Mediensprecher und Twitter

Vor kurzem hatte ich einen Workshop mit einer Mediensprecherin. In der Schweiz heisst die Berufsgruppe nicht Pressesprecher (und sie schreiben auch keine Pressemitteilungen, sondern Medienmitteilungen). Schon in der Vorstellungsrunde sagte sie ehrlich „es hat geheissen, ich soll“ und „ich hab eigentlich keine Zeit, noch ein Tool mehr zu bedienen“. Ich hatte also nicht gerade idealen Nährboden, aber einige Argumente dabei, die dann schneller als gedacht fruchteten.

Warum ist Twitter für Mediensprecher ein gutes Tool?

  • weil die Journalisten längst da sind
  • die Marketer auch (sie haben die PR Branche überholt)
  • zur Beziehungspflege mit Medienschaffenden
  • als Themenradar
  • zum Journalisten unterstützen bei Recherchefragen
  • ansprechbar sein, auf dem schnellsten öffentlichem Medium
  • Gelegenheiten „generieren“ und nutzen
  • Medienkompetenz zeigen
  • neben dem Markenaccount auch persönlich
  • zum Zuhören, Antworten, Kuratieren
  • Krisen-Vorbereitung
  • Kommunikationskompetenz statt (nur) Werbetweets auf dem Marken-Account
  • wenns sein muss, auch als Hub für Medienmitteilungen

PR ist längst nicht mehr Press Relations sondern Public Relations

Medienmitteilung via Twitter

Medienmitteilung via Twitter

Medienmitteilungen sind nur ein kleiner Teil der Kommunikationsarbeit. Ich befürchte zwar, dass Journalisten immer noch mit unsinnigen Meldungen per Mail drangsaliert werden, gehe jetzt aber mal von  Inhalten aus, die wertvoll für Medien sind. Ich hab in Twitter nach Beispielen gesucht und bemerkt, dass nur eine/r von ca. 20 Twitterern auch ein Bild zum Tweet mit Medienmitteilung gehängt hat. Ok, dass ist ein „billiger“ Aufmerksamkeitstrick. Aber Twitter gibt es nunmal her, dass Tweets mit Bild auffälliger in der Timeline sind, wenn die Nutzer diese Vorschaufunktion nicht abgestellt haben. Die löbliche Ausnahme ist übrigens UPC Cablecom mit ihrem Ostereier-Tweet (sogar die Konkurrenz wird direkt angesprochen)

Sehr professionell versendete auch Moritz Adler seine Medienmitteilung zum Thema XING Gebühren in der Schweiz. Er gab sie im google doc ab. So ist der Inhalt bearbeitbar, die Infografik (mit CC Lizenz) braucht keinen extra Download. Auch ans Avatar-Bild (für Unterstützer) und den Hashtag #xingfail hat er gedacht. Interessierte, Journalisten und Blogger können sich gleichermassen an einem Ort bedienen. Auch hätte jeder hier direkt Kommentare oder Rückfragen platzieren können. Sicherheitshalber sag ich es kurz „privat und Geschäft lässt sich nicht wirklich trennen, es geht immer um persönliches Agieren und anderen etwas zu bieten“. Das wird auch für Journalisten immer wichtiger, sie sorgen oft selbst für Leser und Reichweite ihrer Artikel. Für euch nichts Neues, aber glaubt mir, darüber rede ich in der Praxis.

Normalerweise finde ich oft noch Medienmitteilungen als pdf auf Websiten mit einem Link zum Downloaden von weiterem Material (Marketingbilder mit wenig Gebrauchswert für journalistische Berichte). Manchmal sehe ich nicht vorher, was ich eigentlich runterlade soll. Ich vermute das liegt am „alten“ Senden-Mechanismus. Man sendet ja eh die Information plus Bild via E-Mail direkt in den Papierkorb (pardon, ich meine natürlich die Mailbox) des Journalisten.

Zurück zu meinem Workshop. Für ein paar fruchtbare Argumente war wiedereinmal Twitter das Tool der Wahl. In sehr kurzer Zeit bekam ich viele Meinungen von Profis. Dankeschön dafür.

Brauchen Mediensprecher einen Twitteraccount?

Ehrlichgesagt, dachte ich, die Mehrheit würde sagen „selbstverständlich, es ist ein Kommunikationsjob“ aber so war es nicht. Die Essenz der Meinungen war etwa so:

  • die Zeit der Medienmitteilung ist vorbei, ebenso der Journalist als Informationsmonopolist
  • passiv als Pulsnehmer, was interessiert Kunden, die Öffentlichkeit
  • aktiv als Mehrweg Kommunikationskanal, Transparenz, halböffentlich
  • Kommunikationsverbote austricksen 😉
  • verfolgen, worüber Journalisten schreiben, welches sind ihre aktuellen Themen
  • kein Verbreitungskanal, aber Resonanzraum, überraschend, welche Themen bewegen
  • wenn er/sie dadurch besser erreichbar ist, ja
  • geschäftlich über Firmen Account, privat ja, aber deklariert
  • wer beruflich twittert, sollte den Kanal auch privat spüren. Ganz privat ist man aber nicht

Kurzum können wir das wohl trotzdem als klares JA werten.

Hier sind die Antworten.

PS: Während der Umfrage ist ein Interview via Twitter entstanden übrigens zwischen Barbara Josef, der Kommunikationschefin von Microsoft, und dem Journalisten Manuel Wälti. Grossartig.

Ach gönnt mir noch ein PPS: meinen ersten Blogpost zum Thema hab ich ziemlich genau vor ca. 5 Jahren geschrieben. Oje.

 

 

Social Media Konferenz – paar Vorträge am Nachmittag

so zweite Runde. Die Vorträge von morgens findet ihr hier. Nun kommt ein Teil der Nachmittagssessions.

Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht

Den Vortrag von Marcel Meier, Inhaber sutter//meier coaching, empfinde ich als eines (für mich das zweite) der Highligts an der Konferenz heute. Er ist Coach und sprach über den Stressfaktor Social Media und wie Menschen wieder mehr mit sich selbst verbunden sein können. Ich werde heute bereits das dritte mal Yoga-Philosophie konfrontiert.

Ist es nun so weit, dass wir Business mit dem Menschsein verbinden oder auch nach erdigen Inhalten suchen, weil es zugegebenermassen ein hoher Stressfaktor ist, allzeit on zu sein? Der Vortrag hat mich inspiriert, auf meinem Philosphie-Blog zu teilen. (kommt in Kürze)
Hier ist sein Vortrag „Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht.“ und die gesunde, entspannte Einstellung dazu. Ich habe übrigens jede Woche einen medienfreien Tag, an dem ich mir nur Bücher in Papierformat erlaube (der Kindle hat nen Internetzugang 😉

Döner in der Dose

Döner in der Dose

Co-Creation: The Good, the Bad and the Ugly!

Markus Maurer, Projektleiter Social Media, Customer und Web Intelligence, Migros-Genossenschafts-Bund. Markus hat tolle Beispiele aus der Praxis gezeigt und natürlich über Migipedia gesprochen. Das neueste Produkt, das aus Impulsen der Migi-Fans dort entstand ist. Döner in der Büchse. Leider gibts die Präsi nicht öffentlich. Thomas Besmer hat ein schönes Zitat aufgeschnappt „Produkte, die durch Co-Creation entwickelt wurden, haben tiefere Flop-Raten als andere.“

Markus hat übrigens die Twitter-Diskussionen, Fragen, Aussagen rund um die Konfernz zusammen gestellt.

