Aus interner wird externe Kommunikation

Social Media verändert nicht nur die Kanäle der Unternehmenskommunikation, sondern definiert die PR-Arbeit komplett neu. Mitarbeiter und ehemalige, Kunden, Aktionäre und Unbeteiligte prägen in Blogs und Netzwerken die Kommunikation über ein Unternehmen. Die neue Offenheit und Öffentlichkeit fordert ein Umdenken bereits bei der internen Kommunikation, um effizient nach aussen zu kommunizieren.

Gestern hab ich beim Berufsregister Schweizerische PR Gesellschaft über Web 2.0 in der PR-Arbeit gesprochen. Neben Peter Hogenkamp, Marcel Bernet und Markus M. Müller erzählte ich von meinen Erfahrungen mit Social Media in der PR Arbeit bei Namics.

Mein Aussage war interne Kommunikation wird externe – statt umgekehrt . Menschen kommunizieren sowieso, und gut informierte Mitarbeiter tun dies besser, sie werden Teil der Corporate Communication (nicht instrumentalisiert sondern selbständig). Nicht alle Teilnehmer fanden das auf Anhieb ok, umso spanneder, dass in den anschliessenden Workshops tolle Ideen sogar für eine öffentliche Verwaltung entstanden sind.

publikum am Vortrag des Berufsregister Schweizerische PR Gesellschaft

Für mich macht das Sinn:– Mitarbeiter kommunikativ intern und extern einbeziehen,
– Die Vernetzung und Kommunikation von Kollegen, die ohnehin stattfindet, nutzen (geniessen)
– PR-Leute werden von Verteilern selbst zu Publizisten
– Überdenken der Mediendefinition
– Ein Blog ist ein Medium (Gewichtung, Aktualität, Dialog)
– Social Media Inhalte leben länger und verteilen sich
– Weg von Kanälen hin zu Netzwerk-Denken, ok das braucht ein wenig Abenteuerlust

Danke an Thomas Maurer vom SRPG für die Einladung. Mir hats Spass gemacht mit Berufskollegen über Ansätze auch für andere Branchen zu tüfteln. Und jetzt bin ich gespannt, wen ich von den Teilnehmern heute im Twitter und Co. treffe.

Web 2.0 als Katalysator der Unternehmenskommunikation [pdf, 1,3MB]

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10 Gründe warum Blogs in Deutschland (angeblich) nicht funktionieren

Die Financial Times nennt Gründe, warum das angeblich so sein soll. Auch die Süddeutsche publiziert die Liste von Blogger Felix Salmon . Weil ich leider kein Kommentar-Feld finde und für alle denen das weiterblättern „zum nächsten Abschnitt“ zu mühsam ist, hier die Thesen in Kürze mit ein paar Gedanken dazu:

1. Deutschland tickt in Hierachien – heisst das: führende Personen bloggen nicht und lesen keine Blogs? Glaub ich nicht. Ohne Online Kommunikation gäbe es weniger Publicity, sie würden sich nicht weiterentwickeln und unsichtbar werden.

2. In Deutschland zählt Qualifikation mehr als alles andere – die Dinger verstauben an der Wand und man lernt nix dazu, mumifiziert sich selbst. Nein, lieber Felix. Blog-Leser wissen mehr, das wissen auch Menschen mit Diplomen.

3. Stimme des Volkes hören ist nicht typisch deutsch – Diese Bemerkung tut weh. und: Macht das Internet vor geografischen Grenzen Halt?

4. Karrieredenken wichtiger als Bloggen – Kommunikation spielt also keine Rolle beim Weiterkommen? Traurig

5. Angst vorm Scheitern – das ist ein wahres Argument, zugegeben, bestimmt hindert das Manchen und braucht Arbeit am Ego und Mut zum sich selbst korrigieren.

6. Methodik vs. Schnellschüsse – auf die Schnelle fällt mir dazu nix ein 😉

7. Ausssenseiter-Ansehen nicht erwünscht – 1.4 Mio. Blogger warens 9/2007, Google gibt 59.900.000 Treffer für das Wort Blog im deutschen Kontext, 40’000 twittern laut Thomas Pfeiffer Und wollen nicht viele Menschen gern anders sein als „alle“?

8. deutsche Professoren bloggen nicht – ich vermute ein Klischee.

