Storytelling in der Hotelerie oder ich werde die Berge sehen

Gerade bin ich an einem Symposium von Hotelgastrounion und Markus Maurer führt genau jetzt ins Thema Social Media ein. Hab eine Frage aufgeschnappt: „Warum kommen Sie nicht an die Rezeption zum Reklamieren?“ Antwort „Weil ich es auf Social Media machen kann“.

Ich werde die Berge sehen

Später darf ich hier auch noch etwas über Storytelling erzählen. Ich nehme gleich mal die Leute mit in meine Vergangenheit. Ich war etwa 10 als meine Grossmutter immer und immer wieder diesen sehnsuchtsvollen Blick hatte und mir vom Entlebuch erzählte. Die Gumme, das Haus ihrer Grossmutter roch nach Feuer und Milch. Erschöpft vom Heuen am steilen Hang standen sie am Fenster und suchten mit dem Fernglas nach den Gemsen an der Bleichle. Oder heisst es richtig die Bleichle? Jedenfalls die Berge waren bereits im Herbst weiss gezuckert und der Blick aus dem Fenster war wunderschön.
Immer wenn meine Oma das erzählte, beschloss ich, „ich werde die Berge sehen“. Die Sache hatte nur einen Haken, es war in der ehemaligen DDR und ich hatte kaum eine Chance in die Schweiz zu reisen, bevor ich pensioniert werde.

Was hat das mit meinem Vortrag zu tun, ausser dass es eine Geschichte ist?

Schauen wir die wichtigsten Bestandteile des Storytellings an. Ich habe diese wirklich massiv reduziert und konzentriere mich auf

  • die Protagonisten
  • den Spannungsbogen
  • die Moral (der Geschichte)

Ich versuche, diese Bestandteile konkret für Hotel Marketing zu übersetzen.

Protagonisten mit verschiedenen Ansichten

Die Protagonisten sind heute nicht nur Hauptdarsteller, die wir bestimmen, sondern viele Menschen in verschiedenen Rollen und Situationen. Lassen wir diese doch einfach zu Wort kommen, bieten wir denen, die sich äussern unseren Raum (unsere Plattformen, die ich gerne auch Bühne nenne). So bekommen wir in unserer eigenen Story verschiedene und glaubwürde Blickweisen, statt nur unserer eigenen. Übertragen auf ein Gespräch bedeutet das auch Sympathie. Niemand mag eine Person, die immer nur von sich ihre eigenen Geschichten erzählt.

Nicht nur eine Ansicht

Von/zu diesem Panorama gibt es nicht nur eine Ansicht

Der Spannungsbogen schafft Bezug

Was mir immer wieder auffällt, sind Inhalte, die mich nicht betreffen, weder ansprechen noch inhaltlich erreichen. Das Schlagwort dazu heisst Relevanz und ist nicht so einfach zu bedienen, wie man glaubt. Warum erzählen Hotels eigentlich nicht, dass sie zum Beispiel ein laktosefreies Frühstück haben, oder lassen es erzählen in einer Gruppe, die dieses Thema teilt? Das wäre relevant für genau diese Leute und besetzt ein Thema des Hotels im Web (auffindbar). In der Schweiz gibt es geschätzte 30 – 40% laktoseintolleranter Leute.
Markus sagte in seinem Vortrag übrigens „Nur bei Kritik kann man Punkte holen“. Wenn also jemand öffentlich kritisiert, ist das Teil einer Geschichte und vorallem Chance einen Bezug herzustellen. Der sogenannte Störer gehört zu jeder guten Geschichte, das kennen wir aus spannenden Geschichten.

Wichtig scheint mir dann aber, die vielen kleinen Teile der gesamten Story immer wieder anders zu erzählen. Ist doch schade, wenn wir Highlight Inhalte in einem Echtzeitmedium einmalig verschleudern.  Wiederhholen wir es doch genau dann, wenn es passt und Sinn macht. Erst dann schaffst du die Relevanz zwischen Menschen. Toll ist, wenn hier online und offline und wiederum online miteinander verbunden werden. Der Dialog lässt sich ganz oft viel länger führen, als gedacht.

Wiederhole deine Storyteile mit verschiedenen Formaten und zeitversetzt.

Hier sind nur paar Ideen für die gleichen Inhalte, die du in anderen Formaten aufbereiten kannst. So kann ein Zitat aus einem Blogpost ein einzelner Facebookpost werden, aus einem Video wird ein Textbeitrag mit den Hauptaussagen usw. Schön ist natürlich, wenn all diese kleinteiligen Inhalte (typisch heute) an einem Ort zusammen geführt werden können. Auf einer Website, Blog oder einem Hub. Das finde ich persönlich immer noch wichtig, auch wenn ich mir bewusst bin, dass die Story nunmal verteilt ist auf verschiedenen Plattformen.

Einzelne Story Teile in verschiedenen Formaten wiederholen

Einzelne Story Teile in verschiedenen Formaten wiederholen

Die Moral der Geschicht‘?

Ich versuche meine Inhalte immer etwas einzuteilen oder zu gewichten und stelle mir die Frage: Ist dieser Inhalt es wert, dass jemand

  • sich in meinen Newsletter einträgt
  • mir jemand einen Like schenkt
  • es teilt (weil er sich selbst damit profilieren kann)
  • gar etwas kauft
    Natürlich sollten wir nicht kommunizieren, um immer nur etwas zurück zu bekommen. Auch das funktioniert im Offline Leben nicht. Jemand der immer nur was von mir will, wird nicht erfolgreich sein.

Nachgefragt bei Karin Zubler

Nachgefragt bei Karin Zubler, Balance Hotels

Nachgefragt bei Karin Zubler, Balance Hotels

Ein paar Inspirationen in der Präsi

Und jetzt noch die Moral meiner ganzen Geschichte. Jetzt müsst ihr die Präsi nicht mehr lesen. Schade.

  • Lassen Sie verschiedene Protagonisten erzählen
  • Wiederholen Sie Aussagen mit anderen Formaten
  • Erzählen Sie zeitversetzt das Gleiche auf andere Weise
  • Verbinden Sie Online und Offline
  • Unterscheiden Sie Inhalte nach Ihrer gewünschten Interaktion
  • Erstellen Sie eine strategische Heimat (Website, Blog, Hub)
Übrigens, meine Grossmutter ist immer wieder glücklich, dass ich nun in der Schweiz leben kann und schwärmt selbstverständlich weiterhin von ihrer Gumme 😉

Linkedin, der Sales Helfer oder Monster

Wenn ich ehrlich sein soll. Ich weiss es noch nicht genau für welche Seite ich mich entscheiden soll. Seit einigen Wochen beschäftige ich mich intensiv mit Linkedin. 14% Wachstum im 2014 in der Schweiz und ein Kundenauftrag kamen mir gerade recht als Argumente. Nun benutze ich inzwischen den Sales Navigator von Linkedin und entdecke ständig neue Funktionen, die ich dann wieder vergesse und mühevoll suchen muss.

Ich fange mal bei den Basics an:

Linkedin ist wertvoll, das wissen wir alle, irgendwie hat jeder so einen gratis Account. Ständig gibt es neue Features, so wie wir das von Facebook auch kennen. Ein paar Zahlen, die uns recht geben, auf diese Plattform zu setzen. Aber, mir reichte das ehrlich gesagt nicht. Ich wollte wissen, was man noch damit tun kann. Fortgeschrittenes Netzwerken, Corporate Communications und Sales. Und das bringt mich auf die nächste Frage.

Was genau wollen wir dort eigentlich?

Ist es wirklich nur das geschäftliche Pendant zu Facebook. Dort findet doch längst auch Business statt und wir nutzen den Messenger täglich mit Kunden, innerhalb von Projekten usw. Drum hab ich hier ein paar meiner Learnings und Tipps für euch heraus gepickt. Für gezielte Sales Aktivitäten ist die Plattform bestens geeignet. Ja, ich wundere mich auch, dass ich hier nicht als erstes auf HR oder Kommunikation komme. Ich bin jetzt mal mutig und konzentriere mich also auf die Ziele der Kollegen im Sales.

