Corporate Filme: schlau, Abzocke oder teures SEO?

Dass Google und Co. Filme mögen, weiss ich. Und ich mag sie auch, besonders wenn sie nur 3 Minuten dauern.

Kürzlich hörte ich von Daniele Gabonio, was Cityguide TV in Sachen Film für Marketer anbietet. Ich kannte bisher Cityguide als ein (print) Nachschlagewerk für KMUs, Restaurants und allerlei Regionales.

Weil er mich im Telefonbuch mit meiner Mini-Yogaschule fand (ja es gibt ein Leben neben Job und ja es gibt auch noch systematische Telefonbuch-Verkäufer) sprach er mich an, ob ich an einem sogenannten Web-Referenzfilm für eben diese interessiert bin. Klar wollte ich wissen, wie das geht. Und habs bei einem Mittagessen in Oerlikon rausgefunden:

Die Leute machen eine sogenannte Reportage und schneiden sie auf erträgliche 3 Minuten. Das kostet richtig ! Geld. Wir renden hier von mehr als 10’000 Franken. Aber:
Bei einem Referenzfilm entfallen diese Produktionskosten und ich muss monatlich nur um die 200 Franken bezahlen. Und zwar dafür, dass meine Website in den einschlägigen Suchmaschinen nach oben katapultiert wird und zwar mit einem charmanten Video, das ich ja auch anderweitig verwenden könne.
Cityguide TV trägt den Film mit einer Art Visitenkarte in verschiedensten „Katalogen“ zum Beispiel local.ch ein. Diese sorgen für ein „natürliches“ Nachobenkommen in den Suchmaschinen.

Beispiel: Ich suche in Bern Möbel. Google findet 50’000 Möglichkeiten und zeigt auf der Trefferseite Utiger Möbel- und Bettenhaus, (eins der Geschäfte mit Film) auf Platz 1.

Geh ich dann auf ‚lokale Branchenergebnisse‘ wieder Utiger.

Komisch zwar, das auf der Website selbst der Film nicht eingebunden ist, aber ja… Offensichtlich ist es lukrativ für beide Geschäftspartner. Ausserdem bleibt der Film unter der URL http://cms.cityguide.com (aha!)
Ich bekomme leider keinen Film, weil ich zu geizig für die monatliche Gebühr, zu faul für Verhandlungen bin und Google mein Yoga auch so mag 😉

Nettes Detail, gestern hat ein anderer Mitarbeiter von Cityguide das Angebot auch meiner Marketingkollegin Nicole vorgestellt. Brauchen wohl viiiiele Referenzfilme, um irgendwann mal die horrenden Kosten fürs Filmen verlangen zu können. Höchste Zeit also für diesen Post, auch wenn ich immer noch nicht weiss, ob ichs in die Kategorie clever oder Abzocke packe.

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Women wired in Web – Nachhilfe für Dummchen?

Toll – Bestofswissweb vergibt einen Award Women wired in Web! Und kündigt ihn in der Award Night u.a. mit den Worten „ermuntern, unterstützen“ an. Ich war mir sicher, dass nicht ich es sein werde, die sich darüber aufregt. Übers Wochenende werden sicher Andere ihre Stimme erheben. Falsch gedacht. Finden das die meisten Leute und auch die Ladies unter uns vollkommen ok? Nun muss ich also doch mit diesem Auftritt reinen Tisch machen.

Das geht gar nicht. Ich komme mir vor wie ein nachhilfebedürftiges Weibchen, das netterweise jetzt symbolisch mit einem Award geehrt wird, für etwas, das mit Verlaub ohnehin stattfindet.

Frauen vernetzen sich.

Ja sie tun das: persönlich, telefonisch und auch im Internet, mit E-Mail, Skype, Twitter, Xing und allem drum und dran. Ich glaube nicht, dass diese Leistung eines Awards bedarf. Sowas kann wirklich nur Menschen einfallen, die ihre eigenen Ansichten über die von anderen „Minderheiten“ stellen. Wenn es denn überhaupt eine Minderheit weiblicher Web-Vernetzter gibt?