9. kein Geld verdienen – ok. das tun viele Verlage zwar auch nicht genug, heissts. Der Autor dieser Thesen scheint zu verdienen, oder warum bringens gleich zwei Zeitungen in gleichem Wortlaut? Ohne Kommunikation kein Business.

10. Ferien sind wichtig – Endlich Zeit, mehr zu bloggen 😉

Ein Blog hat einen oder mehrere Autoren und Leser, die wiederum Autoren sind. Die 10 Gründe sprechen nicht von den vielen Kommentatoren, die einen Blog bereichern. Hoffentlich zählt bald mal jemand wieviele Menschen sich in Blogs austauschen. Ich habe übrigens jetzt das Kommentarfeld bei der Financial Times gefunden. Es heisst Leserbrief und ich musste meine ganze Postadresse angeben.

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Ab mit alten Presse-Zöpfen, good bye .ch

Schon lange frag ich mich „Was ist das Konzept“ hinter jeder (nicht mehr) neuen Gratiszeitung, wie .ch. Wie kommt man auf die Idee, mit einem „me-too-Produkt“ Geld verdienen zu können, wenn mans nicht „günstiger“ als der Wettbewerb machen kann und dazu mit der gleichen Schlagzeilen-Schlacht.

Oder gings drum, dass sowieso niemand für eine Zeitung (also den Inhalt) bezahlen will, bzw. noch nie jemand für den Inhalt bezahlt hat, wie mir kürzlich durch Clay Shirky im Handelsblatt klar wurde?
Ist die Antwort, „ok, dann eben gratis“? Beim Nachdenken merkt man schnell, dass Leser inzwischen aufgrund des Online-Verhaltens wählen, was sie lesen und längst nicht mehr die Treue eines 80jährigen Ehepaars aufbringen.

Also nehmen die Leute morgens irgendein Heft.
– Weils gratis und einfach ist?
– Aus Gewohnheit?
– Aus Langerweile?
– weil die S-Bahn noch nicht online ist?

Gelegentlich sehe ich klägliche Versuche, mit imagebewahrendem Lächeln die news statt die 20minuten zu nehmen. Karsten Füllhas schrieb schon vor 1.5 Jahren über den Unsinn.

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Nun ist das Entsetzen gross, dass es nicht aufging. Nicht nur bei .ch. Das Wall Street Journal visualisierte kürzlich das Desaster der Presse. Wieso lässt ein Verlag nicht einfach die Blog-Kultur seiner Leser zu? Warum darf ich immer“nur“ kommentieren.

Die Blogs zum Welt-Geschehen spriesen daneben wie Pilze aus dem Boden und manche werden zu Star-Publizisten, weils die Leser entscheiden. Leute schreiben für Leute nicht mehr nur für die mit ähnlichen Ansichten. Das können auch Journalisten, wie Malte Welding, eben nur nicht für Geld. Das ist für den Berufsstand und die PR-Leute eine Katastrophe aber nun mal Realität. Versuchts doch mal mit dem runden Tisch als Info-Plattform (auch Collaboration genannt). Moderieren nennts Peter Sennhauser bei medienlese.ch so treffend.

Wir sollten ohnehin lernen, auf äussere Umstände mit Flexibilität zu reagieren statt starr an alten Zöpfen zu hängen. Eine grosse Aufgabe, zugegeben, lohnt sich aber.

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Corporate Wording im Social Media Zeitalter?

Kein Corporate Wording Konzept? Aber nicht doch, das gehört in ein ordentliches CD. Punkt.
Das hätte mal von mir sein können. Hat da eigentlich wer versäumt, die Lehrbücher zu aktualisieren?

Wie soll man ein CW durchsetzen, wenn heute alle (oder mindestens mehrere) Mitarbeiter inhaltlich zur Kommunikation beitragen? Und zwar selbständig auf Blogs, im Twitter im Wiki-Intranet, in Fachbeiträgen und als Referenten. Die Leute drücken sich (und ihr Wissen) über Sprache und Texte aus. Und dieses Verhalten ist ein Teil der CI – immernoch. Wo ist da das (corporate) Wording? Ich glaube, das hat ausgedient. Spezialisten schreiben sebst ihren Fachbeitrag, Ich vermittle diesen nur.

