App Tipps für den Alltag

Ach du schande. Hätte ich gewusst, dass ich soviele Tipps auf meine Frage bekomme, hätte ich strukturierter gefragt. Dann hätte ich täglich einen Post machen können mit App Tipps für die Reise, fürs Büro, für Bilder für den privaten Alltag.

Die Frage: Wenn du nur eine App empfehlen könntest (die nicht eh jeder kennt und dir den Alltag erleichtert) welche würdest du?

Aber nein, ich hab mal wieder das Wissen und die Teilfreudigkeit von euch unterschätzt. Eigentlich hatte ich für einen Kurs gefragt, aber nun wäre es eine Schande, eure Tipps hier nicht zu teilen. Unglaublich. Ich bin bereits seit 1.5 Stunden dran, die Tipps aufzulisten und einfach nutzbar zu machen.

Screenshot mapswith.me

offline Karten auf dem Handy

Das sind alles Vorschläge, die spontan via Twitter und Facebook kamen. Riesengrosses Dankeschön euch allen. Hab den Tipp-Geber immer dabei stehen. (Links sind im Storify unten) Ich hab nicht nach Web- oder mobile App unterschieden, aber lieber nach Kategorien. Also falls ich nur den Link zu Android-App oder zur Website angehängt habe, fischt euch gerne das entsprechend richtige raus. Martin Rechsteiner stellt auf seiner Seite regelmässig Apps vor und ich werde ihm hier sicher nicht zur Konkurrenz werden. Meine Neuentdeckung heute sind übrigens mapswith.me (in letzter Zeit nervte maps.google ein bisschen besonders auf dem Land) Contactually (CRM) und audible (Hörbücher). Hier ist also Teil 1 von euren App Tipps:

 

 

Reisen

Karten offline
Schnelle und detaillierte Offline Karten weltweit für iOS, Android und BlackBerry. Kostet ca 5 CHF um die App sinnvoll zu nutzen. Achtung, keine Navi-Funktion.
Sven Niedner
http://mapswith.me/download?get

Übersetzung und Wörterbuch
Der Übersetzungsdienst dict.cc zum schnell mal ein Wort nachschlagen
Nadine Hudson
dict.cc android app

Hörbücher
Für lange Zugfahrten und Auto.
Mylene Nicole Alt
audible

Drunk App
Alkoholkonsum prüfen und kalkulieren eines möglichen Tests im Blug
Jonas Kamper
drunk-app.com

Schweizer Wetter
genauestes Wetter, weil alle Daten ausgewertet werden. Plus: beim Regen wird genau gesagt wo und wann, statt 20% die mir nicht viel aussagen. PS: neues Design kommt in ein paar Tagen.
Tom Brühwiler
search.ch

Kommunikation

Chat
Chat mit Kontakten über verschiedene Plattformen hinweg
Peter Addor
wechat

private SMS
sehr persönlich, nur mit einer Person (auch Bild und Video)
Mario Ritschard
Avocado (iphone)

Schneller tippen
Man schweift nur noch über die Tastatur, anhand des Musters werden die Wörter erkannt und zum lernenden System dazugespeichert. Brutal überzeugend!
Walter Schärer
swiftkey

 

Fotografie

Knipsen und bearbeiten
Fotografieren mit Android und iphone Mit an Touch angepasstem Userinterface und für Whiteboard-Shots geegnet ebenso für Portraits und Landschaftsaufnahmen. Schneller als später Bilder bearbeiten
Marco Tedaldi
Patrick Seemann
übrigens auch mein Favorit seit ein paar Wochen
Snapseed

Web Nutzung

Extra Browser
mobiler Browser, einfacher geht Evernote-Export von unterwegs nicht. Persönliches browsen mit individuellen Einstellungen. Bedienbar mit Stimme und eigenen Gesten, Teilfunktionen.
Patrick Seemann
Dolphin

Wiederfinden

Bookmarking
sehr praktische Bookmark- und Leseapp
Thomas Elmiger
Fabian Müller
getpocket

„besseres Evernote“ (hier von Microsoft) sagt
Caspar Lösche
onenote

Office, Marketing und Team

Zeiterfassung
Timetracking, gratis Tool für Zeiterfassung
Fabian Müller
primarERP

Zeiterfassung Auswertung und Budgetkontrolle, auch mobile, Kundenzugang, Schnittstelle für Rechnungsstellungstool, gibt auch xls aus für Rechnung, kostet 5 Euro im Monat
Su Franke
mite

