Vortrag: Plattformen Beyond Facebook und deren Nutzung

Thomas Mauch spricht heute an der Social Media Konferenz Schweiz über ein, wie ich finde, spannendes Thema. Ihr kennt das, in Firmen sagt man die Worte Social Media und alle antworten mit Facebook. Wenn ich Content Strategien mit meinen Kunden entwickle lege ich auch gerne die Funktionalitäten (in chic: Features genannt) der Plattformen zugrunde. Klar kann Facebook fast alles auch gebündelt. Aber: Facebook, Linkedin und auch g+ sind Plattformen, die auf Netzwerken basieren. Viele andere Plattformen wie Instagram, Pinterest, Youtube sind Contentbasierte Plattformen und entsprechend liefern sie auch Vorteile mit, die die Netzwerk-Plattformen nicht so gut können.

Ich hab also Thomas ein paar Fragen zu seinem Vortrag gestellt und er war sogar so nett, mir sogar sein Handout zu geben Da diese an der SoMeKonferenz leider nicht an einem einzigen Ort zur Verfügung stehen, möchte ich sie euch gerne hier ebenfalls teilen. (pdf 10 MB) Nachtrag: Thomas hat das Handout auf Slideshare geteilt. (siehe unten)

Thomas startet mit ein paar Zahlen, die für sich sprechen

 

Wachstum von Apps und Plattformen

Wachstum von Apps und Plattformen

Danach kommt er schnell zum Punkt und geht ein auf

Hier geht es Thomas vorallem um Influencer (Beeinflusser) und eine echte Beziehung zu ihnen.

  • Pinterest
  • Snapchat
  • Whatsapp

Hier empfiehlt Thomas das Augenmerk auf Content und Content Distribution zu legen.

  • Yo (Bemerkung von Su: auf den Use Case bin ich gespannt)
  • Meercat (stream live Video mit Twitter)

Thomas nimmt noch ein paar Trends auf, wie promoted Pins (Pinterest) big Date und Payment in Apps. Hier ist das Interview mit ihm:

Welche Plattform wird am meisten unterschätzt (kann man das so sagen?)

In vielen Unternehmen sind das tatsächlich noch die „etwas langweiligen“ Business Networks wie Xing und LinkedIn. Viele Unternehmen verpassen es, dort eine unternehmensweite Strategie umzusetzen. Was insofern schwierig ist, als es „jeden“ Mitarbeitenden dafür braucht – das lässt sich nicht zentral aus der Kommunikationsabteilung steuern.

Manche Firmen haben sich immer noch nicht mit dem Budget für die Online Kommunikation angefreundet (das Vorurteil von gratis Reichweite) Was rätst du ihnen?

Ich gehe heute von einer Verteilung 50:50 aus: Was man in Content-Produktion investiert, sollte man für die Distribution / Promotion der Inhalte budgetieren.

Thomas Mauch, TinklaWelche Grössenordnung nimmt in einem typischen Projekt bei Tinkla die Content Produktion ein?

Ganz grob geschätzt würde ich sagen: 20% Strategie, 40% Content-Produktion, 40% Distribution / Promotion. Bemerkung von Su: Spannend bei mir ist es etwa 40% Strategie, 20% Ausbildung, 20% Content Produktion und 20% Distribution.

 

 

Nach welchen Kriterien wählt ihr gemeinsam mit euren Kunden die Plattformen aus? Hast du ein Beispiel?

Grob gesagt sind es drei Fragen:

  • Ist meine Zielgruppe dort?
  • Erwartet meine Zielgruppe meine Inhalte / Themen dort?
  • Unterstützen die Interaktionsmöglichkeiten (Conversion) der Plattform meine Marketing-/Kommunikationsziele?

Was ich damit meine: Vielleicht sind die Leute meiner Zielgruppe auf Facebook, aber sie erwarten bzw. möchten dort meine Inhalte nicht lesen – dann ist es die falsche Plattform. Und je besser eine Plattform die Conversion unterstützt (Twitter Cards, als Beispiel), desto besser für mich.

Hast du einen special Tipp von dir persönlich?

Beziehungen zu Influencern im Netz aufbauen. Vielleicht wird das wichtiger als die grosse Masse meiner Kunden zu erreichen.

Danke Thomas, für deine Zeit, mir ist klar, das ein neues Unternehmen zu etablieren, wie ihr es mit Tinkla gerade tut viel Aufwand bedeutet. Umso mehr. Danke und viel Erfolg.

Thomas hat das Handout jetzt auf Slideshare geteilt.

