Vortrag: Vom BlaBla Dialog zur Performance Marketing Plattform Facebook

Billige Nobrain-Postings bringens nicht. Startet Thomas Hutter gleich mal sein Referat mit Beispielen an der Social Media Konferenz.

nobrain post Beispiele

nobrain post Beispiele

Warum es eigentlich in Facebook geht

Inhalte von Unternehmen stehen in einem riesigen Wettbewerb mit Beiträgen von Freunden. 80% aller Post kommt aus privatem Hintergrund. 1500 Stories pro Tag werden auf ca. 180 reduziert (pro User). Normale Leute haben durchschnittlich etwa 18 Seiten geliked und 180 Freunde. Demgegenüber würde ein Profi wie Thomas ca. 125000 BEiträge sehen.

Es wird immer weniger gezielt gesucht, sondern gefunden über Netzwerk-Plattformen in einem Newsfeed. Eigentlich verbringen die Leute mehr Zeit auf Websiten aber nicht durch ansurfen. Menschen greifen 100 mal am Tag zum Handy, öffnen davon 14 mal Facebook. Mit Facebook erreicht man mehr Leute in der Schweiz als alle TV Sender zusammen. Oha.

Das heisst auch, Unternehmen agieren in einem hochbriviligierten Context. Sie stehen im 1:5 Verhältnis zu privaten Inhalten.

FB Nutzungszahlen in der Schweiz (Thomas Hutter)

FB Nutzungszahlen in der Schweiz (Thomas Hutter)

Thomas hat seinen Vortrag bereits publiziert. Wen überraschts?

Auch hier geht es um Relevanz

Also geht es um relevante Inhalte + Targeting  = Marketingergebnis. Wenn der Inhalt relevant ist für die Zielgruppe, wird der Preis für bezahlte Reichweite günstiger. In FB kann man Menschen mit einer Genauigkeit von 38% erreichen und die durchschnittliche Reichweite ist 92 genau.

Dann zählt Thomas die vielen reinen Marketingmöglichkeiten von Facebook auf. (die übrigens rechtlich nicht so heikel sind in der Schweiz wegen Datenschutz, Hashing sind keine sogenannten Personenbezogene Daten)

Das ungenutzte Potenzial in Facebook sieht Thomas hier:

  • CRM und Retargeting, die besten Kunden auf Facebook ansprechen
  • Lookalike Audience
  • Link ads
  • Multi Product ads (mehrere Links)
  • dynamische Product Ads (an Leute, die ein Produkt angeschaut und nicht gekauft haben)
ungenutztes Potenzial (Thomas Hutter)

ungenutztes Potenzial (Thomas Hutter)

 

Das abschliessende Zitat von Thomas gefällt mir sehr gut. „Wir bewegen uns immer weiter weg vom Bespassungskanal. Nur Dialog kombiniert mit Marketing Möglichkeiten von FB.“

Weitere Einblicke in den Vortrag von Walter Schärer im Blog.

 

 

 

Social Media Konferenz – Raiffeisen spricht über Geld, bzw. Nadine Stutz tut es

An der heutigen Social Media Konferenz in Zürich hält Nadine Stutz, Social Media Managerin bei Raiffiesen einen Vortrag. Ich hab ihr einige Fragen gestellt. Dabei hab ich von ihren sieben Mantren erfahren und ihre praktischen Ansätze, die sie mit dem Publikum teilen wird. Note: Ein Mantra kommt aus dem Yoga (Sanskrit) und ist ein Instrument für die Geist-Kontrolle. „Man“ kommt von Mano – der Geist/Intellekt und tra bedeutet soviel wie „durch“. Ein Mantra hat immer noch einen Zusatz, der anzeigt, wodurch der Geist gelenkt oder befreit wird. In ihrem Fall wäre das ‚Social Media‘ – Mantra. Sinngemäss geht es darum ein Mantra sooft (z.B. 108 mal) zu wiederholen, bis es den Geist vollständig darauf konzentriert. Ich dachte, ich ergänze das kurz.

Die beruflichen Mantren von Nadine Stutz sind also:

  • Love people – Love Coffee
  • Walk the talk
  • Being a Bad Cop is a Good Thing
  • Make Use of What You Have
  • Content is King – Context is Queen
  • No Man is an Island
  • Added Value – Added Value – Added Value

Das fängt ja gut an, da musste ich natürlich noch ein bisschen mehr nachfragen.

Nadine, warum ist Raiffeisen so früh dran mit Social Media Themen, gegenüber anderen in der Branche?

