Update: PostFinance sammelt Stimmprofile. Wir sammeln 2825 Unterschriften dagegen

Update:

Die Petition läuft weiter: PostFinance Keine Stimmprofile ohne Einwilligung!

10/2019: PostFinance liess verlauten, dass ab 3000 Unterschriften intern nochmals diskutiert wird!

Bitte unterschreibe die Petition für faires Vorgehen bei biometrischen Daten.

Bei PostFinance werden Stimmprofile der Kunden angelegt ohne konkrete Zustimmung. Und zwar, wenn man den Support anruft. Dies geschieht bei PostFinance (und geschah auch bei Swisscom bis Mitte April) mit dem intransparentem Opt-Out Verfahren.

Wie alles begann
Petition an Swisscom, die schnell reagierte

An der Shift wurde darüber gesprochen und wir haben daraufhin viel Kommunikations- und Aufklärungsarbeit geleistet. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass biometrische Daten hochsensibel sind (mit 200’000 Merkmalen). Aktueller und künftiger Gesundheitszustand, soziale Interaktion und auch Lohn sind bspw. auszulesen. Ein Leben lang.

Swisscom hat (bis 30. April19) auf die vielen Tweets und Kommentare in Facebook und LinkedIn nicht oder mit Standartandworten reagiert. Deshalb starteten wir, Chris Bühler, Andreas Freimüller und ich (Su Franke) gestern (1. Mai 2019)  diese Petition. Keine 24 h nach dem Start haben wir über einzelne UnterstützerInnen erfahren, dass die Praxis eingestellt wurde. Was wir alle nicht (zumindest nicht offiziell) wussten. Das Thema hat also offenbar auch intern für einigen Wirbel gesorgt und es gibt Menschen, die sich für eine gute Lösung einsetzten. Danke Swisscom.

Wir freuen uns. Dankeschön.

Das ist nicht selbstverständlich für so ein grosses Unternehmen. Grosser Respekt für die EntscheiderInnen und UmsetzerInnen. Alle Achtung! Das nenn ich ein Change Management.

Mit der Antwortfunktion antwortet @swisscom_de heute auf Twitter erstmals und leider nur einzeln an Petitions-UnterstützerInnen. Nicht öffentlich sichtbar (je nach App). Diese tolle Entscheidung wurde nicht  proaktiv und vor allem öffentlich für alle Kunden kommuniziert. Auf der Website stehen noch immer Hinweise zum bisherigen Opt-out Verfahren. Wir bleiben dran!

Ich persönlich habe noch ein paar Gedanken zum Vorgehen und der Kommunikation bei Swisscom

Am 20.04. schrieb der Twitter Account von Swisscom_de, dass das Stimmprofil Vorteile bringe. Und nur 10 Tage später lese ich aus selber Quelle, dass die Stimmprofile bereits Mitte April gelöscht worden seien. 🤔

Die Petition läuft weiter (siehe oben im Update: PostFinance keine Stimmprofile ohne Einwilligung!

Swisscom: Keine Stimmprofile ohne Einwilligung!

Hier sind die erfreulichen Antworten an einzelne.

Rückblick: Twitter zeigt Wirkung

Das Referat der Swisscom am 28. Februar 2019 an der Shift brachte das Thema besonders in Twitter aufs Programm. Viele Nutzer empörten sich, weil intransparent vorgegangen wurde. Auch, weil die automatische Ansage beim Anruf begann mit „Dieser Anruf kann zu Schulungszwecken UND ….“ Der wohlbekannte Satz führte Anrufer in die Irre und viele waren sich nicht bewusst, dass sie hochsensible biometrische Daten freigeben, wenn sie nicht widersprechen.

Heute ist das Vergangenheit. Bravo.

Twitter ist ein 1 A-Plattform für solche Anliegen, wie sich zeigen sollte. Swisscom antwortete bis gestern nur mit Standard-Sätzen, ohne konkrete Stellung zu beziehen. Ich persönlich fühle mich ein bisschen vereiert statt ernstgenommen als Kunde. Übrigens mein Stimmprofil hat Swisscom nicht erfasst, weil ich einen Firmenvertrag habe. Dennoch lag und liegt mir das Thema am Herzen, weil Menschen sich der Brisanz noch nicht bewusst sind und auch nicht, dass ein Stimmprofil 200’000 Merkmale hat, mit dem ein Mensch lebenslang identifizierbar ist.

Die rechtlichen Aspekte wurden eingehalten. Uns geht es um Aufklärung und auch um Sensibilisierung, was alles möglich ist mit solchen Daten. Auch ein vertrauenswürdiges Vorgehen (opt-in) lag uns bei der Petition am Herzen. Hier ist ein interessanter Beitrag von Rechtsanwalt Martin Steiger dazu.

Medienberichte über die Stimmprofil-Sammlung bei Swisscom

Learnings für (Krisen-)kommunikation

Nun schlagen zwei Herzen in mir. Aus Kommunikationssicht könnte dieses Vorgehen von Swisscom eine schlaue Taktik sein. Still und leise einen Missstand abschaffen, der zu Kritik bei Kunden und in den Medien führte. Nicht darüber sprechen und hoffen, dass auch die Leute sich nicht mehr äussern, die sich für Transparenz einsetzten.

Aber aus Kundensicht ist es aber keine sehr gute Wahl. Denn diese und Interessierte in Twitter, Facebook und LinkedIn wurden nicht informiert über diese wichtige Entscheidung. Aber es geht um ihre persönlichen Daten.

Die unbewusst vermittelte Botschaft ist. „Was unsere Kunden über unsere Praktiken denken, ist uns egal. Ihre Daten auch.“ Auch den internen beteiligten Leuten gegenüber ist es wenig wertschätzend. Da haben sich manche sicher sehr engagiert und sensationell schnell gehandelt im Sinne der Kunden und letztendlich der Firma.

Im Jahr 2019 sind Transparenz und Aufrichtigkeit zwei der wichtigsten Werte in der Markenkommunikation. Vertrauen entsteht nur durch diese Eigenschaften und diese Chance wird hier verspielt. Schade, denn die Aktion ist toll. Keine Stimmprofile mehr von Swisscom Kunden. DANKE.

Twitter am Offline Event SEF 2015

Letzte Woche war zum 17. mal das legendäre SEF in Interlaken. Ich bin immer noch völlig begeistert von den zwei Tagen. Sie waren vorbei wie nix. Persönlichkeiten wie

  • BR Sommeruga
  • Sergio P. Ermotti
  • Überraschungsgast Chordokowski (durfte nicht aufgezeichnet werden)
  • Severin Schwan und
  • sogenannte Querdenker, die teils schlichte Lebensweisheiten verkündeten in einer gut gemachten Unterhaltung. Pofalla (Deutsche Bahn) war übrigens nicht da (natürlich wurde darüber gewitzelt, wegen der aktuellen Strikes)

Aber die Leute, die mich mit Ihrer Präsenz und Worten wirklich berührt haben, waren
Roy Bunker „Live simply, so others can simply live.“ mit Meagan Fallone, beide Barefoot College, und  Ratan Naval Tata | Chairman Tata Group. Meine Liebe zur indischen Kultur und Philosophie lässt sich nicht verleugnen. Was diese Menschen mit Bescheidenheit und Herzensbildung geschafft haben, ist einfach un-glaub-lich.