Reine Anwesenheit reicht nicht mehr. Bild: flickr.com/photos/jstuker

Reine Anwesenheit reicht nicht mehr. Bild: flickr.com/photos/jstuker

Linkedin für Sales: Starter

„Reine Anwesenheit“ ist zwar normal, aber reicht längst nicht mehr aus. Deshalb hab ich mal ein paar Schritte zusammengestellt für eure Sales Kollegen. (Fortgeschrittene Nutzung folgt in Kürze)

  1. Account Branding (done)
  2. Strategie wählen: Themen, Gruppen, Sharing, paid (done)
  3. Potenzielle und bestehende Kunden finden
  4. Teilnehmen, unverbindlicher Kontakt
  5. Beziehung aufbauen
  6. Persönliche Kontaktaufnahme mit echtem Abschlusspotenzial

Ab den Schritten 3 – 5 wirds leider oft harzig, bzw. wird nur die reine Kontaktaufnahme (mit Leuten, die wir ohnehn schon kennen!) erledigt. Die Punkte gehen fliessend in einander über, drum hab ich hier keine Nummerierung mehr drin. Ich empfehle euren Sales Kollegen Folgendes, wenn sie sich dem Sales Monster (pardon) Linkedin nähern wollen:

  • Gleiche dein Adressbuch ab
  • Trete Gruppen bei, die deinen Themen entsprechen und sich aktiv beteiligen um sichtbar zu werden
  • Sieh dir die Zielfirma an, prüfe, wen kennst du ausserdem in dieser Firma
  • Folge den einzelnen Personen (Kontakte zu späteren Kunden herstellen)
  • Bereichere die Inhalte deiner Kontakte, dort wo es Sinn macht
  • Blogge mit Pulse
  • Suche übergreifend/fortgeschritten
  • Die Mobile App nutzen, sie hat viele überraschende Funktionen und du bist viel schneller

Gleiche dein Adressbuch ab

Achtung, das mag nicht jeder gern sehen. Aber vermutlich hat der Gigant eh schon alle verfügbaren E-Mail Adressen der Schweiz bekommen. Also können wir die Bedenken und Kontaktschutz wohl über Bord werfen. Ich habe wirklich lange durchgehalten und nun doch diesen Schritt gemacht. Dabei hab ich einige neue Kontakte erhalten, z.B. mein Schwiegervater (75) und einige verständnislose Mails „Wir sind doch schon vernetzt in Linkedin“. Das finde ich schon ein bisschen monströs (vor der Image-Wirkung hab ich einfach mal die Augen zugedrückt) Übrigens, ich höre oft das Argument „mit meinen eigenen Kollegen muss ich mich nicht in Linkedin vernetzen“. Glaub mir der Tag kommt, du wechselst die Firma oder bist happy, wenn ein Kollege dir eine Tür öffnet, weil bspw. seine Frau die verantwortliche Ansprechpartnerin bei deinem möglichen Kunde ist.

Trete Gruppen bei

Es gibt verschiedene Arten von Gruppen. Du findest diese und übrigens auch eigene gegründete Gruppen, in dem du neben dem Suchfeld das Navi-Menü aufklappst. Unglaublich, aber ich muss immer noch überlegen, wie ich gleich nochmal meine eigene Gruppe finde. Du musst genau wissen wie die Gruppe heisst, sonst findest du sie nicht. Ich hab vor ein paar Monaten eine Arbeitsgruppe gegründet. Social Media B2B Schweiz. Wenn du hier dabei sein möchtest und auch aktiv beitragen, bist du herzlich willkommen. Wir stecken noch in der Aufbauphase.

Die Gruppen, in denen du Mitglied bist, kannst du über eine umständliche Suche wiederfinden Eine Abo-Möglichkeit habe ich nicht gefunden, bitte verrate sie mir, falls du sie kennst. Aber über diesen Link https://linkedin.com/grp/ kommst du auch hin.

Mit Tags kannst du auch eine Art kurzfristige Gruppe (via Suche) bündeln. Als Beispiel ‚Linkedin Training“ so kannst du sehen, wer diese Begriffe im Profil hat, dann weitere Eingrenzungen mit der fortgeschrittenen Suche (1. Grad Kontakt, 2. Grad etc.) So langsam merkt ihr glaub ich, warum ich das Wort Monster benutze. (es gibt ja auch gute..) das geht so (hier ist der Suchbegriff „Linkedin Training“)

mit Suche bündeln und einkreisen

mit Suche bündeln und einkreisen

Die Beitragsvarianten sind hier unterteilt in

Sieh dir deine Zielfirma an

Dazu gibt es nicht viel zu sagen. Normale Recherche Arbeit. Besser kannst du die Aktivitäten der Firma und der einzelnen Personen übrigens überwachen, wenn du einen Sales Navigator Account löst (800 CHF im Jahr) Ich schreibe demnächst noch meine ausführlichen Erfahrungen damit.

Folge einzelnen Personen

Personen folgen und ihre Inhalte teilen geht übrigens nur, wenn sie auch Pulse nutzen (also die interne Blogging Plattform) Alle anderen Inhalte siehst du nur in deinem News Stream (oder mit dem Sales Navigator, später dazu mehr) Linkedin unterscheidet hier zwischen Update, das ist der kleine Beitrag wie ein Tweet bspw. und Post bzw. auf deutsch Beitrag, damit sind die Pulse Blogbeiträge gemeint.

Autoren folgen in Linkedin

Autoren folgen in Linkedin

Bereichere dein Netzwerk

Durch deine Kommentare oder Sharings bereicherst du dein Netzwerk. Interessant hier, kommentierte und geteilte Inhalte (von dir kuratiert) werden mit dir als Absender prominent angezeigt. Du wirst im News Stream sichtbar. Achtung auch hier werden Inhalte inzwischen gewichtet und sind nicht mehr nur zeitlich sortiert (aktuellstes ganz oben) Sobald ein Beitrag mehrere Interaktionen bekommt, wird er wieder nach oben in den Stream gespielt, auch wenn er schon einen Tag alt ist. Wenn du inhaltlich präsent wirst oder gar dich austauschst, entstehen tiefere Kontakte, bzw. sie werden gepflegt, wie es anders kaum möglich ist. Du wirst sichtbar/er. Na ihr kennt das. Nachtrag: Updates lassen sich nachträglich nicht mehr bearbeiten, wie wir das bspw. aus FB kennen.

kuratierte Inhalte mit dir

kuratierte Inhalte mit dir

gratulieren als Kontaktpflege

gratulieren als Kontaktpflege

Es gibt noch ein paar nette Möglichkeiten, den Leuten zu gratulieren oder zu liken. Linkedin schlägt an verschiedenen Stellen auf der Plattform einzelne solcher Aktionen vor. Das können wir mal unter höflicher Kontaktaufnahme verbuchen.

Blogging mit Pulse

Selbstverständlich bereicherst du dein Netzwerk auch durch eigene Blogposts in Pulse. Damit es dir nicht geht wie mir (ich habe etwa 6 Monate gewartet, bis mir die vermeintliche Funktion freigeschaltet würde) Einfach auf englisch umschalten. Dieser gute alte Trick aus „alten Facebookzeiten“ zieht auch hier und schon kannst du loslegen. Beim Blogging innerhalb von Linkedin kristallisiert sich leider zur Zeit eine (wie ich finde) Unart heraus. Die Leute publizieren einen Beitrag, bzw. teasern einen an, der dann ausserhalb der Plattform erscheint. Also auf dem eigenen Blog. Was ich natürlich verstehen kann. Warum überhaupt hier bloggen?

Tweet mit Pulse Post

Tweet mit Pulse Post

Ich denke, der Trend ist klar. Beim Blogging innerhalb von riesigen Netzwerken wie medium.com und Pulse sind die Leser quasi schon da. Hübsch ist hier auch, dass ein Tweet mit einem Pulse Beitrag sehr prominent dargestellt wird. Kuck.

Jedenfalls erhältst du nach dem Publizieren spannende Insides, ein paar Zahlen über deine Leser. Das hilft dir zum Beispiel, deine Themen gezielt auszurichten und immer besser zu werden im Content Marketing (uuh ich hab das Buzzword gesagt). Schön finde ich, zu sehen,  wer deinen Beitrag mag und du kannst dort direkt auch Kontakt aufnehmen.

 

Daten deiner Pulse Leser

Daten deiner Pulse Leser

Easy Kontakt aufnehmen mit deinen Lesern

Easy Kontakt aufnehmen mit deinen Lesern

Suche fortgeschritten nutzen

Die fortgeschrittene Suche steht auch gratis Accounts zur Verfügung und sieht so aus

Advanced Suche

Advanced Suche

Allerdings ist bei der Suche mit dem Sales Navigator der Besuch auf dem Profil nicht sichtbar. (Wie gesagt, dazu mehr beim nächsten Beitrag.) Und dann wär da noch die mobile App, sie ist schnell und hat ein paar Funktionen, die ich am Desktop immer suchen muss. Ich mag sie, weil sie mir durch Notifications quasi den Zugang zur Plattform erleichtert. Ich hab als nächste Beiträge noch ein Interview mit einer Vielnutzerin des Sales Navigator und einen Beitrag zum Navigator in der Pipeline. Bitte erzählt mir unbedingt, wenn ihr tolle Erfahrungen gemacht habt oder Tipps habt.