Sind wir früh dran? Ich denke eher, wir sind gerade noch auf den Zug aufgesprungen… Ich gehe davon aus, dass noch zwei Jahre verbleiben, bis dann gewisse Finanzinstitute das Augenmerk wieder oder verstärkt auf Social Media legen.

Fehler eingestehen, ehrlich sein, den User ernst nehmen und Fragen beantworten, ist eure Devise. Warum?
 Oder andersrum gefragt, warum tun sich viele Unternehmen immer noch schwer damit, Fehler einzugestehen?

 

Nadine Stutz, Social Media Managerin bei Raiffeisen

Nadine Stutz, Social Media Managerin bei Raiffeisen

Weil Social Media keine klassische Werbung macht, die dem Kunden etwas verkaufen oder aufhalsen will; sondern Kommunikation und Kundendienst. Wenn man einen Kunden am Telefon hat, dann versucht man auch das Problem zu beheben. Das Problem bei Unternehmen liegt nach wie vor in der Vorstellung, dass man die Kontrolle über die Marke und die Kommunikation besitzt. Zusätzlich herrscht teilweise die Meinung vor, dass wenn man den Personen keine Austausch-Plattform bietet, sie sich dann auch nicht austauschen. Natürlich stimmt das nicht. Es ist besser informiert zu sein und handeln zu können, auch wenn es manchmal unangenehm ist, als die Augen zu verschliessen und dann mit grösseren Probleme zu erwachen. Ausserdem sind Äusserungen einfach Meinungen, negative und positive – und Menschen sollten ein Recht auf eine Meinung haben. Unternehmen werden von Menschen geführt und Menschen machen Fehler – dazu kann man stehen.

Wie habt ihr euch und warum für welche Plattformen für Raiffeisen entschieden?

Noch vor der Schaffung der Stelle „Social Media Manager“ gab es einen Pilotversuch mit Twitter und Facebook. Soweit ich das sehe, ging man damals nach Schema F vor: die beiden Plattformen sind am bekanntesten, also benutzen wir sie. Mittlerweile hat jede Plattform eine bestimmte inhaltliche Ausrichtung sowie eine bestimmte Zielgruppe. Wir wollen die (potentiellen) Kunden und Stakeholder dort abholen, wo sie sich aufhalten.
Anmerkung: Raiffeisen hat einen Corporate Blog namens Panorama Magazin etabliert, mit täglichen Beiträgen, nutzt Twitter, Facebook (!) Youtube und XING. Dort führt das Finanzinstitut einen wirklichen Dialog und wird dadurch zum Vorzeige Projekt in der Branche. Hier teilt das Raiffeisen ihre Social Media Richtlinien

Wo waren die Stolpersteine intern?

Organisation/Prozesse – (vermeintliches) Wissen – Inhalte. Probleme gab es insbesondere im Bereich der Organisation. Meine Stelle ist der Gruppen/Unternehmens-Kommunikation angegliedert – das stiess nicht bei allen auf Verständnis. Hinzukommt, dass das Wissen über Social Media stellenweise gering ist und Social Media mehr als Entertainment Channel und Nebensache behandelt wurde. Die Einstellung, dass man über Geld nicht spricht resp. das Thema Geld nicht allzu viel her gibt, keinen interessiert, musste zuerst einmal adressiert werden. Inhalte sind nicht langweilig nur weil Finanzwelt drauf steht. Geld ist ein Universalthema und ziemlich komplex: deshalb eignet es sich für viele unterschiedliche Kommunikationsplattformen.

Wie habt ihr sie gelöst? (bzw. löst ihr sie noch?)

Wir lösen sie noch! Der Prozess ist kontinuierlich und wird wohl bei dieser Grösse des Unternehmens nie ganz abgeschlossen sein. Teil der Lösung ist sicherlich das Enabling der Mitarbeitenden. Die Möglichkeiten von und mit Social Media aufzeigen, die Angst nehmen, Verständnis schaffen. Einer der wichtigsten Punkte und Erfolgsrezept ist „Walk the talk“. Ich kann noch lange sagen, dass es wichtig ist, dies und das zu machen. Aber sobald ich gezeigt habe warum, gibt es (fast) keine Diskussionen mehr. Man muss bereits sein, diese „extra Mile“ zu gehen.

Wir beide sind uns einig, dass der SoMe Manager eigentlich Change Manager heissen sollte. Warum?