Hier noch der Link zum Interview mit Ratan Tata, der zur Krönung von Alt-BR Adolf Ogi den Live Time Award bekam. Ich verstehe nun, warum er in der Schweiz so verehrt wird btw.Hatte Gänsehaut und teils auch Tränchen (die ich natürlich souverän weggedrückt hab). Was mir aber echt aufgefallen ist. Nahezu in jedem Vortrag (auch dort wo nicht so erwartet) fielen die Worte:

  • Herz
  • Menschen
  • Vertrauen
  • Zusammenarbeit
  • Flexibilität

Dabei ging es eigentlich um Simplification. Diese angestrebte Vereinfachung einer Komplexität hab ich nicht direkt mitnehmen können. Aber vielleicht hab ich das ja schon durch meinen privaten Umzug vor ein paar Tagen geschafft. Weniger Dinge zu besitzen, fühlt sich sehr friedlich und einfach an.

Vielleicht sind es ja tatsächlich die menschlichen Werte,
die der Wirtschaft ebenso gut tun? frag ich mich…

In offizieller Twitter Mission

Na jedenfalls, war ich Dank Kusito im Einsatz für den offiziellen Twitter Account des SEF. Wir haben vor Ort Zitate geschnappt und live getwittert. Fragen entgegen genommen, die eigentlich hätten in die Moderation einfliessen sollen. Das lief noch nicht 100%ig. Aber insgesamt wars einfach eine Wahnsinnserfahrung, einmal in einem weniger online affinen Umfeld (so heissts) etwas zu tun, was für uns selbstverständlich ist. Neben mir sass ein Teilnehmer CEO (natürlich), der mich fragte „Jetzt hab ich extra für eure Inhalte einen Twitter Account eröffnet, sehe aber nur die Inhalte von den Leuten denen ich folge“. Für mich ein gutes Learning.

Gib statt dem Hashtag einfach den Hashtag Link raus.

Das sieht dann zum Beispiel so aus. https://twitter.com/hashtag/SEF2015. Dann können die Leute einfach mit dem Browser kucken. Weitere Learnings kommen noch, wenn wir alles verarbeitet haben.

Tweet-up am SEF

Suzy LeVine, US Botschafterin mit Twitteraccount

Suzy LeVine, US Botschafterin mit Twitteraccount

Es gab natürlich noch mehr coole Leute, die sich einfach nur beim Apéro (oder Tweet-up) getroffen haben. Die US Botschafterin Suzy LeVine, der Vorzeige Gründer Christian Hirsig, die Nominierten der SEF Awards, wie Michael Schranz von Appswith love (sein Blogpost zum SEF) .

Rahel mit Obertwitterer Kusito

Rahel mit Obertwitterer Kusito

Die SRF sympathischen Journalisten Rahel und Moritz waren auch da und haben Kusito gleichmal den Übername Obertwitterer verpasst. Ihre Radio-Berichte über das SEF und das Tweet-up könnt ihr nachhören. Ja wir können offline noch mit einander reden. Lustig, dass gerne die Anzahl Twitterer erwähnt werden (also wenig) die aber für Websitebesuche, Erwähnungen der Referenten, Veranstalter und zwei Tage lang für Trending Topic #sef2015 gesorgt haben. Und hey, Rahel. Ein Geek ist ein Mensch, der ein Vorreiter in Online Fragen ist, das Web vernünftig (also zumindest ausgeschöpft) nutzt und kein Streber. So.

Alle Sessions vom SEF 2015 zum Nachkucken

Nachträglich kann man auf der Website vom SEF alle Sessions nachsehen und -hören, das ist ein echter Geheimtipp. Schaut mal rein.

Zusammenfassung Vortrag S. Schwan

Zusammenfassung Vortrag S. Schwan

Und ein frecher zeichnender Zusammenfasser hatte auch seine Show, brachte so manches (alles?) treffsicher auf den Punkt.

PS: Die Frage nach der Relevanz von Twitter wurde mir oft gestellt. Ich mag darüber eigentlich nicht mehr debattieren. Twittere oder lass es bleiben.

PPS: Dankeschön an das SEF Team für die inspirierenden Vorträge und eine herausragende Organisation. Bis zum Koffer-Transfer fürs Team war an jedes Detail gedacht. Alle Achtung. Und natürlich Kusito, dass ich überhaupt dabei sein durfte.

 

In Twitter schwimmen lernen und mit Hashtags angeln

Es ist längst nicht mehr leicht, einen Twitter Account zu starten und etablieren. Auch langjährige Twitterer kennen das. Aber gegenüber Neu-Startern wissen sie, wo sie eintauchen. Während ich übrigens seit Tagen immer wieder an diesem Beitrag feile, hat Tobias Zehnder einen geschrieben, der wunderbar dazu passt.

Twitterer lernt schwimmen

Fang mal irgendwo an. Folge Bekannten, schau dir an, wem sie folgen und welche Listen sie haben/nutzen. Oder suche einfach mal Themen. In Twitter gehts nicht um die Leute, die du kennst, sondern um Themen und die Leute dahinter. Influencer identifizeren kann warten. Wenn du das zu früh machst, hast du oft zu viele Tweets der aktiven Personen in deiner Timeline. Ausserdem verführt das besonders Berufstwitterer, sich zu fest auf Marketingziele zu konzentrieren und die tolle Plattform zu unterschätzen. Der eigentliche Schatz wird in den Tiefen unsichtbar bleiben.

Sandro Würmli erklärt wie ein Tweet aussieht.

Sandro Würmli erklärt wie ein Tweet aussieht.

Sandro erklärt Twitter verständlich

Schon drei Jahre alt und immer noch ein schönes Werk. Sandro Würmli hat Twitter für Starter erklärt. Es ist ein pdf zum Runterladen.

Die Plattform hat eine unsichtbare Barriere. Wenn du aber sinnbildlich erstmal im Wasser bist, kannst du auch schwimmen, also die Sprache entschlüsseln. Rein gehen musst‘ halt selber. Ich denke, es lohnt sich, erst Schwimmen zu lernen, bevor du angeln gehst.

