Komm in die Community – und was bekomm ich?

Der wunderbare Ranga Yogeshwar brachte es ans Licht. „Es müssen immer mehrere sein, die andere Informationen haben als die anderen“. In einem Experiment wies er zusammen mit dem Wisschenschaftler Jens Krause nach, wieviele Leute es braucht, eine Gruppendynamik zu verändern. Bei 10% von der Menge funktionierte es ganz leicht.

Ein Auszug: „Leader“ heissen sie in der Versuchsanordnung. Doch nicht immer werden sie dem Begriff gerecht. Nichts passiert, als es nur fünf Teilnehmer sind, die ausscheren. Schnell vereinsamen sie, und der Schwarm zieht weiter seines Weges. Bei zehn anders Informierten funktioniert das Mitziehen leichter. Der Schwarm löst sich aus der Kreisform und schiebt sich in eine neue Richtung. Bei 20 Ausreissern ist es überhaupt kein Problem mehr. Sie reissen den Schwarm förmlich mit.“

Communities von Firmen

Nicht nur mit diesem Hintergrund, finde ich es lustig, dass wir in unserer Branche von DER Community ausgehen. DIE oder gar „unsere“ Community gibt es nicht und wir können sie auch nicht managen. Ich denke, wir haben ein paar gedankliche Hausaufgaben. In Social Media verbindet die Leute oft nur ein einziges Element, ein Thema. Die Community soll geführt werden (von jemandem der ein besonderes Interesse daran hat). Im Experiment oben ist es ein Auftrag. Wir stellen uns oft eine Gruppe von Leuten vor, die gemeinsam an einem Ort sind und die das Gleiche wollen. Das ist nicht so.

Wenn nur der Moderator gewinnt

Blogleser zum Beispiel sind in meinen Augen keine Community (Gruppe mit gleichem Interesse). Sie kommen ja nur in diesem einen Moment Lesen/Kommentieren/Teilen „zusammen“. Und das oft nicht mal nachhaltig. Danach sind sie oft wieder weg, bekommen weitere Kommentare nicht mit. Firmen, übernehmen in Social Media Präsenzen oft eher die Rolle vom Moderator. Natürlich von eigenen Themen. Man versucht, zielgenau die Bedürfnisse der Community und manchmal auch die der Algorithmen zu bedienen. Der vermeintliche Gewinner ist der Moderator, die Firma, die etwas über ihre Zielgruppe erfährt oder Reichweite bekommt. Dass es wesentlich komplexer ist, wisst ihr selber. Natürlich haben auch Kunden manchmal was davon, wenn sie Vergünstigungen bekommen, unterhalten werden etc. Aber darum geht es mir nicht.

In funktionierenden Communities
haben alle was davon

Bildschirmfoto 2015-01-06 um 13.15.08Wirklich Spass machen mir persönlich Communities, die von mehreren Leuten bereichert werden. Ich denke, die 20 Leute im Experiment hatten diese Rolle. Mit reinem Fragen stellen oder moderieren ist sowas kaum getan. Firmen sollten Formen finden und nutzen, wo mehrere Leute gleichberechtigt beitragen können und dies vorallem auch tun. Das ist wohl das Erfolgsgeheimnis von Medium.com, Facebook und google Gruppen. In einer funktionierenden Community gibt es nicht nur einen Gewinner. Leser ist nicht nur Leser, sondern auch Autor, Kommentator usw. Ich denke es sollten auch nicht nur die sog. Leader der Gruppe sein, sondern alle, auch die Nur-Zuhörer, wenn wir denn schon welche haben. Ja ja, die 1/9/90 Regel.. die besagt aber nicht, dass die 90% nichts bekommen und auch nicht, dass jeder einzlne ständig die Rollen wechselt. Wie im wahren Leben halt.

Intranets könnten ja auch eine Community Plattform sein. Aber lassen wir die traurige Realität mal kurz beiseite. Mitarbeiter, Studierende, Berufskollegen, Vereinsmitglieder organisieren sich längst in Gruppen anderswo. Warum wohl? Weil die Leute wissen, dass sie dort das bekommen, was sie aktuell brauchen.

Das zusätzliche verbindende Element

Oder mehrere verbindende Elemente

Ok, Gruppe gründen und los? Wie ihr natürlich wisst, sind manche Gruppen dynamischer als andere. Ich habe beobachtet: die rockenden Gruppen haben ein zweites oder drittes verbindendes Element haben. Zum Beispiel Social Media Women Schweiz. Diese Leute verbindet mehr: die Aufgaben im Job (unterschiedliche), das Frausein, das Land…

Gelernt aus verschiedenen Communities

mehrere verbindende Elemente

Hier herrscht eine völlig andere Mentalität als bspw. auf Fanpages oder Blogs. Vermutlich weil die Themen nicht von einer Instanz vorgegeben werden. Sondern wirkliche Bedürfnisse geteilt und vorallem beantwortet werden. Überraschenderweise immer wieder von anderen Mitgliedern. Ich habe mein eigenes Verhalten und den Mehrwert, den alle bekommen in verschiedenen Gruppen beobachtet und einiges gelernt dabei.

  1. Es braucht mindestens ein zweites verbindendes Element
  2. Es braucht mehrere Moderatoren / Heinzelmännchen, die ein bisschen aufräumen
  3. 1% Moderatoren reichen. Also bei 300 Leuten, 3 Moderatoren. Bei 20 wird die Abstimmung schwierig und man denkt schnell „der andere machts“.
  4. Die sogenannten Leader müssen nicht Moderatoren sein
  5. Es braucht einige Zeit, bis die Gruppe „von selbst läuft“. Es scheint nicht die Anzahl Mitglieder zu sein, sondern die Zeit. Durchschnittlich ging es ein Jahr, bis die Leute sich eingebracht haben.
  6. Es ist gut, wenn das Ziel der Gruppe klar beschrieben ist
  7. Es ist wertvoll, wenn neue Leute sich kurz vorstellen und beschreiben, was sie einbringen und nicht nur was sie gewinnen möchten.
  8. Jeder definiert Spam anders. Das kann man ruhig thematisieren. Das sprichwörtliche Wissen der Vielen hilft hier oft weiter.
  9. Ab einer bestimmten Grösse kommt die Frage über die (Nicht/)Auffindbarkeit. Je grösser die Gruppe, um so mehr Leute finden sie, treten bei, aber tragen oft nicht bei.
  10. Regelmässig Offline Events einplanen / anbieten.
  11. Vorsicht vor Gruppen mit Wettbewerbspotenzial. Wenn Mitglieder von anderen (wegen Positionierungszielen) gemassregelt werden, sinkt die Beitragsrate zusehends.