Raiffeisen: Über Geld spricht man nicht. Oder doch?

 

Nadine Stutz beim Referat

Nadine Stutz beim Referat

Dr. Nadine Stutz, Social Media Managerin, Raiffeisen Schweiz sprach sehr offen in ihrem Vortrag über die Bank-Kultur und wie sie sich darin bewegt. Der Blog, namens Panorama, ist der Hub ihrer Social Media Kommunikation. Aber sie nutzt verschiedene Plattformen. Anfangs (vor 20 Monaten) stellte sie fest, über keines der Sponsoring Events wurde irgendwo berichtet. Sie ging jedes Wochenende auf eines der Events und berichtete live darüber. Jedesmal hat Nadine die Reichweite verdoppelt. Verschiedene Banken (an unterschiedlichen Standorten) haben eigene Facebookseiten eröffnet.

Sie handelt es so: „Wenn du ein oder zwei Leute stellst, die die Seite betreuen, schalten wir sie frei.“ Dadurch konsolidiert sich über die Zeit gesehen „der Wildwuchs“ (Das Wort hat sie so nicht benutzt). Sie sagt übrigens auch „natürlich reden wir über Geld“ über all die negativen Dinge, wie Hacking von Finance-Accounts, über Finanz-Lösungen für Konkubinat. „Mir doch egal, warum jemand auf meine Website kommt. Wenn er/sie kommt,  weil es ihn/sie in diesem Moment interessiert, was es zur WM Neues gibt, und ich biete es, dann ist das Kundenbindung:“ Es geht für sie immer um den Context (nicht nur rein um Content) zum Business. 1.8 Mio Mitglieder sind noch lange keine Community. „Die Währung in Social Media ist Added Value.
Mehr Aussagen und Einblicke von Nadine hab ich im separaten Interview von ihr erfahren.

So, seid nicht böse, aber die anderen Vorträge hab ich leider nicht mehr aufnehmen können.

Social Media Konferenz 2014 – die Vorträge vom Vormittag

Es gibt wieder einige Live-Blogger. Ihr wisst, ich hab das seit zwei Jahren aufgegeben, ich verpasste einfach zu viel „Dazwischen“, Gespräche, Pointen etc. Aber Bernadette Bisculm sehe ich fleissig am Döggeln. (Dort folgen sicher wieder gut ausgearbeitete Beiträge. Nachtrag: Bernadette über Zukunfts-Szenarien von Gerd Leonhard) Und bei Walter Schärer gibt schon Futter zum Nachlesen. Danke euch. Aber hier erstmal, was ich bis jetzt zusammen suchen konnte und selbst inhaltlich mitnehme.

Vorträge an der Social Media Konferenz 2014

Social Media Zukunfts-Szenarien: Big Data, Smart Agents und Artificial Intelligence, und Marketing als… Content“

Diesen Vortrag hat Walter verbloggt. Referent: Gerd Leonhard, Futurist, Autor, Blogger, CEO The Futures Agency.

Wie Social Media für das KMU machbar wird

Dani Niklaus, CEO, Netlive
Daniel hat wieder in seiner typischen Storytelling Art präsentiert. Erfrischend, anschaulich, mit vielen Beispielen und Tool-Tipps, z.B. TripAdvicer im Einsatz Bis jetzt eins meiner Highlights und dass nicht nur, weil er von der Surfschule (!) berichtet hat. Abschliessend gab Daniel die Tipps:
1. kucken Sie was andere machen
2. was können Sie kopieren
3. denken Sie unerwartet für die Lösung sagt

Das Handout besorge ich euch noch. Nachtrag: 13.44: Handout von Daniel Niklaus

 

Social Media auf Führungsebene

Salomé Wagner, Founder, Sparkling Stream AG und Christophe Truchet, Gründer/Inhaber Webrelaunch GmbH. Den Beiden mit ihrer Studie hab ich einen eigenen Beitrag gewidmet: Hab sie befragt und wertvolle Erkenntnisse über die sechs Typen von Führungskräften bewonnen. Es geht um die innere Einstellung gegenüber Social Media. Das empehl ich euch, mal näher anzusehen.

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Hier ist das Handout von Salomé und Christophe

 

Social Media Governance bei Credit Suisse

Barbara Müry, Leiterin Social Media Competence Center, Credit Suisse

interne Social Media Prozesse Credit Suisse

interne Social Media Prozesse Credit Suisse

Das sind die internen Abläufe fürs Social Media Competence Center, die sie definiert haben. Das Handout konnte ich nirgends öffentlich finden und habs verbummelt, sie in der Pause danach zu fragen.

Community Building eines Startup: in 7 Monaten zu 4000 Facebook Aktivitäten täglich

Vortrag von Gian-Franco Salvato, CEO, Attrackting

Das, ihr Lieben, ist richtig cool. Gian-Franco stellt die Kommunikationsaktivitäten für sein Startup vor. Dieses bringt demnächst ein Halsband für Katzen heraus, mit dem ihr die Streunerausflüge eurer Vierbeiner beobachten könnt. Ist das mal cool. Hier ist sein Vortrag, darin dreht sich natürlich Vieles um Cat Content. Habs nicht anders von ihm erwartet, sein Handout war bereits vorher in Slideshare. Danke

ein paar Vorträge vom Nachmittag

Social Media Konferenz – Studie: Führungskräfte und ihre Einstellungen zu Social Media

Ich beschäftige mich gerne mit dem menschlichen Geist, dem Intellekt, Bewusstsein und auch Unbewusstsein. Keine Sorge ich hab mich nicht im Blog geirrt 😉 Doch Christoph Truchet und Salomé Wagner haben untersucht, wie unbewusste Emotionalität (innere Einstellung) von Führungskräften den Umgang mit Social Media bestimmt. Da musste unbedingt auf die Spur und hab den beiden ein paar Fragen gestellt, bevor sie ihre Ergebnisse heute (10.00) an der Social Media Konferenz 2014 in Zürich präentieren.

Christoph und Salomé, innere Einstellung bei Führungskräften? Was habt ihr genau in eurer Studie untersucht und herausgefunden?

Wir haben ausschliesslich (500) Führungskräfte in der Schweiz befragt. Warum? Weil wir bei ihnen ein „Unwohlsein“ wahrnahmen und eine eher ablehnende Haltung gegenüber Social Media.
Wir hatten den Eindruck, dass dieses Unwohlsein tiefer geht und emotional geprägt ist. Führungskräfte können sich dies nur schwer eingestehen oder sind sich dessen gar nicht bewusst. Durch die in der Studie verwendeten Forschungs-Methoden konnten wir diese Emotionen und Haltungen messen und vergleichen. Tatsächlich haben die Resultate gezeigt, dass es Unterschiede zwischen der bewussten Einstellung und den unbewussten Emotionen gibt. Wir nennen dies den Social Media Emotional Gap. Dieser bestimmt, wie die Person mit Social Media umgeht und auch im entsprechenden Unternehmen umgegangen wird.

Die Barrieren, die den Weg in Social Media erschweren, beinhalten also neben harten vor allem weiche Faktoren. Was bedeutete das für Beratungsunternehmen? Müssen sie nun auf der emotionalen Ebene überzeugen?

