf Basis von Bestehendem machen. Etwas gut reicht nicht mehr (Kochen können) sondern über die Kochkunst nachzudenken. Neues Business Modell braucht die Meisterschaft über die Kunst als solche. Wenn Sie was lernen wollen, gehen Sie raus aus dem Handel. Hier möchte ich euch einen Vortrag zu professioneller Intelligenz empfehlen. Darüber spricht er schon seit Jahren, aber bringt immer wieder neue Aspekte rein.

 

Wir müssen nochmal Radfahren lernen mit dem Helm. Es reden immer alle von Emotionen. Banken, Schuhe. Jeder behauptet dass sie ihre Kunden kennen. Und auch: Wir beobachten die uns bekannte Konkurrenz. Coop und Migros schaut, wer hat die beste Tüte. Das Problem ist, dass nicht google auf ihren Slides steht. Das Tagesgeschäft frisst alles auf.

Du bist schon der 12 Wolf heute, du Spammer

Für mich einer der besten Zitate bis jetzt an der Konferenz kommt natürlich auch von Gunter. (verzeiht mir, die anderen Speaker sind auch super 😉
Firmen arbeiten mit Influencer Marketing, Omnichannel und Newsletter. Aber ich bestelle  3 Newsletter täglich ab. Jetzt bin ich wieder an einer Konferenz und bekomme danach Newsletter, die ich nicht lese.

 

ecommerce-connect: Wachstumstreiber abseits vom Mainstream


Malte moderiert und startet mit „Mehr Geld ins Marketing stecken, die Zeiten sind vorbei“

 

Samy Liechti Seit 1999 blacksocks.com als Urgestein auf der Bühne.

Markus Mahler, brack.ch mtit 140 Artikel beta.brack.ch könnt ihr schon schauen, auch moblie.

Roberta Zingg, stadtlandkind.ch starteten mit Kinderkleidung (von 10 Brands auf heute 100, heute auch für Mütter und Geschenke, wir haben mehr Mut als Geld)

Leider zu oft, online shops von Männern für Männer, sagt Malte. Schön, mal die weibliche Zielgruppe zu verstehen, die funktioniert tatsächlich anders.

Pioniere des Abo-Kunden, welche Rolle spielt das zum Differenzieren?

Blacksocks: Sehr wichtig, etwa 50% mit Abos. 2 Vorteile: Über die Erneuerung ist bei uns am 1.1. schon 1.4. und 2. wir haben regelmässigen Kunden Kontakt und so die Chance, auch andere Produkte zu verkaufen. Wir sind ja eigentlich kein Händler, sondern sehen uns als Marke. Die Produkte gibt es (fast) nur direkt. Schnittstelle „Männer sind faul bzw. träge… das bedienen wir (sinngemäss) Die externen Plattformen, wo wir verkaufen sind: (die klebrigen Plattformen, wie vorhin erwähnt) zum Beispiele welche mit Kundenbindungsprogrammen. Markenstärke und Preis entscheidet darüber ob wir irgendwann mal auf Zalando sind. Wir wollen nicht die billigsten sein, wir können evtl. bei Zalando preislich nicht mithalten. Ich wollte es probieren, meine Mitarbeiter haben sich geweigert.“

Wie bringt ihr Wachstum rein bei stadtlandkind?
Roberta: Wir bewegen uns in einem sehr weiblichen Umfeld. Viele Anbieterinnen haben sich ihren Lebenstraum erfüllt. Bei uns arbeiten auch mehr Frauen als Männer, wir bieten einen Wiedereinstieg in einem Umfeld, dass sie interessiert. Dann sind Menschen im Job auch gut. Kundinnen spüren das, das wir echt sind. Wir verkaufen mit Leidenschaft und das nimmt man uns ab. Das sind keine Maschinen, die antworten, sondern Menschen. Instagram haben wir 17’300 Follower. Backstage interessiert sie.

Schweizer Kundinnen sind sehr loyal. Wir haben die Produkte nicht exklusiv. Wir kennen sie und den Namen ihrer Kinder.

Brack entwickelte sich sehr, ihr werdet sogar zum Infrastruktur-Enabler. Differenzierung?