Nachtrag: 05.10. Denise hat eine wunderbare Zusammenstellung gemacht, was ihr alles im Profil anpassen/einstellen könnt. (Ab Slide 13)

Das ist der Start einer kleinen Blog Serie: ‚Linkedin für Sales – Teil 2: Content‘ ist hier

 

Unsichtbare Zeitstempel in Blogs nerven, auch im Corporate Blog

Jetzt ist es mir wieder passiert. Via Niu.ws kam ein Beitrag „bei mir vorbei“, den ich mir für späteres Lesen oder Gebrauch bookmarken wollte. Ich merke, „Huch, den hab ich schon gebookmarked, gar nicht mehr gewusst“. Es ging um Redaktionspläne, das nur am Rande. Also geh ich rüber in mein antiquiertes Bookmarkingsystem (ja es gibt noch Diigo Nutzer, ich kenn sogar Delicious Nutzer 😉 und seh.

Der Beitrag ist vom 5.8.2013. Heute ist der 3.8.2015. Inzwischen gibt es WordPress Plugins für Redaktionsplanung, die selbstverständlich in dem Artikel keine Erwähnung finden. Er ist schlicht zu alt.
Nachtrag 03.10.2018: Heute ist Refind die beste Wahl in meinen Augen.

Alter Bookmark (Lesezeichen) mit Diigo

Alter Bookmark (Lesezeichen) mit Diigo

Aber ich sehe das Datum nicht in dem Beitrag, weil die/der Corporate Blog Verantwortliche Super-Marketer einfach das Datum nicht anzeigt.

Nennt mich altmodisch, aber für mich ist der Zeitstempel eine wichtige Information. Ich werde mal versuchen, ein paar Argumente zu finden und zu erklären, warum mich dieses fehlende Detail nervt. Bei einer (im Zug) rumliegenden Zeitung oder einem Link, entscheide ich erst, ob ich den Inhalt lese, wenn ich das Datum geprüft habe. Allerdings hängt das beim einzelnen Beitrag schon auch vom Thema ab. Ein Reisebericht über Neuseeland ist länger aktuell als eine Beschreibung zu einem Software Update. Fehlt die Datumsangabe, kann ich es nicht so schnell einschätzen.

Wie komme ich als Leser zu einem Beitrag?

Lasst mich noch kurz einen Gedanken notieren. Der Zugang zu einem Blogpost hat sich stark verändert. Ich lese die Blogs, die ich abonniert habe, nur noch sporadisch und klicke vielmehr auf Links, die mir von anderen empfohlen oder kuratiert werden. Auch Plattformen Algorithmen bestimmen mit, was ich sehe und lese. Natürlich ist das nicht gerade förderlich, aus der Bubble auszubrechen und bei gezielter Recherche schöpfe auch ich alle Häkchen der Google Suche aus. Aber so ist wohl das Online Leben. Oder geht es euch anders? Es geht um Links, überall. Links die geteilt werden oder extra produziert, Links die aufgefunden werden durch die Suche, jedes kleine Sonnenuntergangsbild in Facebook bekommt seinen eigenen Link…

Die Zeit auf einem Tisch

Die Zeit auf einem Tisch

Un-bewusste Information im Zeitstempel

Als Leser gibt mir die Datumsangabe verschiedene bewusste und unbewusste Informationen. Ich lese darin:

  • Ist der Artikel aktuell (und entsprechend relevant)?
  • Wann hat der Autor geschrieben (sonntags, nachts, Montag Morgen)?
  • Hat der Autor sich unmittelbar beim Ereignis (offline) Zeit genommen, oder erst zu Bürozeiten?
  • Hat der Autor noch aktualisiert (spätere Änderungen, die aus der Diskussion entstanden sind)
  • Wie alt sind die Kommentare (wird das Thema immer noch diskutiert)?
  • Wie ist der zeitliche Zusammenhang zum beschriebenen Thema (Rückschau, Vorausschau etc.)?
    Nachtrag:
  • Ist der vermeintliche Blog evtl. ein Suchmaschinen Köder?
    Zu dem Punkt (und Archiv-Gedanke) hat mich Jürg inpiriert. Danke.

Der Wert der Vergangenheit

Letztens fiel mir ein Video auf von Gregor Gysi, der bereits vor 17 (!) Jahren auf Probleme beim Euro hinwies, die heute eingetroffen sind. Das Datum der Rede war hier entscheidend für den Wert, denn heute wissen viele Fachleute, wo es hapert. Auch bei Fotos scheint mir die Datumsangabe erst mit der Zeit wertvoller zu werden. (was schon so lange her..) Nachtrag: Das Datum hilft beim Archiv und gibt so dem Leser Struktur. (by Jürg)

Der Wert der Echtzeit

Das Jetzt ist nicht nur in indischen Philosophien ein wichtiger Wert. Auch unser Alltagsjetzt wurde durch Social Media verändert. Nahezu kein „Jetzt“ bleibt unkommentiert. Keine Postkarten, die 2 Wochen später ankommen, sondern das Selfie vor dem Eifelturm genau jetzt. In den Bergen mit sich und dem jetzt vereint, heisst nicht mehr unbedingt „allein“ dort zu sein, sondern es wird in Echtzeit geteilt. Selbst Verabredungen werden nahezu in Echtzeit organisiert (nicht der Zeitpunkt, aber das was).

Nur in Corporate Blogs findet sich dieses Jetzt eher selten. Ein Vortrag von gestern, Hintergründe zu einer Medienmitteilung erst am Tag danach. Es wär doch schön, den Vortrag schon gestern zu publizieren oder eben genau jetzt während der Referent spricht. Das ist doch der Moment, wo Leute aus dem Publikum Zeit haben, am Smartphone zu googlen (lautlos, versteht sich). Also könnte man hier noch schneller sein als das Jetzt sozusagen. [Tweet „Zeigen, wie aktuell man ist. Das ist mein erstes Argument für einen sichtbaren Zeitstempel in Blogs. „]

Wenn Inhalt wertvoller wird als Aktualität

Der Wert vom Inhalt siegt erst über die Aktualität, wenn der Beitrag genügend Interaktion erhält, geteilt, kommentiert, gelesen, geöffnet etc. wurde. Twitter ist noch die einzige viel und öffentlich genutzte Plattform, (korrigiert mich bitte) die die chronologische Auflistung (zumindest weitestgehend) beibehalten hat und somit keine Bewertung vorgibt. (ausser bei bezahlten Inhalten natürlich).

Nun zeigen aber auch häufiger Blogs das Datum nicht mehr an. Ein Grund könnte sein, dass die Blogger gerne langzeitrelevante Inhalte publizieren möchten. Aber da ist die Zeitangabe doch um so wertvoller. Wenn ich vor Jahren etwas geschrieben habe und sich eine These bewahrheitet hat, ist das doch cool. Zudem kann man mit der Zeitangabe sehen, wer etwas zuerst publziert hat. Das ist ein zweites Argument für die sichtbare Zeitangabe.

Wenn der Inhalt veraltet ist

Stell dir vor, jemand liest etwas Altes in deinem Blog und denkt. „Na, er oder sie ist ja auch nicht mehr ganz auf der Höhe des Wissenstandes“. Was vor 2 Jahren stimmte, muss heut nicht mehr richtig sein. Wieder ein Argument für die sichtbare Zeitangabe.

Der Zeitstempel in Social Media

In fast allen Plattformen ist der Zeitstempel übrigens immer der Wegweiser zum einzelnen Beitrag. Viele Leute sehen ja nur das ganze Konstrukt. Also den News stream, eine Sammlung von vielen (meist) kleinteiligen Beiträgen. Diese haben nur genau jetzt einen Wert, weil ich sie in dieser Auflistung so später nicht mehr sehe. Also hab ich oft mal das Bedürfnis, etwas für „später“ aufzuheben. Ein Like oder ein Fav ist für mich keine sichere Aktion mehr, damit ich den Inhalt später noch lese. Ausserdem hab ich keine Lust, etwas zu liken, was ich erst noch lesen will. Also versuche ich den Link zum einzelnen Beitrag rauszufischen (anders kann man es leider nicht nennen). Facebook und Linkedin verhindern das inzwischen „prima“, indem die Links mobile nur noch innerhalb der Plattform geöffnet werden. Ich muss ein weiteres mal klicken, um den Link „verarbeiten“ zu können, also für bookmark, später lesen oder gar per Mail senden (was ich mit den wichtigen Sachen tatsächlich wieder so mache).

Linkedin und XING bieten die Möglichkeit (Klick zum einzelnen Beitragslink) über den Zeitstempel nicht (mehr?) an. Dort kann ich nur auf den geteilten Link klicken oder auf ein Bild (was in Linkedin eh kaum jemand mehr teilt ohne Link). Den Kommentar (den eigentlichen Linkedin Post) kann ich jedoch nicht „aufheben“ ausser mit einem Screenshot. Der Inhalt soll einfach „in der Plattform bleiben“.

Den einzelnen Beitragslink in allen anderen öffentlichen Plattformen (lustig, dass hier Facebook so tickt, obwohl viele FB noch immer als privat empfinden) erhalte ich, wenn ich auf das Datum bzw. auf die Uhrzeit klicke. Verzeiht mir, dass ich das hier erwähne. Ich sehe oft in Workshops, dass es Nutzern nicht klar ist, dass der Link hinter der Zeitangabe steckt.