Weil Social Media in einem Unternehmen langfristig nur erfolgreich sein kann, wenn die Social Media Strategie im Unternehmen verankert und gelebt wird. Noch immer existiert viel Un- oder Halbwissen zu Social Media in Unternehmen; noch immer höre ich den Begriff „Hype“, noch immer gibt es Mitarbeitende, die denken Social Media gehe vorbei. Social Media haben die Art und Weise wie Menschen kommunizieren verändert. Das kann man nicht rückgängig machen. Es braucht deshalb in Unternehmen kulturelle und strukturelle Anpassungen. Die Organisation/das Unternehmen muss Social Media adäquat handeln können. Organisch hierarchisch gewachsene Unternehmen bekunden Mühe damit, weil sie eher fixiert sind auf hierarchische Entscheidungswege anstelle von fachlichen.

Welche E-Collaboration Plattformen nutzt ihr intern bei Raiffeisen?

Tragisch aber wahr: (noch) keine.

Was meinst du mit Technik vs. Content?

Die erste Frage ist immer: welcher Inhalt für welche Zielgruppe mit welchem Effekt. Erst dann suchen wir die Plattform, bauen sie oder adaptieren eine bestehende. Diese Vorgehensweise stösst nicht immer auf Verständnis, da Social Media für einige nach wie vor ein aus der Technik- und IT-getriebener Bereich ist. 

Das Wording ist entscheidend oder Context is King.
Anmerkung: Nadine erzählt im Hangout Interview auch, wie sie damit umgeht, dass als Finanzinstitut nicht deutlich machen darf, dass das Gegenüber ein Kunde (im Geschäftsverhältnis) ist.

Wie hast du es geschafft, kurze Entscheidungs- und Handlungswege zu etablieren, bzw. warum war das überhaupt nötig?

Ich darf mich auf die tolle Unterstützung von meinen direkten Vorgesetzten verlassen und darauf aufbauen. Sie lassen sich gerne gewisse Dinge im Bereich Social Media erklären und lernen gerne dazu. Sie überlassen mir aber die Fachverantwortung. Nötig ist es, da Reaktionszeiten und Projektumsetzungen zeitkritisch sind.

Hast du Tipps für Verantwortliche in der Finanzbranche, die gerade starten mit Social Media?

Man muss bereit sein, Überzeugungsarbeit zu leisten. Immer und immer wieder. Bereit sein, auch unkonventionell und über alle Hierarchiestufen hinweg zu netzwerken und Überzeugungsarbeit zu leisten. – Kaffeetrinken!

Wir haben uns entschieden trotz der schlechten Übertragungsqualität im Hangout, den Inhalt mit euch zu teilen. Ich hatte Nadine u.a. gefragt. Welche Prozesse hat es intern in Gang gesetzt?
 Schaut doch mal rein, wenn ihr den Vortrag nicht gehört habt an der Konferenz.

Mir ist aufgefallen, ich frage zuviel in einem Satz. Ja, nu, sie hat sich tapfer geschlagen. Nadine ist eine aussergewöhnliche Frau mit Power und einem riesigen Wissensschatz. Danke.

Gemeinsam gegen Kinderkrebs: mit der Facebook App etwas bewegen

Still arbeiten sie vor sich hin, das ganze Jahr, aber um die Weihnachtszeit werden die vielen Hilfsorganisationen sichtbar. Fast jede Woche bekomme ich Aufforderungen zum Spenden. Und oft hab ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht überall spenden kann, oder auch will.

Manche Aktionen haben sich im Web etabliert wie die „heimlichen“ Posts von Frauen in ihrem Facebook Profil. Andere schaffen den Sprung nur mit ein paar einsamen Facebook Bildern. Aber ich will mich nicht verzetteln, so wie es mein Briefkasten zum Jahresende tut. Ihr kennt die Beispiele selbst.

Gemeinsam gegen Kinderkrebs

Eine von vielen engagierten Menschen lernte ich am Polterabend meiner Freundin Nici kennen. Susanne Marty. Sie ist Marketingprofi und passionierte Läuferin und unterstützt das Marketing für den jährlichen Sponsorenlauf Gemeinsam gegen Kinderkrebs.
Es ist eine Benefizveranstaltung. Die Läufer sammeln ihre eigenen Sponsoren und pro gelaufene Runde Geld für die Stiftung. Wie erfolgreich die Aktion ist, hängt vom sportlichen Ehrgeiz ab und wie gut diese vernetzt und vielleicht auch beliebt sind (?) So ein Rundenprinzip ist nicht neu. Aber es ist schwer zu erklären, darzustellen und auch zu organisieren. Ich hab das bisher noch nicht in Facebook umgesetzt gesehen, obwohl es naheliegend ist.