Markus: Mit Intersport-Partnerschaft paaren wir Stärken. Wir haben auch mehr Mut als Geld, so können wir mit Kooperationen mehr bündeln. Wir sind aber auch auf Marktplätzen aktiv. Im Moment nur siroop, als einziger. Wir freuen uns auf weitere Zusammenarbeit. Same-day-delivery hat auch einen PR Effekt. Wir wollen aber vor allem innovativ sein und Trends mitentwickeln. Wir lernen auch wenn mal etwas nicht funktioniert, bleiben damit aber fit.
Malte fragt nach ob same-day ein PR Thema ist. Antwort: Die Nachfrage wächst, es gibt auch Zeitfenster zu wählen und liefern am HB Zürich bspw. aus. Die Kurzfristigkeit ist es nicht nur sondern auch die Zielgenauigkeit der Lieferung.

Samy: Wie will blacksocks wachsen? (sinngemäss)
„Wir suchen nicht das Sortiment auszubauen, sondern abzurunden. Kleider aber keine Mode verkaufen. 0.5% Retour ist sehr klein, bei Mode wäre das anders. Wir haben in den letzten Jahren stark auf Auslandswachstum gesetzt und wollen jetzt weitermachen, ich sag es aber erst wenn es soweit ist.“

1/3 CH-Umsätze, neue Märkte braucht es nicht, einige Märkte strahlen stark auf andere aus. 3 Kunden in den Malediven (auch wenn es kein Kernland für Socken ist).

Malte sagt: „Bist du in der Nische, dann denk über Ausland nach….“

(sorry, war kurz abwesend gewesen, hab festgestellt, dass Martin Walthert von Digitec neben mir sitzt, lustig)

Was zum Brack Order Button:

Wie kam es dazu: Inspriation von Amazon und haben das CH Sackmesser der Buttons gemacht. Wir haben überlegt, was können wir besser machen. 4 sinnvolle Tasten, man braucht ja nicht nur ein Produkt. Wir bewegen uns mehr auch zu Verbrauchssortiment (Proctor & Gam… hin. Wir erhalten tatsächlich auch Bestellungen über den Button.

Kundenbindung mit Brack plus (wie amazon prime) funktioniert das bei euch, eine feste Fee zu bezahlen?

Wir bringen das zusammen auch wegen dem Nutzen. Buttons haben wir mehr verkauft als das Abo. Schöne Anzahl an Kunden gewonnen. Was immer das heisst. NL Öffnungsrate ist gut, aber wir kommen natürlich nicht an amazon prime ran.

more Blacksocks button:

Samy: es braucht einen usecase. Socken können über das Frischhaltedatum hinaus getragen werden 😉 Wir wollten die Leute dort abholen, wenn sie daran denken, dass sie Socken kaufen sollten (nach der Dusche, das vergisst er bis er wieder am Handy oder Tablett ist) Deshalb der physische Button. Prozess: wir prüfen schnell ob alle Daten stimmen und dann geben wir die Bestellung auf. Das spontane „Ich bestell mal“ scheint (online button) zu funktionieren. Aber unsere physischen button gibt es erst seit letzten Montag.  Zukunft für ein einfaches Produkt.

Thema Reichweite: benutzt ihr Plattformen (amazon etc.) dazu? Das ist teuer, aber Kunden bewegen sich dort.

Roberta: Für die Zukunft evtl. Im Moment nicht, weil wir uns spezialisieren auf Persönlichkeit und Nähe zum Kunden. Reichweite geht mehr über Kooperationen mit Leuten, die unsere Leidenschaft teilen. Kundinnen, Blogger.
Malte brummelt als Antwort bisschen, meine ich wahrzunehmen. (er würde wohl ja antworten)

Wie stark arbeitet ihr bei Brack an Marge durch Services zu ersetzen? Viele Händler wollen ja Hersteller sein um Markteintritt von Amazon gelassen entgegenzusehen?

Ich glaube nicht, dass wir nur noch Services bieten, wir werden sicher Händler bleiben. Eher als Ergänzung. Setzen eher auf die Kombination von Produkten. Installationsservices (wo wir kooperieren. auch mit Mila zum Beispiel) 50% Die Kunden wollen Profi und 50% die Alternative.
(Sidebemerkung von mir, Su: Yay Mila ist cool, unsere Tochter startet morgen dort ihr Praktikum, freu mich) In der Schweiz ist es eher keine Preisentscheidung (sinngemäss)

Wo sind die grössten Widerstände?

Roberta sagt, sie denken eher über Investoren nach.

