In seinem Vortrag berichtet Marco Nierlichvon Helsana über seine Praxis und teilt beachtliche Erfahrungen mit
Helsana lancierte dieses Jahr
- Kundenforum aufgeteilt nach Themengebieten
- Facebok Auftritt mit integriertem Forum
- Twitter Account, um relevante Inhalten für das Forum zu generieren
Hier ist sein Vortrag
Marco berichtet, dass der Versicherer die Social Media Erfahrungen mit Avanex, einem Brand, gemacht hat. Erkenntnis: Qualitätssicherung ist aber eine Eigendynamik in der Community, dennoch braucht es auch Fachmoderatoren und das Bewusstsein, das es auch um Anerkennung geht, bei den Leuten, die sich beteiligen, sagt Marco.
Wie hat man nun die Leute aufs Forum gelenkt?
Auf der Website gibt es einen eigenen Navi-Punkt, einen Banner und Teaser. Der Navigationspunkt hat am besten funktioniert. Übrigens ein Learning war auch “Monika hat das Forum für sich entdeckt” denn sie postet im Forum auch Heuschnupfen-Hausmittelchen weil es eine themensspezifische Rechnungsbeilage gab, die das Thema Heuschnupfen fokussierte. Auch über die Mitarbeiter der (Telefon) Hotline wiesen auf benutzerspezifische Themen hin, wenn es zum Inhalt des Anrufes passte. Nicht nachhaltig, aber besonders wertvoll für die Content Erstellung aus der Community war auch der Wettbewerb (Rechnungsbeilage), berichtet Marco in seinem Vortrag.
Promis sind auch ein meist ein guter Magnet, wie in diesem Beispiel Viktor Rötlin Anmerkung von mir, Su: Damit bestätigt er meinen geliebten offline ist online Ansatz. Viktor Rötlin verteilt z.B. in einer Autogrammstunde einen Flyer mit QR Code und URL zum Forum (kleine Korrektur 15.27 Uhr sorry hatte vorher geschrieben, die URL würde fehlen). Ich denke, für viele Nutzer ist der Scanner zu umständlich oder auch unbekannt.
Was war das Schwierigste?
Management Involvement und auch das Nicht-Involvement. Wiederstände gab es selbstverständlich intern auch. Man war schlussendlich aber mutiger, am Brand Avanex auszuprobieren, statt den Brand Helsana “zu riskieren”.
Hier meine aufgeschnappten Learnings von einem tollen Vortrag. Daniel Graf, neu bei Feinheit, vorher bei Amnesty International und Barbara Schwede sprechen über Brandbeschleuniger bei Shitstorms und steigen ein mit der EM Ukrainie als Beispiel. Könnt ihr selbst googlen.
Shitstorm Basics
Es ist eine Art virtueller Sitzstreik “Ich bin dagegen und ich bleibe hier”, sagt Dani. In den meisten Fällen ist das nicht unorganisisert, sondern oft stecken strategische Kampagnen dahinter, bzw. organisieren sich die Interessenten auch sehr schnell und spontan. Ein Shitstorm entwickelt sich in wenigen Stunden. Typisch sind:
Twitter ist übrigens anfangs immer die schnellste und wichtigste Plattform. Dann sind aber die Blogs nötig und wichtig, dort werden die Geschichten geschrieben. Dann und dort kommen die Journalisten dazu und wenn sie etwas in den klassischen Medien berichten, entsteht die grössere Ressonanz und breite Aufmerksamkeit. Hier die Aktionskurve am Beispiel Addidas. Gelb ist übrigens Facebook. Nachtrag: 22.04. Quelle der Grafik ist Brandeins (stand leider nicht auf dem Slide)
Wer ist an einem Shitstorm beteiligt und welche Leute stecken dahinter?
Dani sagt, dass hier meistens die Gilde der Blogger und Online Interessierter unterschätzt wird, die etwas ausarbeiten, kommentieren und natürlich verbreiten. Anm.d.Red.: Das möchte ich selbst gern unterstreichen, ich verstehe nicht, wieso Corp.Comm.Verantwortliche dies so oft übersehen in ihrer Zielgruppen Definition für die Online Kommunikation. siehe auch Bsp. Coop, was ebenfalls in einem Vortrag an der Konferenz deutlich wird.
Um die Stufen eines Shitstorms zu beschreiben, nehmen die beiden die Beaufort Skala (Wetter) (super Idee, was übrigens nicht das einzige Highlight in dieser Top-Präsentation ist) Kompliment an Barbara und Dani.
Learnings aus verschiedenen Beispielen, es ist manchmal einfacher, einen Clip wegzunehmen, der für Diskussion sorgt. Also zu tun, was die Leute einfordern oder auch proaktiv etwas anzusprechen, was einen Shitstorm auslösen könnte.
