Gunter Dueck – über Innovationskurven – nicht lächeln, wenn andere Erfahrung machen

Der von mir sehr verehrte Gunter Dück (omnisophie) ist mal wieder in der Schweiz. Mathematiker, Philosph und Visionär. Eins vornweg, ihn kann man kaum live dokumentieren. Das hier ist ein Live-Post und hat keinen Anspruch, vollständig oder journalistisch aufbereitet zu sein. Gunter ist einfach ein Storyteller, der die Geschichten miteinander verbindet, wie kaum jemand, den ich kenne. Gelassen, ruhig und pointiert. Er bringt seine Message auch mal in nur einen einzigen Satz.

„Lächeln Sie nicht, wenn andere Erfahrungen machen.“

Das Neue wird lang verlacht, kurz bekämpft und dann ist es ganz normal, bis zum Standard geworden. Firmen wollen ja keine Vision haben aber Tools, big data kauft man schon mal 2 Kilo. Heute hab ich so nen Chip im/am Arm und der sagt Bescheid, wenn ich sterbe, aber dann ist da kein Internet. Er hat natürlich die Lacher erstmal auf seiner Seite.

Über das Lachen erzählt er noch mehr

Das meiste ist auch irgendwie komisch, das eine Maschine meine Unterhemden kauft z.B. Die Kunst ist, das echte vom zu verlachenden zu unterscheiden. Wir haben heute gehört, Geld und Mut spielt eine Rolle. Ich denke es ist der Wille. Der Bezos und Zuckerberg, die haben Wille. Hilft nichts, wenn Daimler Vertreter sagen „Wir haben keine Angst von der Digitalisierung“.

Ich kenne das selbst: 5 Jahre ausgelacht, 3 bekämpft und dann ist es ein Produkt und funktioniert. Selbst dann bekommt man keinen Bonus, weil es heisst „du hast uns so lange geärgert und jetzt hattest du halt Glück, dass es abhebt“ sinngemäss.

Innovation ist graduell in einer kleinen Firma schöner.

Die grossen Firma fragen sich aber jetzt, was digitale Transformation sein soll.

Das allgemeine Problem des Neuen

Mein erster Blick in einem Shop ist, haben sie paypall, wenn nicht bin ich weg. Das was ein normaler Mensch findet muss man einfach machen. Da hilft es nichts, einen eigenen Standart etablieren zu wollen, wenn sich ein anderer bereits etabliert hat.

Erst ist es Krieg um die Innovation, dann ist es der Krieg um den Standard. Dann kommt der empfohlene Standard. Beispiel Whatsapp, das muss jetzt auch der Opa. Ganz normal. Gunter erklärt verschiedene Innovationskurven mit seinen eigenen Stories. (bin nicht sicher, ob die Message rüber kommt ohne Erklärung der Slides, er hat es auch nicht direkt)

Wir müssen unterschieden, über welche Phase man diskutiert. Bei Innovation geht es nicht um Gewinn, sondern darum, ob etwas aus der Innovation wird (Leute kommen auf die Plattform etc.) Wenn die BWLer doch wenigstens etwas von BWL verstehen würden. Wir haben keine Ahnung von Zinseszinsen. Wir hören heute immer „Es ist ja leider nur 1.1 %, wächst zwar 20%“. Das ist mathematisch gesehen ja dämlich.

Warum könnt ihr das nicht in ner normalen Anwendung verstehen, in 20 Jahren geht das dann durch die Decke.

Nach dem Technologie-Hype (Bsp. Amazon vor 20 Jahren) kommt der Plattformen-Hype. Erst diskutierten wir darüber, ob es Amazon überhaupt geben darf. Heute darüber ob die Plattform mehr verkaufen darf. Jetzt sind sie böse. Weil es normal geworden ist.  Der Punkt ist eigentlich nicht, die Schauermärchen über künftige Technologien (Roboter bspw.) sondern was daraus wird zuzulassen. (sinngemäss) An diesem Punkt darf man nicht lachen. Die Gefühle dazu sind einfach falsch.