Haie und Trolle

Keine Haie im Rhine Bild: watson

Keine Haie im Rhine Bild: watson

Im Experiment gab es auch einen Hai, der die Menge aufgemischt hat. Das kennen wir im Web natürlich auch, nur nennen wir sie Trolle. Mir gefällt Hai ja fast besser. Denn er tut was er tun muss, weil es seine Natur ist. Oft ist sich ein Troll nicht bewusst, dass sein/ihr Verhalten von anderen als mut- oder böswillig aufgefasst wird. Das zeigt das aktuelle Beispiel in der „Twitter Community.“ (Mitglieder übrigens mit nur einem gemeinsamen Element – die Plattform) In einer funktionierenden Community aber, würde ich das persönliche Gespräch mit dem Hai suchen, ihn ggf. rauswerfen, aber sicher nicht füttern.

 

 

Was ist denn nun eine erfolgreiche Community?

Ich muss euch enttäuschen. Ich weiss es nicht. Das kann nur jeder einzelne für sich sagen, der Mitglied einer solchen Gruppe ist. Aber wenn ich was nicht weiss, frag ich halt. Vor vier Jahren haben Marie-Christine Schindler, Mona Sorcelli und ich die o.g. Gruppe Social Media Women (Schweiz) gegründet.  420 Leute tauschen sich in einer Facebook Gruppe, bei Kursen und offline Events aus. Sie tun es tatsächlich. Nicht nur ich empfinde diese Gruppe, als Lieblingsgruppe, weil sie einfach vor Mehrwert strotzt. Ich hab also dort mal gefragt und bekam interessante Antworten. Meine persönlichen Highlights

a) mehrere verbindende Elemente
b) echter Mehrwert (für alle)
c) der faire Umgang miteinander, keine Haie.

Was ist an der SoMeWo Community besonders cool?

Was ist an der SoMeWo Community besonders cool?

Aktualisiere die Verbindung mit LinkedIn

Danke euch Ladies für diese tolle Gruppe und eure Antworten, die hoffentlich nicht nur mich inspirieren für weitere funktionierende Communities.

Interview: wie search.ch fancy wurde

search.ch ist für mich so etwas wie der erste Kontakt im für mich fremden Land. Als ich 2001 in Wallisellen arbeitete hatte zum Glück Techies in meinem Umfeld. Auf die Frage, wie läuft das hier mit den Versicherungen, Telefonbuch etc. bekam ich eine URL.

Walter Schärer und Dimitri Burkhart

Walter Schärer und Dimitri Burkhard

Seither hat sich einiges getan, oder auch nicht getan. Jetzt ist die mobile Website von search.ch jedenfalls neu im fancy Design. Die App folgt. Ich durfte das Team mit Blogger Relations unterstützen und hab meinen guten Draht gleichmal ausgenutzt für Fragen. Im Interview lassen sich Walter Schärer, Leiter Business Development und Dimitri Burkhard, Senior Projektleiter Marketing, etwas in die Karten kucken. Apropos Karte, das Kartenmaterial wird auch bald überarbeitet, immerhin wird es auf vielen Schweizer Websites für Wegbeschreibungen angezeigt.

Wie kommt es, dass eure Website und App nun doch nach einiger Zeit überarbeitet wird?

 

Nutzerbefragungen ergaben, dass die Dienste von search.ch zwar sehr geschätzt werden, der Look & Feel aber sehr altmodisch sei. offensichtlich waren die Nutzer bisher bereit, grosszügigerweise über die veraltete Präsentation hinwegzusehen. Wir betreiben eine der meistbesuchten Schweizer Webseiten, das spricht für die Qualität der Funktionen. Zusammen mit dem neuen CEO, Urs Hügli, kam so viel Schwung in die Bude, dass das grosse Redesign-Projekt doch noch angepackt wurde.

Anmerkung Su: na wenn die Aussage mal keinen Ärger gibt.

Was hat der Spass gekostet?

Wir sprechen von einem grösseren Webprojekt mit mehreren spezialisierten Lieferanten, die uns in Konzeption und Templates unterstützt haben. Da wir die meiste Umsetzung mit unseren internen Entwicklern machen (übrigens grösstenteils noch die gleichen Leute wie damals bei Reto Hartingers Start), ist das Projekt “relativ” günstig…

Su: Ach komm jetzt, wieviele Nullen sind dran?

Wo steht ihr im Vergleich mit local.ch und Google?

Klar sind wir nicht allein am Markt und es gibt auch noch andere schlagkräftige Anbieter. Hauptsächlich haben wir aber auf unsere eigenen Dienstleistungen fokussiert und diese mit neuen zusätzlichen Funktionen angereichert. Wenn uns die Nutzer bisher mochten, müssten sie jetzt noch mehr Gründe haben, zu uns zu kommen 😉

Su: welche sind das?

Gibt es spannende Hintergründe zu den Gerüchten bezüglich local.ch?

Nein, wir wissen auch nicht mehr als öffentlich bekannt ist: Einen positiven WEKO-Entscheid vorausgesetzt, werden wir mit local.ch zusammengehen. Was das aber im Detail bedeutet, analysieren wir erst nach dem Entscheid der WEKO. Bis dahin sind wir mit Vollgas in Sachen search.ch unterwegs: Wir haben noch ein paar Ideen im Köcher 😉

Was haben die Leute konkret davon, wenn sie die Dienste von search.ch nutzen?

Bei der Personen- und Firmensuche via Telefonbuch sind wir sehr stark, unser Wetter mit Regenradar-Vorhersage (!)  ist das genaueste der Schweiz, unsere Schweizer-Karten sind auch in entlegenen Gebieten sehr detailliert und man kann selber hineinzeichnen und -schreiben. Und bei Anrufen von Call-Centern weisen wir darauf hin, falls man sich diese Anrufe ersparen will.

Aber das wird ja erwartet…

Was vielleicht spezieller ist, zeigt sich in unserem Fahrplan. Wir bieten eine “Turnschuh-Funktion” beim Umsteigen: Wer schnell umsteigen kann, erwischt oft eine frühere Anschlussverbindung und spart dadurch Zeit. Auch unsere Abfahrtstabelle wird sehr geschätzt. Auf das Feedback zur neuen mobilen Homepage sind wir sehr gespannt.

Kommen wir zu Blogger Relations zum Relaunch

Mir gefällt ja eure unbedingte Transparenz gegenüber den Bloggern (Vorsprung geben, Beta Version zeigen und lieber keine sponsored Blogposts).