Früher hat mich dazu ein Fach-Kollege gebrieft und ich oder sonstwer schrieb. Dann 3 mal über den Text. Wessen Handschrift blieb am Ende? Will der Mitarbeiter da noch seinen Namen drunter setzen? Der Artikel hat sein Wesen (das Verhalten) verloren – er ist leer.

corporate-kommunikation

Beiträge, die die Grundregeln journalistischer Arbeit bedienen (Relevanz, Bezug, Interesse) und ich den Autor persönlich sprechen höre, auch beim Lesen
= charmant, autenthisch, inhaltsstark. Da geh ich gern schnell nochmal drüber, Tippfehler (ausser bei posts 😉 raus, etwas kürzen und fertig.

 

Mein Corporate Wording ist Authentizität, inhaltlicher Wert, Rechtschreibung und natürlich suchmaschinenrelevante Gleichschreibung. Und pardon, ich finde auch externe Texter für eine Corporate Website daneben. Ich will das Herz schlagen hören, auch bei Unternehmen.

ps. Bestimmt hab ich mich jetzt in die Marketer-Nesseln gesetzt. autsch…

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Corporate Filme: schlau, Abzocke oder teures SEO?

Dass Google und Co. Filme mögen, weiss ich. Und ich mag sie auch, besonders wenn sie nur 3 Minuten dauern.

Kürzlich hörte ich von Daniele Gabonio, was Cityguide TV in Sachen Film für Marketer anbietet. Ich kannte bisher Cityguide als ein (print) Nachschlagewerk für KMUs, Restaurants und allerlei Regionales.

Weil er mich im Telefonbuch mit meiner Mini-Yogaschule fand (ja es gibt ein Leben neben Job und ja es gibt auch noch systematische Telefonbuch-Verkäufer) sprach er mich an, ob ich an einem sogenannten Web-Referenzfilm für eben diese interessiert bin. Klar wollte ich wissen, wie das geht. Und habs bei einem Mittagessen in Oerlikon rausgefunden:

Die Leute machen eine sogenannte Reportage und schneiden sie auf erträgliche 3 Minuten. Das kostet richtig ! Geld. Wir renden hier von mehr als 10’000 Franken. Aber:
Bei einem Referenzfilm entfallen diese Produktionskosten und ich muss monatlich nur um die 200 Franken bezahlen. Und zwar dafür, dass meine Website in den einschlägigen Suchmaschinen nach oben katapultiert wird und zwar mit einem charmanten Video, das ich ja auch anderweitig verwenden könne.
Cityguide TV trägt den Film mit einer Art Visitenkarte in verschiedensten „Katalogen“ zum Beispiel local.ch ein. Diese sorgen für ein „natürliches“ Nachobenkommen in den Suchmaschinen.

Beispiel: Ich suche in Bern Möbel. Google findet 50’000 Möglichkeiten und zeigt auf der Trefferseite Utiger Möbel- und Bettenhaus, (eins der Geschäfte mit Film) auf Platz 1.

Geh ich dann auf ‚lokale Branchenergebnisse‘ wieder Utiger.

Komisch zwar, das auf der Website selbst der Film nicht eingebunden ist, aber ja… Offensichtlich ist es lukrativ für beide Geschäftspartner. Ausserdem bleibt der Film unter der URL http://cms.cityguide.com (aha!)
Ich bekomme leider keinen Film, weil ich zu geizig für die monatliche Gebühr, zu faul für Verhandlungen bin und Google mein Yoga auch so mag 😉

Nettes Detail, gestern hat ein anderer Mitarbeiter von Cityguide das Angebot auch meiner Marketingkollegin Nicole vorgestellt. Brauchen wohl viiiiele Referenzfilme, um irgendwann mal die horrenden Kosten fürs Filmen verlangen zu können. Höchste Zeit also für diesen Post, auch wenn ich immer noch nicht weiss, ob ichs in die Kategorie clever oder Abzocke packe.

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Women wired in Web – Nachhilfe für Dummchen?

Toll – Bestofswissweb vergibt einen Award Women wired in Web! Und kündigt ihn in der Award Night u.a. mit den Worten „ermuntern, unterstützen“ an. Ich war mir sicher, dass nicht ich es sein werde, die sich darüber aufregt. Übers Wochenende werden sicher Andere ihre Stimme erheben. Falsch gedacht. Finden das die meisten Leute und auch die Ladies unter uns vollkommen ok? Nun muss ich also doch mit diesem Auftritt reinen Tisch machen.