Bspw. Mc Donalds Video aus den USA, haben die Verantwortlichen für Mc Donalds in Deutschland gleich auf ihrer FB Seite gepostet und gefragt, was die Fans davon halten. Mit gutem Erfolg (80% positive Reaktionen). Danach das Beispiel “Aktivierung der Yetis” von Greenpeace. Dani fand die Kampagne selbstverständlich super, aber das Gamification war etwas flach, wenn man das Facebook Profil nur aufwerten soll, um ein Yeti zu werden, meint er. Aber Greenpeace bespielt dieses Thema inzwischen seit 10 Monaten erfolgreich seht selbst.
To dos für die Krisenvorbereitung
Ruhig bleiben und keinesfalls Negativ-Posts löschen. Falls man keinen Twitter Account hat, aber dort Kritik stattfindet, dann nicht übereilig einen Twitter Account eröffnen, denn dort warten viele Fettnäpfe auf Neu-Nutzer, besonders in einer Krisenzeit.
Anmerkung von mir, Su:
Ich sehe das etwas anders, Verantwortliche sollten (im Vorfeld lernen) alle Online Plattformen beherrschen, denn User entscheiden, wo sie sich äussern und erwarten, auch dort gehört zu werden. Der Point of Communication ist immer genau dort wo diskutiert wird.
Weitere Tipps
Im Shitstorm Fall mehrere Posts bündeln und beantworten oder auch proaktiv kritische Beiträge auf die eigene Seite posten, bevor es andere tun. Dani sagt: “Das ist die neue Art, wie man miteinander umgeht.” Warum bringt Nestle zum Beispiel nicht den Clooney Spot selbst auf der Facebook Seite?
Ergänzung von mir, Su.
Nutze die Worte deiner Gegener und denke auch an google in einem halben Jahr. Beispiel, ein Journalist googled Shitstorm der Firma xy und findet nichts vom betroffenen Unternehmen. Führt die Firma bspw. einen Blog und schreibt dort “mit den gleichen Worten” der “Gegner” wird der eigene Inhalt u.U. auch im Ranking besser berücksichtigt und kommt so zu Wort. Und ist selbstverständlich auch dauerhaft auffindbar.
Nur ein Viertel aller Unternehmen haben in der Krisen Kommunikatiosnplanung Social Media integriert, obwohl man innerhalb von einer Stunde reagieren muss im Ernstfall. “Definiert, was eine Krise mit ihren Abstufungen ist, damit die Verantwortlichen dann schneller und einfacher entscheiden können.” Training mehrerer ! Mitarbeiter, so dass diese die Social Media Plattformen wie ein Telefon benutzen zu können. Eine schöne Aussage finde ich “Profis in der Schulbade haben”. Und Dani ergänzt “ihr müsst es auch mal selbst tun, (an einem Shitstorm mitreden um die Mechanismen kennen zu lernen.”
Es empfiehlt sich auch, ein Werkzeug für Beitrags-Zuweisung einzusetzen, damit nicht verschiedene Leute unterschiedliche Antworten geben. Shoutlet tut hier gute Dienste. Übrigens findet ihr eine Analyse verschiedener Social Media Management Tools auf dem Goldbachinteractive Blog.
Heute ist es soweit, einer der Initianten von Coopkinder zeigt sich öffentlich mit Namen (es ist Michael Rueetschli und vorallem mit Zahlen, Ergebnissen an der Social Media Konferenz in Zürich (Blogpost zum Thema).
Ich bin so frei und werde seine Präsi anschliessend (nun doch) ergänzen mit Tipps für den Detailhandler. Die Ideen hab ich in 3 verschiedenen Workshops mit Studenten an der ZHAW und der Somexcloud (Affiliate Link) diese Woche erarbeitet. Hier ist unsere Präsi für euch.
Diese Frage bewegt auch andere Viel-Web-Nutzer wie Richard Gutjahr. Wie bewältige strukturiere ich die Informationsflut? Listen, Kreise und Tools, wie das neue google Monitoring sind willkommene Helfer, jedoch schliessen diese in meinen Augen wichtige Teile der Kommunikation aus, den Zufall, die Inspiration und manchmal sogar den richtigen Moment. Sprech ich das aus, kommt oft: Wie machst du das mit den vielen Inhalten?
Ich behaupte jetzt mal kühn, dass die Informationsflut gar nicht grösser geworden ist, sondern vorallem sicht- und nutzbarer. Gedacht hab ich auch vor 20 Jahren schon viel und ständig. Heut schreib ich es halt auf, lese nach, lerne obwohl ich das manchmal gar nicht wollte (bekomme eine Info im Web, obwohl ich nicht danach fragte). Was für mich grösser, viiiel grösser wurde, ist die Anzahl der Menschen mit denen ich mich austausche oder austauschen kann. Peter Kruse nennt das kreisende Erregung und Aufschaukelung. (danke Marie-Christine für den Tipp) Es gibt keine zahlenmässige Begrenzung, voraus gesetzt es geht um Inhalte von Interesse! Schlussendlich basiert ein Dialog aber immernoch auf einem einfachen Mechanismus, egal ob gesprochen oder geschrieben.