Zeig‘ dich

Das was andere schreiben, ist für mich persönlich das Wertvollste in Twitter. Ich erhalte neue Links, Inspiration, bekomme viel zufällig mit und lerne die Leute kennen. Gute Inhalte, die ich gelesen hab, teile ich mit Retweet oder geb ihnen ein Sternchen. Damit wertest du deinen Account auf. Kuratieren im kleinen Stil nenn ich das. Damit zeigst du aber auch Interesse und wertschätzt die anderen. Du wirst über die Zeit sichtbar.

Nutze den Account aber nicht nur zum Lesen, sondern schreibe auch selbst. Trage bei, frage, beantworte. Häng dich ruhig mal in einen Dialog rein. Natürlich so höflich, wie du das im offline Gespräch machen würdest.

Viele erfahrene Twitterer sagen „halte dich hier auf“. Besonders für Marketer ist das ein wichtiger Tipp. Lesen nicht nur senden. Leider sehe ich das oft in der Praxis. Man nimmt das Wort Dialog nicht so genau und sendet einfach seine Werbebotschaften. Was selten langfristig funktioniert. Wer mag schon Leute, die immer nur von sich reden.

Berichte an anderen Orten, dass du Twitter nutzt. Auf der Website, Blog, about.me, Visitenkarten zum Beispiel. Auf Twitter das Gleiche posten wie auf Facebook find ich nicht so clever. Twitter funktioniert anders. Inhalte sind hier nicht rangiert sondern wirklich Echtzeit (aber das kommt, keine „Sorge“). Ich denke, es ist gut, mit Webclient und Twitter-App auf dem Handy zu starten.

Tools kommen später, wenn du Tweets inhaltlich verstehst und du schon Spass hast. Obwohl ich selbst den Webclient immer noch sehr liebe, weil er für mich das weite wilde Meer zeigt, in das ich gerne eintauche, können dir Tools helfen.

Tools für Twitter Management

  • Hootsuite (der Klassiker zum verschiedene Plattformen jonglieren, analysiert, beobachtet, kann auch intelligent terminieren)
  • Socialbro (hilft beim Account aufräumen, beobachtet, analysiert und involviert andere)
  • mentionmapp.com (das ewige Beta-Tool, geht gerade wiedermal nicht, zeigt euch aber in Echtzeit – Verbindungen und Themen zu einem Twitter Account auf)

 

Hashtags als Angelhaken

Ein Hashtag (#wort) ist eine Zusatzinformation in einem Tweet und generiert einen Link. Unter #wort bündeln sich alle Beiträge mit dem gleichen Thema (Hashtag). Ich vergleiche das gern mit den gelben Postits, die man auf verschiedene Papier-Stapel klebt und somit inhaltlich bündelt.

Manchmal sehe ich Firmen-Accounts, die jeden eigenen Tweet mit dem gleichen Hashtag versehen. #firmenname. Technisch mag das nach einer guten Strategie aussehen. Kommunikatorisch ist das vergleichbar mit: Ich hänge hinter jeden Satz, den ich sage meinen Firmennamen. Ein Event eignet sich schon besser für einen Hashtag und auch zum Üben. Hier bereichern mehrere Leute das Thema und dann macht der Stream (Link der hinterm Hashtag liegt) auch Spass. Ich hab übrigens mal was dazu geschrieben, wenn ihr einmal im Jahr ein Event macht, müsst ihr nicht #xy2014 festlegen.

Wenn du also angeln willst (Themen und Leute finden und dich finden lassen, weil du dich beteiligst), dann beobachte und suche die für dich relevanten Hashtags. Sie sind sozusagen Angelhaken. Twitter bietet zum Beispiel die Trends an, das sind Hashtags, die gerade viel diskutiert werden.

Hashtags finden

Letzte Woche in einem Kurs für Online Kommunikatoren fragte jemand. „Wie finde ich denn die Hashtags?“ Meine Antwort „Die kommen zu dir, wenn du Teil der Community bist“, stellte ihn nicht wirklich zufrieden. Recht hat er. Mir fiel die Twittersuche (Suche: #wort) und gerade noch das Tool Hashtagtrends ein. Für mehr musste ich in die Twitter-Runde fragen. Da kamen tolle Tipps zusammen. Grossen Dank an alle.

Tools zur Hashtagsuche

hashatit
hashtagify.me
tagboard
tweetdeck
trendsmap
analytics.hashtags
twrtland (Twitterer, die andere unterstützen)

Beiträge dazu: Tool Liste im Blog von Sproudsocial und Gründerbook Beitrag mit Toolst.
Im Blogpost Wie nutze ich einen Hashtag fand ich eine coole Grafik, mit Tipps, wie ihr den Hashtag nutzen könnt und auch mal einen eigenen Hashtag korrigieren müsst. Das jommt nicht selten vor.

Quelle: Twitter Blog

Quelle: Twitter Blog

Alle Tweets mit den wertvollen Tipps. Den Twitterern könnt ihr übrigens gleich folgen 😉

Nur harmlose Fussball wm in Twitter oder Werbung?

Wie lange ich diese Diskussion schon führe, weiss ich nicht. Vielleich begann das, als ich vom Marketing demonstrativ zum PR wechselte. Ich fand, lieber wahrhaft kommunizieren als Versprechen schönreden. Verzeiht mir liebe Marketer, natürlich weiss ich dass auch ihr mit der Wahrheit arbeitet.

Nun, die Diskussion ist einigermassen sinnlos, weil es aus Firmensicht und wohl auch aus persönlicher Sicht besonders im Web, immer um eine gewisse Positionierung geht, auch wenn Dialog das Mittel der Wahl ist. Ok, das seh ich ein. Ich hab auch eingesehen, als Facebook vor ein paar Jahren ein Medien-Modell komplett über den Haufen geworfen hat. Das fand und finde ich immer noch revolutionär und sehr clever. Als sponsored Posts eingeführt wurden vermischte sich earned und paid und irgendwie auch owned Media.

Online Medien Struktur

Online Medien Struktur

Die gute alte Publireportage war fortan nicht mehr wirklich zu erkennen, ich meine, übertragen auf Social Media Plattformen, konnte ich sie nicht mehr einfach überblättern. Bezahlte Beiträge fanden gleichen Stellenwert wie „echte“ Beiträge. Sie waren sogar dominanter, denn sie tauchen immer wieder auf in meinem Stream, was ein „echter“ privater Beitrag nur selten tut. Egal, diese Mechanismen sind hochkomplex und möchte ich nicht wirklich diskutieren. Denn sie sind gegeben und in unseren Jobs lernen wir einfach, sie zu nutzen.

 

Erfasst Twitter mein Profil mit wm-Werbung?