Wir haben aus den Studienresultaten sogenannte Social Media Nutzertypen entwickelt. Diese Nutzertypen beschränken sich wiederum auf Führungskräfte. Jeder dieser Nutzertypen hat seine eigenen Einstellungen, Barrieren und Emotionen. Aus unserer Sicht ist es deshalb wichtig, dass Berater in einer ersten Phase vor allem zu verstehen versuchen, was für einem Nutzertypen sie gegenüber sitzen. So gesehen, ja, Berater sollten auch die emotionale Ebene verstehen und klären.

Studien erklären regelmässig, dass Facebook an Bedeutung verliert. Manch einer interpretiert, dass er nun nicht mehr in Social Media investieren muss. Da scheint es mir um harte Facts zu gehen, statt Emotionalität?

Social Media bedeutet ja viel mehr als Facebook. Social Media bedeutet ein Paradigmenwechsel auf ganz vielen verschiedenen Ebenen. Die angesprochene Einstellung passt sehr gut zu gewissen Nutzertypen, die generell eine negative Emotionalität gegenüber Social Media haben. Natürlich wissen wir, dass auch bei Social Media harte Fakten gefragt sind. Aber wirft man alle Telefone weg, nur weil eine Studie sagt, dass immer mehr Leute lieber chatten als telefonieren? Dazu kommt, und daran sind unter anderem die Berater schuld, dass viele Führungspersonen Social Media als reines Kommunikationsinstrument sehen, welches die restlichen Instrumente ergänzt. Eine Kundenzeitschrift kann man einstellen, Social Media nicht. Egal ob das nun Facebook ist oder was anderes.

Das Social Media Prozess Modell, welches aus den Erkenntnissen der Studie entwickelt wurde.
Was habt ihr da genau entwickelt?

Wir haben ein Prozessmodell entwickelt, welches die Führungskraft dabei unterstützen soll, seinen eigenen emotionalen Hürden bezüglich Social Media zu begegnen und diese zu überwinden. Es geht also darum, herauszufinden, was für ein Nutzertyp die Person ist, was ihre grössten Herausforderungen sind und wie sie schrittweise an diese Themen heran gehen kann. Unser Social Media Prozessmodell besteht aus diversen Elementen wie Nutzertypen, emotionale Hürden, Lösungsansätze etc.

Welches sind die sechs (6) Typen unter den Führungskräften?

  • Laie (diesen holt man in der Beratung über das Thema Sicherheit ab)
  • Bürokrat (diesen holt man über Chancen ab)
  • Amateur (diesen zeigt man bestenfalls den Nutzen auf)
  • Pragmatiker (diesem argumentiert man mit Ressourcen)
  • Kommunikator (ihm/ihr helfen vermutlich Potenziale)
  • Experte (er/sie ist mit Integration zu motivieren)

Führungspersonen und ihre innere Einstellung zu Social Media, die 6 Typen

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die Grafik zeigt die sechs verschiedenen Typen unter den Führungspersonen. Dem gegenüber steht jeweils das entsprechende Hauptargument, mit dem sie für Social Media motiviert bzw. abgeholt werden können.

Wie können Führungskräfte die benötigte Sicherheit in Social Media gewinnen?

Je nach Nutzertyp entsprechend sollte sich die Person fragen, wo sie emotionale Barrieren im Umgang mit neuen Medien hat. Und zwar nicht nur bezüglich Facebook, sondern bezüglich der generellen Digitalisierung der Gesellschaft. Es kann gut sein, dass der Nutzertyp „Laie“ zuerst mal einen Einstiegskurs zu einer Plattform oder zum Thema Social Media besucht, um der Materie näher zu kommen. Der Pragmatiker zum Beispiel braucht keine Kurse. Bei ihm ist es wichtiger, dass er sein vorhandenes Verständnis ins gesamte Unternehmen mit einbringt und sich am gesamten internen digitalen Entwicklungsprozess beteiligt, anstatt sich in seinem Bereich abzuschotten.

Warum basiert euer Modell auf der Überzeugung der Führungskräfte?
Lässt es sich auch später für Mitarbeiter einsetzen?

Wir haben uns mit denjenigen Personen auseinandergesetzt, die schlussendlich die Entscheidungen fällen und mittragen müssen. Das Umfeld einer Führungskraft ist meistens komplexer als das Umfeld eines Mitarbeiters. Diese Komplexität wird durch die Digitalisierung und deren Geschwindigkeit vervielfacht. Aus unserer Sicht braucht es sowohl bei den Führungskräften wie auch bei den Beratern ein neues Bewusstsein bezüglich dieser Vorgänge und der entsprechenden Emotionen auf der Führungsebene. Wie kann man als Manager ein Thema in strategische Überlegungen miteinbeziehen ohne sich in diesem Thema wirklich sicher zu fühlen?
Wir entwickeln unsere Modelle dahin weiter, dass mit Hilfe der Nutzertypen z.B. auch die geeigneten Mitarbeiter für die interne Betreuung von Social Media ermittelt werden können. Und natürlich gibt es, vor allem in der Generation der Digital Immigrants, noch viele Mitarbeiter mit eher negativen Emotionen gegenüber Social Media.

Ich habe die Christophe und Salomé auch im Hangout zu ihrer Stude befragt. Kuckt mal rein.

 

Social Media Konferenz – Raiffeisen spricht über Geld, bzw. Nadine Stutz tut es

An der heutigen Social Media Konferenz in Zürich hält Nadine Stutz, Social Media Managerin bei Raiffiesen einen Vortrag. Ich hab ihr einige Fragen gestellt. Dabei hab ich von ihren sieben Mantren erfahren und ihre praktischen Ansätze, die sie mit dem Publikum teilen wird. Note: Ein Mantra kommt aus dem Yoga (Sanskrit) und ist ein Instrument für die Geist-Kontrolle. „Man“ kommt von Mano – der Geist/Intellekt und tra bedeutet soviel wie „durch“. Ein Mantra hat immer noch einen Zusatz, der anzeigt, wodurch der Geist gelenkt oder befreit wird. In ihrem Fall wäre das ‚Social Media‘ – Mantra. Sinngemäss geht es darum ein Mantra sooft (z.B. 108 mal) zu wiederholen, bis es den Geist vollständig darauf konzentriert. Ich dachte, ich ergänze das kurz.

Die beruflichen Mantren von Nadine Stutz sind also:

  • Love people – Love Coffee
  • Walk the talk
  • Being a Bad Cop is a Good Thing
  • Make Use of What You Have
  • Content is King – Context is Queen
  • No Man is an Island
  • Added Value – Added Value – Added Value

Das fängt ja gut an, da musste ich natürlich noch ein bisschen mehr nachfragen.

Nadine, warum ist Raiffeisen so früh dran mit Social Media Themen, gegenüber anderen in der Branche?

Sind wir früh dran? Ich denke eher, wir sind gerade noch auf den Zug aufgesprungen… Ich gehe davon aus, dass noch zwei Jahre verbleiben, bis dann gewisse Finanzinstitute das Augenmerk wieder oder verstärkt auf Social Media legen.

Fehler eingestehen, ehrlich sein, den User ernst nehmen und Fragen beantworten, ist eure Devise. Warum?
 Oder andersrum gefragt, warum tun sich viele Unternehmen immer noch schwer damit, Fehler einzugestehen?