Budget aufgebraucht – Agentur weg

Susanne erzählte mir im September, dass die Facebook-Agentur welche die App für den Sponsorenlauf programmieren wollte abgesprungen ist. Das Budget war aufgebraucht. (Diese Agentur war die einzige die für Geld arbeitete.) Diese Nachricht löste in mir ein ähnliches Ohnmachtsgefühl aus, wie beim Öffnen der obigen Briefe. Also fragte in die Runde, ob jemand helfen kann.

Thomas Hutter springt ein

Thomas Hutter übernimmt spontan

Thomas Hutter übernimmt spontan

Einer mit dem ich nie gerechnet hatte, weil er mehr als ausgebucht ist, meldete sich innerhalb von Sekunden! Thomas Hutter. Er übernahm ohne lang zu überlegen den „Auftrag“ und erstellte zusammen mit Florian Muff (von Hutter Consult)eine App für den Lauf.

Ich bekomm immer noch Gänsehaut wenn ich dran denke, auch wie Susanne am Telefon ungläubig sagte: „Waaaaaas, das ist unglaublich, das rettet uns.“ Alle in diesem Projekt arbeiten gratis, einfach weil ihnen das Thema am Herzen liegt. Es ist wundervoll, wie ein bewegendes Thema andere bewegt und sogar zum Laufen bringt.

 

 

Die App geht an den Start

Und heute startet die Aktion und auch die App. Sie zeigt übersichtlich, worum es geht. Interessierte können sich wirklich einfach als Läufer oder als Sponsoren anmelden und unter Freunden nach Sponsoren suchen. Was mir auffällt, es gibt keinen sogenannten Fan-Zwang. Das finde ich super, denn niemand bekommt eine unnötige Hürde aufgestellt.

Facebook App "gemeinsam gegen Kinderkrebs"

Facebook App „gemeinsam gegen Kinderkrebs“

 

Thomas, Florian: Ihr seid grossartig. Danke.

Selber bewegen, mit machen

Es dürfte eine der wenigen spielerischen Apps, sein, die ich „zulasse“, also nutze. Ich bin sonst nicht der Spielertyp und erst recht nicht in Facebook. Aber natürlich bewegt mich das Thema, wenn Kinder von Krebs betroffen sind und sich andere für sie einsetzten.

Corporate Dialog sponsort einen Läufer, wer mag?

Achso, wenn ihr lauffaul seid, könnt ihr bitte so nett sein und mit eurer Reichweite unterstützen? Teilen, tweeten oder die App in eure eigene Seite integrieren (das braucht zwei klicks, dort unter dem Turnschuh) Ich kenne euch, ich habe die Ehre, sehr online-affine Leser hier zu begrüssen, also hopp. „gemeinsam gegen Kinderkrebs“.

Hirslanden: Social Media Ziele, Hürden und 1 Award

Stefan Lienhard kenne ich gefühlt schon ewig, weil er zu den Schweizer Onlinern (wie ich das nenne) gehört. Beim Klinikum Hirslanden hat er die Social Media Strategie erarbeitet, nebenbei zwei Kurse bei Somexcloud absolviert und ist nun seit Mai offiziell Projektleiter Social Media. Er war so nett und hat mir einiges aus seiner Praxis „verraten“.

Ihr habt einen Award für euren Social Media Auftritt gewonnen. Wofür ist der genau?

Am jährlichen Kongress Klinik Marketing (sowas wie die „Oskar-Verleihung“ innerhalb der Spital-/Klinikbranche) in Köln wurden Marketing Awards in total 19 Kategorien verteilt. Z.B. „Bestes Personalmarketing“, „Bester Qualitäts- & Jahresbericht“ und neu „Bester Social Media Auftritt“. Wir haben uns für „Beste Online-Präsenz“ und „Bester Social Media Auftritt“ angemeldet und prompt beide gewonnen.

Wir haben sehr umfassende Klinik-/Spitalpräsenzen im deutschsprachigen Raum (5 Kanäle Plattformen und 8 Auftritte) und diese gleich für 12 (von 14) Kliniken umgesetzt. Die Komplexität war also sicher höher als bei anderen Projekten.

Wow, Herzlichen Glückwunsch. Was macht ihr anders als die meisten Kliniken?

die Awardgewinner

Jolanda Lanner, Projektleiterin Digital Media
Stefan Lienhard, Projektleiter Social Media (beide mir Award)

Wir haben Social Media ganz sicher nicht erfunden. Aber wir haben in rund 1.5 Jahren eine ziemlich umfassende Strategie ausgearbeitet und waren froh im Frühling zu starten.