Heute Morgen jedoch ist mir etwas aufgefallen, dass ich doch fragwürdiger finde, als alle bisher gesehenen Werbeeinblendungen im Web. Banner, die sich nervig über eine Seite legen (ja die gibts noch und heissen jetzt Call to action) oder auch sponsored Tweets, alles harmlos. Ich gestehe ich hatte einen kleinen Schreck, als ich mein Twitterprofil aufrief. Das Headerbild sah etwa so aus.


Ich bin alles andere als ein Fussball Fan und werde wohl wieder bis zum Halbfinal brauchen, bis ich beginne, doch mal hinzusehen oder zuhören. Aber bis dahin bleib ich ein Fussball Ignorant, entsprechend wundere ich mich über die Einladung von Twitter, mein Profil wm-tauglich zu gestalten.

Nach kurzem Ausrufen, hab ich von Fabian Künzli erfahren, es ist eine Aktion von Twitter. Das sogenannte Worldcup Feature. Hashtags werden zu Flaggen und das Profil zeigt eure Fan-Einstellung.

Das hatte ich via google nicht herausgefunden. Es ist also ein Feature, keine Werbung. Aha?! Bevor ihr also auch erschreckt und über einen Hack nachdenkt (so wie ich naiv gleich das Passwort gewechselt hab). Schauts euch an und bildet euch die eigene Meinung. Fabian schrieb noch „ausserdem werden neue Accounts vorgeschlagen: Fussballer, Länderverbände, uefa, fifa, Sepp Blatter“. Für die die Fussball mögen wohl tatsächlich ein Mehrwert.

Mir geht es zu weit, aber ich sehe mal wieder ein: Ich würde lieber bezahlen für die Plattform und wenn schon Werbung, dann gezielte, charmante, passende und vorallem Werbung, die mich nicht erschreckt. Offenbar gings nicht nur mir so, das seht ihr im Kommentarstream.

 

Favstar in Twitter: Starwars oder einfach nur Sternchen

Nachtrag 04.11.2015

Herz soll der neue Stern sein

Herz soll der neue Stern sein

Twitter hat gestern den Stern mit einem Herz ersetzt. Das Herz ist so kindisch animiert, dass es kurz blinkt/klopft und dann rot wird. Ich meine, „Es wird rot!“ Mein erster Impuls war, „oh wie nett“, weil in diesem Moment ein Kunde einen freundlichen Tweet an mich gerichtet hatte. Kurz danach wurde mir klar. Das ist ein absoluter Killer. Der Stern hatte viel mehr Interpretationsmöglichkeiten. Und so unterschiedlich haben Twitterer den Stern auch genutzt. Ein Herz aber ist emotional und eine eindeutige Zusage. Sehr schade, dass hier Twitter in Richtung Facebook geht (wo eher geliebt und geliked wird). Unter #herzgate und auch ohne Hashtag regen sich übrigens viele Twitter Nutzer übers Herz auf.
Twitter wird professionell genutzt und hat nicht die „Wir-haben-uns-alle-lieb-Attitüde“ zumindest bis gestern. Ob sich die Leute bei Twitter die Umfragen (ok meine haben sie wohl nicht gesehen 😉 aber die Studien zur Favstar-Nutzung angesehen haben?

Armin Wolf, sehr aktiver langjähriger Twitterer und ORF Journalist, (er gehört zu denen, die wirklich twittern, kleiner Seitenhieb an die teils ungelenken Twitteraufrufe im SRF) sagt:

Nur 28’000 Retweets des eigenen Twitter Tweets (lustiges Wort) sagt schon viel über den vermeintlichen Erfolg aus

Und hier ist mein Post vom 14. Januar , wie Twitterer den Stern benutzten:

Die Leute, die Twitter als Dialoginstrument nutzen, erfinden schonmal eine Funktion selbst. Ihr kennt noch die manuellen Retweets. Manche tun das heute noch, oft um einen Kommentar zu ergänzen. Eine andere Twitterfunktion ist schon lange da, aber hat sich enorm verändert. Vorallem wie wir sie nutzen.

Der Favstar

Ich vermute, dass es den Stern (für Favorit-Tweet) eher gab als das Like in Facebook. (Kann ich wissenschaftlich nicht belegen). Heute seh ich den Stern viel häufiger als Retweets. Es hat sich eingeschlichen, mehr zu fav(orisier)en. Egal, schon 2009 entwickelte Tim Haines die Seite Favstar.

Hier gibts Rankings der kreativen Twitterer, die viele Sternchen ernten. Bei den Tweets des Tages kann man eine Trophäe (ich glaube ab 250 Sternchen pro Tweet) geben und Leuten direkt folgen. Ich könnte hiermit eine wertvolle Twitter-Runde aufbauen. Nachtrag: Chnuschti steuerte den herrlichen Beitrag über die Favstar-Mafia bei.

Starwars mal anders

Bin ja nicht so ein Ranking Fan, es ist auch eher eine Art Krieg der Sterne. Ok nennen wirs Kampf um Sterne. Auch wenn der noch nicht in unserer Gegend angekommen scheint. Die besten Tweets aller Zeiten und sogenannte Leaderboards zeigen mir „grosse Worte“ oder eben, wie man den Kampf um die Sterne bestehen könnte.

ein beliebter Tweet von Alessio

ein beliebter Tweet von Alessio

Ich bewundere so kreative Leute, wie Alessio. Er bekam hier bspw. 929 Favs und 322 Retweets. Insgesamt erhielt der Account 15’743 Favs. Ich hoffe, die ermüdende Diskussion über Anzahl Follower erübrigt sich damit. Es ist Quatsch, damit den Erfolg eines Accounts messen zu wollen. Er hat übrigens 703 Follower.

Nachtrag: 04.04.14 gerade gelernt von Nutellagangbang, dass man Trophäen unabhängig von Fav-Anzahl vergeben kann.

Überhaupt scheinen viele der anfänglichen Social Media Tipps aus 2009 nicht mehr zu zählen. Wie wir früher auf Echtnamen und Foto bestanden haben. Das finde ich auch heute noch wertvoll im professionellen Einsatz. Aber zu viele Beispiele zeigen, dass es auch anders geht. Deshalb hab ich andere Twitterer gefragt, wie sie den Stern nutzen. Es war eine Laune. Aber es kamen soviele Ideen zusammen, dass daraus ein Beitrag wurde.