 

Nadine Stutz, Social Media Managerin bei Raiffeisen

Nadine Stutz, Social Media Managerin bei Raiffeisen

Weil Social Media keine klassische Werbung macht, die dem Kunden etwas verkaufen oder aufhalsen will; sondern Kommunikation und Kundendienst. Wenn man einen Kunden am Telefon hat, dann versucht man auch das Problem zu beheben. Das Problem bei Unternehmen liegt nach wie vor in der Vorstellung, dass man die Kontrolle über die Marke und die Kommunikation besitzt. Zusätzlich herrscht teilweise die Meinung vor, dass wenn man den Personen keine Austausch-Plattform bietet, sie sich dann auch nicht austauschen. Natürlich stimmt das nicht. Es ist besser informiert zu sein und handeln zu können, auch wenn es manchmal unangenehm ist, als die Augen zu verschliessen und dann mit grösseren Probleme zu erwachen. Ausserdem sind Äusserungen einfach Meinungen, negative und positive – und Menschen sollten ein Recht auf eine Meinung haben. Unternehmen werden von Menschen geführt und Menschen machen Fehler – dazu kann man stehen.

Wie habt ihr euch und warum für welche Plattformen für Raiffeisen entschieden?

Noch vor der Schaffung der Stelle „Social Media Manager“ gab es einen Pilotversuch mit Twitter und Facebook. Soweit ich das sehe, ging man damals nach Schema F vor: die beiden Plattformen sind am bekanntesten, also benutzen wir sie. Mittlerweile hat jede Plattform eine bestimmte inhaltliche Ausrichtung sowie eine bestimmte Zielgruppe. Wir wollen die (potentiellen) Kunden und Stakeholder dort abholen, wo sie sich aufhalten.
Anmerkung: Raiffeisen hat einen Corporate Blog namens Panorama Magazin etabliert, mit täglichen Beiträgen, nutzt Twitter, Facebook (!) Youtube und XING. Dort führt das Finanzinstitut einen wirklichen Dialog und wird dadurch zum Vorzeige Projekt in der Branche. Hier teilt das Raiffeisen ihre Social Media Richtlinien

Wo waren die Stolpersteine intern?

Organisation/Prozesse – (vermeintliches) Wissen – Inhalte. Probleme gab es insbesondere im Bereich der Organisation. Meine Stelle ist der Gruppen/Unternehmens-Kommunikation angegliedert – das stiess nicht bei allen auf Verständnis. Hinzukommt, dass das Wissen über Social Media stellenweise gering ist und Social Media mehr als Entertainment Channel und Nebensache behandelt wurde. Die Einstellung, dass man über Geld nicht spricht resp. das Thema Geld nicht allzu viel her gibt, keinen interessiert, musste zuerst einmal adressiert werden. Inhalte sind nicht langweilig nur weil Finanzwelt drauf steht. Geld ist ein Universalthema und ziemlich komplex: deshalb eignet es sich für viele unterschiedliche Kommunikationsplattformen.

Wie habt ihr sie gelöst? (bzw. löst ihr sie noch?)

Wir lösen sie noch! Der Prozess ist kontinuierlich und wird wohl bei dieser Grösse des Unternehmens nie ganz abgeschlossen sein. Teil der Lösung ist sicherlich das Enabling der Mitarbeitenden. Die Möglichkeiten von und mit Social Media aufzeigen, die Angst nehmen, Verständnis schaffen. Einer der wichtigsten Punkte und Erfolgsrezept ist „Walk the talk“. Ich kann noch lange sagen, dass es wichtig ist, dies und das zu machen. Aber sobald ich gezeigt habe warum, gibt es (fast) keine Diskussionen mehr. Man muss bereits sein, diese „extra Mile“ zu gehen.

Wir beide sind uns einig, dass der SoMe Manager eigentlich Change Manager heissen sollte. Warum?

Weil Social Media in einem Unternehmen langfristig nur erfolgreich sein kann, wenn die Social Media Strategie im Unternehmen verankert und gelebt wird. Noch immer existiert viel Un- oder Halbwissen zu Social Media in Unternehmen; noch immer höre ich den Begriff „Hype“, noch immer gibt es Mitarbeitende, die denken Social Media gehe vorbei. Social Media haben die Art und Weise wie Menschen kommunizieren verändert. Das kann man nicht rückgängig machen. Es braucht deshalb in Unternehmen kulturelle und strukturelle Anpassungen. Die Organisation/das Unternehmen muss Social Media adäquat handeln können. Organisch hierarchisch gewachsene Unternehmen bekunden Mühe damit, weil sie eher fixiert sind auf hierarchische Entscheidungswege anstelle von fachlichen.

Welche E-Collaboration Plattformen nutzt ihr intern bei Raiffeisen?

Tragisch aber wahr: (noch) keine.

Was meinst du mit Technik vs. Content?

Die erste Frage ist immer: welcher Inhalt für welche Zielgruppe mit welchem Effekt. Erst dann suchen wir die Plattform, bauen sie oder adaptieren eine bestehende. Diese Vorgehensweise stösst nicht immer auf Verständnis, da Social Media für einige nach wie vor ein aus der Technik- und IT-getriebener Bereich ist. 

Das Wording ist entscheidend oder Context is King.
Anmerkung: Nadine erzählt im Hangout Interview auch, wie sie damit umgeht, dass als Finanzinstitut nicht deutlich machen darf, dass das Gegenüber ein Kunde (im Geschäftsverhältnis) ist.

Wie hast du es geschafft, kurze Entscheidungs- und Handlungswege zu etablieren, bzw. warum war das überhaupt nötig?

Ich darf mich auf die tolle Unterstützung von meinen direkten Vorgesetzten verlassen und darauf aufbauen. Sie lassen sich gerne gewisse Dinge im Bereich Social Media erklären und lernen gerne dazu. Sie überlassen mir aber die Fachverantwortung. Nötig ist es, da Reaktionszeiten und Projektumsetzungen zeitkritisch sind.

Hast du Tipps für Verantwortliche in der Finanzbranche, die gerade starten mit Social Media?

Man muss bereit sein, Überzeugungsarbeit zu leisten. Immer und immer wieder. Bereit sein, auch unkonventionell und über alle Hierarchiestufen hinweg zu netzwerken und Überzeugungsarbeit zu leisten. – Kaffeetrinken!

Wir haben uns entschieden trotz der schlechten Übertragungsqualität im Hangout, den Inhalt mit euch zu teilen. Ich hatte Nadine u.a. gefragt. Welche Prozesse hat es intern in Gang gesetzt?
 Schaut doch mal rein, wenn ihr den Vortrag nicht gehört habt an der Konferenz.

Mir ist aufgefallen, ich frage zuviel in einem Satz. Ja, nu, sie hat sich tapfer geschlagen. Nadine ist eine aussergewöhnliche Frau mit Power und einem riesigen Wissensschatz. Danke.

Kinder, Kinder, wie sollt ihr Social Media lernen?

Über Jugendliche, Kinder und Social Media mach ich mir regelmässig Gedanken. Inzwischen wird an vielen Schulen über Mobbing im Web gesprochen und auch die Privatsphäre Einstellungen sind bekannt. Aber werden die Medien auch wirklich schon eingesetzt im Unterricht, als sei es das normalste von der Welt?