Blogger Klassentreffen

Blogger Klassentreffen

Daraus entstand die Idee, langjährige Blogger zum „Klassentreffen“ einzuladen, weil diese sich freuen, sich mal wieder zu treffen und der “VIP-Status” auch motiviert zu kommen. Die Idee, über Klassensprecher Monah, Kevin und Tom, einzuladen, hat zumindest offline funktioniert. Mit immerhin 41 Teilnehmern. Eure Einblicke und Hintergründe, die ihr am Event geteilt habt, waren mutig. Mir persönlich ist das lieber als Medientexte oder Einladungen zu Events, die mir nix sagen.

Wie konntet ihr intern und gegenüber eurer PR Agentur argumentieren, den Bloggern einen Zeitvorsprung gegenüber klassischen Medien zu geben?

Im neuen Layout gibt es Funktionen, die speziell für Blogger interessant sind (Link im Telefoneintrag zu ihren Blogs). Das brachte uns auf die Idee, Blogger auch gleich als erste um ihr Feedback zum neuen Design zu bitten.

Die erfahrenen (alt darf ich ja nicht sagen) Schweizer Blogger sind jetzt auch einer geschlossenen g+ Community. Offline zu Online. Was habt ihr damit vor?

Dimitri: Die “Swiss Blogger”-Community dient dem Austausch unter Schweizer Bloggern. Es ist eine Plattform für Networking und das Austauschen von Tipps. Zudem besteht ein Bedürfnis, dass sich die Schweizer “Szene” regelmässig auch offline trifft – ob zu einem heissen Referat über SEO oder zu einem kalten Bier.

Swiss Blogger Logo

Swiss Blogger Logo

Was könnte die Blogger Community mit dem Label “Swiss Blogger” (ich finde das ja sehr chic) alles anstellen? Was ist die Idee dahinter oder auch Stolpersteine?

 

Unter Bloggern häuft sich das Bedürfnis nach einer übersichtlichen Organisation, die beispielsweise administrative Aufgaben erbringen PR-Anfragen kanalisieren könnte. Auch Rankings sind ein Bedürfnis ebenso wie Blogger-Verzeichnisse. Davon gibt es zwar schon einige, der richtige Ansatz scheint aber noch nicht gefunden zu sein. Allenfalls können wir hier als search.ch unterstützen. Su: Das Logo hat übrigens David gestaltet und inzwischen auch noch optimiert. Es kann offline und auch online verwendet werden. Zum Beispiel im Blog einbinden und Link zu search Eintrag etc. Dies darf noch weiter-gedacht werden. Vorschläge sind herzlich willkommen.

Telefonbuch Eintrag für Blogger

Telefonbuch Eintrag für Blogger

Die Blogger haben einen Telefonbucheintrag mit Links zu ihren Blogs bekommen. Was habt ihr mit den Telefonbucheinträgen noch vor in Zukunft?

Für Blogger zählt jeder zusätzliche Backlink. Da kommt der Eintrag gerade recht. Künftig wollen wir den Privateintrag weiter ausbauen bis hin zu einer “Mini-Homepage” für jedermann. Dort kann jedermann z.B. sein Facebook-Profil oder ähnlich verlinken, die Telefonnummer ist dann gar nicht mehr so zentral: Leute können sich finden lassen, obwohl sie vielleicht ihre Handy-Nummer nicht publiziert haben da zu privat.

Su: wenn jemand von euch Bloglesern so nen Eintrag möchte, sagt bitte Bescheid, im Moment sind die noch Blogger-Goodie

Was macht ihr sonst noch an Kommunikationsaktivitäten zum Relaunch

Dimitri: Wir machen in Etappen Medienarbeit, eine flächendeckende Awareness-Kampagne, sowie weitere Aktivierungen der Blogger-Community. Auch kuratieren wir in unseren Social Media Plattformen Blogposts, Tweets von anderen. Du wirst sicherlich in den nächsten Monaten so einiges hören und sehen…

Su: Dankeschön. Ich gratuliere euch zum neuen Auftritt. Ich freu mich mit euch, hab nämlich jetzt eine fancy App mit Säckel-Feature, dass ihr so nett Turnschuh-Funktion nennt. Das schnelle Umsteigen geht auch mit High heels.

 

Nur harmlose Fussball wm in Twitter oder Werbung?

Wie lange ich diese Diskussion schon führe, weiss ich nicht. Vielleich begann das, als ich vom Marketing demonstrativ zum PR wechselte. Ich fand, lieber wahrhaft kommunizieren als Versprechen schönreden. Verzeiht mir liebe Marketer, natürlich weiss ich dass auch ihr mit der Wahrheit arbeitet.

Nun, die Diskussion ist einigermassen sinnlos, weil es aus Firmensicht und wohl auch aus persönlicher Sicht besonders im Web, immer um eine gewisse Positionierung geht, auch wenn Dialog das Mittel der Wahl ist. Ok, das seh ich ein. Ich hab auch eingesehen, als Facebook vor ein paar Jahren ein Medien-Modell komplett über den Haufen geworfen hat. Das fand und finde ich immer noch revolutionär und sehr clever. Als sponsored Posts eingeführt wurden vermischte sich earned und paid und irgendwie auch owned Media.

Online Medien Struktur

Online Medien Struktur

Die gute alte Publireportage war fortan nicht mehr wirklich zu erkennen, ich meine, übertragen auf Social Media Plattformen, konnte ich sie nicht mehr einfach überblättern. Bezahlte Beiträge fanden gleichen Stellenwert wie „echte“ Beiträge. Sie waren sogar dominanter, denn sie tauchen immer wieder auf in meinem Stream, was ein „echter“ privater Beitrag nur selten tut. Egal, diese Mechanismen sind hochkomplex und möchte ich nicht wirklich diskutieren. Denn sie sind gegeben und in unseren Jobs lernen wir einfach, sie zu nutzen.

 

Erfasst Twitter mein Profil mit wm-Werbung?

Heute Morgen jedoch ist mir etwas aufgefallen, dass ich doch fragwürdiger finde, als alle bisher gesehenen Werbeeinblendungen im Web. Banner, die sich nervig über eine Seite legen (ja die gibts noch und heissen jetzt Call to action) oder auch sponsored Tweets, alles harmlos. Ich gestehe ich hatte einen kleinen Schreck, als ich mein Twitterprofil aufrief. Das Headerbild sah etwa so aus.


Ich bin alles andere als ein Fussball Fan und werde wohl wieder bis zum Halbfinal brauchen, bis ich beginne, doch mal hinzusehen oder zuhören. Aber bis dahin bleib ich ein Fussball Ignorant, entsprechend wundere ich mich über die Einladung von Twitter, mein Profil wm-tauglich zu gestalten.

Nach kurzem Ausrufen, hab ich von Fabian Künzli erfahren, es ist eine Aktion von Twitter. Das sogenannte Worldcup Feature. Hashtags werden zu Flaggen und das Profil zeigt eure Fan-Einstellung.