Zeitstempel in g+ Beitrag erscheint via Mouseover

Zeitstempel in g+ Beitrag erscheint via Mouseover

Zeitstempel im Corporate Blog für die Auffindbarkeit

Ich bin ja nun kein SEO Spezl. Drum hab Yves gefragt. Er sagt „Ob das Datum publizert ist, spielt für das Ranking keine direkte Rolle. Google weiss immer, wann der Artikel das erste Mal im Index auftaucht und kennt somit das Erscheinungsdatum. Wie aktuell der Beitrag ist, kann ein wichtiges Kriterium für das Ranking sein, muss aber nicht. Wenn ein älterer Artikel relevanter zum Thema und Suchenden ist, kann der ältere Artikel besser gerankt werden, als ein neuerer. Es spielt auch eine Rolle, wie wichtig die Aktualität gegenüber dem Inhalt ist. Aus SEO Sicht ist also eine Publikation des Datums nicht nötig. Aber: Werden Besucher des Beitrages „enttäuscht“ weil sie merken, dass der Inhalt veraltet ist, verlassen sie die Seite schnell und kehren zu den Suchtreffern zurück, klicken auf den nächsten und verweilen länger auf diesem Beitrag. Google registriert das. Der erste Artikel erhält eine höhere Ausstiegsrate und eine kurze Aufenthaltsdauer. Der nächste Artikel bekommt längere Aufenthaltsdauer etc.. Der erste Artikel kann dann im Ranking runtergestuft werden, zu Gunsten des zweiten Artikels.

So kann also das sichtbare Datum beim Artikel doch noch das Ranking beeinflussen.“ Also empfiehlt auch der SEO Kollege nebenan, die Zeitinformation anzuzeigen. Das dürfte ein viertes Argument für die Datumsangabe sein.

Was sagen andere

Nachtrag: 02.07.2016, ich hab doch tatsächlich versehentlich das Storify gelöscht mit den vielen Meinungen via Tweets. Wie blöd. Sorry. Einige Meinungen konnte ich noch recherchieren, andere leider nicht. Aber ich ergänze hier noch den Post von Sven Lennarz (einer meiner absoluten Lieblingsblogger)

Jetzt wo ich mal laut drüber nach gedacht habe. Ein Blog ist für mich wertvoller mit sichtbaren Zeitinformationen. Die Uhrzeit ist ein nettes Detail, das Datum für mich wichtig. Auch für mein Vertrauen in den gesamten Blog.

Mehr über das Thema Corporate Blog

Stämpfli Konferenz: 3 x 3 Tipps für den Corporate Blog

Keine Ahnung was ich mir bei dem 3 x 3 überlegt hab. Es war ganz schön schwer, die richtigen 3 Tipps für Corporate Blog, Dialog und Content abzugeben. Hab ich die besten erwischt? Wenn du mir bitte ! bis morgen früh noch deinen gibst, kann ichs noch optimieren.

Nachtrag 28.06.15:
Blogpost zur Konferenz von Livia

Fotos von der Konferenz

alle Präsentationen Stämpfli Konferenz (Empfehlung, die Präsi von Nils Hafner)

 

Stämpfli Konferenz

Peter Stämpfli

Peter Stämpfli

Seit Jahren schon bin ich begeistert von der Kultur der Stämpfli AG. Peter Stämpfli „kenne“ ich aus Twitter und lese immer mal wieder etwas über oder von ihn (sein Blog). Auf der Startseite steht „Kommunikation von Mensch zu Mensch“ und genauso nehme ich fast jeden Tweet von ihm wahr. Sein erstes Wort in der Bio ist „Unternehmensethik“. Ganz klar, dass ich bei einer Einladung zur Stämpfli Konferenz, zusage. Also ich meine, dass ich mich sehr geehrte fühle. Dankeschön. Die Firma ist übrigens längst nicht nur Verlag, sondern Kommunikationsagentur mit 350 Leuten. Auch Thomas Elmiger ist für mich ein „bekannter“ und sympathischer Kopf der Firma. Soll nochjemand sagen, Twitter sei unpersönlich. #staempfliK15

Corporate Blogging – Wie der Online Dialog gelingt

Also: Den Titel hab ich (mal wieder) kurzfristig geändert. Das Thema bleibt gleich: Corporate Blogging, die Rolle der Menschen (Mitarbeiter, Kunden, Community). Anfangs schauen wir an, wie Menschen kommunizieren. Wir sind uns wahrscheinlich einig, dass dies heute recht zerstreut und kleinteilig und oft im „eigenen Kuchen“ stattfindet.  Und ich kenne kaum jemanden, der seine Webinhalte strukturiert und für sich selbst auffindbar macht (bookmarking).

Obwohl das sogenannte Fachpublikum sehr wohl recherchiert (also googled) und sich natürlich auch längst in Fachgruppen austauscht. In Linkedin, Facebook und XING meistens. Also wär es doch toll, wenn Firmen viel mehr hier als Informationsdienstleister auftreten könnten. Sie sind doch diejenigen, die die Branche, die Trends kennt. Statt dessen werden weiterhin Marketing Beiträge publiziert und schön gefärbte Blogbeiträge, selbstverständlich in fancy designten Blogs.

Leider kommentiert und teilt das niemand und dann mag das auch google nicht.

Tolle Beispiele gibt es natürlich auch, wie der KPMG und Hirslanden Blog, wo die Leute schreiben, die auch was zu erzählen haben und schön hier auch die persönlichen Botschafter Marcel Härtlein und Stefan Lienhard.

Blog statt Native Advertising

Ich kann auch die aktuelle Studie (zur News-Nutzung) Reuters Digital News Report einbringen. Dort hat sich überdeutlich gezeigt, dass Native Advertising und sponsored Content nicht so beliebt sind auf der Nutzerseite, wie das mancheiner gerne hätte. Danke. Machen wir uns nix vor, nicht nur die Ad-Blocker lernen dazu.

Das eigentliche Potenzial für die Online Kommunikation liegt dahinter. Das wisst ihr natürlich. Aber hey, wenn ich schon vor vielen sogenannten Entscheidern sprechen darf, dann nutz ich das, sie zu mehr Mut und Persönlichkeit in der Kommunikation zu motivieren. In meinem Alltag merke ich immer wieder, dass viele Schranken von Blog-Autoren selbst auferlegt sind, bspw. „aber ich muss doch firmenkonform schreiben“.

„Nein, bitte schreib persönlich, deine Ansichten und zeige, mit wem du worüber redest.“

Was der Blog eigentlich kann hab ich auch noch kurz zusammen gestellt.

  • Dynamische teilbare Inhalte
  • Relevante Themen online besetzen
  • Dauerhafte Auffindbarkeit über Themen
  • Kompetenz / Wissen / Wahrheit beweisen
  • Gesicht/er zeigen für Glaubwürdigkeit und Beziehung
  • Inhalte bündeln an einem Ort (owned)
  • Inbound Marketing

Der Yves nennt das, „der Blog ist eine Art persönlicher und sympathischer ! Vor-der-Tür-Steher, wie auf den Kanaren vorm Restaurant – er animiert die Leute zum reinkommen.“ 😉

Bitte schaut euch mal die tollen Fotos an, die ich wieder bei boris-baldinger.com klauen durfte.

So und dann schauen wir uns natürlich noch den Dialog an. Dieser findet ja nicht wirklich in den Corporate Blogs statt. Schade, wenn weiterhin Anzahl Kommentare als Erfolgsfaktor zählen. Vielmehr findet der Dialog, wenn denn die Themen der Firma dialogenswert sind, oft ausserhalb der eignene vier Wände statt. Und auch nicht vor der Tür, mag die Person noch so nett sein. Und hier können wir immer noch viel mehr tun. Endlich die Definition der eigenen Community über Bord werfen und uns raus auf die Strassen begeben. Oft wissen Verantwortliche noch nicht mal, dass Mitarbeiter Firmeninhalte in ihren Netzwerken teilen.

Hier sind meine 3 x 3 Tipps

3 Tipps für den Corporate Blog

1.Den Blog als Drehscheibe, Einlader verstehen,
aber ausserhalb vernetzt agieren

2.Entwickeln Sie eine Content Strategie, die Inhalts- und Such-Bedürfnisse der Zielgruppe bedient

3.Unterschätzen Sie Transparenz + Authentizität = Persönlichkeit nicht

4. Lesen Sie andere Blogs

3 Tipps für den Dialog

1.Netzwerke von Mitarbeitern/Autoren fördern
(Teilen in LinkedIn, XING, Facebook)

2.Regen Sie den Dialog durch echte Meinungen an

3.Interne und externe Dialoge erkennen und extern nutzen

 

3 Tipps für den Content

1.Verschiedene Meinungen, Charaktere bereichern die Stories (erwähnen Sie Menschen)

2.Dienen Sie dem Publikum mit Inhalten, die es nutzen und teilen kann

3.Helfen Sie Ihrer Zielgruppe beim Strukturieren und Auffinden, Bündeln von wertvollen Inhalten

Weg von Eigenwerbung hin zum Dialog

Weg von Eigenwerbung hin zum Dialog

So, und jetzt schau ich noch, was ich morgen aus den anderen Vorträgen lernen und verbloggen kann.
Hier ist noch eine Seite mit verschiedenen Beiträgen zu Corporate Blogs.