Warum ich das gerade heute aufgreife? Ich bekam eine Anfrage von einem 11jährigen. Im Unterricht behandeln sie das Thema „Medien“. Elias und seine Gruppe haben sich fünf Fragen zum Thema „Social-Media“ ausgedacht, die ich recht fortgeschritten finde und mit eurer Hilfe beantworten möchte.

  1. Ist Twitter und Facebook für Kinder unter 10 Jahren geeignet?
  2. Welche Gefahren hat Facebook und Twitter?
  3. Welchen Sinn macht Twitter und Facebook?
  4. Welche positiven Seiten hat Twitter und Facebook?
  5. Wie wehrt man sich gegen Cyber Mobbing?
Sinnbild: Kind allein am Wasser. So stehen manche Kinder auch im Web alleine da.

Sinnbild: Kind allein am Wasser. So stehen manche Kinder auch im Web alleine da.

Nun ist das aber nicht mein Kerngebiet. Ich verweise gerne auf Philippe Wampfler. Philippe beschäftigt sich intensiv mit Social Media und Schule. Im Sommer bringt er sein neues Buch heraus. Vor einiger Zeit stellte ich ihm ein paar Fragen, die heute endlich ihren würdigen Rahmen finden. Mir ist bewusst, dass ich hier unter dem Begriff „junge Menschen“ denke. Deshalb mische ich Schule und Hochschule. Verzeiht mir das.

Philippe, Was ist deine Kernbotschaft?

Meine Kernbotschaften sind immer dieseleben: Mit Jugendlichen sprechen, ihnen zuhören und sie begleiten. Echtes Interesse an ihren Gedanken und ihrer Mediennutzung zeigen, ihnen helfen, mit ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten umzugehen, sie auch ermuntern, auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln – sie damit aber nie alleine lassen.

Haben Lehrer wirklich die Kompetenz, Social Media zu vermitteln, wenn sie dazu „verdonnert“ werden ?

Kompetenz ergibt sich aus der Kombination von Informationen mit Erfahrung. Lehrpersonen sind nicht generell inkompetent im Umgang mit sozialen Netzwerken, aber auch nicht generell kompetent. Ich erlebe eine grosse Heterogenität: Auf einer Seite viel Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, auch viel Wissen und Austausch – auf der anderen Seite ein starkes Klammern an die Schule, wie sie früher schon gewesen ist.

Werden da tatsächlich auch Online Kommunikation, Auffindbarkeit und Verlinkung durch Plattformen und Content unterrichtet?

Auch hier werden viele Aspekte unterrichtet, die sinnvoll sind – aber das hängt stark von den Lehrpersonen ab und ist in zu grossem Masse in der Schweiz zufällig, meiner Meinung nach.

Welchen Stellenwert hat im Unterricht die Sozialkompetenz?

Ich kann nicht generell sagen, wie wichtig Sozialkompetenz ist, aber meiner Einschätzung nach ist das einer der wichtigsten Werte an Schweizer Schulen. Das soziale Miteinander kommt oft vor allem anderen – und das halte ich für richtig. Im Umgang mit Medien wird dieser Aspekt aber oft etwas vernachlässigt, weil man Medien oft als einen Einfluss wahrnimmt, der völlig unabhängig von sozialen Kontexten funktioniert. Und das ist falsch.

Welche Tipps hast du für Eltern, die selbst nicht online kommunizieren wollen?

Diese Eltern sollten sich regelmäßig mit Menschen austauschen, die Online-Kommunikation pflegen und ihr eigenes Verhalten Kindern nicht aufzwingen, sondern ihnen ermöglichen, eigene Erfahrungen zu sammeln – die aber mit ihnen auch kritisch zu besprechen.

In Bachelorstudiengängen unterrichten inzwischen viele Dozierende neben ihren Themen auch einzelne Aspekte von Social Media. Am Ende denken manche junge Leute, sie hätten schon alles gesehen. Was sagst du dazu?

Ich denke, an Hochschulen wird Social Media als theoretisches Phänomen unterrichtet. Unterrichteten sollte wohl klar sein, dass sie Einsichten mit praktischer Erfahrung vervollständigen müssen.

Anmerkung von Su: Das fällt mir seit 2013 verstärkt auf, den sogenannten digital Natives wurde lange eingeredet „sie können das“, dabei fehlen die eigentlichen Grundlagen und manchmal der Wille für professionellen Einsatz und Experimentierfreude.

Welchen Einsatz finden Social Media Instrumente im Unterricht in deiner Schule?

An Schulen ist der Einsatz sehr unterschiedlich. Es gibt wenige Lehrpersonen, die den Unterricht durch Tools wie Twitter oder Blogs ergänzen und erweitern, andere nutzen einfache Kanäle wie WhatsApp oder FB auch zur Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern. Es gibt viel Potenzial für kreative Lösungen.

Anmerkung Su: Ich wünsche mir, dass Technologien, die auf Social-Mechanismen basieren, mehr eingesetzt werden. Wikis, Austauschplattformen, wo Schüler, Studierende und Dozierende gleichermassen beitragen. In einem Interview hab ich von dir zum erstenmal von MOOCs gehört. Dabei geht es vorallem nicht um die autoritäre Vermittlung von Inhalten, sondern darum, dass die Lernenden als Community beitragen. Neben Moodle, das ich oft als Dokumenten-Management-System erlebe, haben Dialogplattformen in der Lehre grosses Potenzial. So könnten alle Beteiligten  E-Collaboration erleben und Chancen und Gefahren von Online Netzwerken verinnerlichen. Blogs sind hier nur ein kleiner Teil, aber ich finde die Erfahrungen der Studierenden von Hans-Dieter Zimmermann lesenswert. Wie die FHS in einem Lab Prozesse modellierte ist ebenfalls einen lehrreichen Blick wert. Chat war eins der beliebtesten Tools. Warum wohl in Firmen und Schulen immer noch so viel gemailt wird?

Wem empfiehlst du dein Buch?

Mein erstes Buch richtet sich vor allem an Lehrpersonen, ist aber auch für Eltern von schulpflichtigen Kindern interessant.

Was hältst du von Kinderbildern, die bereits zur Geburt von Eltern geteilt und mit Namen vertagt werden?

Kinder haben meiner Meinung nach das Recht, ihre Internet-Präsenz selbst zu bestimmen. Das Bedürfnis von Eltern, ihren Nachwuchs zu präsentieren, halte ich für weniger wichtig als die Rechte betroffener Kinder. Gegen wenige, gut ausgewählte Portraits von Kindern gibt es aber wenig einzuwenden. – Dankeschön, Philipp.

Tipps zum Vertiefen

Aber nochmals zu Elias‘ wichtigen Fragen. Wie sollen Kinder Social Media lernen? Ältere befragen ist schonmal ein guter Anfang. Was würdet ihr ihm antworten?

 

Watson: Es ist normal geworden, auch für Medien

Online bedeutet längst nicht mehr nur Geeks, Nerds, Kommunikationsvorreiter. Was bin ich froh, dass weniger Strategien auf die sogenannten early adopters setzen, die am Ende oft nicht nur testen sollen, sondern vorallem teilen. Das tun inzwischen auch ganz normale Leute und man kann getrost auch ein neues Projekt einfach nur starten.