In der ersten Phase geht es uns auch um das aktive Kennenlernen der Mechanismen, -Eigenheiten und wir wollen Erfahrungen sammeln (positive wie negative)  in einem Thema, welches uns bis vor einem halben Jahr völlig fremd war.

Ich gucke regelmässig über den Tellerrand zu anderen Branchen und Unternehmen, welche für mich zu den Leadern gehören (Brack, SBB, die Swiss, die Migros und wie sie alle heissen).

Leider gibt es in der Klinik-/Spitalbranche noch nicht allzu viele nationale Beispiele. Aber in Deutschland gibt es einige, wo ich mich gerne auch mal inspirieren lasse. Die Schönklinik ist zum Beispiel ähnlich aufgestellt wie wir.

Was sind eure Hürden, ihr habt ja doch sensible Themen?

Sicher, ganz heikle Themen sind der Datenschutz, die Privatsphäre des Patienten und das Arztgeheimnis – diese Punkte haben für uns absolut oberste Priorität. Dazu kommt unser komplexes Konstrukt von 14 Kliniken, welche sich in Grösse, Dienstleistungsangebot und Infrastruktur komplett voneinander unterscheiden.

Daneben stehen wir vor den gleichen Herausforderungen und Fragen wie alle andern: Öffnung der Plattformen für alle Mitarbeitenden, Guidelines, neue Prozesse und Zuständigkeiten, etc. In der Gesundheitsbranche sind gewisse politische Themen sehr heikel und auch äusserst komplex und können kaum in 140 Zeichen oder mit ein paar Facebook-Posts geklärt werden.

Welche Plattformen nutzt ihr und warum?

Ein Auszug aus den Tweets von Hirslanden

Ein Auszug aus den Tweets von Hirslanden

Wir haben zielgruppenspezifische Auftritte auf Facebook und auch mit Hirslanden Jobs und Hirslandenbaby. Auf Twitter @Hirslanden und @Hirslanden_Jobs, und unser Blog natürlich, das Unternehmensprofil von Xing und ein umfassender YouTube-Channel. Bei der Konzeption sind wir via unsere Ziele und Inhalte schlussendlich zu diesen Plattformen gelangt – Du gibst mir sicher recht: da sind keine Überraschungen dabei, oder?

Doch, der Blog überrascht mich, nur weil es Sinn macht, setzt es nicht jeder auch um 😉

 

Auf Facebook und Twitter geht uns um Themen wie Patientenaufklärung, wir vermitteln auch medizinischen Informationen, News aus den 14 Kliniken sowie Service & Support. Mit Hirslandenbaby informieren wir über Schwangerschaft, Geburt und Baby – daneben finden User wöchentlich die neusten Hirslanden Babys (Fotos werden nur mit ausdrücklichem Einverständnis der Eltern publiziert), Tipps und Tricks für werdende Eltern (Mamis undPapis!), sowie einen Frage- & Antwort-Service, wo Hebammen und Gynäkologen medizinische Fragen beantworten.

Für Jobsuchende haben wir ebenfalls spezifische Informationen auf Twitter und Facebook – hier geben wir dem Klinikum ein Gesicht und den Interessierten Einblicke in den Klinikalltag und hinter die Kulissen.Hier sollen künftig auch vermehrt Mitarbeitende zu Wort kommen, so wird man mich z.B. in Kürze auf unserem Blog bei meiner Reise durch Hirslanden begleiten können.

Dropdown im Blog (Themen)

Dropdown im Blog (Themen)

Das Blog ist strukturiert in Medizin, Baby, Jobs & Karriere, Ernährung und Corporate und greift Themen auf, die wir auf der Website nur anreissen können. Für Ärzte ist es interessant, sich mit  medizinischen Themen als Spezialisten zu positionieren. Jobsuchende können Interviews mit Mitarbeitenden lesen und werdende Eltern finden Geschichten und Tipps unserer „Mamis“ oder „Papis“. Anmerkung: er sagt wirklich das Blog und ich bleibe beim der.

 

Xing nutzt das HR für e-Recruitment und sie streuen Inhalte rund um das Thema „Arbeit & Weiterbildung“ bei uns. Auf YouTube finden Patienten oder medizinisch Interessierte Personen mittlerweile über 200 Videos – hier publizieren wir wöchentlich die aktuellsten CheckUp Sendungen, welch sich übrigens einer enormen Beliebtheit erfreuen.