Das geht gar nicht. Ich komme mir vor wie ein nachhilfebedürftiges Weibchen, das netterweise jetzt symbolisch mit einem Award geehrt wird, für etwas, das mit Verlaub ohnehin stattfindet.

Frauen vernetzen sich.

Ja sie tun das: persönlich, telefonisch und auch im Internet, mit E-Mail, Skype, Twitter, Xing und allem drum und dran. Ich glaube nicht, dass diese Leistung eines Awards bedarf. Sowas kann wirklich nur Menschen einfallen, die ihre eigenen Ansichten über die von anderen „Minderheiten“ stellen. Wenn es denn überhaupt eine Minderheit weiblicher Web-Vernetzter gibt?

Die Aussage, wie ich sie empfinde:
„Liebe arme Frauen, wir Jungs machen Euch doch nun wirklich vor, wie es geht. Wenn Ihr Dummchen das jetzt auch endlich kapiert, dann findet Ihr auch ganz viele Kochrezepte im Web – Ihr könnt sogar Eure Karriere fördern und wir (wer immer das ist?) überreichen Euch dafür einen Award.

PS: Frauen Netzwerke wie Swonet „swiss business network“ musste ich leider wieder verlassen, weil ich nicht erkannte was eine Dessou-Modenschau mit Erfolg im Geschäftsleben zu tun hat, oder hab ich was verpasst?

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Peinlich oder web-sozialer Mensch?

„ups, peinlich“ sagte kürzlich eine Kollegin zu mir, weil Jürg, unser CEO, meinen Post kommentierte und mich berichtigte.

Ich frag mich: Warum sind wir Menschen so auf ein perfektes öffentliches Bild bedacht? Das ist nicht Social Media tauglich, wie ich meine. Kommunikation ist, nicht nur reden, sondern auch Antworten bekommen oder geben. Wie im wahren Leben, nur sichtbarer.

Früher briefte mich erst der Spezialist, den Text hab ich besonders bei schweren Themen, mit Kollegen und dem Chef gecheckt. Wie kommt das an? Was meint Ihr? Das gab (vermeintlich) Sicherheit. Das Ego des Schreiberlings war bestätigt und er oder ich veröffentlichte ruhigen Gewissens. Unser perfekter glatter Ruf war wenig in Gefahr, weder intern noch extern.

Etwa so, link zum Buch
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Heute schreiben die Spezialisten (im besten Fall) selbst. Die Kommunikatoren aber auch über gelernte Fachthemen, andere kommentieren, ergänzen. Das Social Media Spiel eben. Der Stolperstein: wenn nicht jeder an sich arbeitet und lieber eine glänzende Fassade aufrecht halten will, funktioniert der wahre Schatz vom kollaborativen Ansatz nicht.

Hilfreiche Eigenschaften sind, wie ich meine:

Aufrecht = aufrichtig, fair und zugleich
Biegsam = ich korrigiere mich, lerne dazu und lasse andere teilhaben.
Eben öffentlich.

Fehlt diese innere Einstellung entstehen wertlose Inhalte und neue Social Media Probleme. Zum Beispiel wie rette ich mein Web-Image? Oder Online Reputations Management. Manch einer kommuniziert lieber gar nicht mehr, dann kann nix schief gehen.

Ich sage nicht, dass es immer leicht ist, öffentlich korrigiert zu werden, aber es lohnt sich, das eigene Ego nicht zu wichtig zu nehmen und zu geniessen, ein web-sozialen Mensch zu werden.

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Online Texten und ein toter Frosch

Vor ein paar Tagen, hatten wir Saim Alkan zu Gast, um mehr über gute Online Texte zu lernen. Nun weiss ich, dass ich eine Fünf als 5 und Prozent als % schreiben darf (adé schlechtes Gewissen). Denn so schreiben es Suchende.

Wusstet Ihr, dass Google 3 Sätze nach einander mit Keyword als Spam erkennt? Aktuell lässt Google 3 – 5% Keywords zu und schätzt einen Text von mindestens 150 Zeichen (Relevanz). Im Web lesen nur 16% der Leute einen Text zu Ende. Weils blendet, flimmert, zu viele Informationen. Wir machen 40’000 Pupillen-Bewegungen mehr am Tag am Monitor.

Leser lieben die Story vom toten Frosch, wenn sie schnell und leicht lesbar auf den Punkt kommt. Sie möchten in der Überschrift sehen, worum es geht und strukturierte, verdaulichen Textmengen mit weiterführenden Infos (Unterseiten, Links).