Twitter am Offline Event SEF 2015

Letzte Woche war zum 17. mal das legendäre SEF in Interlaken. Ich bin immer noch völlig begeistert von den zwei Tagen. Sie waren vorbei wie nix. Persönlichkeiten wie

  • BR Sommeruga
  • Sergio P. Ermotti
  • Überraschungsgast Chordokowski (durfte nicht aufgezeichnet werden)
  • Severin Schwan und
  • sogenannte Querdenker, die teils schlichte Lebensweisheiten verkündeten in einer gut gemachten Unterhaltung. Pofalla (Deutsche Bahn) war übrigens nicht da (natürlich wurde darüber gewitzelt, wegen der aktuellen Strikes)

Aber die Leute, die mich mit Ihrer Präsenz und Worten wirklich berührt haben, waren
Roy Bunker „Live simply, so others can simply live.“ mit Meagan Fallone, beide Barefoot College, und  Ratan Naval Tata | Chairman Tata Group. Meine Liebe zur indischen Kultur und Philosophie lässt sich nicht verleugnen. Was diese Menschen mit Bescheidenheit und Herzensbildung geschafft haben, ist einfach un-glaub-lich.

Hier noch der Link zum Interview mit Ratan Tata, der zur Krönung von Alt-BR Adolf Ogi den Live Time Award bekam. Ich verstehe nun, warum er in der Schweiz so verehrt wird btw.Hatte Gänsehaut und teils auch Tränchen (die ich natürlich souverän weggedrückt hab). Was mir aber echt aufgefallen ist. Nahezu in jedem Vortrag (auch dort wo nicht so erwartet) fielen die Worte:

  • Herz
  • Menschen
  • Vertrauen
  • Zusammenarbeit
  • Flexibilität

Dabei ging es eigentlich um Simplification. Diese angestrebte Vereinfachung einer Komplexität hab ich nicht direkt mitnehmen können. Aber vielleicht hab ich das ja schon durch meinen privaten Umzug vor ein paar Tagen geschafft. Weniger Dinge zu besitzen, fühlt sich sehr friedlich und einfach an.

Vielleicht sind es ja tatsächlich die menschlichen Werte,
die der Wirtschaft ebenso gut tun? frag ich mich…

In offizieller Twitter Mission

Na jedenfalls, war ich Dank Kusito im Einsatz für den offiziellen Twitter Account des SEF. Wir haben vor Ort Zitate geschnappt und live getwittert. Fragen entgegen genommen, die eigentlich hätten in die Moderation einfliessen sollen. Das lief noch nicht 100%ig. Aber insgesamt wars einfach eine Wahnsinnserfahrung, einmal in einem weniger online affinen Umfeld (so heissts) etwas zu tun, was für uns selbstverständlich ist. Neben mir sass ein Teilnehmer CEO (natürlich), der mich fragte „Jetzt hab ich extra für eure Inhalte einen Twitter Account eröffnet, sehe aber nur die Inhalte von den Leuten denen ich folge“. Für mich ein gutes Learning.

Gib statt dem Hashtag einfach den Hashtag Link raus.

Das sieht dann zum Beispiel so aus. https://twitter.com/hashtag/SEF2015. Dann können die Leute einfach mit dem Browser kucken. Weitere Learnings kommen noch, wenn wir alles verarbeitet haben.

Tweet-up am SEF

Suzy LeVine, US Botschafterin mit Twitteraccount

Suzy LeVine, US Botschafterin mit Twitteraccount

Es gab natürlich noch mehr coole Leute, die sich einfach nur beim Apéro (oder Tweet-up) getroffen haben. Die US Botschafterin Suzy LeVine, der Vorzeige Gründer Christian Hirsig, die Nominierten der SEF Awards, wie Michael Schranz von Appswith love (sein Blogpost zum SEF) .

Rahel mit Obertwitterer Kusito

Rahel mit Obertwitterer Kusito

Die SRF sympathischen Journalisten Rahel und Moritz waren auch da und haben Kusito gleichmal den Übername Obertwitterer verpasst. Ihre Radio-Berichte über das SEF und das Tweet-up könnt ihr nachhören. Ja wir können offline noch mit einander reden. Lustig, dass gerne die Anzahl Twitterer erwähnt werden (also wenig) die aber für Websitebesuche, Erwähnungen der Referenten, Veranstalter und zwei Tage lang für Trending Topic #sef2015 gesorgt haben. Und hey, Rahel. Ein Geek ist ein Mensch, der ein Vorreiter in Online Fragen ist, das Web vernünftig (also zumindest ausgeschöpft) nutzt und kein Streber. So.

Alle Sessions vom SEF 2015 zum Nachkucken

Nachträglich kann man auf der Website vom SEF alle Sessions nachsehen und -hören, das ist ein echter Geheimtipp. Schaut mal rein.

Zusammenfassung Vortrag S. Schwan

Zusammenfassung Vortrag S. Schwan

Und ein frecher zeichnender Zusammenfasser hatte auch seine Show, brachte so manches (alles?) treffsicher auf den Punkt.

PS: Die Frage nach der Relevanz von Twitter wurde mir oft gestellt. Ich mag darüber eigentlich nicht mehr debattieren. Twittere oder lass es bleiben.

PPS: Dankeschön an das SEF Team für die inspirierenden Vorträge und eine herausragende Organisation. Bis zum Koffer-Transfer fürs Team war an jedes Detail gedacht. Alle Achtung. Und natürlich Kusito, dass ich überhaupt dabei sein durfte.

 

Liste Corporate Blogs in der Schweiz

Update 01.02.2018: ich aktualisiere die Liste mit den Schweizer Corporate Blogs fortlaufend, aber nicht aktiv, aber wenn mir jemand den Hinweis gibt. Seit also bitte nicht schüchtern, meldet mir eure Blogs oder welche, die ihr kennt, via Mail, Chat oder als Kommentar. Ich ergänze sie gerne.

Update 21.07.15: Angefangen hab ich diese Liste mit etwa 60 Blogs. Immer wieder kommen Einträge von euch dazu. Dankeschön dafür. Ihr seid Schätze. Ich hoffe, die Liste hilft Verantwortlichen beim Starten oder auch nur zur Inspiration.

Schon seit längerem sammle ich für Workshops Beispiele von Schweizer Corporate Blogs. Da ist inzwischen ein kleiner Schatz – na ok, sagen wir Schätzchen – zusammen gekommen. Es hat sich einiges getan in der Schweiz in Sachen Blogs. Es gibt viele tolle Beispiele. Ich dachte, ich teil mal mit euch die Liste, vielleicht könnt ihr sie auch gebrauchen und selbst ergänzen (inzwischen geschlossen, weil ich zu viel hinterher räumen musste.)



Link zum google Spreadsheet:
Die Liste ist aktuell alphabetisch geordnet, die Sortierung mach ich regelmässig neu, wenn neue Einträge dazu kommen. Du kannst einfach Editierrecht anfragen. Ich musste dieses für alle irgendwann leider zurück nehmen.

Habt ihr noch weitere Blogs aus der Schweiz,
die auf der Liste fehlen?

Dann ergänze sie bitte direkt im google spreadsheet, oder kommentiere den Link, dann mach ich das für dich. So entsteht eine Liste, die ständig wachsen kann und wo sich besonders Firmen, die neu mit einem Blog starten, inspirieren lassen können. Kopieren der Liste ist nicht nötig, da sie öffentlich publiziert ist.

Dankeschön an Justina Grund, die einige Blogs aus der Sammlung von xeit aus 2013 eingetragen hat.
Nachtrag 01.03.18: Corporate Blogs aus Deutschland im Ranking bei t3n

Mehr zum Thema Corporate Blogging gibt es hier immer wieder. In der Praxis fokussiere ich mich aber kaum noch losgelöst auf Blogs sondern auf gesamte Online Kommunikationskonzepte.

Vortrag: Vom BlaBla Dialog zur Performance Marketing Plattform Facebook

Billige Nobrain-Postings bringens nicht. Startet Thomas Hutter gleich mal sein Referat mit Beispielen an der Social Media Konferenz.

nobrain post Beispiele

nobrain post Beispiele

Warum es eigentlich in Facebook geht

Inhalte von Unternehmen stehen in einem riesigen Wettbewerb mit Beiträgen von Freunden. 80% aller Post kommt aus privatem Hintergrund. 1500 Stories pro Tag werden auf ca. 180 reduziert (pro User). Normale Leute haben durchschnittlich etwa 18 Seiten geliked und 180 Freunde. Demgegenüber würde ein Profi wie Thomas ca. 125000 BEiträge sehen.