Samy:
Zugang zum Kunden ist nicht einfacher geworden. Bestandkunden zum richtigen Zeitpunkt. Solange die Beine unsrer Kunden durchblutet sind, sollen sie unsere Socken tragen. Wir arbeiten einigermassen mit Intelligenz für den richtigen Zeitpunkt für Newsletter. Ohne Fremdkapital wird es immer challenge sein, wie lange können wir uns die Technik noch leisten. Sprachen etc. Da braucht es eine bestimmte Grösse, um das überhaupt machen zu können.

Deswegen staunt Malte über den Button, Alexa wäre ja auch eine Möglichkeit (Dritttechnologie) – sinngemäss
Antwort von Samy: amazon dash sind die Eintrittshürden zu gross für uns. Ist nicht machbar.

Markus:
Logistikausbau warten wir auf Bescheid bzgl. Einsprache und neu starten wir in der franz. Schweiz mit dem Beta Shop. All die bestehenden Sortimente ergänzen mit neuen.

Mein Fazit von der Podiumsdiskussion. Viel mehr wirkliche learnings und Zahlen als im ersten Beitrag. Danke

ecommerce-connect: Podium Lebensmittel-online

Wenn ich nicht jährlich an der ecommerce-connect wäre, ich gestehe, dann würde ich viele Shops schlicht nicht kennen. Heute gehts hier (auch) um Fleisch, ja Fleisch online kaufen. Also in dem Fall wohl kein Zufall, dass ich das nicht auf dem Schirm, also Teller hab. Also das hier ist live, gell. Sorry für Typos.

Ein paar Aussagen vom Podium Lebensmittel online. (Die Leute auf der Bühne, Philippe Huwyler, coop@home, Dominique Locher, LeShop, Lucas Oechslin, HelloFresh und Daniel Walter Luma. (Verlinkungen folgen später)

2% Food. Neueste Studien sprechen von realistischen 20% Food im E-Commerce. Wer deckt das ab? fragt Thomas Lang (in einer übrigens punktgenauen Moderation). Die einhellige Antwort: Die Loyalität der Kunden nimmt ab und in 4 Jahren sind die dig. Natives gewöhnt online einzukaufen.

Bildquelle ecommerce connect

Eine der Antworten: Es ist essenziell, dass wir Wege finden, online mit Lebensmitteln umzugehen (ohne anfassen, riechen…) wir brauchen vernetztere Ideen, zum Beispiel viel weniger Auswahl für leichtere Entscheidung.

Warum wächst food so langsam online? Wie sieht es mit den Kosten aus?

Daniel hellofresh.ch. Wir bedienen aktuell Kunden, die planen und wissen, dass sie nächste Woche drei mal xy essen. Dadurch können wir exakt ausrichten und die Kostenstruktur ist entsprechend natürlich entstanden. Wir sind online „geboren“ sozusagen und müssen nicht umstellen. Bei uns gibt es nichts tiefgekühlt.

Daniel, Luma: Bei uns ist es ähnlich. 250 CHF ist der durchschnittliche Warenkorb. Wir sind zu klein um Mindestbestellkosten zu senken oder Gratisversand anzubieten (ca 15.–)

Dominique: Amazon kann sich erlauben, massiv kostengünstig anzubieten. Sie wollen
1. Frequenz holen (Investieren in Lebensmittel ist eine Marketingausgabe)
2. Kundenbeziehung und Daten aufbauen
3. Vertrauen und Image aufbauen (Lebensmittel, die frisch sind, sind anders als ein Harry Potter Buch)

Was haben wir eigentlich falsch gemacht?

Philipp: Amazon ist eine Techfirma und wir eine Lebensmittelfirma. Wir müssen unsere Vorteile und jahrelangen Erfahrungen nutzen. Der Schweizer ist und isst anders. Ich bin nicht überzeugt, die Kosten zu halbieren. Wenn die Leute eine Serviceleistung möchten, dann bezahlen sie auch dafür. Was will der Kunde für einen Service? Das gilt es zu bedienen…

Thomas Lang (Moderator) lässt nicht locker und sagt, was ist, wenn amazon fresh kommt?

Philipp: wir haben schon auch die Coop und die Migros-Kinder. Aber amazon hätte die Kraft in der Schweiz. Wir bauen deshalb den Service aus und bringen Innovation auf den Markt. Wir versuchen zu erkennen, was Kunden möchten.
Er bleibt sehr wage, versucht irgendeine Innovation anzuteasern, ohne etwas zu sagen. Sehr schade.