Was ist der Unterschied von Print und guten Online Texten? Hier meine Learnings:

Print:
7 W’s [pdf, 80KB]
– linear, Infoperlen, roter Faden
– auf Papier sind 5 Zeilen pro Absatz ok
– Worte, die sich nicht oder wenig wiederholen
Einleitung, Behauptung, Begründung [pdf, 45KB]
– treffende Überschriften

Web:
– rotes Tuch, statt Faden,
– keine langen Einleitungen
– Keywords einflechten
– normale Sprache verwenden
– Einstiegsseite, die auf weiterführende Infos leitet
– Text vor Bild
– verdauliche Textmengen
– 5 Zeilen Word sind 20 im Web = zu lang
– Fixationspunkte festlegen = scannbarer Text
– thematisch strukturiert
– Linkliste, Verlinkung
– nicht kursiv (unlerserlich)
– kürzer, kürzer, kürzer
– 7 W’s + 1 (was ist im Moment für den Leser brauchbar)
– Text-Test am Monitor (Vorschau)

Keywords (SEO)– gelegentlich fett
– fett aber nicht kursiv (unleserlich)
– am Anfang vom Text
– one Page, one Keyword (nicht unterschiedliche)
– Wer sucht welches Wort?
– 3 Sätze nach einander mit Keyword ist Spam (2 x ja) 3-5% Keywords sind ok
– vereinzelt: Objekt an Satz-Anfang (Der Frosch ist tot)
Saim Alkans 7 Schritte zum perfekten Online Text

der versprochene Frosch

der versprochene Frosch

Bild von twicepix

Und jetzt die Story vom toten Frosch:

Der kleine Sohn rennt aus dem Wald. Papa, Papa.. er ist ganz aufgeregt und Papa sagt: Erzähl mal eins nach dem andern. Da im Wald, (schnauft immer noch ganz schnell) im Wald da ist ein Bach. Ahaa??? Ja, da ist ein grosser Stein. Uuunnnd? Auf dem Stein liegt ein toter Frosch. Das ist für den Kleinen eine aufregende Geschichte, das sieht jetzt auch der Papa ein. Die Story wäre schneller bei ihm angekommen, hätte er den Jungen nicht gebremst. Dann wär der Liebe gerannt und hätte gerufen: Papa, Papa, da liegt ein toter Frosch.“


Dir Moral von der Geschicht:

Suche im Text nach „dem toten Frosch“, rück ihn an den Anfang des Textes und bring die Fakten auf den Punkt, äähh Monitor.

PS. Wer bis hier gelesen hat weiss jetzt, dass dieser Post 2 Keywörter hat.

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Das war mir der Spass wert. Der Frosch lebt.

Social Media für PR – ein Abenteuer

Obwohl ich erst kürzlich eine Weiterbildung für Corporate Communications abgeschlossen hab, weiss ich nicht viel Neues. Nach gut 10 Jahren Öffentlichkeitsarbeit sitzen die klassischen Instrumente (Meldungen, Fachartikelplatzierung, Referate, Newsletter..) Ich wusste für welche Information sich welche Aktion anbietet. Bloggen war was für CEO’s oder Fachspezialisten und tabu für PR-Leute. Für knifflige Fragen hatte ich eine Art Mentor. Ich hatte eine Halbjahresplanung und Ziele, die ich strategisch erreichen konnte.

Seit ein paar Monaten ist alles anders. Ich bin ein Abenteurer im Social Web. Blogge selbst statt Medienmitteilungen zu schreiben, platziere Fachartikel via Twitter und beeindrucke Konferenzveranstalter mit schnellen Inputs. Diese entstehen im internen Wiki und ich entdecke dort und im Yammer exzellente Autoren, die vorher keine waren. Artikel erscheinen online statt auf vergänglichem Papier. Früher war Papier der PR „mehr wert“. Ich wäge ab, wann kommt der Post und wann die Meldung an Journalisten, die das Netz für E-Mails nutzen. Diese sind spam-überflutet und ich vereinbare schonmal einen Exklusiv-Beitrag via Skype. Die Pressekonferenz wird via Youtube zur Kundenreferenz.