Die Gartner Hype Kurve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die 2-Phasen Hype Kurve

 

 

 

 

 

 

 

 

Gunter plaudert aus seinem Leben: Revival der Bankfiliale Diskussion vor 5 Jahren (Deutsche Bank) Die Stimmen waren 77/1. Meine (die einzige) Meinung war die Filialen schliessen. (Publikum lacht, weil jeder weiss, wie es heute um Bankfilialen steht).

Sinngemäss: Ich war Cloud Computing Leader bei IBM (2006) sie haben schon ganz lange geübt. IBM hatte damals 100 Mia -Umsatz (heute 78). Argumente waren damals „Amazon ist so billig. Das kann uns nichts anhaben“. Gunter sagt, Achtung sie üben, die Logistik so lange, bis sie die Logistikkosten extrem niedrig haben.“

Zu Coop und Migros sagt er „Eine Milliarden-Company hat die Liebe eher im Tagesgeschäft als in der Innovation. Das ist hinderlich für echte Innovation“. (sinngemäss)

Die Hochmutskurve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seine Stories dazu: Das Auto hat eine Auslastungsquote von 3 – 4 %. Wenn man das wie CloudComputing macht, mehr auslasten, selbstfahrende Autos (ohne nötige Pausen) dann fallen die Logistikkosten massiv. Aber die Logistikfirmen wollen keine selbstfahrende Autos. Schade.
Natürlich macht er auch Witze über BMW Fahrer… sie sagen „ich lass mir das nicht verbieten“ Die kommentier ich jetzt mal nicht 😀 (bin auch erst kürzlich vom Tesla begeistert worden, nachdem ich immer dachte ich brauche den Sound von einem satten 6-Zylinder) Er sagt: Für diese Fahrer (Fahrstil) muss google 5 Jahre neu programmieren 😀

Er kommt nochmals auf den Service zu sprechen.

Beispiel

Bei Philipps kauft man nicht mehr die Glühlampen sondern das Licht. Es ist also immer hell.
Würde Ikea vom Produkt auf product as a service wechseln würde, würden sie sich echt gute leicht zusammenbaubare Produkte ausdenken. Collective intelligence wird ein nächstes Thema. Es entstehen Berufe, die man noch nicht hatte.

Sidebemerkung: Apps sind out. Bei 3 hat das noch funktioniert, aber bei 200 geht das nicht mehr auf.

Abgeleitet aus der japanische Kampfkunst:

sinngemäss: Es reicht nicht die Handgriffe gut zu beherrschen, sondern die Kunst. Bei E-Commerce Konferenzen will man konkrete Ratschläge haben. Eine E-Commerce Firma kann man nicht auf Basis von Bestehendem machen. Etwas gut reicht nicht mehr (Kochen können) sondern über die Kochkunst nachzudenken. Neues Business Modell braucht die Meisterschaft über die Kunst als solche. Wenn Sie was lernen wollen, gehen Sie raus aus dem Handel. Hier möchte ich euch einen Vortrag zu professioneller Intelligenz empfehlen. Darüber spricht er schon seit Jahren, aber bringt immer wieder neue Aspekte rein.

 

Wir müssen nochmal Radfahren lernen mit dem Helm. Es reden immer alle von Emotionen. Banken, Schuhe. Jeder behauptet dass sie ihre Kunden kennen. Und auch: Wir beobachten die uns bekannte Konkurrenz. Coop und Migros schaut, wer hat die beste Tüte. Das Problem ist, dass nicht google auf ihren Slides steht. Das Tagesgeschäft frisst alles auf.

Du bist schon der 12 Wolf heute, du Spammer

Für mich einer der besten Zitate bis jetzt an der Konferenz kommt natürlich auch von Gunter. (verzeiht mir, die anderen Speaker sind auch super 😉
Firmen arbeiten mit Influencer Marketing, Omnichannel und Newsletter. Aber ich bestelle  3 Newsletter täglich ab. Jetzt bin ich wieder an einer Konferenz und bekomme danach Newsletter, die ich nicht lese.