Das hatte ich via google nicht herausgefunden. Es ist also ein Feature, keine Werbung. Aha?! Bevor ihr also auch erschreckt und über einen Hack nachdenkt (so wie ich naiv gleich das Passwort gewechselt hab). Schauts euch an und bildet euch die eigene Meinung. Fabian schrieb noch „ausserdem werden neue Accounts vorgeschlagen: Fussballer, Länderverbände, uefa, fifa, Sepp Blatter“. Für die die Fussball mögen wohl tatsächlich ein Mehrwert.

Mir geht es zu weit, aber ich sehe mal wieder ein: Ich würde lieber bezahlen für die Plattform und wenn schon Werbung, dann gezielte, charmante, passende und vorallem Werbung, die mich nicht erschreckt. Offenbar gings nicht nur mir so, das seht ihr im Kommentarstream.

 

App Tipps für den Alltag

Ach du schande. Hätte ich gewusst, dass ich soviele Tipps auf meine Frage bekomme, hätte ich strukturierter gefragt. Dann hätte ich täglich einen Post machen können mit App Tipps für die Reise, fürs Büro, für Bilder für den privaten Alltag.

Die Frage: Wenn du nur eine App empfehlen könntest (die nicht eh jeder kennt und dir den Alltag erleichtert) welche würdest du?

Aber nein, ich hab mal wieder das Wissen und die Teilfreudigkeit von euch unterschätzt. Eigentlich hatte ich für einen Kurs gefragt, aber nun wäre es eine Schande, eure Tipps hier nicht zu teilen. Unglaublich. Ich bin bereits seit 1.5 Stunden dran, die Tipps aufzulisten und einfach nutzbar zu machen.

Screenshot mapswith.me

offline Karten auf dem Handy

Das sind alles Vorschläge, die spontan via Twitter und Facebook kamen. Riesengrosses Dankeschön euch allen. Hab den Tipp-Geber immer dabei stehen. (Links sind im Storify unten) Ich hab nicht nach Web- oder mobile App unterschieden, aber lieber nach Kategorien. Also falls ich nur den Link zu Android-App oder zur Website angehängt habe, fischt euch gerne das entsprechend richtige raus. Martin Rechsteiner stellt auf seiner Seite regelmässig Apps vor und ich werde ihm hier sicher nicht zur Konkurrenz werden. Meine Neuentdeckung heute sind übrigens mapswith.me (in letzter Zeit nervte maps.google ein bisschen besonders auf dem Land) Contactually (CRM) und audible (Hörbücher). Hier ist also Teil 1 von euren App Tipps:

 

 

Reisen

Karten offline
Schnelle und detaillierte Offline Karten weltweit für iOS, Android und BlackBerry. Kostet ca 5 CHF um die App sinnvoll zu nutzen. Achtung, keine Navi-Funktion.
Sven Niedner
http://mapswith.me/download?get

Übersetzung und Wörterbuch
Der Übersetzungsdienst dict.cc zum schnell mal ein Wort nachschlagen
Nadine Hudson
dict.cc android app

Hörbücher
Für lange Zugfahrten und Auto.
Mylene Nicole Alt
audible

Drunk App
Alkoholkonsum prüfen und kalkulieren eines möglichen Tests im Blug
Jonas Kamper
drunk-app.com

Schweizer Wetter
genauestes Wetter, weil alle Daten ausgewertet werden. Plus: beim Regen wird genau gesagt wo und wann, statt 20% die mir nicht viel aussagen. PS: neues Design kommt in ein paar Tagen.
Tom Brühwiler
search.ch

Kommunikation

Chat
Chat mit Kontakten über verschiedene Plattformen hinweg
Peter Addor
wechat

private SMS
sehr persönlich, nur mit einer Person (auch Bild und Video)
Mario Ritschard
Avocado (iphone)

Schneller tippen
Man schweift nur noch über die Tastatur, anhand des Musters werden die Wörter erkannt und zum lernenden System dazugespeichert. Brutal überzeugend!
Walter Schärer
swiftkey

 

Fotografie

Knipsen und bearbeiten
Fotografieren mit Android und iphone Mit an Touch angepasstem Userinterface und für Whiteboard-Shots geegnet ebenso für Portraits und Landschaftsaufnahmen. Schneller als später Bilder bearbeiten
Marco Tedaldi
Patrick Seemann
übrigens auch mein Favorit seit ein paar Wochen
Snapseed

Web Nutzung

Extra Browser
mobiler Browser, einfacher geht Evernote-Export von unterwegs nicht. Persönliches browsen mit individuellen Einstellungen. Bedienbar mit Stimme und eigenen Gesten, Teilfunktionen.
Patrick Seemann
Dolphin

Wiederfinden

Bookmarking
sehr praktische Bookmark- und Leseapp
Thomas Elmiger
Fabian Müller
getpocket

„besseres Evernote“ (hier von Microsoft) sagt
Caspar Lösche
onenote

Office, Marketing und Team

Zeiterfassung
Timetracking, gratis Tool für Zeiterfassung
Fabian Müller
primarERP

Zeiterfassung Auswertung und Budgetkontrolle, auch mobile, Kundenzugang, Schnittstelle für Rechnungsstellungstool, gibt auch xls aus für Rechnung, kostet 5 Euro im Monat
Su Franke
mite

To do’s
Online To do Liste, Planen und umsetzen. Für die Reise ebenso wie im Büro, oder Einkaufsliste mit dem Schatz teilen.
Erika Kessler
Andreas Amstutz
Wunderliste

Einkaufsliste
Katja Jent
Alexander Sautter
bring

Termine
fürs Büro und Familie verwalten und teilen
Ellen Tedaldi
e-CAL

CRM
zu deutsch Beziehungen organisieren und auswerten. Aktionen, Erinnerungsfunktion, Infos über wichtigste Kontakte
Andreas von Gunten
contactually

Finanzen

Budge
täglich Budget überwachen und auswerten.
Christsna Zuger
toshl

Schweizer App zum intelligent Geld verwalten
auch mit Teams
iou
Tinet Gaudenz

Spielereien

Und für die Ferien und mir selbst nicht ganz unsympathisch, weil ich am Rhein wohne. Probier

bachapp
Für alle die gerne in Basel im Rhein schwimmen (dr. Bach ab) Mit Temperaturen (glaubt mir, das braucht man bei diesem Fluss) Karte mit Restaurants rundrum und Galerie
Martin Pütter
bachapp.ch

Spiel
kniffliges Puzzle-Spiel mit Hindernissen (iphone)
Martin Rechsteiner
Pleez Der Programmierer, Hansjörg Wuethrich hat ein paar Codes gegeben. Wer zu erst kommt…. spielt zu erst.

und hier ist noch das Storify mit den Tweets (Facebook Kommentare folgen in Teil 2)

 

 

 

Mediensprecher und Twitter

Vor kurzem hatte ich einen Workshop mit einer Mediensprecherin. In der Schweiz heisst die Berufsgruppe nicht Pressesprecher (und sie schreiben auch keine Pressemitteilungen, sondern Medienmitteilungen). Schon in der Vorstellungsrunde sagte sie ehrlich „es hat geheissen, ich soll“ und „ich hab eigentlich keine Zeit, noch ein Tool mehr zu bedienen“. Ich hatte also nicht gerade idealen Nährboden, aber einige Argumente dabei, die dann schneller als gedacht fruchteten.

