Faire Budgets für Ideen durch Zucchetti

Ich fühl mich ja ein wenig, ach was, sehr gebauchpinselt, wenn ich eingeladen werde, einen Vortrag zu halten. Am liebsten mach ich das in geschlossenen Gruppen, wo das Thema und Ziel klar abgesteckt sind. Manchmal ist es: Geben Sie uns ein paar Impulse oder Feedback zum bestehenden Online Auftritt, zum Beispiel dem Blog. Ich liebe das, es fordert mich auch kommunikatorisch heraus. Denn ich sehe dann immer tolle Arbeiten und natürlich immer auch Verbesserungspotenzial. Dieses möchte ich motivierend z.B. beim festlichen Apéro aufzeigen, so wie letztens bei Helvetia. Das engagierte Kommunikationsteam, die Corporate Blogger und die Leute der Agentur Crafft waren dabei und wir hatten bereichernde Gespräche. Es war ein gelungener Anlass und fair für alle Beteiligten. Schön.

Sichtwechsel hinter die Kulissen, während ein Vortrag entsteht:
Zucchetti Idee

Zucchetti, gestern beim Kochen

Vorbereitend tauche ich dann einige Tage denkend in das Thema des Kunden ab. In Twitter, Zeitungen und sogar am Gemüsestand finde ich Impulse fürs Referat. Mitten im Laden notier ich das, damit ich mich wieder auf die eigentlichen Zucchetti konzentrieren kann.

Dann das regelmässige Adrenalin, einen Tag vorm Termin. Die Präsi steht, Bluse ist gebügelt und was macht mein Kopf? Er denkt und hat noch einen Geistesblitz, der unbedingt eingebaut werden will. Oft heisst das Nachtschicht und am nächsten Tag das Gefühl: Jetzt hast du den richtigen Dreh, die passenden Ideen für das Publikum.

 

Sichtwechsel PR:

Früher als PR-Frau hab ich Fachleute als Referenten „platziert“ und dies selbstverständlich als PR verbucht. Mir wär nicht in den Sinn gekommen, eine Rechnung zu stellen für einen Vortrag an einer Fachkonferenz, denn es war mein Kernauftrag, das Unternehmen bekannt zu machen. 45 Minuten Kompetenz und Erfahrung vor dem richtigen ! Publikum (weil Interesse am Thema) finde ich, im Gegenteil, sogar unbezahlbar für den Vortragenden. Natürlich ist hier wichtig, dass keinerlei Eigenwerbung sondern mit echtem Mehrwert referiert wird. Mein ständiger Lehrer ist hier übrigens Garr Reynold mit „Naked Presenter“ dass ich vom Adisson Wesley Verlag bekam und ein schlechtes Gewissen habe, weil nie rezensiert 🙁 sorry, Pia. Man kann gute Präsentationen von „PR-Vorträgen“ ja immer auch weiterverwenden in Newslettern, im Blog, auf Slideshare

Nun aber zu den Budgets:

Wenn es also nicht um PR für meine Mini-Firma geht, weiss ich inzwischen was ich offerieren kann und muss, damit es für beide Seiten fair ist. Ich lege immer den gleichen Stundensatz zugrunde. Ich würde mir komisch vorkommen, nur weil eine Firma gross ist, mehr zu verlangen oder andersrum. Selbstverständlich redet man miteinander und findet sich, wenn nötig. Bei einem Vortrag ist es klar, dass ich mindestens einen Tag lang „die Story“ suche und zubereite. Ihr wisst ja, bei mir sind Zucchetti nicht nur Beilage 😉

Sichtwechsel Unternehmen:

Heute hatte ich ein Telefongespräch mit einer Vertreterin einer grossen Firma. Die Aussage „man hat uns das Budget gestrichen“ und wir können nur ca 1/5 von Ihrer Offerte für Ihr Referat bezahlen. Das verstehe ich einerseits, aber habe dankend abgelehnt. Warum sollte ich das hier als PR verbuchen?
Bei einem Firmen Event, wo allenfalls die andere Agentur anwesend ist, die das Projekt umgesetzt hat und vielleicht sogar mit den vorgetragenen Ideen optimieren wird. Was mich freut, denn dann hat es sich für alle gelohnt, aber nur wenn auch die Arbeit des Referenten gewürdigt wird. Nachtrag 28.5.: Weils einfach so herrlich passt, schliesse ich mich gerne noch Wenke’s (Bönisch) Blogparade an „Was ist Ihnen Leistung wert“ wo ebenfalls Budgets thematisiert sind. Es gibt dort viel zu lernen, besonders bei neuen Berufsbildern.

Teilen fängt immer bei uns selbst an, wenn wir aber etwas fordern (Be-Teiligung der Community oder einen Ideen-Vortrag) dann ist es gut, wenn wir dies wertschätzen. Ich hätte da ein paar Ideen, wie man neben dem klassichen Budget auch in Social Media wertschätzen kann… Ich wollte das gern mal loswerden, weil ich auch von langjährigen Referenten höre, dass es solche Situationen gibt und ich mir selbst über die Argumente für ja oder nein klarer werden wollte. Danke euch fürs Zuhören.

PS: Zucchetti heissen in der Schweiz die Zucchini, das ist zumindest kein Tippfehler

Nachtrag 5.6.: Michael Firnkes von den Blogprofis gibt in seinem Beitrag zur Blogparade Tipps für faire Offerten

Nachtrag: Gerade entdeckt (ja es ist einige Monate später, 05.03.2014), es ist einfach zu gut, um es hier nicht zu posten.