 

Vortrag: Plattformen Beyond Facebook und deren Nutzung

Thomas Mauch spricht heute an der Social Media Konferenz Schweiz über ein, wie ich finde, spannendes Thema. Ihr kennt das, in Firmen sagt man die Worte Social Media und alle antworten mit Facebook. Wenn ich Content Strategien mit meinen Kunden entwickle lege ich auch gerne die Funktionalitäten (in chic: Features genannt) der Plattformen zugrunde. Klar kann Facebook fast alles auch gebündelt. Aber: Facebook, Linkedin und auch g+ sind Plattformen, die auf Netzwerken basieren. Viele andere Plattformen wie Instagram, Pinterest, Youtube sind Contentbasierte Plattformen und entsprechend liefern sie auch Vorteile mit, die die Netzwerk-Plattformen nicht so gut können.

Ich hab also Thomas ein paar Fragen zu seinem Vortrag gestellt und er war sogar so nett, mir sogar sein Handout zu geben Da diese an der SoMeKonferenz leider nicht an einem einzigen Ort zur Verfügung stehen, möchte ich sie euch gerne hier ebenfalls teilen. (pdf 10 MB) Nachtrag: Thomas hat das Handout auf Slideshare geteilt. (siehe unten)

Thomas startet mit ein paar Zahlen, die für sich sprechen

 

Wachstum von Apps und Plattformen

Wachstum von Apps und Plattformen

Danach kommt er schnell zum Punkt und geht ein auf

Hier geht es Thomas vorallem um Influencer (Beeinflusser) und eine echte Beziehung zu ihnen.

  • Pinterest
  • Snapchat
  • Whatsapp

Hier empfiehlt Thomas das Augenmerk auf Content und Content Distribution zu legen.

  • Yo (Bemerkung von Su: auf den Use Case bin ich gespannt)
  • Meercat (stream live Video mit Twitter)

Thomas nimmt noch ein paar Trends auf, wie promoted Pins (Pinterest) big Date und Payment in Apps. Hier ist das Interview mit ihm:

Welche Plattform wird am meisten unterschätzt (kann man das so sagen?)

In vielen Unternehmen sind das tatsächlich noch die „etwas langweiligen“ Business Networks wie Xing und LinkedIn. Viele Unternehmen verpassen es, dort eine unternehmensweite Strategie umzusetzen. Was insofern schwierig ist, als es „jeden“ Mitarbeitenden dafür braucht – das lässt sich nicht zentral aus der Kommunikationsabteilung steuern.

Manche Firmen haben sich immer noch nicht mit dem Budget für die Online Kommunikation angefreundet (das Vorurteil von gratis Reichweite) Was rätst du ihnen?

Ich gehe heute von einer Verteilung 50:50 aus: Was man in Content-Produktion investiert, sollte man für die Distribution / Promotion der Inhalte budgetieren.

Thomas Mauch, TinklaWelche Grössenordnung nimmt in einem typischen Projekt bei Tinkla die Content Produktion ein?

Ganz grob geschätzt würde ich sagen: 20% Strategie, 40% Content-Produktion, 40% Distribution / Promotion. Bemerkung von Su: Spannend bei mir ist es etwa 40% Strategie, 20% Ausbildung, 20% Content Produktion und 20% Distribution.

 

 

Nach welchen Kriterien wählt ihr gemeinsam mit euren Kunden die Plattformen aus? Hast du ein Beispiel?

Grob gesagt sind es drei Fragen:

  • Ist meine Zielgruppe dort?
  • Erwartet meine Zielgruppe meine Inhalte / Themen dort?
  • Unterstützen die Interaktionsmöglichkeiten (Conversion) der Plattform meine Marketing-/Kommunikationsziele?

Was ich damit meine: Vielleicht sind die Leute meiner Zielgruppe auf Facebook, aber sie erwarten bzw. möchten dort meine Inhalte nicht lesen – dann ist es die falsche Plattform. Und je besser eine Plattform die Conversion unterstützt (Twitter Cards, als Beispiel), desto besser für mich.

Hast du einen special Tipp von dir persönlich?

Beziehungen zu Influencern im Netz aufbauen. Vielleicht wird das wichtiger als die grosse Masse meiner Kunden zu erreichen.