Warum ist Twitter für Mediensprecher ein gutes Tool?

  • weil die Journalisten längst da sind
  • die Marketer auch (sie haben die PR Branche überholt)
  • zur Beziehungspflege mit Medienschaffenden
  • als Themenradar
  • zum Journalisten unterstützen bei Recherchefragen
  • ansprechbar sein, auf dem schnellsten öffentlichem Medium
  • Gelegenheiten „generieren“ und nutzen
  • Medienkompetenz zeigen
  • neben dem Markenaccount auch persönlich
  • zum Zuhören, Antworten, Kuratieren
  • Krisen-Vorbereitung
  • Kommunikationskompetenz statt (nur) Werbetweets auf dem Marken-Account
  • wenns sein muss, auch als Hub für Medienmitteilungen

PR ist längst nicht mehr Press Relations sondern Public Relations

Medienmitteilung via Twitter

Medienmitteilung via Twitter

Medienmitteilungen sind nur ein kleiner Teil der Kommunikationsarbeit. Ich befürchte zwar, dass Journalisten immer noch mit unsinnigen Meldungen per Mail drangsaliert werden, gehe jetzt aber mal von  Inhalten aus, die wertvoll für Medien sind. Ich hab in Twitter nach Beispielen gesucht und bemerkt, dass nur eine/r von ca. 20 Twitterern auch ein Bild zum Tweet mit Medienmitteilung gehängt hat. Ok, dass ist ein „billiger“ Aufmerksamkeitstrick. Aber Twitter gibt es nunmal her, dass Tweets mit Bild auffälliger in der Timeline sind, wenn die Nutzer diese Vorschaufunktion nicht abgestellt haben. Die löbliche Ausnahme ist übrigens UPC Cablecom mit ihrem Ostereier-Tweet (sogar die Konkurrenz wird direkt angesprochen)

Sehr professionell versendete auch Moritz Adler seine Medienmitteilung zum Thema XING Gebühren in der Schweiz. Er gab sie im google doc ab. So ist der Inhalt bearbeitbar, die Infografik (mit CC Lizenz) braucht keinen extra Download. Auch ans Avatar-Bild (für Unterstützer) und den Hashtag #xingfail hat er gedacht. Interessierte, Journalisten und Blogger können sich gleichermassen an einem Ort bedienen. Auch hätte jeder hier direkt Kommentare oder Rückfragen platzieren können. Sicherheitshalber sag ich es kurz „privat und Geschäft lässt sich nicht wirklich trennen, es geht immer um persönliches Agieren und anderen etwas zu bieten“. Das wird auch für Journalisten immer wichtiger, sie sorgen oft selbst für Leser und Reichweite ihrer Artikel. Für euch nichts Neues, aber glaubt mir, darüber rede ich in der Praxis.

Normalerweise finde ich oft noch Medienmitteilungen als pdf auf Websiten mit einem Link zum Downloaden von weiterem Material (Marketingbilder mit wenig Gebrauchswert für journalistische Berichte). Manchmal sehe ich nicht vorher, was ich eigentlich runterlade soll. Ich vermute das liegt am „alten“ Senden-Mechanismus. Man sendet ja eh die Information plus Bild via E-Mail direkt in den Papierkorb (pardon, ich meine natürlich die Mailbox) des Journalisten.

Zurück zu meinem Workshop. Für ein paar fruchtbare Argumente war wiedereinmal Twitter das Tool der Wahl. In sehr kurzer Zeit bekam ich viele Meinungen von Profis. Dankeschön dafür.

Brauchen Mediensprecher einen Twitteraccount?

Ehrlichgesagt, dachte ich, die Mehrheit würde sagen „selbstverständlich, es ist ein Kommunikationsjob“ aber so war es nicht. Die Essenz der Meinungen war etwa so:

  • die Zeit der Medienmitteilung ist vorbei, ebenso der Journalist als Informationsmonopolist
  • passiv als Pulsnehmer, was interessiert Kunden, die Öffentlichkeit
  • aktiv als Mehrweg Kommunikationskanal, Transparenz, halböffentlich
  • Kommunikationsverbote austricksen 😉
  • verfolgen, worüber Journalisten schreiben, welches sind ihre aktuellen Themen
  • kein Verbreitungskanal, aber Resonanzraum, überraschend, welche Themen bewegen
  • wenn er/sie dadurch besser erreichbar ist, ja
  • geschäftlich über Firmen Account, privat ja, aber deklariert
  • wer beruflich twittert, sollte den Kanal auch privat spüren. Ganz privat ist man aber nicht

Kurzum können wir das wohl trotzdem als klares JA werten.

Hier sind die Antworten.

PS: Während der Umfrage ist ein Interview via Twitter entstanden übrigens zwischen Barbara Josef, der Kommunikationschefin von Microsoft, und dem Journalisten Manuel Wälti. Grossartig.

Ach gönnt mir noch ein PPS: meinen ersten Blogpost zum Thema hab ich ziemlich genau vor ca. 5 Jahren geschrieben. Oje.

 

 

Social Media Konferenz – paar Vorträge am Nachmittag

so zweite Runde. Die Vorträge von morgens findet ihr hier. Nun kommt ein Teil der Nachmittagssessions.

Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht

Den Vortrag von Marcel Meier, Inhaber sutter//meier coaching, empfinde ich als eines (für mich das zweite) der Highligts an der Konferenz heute. Er ist Coach und sprach über den Stressfaktor Social Media und wie Menschen wieder mehr mit sich selbst verbunden sein können. Ich werde heute bereits das dritte mal Yoga-Philosophie konfrontiert.

Ist es nun so weit, dass wir Business mit dem Menschsein verbinden oder auch nach erdigen Inhalten suchen, weil es zugegebenermassen ein hoher Stressfaktor ist, allzeit on zu sein? Der Vortrag hat mich inspiriert, auf meinem Philosphie-Blog zu teilen. (kommt in Kürze)
Hier ist sein Vortrag „Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht.“ und die gesunde, entspannte Einstellung dazu. Ich habe übrigens jede Woche einen medienfreien Tag, an dem ich mir nur Bücher in Papierformat erlaube (der Kindle hat nen Internetzugang 😉

Döner in der Dose

Döner in der Dose

Co-Creation: The Good, the Bad and the Ugly!