Wie nutzen wir den Favstar?

später lesen später lesen, machs aber nie
später lesen
Bookmark
Bookmark, aber lohnt sich nicht nach Evernote zu bringen
Foto gefällt mir, anderen Offlinern zeigen
Lesebestätigung
höre euch, (nicht immer nur positiv)
blubberblubber
Als Dankeschön
für Erwähnung, Glückwunsch etc.
für den guten Inhalt
Zustimmung
find ich auch
find ich lustig
Like
ist cool
gefällt mir
Feedback
wir melden uns (auf anderem Weg)
ich denk an dich
ich muss nicht immer kommentieren
ich hab mal wieder in deinen Tweets gestöbert
Wertschätzung
find ich gut, wenns aber sehr gut ist = RT
sparsam als gefällt mir /Auszeichnung
versuche nicht mit gefällt mir zu verwechseln / Wertschätzung
zum Kuratieren
in eigener Rebelmouseseite anzeigen
Storify, leichter einbinden
via ifttt in Zootool / bookmarking

 

Wow, ihr seid echt kreativ, das kam in meiner Umfrage heraus. Als Bookmark nutze ich das Ding auch. Lese dann aber den Link nie oder erst Wochen später.  Wir könnten die Sternchen aber auch strategisch nutzen und lernen, was andere Leute tatsächlich interessiert. Tools dafür gibts wie Sterne am Himmel: Tweetreach, Twitalyzer, Retweetrank, Tweetlevel, growdbooster…

Nachtrag 21.05.14: Wow, es gibt jetzt tatsächlich eine Studie dazu. Sachen gibts.
Nachtrag 15.06.14: und wieder eine Studie dazu in der Washington Post.

Nachtrag 04.04.14 aus der Fav-Star-Szene: Nutellagangbang teilt auf seinem Blog seine Fav-Star-Tweets des Monats. Übrigens nicht automatisch, sondern er geht immer am 1.des Monats seine Retweets durch und teilt sie gesammelt auf dem Blog. Coole Idee und nebenbei noch ein Blogtipp für menschliche Themen, leicht satirisch.

Hier sind die Antworten, wie Twitterer das Sternchen nutzen. Kein Krieg, dafür Bookmark, Kuratieren, Feedback und Wertschätzung. Riesen Dank für eure Ideen.

 

 

PS: Hier ist der Beweis meiner heimlichen Starwars Leidenschaft

Hirslanden: Social Media Ziele, Hürden und 1 Award

Stefan Lienhard kenne ich gefühlt schon ewig, weil er zu den Schweizer Onlinern (wie ich das nenne) gehört. Beim Klinikum Hirslanden hat er die Social Media Strategie erarbeitet, nebenbei zwei Kurse bei Somexcloud absolviert und ist nun seit Mai offiziell Projektleiter Social Media. Er war so nett und hat mir einiges aus seiner Praxis „verraten“.

Ihr habt einen Award für euren Social Media Auftritt gewonnen. Wofür ist der genau?

Am jährlichen Kongress Klinik Marketing (sowas wie die „Oskar-Verleihung“ innerhalb der Spital-/Klinikbranche) in Köln wurden Marketing Awards in total 19 Kategorien verteilt. Z.B. „Bestes Personalmarketing“, „Bester Qualitäts- & Jahresbericht“ und neu „Bester Social Media Auftritt“. Wir haben uns für „Beste Online-Präsenz“ und „Bester Social Media Auftritt“ angemeldet und prompt beide gewonnen.

Wir haben sehr umfassende Klinik-/Spitalpräsenzen im deutschsprachigen Raum (5 Kanäle Plattformen und 8 Auftritte) und diese gleich für 12 (von 14) Kliniken umgesetzt. Die Komplexität war also sicher höher als bei anderen Projekten.

Wow, Herzlichen Glückwunsch. Was macht ihr anders als die meisten Kliniken?

die Awardgewinner

Jolanda Lanner, Projektleiterin Digital Media
Stefan Lienhard, Projektleiter Social Media (beide mir Award)

Wir haben Social Media ganz sicher nicht erfunden. Aber wir haben in rund 1.5 Jahren eine ziemlich umfassende Strategie ausgearbeitet und waren froh im Frühling zu starten.

In der ersten Phase geht es uns auch um das aktive Kennenlernen der Mechanismen, -Eigenheiten und wir wollen Erfahrungen sammeln (positive wie negative)  in einem Thema, welches uns bis vor einem halben Jahr völlig fremd war.

Ich gucke regelmässig über den Tellerrand zu anderen Branchen und Unternehmen, welche für mich zu den Leadern gehören (Brack, SBB, die Swiss, die Migros und wie sie alle heissen).

Leider gibt es in der Klinik-/Spitalbranche noch nicht allzu viele nationale Beispiele. Aber in Deutschland gibt es einige, wo ich mich gerne auch mal inspirieren lasse. Die Schönklinik ist zum Beispiel ähnlich aufgestellt wie wir.

Was sind eure Hürden, ihr habt ja doch sensible Themen?

Sicher, ganz heikle Themen sind der Datenschutz, die Privatsphäre des Patienten und das Arztgeheimnis – diese Punkte haben für uns absolut oberste Priorität. Dazu kommt unser komplexes Konstrukt von 14 Kliniken, welche sich in Grösse, Dienstleistungsangebot und Infrastruktur komplett voneinander unterscheiden.

Daneben stehen wir vor den gleichen Herausforderungen und Fragen wie alle andern: Öffnung der Plattformen für alle Mitarbeitenden, Guidelines, neue Prozesse und Zuständigkeiten, etc. In der Gesundheitsbranche sind gewisse politische Themen sehr heikel und auch äusserst komplex und können kaum in 140 Zeichen oder mit ein paar Facebook-Posts geklärt werden.

Welche Plattformen nutzt ihr und warum?

Ein Auszug aus den Tweets von Hirslanden

Ein Auszug aus den Tweets von Hirslanden

Wir haben zielgruppenspezifische Auftritte auf Facebook und auch mit Hirslanden Jobs und Hirslandenbaby. Auf Twitter @Hirslanden und @Hirslanden_Jobs, und unser Blog natürlich, das Unternehmensprofil von Xing und ein umfassender YouTube-Channel. Bei der Konzeption sind wir via unsere Ziele und Inhalte schlussendlich zu diesen Plattformen gelangt – Du gibst mir sicher recht: da sind keine Überraschungen dabei, oder?

Doch, der Blog überrascht mich, nur weil es Sinn macht, setzt es nicht jeder auch um 😉

 

Auf Facebook und Twitter geht uns um Themen wie Patientenaufklärung, wir vermitteln auch medizinischen Informationen, News aus den 14 Kliniken sowie Service & Support. Mit Hirslandenbaby informieren wir über Schwangerschaft, Geburt und Baby – daneben finden User wöchentlich die neusten Hirslanden Babys (Fotos werden nur mit ausdrücklichem Einverständnis der Eltern publiziert), Tipps und Tricks für werdende Eltern (Mamis undPapis!), sowie einen Frage- & Antwort-Service, wo Hebammen und Gynäkologen medizinische Fragen beantworten.