Danke Thomas, für deine Zeit, mir ist klar, das ein neues Unternehmen zu etablieren, wie ihr es mit Tinkla gerade tut viel Aufwand bedeutet. Umso mehr. Danke und viel Erfolg.

Thomas hat das Handout jetzt auf Slideshare geteilt.

 

Zur gesamten Social Media Konferenz Schweiz, haben übrigens Schwede und Schwede den Social Hub produziert. Sehr cool. Da müsst ihr mal reinkucken, was alles so publiziert und kommentiert wurde.

https://smm15.cooa.la/brands/2195/33/

Social Media Konferenz – paar Vorträge am Nachmittag

so zweite Runde. Die Vorträge von morgens findet ihr hier. Nun kommt ein Teil der Nachmittagssessions.

Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht

Den Vortrag von Marcel Meier, Inhaber sutter//meier coaching, empfinde ich als eines (für mich das zweite) der Highligts an der Konferenz heute. Er ist Coach und sprach über den Stressfaktor Social Media und wie Menschen wieder mehr mit sich selbst verbunden sein können. Ich werde heute bereits das dritte mal Yoga-Philosophie konfrontiert.

Ist es nun so weit, dass wir Business mit dem Menschsein verbinden oder auch nach erdigen Inhalten suchen, weil es zugegebenermassen ein hoher Stressfaktor ist, allzeit on zu sein? Der Vortrag hat mich inspiriert, auf meinem Philosphie-Blog zu teilen. (kommt in Kürze)
Hier ist sein Vortrag „Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht.“ und die gesunde, entspannte Einstellung dazu. Ich habe übrigens jede Woche einen medienfreien Tag, an dem ich mir nur Bücher in Papierformat erlaube (der Kindle hat nen Internetzugang 😉

Döner in der Dose

Döner in der Dose

Co-Creation: The Good, the Bad and the Ugly!

Markus Maurer, Projektleiter Social Media, Customer und Web Intelligence, Migros-Genossenschafts-Bund. Markus hat tolle Beispiele aus der Praxis gezeigt und natürlich über Migipedia gesprochen. Das neueste Produkt, das aus Impulsen der Migi-Fans dort entstand ist. Döner in der Büchse. Leider gibts die Präsi nicht öffentlich. Thomas Besmer hat ein schönes Zitat aufgeschnappt „Produkte, die durch Co-Creation entwickelt wurden, haben tiefere Flop-Raten als andere.“

Markus hat übrigens die Twitter-Diskussionen, Fragen, Aussagen rund um die Konfernz zusammen gestellt.

Raiffeisen: Über Geld spricht man nicht. Oder doch?

 

Nadine Stutz beim Referat

Nadine Stutz beim Referat

Dr. Nadine Stutz, Social Media Managerin, Raiffeisen Schweiz sprach sehr offen in ihrem Vortrag über die Bank-Kultur und wie sie sich darin bewegt. Der Blog, namens Panorama, ist der Hub ihrer Social Media Kommunikation. Aber sie nutzt verschiedene Plattformen. Anfangs (vor 20 Monaten) stellte sie fest, über keines der Sponsoring Events wurde irgendwo berichtet. Sie ging jedes Wochenende auf eines der Events und berichtete live darüber. Jedesmal hat Nadine die Reichweite verdoppelt. Verschiedene Banken (an unterschiedlichen Standorten) haben eigene Facebookseiten eröffnet.

Sie handelt es so: „Wenn du ein oder zwei Leute stellst, die die Seite betreuen, schalten wir sie frei.“ Dadurch konsolidiert sich über die Zeit gesehen „der Wildwuchs“ (Das Wort hat sie so nicht benutzt). Sie sagt übrigens auch „natürlich reden wir über Geld“ über all die negativen Dinge, wie Hacking von Finance-Accounts, über Finanz-Lösungen für Konkubinat. „Mir doch egal, warum jemand auf meine Website kommt. Wenn er/sie kommt,  weil es ihn/sie in diesem Moment interessiert, was es zur WM Neues gibt, und ich biete es, dann ist das Kundenbindung:“ Es geht für sie immer um den Context (nicht nur rein um Content) zum Business. 1.8 Mio Mitglieder sind noch lange keine Community. „Die Währung in Social Media ist Added Value.
Mehr Aussagen und Einblicke von Nadine hab ich im separaten Interview von ihr erfahren.