Markus Maurer, Projektleiter Social Media, Customer und Web Intelligence, Migros-Genossenschafts-Bund. Markus hat tolle Beispiele aus der Praxis gezeigt und natürlich über Migipedia gesprochen. Das neueste Produkt, das aus Impulsen der Migi-Fans dort entstand ist. Döner in der Büchse. Leider gibts die Präsi nicht öffentlich. Thomas Besmer hat ein schönes Zitat aufgeschnappt „Produkte, die durch Co-Creation entwickelt wurden, haben tiefere Flop-Raten als andere.“

Markus hat übrigens die Twitter-Diskussionen, Fragen, Aussagen rund um die Konfernz zusammen gestellt.

Raiffeisen: Über Geld spricht man nicht. Oder doch?

 

Nadine Stutz beim Referat

Nadine Stutz beim Referat

Dr. Nadine Stutz, Social Media Managerin, Raiffeisen Schweiz sprach sehr offen in ihrem Vortrag über die Bank-Kultur und wie sie sich darin bewegt. Der Blog, namens Panorama, ist der Hub ihrer Social Media Kommunikation. Aber sie nutzt verschiedene Plattformen. Anfangs (vor 20 Monaten) stellte sie fest, über keines der Sponsoring Events wurde irgendwo berichtet. Sie ging jedes Wochenende auf eines der Events und berichtete live darüber. Jedesmal hat Nadine die Reichweite verdoppelt. Verschiedene Banken (an unterschiedlichen Standorten) haben eigene Facebookseiten eröffnet.

Sie handelt es so: „Wenn du ein oder zwei Leute stellst, die die Seite betreuen, schalten wir sie frei.“ Dadurch konsolidiert sich über die Zeit gesehen „der Wildwuchs“ (Das Wort hat sie so nicht benutzt). Sie sagt übrigens auch „natürlich reden wir über Geld“ über all die negativen Dinge, wie Hacking von Finance-Accounts, über Finanz-Lösungen für Konkubinat. „Mir doch egal, warum jemand auf meine Website kommt. Wenn er/sie kommt,  weil es ihn/sie in diesem Moment interessiert, was es zur WM Neues gibt, und ich biete es, dann ist das Kundenbindung:“ Es geht für sie immer um den Context (nicht nur rein um Content) zum Business. 1.8 Mio Mitglieder sind noch lange keine Community. „Die Währung in Social Media ist Added Value.
Mehr Aussagen und Einblicke von Nadine hab ich im separaten Interview von ihr erfahren.

So, seid nicht böse, aber die anderen Vorträge hab ich leider nicht mehr aufnehmen können.

Blogger Relations – wenn Firmen mit Bloggern können

„Es schien uns nicht mehr zeitgemäss, Blogger bevorzugt zu behandeln“ schrieben die Organisatoren der Republica, weil sie keine vergünstigten Tickets mehr bieten. „Das hat was“ denke ich, irgendwie bloggt und postet heut ja nahezu jeder. Und dennoch lädt kaum jemand Facebooker oder Twitterer als Multiplikatoren ein.

Online Netzwerker statt Blogger

Als Kommunikationsverantwortliche einer Firma würde ich das. In Strategien steht selbstverständlich „Kontakt zu Bloggern aufbauen“. Wir könnten sie besser Online Netzwerker nennen. Es sind die Menschen, die gut kommunizieren und netzwerken. Hey, ein Twitteraccount ist auch ein Blog.

Blogger Relations

Vor ein paar Jahren passten die Blogger in der Schweiz in einen Raum, vielleicht eine Turnhalle, aber es war überschaubar. Als PR-Frau traf ich jeden einzelnen, der sich für die gleichen Themen interessierte wie meine Firma. Begann, ihre Blogs zu lesen und sie zu mögen.

Dankeschön Paket

Dankeschön Paket

Wenn sie das Unternehmen erwähnten, bedankte ich mich mit Kommentar, personalisiertem T-Shirt,  Schoggi oder Backlink. Die kleinen Dinge, die man auch Freunden schenkt, ohne, dass sie das Gefühl haben „sie werden gekauft“. Ich weiss nicht mehr, warum ein Leumund, Bloggingtom oder Pixelfreund überhaupt mit einer PR-Frau redeten. Vielleicht waren es meine eigenen ersten Bloggingversuche

Heute gibt es unzählige Leute mit Blogs. Sie bekommen Anfragen, Medienmitteilungen und Einladungen. Die Idee dahinter ist oft nicht so bahnbrechend, wie der Absender glaubt. Also lohnt es sich gut zu recherchieren und nicht beim ersten Kontakt „etwas zu wollen“. Die Reisebranche nimmt eine besondere Rolle ein, manche Bloggenden leben und reisen vom Schreiben. Budget ist also eine gute Idee.

Corporate und echte Blogger

 

Echte und Corporate Blogger

Echte und Corporate Blogger

 

Um die Beziehung zwischen Kommunikationsverantwortlichem und Bloggern (ich nenne sie „echt“) besser zu verstehen, hab ich einige Aussagen aus Workshops gegenübergestellt. Ich ging davon aus, dass der/die Firmenvertreter gleichzeitig Corporate Blogger ist, was leider nicht selbstverständlich ist. Die Tabelle ist nicht auf einzelne Personen übertragbar, aber sie zeigt einige Unterschiede.

Jeder einzelne Autor ist so unterschiedlich wie die Themen, über die er schreibt. Aber wer gerne alle auf einen Blick hat oder Teil einer Community werden möchte, wird hier fündig:

 

Für Kommunikationsverantwortliche ist das eher keine Fundgrube, denn diese sollten die „richtigen“ Leute finden, die Online über das passende Thema kommunizieren. Dabei nicht auf Leserzahlen schielen, sondern eigene Bewertungskriterien erstellen, wie bspw. „ist sowieso interessiert an unserem Produkt“. Bestenfalls ist man als Corporate Blogger selbst Teil einer Community. „Ich nutzte Facebook nur privat oder gar mit einem Fake-Namen“ ist keine gute Strategie.

Ich denke, es ist besser, mit einer handvoll Leuten zu arbeiten und sie wie Freunde oder beliebte Kollegen zu behandeln. Wie im wunderbaren Beispiel von Agnes Happich von Audi. Dagegen scheint es geradezu dumm, wahllose Listen zu bespamen oder ungefragt Arbeit zu versenden, wie Claudia es beschreibt. Der Absender riskiert, als Spamer markiert oder gemeldet zu werden. Am Ende entscheiden eh die Empfänger, was und mit wem sie was wollen. Wir sind uns bestimmt ein, das Wort Empfänger ist hier unpassend. Es gibt längst keine Sender und Empfänger mehr.