Man kann uns natürlich auch über sämtliche Kanäle kontaktieren, wir geben die Anfragen, Feedbacks oder was es auch ist,  umgehend an die betroffenen Abteilungen weiter und binnen nützlicher Frist (von 4h bis 48h) werden sie beantwortet. Aber das sehen wir quasi als „selbstverständlich“ an.

Welche Tools nutzt du im Alltag?

Unsere Social Media Agentur ist Blogwerk und deshalb nutze ich das Social Media Kit dort publiziere ich und manage die Community (wie man so schön sagt). Ergänzend nutze ich zum Social Media Monitoring Argusavenue, ein Tool welches unsere Bedürfnisse wirklich ideal abdeckt.

Wieviele Leute arbeiten für Social Media (auch nebenbei)?

Also ich bin Projektleiter Social Media und setze seit anfangs Juni rund 90% meiner Zeit für Social Media ein – dazu kommen bislang eigentlich „nur“ 20 Stellenprozent aus unserer HR-Abteilung. Nebenbei arbeiten für das Projekt aber noch einige „Neo-Blogger“ und nicht zu vergessen ein Hebammen-Team mit sechs Leuten und Gynäkologen. Social Media bedeutet vor allem auch für unsere lokalen Marketing-Teams in den 14 Kliniken, dass sie neue und zum Teil für sie noch fremde Plattformen wie Twitter mitberücksichtigen dürfen. Das ist nicht ganz einfach, aber ich finde, dass meine Kollegen schon recht gut sensibilisiert sind und vor allem sehr schnell lernen.

Wie motivierst du die Leute? Sie haben sicher alle „keine Zeit“

Ach, das war bei uns gar nicht so schwierig – wir zwingen niemanden, sich zu beteiligen, aber wir erstellen Hilfsmittel für alle Mitarbeitenden und sensibilisieren sie so, sich zumindest mal über das Thema und Projekt zu informieren. Dazu gehört der Social Media Leitfaden, und pro Kanal Merkblätter, welche bei den ersten Schritten helfen.

Zudem bieten wir Schulungen (individuell oder im Team) an und ich thematisiere Social Media immer wieder in Mitarbeiterzeitschriften, an Anlässen, bei Sitzungen – ich „nerve“ die Leute wirklich unendlich gerne mit dem Thema und bin da hartnäckig bis penetrant.

Das machst du sicher sehr sympathisch. Was sind die 3 wichtigsten Ziele, warum ihr Social Media einsetzt. Könnt ihr schon sehen, dass ihr eins davon erreicht (habt)?

Wir wollen näher beim Kunden/Patienten sein, wissen was er über Hirslanden denkt, hören was er über uns und unsere Dienstleistungen erzählt und wie wir ihn bei seinen Anliegen, Problemen oder Fragen bestmöglich unterstützen können. Wir versorgen ihn mit medizinischen Informationen und beantworten seine Fragen auf der Plattform, auf der er „zuhause“ ist.

Jobsuchenden wollen wir Hirslanden greifbar machen, uns als attraktiven Arbeitgeber präsentieren und schlussendlich neue Mitarbeitende rekrutieren. Es geht eigentlich überall darum, den Leuten die gesuchte Information zur rechten Zeit in der richtigen Form zugänglich zu machen – momentan ist das noch etwas einfacher gesagt als getan.

Nach sechs Monaten kann ich über die Zielerreichung noch nicht allzu viel sagen – wir sind zahlenmässig sicher auf gutem Weg, noch wichtiger ist aber, dass die Patienten, Mitarbeitenden, Mitbewerber und die Branche allgemein unsere Aktivitäten sehr positiv aufnehmen. Nun liegt es an uns, den Gesundheitsdialog ins Rollen zu bringen.

Auf der Website von Hirslanden findet man übrigens aktuelle Infos zum Projekt – sind generell sehr offen und transparent und stellen sogar Dokumente zum Download zur Verfügung.

Hast du noch etwas spannendes zu erzählen?

Nein. War das nicht spannend genug? Also gut, einen hab‘ ich noch: Willst Du wissen, was mir als allererstes, ein paar Tage nach dem Launch von Facebook passiert ist?