Für Jobsuchende haben wir ebenfalls spezifische Informationen auf Twitter und Facebook – hier geben wir dem Klinikum ein Gesicht und den Interessierten Einblicke in den Klinikalltag und hinter die Kulissen.Hier sollen künftig auch vermehrt Mitarbeitende zu Wort kommen, so wird man mich z.B. in Kürze auf unserem Blog bei meiner Reise durch Hirslanden begleiten können.

Dropdown im Blog (Themen)

Dropdown im Blog (Themen)

Das Blog ist strukturiert in Medizin, Baby, Jobs & Karriere, Ernährung und Corporate und greift Themen auf, die wir auf der Website nur anreissen können. Für Ärzte ist es interessant, sich mit  medizinischen Themen als Spezialisten zu positionieren. Jobsuchende können Interviews mit Mitarbeitenden lesen und werdende Eltern finden Geschichten und Tipps unserer „Mamis“ oder „Papis“. Anmerkung: er sagt wirklich das Blog und ich bleibe beim der.

 

Xing nutzt das HR für e-Recruitment und sie streuen Inhalte rund um das Thema „Arbeit & Weiterbildung“ bei uns. Auf YouTube finden Patienten oder medizinisch Interessierte Personen mittlerweile über 200 Videos – hier publizieren wir wöchentlich die aktuellsten CheckUp Sendungen, welch sich übrigens einer enormen Beliebtheit erfreuen.

Man kann uns natürlich auch über sämtliche Kanäle kontaktieren, wir geben die Anfragen, Feedbacks oder was es auch ist,  umgehend an die betroffenen Abteilungen weiter und binnen nützlicher Frist (von 4h bis 48h) werden sie beantwortet. Aber das sehen wir quasi als „selbstverständlich“ an.

Welche Tools nutzt du im Alltag?

Unsere Social Media Agentur ist Blogwerk und deshalb nutze ich das Social Media Kit dort publiziere ich und manage die Community (wie man so schön sagt). Ergänzend nutze ich zum Social Media Monitoring Argusavenue, ein Tool welches unsere Bedürfnisse wirklich ideal abdeckt.

Wieviele Leute arbeiten für Social Media (auch nebenbei)?

Also ich bin Projektleiter Social Media und setze seit anfangs Juni rund 90% meiner Zeit für Social Media ein – dazu kommen bislang eigentlich „nur“ 20 Stellenprozent aus unserer HR-Abteilung. Nebenbei arbeiten für das Projekt aber noch einige „Neo-Blogger“ und nicht zu vergessen ein Hebammen-Team mit sechs Leuten und Gynäkologen. Social Media bedeutet vor allem auch für unsere lokalen Marketing-Teams in den 14 Kliniken, dass sie neue und zum Teil für sie noch fremde Plattformen wie Twitter mitberücksichtigen dürfen. Das ist nicht ganz einfach, aber ich finde, dass meine Kollegen schon recht gut sensibilisiert sind und vor allem sehr schnell lernen.

Wie motivierst du die Leute? Sie haben sicher alle „keine Zeit“

Ach, das war bei uns gar nicht so schwierig – wir zwingen niemanden, sich zu beteiligen, aber wir erstellen Hilfsmittel für alle Mitarbeitenden und sensibilisieren sie so, sich zumindest mal über das Thema und Projekt zu informieren. Dazu gehört der Social Media Leitfaden, und pro Kanal Merkblätter, welche bei den ersten Schritten helfen.

Zudem bieten wir Schulungen (individuell oder im Team) an und ich thematisiere Social Media immer wieder in Mitarbeiterzeitschriften, an Anlässen, bei Sitzungen – ich „nerve“ die Leute wirklich unendlich gerne mit dem Thema und bin da hartnäckig bis penetrant.

Das machst du sicher sehr sympathisch. Was sind die 3 wichtigsten Ziele, warum ihr Social Media einsetzt. Könnt ihr schon sehen, dass ihr eins davon erreicht (habt)?

Wir wollen näher beim Kunden/Patienten sein, wissen was er über Hirslanden denkt, hören was er über uns und unsere Dienstleistungen erzählt und wie wir ihn bei seinen Anliegen, Problemen oder Fragen bestmöglich unterstützen können. Wir versorgen ihn mit medizinischen Informationen und beantworten seine Fragen auf der Plattform, auf der er „zuhause“ ist.

Jobsuchenden wollen wir Hirslanden greifbar machen, uns als attraktiven Arbeitgeber präsentieren und schlussendlich neue Mitarbeitende rekrutieren. Es geht eigentlich überall darum, den Leuten die gesuchte Information zur rechten Zeit in der richtigen Form zugänglich zu machen – momentan ist das noch etwas einfacher gesagt als getan.

Nach sechs Monaten kann ich über die Zielerreichung noch nicht allzu viel sagen – wir sind zahlenmässig sicher auf gutem Weg, noch wichtiger ist aber, dass die Patienten, Mitarbeitenden, Mitbewerber und die Branche allgemein unsere Aktivitäten sehr positiv aufnehmen. Nun liegt es an uns, den Gesundheitsdialog ins Rollen zu bringen.

Auf der Website von Hirslanden findet man übrigens aktuelle Infos zum Projekt – sind generell sehr offen und transparent und stellen sogar Dokumente zum Download zur Verfügung.

Hast du noch etwas spannendes zu erzählen?

Nein. War das nicht spannend genug? Also gut, einen hab‘ ich noch: Willst Du wissen, was mir als allererstes, ein paar Tage nach dem Launch von Facebook passiert ist?

Ich erhielt am Samstagabend um 19:40h die allererste FB-Message von einem Patienten und war so kribbelig, dass ich ihm gleich geantwortet habe. Daraus hat sich ein kurzer und intensiver Dialog entwickelt und schlussendlich hat er mir bei seiner Entlassung aus der Klinik Im Park dieses tolle Video zur Verfügung gestellt. Cool, nicht? Für mich war das wirklich ein toller und gelungener Start und eine zusätzliche Motivationsspritze – und es zeigte mir, dass wir nicht so falsch liegen, das Thema Social Media ernst zu nehmen und aktiv anzugehen.

Das ist richtig cool. Herzlichen Dank, lieber Stefan und weiterhin viel Freude beim Kommunizieren und selber bloggen (?)

Perfekte Rechtschreibung im Blog?

Eine Texterin erzählte mir eine schöne Geschichte über den ‚persischen Fehler‘. Die persischen Knüpfer bauten in ihre Teppiche immer bewusst einen Fehler ein. Warum? Nur Allah könne vollkommen sein. Nun könnte ich behaupten, ich halte es mit den Rechtschreibfehlern genauso. Aber sie sind nicht bewusst eingebaut, ehrlich.