So, seid nicht böse, aber die anderen Vorträge hab ich leider nicht mehr aufnehmen können.

Social Media Konferenz 2014 – die Vorträge vom Vormittag

Es gibt wieder einige Live-Blogger. Ihr wisst, ich hab das seit zwei Jahren aufgegeben, ich verpasste einfach zu viel „Dazwischen“, Gespräche, Pointen etc. Aber Bernadette Bisculm sehe ich fleissig am Döggeln. (Dort folgen sicher wieder gut ausgearbeitete Beiträge. Nachtrag: Bernadette über Zukunfts-Szenarien von Gerd Leonhard) Und bei Walter Schärer gibt schon Futter zum Nachlesen. Danke euch. Aber hier erstmal, was ich bis jetzt zusammen suchen konnte und selbst inhaltlich mitnehme.

Vorträge an der Social Media Konferenz 2014

Social Media Zukunfts-Szenarien: Big Data, Smart Agents und Artificial Intelligence, und Marketing als… Content“

Diesen Vortrag hat Walter verbloggt. Referent: Gerd Leonhard, Futurist, Autor, Blogger, CEO The Futures Agency.

Wie Social Media für das KMU machbar wird

Dani Niklaus, CEO, Netlive
Daniel hat wieder in seiner typischen Storytelling Art präsentiert. Erfrischend, anschaulich, mit vielen Beispielen und Tool-Tipps, z.B. TripAdvicer im Einsatz Bis jetzt eins meiner Highlights und dass nicht nur, weil er von der Surfschule (!) berichtet hat. Abschliessend gab Daniel die Tipps:
1. kucken Sie was andere machen
2. was können Sie kopieren
3. denken Sie unerwartet für die Lösung sagt

Das Handout besorge ich euch noch. Nachtrag: 13.44: Handout von Daniel Niklaus

 

Social Media auf Führungsebene

Salomé Wagner, Founder, Sparkling Stream AG und Christophe Truchet, Gründer/Inhaber Webrelaunch GmbH. Den Beiden mit ihrer Studie hab ich einen eigenen Beitrag gewidmet: Hab sie befragt und wertvolle Erkenntnisse über die sechs Typen von Führungskräften bewonnen. Es geht um die innere Einstellung gegenüber Social Media. Das empehl ich euch, mal näher anzusehen.

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Hier ist das Handout von Salomé und Christophe

 

Social Media Governance bei Credit Suisse

Barbara Müry, Leiterin Social Media Competence Center, Credit Suisse

interne Social Media Prozesse Credit Suisse

interne Social Media Prozesse Credit Suisse

Das sind die internen Abläufe fürs Social Media Competence Center, die sie definiert haben. Das Handout konnte ich nirgends öffentlich finden und habs verbummelt, sie in der Pause danach zu fragen.

Community Building eines Startup: in 7 Monaten zu 4000 Facebook Aktivitäten täglich

Vortrag von Gian-Franco Salvato, CEO, Attrackting

Das, ihr Lieben, ist richtig cool. Gian-Franco stellt die Kommunikationsaktivitäten für sein Startup vor. Dieses bringt demnächst ein Halsband für Katzen heraus, mit dem ihr die Streunerausflüge eurer Vierbeiner beobachten könnt. Ist das mal cool. Hier ist sein Vortrag, darin dreht sich natürlich Vieles um Cat Content. Habs nicht anders von ihm erwartet, sein Handout war bereits vorher in Slideshare. Danke

ein paar Vorträge vom Nachmittag

Social Media Konferenz – Studie: Führungskräfte und ihre Einstellungen zu Social Media

Ich beschäftige mich gerne mit dem menschlichen Geist, dem Intellekt, Bewusstsein und auch Unbewusstsein. Keine Sorge ich hab mich nicht im Blog geirrt 😉 Doch Christoph Truchet und Salomé Wagner haben untersucht, wie unbewusste Emotionalität (innere Einstellung) von Führungskräften den Umgang mit Social Media bestimmt. Da musste unbedingt auf die Spur und hab den beiden ein paar Fragen gestellt, bevor sie ihre Ergebnisse heute (10.00) an der Social Media Konferenz 2014 in Zürich präentieren.