Normale Menschen publizieren

Menschen publizieren, kuratieren, teilen, bookmarken, auch ohne sich der Fachbegriffe bewusst zu sein. Gestern Abend sorgte zum Beispiel Andrea Holle dafür, dass der Independent Film thirdcontact in Zürich in einem „grossen“ Kino lief. Das schaffte sie ohne  Werbebudget, mit reiner Kommunikationsarbeit mit jenen Menschen, die Twitter (und andere Plattformen?) nutzen. „Passion“war ihre Antriebskraft. Der Regisseur Simon Horrock war dann auch da gestern. Aus Twitter kannte man sich irgendwie. So gab es auch keine Hemmungen, mit ihm zu reden. Ganz normal auf Augenhöhe.

Ein Twitter-Event heisst heute nicht mehr, dass sich alle Teilnehmer kennen. Twitter wird einfach nur genutzt. Kein Hype, keine sog. Online Elite, sondern Menschen, die während der Filmvorführung sogar das Handy ausschalten.

Und was tun die Medien mit dieser Normalität?

Kommentarfeld beim Tagi

Kommentarfeld beim Tagi

Bisher gab es in der Schweiz neben der  Boulevardpresse, die Online versteht und entsprechend lebt, Tagesmedien, die das Web ordentlich nutzen,  Experimente mit Tweets im Fernsehen, integrierte Themen-Blogs, twitterndes Radio und Fernsehen und Kommentare in „der Zeitung“. Beim Formular möchte man sich fast eine zweite Identität zulegen. (Ich will nur kommentieren, und nicht einen neuen Pass beantragen.) Am Ende ist der Leserbeitrag sowieso nicht relevant, hat keinen Einfluss auf Inhalte oder Verhalten.

Es ist für mich nicht die Augenhöhe, die ich sonst im Web erlebe (n kann). Vielleicht wurde deshalb der Spiegel Online vor Jahren ein favorisiertes Medium für onlineinteressierte Menschen. Magazin, News, Wirtschaft, beteiligte Leser, Online-Kultur (nicht nur Boulevard) auf einmal.

Willkommen Watson und viel Erfolg

Seit gestern Abend gibt es in der Schweiz Watson. Das Newsportal versteht sich als Alternative zu 20Minuten und Blick.ch. Der Unterschied kristallisiert sich hoffentlich bald deutlich heraus. Das Portal startet mit 60 Leuten (erfahrenen Journalisten und Medien-Managern wie Hansi Vogt, Bloggern und natürlich Techies), 20 Mio Schweizer Franken und einer Partnerschaft mit dem Spiegel. Dass man mit Beta an den Markt geht, ist ebenso onlinig, wie der Kommentarmechanismus. Ich kann mich mit vorhandenen Social Media Accounts einloggen und auch Links landen nicht automatisch im Spamfilter. Der Leser soll „Komplize“ statt nur Zuhörer oder Verteiler sein, heisst es. Ein Radar-Team und  Webscouts sollen aus Twitter, Facebook, Instagram, Tumblr, Feeds und Foren das Relevante fischen. Der Social-News-Ansatz spült die beliebten Beiträge nach oben. Der Kachellook ist cool, aber dient dem strukturierten Lesen nur bedingt. Ich freu mich jedenfalls auf mehr. Rockt das Ding.

Screenshot von Watson 23.1.14

Screenshot von Watson 23.1.14

Erste Feedbacks an Watson

In den Kommentaren beim Welcome Post von Hansi Vogt geben die Leute tolle Feedbacks und Tipps, die ausdrücklich erwünscht sind. Darum hab ich auch ein paar Kleinigkeiten aufgeschrieben:

  • Ein Hashtag zum Start würde die Feedbacks in Twitter bündeln und für alle verfolgbar machen.
  • Vom Kommentar-Login via Twitter Account könnt ihr auch den Avatar nutzen.
  • Für die Feedbacks eurer Leser (zum Launch) wäre ein E-Collaborations-Werkzeug gut (Weiterentwickeln von Impulsen, statt reiner Liste).
  • Ihr habt tolle Blogger und Journis. Warum haben sie keine Autorenseiten?
  • google Authorship?
  • Die grosse Aufmerksamkeit zum Start könntet ihr nutzen für eine Art Warteliste für die mobile Apps (persönliche Benachrichtigung).
  • Kommentare abonnierbar, damit der Kommentator mitbekommt, wenn er eine Antwort erhalten hat (ggf. Link zur App).
  • Das Like und Dislike bei den Kommentaren wünsche ich mir auch für Beiträge.
  • Mir würde eine zusätzlich mögliche Navi helfen, gezielt Beiträge zu lesen. Alle anderen SoMe Plattformen fördern schon eine unstete Aufmerksamkeit. Da ihr Relevantes filtern wollt, wären Themencluster sinnvoll.

So, jetzt aber los. Ich bin sicher, ihr Onliner, also ich meine ganz normale Leute, hier im Blog habt noch viele Ideen und Tipps.

 

 

 

 

 

Favstar in Twitter: Starwars oder einfach nur Sternchen

Nachtrag 04.11.2015

Herz soll der neue Stern sein

Herz soll der neue Stern sein

Twitter hat gestern den Stern mit einem Herz ersetzt. Das Herz ist so kindisch animiert, dass es kurz blinkt/klopft und dann rot wird. Ich meine, „Es wird rot!“ Mein erster Impuls war, „oh wie nett“, weil in diesem Moment ein Kunde einen freundlichen Tweet an mich gerichtet hatte. Kurz danach wurde mir klar. Das ist ein absoluter Killer. Der Stern hatte viel mehr Interpretationsmöglichkeiten. Und so unterschiedlich haben Twitterer den Stern auch genutzt. Ein Herz aber ist emotional und eine eindeutige Zusage. Sehr schade, dass hier Twitter in Richtung Facebook geht (wo eher geliebt und geliked wird). Unter #herzgate und auch ohne Hashtag regen sich übrigens viele Twitter Nutzer übers Herz auf.
Twitter wird professionell genutzt und hat nicht die „Wir-haben-uns-alle-lieb-Attitüde“ zumindest bis gestern. Ob sich die Leute bei Twitter die Umfragen (ok meine haben sie wohl nicht gesehen 😉 aber die Studien zur Favstar-Nutzung angesehen haben?

Armin Wolf, sehr aktiver langjähriger Twitterer und ORF Journalist, (er gehört zu denen, die wirklich twittern, kleiner Seitenhieb an die teils ungelenken Twitteraufrufe im SRF) sagt:

Nur 28’000 Retweets des eigenen Twitter Tweets (lustiges Wort) sagt schon viel über den vermeintlichen Erfolg aus

Und hier ist mein Post vom 14. Januar , wie Twitterer den Stern benutzten:

Die Leute, die Twitter als Dialoginstrument nutzen, erfinden schonmal eine Funktion selbst. Ihr kennt noch die manuellen Retweets. Manche tun das heute noch, oft um einen Kommentar zu ergänzen. Eine andere Twitterfunktion ist schon lange da, aber hat sich enorm verändert. Vorallem wie wir sie nutzen.

Der Favstar

Ich vermute, dass es den Stern (für Favorit-Tweet) eher gab als das Like in Facebook. (Kann ich wissenschaftlich nicht belegen). Heute seh ich den Stern viel häufiger als Retweets. Es hat sich eingeschlichen, mehr zu fav(orisier)en. Egal, schon 2009 entwickelte Tim Haines die Seite Favstar.