Quelle: http://daa.li/8yt

Quelle: http://daa.li/8yt

Besagte Profi-Schreiberin stellte mir auch die Frage. Warum? Ähm, weil ich schnell blogge. Ich liebe das Kribbeln einer Idee und es genau dann zu teilen. In Marketingworten könnte ich sagen: Der Blog dreht sich nicht um perfekte Texte, sondern um Impulse und Gelerntes. Was mir dabei wichtig ist? Wer es liest, versteht es und muss kein Marketingbla und Wiederholungen ertragen. Ich nenne das blogtauglich.

Ein Blog-Beitrag zeigt ein Stück von mir, wie ich denke und was mich inspiriert. Und auch, dass ich keine Bindestriche mag 😉 Obwohl diese für die Suche wertvoll sind, wie ich von Mona gelernt habe. Für mich gibt es Textsorten, die „unterwegs entstehen“ und solche die fehlerfrei sein sollten.

Wer ist schon perfekt?

Aber mal ehrlich, wieviele Schriftstücke sind wirklich fehlerfrei und perfekt? Wir Menschen sind es glaub‘ nicht. Seit Social Media bin ich grosszügiger geworden mit Rechtschreibfehlern. Einen Beitrag mit kleinen Fehlern lese ich sogar gern. Sie zeigen, es schreibt ein Mensch wie du und ich. Die Texte sind nicht durch eine Kontroll-Maschinerie gelaufen wie in einem Medienhaus. Gefühlt sind für mich zwei Fehler pro Blog-Beitrag ok. In einer Zeitung stört mich schon ein Fehler auf einer Seite.

Twitter, Bloggen und Glückwunschkarten

http://twitter.com@ElisaGiovanoli sagte ...

http://twitter.com@ElisaGiovanoli sagte …

Manchem Tweet sieht man an, ob er am Smartphone, unterm Laufen oder mit einer Tastatur getippt wurde. Vielleicht verändern die schnellen Möglichkeiten tatsächlich unsere Schreibweise, wie es Elisabeth in den Raum stellt. Eine Studie konnte ich nicht finden. Aber hier ist ein Beitrag von Blogwerk über typische Fehler.

Beim Bloggen bleib‘ ich erstmal dabei: Raus mit dem Inhalt, dann prüfen und so recht wie möglich schreiben. Meistens freu‘ ich mich, wenn ich noch rechtzeitig Fehler korrigieren kann (also wenn ich sie sehe). Und wenn nicht, ist’s auch ok. Ja, bei Medienmitteilungen und Glückwunschkarten versuche ich, perfekt zu sein. Hier sind ein paar praktische Hilfen für Schreiberlinge: Duden; Korrekturen, Word Prüfung, Verständlichkeit, leicht lesbar und das Blablameter. Kein Bla-Bla gehört ja auch zum guten Stil.

Wie andere das sehen mit der Rechtschreibung

Twitter war mal wieder eine gute Quelle für andere/eure Meinungen und auch die Realität fand ich dort. Findest du dich wieder oder bist du anderer Meinung?
Nachtrag: 05.10.2013. Andreas von Gunten war das Thema Respekt einen extra Blogpost wert, gefällt mir sehr, wie er das sieht.

Immer diese Diskussionen – besser mit Twitter Pin

Neulich fand ich mich bei einem Fest an einem Tisch wieder mit vier Generationen. Ich gehörte zur zweit jüngsten und alle ausser den beiden Teenagern verteufelten Social Media. Also sie meinten damit immer Facebook (der Klassiker). Jedenfalls war es erstaunlich, vom „Wissen“ der Älteren zu hören und stellte Folgendes fest:

Jeder weiss inzwischen was Facebook ist. Vorallem Nichtnutzer bringen hartnäckige Gegenargumente wie Datenmissbrauch, Bewerbungen die platzen, wegen Partybildern und das allzeit beliebte „Brauch ich nicht“. Teils klingen die Argumente RTL2-tauglich und ich übe mich in yogischer Gelassenheit. Staunte selbst, dass ich es schaffte nicht mit dem Zeigefinger zu argumentieren.

Vor zwei Tagen war ich dann bei Judith’s Video Kurs (den ich übrigens nur empfehlen kann – erste Versuche folgen in Kürze) und fragte eine mir sehr sympathische Kursteilnehmerin, wo wir in Kontakt bleiben können? Auf E-Mail, Post oder Telefon kam ich dabei nicht, obwohl wir Visitenkarten tauschten. Soll ich sie einfach regelmässig anrufen und ihr alles erzählen, was ich so erlebe? Muss ich zum Glück nicht, sie hat ja einen Facebook Account.
Ich für meinen Teil brauche diese Plattformen, natürlich jede anders. Es ist eine neue Dimension vom Austausch, mit dem man das freundschaftliche Kaffee-Date nicht etwa ersetzt.

haben will

haben will

Aber ich bin auch müde, Nichtwillige zu überzeugen. Entweder jemand möchte online kommunizieren oder eben nicht. Ist doch ok. Nun möchte ich aber dennoch in solchen Runden Farbe bekennen und könnte zum Beispiel einfach einen Twitter Pin tragen. Ein FB Pin wär nicht so authentisch, denn unterm Strich ist Twitter seit fast 5 Jahren meine Lieblingsplattform. Also lieber Leumund. Bitte, hab ein Herz für die, die unter Social Media mehr als Facebook verstehen, nicht diskutieren wollen, aber ein Statement abgeben. Ich möchte so einen Pin. Genau den.

 

PS: Der Jüngste (14) am Tisch holte übrigens sein iPad raus und fragte mich, ob man sein FB Profil eigentlich auch löschen könne. What?

 

Warum ich einem Twitter Account folge und wie

Das tolle an Twitter ist, jeder nutzt es anders. Als News Reader, als Dialog Plattform, als Link Schleuder, manche als öffentlichen Chat Room. Für mich ist es Inspiration, Austausch, Info-Quelle und auch Wissensplattform. Oft frage ich einfach in die Runde und lerne. So wie heute.