 

Zur gesamten Social Media Konferenz Schweiz, haben übrigens Schwede und Schwede den Social Hub produziert. Sehr cool. Da müsst ihr mal reinkucken, was alles so publiziert und kommentiert wurde.

https://smm15.cooa.la/brands/2195/33/

Social Media Konferenz – Studie: Führungskräfte und ihre Einstellungen zu Social Media

Ich beschäftige mich gerne mit dem menschlichen Geist, dem Intellekt, Bewusstsein und auch Unbewusstsein. Keine Sorge ich hab mich nicht im Blog geirrt 😉 Doch Christoph Truchet und Salomé Wagner haben untersucht, wie unbewusste Emotionalität (innere Einstellung) von Führungskräften den Umgang mit Social Media bestimmt. Da musste unbedingt auf die Spur und hab den beiden ein paar Fragen gestellt, bevor sie ihre Ergebnisse heute (10.00) an der Social Media Konferenz 2014 in Zürich präentieren.

Christoph und Salomé, innere Einstellung bei Führungskräften? Was habt ihr genau in eurer Studie untersucht und herausgefunden?

Wir haben ausschliesslich (500) Führungskräfte in der Schweiz befragt. Warum? Weil wir bei ihnen ein „Unwohlsein“ wahrnahmen und eine eher ablehnende Haltung gegenüber Social Media.
Wir hatten den Eindruck, dass dieses Unwohlsein tiefer geht und emotional geprägt ist. Führungskräfte können sich dies nur schwer eingestehen oder sind sich dessen gar nicht bewusst. Durch die in der Studie verwendeten Forschungs-Methoden konnten wir diese Emotionen und Haltungen messen und vergleichen. Tatsächlich haben die Resultate gezeigt, dass es Unterschiede zwischen der bewussten Einstellung und den unbewussten Emotionen gibt. Wir nennen dies den Social Media Emotional Gap. Dieser bestimmt, wie die Person mit Social Media umgeht und auch im entsprechenden Unternehmen umgegangen wird.

Die Barrieren, die den Weg in Social Media erschweren, beinhalten also neben harten vor allem weiche Faktoren. Was bedeutete das für Beratungsunternehmen? Müssen sie nun auf der emotionalen Ebene überzeugen?

Wir haben aus den Studienresultaten sogenannte Social Media Nutzertypen entwickelt. Diese Nutzertypen beschränken sich wiederum auf Führungskräfte. Jeder dieser Nutzertypen hat seine eigenen Einstellungen, Barrieren und Emotionen. Aus unserer Sicht ist es deshalb wichtig, dass Berater in einer ersten Phase vor allem zu verstehen versuchen, was für einem Nutzertypen sie gegenüber sitzen. So gesehen, ja, Berater sollten auch die emotionale Ebene verstehen und klären.

Studien erklären regelmässig, dass Facebook an Bedeutung verliert. Manch einer interpretiert, dass er nun nicht mehr in Social Media investieren muss. Da scheint es mir um harte Facts zu gehen, statt Emotionalität?

Social Media bedeutet ja viel mehr als Facebook. Social Media bedeutet ein Paradigmenwechsel auf ganz vielen verschiedenen Ebenen. Die angesprochene Einstellung passt sehr gut zu gewissen Nutzertypen, die generell eine negative Emotionalität gegenüber Social Media haben. Natürlich wissen wir, dass auch bei Social Media harte Fakten gefragt sind. Aber wirft man alle Telefone weg, nur weil eine Studie sagt, dass immer mehr Leute lieber chatten als telefonieren? Dazu kommt, und daran sind unter anderem die Berater schuld, dass viele Führungspersonen Social Media als reines Kommunikationsinstrument sehen, welches die restlichen Instrumente ergänzt. Eine Kundenzeitschrift kann man einstellen, Social Media nicht. Egal ob das nun Facebook ist oder was anderes.

Das Social Media Prozess Modell, welches aus den Erkenntnissen der Studie entwickelt wurde.
Was habt ihr da genau entwickelt?

Wir haben ein Prozessmodell entwickelt, welches die Führungskraft dabei unterstützen soll, seinen eigenen emotionalen Hürden bezüglich Social Media zu begegnen und diese zu überwinden. Es geht also darum, herauszufinden, was für ein Nutzertyp die Person ist, was ihre grössten Herausforderungen sind und wie sie schrittweise an diese Themen heran gehen kann. Unser Social Media Prozessmodell besteht aus diversen Elementen wie Nutzertypen, emotionale Hürden, Lösungsansätze etc.

Welches sind die sechs (6) Typen unter den Führungskräften?