Ich weiss oft nicht, ob eine Aktion erfolgreich wird, geschweige denn, woran ich es messen soll. Der Pressespiegel ist praller, die Auflagenstärke hat keine Aussagekraft mehr. Die publizierenden Medien sind andere. Themen sind nicht mehr planbar, weil ich schneller agieren und reagieren kann. Genau dann, wenns aktuell ist.

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Mein Mentor tickt offline und die PR-Berater, die bloggen, als gab es nie etwas anderes, haben auch keine langjährige Erfahrung, (sind aber eine gute Inspiration, wie bspw. Klaus Eck ) Denn auch sie wissen vorher nicht, wie Menschen auf ein Thema reagieren, was sie heute öffentlich tun. Das macht wohl das Abenteuer aus, das auch die Marketingkollegen zu erleben haben, wie Philipp Sauber berichtet.

Ich bin gespannt ob ich je wieder Kommunikation planen und mit mehr als Technorati messen kann. Oder wird es einfach nur ein Dialog, so wie es sich fürs Kommunizieren gehört?

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Blogger sind anders liebe PR-Kollegen

Das Blogger ein eigenes Medium (nicht im esoterischen Sinn) sind, wissen PR-Leute
ja inzwischen. Wir PR-Menschen sollten aber nachdenken, bevor wir Blogger in die erlauchte Runde der Journalisten aufnehmen, denn:

1. Blogger sind (meist) anders als klassische Journalisten.
Sie wollen keine Medienmitteilung zur Pressekonferenz kommen (ausser online).

2. Blogger wollen ihre eigene Meinung kund tun und 3. lieben Geschwindigkeit
Also, selbst testen und beschreiben und keine pfannenfertige Meinung (wie oft in Medienmitteilungen). Nett: Eine Info vor dem Versandtermin. Die klassichen Medien sehen Blogger eh nicht direkt als Konkurrenz. Hab mal gehört, eine exakte Recherche ist ein gutes altes Journalisten-Handwerk. Glaube das ist überholt.

4. Blogger sagen auch unangenehme Meinungen
Nicht neu. Können Sie damit leben? Fein. Das ist Gold wert, z.B. um ein Angebot zu verbessern. Sie können auch, wenn sie auf den Post kommentieren einen Imagegewinn erzielen. Sie werden kommunikativ und aufrichtig wahrgenommen. Das sind u.a. Eigenschaften, die Blog-Leser schätzen. Natürlich kommentieren Sie Feedbacks unter Ihrem richtigen Namen.

5. Blog-Leser sind -…
ein gutes Stichwort. Meist gut informierte Menschen, die sich offen austauschen. Sonst würden Sie nur Zeitungen lesen (ohne direkte Antwort-Möglichkeit). Unehrlichkeit geht nicht. Ausserdem sind Blogger mit anderen ihrer Art verlinkt und eine unangenehme Story infiziert leicht Ihre Clippings mit Twitter und Co.

6. Clippingdienste sind auch nur Menschen
Mein Clippingdienst ignoriert die neuen Journalisten (Blogger) noch. Deshalb schätze ich zusätzlich z.B. Google Alert und technorati.com und aufmerksame Kollegen 😉

7. Behandeln Sie Blogger gebührlich wegen Punkt 1.
Nehmen Sie sie nicht einfach in Ihre Verteilerliste für den Versand auf. Falls ein Blogger über Themen schreibt, die Sie selbst bereichern können. Fragen Sie einmal an, ob er/sie Informationen möchte. Und nach Infoversand bitte nicht nachtelefonieren, das kommt auch bei Journalisten nicht gut. Wird aber immer wieder gern gemacht. Danke Tom für Deine Inspiration


8. Auch Blogger können nicht hellsehen
Genau wie Journalisten können sie sich nix vorstellen unter dem Betreff „Pressemitteilung“.
Text direkt im Mail und als Word-Anhang ist nett und kostet einen Klick weniger.

9. Blogger verstehen keine Marketingtexte.
Unterscheiden Sie Marketingtexte deutlich von PR-Texten. Höher, schneller, das interessiert wirklich niemand.

10. PR Leute, die selbst bloggen
Ja heute dürfen PR-Leute auch selbst bloggen, wenn es nicht eine copy/paste Medienmitteilung ist, sondern ein echter persönlicher Beitrag. Aber das sind ja eh Basics über die man u.a. bei Klaus Eck im pr-blog und Marcel Bernet findet.

Na denn, p(r)os(t) it.

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