Kurzfristige Bedürfnisse, Kunde kombiniert Laden und online, das ist eine Stärke von amazon. LeShop sagt immer was sie gemacht haben, aber nie was sie machen werden. Das wird auch unter mir noch so sein.

Kleine Sidebemerkung von mir. Wow, da vorne ist echt ne Testosteron-Runde. Es gibt nur „der Kunde“, der Nutzer…. Ist mir bisher noch nie so aufgefallen und ich hänge ja nicht an den Bezeichnungen. Aber hey, gelegentlich mal eine Kundin auf dem Webshop erwähnen tut nicht weh.

Hellofresh sagt, es geht um Entdecken, Rezepte, Kochtechniken, ohne sich länger beschäftigen zu müssen. Der Schweizer kennt und kocht etwa 10 Rezepte regelmässig. Man will sich nicht ständig darüber Gedanken machen. Wir liefern die richtigen Mengen etc., das ist super einfach. Die meisten schauen gar nicht mehr, welche Rezepte nächste Woche kommen (ich denke er meint, dass sie trotzdem bestellen) 75% nutzen die voreingestellte Auswahl.

Weiss nicht von wem die Quote ist. Sinngemäss: Der Kunde möchte immer schneller und günstiger… und das sind die Herausforderungen für uns.

Hab ein paar Quotes von den Herren auf der Bühne geschnappt:

Philippe Huwyler „Wünsche mir selbstfahrende Fahrzeuge und dass Männer ihre 5m Fahrzeuge abgeben“. Es lohnt sich aber, eine eigene Fahrzeug-Flotte zu betreiben. Diese 1:1 Beziehung im Handel wird immer wichtig sein. Erotik nur über die Brille ist wohl auch nicht zielführend“.
Dominique Locher „Die Kapazität ist ein Schlüsselproblem.
Lucas Oechslin, luma: „Wir schockfrosten und transportieren alles mit der Post. Wir umgehen auch foodwasting, anders wie lokale Geschäfte.“
Daniel Walter, hellofresh „Wir versenden auch mit der Post. Die Logistik lernt noch mit Frischfleisch umzugehen. Es ist spannend das zu entdecken und zu entwickeln“.

Was ich konkret mitnehme aus der Diskussion? (nicht aus dem was ich vorher über die Shops wusste) Nicht wirklich Neues für mich (sorry)

  • ok die Leute sind sympathisch und suchen neue Wege
  • sie setzen auf Service
  • sie setzen auch auf Qualität
  • Luma überzeugt mich persönlich am meisten, weil sie einfach Mehrwert mit Rezepten und passenden Zutaten und Inspiration bieten.
  • mehr gab es für mich leider nicht zu lernen
  • alle haben noch viel vor („Wir werden uns nach der Decke strecken“)

Philippe von coop@home schenkt Dominique, leshop eine Tasche mit Coop Produkten. Sehr charmant. Er wünscht ihm alles Gute für den neuen Job und bedankt sich bei ihm als tollen Kamerad. Paar Hintergründe im Inti mit ihm bei Carpathia im Blog.

Jetzt ist Pause und der DJ spielt einen Song ein mit Zitaten der Referenten. Abgefahren. Ich finde noch raus, wie er heisst. Nachtrag: Baldower

 

Gendergerechte Sprache – ein Pro und mein Kontra

Update und ein Nachtrag, der mir am Herzen liegt. 19.06.2018: Ich habe meine Meinung grundlegend geändert. Ich finde es teils immer noch schräg, alle -innen Formen verwenden. Deshalb hab ich mich umgestellt auf abwechselnde Schreibweise, mal Leaderin, mal Nutzer etc. Ich versuche so, auch im Kopf einen kleinen Stopper zu kreiieren. Ich habe durch viele Kommentare und Recherchen gelernt, dass wir Menschen über Worte sensibilisieren und als Zuhörer auch Bilder erzeugen. Wenn für mich als Schreibende klar ist, dass eine Frau Bänkerin ist, heisst das noch lange nicht, dass es auch in anderen Köpfen so ist. Es ist erwiesen. Lasst uns also doch den mühsamen Weg gehen und die -Innen-Form verwenden. Noch ein Beispiel, das es deutlich macht.