Es wird immer weniger gezielt gesucht, sondern gefunden über Netzwerk-Plattformen in einem Newsfeed. Eigentlich verbringen die Leute mehr Zeit auf Websiten aber nicht durch ansurfen. Menschen greifen 100 mal am Tag zum Handy, öffnen davon 14 mal Facebook. Mit Facebook erreicht man mehr Leute in der Schweiz als alle TV Sender zusammen. Oha.

Das heisst auch, Unternehmen agieren in einem hochbriviligierten Context. Sie stehen im 1:5 Verhältnis zu privaten Inhalten.

FB Nutzungszahlen in der Schweiz (Thomas Hutter)

FB Nutzungszahlen in der Schweiz (Thomas Hutter)

Thomas hat seinen Vortrag bereits publiziert. Wen überraschts?

Auch hier geht es um Relevanz

Also geht es um relevante Inhalte + Targeting  = Marketingergebnis. Wenn der Inhalt relevant ist für die Zielgruppe, wird der Preis für bezahlte Reichweite günstiger. In FB kann man Menschen mit einer Genauigkeit von 38% erreichen und die durchschnittliche Reichweite ist 92 genau.

Dann zählt Thomas die vielen reinen Marketingmöglichkeiten von Facebook auf. (die übrigens rechtlich nicht so heikel sind in der Schweiz wegen Datenschutz, Hashing sind keine sogenannten Personenbezogene Daten)

Das ungenutzte Potenzial in Facebook sieht Thomas hier:

  • CRM und Retargeting, die besten Kunden auf Facebook ansprechen
  • Lookalike Audience
  • Link ads
  • Multi Product ads (mehrere Links)
  • dynamische Product Ads (an Leute, die ein Produkt angeschaut und nicht gekauft haben)
ungenutztes Potenzial (Thomas Hutter)

ungenutztes Potenzial (Thomas Hutter)

 

Das abschliessende Zitat von Thomas gefällt mir sehr gut. „Wir bewegen uns immer weiter weg vom Bespassungskanal. Nur Dialog kombiniert mit Marketing Möglichkeiten von FB.“

Weitere Einblicke in den Vortrag von Walter Schärer im Blog.

 

 

 

Vortrag: geplante „unternehmenseigene“ Themen Community von Mammut

„Ciao Su, Sorry, wir sind hier gewaltig unter Druck und ich bin froh, schaffe ich es überhaupt an die Konferenz.“ schrieb mir Peter Erni, Social Media Manager bei Mammut. Aber der wunderbare Peter brachte es nicht übers Herz, mir meine Fragen nicht zu beantworten. Riesen Dank dafür. Wärhend er in Aktion ist auf der Bühne werde ich den Beitrag hier noch ergänzen.

Vortrag: Gegentrend Facebook: Die unternehmenseigene Community

Peter Erni, Mammut, spricht heute an der Social Media Konferenz Schweiz in Zürich über die geplante Community bei Mammut. Die wird nicht auf Facebook oder g+ sein, sondern mit eigener URL und so. Er nennt es sogar einen Gegentrend zu Facebook im Referatstitel.

Ein Thema, das gefühlt seit Facebook kaum noch zu funktionieren scheint, ausser man heisst IBM. Dem wollte ich ein bisschen auf den Grund gehn. Ich hab Peter also im Vorfeld zu der geplanten Communtiy (Plattform) befragt. Diese ist erst in Arbeit, und wird erst im 2016 (!)  live gehen. Aber der Blog mit lokalen Subblogs startet dieses Jahr noch. Schade, ich hatte gehofft, hier schon etwas zu sehen. Aber Peter zeigt als Beispiel die „I Love Climbing“ Community, wo wir auch schon einiges an Trends erkennen können.

Achtung I Love Climbing ist nicht die Community von Mammut, diese wird erst noch entwickelt und startet im 2016.

Home der Plattform I love climbing

Home der Plattform I love climbing

Die Plattform scheint auch ein comerzielles Ziel „The website climbing.ilooove.it is operated and managed by ilooove.it S.A., a company to be incorporated under the laws of Belgium, represented by Gaylord Roukine. These terms of service governs the access to and use of ilooove.it’s website, products and services. By accessing or using our products or services the user agrees to be bound by these terms.“ auch wenn ich das noch nicht ganz durchschaue.
Sie und hat übersichtliche Funktionen. Einloggen geht mit Facebook Account, da muss ich wieder alle möglichen Daten freigeben, aber auch mit einem eigenen Login, das ich immer bevorzuge. Heutzutage werden Accounts ja immer hack-barer wenn wir immer mit bestehenden Accounts einloggen. Also die Climber können hier

  • Bilder hochladen, bewerten, teilen (auch ausserhalb)
  • Pic of the day wählen
  • Stories rund ums Klettern lesen und schreiben, kommentieren, bewerten
  • explore Bereich (die Karte mit der Frage „wohin willst du hat vermutlich dank Geodaten noch grosses Potenzial in Zukunft. A

Sponsoren bzw. Partner der Plattform

Sponsoren bzw. Partner der Plattform

Als Partner sind sagenhaft 48 Firmen aufgeführt, unter anderem Mammut, The North Face, Adidas Outdoor… Es scheint also ein lukrativer virtueller Ort für Marken rund ums Klettern zu sein. Alexa Ranging gibt mir 568’000 Besucher (allerdings 200 000 weniger als im Vormonat) an. Die meisten kommen aus USA und Deutschland (!) Top Keyword ist Bimal Nagar und dritt wichtigstes Keyword Peugeot (warum auch immer?). Aber hier jetzt erstmal ein paar Insights von Peter.

Ist das Thema Community neu oder nur neu formiert?

Peter: Themenfokussierte Communities sind natürlich nichts Neues, aber dass sie sich in eigenstehenden Communities (also mit eigener Plattform/Sortware) und nicht in Gruppen auf Facebook oder Google+ etc. organisieren schon eher. Respektive dass eigenstehende, themenfokussierte Communities wie I Love Climbing einen grossen Zuwachs an Fans haben und sich sprunghaft grosser Beliebtheit erfreuen, das ist auf jeden Fall neu.

Was ist „I Love Climbing“ genau?

Eine, unter Kletterern sehr beliebte Plattform, um Bilder aber auch Kletterrouten unter Gleichgesinnten auszutauschen.

 

Hast du Ideen oder Erfahrungen was man tun kann, wenn man diesen berühmten Tick zu spät ist und es bspw. bereits eine g+ Community zum Thema gibt?

Ich befürchte es gibt bereits eine Community für alles und jedes Thema, wir sind also so gesehen alle zu spät. 😉 Ausnahmsweise sehe ich hier jedoch die Qualität, Glaubwürdigkeit und Relevanz einer neuen themenfokussierten, eigenständigen Community als entscheidend und nicht, ob es bereits zu diesem Thema irgendwo ein Forum oder eine Gruppe auf einer der grossen Social Media Seiten gibt.

Jedes Unternehmen hat in seinem Corebusiness Informationen, Stories und Experten von unschätzbarem Wert für Menschen aus der jeweiligen Branche oder Szene. Das gilt für eine Zementunternehmen genauso wie für Mammut.

Wer kann einem hier also den Rang ablaufen? Wahrscheinlich eher die Konkurrenz, als eine Gruppe/Page auf Facebook.

Was braucht es, damit so eine Gruppe wirklich zum Fliegen äh Klettern kommt?

Grundlegend sind natürlich die üblichen und in der Zwischenzeit wohlbekannten Social Media Funktionen wie „Like/Comment/Share/ usw.“ die man von Facebook und all den anderen Plattformen kennt. Das sind technische Hürden die mit einem kompetenten Partner, wie zum Beispiel Lithium, gut zu meistern sind. Entscheidend für den Erfolg einer unternehmenseigenen Community scheinen mir darum die folgenden drei Punkte:

1. Der Fokus:

Es braucht einen klaren Fokus und dieser muss auch sofort ersichtlich sein. Das will heissen, dass Besucher wissen, was sie erwartet und weshalb sie wieder zurückkommen sollen/wollen. In diesem Falle eben nicht der grosse, undurchdringliche Normalo-Facebook-Brei, sondern Expertenwissen, Stories zu passenden Themen.

2. Die Mitglieder:

Grundlegend entscheidend sind auch die Leute, welche in dieser Community anzutreffen sind. Bei den Fans hat man da wenig Kontrolle, doch wenn es zu Mitarbeitenden, Aussendienstlern, Partnern usw. kommt, tun sich viele Möglichkeiten auf, um diese nicht nur miteinzubeziehen, sondern zu einem Teil dieser Expertencommunity werden zu lassen.

3. Das weitere Angebot:

Die wirklich erfolgreichen Communities (wie z.B. Steam – unbedingt Software installieren), bieten neben der Community ein dementsprechendes weiteres Angebot oder bauen die Community gar um dieses Angebot herum auf. So kann man bei Steam nicht nur die aktuellsten Games erwerben, sondern auch darüber sprechen und vice versa. Für Mammut wäre das dann wohl der eigene Online Shop, der sich ebenfalls in Arbeit befindet.