Christoph und Salomé, innere Einstellung bei Führungskräften? Was habt ihr genau in eurer Studie untersucht und herausgefunden?

Wir haben ausschliesslich (500) Führungskräfte in der Schweiz befragt. Warum? Weil wir bei ihnen ein „Unwohlsein“ wahrnahmen und eine eher ablehnende Haltung gegenüber Social Media.
Wir hatten den Eindruck, dass dieses Unwohlsein tiefer geht und emotional geprägt ist. Führungskräfte können sich dies nur schwer eingestehen oder sind sich dessen gar nicht bewusst. Durch die in der Studie verwendeten Forschungs-Methoden konnten wir diese Emotionen und Haltungen messen und vergleichen. Tatsächlich haben die Resultate gezeigt, dass es Unterschiede zwischen der bewussten Einstellung und den unbewussten Emotionen gibt. Wir nennen dies den Social Media Emotional Gap. Dieser bestimmt, wie die Person mit Social Media umgeht und auch im entsprechenden Unternehmen umgegangen wird.

Die Barrieren, die den Weg in Social Media erschweren, beinhalten also neben harten vor allem weiche Faktoren. Was bedeutete das für Beratungsunternehmen? Müssen sie nun auf der emotionalen Ebene überzeugen?

Wir haben aus den Studienresultaten sogenannte Social Media Nutzertypen entwickelt. Diese Nutzertypen beschränken sich wiederum auf Führungskräfte. Jeder dieser Nutzertypen hat seine eigenen Einstellungen, Barrieren und Emotionen. Aus unserer Sicht ist es deshalb wichtig, dass Berater in einer ersten Phase vor allem zu verstehen versuchen, was für einem Nutzertypen sie gegenüber sitzen. So gesehen, ja, Berater sollten auch die emotionale Ebene verstehen und klären.

Studien erklären regelmässig, dass Facebook an Bedeutung verliert. Manch einer interpretiert, dass er nun nicht mehr in Social Media investieren muss. Da scheint es mir um harte Facts zu gehen, statt Emotionalität?

Social Media bedeutet ja viel mehr als Facebook. Social Media bedeutet ein Paradigmenwechsel auf ganz vielen verschiedenen Ebenen. Die angesprochene Einstellung passt sehr gut zu gewissen Nutzertypen, die generell eine negative Emotionalität gegenüber Social Media haben. Natürlich wissen wir, dass auch bei Social Media harte Fakten gefragt sind. Aber wirft man alle Telefone weg, nur weil eine Studie sagt, dass immer mehr Leute lieber chatten als telefonieren? Dazu kommt, und daran sind unter anderem die Berater schuld, dass viele Führungspersonen Social Media als reines Kommunikationsinstrument sehen, welches die restlichen Instrumente ergänzt. Eine Kundenzeitschrift kann man einstellen, Social Media nicht. Egal ob das nun Facebook ist oder was anderes.

Das Social Media Prozess Modell, welches aus den Erkenntnissen der Studie entwickelt wurde.
Was habt ihr da genau entwickelt?

Wir haben ein Prozessmodell entwickelt, welches die Führungskraft dabei unterstützen soll, seinen eigenen emotionalen Hürden bezüglich Social Media zu begegnen und diese zu überwinden. Es geht also darum, herauszufinden, was für ein Nutzertyp die Person ist, was ihre grössten Herausforderungen sind und wie sie schrittweise an diese Themen heran gehen kann. Unser Social Media Prozessmodell besteht aus diversen Elementen wie Nutzertypen, emotionale Hürden, Lösungsansätze etc.

Welches sind die sechs (6) Typen unter den Führungskräften?