Ich erhielt am Samstagabend um 19:40h die allererste FB-Message von einem Patienten und war so kribbelig, dass ich ihm gleich geantwortet habe. Daraus hat sich ein kurzer und intensiver Dialog entwickelt und schlussendlich hat er mir bei seiner Entlassung aus der Klinik Im Park dieses tolle Video zur Verfügung gestellt. Cool, nicht? Für mich war das wirklich ein toller und gelungener Start und eine zusätzliche Motivationsspritze – und es zeigte mir, dass wir nicht so falsch liegen, das Thema Social Media ernst zu nehmen und aktiv anzugehen.

Das ist richtig cool. Herzlichen Dank, lieber Stefan und weiterhin viel Freude beim Kommunizieren und selber bloggen (?)

Bier-Community will keinen Fussball-Content

Als Frau aus Deutschland bin ich natürlich überrascht, wenn ein Student in seiner Bachelorarbeit herausfindet, dass es mehrheitlich männliche Bier Fans gibt (nicht so in meiner Heimat, denke ich). Aber Dirk Frischknecht (Twitter) fand in seiner Arbeit noch viel Spannenderes heraus, was für Content-Strategien wertvoll sein kann. Er hat 15 Schweizer Biermarken auf Facebook untersucht und eine Community einer einzelnen Marke konkret befragt.

Die untersuchten Biermarken

Als ich seine kühnen Hypothesen las, habe ich geahnt und auch ein bisschen gehofft, dass die mancherorts übliche Facebook-Kultur „die Community bespassen“ aufs Korn genommen wird. Und eins kann ich euch schon verraten, Bier-Fans (die Befragten) wollen lieber kulinarische Inhalte und keinen  Fussball-Content. Oha, dabei findet überdurchschnittlich viel Fussball bei den meisten Facebookseiten von Biermarken statt.

Hier ein Auszug seiner ursprünglichen Behauptungen, die er untersucht hat:

  • Themen: Die Interaktion bei Produktthemen ist höher als bei Freizeit-, Kultur oder Werbethemen
  • Tonalität: Mehrere verschiedene Absender (Personen) ergeben wechselhaftere Tonalität
  • Interaktion: Direkte und persönliche Zielgruppenansprache mit Aufforderung ergibt weniger Interaktion als indirekte Ansprache (Alle Thesen und auch die Methoden könnt ihr direkt bei ihm erfragen)

Da musste ich ihn gleichmal nach den für mich überraschenden Ergebnissen befragen. Schaut mal, was Dirk berichtet.

Themen

Es stellte sich heraus, dass die Leute an kulinarischen Themen mehr interessiert sind, als an „Klischee-Themen“ wie Fussball. Und Inhalte zu Produkt und Unternehmen lösen sogar mehr interaktivität aus. Sind also gewünscht. „Es darf also auch um fokussierten Inhalt gehen statt Bespassung.“ Dies ist meine eigene Interprätation, die mich auf mehr wertvollen Content hoffen lässt.

Aufforderung und Interaktivität

Dirk stellte fest: Wenn die Community direkt angesprochen und aufgefordert wird, etwas zu tun, ist die Interaktion tatsächlich kleiner als bei indirekter Ansprache.

Tonalität

gewünschte Tonalitäten einer Bier CommunityDirk ging davon aus, dass mehrere Absender (auch ausserhalb der Marketingabteilung) ein zu unruhiges Bild der Tonalität bringen. Er fand heraus, dass es andersrum ist. Die Marketingabteilung nutzte verschiedene (zu viele?) Tonalitäten (Interprätation: sie hatten evlt. die Ziele stets im Hinterkopf). Mitarbeiter ausserhalb der Marketingabteilung schrieben dagegen in weniger Tonalitäten (gleichbleibender und deshalb eher wie eine Person)

Übrigens wünschten sich die Fans am meisten die kollegiale und höfliche Tonalität. Auch diese Erkenntnis bietet gutes Potenzial für eine abgeleitete Content-Strategie. Es gibt natürlich noch viel mehr, aber lassen wir uns mal überraschen, welche Kampagne wir aus der Feder von Dirk in Kürze sehen.

Ich kann der Churer Agentur Markenkern bzw. Skipp nur gratulieren zu ihrem neuen Kollegen und bedauere ein wenig, ihn und alle anderen Studenten vom MMP10 nicht mehr regelmässig zu sehen. Viel Erfolg euch frischgebrauten Bachelor of Science FHO in Media Engineering, auf dass ihr den Online Markt mit eurem Können bereichert.