  • Laie (diesen holt man in der Beratung über das Thema Sicherheit ab)
  • Bürokrat (diesen holt man über Chancen ab)
  • Amateur (diesen zeigt man bestenfalls den Nutzen auf)
  • Pragmatiker (diesem argumentiert man mit Ressourcen)
  • Kommunikator (ihm/ihr helfen vermutlich Potenziale)
  • Experte (er/sie ist mit Integration zu motivieren)

Führungspersonen und ihre innere Einstellung zu Social Media, die 6 Typen

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die Grafik zeigt die sechs verschiedenen Typen unter den Führungspersonen. Dem gegenüber steht jeweils das entsprechende Hauptargument, mit dem sie für Social Media motiviert bzw. abgeholt werden können.

Wie können Führungskräfte die benötigte Sicherheit in Social Media gewinnen?

Je nach Nutzertyp entsprechend sollte sich die Person fragen, wo sie emotionale Barrieren im Umgang mit neuen Medien hat. Und zwar nicht nur bezüglich Facebook, sondern bezüglich der generellen Digitalisierung der Gesellschaft. Es kann gut sein, dass der Nutzertyp „Laie“ zuerst mal einen Einstiegskurs zu einer Plattform oder zum Thema Social Media besucht, um der Materie näher zu kommen. Der Pragmatiker zum Beispiel braucht keine Kurse. Bei ihm ist es wichtiger, dass er sein vorhandenes Verständnis ins gesamte Unternehmen mit einbringt und sich am gesamten internen digitalen Entwicklungsprozess beteiligt, anstatt sich in seinem Bereich abzuschotten.

Warum basiert euer Modell auf der Überzeugung der Führungskräfte?
Lässt es sich auch später für Mitarbeiter einsetzen?

Wir haben uns mit denjenigen Personen auseinandergesetzt, die schlussendlich die Entscheidungen fällen und mittragen müssen. Das Umfeld einer Führungskraft ist meistens komplexer als das Umfeld eines Mitarbeiters. Diese Komplexität wird durch die Digitalisierung und deren Geschwindigkeit vervielfacht. Aus unserer Sicht braucht es sowohl bei den Führungskräften wie auch bei den Beratern ein neues Bewusstsein bezüglich dieser Vorgänge und der entsprechenden Emotionen auf der Führungsebene. Wie kann man als Manager ein Thema in strategische Überlegungen miteinbeziehen ohne sich in diesem Thema wirklich sicher zu fühlen?
Wir entwickeln unsere Modelle dahin weiter, dass mit Hilfe der Nutzertypen z.B. auch die geeigneten Mitarbeiter für die interne Betreuung von Social Media ermittelt werden können. Und natürlich gibt es, vor allem in der Generation der Digital Immigrants, noch viele Mitarbeiter mit eher negativen Emotionen gegenüber Social Media.

Ich habe die Christophe und Salomé auch im Hangout zu ihrer Stude befragt. Kuckt mal rein.

 

Blogs in der Unternehmenskommunikation

Es geht um Corporate Blogs, schon klar und gelungene Beispiele wie Daimler und Namics (zu deren Vergleich ich letztes Jahr eine Diplomarbeit begleiten durfte) Aber wie sollten Unternehmen anfangen, was sind mögliche Inhalte, wer macht den Anfang und wie?

Vor zwei Tagen haben Gustavo von Kuble und ich uns den Fragen der Praxis gestellt und gemeinsam mit den Studenten der HTW das Thema bearbeitet.

Eins liegt mir besonders am Herzen, da ich beide Seiten leidenschaftlich vertrete. Der Umgang der Medienverantwortlichen mit Bloggern. An Praxisbeispielen haben wir Tipps erarbeitet und direkt losgelegt. SBB ist nicht nur wegen „Bahnhof im Internet“ und Patrick Comboeuf für mich ein Online Vorreiter in der Schweiz und es wäre schön, wenn dies sich auch in der Medienarbeit besser spiegelt. (s.Handout)

Entscheidet sich ein Unternehmen für das Abenteuer Blog und den damit verbundenen Rock ’n Roll, ist die neue Kommunikationskultur nicht weit. Bald folgt vermutlich der Twitter Account. Die Studenten haben sich über das tolle Handout von Sandro WürmliWas ist Twitter“ gefreut, dankeschön Sandro und haben gleich mal gestartet.

Später (ja das ist in der Praxis oft erst der zweite Schritt nach der externen Kommunikation) folgt in Unternehmen die interne Social Media Kommunikation. Dass haben wir an einem ganzen Unterrichtstag ausführlich besprochen.

Es gibt für den Studiengang Multimedia Production & Journalism nun einen internen Blog. Blog ’n Roll eben (Danke Tim Krischak für den starken Titel, und dass ich ihn mir ausleihen durfte link)