Damit Firmen mit Bloggern können

..hab ich einige Tipps zusammen gestellt

  • Denke an Online Netzwerker (auch ohne Blog)
  • Lerne sie vor einer Aktion kennen
  • Zeige nicht, sondern entwickle echtes Interesse
  • Pflege diese Beziehung
  • Lese die entsprechenden Blogs
  • Kommentiere, wenn du etwas zu einem Thema beitragen kannst
  • Authentifiziere dich beim Kommentieren mit dem Link zum Firmenblog
  • Kommentiere, twittere wenn jemand dich/dein Unternehmen erwähnt hat
  • Biete mehr: Hintergründe, persönliche Interviews etc.
  • Biete zeitlichen Vorsprung gegenüber Medien
  • Biete Affiliate Links
  • Schau dir Mitarbeiter Blogs (Brancheninsider) an
  • Involviere Mitarbeiter-Kontakte
  • Nimm an Tweetups teil
  • Blogge selbst
  • Berichte über einzelne Blogger der Branche
  • Kommuniziere mit Bloggern in Twitter
  • Pflege Twitterlisten
  • Kuratiere externe Inhalte
  • Verlinke !
  • Zahle auch mit deiner eigenen Reichweite wenn möglich
  • Bitte: plane Budget

Tipps von erfahrenen Leuten

Übrigens pflege ich immer noch gerne den Austausch mit besagen Netzwerkern aus meiner Branche. Lese viele Blogs zur Online Kommunikation. Einer von Ihnen ist Mike Schnoor. Er schaffte es, (zur Zeit 58) Meinungen, Tipps und Erfahrungen zum Thema Blogger Relations zusammen zu trommeln und ich schliesse mich hiermit gerne an. Faszinierend finde ich bloggende Kommunikationsverantwortliche, sie kennen beide Seiten und sind drum oft erfolgreich. Ich fragte also noch den Bloggingtom, was er von Medienmitteilungen hält…

 

Blogger, Starter, Höhlenmenschen – Fragen, antworten oder wegrennen

Mir geht schnell mal ein „kannst du mir das bitte mal erklären“ oder „Warum?“ über die Lippen. Ich mag auch Leute, die fragen. Entsteht nicht erst so der Wert einer Konversation? Nicht die plumpen Fragen mancher Community Manager, sondern richtige, die eher Interessier-Fragen heissen müssten. Diese Woche sind mir aussergewöhnlich viele davon begegnet. Merkwürdige, clevere, freche und solche Fragen, die eigentlich eine Aussage sein wollen. Bei einer wär ich (zugegeben) gern einfach weggerannt. Ob ihr rausfindet, welche das war?

Fangen wir mit dem Höhlenmensch an

Blogger in der SteinzeitWie würde ich ihm das Bloggen erklären, fragte mich Nadine von Walter lernt. Nun, vermutlich würde er nicht danach fragen, aber wenn mir die Worte versagen, versuche es mit einem Bild 😉

 

 

Wer wäre Blogger des Jahres?

„Stell dir vor, du darfst den Preis „Schweizer Blogger des Jahres“ übergeben. Wem gibst du ihn?“ Da müsste ich lange überlegen, Renato Mitra, Christian Leu, Mona Sorcelli, Andreas von Gunten. Alles engagierte Blogger, die vorallem die Online Kultur leben und aus freien Stücken inspirieren und teilen und das in einer bewundernswerten Frequenz. Natürlich gibt es viel mehr Blogs, die ich gern lese. Gerade findet sich eine Gruppe in Facebook mit Bloggern aus der Schweiz und ich entdecke dadurch wieder neue. Vielleicht entsteht ja eine öffentliche Liste, das wird gerade diskutiert (halte euch auf dem Laufenden). Bleibt zu hoffen, dass die Runde nicht für PR Zwecke „missbraucht“ wird, oder war das gar das Ziel?

Brauchen wir einen Offline Tag?

Bloggingtom ruft zusammen mit Kevin (Swissky) am 15.12. einen Offlineday aus. Find ich super und bin gespannt. Ich pflege seit ein paar Jahren jede Woche einen Offline Tag, manchmal sogar einen medienfreien. Offline bringt mir Ruhe in die Gedanken, das gehört für mich auch zur Kommunikation. So fand ich dann die Frage von Nicole „Braucht ihr dafür echt extra einen Tag?“ passend.

Blog Starter Fragen

David stellte mir gestern vier konkrete Fragen. Er möchte mit dem Bloggen starten und einen Vortrag in der Akad darüber halten. Er bringt beste Voraussetzungen dafür mit, denn er hat nicht gezögert, unser Gespräch gleich öffentlich zu führen.

Soll Social Media vorbei sein?

Ein Dozent fragte mich diese Woche am Ende eines Unterrichtstags „ Ist womöglich die Social Media Blase vorbei?“ Eine der möglichen Antworten: Die nützlichen Applikationen im Web sind social, News werden selbstverständlich geteilt und kommentiert, Bücher werden allein durchs bestellen empfohlen und statische Webseiten werden nicht mehr einfach so aufgefunden. Die Frage ist ob sie überhaupt gesucht werden, warum sollte ich zu einer „Broschüre“, in der immer das gleiche steht wie vor einem Jahr immer wieder zurück kehren? Ein junger Student fragte (im selben Kurs übrigens) Sam:

Warum sollte ich einen Kreis in g+ teilen, den ich mühevoll zusammen gestellt habe?

Ok, die überlasse ich gerne euch.
Achso, das mit dem Wegrennen, welche wars?

 

 

Perfekte Rechtschreibung im Blog?

Eine Texterin erzählte mir eine schöne Geschichte über den ‚persischen Fehler‘. Die persischen Knüpfer bauten in ihre Teppiche immer bewusst einen Fehler ein. Warum? Nur Allah könne vollkommen sein. Nun könnte ich behaupten, ich halte es mit den Rechtschreibfehlern genauso. Aber sie sind nicht bewusst eingebaut, ehrlich.

Quelle: http://daa.li/8yt

Quelle: http://daa.li/8yt

Besagte Profi-Schreiberin stellte mir auch die Frage. Warum? Ähm, weil ich schnell blogge. Ich liebe das Kribbeln einer Idee und es genau dann zu teilen. In Marketingworten könnte ich sagen: Der Blog dreht sich nicht um perfekte Texte, sondern um Impulse und Gelerntes. Was mir dabei wichtig ist? Wer es liest, versteht es und muss kein Marketingbla und Wiederholungen ertragen. Ich nenne das blogtauglich.