  • Laie (diesen holt man in der Beratung über das Thema Sicherheit ab)
  • Bürokrat (diesen holt man über Chancen ab)
  • Amateur (diesen zeigt man bestenfalls den Nutzen auf)
  • Pragmatiker (diesem argumentiert man mit Ressourcen)
  • Kommunikator (ihm/ihr helfen vermutlich Potenziale)
  • Experte (er/sie ist mit Integration zu motivieren)

Führungspersonen und ihre innere Einstellung zu Social Media, die 6 Typen

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die Grafik zeigt die sechs verschiedenen Typen unter den Führungspersonen. Dem gegenüber steht jeweils das entsprechende Hauptargument, mit dem sie für Social Media motiviert bzw. abgeholt werden können.

Wie können Führungskräfte die benötigte Sicherheit in Social Media gewinnen?

Je nach Nutzertyp entsprechend sollte sich die Person fragen, wo sie emotionale Barrieren im Umgang mit neuen Medien hat. Und zwar nicht nur bezüglich Facebook, sondern bezüglich der generellen Digitalisierung der Gesellschaft. Es kann gut sein, dass der Nutzertyp „Laie“ zuerst mal einen Einstiegskurs zu einer Plattform oder zum Thema Social Media besucht, um der Materie näher zu kommen. Der Pragmatiker zum Beispiel braucht keine Kurse. Bei ihm ist es wichtiger, dass er sein vorhandenes Verständnis ins gesamte Unternehmen mit einbringt und sich am gesamten internen digitalen Entwicklungsprozess beteiligt, anstatt sich in seinem Bereich abzuschotten.

Warum basiert euer Modell auf der Überzeugung der Führungskräfte?
Lässt es sich auch später für Mitarbeiter einsetzen?

Wir haben uns mit denjenigen Personen auseinandergesetzt, die schlussendlich die Entscheidungen fällen und mittragen müssen. Das Umfeld einer Führungskraft ist meistens komplexer als das Umfeld eines Mitarbeiters. Diese Komplexität wird durch die Digitalisierung und deren Geschwindigkeit vervielfacht. Aus unserer Sicht braucht es sowohl bei den Führungskräften wie auch bei den Beratern ein neues Bewusstsein bezüglich dieser Vorgänge und der entsprechenden Emotionen auf der Führungsebene. Wie kann man als Manager ein Thema in strategische Überlegungen miteinbeziehen ohne sich in diesem Thema wirklich sicher zu fühlen?
Wir entwickeln unsere Modelle dahin weiter, dass mit Hilfe der Nutzertypen z.B. auch die geeigneten Mitarbeiter für die interne Betreuung von Social Media ermittelt werden können. Und natürlich gibt es, vor allem in der Generation der Digital Immigrants, noch viele Mitarbeiter mit eher negativen Emotionen gegenüber Social Media.

Ich habe die Christophe und Salomé auch im Hangout zu ihrer Stude befragt. Kuckt mal rein.

 

Faire Budgets für Ideen durch Zucchetti

Ich fühl mich ja ein wenig, ach was, sehr gebauchpinselt, wenn ich eingeladen werde, einen Vortrag zu halten. Am liebsten mach ich das in geschlossenen Gruppen, wo das Thema und Ziel klar abgesteckt sind. Manchmal ist es: Geben Sie uns ein paar Impulse oder Feedback zum bestehenden Online Auftritt, zum Beispiel dem Blog. Ich liebe das, es fordert mich auch kommunikatorisch heraus. Denn ich sehe dann immer tolle Arbeiten und natürlich immer auch Verbesserungspotenzial. Dieses möchte ich motivierend z.B. beim festlichen Apéro aufzeigen, so wie letztens bei Helvetia. Das engagierte Kommunikationsteam, die Corporate Blogger und die Leute der Agentur Crafft waren dabei und wir hatten bereichernde Gespräche. Es war ein gelungener Anlass und fair für alle Beteiligten. Schön.

Sichtwechsel hinter die Kulissen, während ein Vortrag entsteht:
Zucchetti Idee

Zucchetti, gestern beim Kochen

Vorbereitend tauche ich dann einige Tage denkend in das Thema des Kunden ab. In Twitter, Zeitungen und sogar am Gemüsestand finde ich Impulse fürs Referat. Mitten im Laden notier ich das, damit ich mich wieder auf die eigentlichen Zucchetti konzentrieren kann.