Was hat Mammut davon, wenn so eine Community „unternehmenseigen“ ist, also was war euer wichtigstes Ziel mit dem Projekt im 2015?

Während sich die sogenannten externen Social Media Kanäle hervorragend als Sprachrohr/Megafon eigenen, um kurze Nachrichten abzusetzen und zu informieren, eignet sich eine unternehmenseigene Community in erster Linie zur gezielten Kundenbindung. Wenn wir also unsere „alten“ drei Social Media-Hauptziele anschauen findet eine Verschiebung statt:

  • Externe Social Media Kanäle: 1. Brand awareness/desirability, 2. Customer relation/care, 3. Sales
  • Unternehmenseigene Community: 1. Customer relation/care, 2. Sales, 3. Brand awareness/desirablity

Muss man auf bestimmte Dinge besonders achten? Gibt es Fettnäpfe?

Es klingt doof, wenn ich sage: „die üblichen“. Aber in erste Fettnäpfchen sind wir bereits getreten und es sind in der Tat keine neuen. An erster Stelle, und da haben wir soweit sicher richtig und gut gehandelt, steht für ein Unternehmen wie Mammut die Wahl des richtigen Partners im Vordergrund. Wir sind kein IT-Unternehmen und sind darum keine Spezialisten im Bereitstellen von Social Media-Netzwerklösungen. Dann ist da das leidige Thema mit den Ressourcen. Ohne diese geht auch hier nichts, angefangen in der Konzeptionsphase über die Umsetzungsphase bis in die Promotionsphase und schliesslich beim Unterhalt. Hier ist ein ernstzunehmendes Budget für Personal wie auch Bewerbung und Promotion nötig. In der Community soll sich ja niemand geringeres als die Kernzielgruppe bewegen.

Wird es deine Präsi in Slideshare geben, gibt es sie schon?

Ich werde viel erzählen und auf den Slides nur das Nötigste zeigen. Die Präsentation ist also nicht gerade selbsterklären 😉 … wenn das aber gewünscht ist, kann ich die Präsentation auch noch auf Slideshare stellen.

Nachtrag, das Handout von Peter

 

Dankeschön, lieber Peter, für deine ehrlichen Antworten. Ich finde es grossartig, was ihr da aufbaut und wünsche euch gutes Weiterklettern.
Und hier sind die Aussagen zum Vortrag. Wow.

Mehr zum Themencommunities gibts in meinem Post über Social Media Women Schweiz.

Vortrag: Plattformen Beyond Facebook und deren Nutzung

Thomas Mauch spricht heute an der Social Media Konferenz Schweiz über ein, wie ich finde, spannendes Thema. Ihr kennt das, in Firmen sagt man die Worte Social Media und alle antworten mit Facebook. Wenn ich Content Strategien mit meinen Kunden entwickle lege ich auch gerne die Funktionalitäten (in chic: Features genannt) der Plattformen zugrunde. Klar kann Facebook fast alles auch gebündelt. Aber: Facebook, Linkedin und auch g+ sind Plattformen, die auf Netzwerken basieren. Viele andere Plattformen wie Instagram, Pinterest, Youtube sind Contentbasierte Plattformen und entsprechend liefern sie auch Vorteile mit, die die Netzwerk-Plattformen nicht so gut können.

Ich hab also Thomas ein paar Fragen zu seinem Vortrag gestellt und er war sogar so nett, mir sogar sein Handout zu geben Da diese an der SoMeKonferenz leider nicht an einem einzigen Ort zur Verfügung stehen, möchte ich sie euch gerne hier ebenfalls teilen. (pdf 10 MB) Nachtrag: Thomas hat das Handout auf Slideshare geteilt. (siehe unten)

Thomas startet mit ein paar Zahlen, die für sich sprechen

 

Wachstum von Apps und Plattformen

Wachstum von Apps und Plattformen

Danach kommt er schnell zum Punkt und geht ein auf

Hier geht es Thomas vorallem um Influencer (Beeinflusser) und eine echte Beziehung zu ihnen.

  • Pinterest
  • Snapchat
  • Whatsapp

Hier empfiehlt Thomas das Augenmerk auf Content und Content Distribution zu legen.

  • Yo (Bemerkung von Su: auf den Use Case bin ich gespannt)
  • Meercat (stream live Video mit Twitter)

Thomas nimmt noch ein paar Trends auf, wie promoted Pins (Pinterest) big Date und Payment in Apps. Hier ist das Interview mit ihm:

Welche Plattform wird am meisten unterschätzt (kann man das so sagen?)

In vielen Unternehmen sind das tatsächlich noch die „etwas langweiligen“ Business Networks wie Xing und LinkedIn. Viele Unternehmen verpassen es, dort eine unternehmensweite Strategie umzusetzen. Was insofern schwierig ist, als es „jeden“ Mitarbeitenden dafür braucht – das lässt sich nicht zentral aus der Kommunikationsabteilung steuern.

Manche Firmen haben sich immer noch nicht mit dem Budget für die Online Kommunikation angefreundet (das Vorurteil von gratis Reichweite) Was rätst du ihnen?

Ich gehe heute von einer Verteilung 50:50 aus: Was man in Content-Produktion investiert, sollte man für die Distribution / Promotion der Inhalte budgetieren.

Thomas Mauch, TinklaWelche Grössenordnung nimmt in einem typischen Projekt bei Tinkla die Content Produktion ein?

Ganz grob geschätzt würde ich sagen: 20% Strategie, 40% Content-Produktion, 40% Distribution / Promotion. Bemerkung von Su: Spannend bei mir ist es etwa 40% Strategie, 20% Ausbildung, 20% Content Produktion und 20% Distribution.

 

 

Nach welchen Kriterien wählt ihr gemeinsam mit euren Kunden die Plattformen aus? Hast du ein Beispiel?

Grob gesagt sind es drei Fragen:

  • Ist meine Zielgruppe dort?
  • Erwartet meine Zielgruppe meine Inhalte / Themen dort?
  • Unterstützen die Interaktionsmöglichkeiten (Conversion) der Plattform meine Marketing-/Kommunikationsziele?

Was ich damit meine: Vielleicht sind die Leute meiner Zielgruppe auf Facebook, aber sie erwarten bzw. möchten dort meine Inhalte nicht lesen – dann ist es die falsche Plattform. Und je besser eine Plattform die Conversion unterstützt (Twitter Cards, als Beispiel), desto besser für mich.

Hast du einen special Tipp von dir persönlich?

Beziehungen zu Influencern im Netz aufbauen. Vielleicht wird das wichtiger als die grosse Masse meiner Kunden zu erreichen.

Danke Thomas, für deine Zeit, mir ist klar, das ein neues Unternehmen zu etablieren, wie ihr es mit Tinkla gerade tut viel Aufwand bedeutet. Umso mehr. Danke und viel Erfolg.

Thomas hat das Handout jetzt auf Slideshare geteilt.

 

Zur gesamten Social Media Konferenz Schweiz, haben übrigens Schwede und Schwede den Social Hub produziert. Sehr cool. Da müsst ihr mal reinkucken, was alles so publiziert und kommentiert wurde.

https://smm15.cooa.la/brands/2195/33/

Besser Bloggen – 6 Tipps, damit der Corporate Blog kein Selbstgespräch wird

Der ultimative Blogpost kann, ja was eigentlich? In einem Workshop letztens wollte ich einen perfekten Blogpost (für den Corporate Blog) präsentieren. Ich kam ein bisschen auf die Welt, wie Herr und Frau Schweizer so schön sagen.

Ich habe als Leser versucht an einigen Corporate Blog-Beiträgen herauszufinden, was das eigentliche Ziel dahinter ist. Früher dachte ich immer, nur der Blog braucht diese Phase der Zieldefinition dringend. Die Inhalte sind ja dann logischerweise entsprechend darauf ausgerichtet. In der Praxis zeigt sich aber, dass das gar nicht so ist. Viele schöne Beiträge über Events, News und auch über einen Mitarbeiter, der einen tollen Abschluss an einer Hochschule hingelegt hat. Super, damit wird schön die Kultur transportiert. Sagen wir mal aus der Ferne, das passt zu einem HR Blog. Ein Blog der zum Ziel hat, Menschen auf das tolle Team aufmerksam zu machen Menschen, die den Beitrag tatsächlich finden, zu zeigen, wie es in der Firma aussieht. Aber das ist das kleine 1×1 und keine Strategie um sich mit einem Corporate Blog wirklich hervorzuheben. Dafür braucht es: Mehr Wert bieten als reines berichten.

Ich habe mal 6 konkrete Merkmale für besseres Bloggen herausgearbeitet:

1. Die innere Haltung des Autors

Sinnbild für innere Haltung. Hier ist es eine flexible Körperhaltung

Sinnbild für innere Haltung.