To do’s
Online To do Liste, Planen und umsetzen. Für die Reise ebenso wie im Büro, oder Einkaufsliste mit dem Schatz teilen.
Erika Kessler
Andreas Amstutz
Wunderliste

Einkaufsliste
Katja Jent
Alexander Sautter
bring

Termine
fürs Büro und Familie verwalten und teilen
Ellen Tedaldi
e-CAL

CRM
zu deutsch Beziehungen organisieren und auswerten. Aktionen, Erinnerungsfunktion, Infos über wichtigste Kontakte
Andreas von Gunten
contactually

Finanzen

Budge
täglich Budget überwachen und auswerten.
Christsna Zuger
toshl

Schweizer App zum intelligent Geld verwalten
auch mit Teams
iou
Tinet Gaudenz

Spielereien

Und für die Ferien und mir selbst nicht ganz unsympathisch, weil ich am Rhein wohne. Probier

bachapp
Für alle die gerne in Basel im Rhein schwimmen (dr. Bach ab) Mit Temperaturen (glaubt mir, das braucht man bei diesem Fluss) Karte mit Restaurants rundrum und Galerie
Martin Pütter
bachapp.ch

Spiel
kniffliges Puzzle-Spiel mit Hindernissen (iphone)
Martin Rechsteiner
Pleez Der Programmierer, Hansjörg Wuethrich hat ein paar Codes gegeben. Wer zu erst kommt…. spielt zu erst.

und hier ist noch das Storify mit den Tweets (Facebook Kommentare folgen in Teil 2)

 

 

 

Kinder, Kinder, wie sollt ihr Social Media lernen?

Update: 01.09.2019 Facebook gibt Leitfaden für Lehrpersonen heraus. Download hier.

Update 17.10.2019 : ZHAW hat den Guide aktualisiert und er basiert auf Forschungsergebnissen. ZHAW Medienkompetenz pdf hier.

Über Jugendliche, Kinder und Social Media mach ich mir regelmässig Gedanken. Inzwischen wird an vielen Schulen über Mobbing im Web gesprochen und auch die Privatsphäre Einstellungen sind bekannt. Aber werden die Medien auch wirklich schon eingesetzt im Unterricht, als sei es das normalste von der Welt?

Warum ich das gerade heute aufgreife? Ich bekam eine Anfrage von einem 11jährigen. Im Unterricht behandeln sie das Thema „Medien“. Elias und seine Gruppe haben sich fünf Fragen zum Thema „Social-Media“ ausgedacht, die ich recht fortgeschritten finde und mit eurer Hilfe beantworten möchte.

  1. Ist Twitter und Facebook für Kinder unter 10 Jahren geeignet?
  2. Welche Gefahren hat Facebook und Twitter?
  3. Welchen Sinn macht Twitter und Facebook?
  4. Welche positiven Seiten hat Twitter und Facebook?
  5. Wie wehrt man sich gegen Cyber Mobbing?
Sinnbild: Kind allein am Wasser. So stehen manche Kinder auch im Web alleine da.

Sinnbild: Kind allein am Wasser. So stehen manche Kinder auch im Web alleine da.

Nun ist das aber nicht mein Kerngebiet. Ich verweise gerne auf Philippe Wampfler. Philippe beschäftigt sich intensiv mit Social Media und Schule. Er hat mehrere Bücher geschrieben, u.a. Routenplaner Digitale Bildung. Vor einiger Zeit stellte ich ihm ein paar Fragen, die heute endlich ihren würdigen Rahmen finden. Mir ist bewusst, dass ich hier unter dem Begriff „junge Menschen“ denke. Deshalb mische ich Schule und Hochschule. Verzeiht mir das.

Philippe, Was ist deine Kernbotschaft?

Meine Kernbotschaften sind immer dieseleben: Mit Jugendlichen sprechen, ihnen zuhören und sie begleiten. Echtes Interesse an ihren Gedanken und ihrer Mediennutzung zeigen, ihnen helfen, mit ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten umzugehen, sie auch ermuntern, auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln – sie damit aber nie alleine lassen.

Haben Lehrer wirklich die Kompetenz, Social Media zu vermitteln, wenn sie dazu „verdonnert“ werden ?

Kompetenz ergibt sich aus der Kombination von Informationen mit Erfahrung. Lehrpersonen sind nicht generell inkompetent im Umgang mit sozialen Netzwerken, aber auch nicht generell kompetent. Ich erlebe eine grosse Heterogenität: Auf einer Seite viel Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, auch viel Wissen und Austausch – auf der anderen Seite ein starkes Klammern an die Schule, wie sie früher schon gewesen ist.