Die Aussage, wie ich sie empfinde:
„Liebe arme Frauen, wir Jungs machen Euch doch nun wirklich vor, wie es geht. Wenn Ihr Dummchen das jetzt auch endlich kapiert, dann findet Ihr auch ganz viele Kochrezepte im Web – Ihr könnt sogar Eure Karriere fördern und wir (wer immer das ist?) überreichen Euch dafür einen Award.

PS: Frauen Netzwerke wie Swonet „swiss business network“ musste ich leider wieder verlassen, weil ich nicht erkannte was eine Dessou-Modenschau mit Erfolg im Geschäftsleben zu tun hat, oder hab ich was verpasst?

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Peinlich oder web-sozialer Mensch?

„ups, peinlich“ sagte kürzlich eine Kollegin zu mir, weil Jürg, unser CEO, meinen Post kommentierte und mich berichtigte.

Ich frag mich: Warum sind wir Menschen so auf ein perfektes öffentliches Bild bedacht? Das ist nicht Social Media tauglich, wie ich meine. Kommunikation ist, nicht nur reden, sondern auch Antworten bekommen oder geben. Wie im wahren Leben, nur sichtbarer.

Früher briefte mich erst der Spezialist, den Text hab ich besonders bei schweren Themen, mit Kollegen und dem Chef gecheckt. Wie kommt das an? Was meint Ihr? Das gab (vermeintlich) Sicherheit. Das Ego des Schreiberlings war bestätigt und er oder ich veröffentlichte ruhigen Gewissens. Unser perfekter glatter Ruf war wenig in Gefahr, weder intern noch extern.

Etwa so, link zum Buch
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Heute schreiben die Spezialisten (im besten Fall) selbst. Die Kommunikatoren aber auch über gelernte Fachthemen, andere kommentieren, ergänzen. Das Social Media Spiel eben. Der Stolperstein: wenn nicht jeder an sich arbeitet und lieber eine glänzende Fassade aufrecht halten will, funktioniert der wahre Schatz vom kollaborativen Ansatz nicht.

Hilfreiche Eigenschaften sind, wie ich meine:

Aufrecht = aufrichtig, fair und zugleich
Biegsam = ich korrigiere mich, lerne dazu und lasse andere teilhaben.
Eben öffentlich.

Fehlt diese innere Einstellung entstehen wertlose Inhalte und neue Social Media Probleme. Zum Beispiel wie rette ich mein Web-Image? Oder Online Reputations Management. Manch einer kommuniziert lieber gar nicht mehr, dann kann nix schief gehen.

Ich sage nicht, dass es immer leicht ist, öffentlich korrigiert zu werden, aber es lohnt sich, das eigene Ego nicht zu wichtig zu nehmen und zu geniessen, ein web-sozialen Mensch zu werden.

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Online Texten und ein toter Frosch

Vor ein paar Tagen, hatten wir Saim Alkan zu Gast, um mehr über gute Online Texte zu lernen. Nun weiss ich, dass ich eine Fünf als 5 und Prozent als % schreiben darf (adé schlechtes Gewissen). Denn so schreiben es Suchende.

Wusstet Ihr, dass Google 3 Sätze nach einander mit Keyword als Spam erkennt? Aktuell lässt Google 3 – 5% Keywords zu und schätzt einen Text von mindestens 150 Zeichen (Relevanz). Im Web lesen nur 16% der Leute einen Text zu Ende. Weils blendet, flimmert, zu viele Informationen. Wir machen 40’000 Pupillen-Bewegungen mehr am Tag am Monitor.

Leser lieben die Story vom toten Frosch, wenn sie schnell und leicht lesbar auf den Punkt kommt. Sie möchten in der Überschrift sehen, worum es geht und strukturierte, verdaulichen Textmengen mit weiterführenden Infos (Unterseiten, Links).