Zuerstmal denke ich, es geht nicht um den Text ansich, sondern die innere Haltung des Autors. Diese wird, bzw. sollte sogar sichtbar werden. Sie wird bewusst und unbewusst vermittelt. Die Textsorte Blogpost ist anders als ein Fachartikel. Beim Bloggen geht es immer um die Menschen. Derjenige der schreibt zeigt seine Persönlichkeit. Ein schönes Interview dazu mit Bloggerin Pony M hab ich gestern entdeckt.

Es müssen also nicht die Kommunikationsverantwortlichen bloggen, sondern die Leute, die etwas zu sagen haben (Nicht aus Hierarchischer Sicht). Ok, ich sags jetzt, obwohl ich denke, du brauchst das nicht. Es ist gut andere Blogs zu lesen. Niemand käme auf die Idee ein Buch zu schreiben, ohne eins gelesen zu haben. Blogger sind auch eine Community für sich und lernen voneinander. Und natürlich geht es auch um denjenigen der liest. Besonders ist hier, dass der Leser nicht auf einen Nur-Leser degradiert werden sollte. Schöner ist, wenn mich ein Schreiber direkt mit seiner Leidenschaft ansteckt, mit auf seine Sichtweise einlädt. Wenn jemand aber zum Bloggen in der Firma verdonnert wird, wird die innere Haltung (Pflichtgefühl) sichtbar. Diese ist dann alles andere als ansteckend oder einladend.

2. Den Leser zum Dialog einladen

Manche Beiträge, die ich mir angesehen hab, gleichen einem Selbstgespräch. Doch dann gibts keine Anwort und keinen Spass.
Wenn du es schaffst, dass eure Autoren eine ehrliche Meinung, Idee oder ihr Wissen teilen, hast du schon einen grossen zwischenmenschlichen Schritt auf die Dialogpartner (Leser) zu getan. Er oder sie hat etwas davon, wenn er den Blog besucht. Als Beispiel fällt mir ein lebhaftes Gespräch zwischen zwei Menschen ein. Der eine inspiriert den anderen und sie entwickeln zusammen Neues. Und es gibt auch kein am Ende noch schnell hingeworfenes „Und wie findet ihr das?“.
Wenn ein Blogpost also Impulse gibt, werden andere auch zuhören, kommentieren oder den Beitrag in ihrem Netzwerk teilen. Wer teilt, schreibt in der Regel ein paar persönliche Worte dazu – hey, das ist auch ein Kommentar. Schreibe also so einladend wie du in einem Gespräch bist.

Beispiel Blogger Benno Weber

Benno ist einer der Corporate Blogger bei Swisscanto. Typisch im gesamten Blog, es wird immer eine eigene Meinung vertreten und meistens echter Mehrwert geteilt. In diesem Beitrag ‚Rendite? Nicht mit uns!‘ rüttelt Benno zu Beginn sehr mutig auf (ich find es sympathisch-frech) und holt den Leser anschliessend sofort wieder ab. In meinem Kopf findet ein Gespräch mit Benno statt, ich lese nicht einfach nur einen Bericht.

Benno Weber über Rendite im blog.swisscanto.ch

Benno Weber über Rendite im blog.swisscanto.ch

3. Reden wie im wahren Leben

Bleiben wir bei dem persönlichen Gespräch als Metapher. Mündlich lassen wir ja auch mal einen Gedanken weg, weil der andere mitdenkt. Ich spreche mein Gegenüber mit dem Namen an oder erwähne andere Personen, die vielleicht meine Ansicht nicht teilen. (Es müssen ja nicht immer nur Befürworter herhalten). Ich rede (hoffentlich) auch nicht immer nur von mir.  Meistens duze ich die Leute zu schnell. Aber ich sag wenigstens nicht „man“. Mancheiner beherrscht sogar die Kunst, Bilder in Köpfen entstehen zu lassen. Solche Momente sind seltene Highlights des Alltags.

Wenn jemand eine Beziehung herstellt im Gespräch, mag ich das sehr. Kennt ihr die Werbung, wo einer nach dem Weg fragt, ein anderer erklärt ihn aber der Fragende kuckt einfach in eine andere Richtung? Sowas machen wir im Dialog nicht. Also lasst das auch beim Bloggen sein.

4. Mut zu Relevanz tut gut

Wenn wir über einen Smalltalk (vgl. Facebook Post?) hinaus möchten, brauchts manchmal mehr Worte. Online heisst nicht automatisch kurz. Online ist präzise und wertvoll. Relevanz ist hier ein schönes Modewort, das sich schwer erklären lässt. Es geht um den Augenblick und wie das Gegenüber zum Thema eingestellt ist. Google bewertet Inhalte aus den Augen der anderen. Irgendwie bin ich froh, das damit die ganze SEO Kunst massiv verändert wird. Bekommen die Leute was sie wollen, bleiben sie. Dann findet das auch google gut.

Hier ist es wieder ein Vorteil, wenn Fachspezialisten selbst schreiben. Denn sie wissen einfach mehr, sind glaubwürdiger. Sie haben oft auch Mut zu Inhalten, die dem Leser konkret etwas bringen. (Was wiederum auf die Ziele einzahlen kann).  Manche Fachleute sind sogar gewöhnt, ihr Fachgebiet mit einfachen Worten zu erklären. Ah, das erinnert mich: Einfach darf die Sprache sein in einem Blog. Wenn ich mir vorstelle, wieviele Blogs ich im Zug am Handy lese, bin ich dankbar, wenns eingänglich geschrieben ist.

Beispiel von Blogger Jürg Stuker

Ok, Jürg ist sowas wie der Yoda unter den Corporate Bloggern. Immerhin hat er mich inspiriert vor 8 (jesses) Jahren. Also darf ein Beispiel von ihm nicht fehlen. Jürg gelingt es immer wieder, Wertvolles zu teilen und so, Kunden und Mitarbeiter zu fesseln, pardon zu binden heisst das wohl. Sein Beitrag ‚Kann Wachstum Sünde sein?‘ zeigt soviel „Geheimes“ wie selten in Corporate Blogs zu sehen ist.

Jürg Stuker über einen Vortrag im blog.namics.com

Jürg Stuker über einen Vortrag im blog.namics.com

5. Highlights für den Corporate Blog

Entdeckst du ein Thema, das sich als besonders wertvoll zeigt im Corporate Blog, kannst du es zusätzlich in verschiedenen Formaten wieder aufbereiten. Zum Beispiel kann aus einer PowerPoint-Präsentation später ein Podcast oder ein Interview werden. So bietest du verschiedene Nutzungvarianten. Vorallem gehts mir aber um die regelmässigen Highlights. Du könntest zum Beispiel neben „Butter und Brot“ Beiträgen regelmässig richtige Kracher einplanen. Die brauchen dann auch etwas mehr Aufwand und Ressourcen. Na und?

Und das wisst ihr, liebe Leser, natürlich:
(sogenannt) Verschenktes Wissen bleibt zusammen mit deiner Quelle sicht- und vor allem nutzbar. Das ergibt einen sicheren Wert, der auf die Marke, die Firma oder die Person einzahlt.

Beispiel Blogger Frank Schmiechen

Ok, das ist nicht gerade ein Corporate Blog. Frank Schmiechen schreibt über das neuste Buch von Gunter Dück und erreicht mich als Leser. (geteilt, kommentiert, Buch bestellt.) ‚Dümmer als die Polizei erlaubt‘ vereint viele Finessen des Bloggens. Auch hier Mut zu umgangsprachlichen Worten, die jeder vertsteht und natürlich der wertvolle Inhalt. Die Strategie bei gruenderszene.de ist allerdings, ständig Highlights zu bringen. Als Firmen Blogger sind wir schon froh, wenn wir wenigstens gelegentlich solche Highlights haben. Planen wir sie also realistisch und zum richtigen Zeitpunkt ein und nutzen sie dann entsprechend intensiv.

Blogpost von Frank Schmiechen, gruenderszene.de

Blogpost von Frank Schmiechen, gruenderszene.de

6. Was ist der sechste Tipp?

Ich hab keine Ahnung, warum ich im Titel von 6 Tipps geschrieben habe. Vielleicht hatte ich die leise Hoffnung, du hättest noch einen? Was machst du für mehr Gespräch im Blog?

 

 

 

 

 

So das wars erstmal mit Tipps zum besser Bloggen. Dieser Blogpost gehört zu einer Serie „Besser bloggen“

  • Besser Bloggen – Texten eines guten Blogposts (coming soon)
  • Besser Bloggen – Corporate Blogs in der Schweiz (coming soon)
  • Besser Bloggen – mit internem oder externem Team (coming soon)

PS: Jetzt hätt ichs fast vergessen. Heute ist ein Beitrag in der Computerworld erschienen. Ich durfte etwas zu Corporate Blogs schreiben. Hier gehts zum Beitrag Ein Blog ist kein Selbstgespräch 😉
Und hier ist noch mehr über Blogs.