Immer diese Diskussionen – besser mit Twitter Pin

Neulich fand ich mich bei einem Fest an einem Tisch wieder mit vier Generationen. Ich gehörte zur zweit jüngsten und alle ausser den beiden Teenagern verteufelten Social Media. Also sie meinten damit immer Facebook (der Klassiker). Jedenfalls war es erstaunlich, vom „Wissen“ der Älteren zu hören und stellte Folgendes fest:

Jeder weiss inzwischen was Facebook ist. Vorallem Nichtnutzer bringen hartnäckige Gegenargumente wie Datenmissbrauch, Bewerbungen die platzen, wegen Partybildern und das allzeit beliebte „Brauch ich nicht“. Teils klingen die Argumente RTL2-tauglich und ich übe mich in yogischer Gelassenheit. Staunte selbst, dass ich es schaffte nicht mit dem Zeigefinger zu argumentieren.

Vor zwei Tagen war ich dann bei Judith’s Video Kurs (den ich übrigens nur empfehlen kann – erste Versuche folgen in Kürze) und fragte eine mir sehr sympathische Kursteilnehmerin, wo wir in Kontakt bleiben können? Auf E-Mail, Post oder Telefon kam ich dabei nicht, obwohl wir Visitenkarten tauschten. Soll ich sie einfach regelmässig anrufen und ihr alles erzählen, was ich so erlebe? Muss ich zum Glück nicht, sie hat ja einen Facebook Account.
Ich für meinen Teil brauche diese Plattformen, natürlich jede anders. Es ist eine neue Dimension vom Austausch, mit dem man das freundschaftliche Kaffee-Date nicht etwa ersetzt.

haben will

haben will

Aber ich bin auch müde, Nichtwillige zu überzeugen. Entweder jemand möchte online kommunizieren oder eben nicht. Ist doch ok. Nun möchte ich aber dennoch in solchen Runden Farbe bekennen und könnte zum Beispiel einfach einen Twitter Pin tragen. Ein FB Pin wär nicht so authentisch, denn unterm Strich ist Twitter seit fast 5 Jahren meine Lieblingsplattform. Also lieber Leumund. Bitte, hab ein Herz für die, die unter Social Media mehr als Facebook verstehen, nicht diskutieren wollen, aber ein Statement abgeben. Ich möchte so einen Pin. Genau den.

 

PS: Der Jüngste (14) am Tisch holte übrigens sein iPad raus und fragte mich, ob man sein FB Profil eigentlich auch löschen könne. What?

 

mal über Facebook reden

Wer genau hinhört, wenn ich leidenschaftlich über Online und Kommunikation oder beides in Kombination spreche, bemerkt vielleicht mein leicht gespaltenes Verhältnis zu Facebook. Ich mag es und bin dennoch nicht verfallen. Ja ich stehe dazu, ich muss nicht immer alles toll finden, nur weil Social Media drauf steht. Ich habe mir auch vorbehalten Foursquare auszulassen, weil ich den Wert (übrigens bis heute) nicht erkenne. Bei Facebook entschied ich mich bewusst, als Unternehmerin keine Page zu haben, weil mein Kommunikationszentrum der Blog ist, dessen Inhalte sowieso auch auf andere Plattformen wie Twitter und Facebook schwappen.

Inzwischen finden sich auch meine Freunde (die definitiv keine Digital Native Jahrgänge sind) auf Facebook ein und ich habe auch offline immer häufiger Diskussionen rund um die Plattform. Weiter lesen

Verdient der Chef die Freundschaft, kommt drauf an

Letztens durfte ich mal drüben auf dem Facebook-Blog bei Thomas bloggen und hab (wohl) ein Thema gewählt, das nicht nur mich beschäftigt. Ob nun der Chef die digitale Freundschaft in Facebook verdient oder nicht, weiss jeder selbst am besten. Wie ich das handhabe, hab ich im Post ‚Verdient der Chef die digitale Freundschaft‚ geschrieben und die Kommentare dazu sind recht aufschlussreich, gute Ideen und Tipps und vorallem, dass es eben kein „richtig“ oder „falsch“ gibt und schon gar nicht „man tut es so oder so“. Gefällt mir. Es kommt eben drauf an, wie man sonst agiert, was man Online von sich preis gibt und wahrscheinlich auch auf den Chef 😉

Ralph Meier zum Beispiel sagt: „… egal auf welcher Plattform ich bin, nur Dinge von mir zu geben, mit welchen ich in der Öffentlichkeit leben kann. 100% Schutz gibt es nicht, also wähle ich meine Inhalte sorgfältig aus.“ Er hat seine Gedanken dazu auch schon verbloggt.

PS: Thomas‘ Blog ist übrigens bei t3n für den Blog des Jahres nominiert. Wer noch abstimmen möchte. Hier