Was ist der Unterschied von Print und guten Online Texten? Hier meine Learnings:

Print:
7 W’s [pdf, 80KB]
– linear, Infoperlen, roter Faden
– auf Papier sind 5 Zeilen pro Absatz ok
– Worte, die sich nicht oder wenig wiederholen
Einleitung, Behauptung, Begründung [pdf, 45KB]
– treffende Überschriften

Web:
– rotes Tuch, statt Faden,
– keine langen Einleitungen
– Keywords einflechten
– normale Sprache verwenden
– Einstiegsseite, die auf weiterführende Infos leitet
– Text vor Bild
– verdauliche Textmengen
– 5 Zeilen Word sind 20 im Web = zu lang
– Fixationspunkte festlegen = scannbarer Text
– thematisch strukturiert
– Linkliste, Verlinkung
– nicht kursiv (unlerserlich)
– kürzer, kürzer, kürzer
– 7 W’s + 1 (was ist im Moment für den Leser brauchbar)
– Text-Test am Monitor (Vorschau)

Keywords (SEO)– gelegentlich fett
– fett aber nicht kursiv (unleserlich)
– am Anfang vom Text
– one Page, one Keyword (nicht unterschiedliche)
– Wer sucht welches Wort?
– 3 Sätze nach einander mit Keyword ist Spam (2 x ja) 3-5% Keywords sind ok
– vereinzelt: Objekt an Satz-Anfang (Der Frosch ist tot)
Saim Alkans 7 Schritte zum perfekten Online Text

der versprochene Frosch

der versprochene Frosch

Bild von twicepix

Und jetzt die Story vom toten Frosch:

Der kleine Sohn rennt aus dem Wald. Papa, Papa.. er ist ganz aufgeregt und Papa sagt: Erzähl mal eins nach dem andern. Da im Wald, (schnauft immer noch ganz schnell) im Wald da ist ein Bach. Ahaa??? Ja, da ist ein grosser Stein. Uuunnnd? Auf dem Stein liegt ein toter Frosch. Das ist für den Kleinen eine aufregende Geschichte, das sieht jetzt auch der Papa ein. Die Story wäre schneller bei ihm angekommen, hätte er den Jungen nicht gebremst. Dann wär der Liebe gerannt und hätte gerufen: Papa, Papa, da liegt ein toter Frosch.“


Dir Moral von der Geschicht:

Suche im Text nach „dem toten Frosch“, rück ihn an den Anfang des Textes und bring die Fakten auf den Punkt, äähh Monitor.

PS. Wer bis hier gelesen hat weiss jetzt, dass dieser Post 2 Keywörter hat.

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Das war mir der Spass wert. Der Frosch lebt.

Social Media für PR – ein Abenteuer

Obwohl ich erst kürzlich eine Weiterbildung für Corporate Communications abgeschlossen hab, weiss ich nicht viel Neues. Nach gut 10 Jahren Öffentlichkeitsarbeit sitzen die klassischen Instrumente (Meldungen, Fachartikelplatzierung, Referate, Newsletter..) Ich wusste für welche Information sich welche Aktion anbietet. Bloggen war was für CEO’s oder Fachspezialisten und tabu für PR-Leute. Für knifflige Fragen hatte ich eine Art Mentor. Ich hatte eine Halbjahresplanung und Ziele, die ich strategisch erreichen konnte.

Seit ein paar Monaten ist alles anders. Ich bin ein Abenteurer im Social Web. Blogge selbst statt Medienmitteilungen zu schreiben, platziere Fachartikel via Twitter und beeindrucke Konferenzveranstalter mit schnellen Inputs. Diese entstehen im internen Wiki und ich entdecke dort und im Yammer exzellente Autoren, die vorher keine waren. Artikel erscheinen online statt auf vergänglichem Papier. Früher war Papier der PR „mehr wert“. Ich wäge ab, wann kommt der Post und wann die Meldung an Journalisten, die das Netz für E-Mails nutzen. Diese sind spam-überflutet und ich vereinbare schonmal einen Exklusiv-Beitrag via Skype. Die Pressekonferenz wird via Youtube zur Kundenreferenz.

Ich weiss oft nicht, ob eine Aktion erfolgreich wird, geschweige denn, woran ich es messen soll. Der Pressespiegel ist praller, die Auflagenstärke hat keine Aussagekraft mehr. Die publizierenden Medien sind andere. Themen sind nicht mehr planbar, weil ich schneller agieren und reagieren kann. Genau dann, wenns aktuell ist.