Update: 15.05.2017 Die Suche innerhalb von XING bringt bei neutraler Formulierung „Maler“ auch tatsächlich nur männliche Anbieter hervor. Danke für den Hinweis Lisa Ringen. Gleiches bei LinkedIn. Ein Tipp aus dem Kommentar-Thread: Bei der Suche „Fotogra* eingeben, ist zwar ein guter Praxis-Tipp, aber wohl nicht alltagstauglich für jedermann/frau.  Schaut euch auch mal die Reaktionen an. Grossartig von Alexander Klopman von XING reagiert. Aber es finden sich auch abwertende Kommentare gegenüber Gender-Aktivisten, die doch allerhand sind. Es tut mir leid, dass wir immer noch darüber diskutieren müssen. Ich möchte hier unterstreichen, für mich persönlich ist das Thema gendergerecht durch und veraltet, es soll gelebt werden und nicht als Streitpunkt bei Formulierungen herhalten. Ich bleibe nur aus diesem Grund der Bezeichnung Berater für mich und meinen Beruf treu.

Im HR Today erscheint heute ein Pro und mein Kontra zur gendergerechten Sprache. Mich beschäftigt die gendergerechte Formulierung in meinem Job natürlich schon länger. Deshalb habe ich die Gelegenheit genutzt, einmal „etwas. lauter“ bzw. schriftlich darüber nachzudenken.

Selbstverständlich setze ich mich (noch lauter) für Gleichberechtigung ein. Ich wünsche mir aber einen Blick auf Menschen, mit ihren unterschiedlichsten Anderssein, statt beharrlich unsere Sprache zu verbiegen.

Verbindende statt trennende Elemente

Was ist schon anders? Schnell urteilt man „die anderen tun oder denken dies und das“. Rosa und Hellblau ist hier nur eine der bekannten Schubladen, in die ich mich nicht einfinden möchte, obwohl ich weiss, dass sie teils naturgegeben sind. Gestern in einem Content Kurs behauptete ein Teilnehmer, Sarkasmus spräche nur Männer an. Mannomann. Da zieht es mir die Schuhe aus, die Motorradstiefel oder die High Heels. Such dir was aus, Mensch. Mit der gendergerechten Formulierung zielte man eigentlich auf Gleichheit ab, aber wir trennen eigentlich in meinen Augen.

Ich wünsche mir die ganze Farbpalette, die die Welt uns bietet und Selbstverständnis von Respekt in unserer Sprache statt künstliche trennende Elemente.

Pro: Prof. Christiane Hohen- stein ist Professorin für Interkulturalität und Sprachdiversität sowie Diversity- Beauftragte an der ZHAW

 

Was haben 25 (?) Jahre gendergerechte Sprache gebracht?

Ich möchte niemandem zu Nahe treten und respektiere die Forderung nach gendergerechten Formulierungen. Ich kenne einige Menschen, die politsch korrekt sprechen und sich dafür einsetzen.

Jedoch denke ich, dass man nicht Jahrzehnte lang etwas fordern kann und dabei ignoriert, dass das Ziel verfehlt wurde. Schlimmer noch. Wir sollten längst gleichberechtigt leben und agieren. In meiner Kindheit, in den 70er Jahren in der ehem. DDR waren Schul- und Kinderbücher mit Männern und Frauen in Bauberufen, Schweisserinnen und Panzerfahrerinnen (na lassen wir das lieber) abgebildet. Ich wurde in meiner Familie nicht limitiert sondern gefördert. Meine Mutter brachte es nicht aus der Ruhe, als ich ihr eröffnete, „Kosmonaut“ und später Maurer werden zu wollen. Wir können alles sein, wenn wir das Zeug dazu haben. Männer, Frauen, Transmenschen. Und davon bin ich noch heute überzeugt. Ich stelle den gleichen Tagessatz in Rechnung wie meine männlichen Mitbewerber. Lasst mich jetzt bitte nicht noch von Menschen aus anderen Ländern und Hautfarben sprechen. Wir sind im Jahr 2017. Auch wenn sich das in „unserem“ Land nicht in jedem Belang so anfühlt.

[Tweet „Unauffälliges Augenverdrehen beim Formulieren hilft der Gleichberechtigung nicht. Im Gegenteil.“] Es ist ein unangenehmes Hindernis entstanden. Und auch dieses beeinflusst unser Denken. Wird die (sprachliche) Gleichstellung der Frau als anstrengend oder gar lächerlich empfunden, wie sollen Menschen sich dann beim Handeln dafür einsetzen?

So, das war meine längere Einleitung als die von HR-Today. Bin gespannt, auf eure Meinungen, Erlebnisse und Überzeugungen. Bitte teilt sie mit mir.