Dann das regelmässige Adrenalin, einen Tag vorm Termin. Die Präsi steht, Bluse ist gebügelt und was macht mein Kopf? Er denkt und hat noch einen Geistesblitz, der unbedingt eingebaut werden will. Oft heisst das Nachtschicht und am nächsten Tag das Gefühl: Jetzt hast du den richtigen Dreh, die passenden Ideen für das Publikum.

 

Sichtwechsel PR:

Früher als PR-Frau hab ich Fachleute als Referenten „platziert“ und dies selbstverständlich als PR verbucht. Mir wär nicht in den Sinn gekommen, eine Rechnung zu stellen für einen Vortrag an einer Fachkonferenz, denn es war mein Kernauftrag, das Unternehmen bekannt zu machen. 45 Minuten Kompetenz und Erfahrung vor dem richtigen ! Publikum (weil Interesse am Thema) finde ich, im Gegenteil, sogar unbezahlbar für den Vortragenden. Natürlich ist hier wichtig, dass keinerlei Eigenwerbung sondern mit echtem Mehrwert referiert wird. Mein ständiger Lehrer ist hier übrigens Garr Reynold mit „Naked Presenter“ dass ich vom Adisson Wesley Verlag bekam und ein schlechtes Gewissen habe, weil nie rezensiert 🙁 sorry, Pia. Man kann gute Präsentationen von „PR-Vorträgen“ ja immer auch weiterverwenden in Newslettern, im Blog, auf Slideshare

Nun aber zu den Budgets:

Wenn es also nicht um PR für meine Mini-Firma geht, weiss ich inzwischen was ich offerieren kann und muss, damit es für beide Seiten fair ist. Ich lege immer den gleichen Stundensatz zugrunde. Ich würde mir komisch vorkommen, nur weil eine Firma gross ist, mehr zu verlangen oder andersrum. Selbstverständlich redet man miteinander und findet sich, wenn nötig. Bei einem Vortrag ist es klar, dass ich mindestens einen Tag lang „die Story“ suche und zubereite. Ihr wisst ja, bei mir sind Zucchetti nicht nur Beilage 😉

Sichtwechsel Unternehmen:

Heute hatte ich ein Telefongespräch mit einer Vertreterin einer grossen Firma. Die Aussage „man hat uns das Budget gestrichen“ und wir können nur ca 1/5 von Ihrer Offerte für Ihr Referat bezahlen. Das verstehe ich einerseits, aber habe dankend abgelehnt. Warum sollte ich das hier als PR verbuchen?
Bei einem Firmen Event, wo allenfalls die andere Agentur anwesend ist, die das Projekt umgesetzt hat und vielleicht sogar mit den vorgetragenen Ideen optimieren wird. Was mich freut, denn dann hat es sich für alle gelohnt, aber nur wenn auch die Arbeit des Referenten gewürdigt wird. Nachtrag 28.5.: Weils einfach so herrlich passt, schliesse ich mich gerne noch Wenke’s (Bönisch) Blogparade an „Was ist Ihnen Leistung wert“ wo ebenfalls Budgets thematisiert sind. Es gibt dort viel zu lernen, besonders bei neuen Berufsbildern.

Teilen fängt immer bei uns selbst an, wenn wir aber etwas fordern (Be-Teiligung der Community oder einen Ideen-Vortrag) dann ist es gut, wenn wir dies wertschätzen. Ich hätte da ein paar Ideen, wie man neben dem klassichen Budget auch in Social Media wertschätzen kann… Ich wollte das gern mal loswerden, weil ich auch von langjährigen Referenten höre, dass es solche Situationen gibt und ich mir selbst über die Argumente für ja oder nein klarer werden wollte. Danke euch fürs Zuhören.

PS: Zucchetti heissen in der Schweiz die Zucchini, das ist zumindest kein Tippfehler

Nachtrag 5.6.: Michael Firnkes von den Blogprofis gibt in seinem Beitrag zur Blogparade Tipps für faire Offerten

Nachtrag: Gerade entdeckt (ja es ist einige Monate später, 05.03.2014), es ist einfach zu gut, um es hier nicht zu posten.