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Mein Mentor tickt offline und die PR-Berater, die bloggen, als gab es nie etwas anderes, haben auch keine langjährige Erfahrung, (sind aber eine gute Inspiration, wie bspw. Klaus Eck ) Denn auch sie wissen vorher nicht, wie Menschen auf ein Thema reagieren, was sie heute öffentlich tun. Das macht wohl das Abenteuer aus, das auch die Marketingkollegen zu erleben haben, wie Philipp Sauber berichtet.

Ich bin gespannt ob ich je wieder Kommunikation planen und mit mehr als Technorati messen kann. Oder wird es einfach nur ein Dialog, so wie es sich fürs Kommunizieren gehört?

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Blogger sind anders liebe PR-Kollegen

Das Blogger ein eigenes Medium (nicht im esoterischen Sinn) sind, wissen PR-Leute
ja inzwischen. Wir PR-Menschen sollten aber nachdenken, bevor wir Blogger in die erlauchte Runde der Journalisten aufnehmen, denn:

1. Blogger sind (meist) anders als klassische Journalisten.
Sie wollen keine Medienmitteilung zur Pressekonferenz kommen (ausser online).

2. Blogger wollen ihre eigene Meinung kund tun und 3. lieben Geschwindigkeit
Also, selbst testen und beschreiben und keine pfannenfertige Meinung (wie oft in Medienmitteilungen). Nett: Eine Info vor dem Versandtermin. Die klassichen Medien sehen Blogger eh nicht direkt als Konkurrenz. Hab mal gehört, eine exakte Recherche ist ein gutes altes Journalisten-Handwerk. Glaube das ist überholt.

4. Blogger sagen auch unangenehme Meinungen
Nicht neu. Können Sie damit leben? Fein. Das ist Gold wert, z.B. um ein Angebot zu verbessern. Sie können auch, wenn sie auf den Post kommentieren einen Imagegewinn erzielen. Sie werden kommunikativ und aufrichtig wahrgenommen. Das sind u.a. Eigenschaften, die Blog-Leser schätzen. Natürlich kommentieren Sie Feedbacks unter Ihrem richtigen Namen.

5. Blog-Leser sind -…
ein gutes Stichwort. Meist gut informierte Menschen, die sich offen austauschen. Sonst würden Sie nur Zeitungen lesen (ohne direkte Antwort-Möglichkeit). Unehrlichkeit geht nicht. Ausserdem sind Blogger mit anderen ihrer Art verlinkt und eine unangenehme Story infiziert leicht Ihre Clippings mit Twitter und Co.

6. Clippingdienste sind auch nur Menschen
Mein Clippingdienst ignoriert die neuen Journalisten (Blogger) noch. Deshalb schätze ich zusätzlich z.B. Google Alert und technorati.com und aufmerksame Kollegen 😉

7. Behandeln Sie Blogger gebührlich wegen Punkt 1.
Nehmen Sie sie nicht einfach in Ihre Verteilerliste für den Versand auf. Falls ein Blogger über Themen schreibt, die Sie selbst bereichern können. Fragen Sie einmal an, ob er/sie Informationen möchte. Und nach Infoversand bitte nicht nachtelefonieren, das kommt auch bei Journalisten nicht gut. Wird aber immer wieder gern gemacht. Danke Tom für Deine Inspiration


8. Auch Blogger können nicht hellsehen
Genau wie Journalisten können sie sich nix vorstellen unter dem Betreff „Pressemitteilung“.
Text direkt im Mail und als Word-Anhang ist nett und kostet einen Klick weniger.

9. Blogger verstehen keine Marketingtexte.
Unterscheiden Sie Marketingtexte deutlich von PR-Texten. Höher, schneller, das interessiert wirklich niemand.

10. PR Leute, die selbst bloggen
Ja heute dürfen PR-Leute auch selbst bloggen, wenn es nicht eine copy/paste Medienmitteilung ist, sondern ein echter persönlicher Beitrag. Aber das sind ja eh Basics über die man u.a. bei Klaus Eck im pr-blog und Marcel Bernet findet.

Na denn, p(r)os(t) it.

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