Hier gibts Rankings der kreativen Twitterer, die viele Sternchen ernten. Bei den Tweets des Tages kann man eine Trophäe (ich glaube ab 250 Sternchen pro Tweet) geben und Leuten direkt folgen. Ich könnte hiermit eine wertvolle Twitter-Runde aufbauen. Nachtrag: Chnuschti steuerte den herrlichen Beitrag über die Favstar-Mafia bei.

Starwars mal anders

Bin ja nicht so ein Ranking Fan, es ist auch eher eine Art Krieg der Sterne. Ok nennen wirs Kampf um Sterne. Auch wenn der noch nicht in unserer Gegend angekommen scheint. Die besten Tweets aller Zeiten und sogenannte Leaderboards zeigen mir „grosse Worte“ oder eben, wie man den Kampf um die Sterne bestehen könnte.

ein beliebter Tweet von Alessio

ein beliebter Tweet von Alessio

Ich bewundere so kreative Leute, wie Alessio. Er bekam hier bspw. 929 Favs und 322 Retweets. Insgesamt erhielt der Account 15’743 Favs. Ich hoffe, die ermüdende Diskussion über Anzahl Follower erübrigt sich damit. Es ist Quatsch, damit den Erfolg eines Accounts messen zu wollen. Er hat übrigens 703 Follower.

Nachtrag: 04.04.14 gerade gelernt von Nutellagangbang, dass man Trophäen unabhängig von Fav-Anzahl vergeben kann.

Überhaupt scheinen viele der anfänglichen Social Media Tipps aus 2009 nicht mehr zu zählen. Wie wir früher auf Echtnamen und Foto bestanden haben. Das finde ich auch heute noch wertvoll im professionellen Einsatz. Aber zu viele Beispiele zeigen, dass es auch anders geht. Deshalb hab ich andere Twitterer gefragt, wie sie den Stern nutzen. Es war eine Laune. Aber es kamen soviele Ideen zusammen, dass daraus ein Beitrag wurde.

Wie nutzen wir den Favstar?

später lesen später lesen, machs aber nie
später lesen
Bookmark
Bookmark, aber lohnt sich nicht nach Evernote zu bringen
Foto gefällt mir, anderen Offlinern zeigen
Lesebestätigung
höre euch, (nicht immer nur positiv)
blubberblubber
Als Dankeschön
für Erwähnung, Glückwunsch etc.
für den guten Inhalt
Zustimmung
find ich auch
find ich lustig
Like
ist cool
gefällt mir
Feedback
wir melden uns (auf anderem Weg)
ich denk an dich
ich muss nicht immer kommentieren
ich hab mal wieder in deinen Tweets gestöbert
Wertschätzung
find ich gut, wenns aber sehr gut ist = RT
sparsam als gefällt mir /Auszeichnung
versuche nicht mit gefällt mir zu verwechseln / Wertschätzung
zum Kuratieren
in eigener Rebelmouseseite anzeigen
Storify, leichter einbinden
via ifttt in Zootool / bookmarking

 

Wow, ihr seid echt kreativ, das kam in meiner Umfrage heraus. Als Bookmark nutze ich das Ding auch. Lese dann aber den Link nie oder erst Wochen später.  Wir könnten die Sternchen aber auch strategisch nutzen und lernen, was andere Leute tatsächlich interessiert. Tools dafür gibts wie Sterne am Himmel: Tweetreach, Twitalyzer, Retweetrank, Tweetlevel, growdbooster…

Nachtrag 21.05.14: Wow, es gibt jetzt tatsächlich eine Studie dazu. Sachen gibts.
Nachtrag 15.06.14: und wieder eine Studie dazu in der Washington Post.

Nachtrag 04.04.14 aus der Fav-Star-Szene: Nutellagangbang teilt auf seinem Blog seine Fav-Star-Tweets des Monats. Übrigens nicht automatisch, sondern er geht immer am 1.des Monats seine Retweets durch und teilt sie gesammelt auf dem Blog. Coole Idee und nebenbei noch ein Blogtipp für menschliche Themen, leicht satirisch.

Hier sind die Antworten, wie Twitterer das Sternchen nutzen. Kein Krieg, dafür Bookmark, Kuratieren, Feedback und Wertschätzung. Riesen Dank für eure Ideen.

 

 

PS: Hier ist der Beweis meiner heimlichen Starwars Leidenschaft

Gemeinsam gegen Kinderkrebs: mit der Facebook App etwas bewegen

Still arbeiten sie vor sich hin, das ganze Jahr, aber um die Weihnachtszeit werden die vielen Hilfsorganisationen sichtbar. Fast jede Woche bekomme ich Aufforderungen zum Spenden. Und oft hab ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht überall spenden kann, oder auch will.

Manche Aktionen haben sich im Web etabliert wie die „heimlichen“ Posts von Frauen in ihrem Facebook Profil. Andere schaffen den Sprung nur mit ein paar einsamen Facebook Bildern. Aber ich will mich nicht verzetteln, so wie es mein Briefkasten zum Jahresende tut. Ihr kennt die Beispiele selbst.

Gemeinsam gegen Kinderkrebs

Eine von vielen engagierten Menschen lernte ich am Polterabend meiner Freundin Nici kennen. Susanne Marty. Sie ist Marketingprofi und passionierte Läuferin und unterstützt das Marketing für den jährlichen Sponsorenlauf Gemeinsam gegen Kinderkrebs.
Es ist eine Benefizveranstaltung. Die Läufer sammeln ihre eigenen Sponsoren und pro gelaufene Runde Geld für die Stiftung. Wie erfolgreich die Aktion ist, hängt vom sportlichen Ehrgeiz ab und wie gut diese vernetzt und vielleicht auch beliebt sind (?) So ein Rundenprinzip ist nicht neu. Aber es ist schwer zu erklären, darzustellen und auch zu organisieren. Ich hab das bisher noch nicht in Facebook umgesetzt gesehen, obwohl es naheliegend ist.

Budget aufgebraucht – Agentur weg

Susanne erzählte mir im September, dass die Facebook-Agentur welche die App für den Sponsorenlauf programmieren wollte abgesprungen ist. Das Budget war aufgebraucht. (Diese Agentur war die einzige die für Geld arbeitete.) Diese Nachricht löste in mir ein ähnliches Ohnmachtsgefühl aus, wie beim Öffnen der obigen Briefe. Also fragte in die Runde, ob jemand helfen kann.

Thomas Hutter springt ein

Thomas Hutter übernimmt spontan

Thomas Hutter übernimmt spontan

Einer mit dem ich nie gerechnet hatte, weil er mehr als ausgebucht ist, meldete sich innerhalb von Sekunden! Thomas Hutter. Er übernahm ohne lang zu überlegen den „Auftrag“ und erstellte zusammen mit Florian Muff (von Hutter Consult)eine App für den Lauf.

Ich bekomm immer noch Gänsehaut wenn ich dran denke, auch wie Susanne am Telefon ungläubig sagte: „Waaaaaas, das ist unglaublich, das rettet uns.“ Alle in diesem Projekt arbeiten gratis, einfach weil ihnen das Thema am Herzen liegt. Es ist wundervoll, wie ein bewegendes Thema andere bewegt und sogar zum Laufen bringt.