Feuer frei (ich meine mit Buchstaben)

Offizielle Einleitung von HR Today: „Während die Online-Kommunikations-Dozentin Su Franke Schräg- und Bindestriche für einen Anachronismus hält, plädiert die ZHAW-Professorin Christiane Hohenstein für die geschlechtsspezifische Anpassung von Texten.“ (Das Wort Anachronismus hätte ich nicht benutzt, aber finde es dennoch passend)

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Und hier noch der Text aus dem Artikel. Ein bisschen in meinem Stil formatiert.

Gleichstellung von Menschen statt Sprach-Hindernis

In den 90ern hörte ich in einer Satire-Sendung „Liebe Hörerinnen und Hörer an den Radioapparatinnen.“ Danach habe ich viel über das künstliche Sprach-Hindernis der gendergerechten Formulierungen nachgedacht. Innere Einstellungen werden wir damit nicht verändern.

Gendergerechte Formulierungen stehen uns beim Sprechen und Schreiben meist im Wege. Sätze klingen aufgedunsen oder unpersönlich. Universitäten veröffentlichen Leitfäden, die helfen sollen, korrekt aber lesefreundlich zu formulieren. In Geschäftsberichten wird einführend darauf verwiesen, dass nachfolgend stets beide Geschlechter gemeint sind. Schreibende Menschen haben längst ihre Wege und Abkürzungen gefunden, die einer gleichstellenden Schreibweise gerecht werden sollen. Varianten mit Schräg- und Bindestrichen trennen was sie eigentlich vereinen sollen. Worte werden unaussprechlich, aber man würdigt zumindest die gute Absicht des Autors. Ich könnte auch schreiben ‚frau würdigt’, aber das ist orthografisch nicht korrekt.

Sagt eine Geschäftsführerin „Liebe Mitarbeiter/Innen“, fühlen sich die männlichen Kollegen nicht angesprochen. Formuliert sie „Liebe Mitarbeitende“, kommt das bei mir nicht an, weil es nicht meiner Muttersprache entspricht. Bei manchen Worten ist es leichter, männliche und weibliche Formen zu nutzen. Niemand stellt eine Geschäftsführerin oder Ärztin in Frage. Oder staunen wir im Jahr 2017 noch, dass es „sogar“ eine Frau geschafft hat? Falls ja, ist für mich das Ziel weit verfehlt. Wollten wir doch gleiche Chancen über die Sprache suggerieren.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte, denn sie werden Taten..

Unser Denken beeinflusst, was wir sagen und schreiben und umgekehrt. Aber können wir über eine unnatürliche Formulierung tatsächlich das Denken verändern? Ich habe Leute gesehen, die daran verzweifeln, die geforderten Schreibweisen für Gleichstellung einzuhalten. Unauffälliges Augenverdrehen hilft der Sache nicht. Im Gegenteil: Es ist ein unangenehmes Hindernis entstanden. Und auch dieses beeinflusst unser Denken. Wird die (sprachliche) Gleichstellung der Frau als anstrengend oder gar lächerlich empfunden, wie sollen Menschen sich dann beim Handeln dafür einsetzen?

Gleichberechtigung sollte in einen grösseren Kontext

Wir sollten Gleichstellung in einen grösseren Kontext stellen. Männlich und weiblich sind nur zwei Aspekte in hierarchischen Strukturen. Aber gleichstellen sollten wir Menschen in ihrer Vielfalt. Transmenschen (ich habe jemanden gefragt wie es korrekt heisst), ältere und junge Leute, Schwangere, Menschen mit körperlicher Behinderung, ungewöhnliche Lebensformen, Menschen aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen oder fremden Kulturen.

Manche Sprachen kommen sogar ohne geschlechtsspezifische Pronomen aus. Dort ist ‚der’ Mensch weder männlich noch weiblich, sondern ein Mensch. Statt Sprach-Hindernisse weiter zu verteidigen, enttarnen wir lieber Diskriminierung im alltäglichen Handeln, gegenüber Menschen, die vermeintlich anders sind, aus dem „falschen“ Land kommen, einen komischen Dialekt sprechen, Transmenschen und viele weitere diskriminierende Beurteilungen erhalten.

Ich wünsche mir, dass wir unsere Sprache in klaren, verständlichen und respektvollen Formen nutzen, um damit mehr Gleichheit zu schaffen. Mit hinderlichen Sprachregelungen haben wir es jedenfalls nicht geschafft. Für mich ist die Idee der gendergerechten Sprache überholt, weil sie versagt hat.