Ein Blog-Beitrag zeigt ein Stück von mir, wie ich denke und was mich inspiriert. Und auch, dass ich keine Bindestriche mag 😉 Obwohl diese für die Suche wertvoll sind, wie ich von Mona gelernt habe. Für mich gibt es Textsorten, die „unterwegs entstehen“ und solche die fehlerfrei sein sollten.

Wer ist schon perfekt?

Aber mal ehrlich, wieviele Schriftstücke sind wirklich fehlerfrei und perfekt? Wir Menschen sind es glaub‘ nicht. Seit Social Media bin ich grosszügiger geworden mit Rechtschreibfehlern. Einen Beitrag mit kleinen Fehlern lese ich sogar gern. Sie zeigen, es schreibt ein Mensch wie du und ich. Die Texte sind nicht durch eine Kontroll-Maschinerie gelaufen wie in einem Medienhaus. Gefühlt sind für mich zwei Fehler pro Blog-Beitrag ok. In einer Zeitung stört mich schon ein Fehler auf einer Seite.

Twitter, Bloggen und Glückwunschkarten

http://twitter.com@ElisaGiovanoli sagte ...

http://twitter.com@ElisaGiovanoli sagte …

Manchem Tweet sieht man an, ob er am Smartphone, unterm Laufen oder mit einer Tastatur getippt wurde. Vielleicht verändern die schnellen Möglichkeiten tatsächlich unsere Schreibweise, wie es Elisabeth in den Raum stellt. Eine Studie konnte ich nicht finden. Aber hier ist ein Beitrag von Blogwerk über typische Fehler.

Beim Bloggen bleib‘ ich erstmal dabei: Raus mit dem Inhalt, dann prüfen und so recht wie möglich schreiben. Meistens freu‘ ich mich, wenn ich noch rechtzeitig Fehler korrigieren kann (also wenn ich sie sehe). Und wenn nicht, ist’s auch ok. Ja, bei Medienmitteilungen und Glückwunschkarten versuche ich, perfekt zu sein. Hier sind ein paar praktische Hilfen für Schreiberlinge: Duden; Korrekturen, Word Prüfung, Verständlichkeit, leicht lesbar und das Blablameter. Kein Bla-Bla gehört ja auch zum guten Stil.

Wie andere das sehen mit der Rechtschreibung

Twitter war mal wieder eine gute Quelle für andere/eure Meinungen und auch die Realität fand ich dort. Findest du dich wieder oder bist du anderer Meinung?
Nachtrag: 05.10.2013. Andreas von Gunten war das Thema Respekt einen extra Blogpost wert, gefällt mir sehr, wie er das sieht.

Auch Corporate Blogs brauchen Feuer und Charakter

Letztens erzählte mir Roman, dass einer seiner wichtigsten Schritte war, selbst einen Blog zu starten,  bevor er bei Swisscanto den Corp. Blog im Oktober 2012 lancierte. Da fiel mir ein, dass es mir ähnlich ging. Als ich 2006 bei ‚ihr wisst schon wo‘ als PR-Frau begann, gab es schon einen Blog (ich googelte, was das ist). Anfangs meine Inspirationsquelle für PR-Themen, begann ich ein Jahr später meinen Philosophie-Blog, keine Ahnung warum.  Und erst noch ein Jahr später wagte ich mich an besagten Corp.Blog als Schreiberling. PR war damals noch  Medienarbeit.

Ohne dieses Selbertun wär der Funke bei mir nicht gesprungen. Nein, Bloggen ist nicht Selbstinszinierung (wie ich manchmal abschätzig als Gegenargument höre) sondern ein ehrliches Stück von einem Charakter, ein Einblick in ganz persönliche Gedanken, die einem Dialog Leben einhauchen. Seither sammle ich Listen, was man beachten muss und frage, warum manche erfolgreicher sind als andere? Warum lesen Leute regelmässig einen Blog?

Warum blogge ich eigentlich heute noch?

  • Weil ich eine Idee habe, die diskutiert werden will
  • Weil ich Gedanken dokumentieren kann
  • Weil ich andere Blogs lese, die mich dazu inspirieren
  • Weil ich etwas lerne, wovon andere etwas haben könnten
  • Weil ich keinen Journalist fragen muss, zum publizieren
  • Weil ich  einen Link für ein Thema brauche
  • Weil ich zu faul bin, ein Buch zu schreiben
  • Weil ich so Teil einer Themengruppe werde
  • weil ich etwas ins Web zurück gebe, statt immer nur zu holen

und

  • Facebook nur Echtzeit kann, aber es hier dauerhaft auffindbar bleibt und
  • weil es richtig Spass macht.

Warum bloggt ein Mitarbeiter für eine Firma?

Dazu lesenswert sind Natascha Ljubic’s 10 Gründe fürs unternehmerische Bloggen. Ich denke, vielleicht tun es die Leute aber auch:

  • weil er/sie eine Zielvereinbarung hat
  • weil er/sie z.B. eine Kompetenz belegen kann/soll
  • weil er/sie merkt, dass man sich so positionieren kann
  • weil er/sie Mut zum Schreiben hat
  • weil er/sie etwas verkaufen möchte

Diese Gründe sind so grundlegend anders. Das könnte auch diese Blogstudie spiegeln, die u.a. zeigte, dass es den meisten Corp. Blogs u.a. an Persönlichkeit fehlt.

Erst Feuer, dann Charakter, dann Dialog

Bild: http://www.flickr.com/photos/l-i-n-k/918976538/Nun sitze ich (2:43 Uhr) und blogge, weil mir kurz vorm Einschlafen ein Satz in den Sinn kam „Der Charakter der Botschafter wird Teil des Markenwertes. Und Achtung, Botschafter können auch nicht im Unternehmen angestellt sein.“  Klingt einfach, ist aber eine echte Herausforderung, wenn der ehemalige PR-Auftrag mit Hang zum Perfektionismus in brennende Leidenschaft übergehen soll. Denn die braucht es, damit die Posts überhaupt gelesen oder gar kommentiert werden, egal ob Corporate oder persönlicher Blog. Im Dialog wird immer auch ein bisschen Charakter sichtbar, falls nicht, redet nur einer und der andere dreht ab. Wenn ihr Beispiele wisst wo das ohne geht, bitte gebt sie mir.

PS:
Roman hält übrigens am 26.3. einen Vortrag über sein Vorgehen an der Social Media Konferenz und Anika Kannler von Tognum spricht gemeinsam mit Julia Löffelsend am 5.3. darüber, wie man die Dialogkultur intern fördert. Leider kann ich da nicht dabei sein 🙁
Und wer bis jetzt durch gehalten hat, hier noch die fortgeschrittenen Tipps von Maria Tabaka.