 

 

Die App geht an den Start

Und heute startet die Aktion und auch die App. Sie zeigt übersichtlich, worum es geht. Interessierte können sich wirklich einfach als Läufer oder als Sponsoren anmelden und unter Freunden nach Sponsoren suchen. Was mir auffällt, es gibt keinen sogenannten Fan-Zwang. Das finde ich super, denn niemand bekommt eine unnötige Hürde aufgestellt.

Facebook App "gemeinsam gegen Kinderkrebs"

Facebook App „gemeinsam gegen Kinderkrebs“

 

Thomas, Florian: Ihr seid grossartig. Danke.

Selber bewegen, mit machen

Es dürfte eine der wenigen spielerischen Apps, sein, die ich „zulasse“, also nutze. Ich bin sonst nicht der Spielertyp und erst recht nicht in Facebook. Aber natürlich bewegt mich das Thema, wenn Kinder von Krebs betroffen sind und sich andere für sie einsetzten.

Corporate Dialog sponsort einen Läufer, wer mag?

Achso, wenn ihr lauffaul seid, könnt ihr bitte so nett sein und mit eurer Reichweite unterstützen? Teilen, tweeten oder die App in eure eigene Seite integrieren (das braucht zwei klicks, dort unter dem Turnschuh) Ich kenne euch, ich habe die Ehre, sehr online-affine Leser hier zu begrüssen, also hopp. „gemeinsam gegen Kinderkrebs“.

Blogger Relations – wenn Firmen mit Bloggern können

„Es schien uns nicht mehr zeitgemäss, Blogger bevorzugt zu behandeln“ schrieben die Organisatoren der Republica, weil sie keine vergünstigten Tickets mehr bieten. „Das hat was“ denke ich, irgendwie bloggt und postet heut ja nahezu jeder. Und dennoch lädt kaum jemand Facebooker oder Twitterer als Multiplikatoren ein.

Online Netzwerker statt Blogger

Als Kommunikationsverantwortliche einer Firma würde ich das. In Strategien steht selbstverständlich „Kontakt zu Bloggern aufbauen“. Wir könnten sie besser Online Netzwerker nennen. Es sind die Menschen, die gut kommunizieren und netzwerken. Hey, ein Twitteraccount ist auch ein Blog.

Blogger Relations

Vor ein paar Jahren passten die Blogger in der Schweiz in einen Raum, vielleicht eine Turnhalle, aber es war überschaubar. Als PR-Frau traf ich jeden einzelnen, der sich für die gleichen Themen interessierte wie meine Firma. Begann, ihre Blogs zu lesen und sie zu mögen.

Dankeschön Paket

Dankeschön Paket

Wenn sie das Unternehmen erwähnten, bedankte ich mich mit Kommentar, personalisiertem T-Shirt,  Schoggi oder Backlink. Die kleinen Dinge, die man auch Freunden schenkt, ohne, dass sie das Gefühl haben „sie werden gekauft“. Ich weiss nicht mehr, warum ein Leumund, Bloggingtom oder Pixelfreund überhaupt mit einer PR-Frau redeten. Vielleicht waren es meine eigenen ersten Bloggingversuche

Heute gibt es unzählige Leute mit Blogs. Sie bekommen Anfragen, Medienmitteilungen und Einladungen. Die Idee dahinter ist oft nicht so bahnbrechend, wie der Absender glaubt. Also lohnt es sich gut zu recherchieren und nicht beim ersten Kontakt „etwas zu wollen“. Die Reisebranche nimmt eine besondere Rolle ein, manche Bloggenden leben und reisen vom Schreiben. Budget ist also eine gute Idee.

Corporate und echte Blogger

 

Echte und Corporate Blogger

Echte und Corporate Blogger

 

Um die Beziehung zwischen Kommunikationsverantwortlichem und Bloggern (ich nenne sie „echt“) besser zu verstehen, hab ich einige Aussagen aus Workshops gegenübergestellt. Ich ging davon aus, dass der/die Firmenvertreter gleichzeitig Corporate Blogger ist, was leider nicht selbstverständlich ist. Die Tabelle ist nicht auf einzelne Personen übertragbar, aber sie zeigt einige Unterschiede.

Jeder einzelne Autor ist so unterschiedlich wie die Themen, über die er schreibt. Aber wer gerne alle auf einen Blick hat oder Teil einer Community werden möchte, wird hier fündig:

 

Für Kommunikationsverantwortliche ist das eher keine Fundgrube, denn diese sollten die „richtigen“ Leute finden, die Online über das passende Thema kommunizieren. Dabei nicht auf Leserzahlen schielen, sondern eigene Bewertungskriterien erstellen, wie bspw. „ist sowieso interessiert an unserem Produkt“. Bestenfalls ist man als Corporate Blogger selbst Teil einer Community. „Ich nutzte Facebook nur privat oder gar mit einem Fake-Namen“ ist keine gute Strategie.

Ich denke, es ist besser, mit einer handvoll Leuten zu arbeiten und sie wie Freunde oder beliebte Kollegen zu behandeln. Wie im wunderbaren Beispiel von Agnes Happich von Audi. Dagegen scheint es geradezu dumm, wahllose Listen zu bespamen oder ungefragt Arbeit zu versenden, wie Claudia es beschreibt. Der Absender riskiert, als Spamer markiert oder gemeldet zu werden. Am Ende entscheiden eh die Empfänger, was und mit wem sie was wollen. Wir sind uns bestimmt ein, das Wort Empfänger ist hier unpassend. Es gibt längst keine Sender und Empfänger mehr.

Damit Firmen mit Bloggern können

..hab ich einige Tipps zusammen gestellt

  • Denke an Online Netzwerker (auch ohne Blog)
  • Lerne sie vor einer Aktion kennen
  • Zeige nicht, sondern entwickle echtes Interesse
  • Pflege diese Beziehung
  • Lese die entsprechenden Blogs
  • Kommentiere, wenn du etwas zu einem Thema beitragen kannst
  • Authentifiziere dich beim Kommentieren mit dem Link zum Firmenblog
  • Kommentiere, twittere wenn jemand dich/dein Unternehmen erwähnt hat
  • Biete mehr: Hintergründe, persönliche Interviews etc.
  • Biete zeitlichen Vorsprung gegenüber Medien
  • Biete Affiliate Links
  • Schau dir Mitarbeiter Blogs (Brancheninsider) an
  • Involviere Mitarbeiter-Kontakte
  • Nimm an Tweetups teil
  • Blogge selbst
  • Berichte über einzelne Blogger der Branche
  • Kommuniziere mit Bloggern in Twitter
  • Pflege Twitterlisten
  • Kuratiere externe Inhalte
  • Verlinke !
  • Zahle auch mit deiner eigenen Reichweite wenn möglich
  • Bitte: plane Budget

Tipps von erfahrenen Leuten

Übrigens pflege ich immer noch gerne den Austausch mit besagen Netzwerkern aus meiner Branche. Lese viele Blogs zur Online Kommunikation. Einer von Ihnen ist Mike Schnoor. Er schaffte es, (zur Zeit 58) Meinungen, Tipps und Erfahrungen zum Thema Blogger Relations zusammen zu trommeln und ich schliesse mich hiermit gerne an. Faszinierend finde ich bloggende Kommunikationsverantwortliche, sie kennen beide Seiten und sind drum oft erfolgreich. Ich fragte also noch den Bloggingtom, was er von Medienmitteilungen hält…