Es war mal wieder Zeit ein wenig Ordnung zu schaffen. Ich beneide ja Leute, die extrem wenig Accounts folgen und viele Follower haben. Aber nicht, was ihr vielleicht denkt, wegen dem enormen Ranking, das dadurch impliziert wird, sondern weil dann die Inhalte hübsch übersichtlich sind und so hab ich in die Runde gefragt ob ich vielleicht altmodisch bin, weil ich (zu?) vielen Leuten folge. So hab ich viele Ansichten bekommen u.a. von Bloggermeistern Bloggingtom, Purzlbaum, Markus und Jürg, Patrick, Thomas, Fredy, Miriam, MadMenNa und Stephen. Das macht alles Sinn, drum hab ich so viel wie möglich Zitate verlinkt.

https://twitter.com/souslik/status/325177389204267008

Nun möchte ich euch in meine Twitter-Karten sehen lassen, warum ich einem Account (Person) folge:

  • Weil ich die Person kenne oder
  • eigenhändig zu Twitter verführt habe (auch als Starthilfe)
  • Weil ich die Person schätze (ohne direkt zu kennen)
  • Weil mich die Themen der Person / Medium interessieren
  • Weil ich wissen möchte, wie sich die Firma auf Twitter verhält
  • Weil ich eine Verbindung zum Unternehmen habe (Kunde, Interesse am Produkt)
  • Manchmal auch, weil ich es höflich finde, zurück zu folgen
  • weil ich der neuen Verbindung eine Chance gebe, indem ich mich interessiere
  • Nachtrag: weil die Person auf einen Tweet antwortet oder mit @ anspricht
Favs zum Tweet

Favs zum Tweet

Und natürlich freue ich mich, wenn das Interesse beidseitig ist, es wäre gelogen, wenn es mir egal wär‘, ob jemand, den ich schätze und ihn/sie persönlich kenne, aber mir nicht folgt. Nun, da gibts aber auch ein Problem, ich folge inzwischen vielen Accounts (was ein Ergebnis der Zeit ist) und kann die Inhalte nur so handeln:

a) Ich lese Gruppen, die ich in Listen bündle z.b.

  • Blogger
  • Schatztruhe
  • Medien/Journalisten
  • Haben einen Keks verdient (denn das sind Menschen, die bspw. noch retweeten, so wie früher) so kann ich mich leichter bedanken

Obwohl ich das hier als erstes aufzähle, mach ich das mit den Listen seltener. Was ich aber besonders liebe, ist der Moment in Twitter. Genau dann, wenn ich etwas Zeit hab, auf den Zug warte oder eine Pause mache (eine Art Raucherpause ohne Rauch). Dann finde ich unglaublich viel Lese- oder Gedanken-Inspiration, über die ich eben mal stolpere. Lesetipps markiere ich mit Fav-Stern zum Später-lesen oder bookmarke sie gleich auf anderem Weg, deshalb retweete ich oft erst ein paar Tage später, weil ich erst lesen möchte, was ich empfehle.

Hier sind noch einige Gedanken von anderen Twitterern heute, die ich sehr inspirierend finde.

 

so sehen es Twitterer

so sehen es Twitterer

Übrigens ziehe ich in meiner Website Tweets an, die als Referenz taugen und über die ich mich etwas länger als ein paar Sekunden freue. Weil ich das eine der ehrlichsten Arten des Feedbacks finde. Es ist ungefragt. Das nur am Rande.

Und nun her mit euren Insights, bitte, wie nutzt ihr Twitter?

PS: Zugegeben ich suche aktuell im Hinterkopf auch nach Argumenten, die für app.net sprechen, vielleicht ist es ja eine logische Weiterentwicklung, weil Twitter sich sehr verändert hat.

Piri meint

Piri meint

das Kreuz mit den Hashtags

Hashtags sind Schlagworte und sehen so aus #wort. Dieses #wort wird vorher abgestimmt und dann jedem Beitrag, meist in Twitter und g+ angehängt als eine Art suchbares Schlagwort. Somit kann man über einen Klick auf #wort alle Beiträge zum Thema bündeln und vielleicht in einer Twitterwall vor Ort abbilden.

screenshot vom stream #smm13Das spannende daran, es ist eine Möglichkeit über Zeit- und vorallem Ortsgrenzen hinweg sich auszutauschen. Der Hashtag öffnet sozusagen eine Tür von der Veranstaltung. Weil von aussen (Nicht-Teilnehmer) sich am Dialog beteiligen können.

An so einer schlauen Lösung arbeitet ja bekanntlich zur Zeit auch Facebook.
Wir kennen diese Verschlagwortung ja schon länger aus Blogs oder Websiten, die helfen uns bei der Navigation über Themen.

Bei Events

Nun werden oft von Veranstaltern vorher diese Worte festgelegt und alle, die brav sind und sich vorher informieren, verwenden diesen dann auch. In der Praxis entstehen aber oft auch Eigenkreationen. Vorbeugen könnte man hier bspw. in dem man einen Hashtag wählt der logisch ist (zu sein scheint). Heisst ein Event zum Beispiel Social Media Konferenz, macht #smk Sinn. Findet das Event nur einmal im Jahr statt braucht es keine Nummerierung wie #smk13, denn niemand sucht mehr im Event des vergangenen Jahres #smk12. Schlau könnte sein, den Ort hinzuzufügen z.b. #smkzh. Besonders bei Social Media Konferenzen kommt es durchaus vor, dass an einem anderen Ort zur gleichen Zeit ein ähnliches Event stattfindet. Aber unterm Strich bin ich für die kürzeste mögliche Variante. Was tun? Hier ein paar Tipps dazu.

  • lege einen sinnvollen Hashtag an
  • informieren deine Teilnehmer im Vorfeld darüber
  • zeige diesen vor Ort beim Event, z.b. neben den wlan Infos
  • evtl. an einem Flipchart dort kannst du ihn auch korrigieren oder ergänzen
  • Beobachte aber auch, welche Hashtags dann am Event entstehen
  • reagiere und informiere die Leute (die den falschen nutzen), dass es einen anderen Hashtag gibt (den festgelegten)
  • in diesem Tweet beide Hashtags benutzen (damit die Fehlbaren die Korrekture erhalten)
  • wenn sich der neue durchsetzt, ist dieser wahrscheinlich sinnvoller als der festgelegte
  • dann binde einfach den zweiten Hashtag ebenfalls in deine Twitterwall ein
  • monitore diesen neuen dann ebenfalls
  • evtl. gibt es dann zwei Hashtags, na und
  • Auch Bilder sind gut zu nutzen mit Hashtags z.b. in Instagram, hier sorgen sie für enorme Reichweite
  • gib den Link zu Handouts während ! der Veranstaltung inkl. Hashtag raus

Ach und eins fällt mir noch ein: via Hashtag findet man neue tolle Twitterer, diesich lohnen zu folgen (gemeinsames Thema und offline Verbindung) Schlussendlich geht es ja immer noch um den Mensch hinterm Thema. Und Zielgruppen kann man via Thema sehr gut auffinden.

Passend zum morgigen #smm13 wieder mal ein Social Media-Artikel: Der Einfluss von Google+ als sozialer Klebstoff adfichter.wordpress.com/2013/03/25/goo…

— Adrienne Fichter (@adfichter) March 25, 2013

 

Und wenn dir so ein Hashtag auffällt, kannst du ihn (aber bitte sehr geschickt und vorsichtig) auch für dich nutzen, in dem du eigenen Content einbringst, wie das Beispiel von Adrienne zeigt 😉 Für ein Fussball Event könnt ihr zum Beispiel piffle.it nehmen

NAchtrag: Gerade bei KPMG gesehen.

KPMG nutzt die Hashtag Chance