Werden da tatsächlich auch Online Kommunikation, Auffindbarkeit und Verlinkung durch Plattformen und Content unterrichtet?

Auch hier werden viele Aspekte unterrichtet, die sinnvoll sind – aber das hängt stark von den Lehrpersonen ab und ist in zu grossem Masse in der Schweiz zufällig, meiner Meinung nach.

Welchen Stellenwert hat im Unterricht die Sozialkompetenz?

Ich kann nicht generell sagen, wie wichtig Sozialkompetenz ist, aber meiner Einschätzung nach ist das einer der wichtigsten Werte an Schweizer Schulen. Das soziale Miteinander kommt oft vor allem anderen – und das halte ich für richtig. Im Umgang mit Medien wird dieser Aspekt aber oft etwas vernachlässigt, weil man Medien oft als einen Einfluss wahrnimmt, der völlig unabhängig von sozialen Kontexten funktioniert. Und das ist falsch.

Welche Tipps hast du für Eltern, die selbst nicht online kommunizieren wollen?

Diese Eltern sollten sich regelmäßig mit Menschen austauschen, die Online-Kommunikation pflegen und ihr eigenes Verhalten Kindern nicht aufzwingen, sondern ihnen ermöglichen, eigene Erfahrungen zu sammeln – die aber mit ihnen auch kritisch zu besprechen.

In Bachelorstudiengängen unterrichten inzwischen viele Dozierende neben ihren Themen auch einzelne Aspekte von Social Media. Am Ende denken manche junge Leute, sie hätten schon alles gesehen. Was sagst du dazu?

Ich denke, an Hochschulen wird Social Media als theoretisches Phänomen unterrichtet. Unterrichteten sollte wohl klar sein, dass sie Einsichten mit praktischer Erfahrung vervollständigen müssen.

Anmerkung von Su: Das fällt mir seit 2013 verstärkt auf, den sogenannten digital Natives wurde lange eingeredet „sie können das“, dabei fehlen die eigentlichen Grundlagen und manchmal der Wille für professionellen Einsatz und Experimentierfreude.

Welchen Einsatz finden Social Media Instrumente im Unterricht in deiner Schule?

An Schulen ist der Einsatz sehr unterschiedlich. Es gibt wenige Lehrpersonen, die den Unterricht durch Tools wie Twitter oder Blogs ergänzen und erweitern, andere nutzen einfache Kanäle wie WhatsApp oder FB auch zur Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern. Es gibt viel Potenzial für kreative Lösungen.

Anmerkung Su: Ich wünsche mir, dass Technologien, die auf Social-Mechanismen basieren, mehr eingesetzt werden. Wikis, Austauschplattformen, wo Schüler, Studierende und Dozierende gleichermassen beitragen. In einem Interview hab ich von dir zum erstenmal von MOOCs gehört. Dabei geht es vorallem nicht um die autoritäre Vermittlung von Inhalten, sondern darum, dass die Lernenden als Community beitragen. Neben Moodle, das ich oft als Dokumenten-Management-System erlebe, haben Dialogplattformen in der Lehre grosses Potenzial. So könnten alle Beteiligten  E-Collaboration erleben und Chancen und Gefahren von Online Netzwerken verinnerlichen. Blogs sind hier nur ein kleiner Teil, aber ich finde die Erfahrungen der Studierenden von Hans-Dieter Zimmermann lesenswert. Wie die FHS in einem Lab Prozesse modellierte ist ebenfalls einen lehrreichen Blick wert. Chat war eins der beliebtesten Tools. Warum wohl in Firmen und Schulen immer noch so viel gemailt wird?

Wem empfiehlst du dein Buch?

Mein erstes Buch richtet sich vor allem an Lehrpersonen, ist aber auch für Eltern von schulpflichtigen Kindern interessant.

Was hältst du von Kinderbildern, die bereits zur Geburt von Eltern geteilt und mit Namen vertagt werden?

Kinder haben meiner Meinung nach das Recht, ihre Internet-Präsenz selbst zu bestimmen. Das Bedürfnis von Eltern, ihren Nachwuchs zu präsentieren, halte ich für weniger wichtig als die Rechte betroffener Kinder. Gegen wenige, gut ausgewählte Portraits von Kindern gibt es aber wenig einzuwenden. – Dankeschön, Philipp.

Tipps zum Vertiefen

Aber nochmals zu Elias‘ wichtigen Fragen. Wie sollen Kinder Social Media lernen? Ältere befragen ist schonmal ein guter Anfang. Was würdet ihr ihm antworten?