Interesse, Frage, Antwort, Meinungen, Erfahrungen, ungefragte Aussagen usw. Das heisst, ich selbst bestimme, was ich frage und was ich selbst sage. Nach einer Antwort kann ich suchen in dem ich sie schreibe, in google oder Twitter. Ob irgendwann Webseiten statt Navigationen nur eine Suche und Direktchat haben?
Nun aber zum Handling der vielen Inhalte und Menschen mit denen man auf eine besondere Weise verbunden ist. Dabei geht es oft um das Ungefragte. Ich entscheide nicht im Vorfeld von WEM ich WAS lesen will, sondern WANN ich lese, frage oder schreibe. Ich kann ohnehin nicht voraussehen, wer, was, wann sagt. Und so mache ich mir das Online Leben leicht und versau mir diverse Rankings. Es sieht ja schon besser aus, wenn man selbst weniger Leuten folgt als man selbst Verfolger hat. Bleiben wir gleich bei Twitter, weil das so herrlich zeitbezogen ist.
dort folge ich Menschen, die
- mir inhaltlich auffallen
- mich thematisch ansprechen oder erwähnen
- mir folgen und selbst aktiv sind
- die mir mal begegnet sind…
spannend ist, die meisten hier kenne ich nicht aus dem Offline Leben, was eine ungeahnte Bereicherung ist.
Tools fürs Community Management (wie das Cheat sheet von Mike) und Monitoring sind wertvoll aber eine Art Filter, um den es mir hier gerade nicht geht, wie ihr bemerkt habt. Denn damit limitiere, fokussiere ich mich auf bestimmte Inhalte um gezielt zu kommuniziern. Ich glaube, dass „Dabeisein“ wesentlich effizienter ist, wenn es um die Inspiration und potenzielle Möglichkeiten für einen Dialog geht. Oft sagen Kommunikationsleute, die mit Social Media starten, “ich weiss nicht, was ich schreiben oder sagen soll”. Das Problem stellt sich aber nicht, wenn ein Gespräch bereits läuft. Und im Web ist das so.
Mit Torsten spreche ich gelegentlich über die real mögliche Anzahl an Leuten im Netzwerk. Unsere Ansichten könnten unterschiedlicher nicht sein und das ist das Tolle an Social Media, jeder nutzt es nach seinem Geschmack, ja sogar Charakter. Auf einer Party kann ich nicht mit allen sprechen, überlasse es aber dem Leben, gut, nennen wir es Zufall, wen ich kennen und was ich dazu lerne. Ich vermute, dass dies eine der grössten Herausforderungen für Unternehmen ist, Zuhören lernen, das Sprechen auch mal sein lassen und die Zufälligkeit kultivieren. Genau dann entstehen echte Chancen für Unternehmenskommunikation und die frühere Botschaft lässt sich auch in Gespräche einflechten, wenn danach gefragt wird oder es gerade inhaltlich passt. Besonders hier sollte man sich der Echtzeit bewusst sein, eine Antwort einen Tag zu spät passt manchmal nicht mehr in den Gesprächsfluss.
Achso, die Datenflut: Ich habe kleine Zeitinseln reserviert, wo ich „hier“ bin. Morgens und Abends im Zug, zur Tee-, Mittags- und Kekspause und zum Feierabend und immer dann, wann andere eine Rauchen gehen oder ich etwas zu sagen habe. Oft höre ich einfach dem Strom der Menschen zu und geniesse die Zufälligkeit, bekomme Lesetipps und mit was die Leute bewegt. Über die Zeit lerne ich sie online kennen, manche besser als Freunde, die ich ausschliesslich offline treffe. Und das beste, ich kann Wissen suchen Fragen stellen. Das Kernthema der Spezialisten hab ich mir ja in Listen gemerkt
PS: Ich gönne mir wöchentlich übrigens einen medienfreien Tag, aber das ist ein anderes Thema
Nachtrag: gerade jetzt bei Johannes entdeckt Lucy Marcus sagt “why boards need to adopt – und ich muss es einfach ergänzen
Heute fragte mich eine Teilnehmerin im Workshop für Online Kommunikation. Ich gewöhne mir übrigens langsam Social Media als Bezeichnung ab, weil es für mich viel mehr um Kommunikation als um Media geht:
“Oje, das ist so viel Aufwand, kann man nicht Tweets und Facebook Posts automatisiseren?”
Weil wir gerade über mein Lieblingstool Twitter sprachen, und ich nicht schon wieder die Kommunikation über Persönlichkeiten Menschen hochhalten wollte, hab ich spontan in die Twitter Runde gefragt. Ich bin froh, dass die vielen Antworten von leidenschaftlichen Twitterern zeigen, dass immer noch der menschliche Austausch, Spontanität und Echtheit gegenüber Automatisierung punktet. Mein Ziel, die Power von Twitter am Live Beispiel zu zeigen hab ich bei dieser Gelegenheit auch gleich erreicht. Hier sind die tollen Ansichten aus der ungeplanten Umfrage. (achja auch das ist eines der Geheimnisse von Twitter, überraschende Reaktionen, nicht wirklich vorausseh- und planbar) Ich fasse kurz zusammen: Nixda Automatisieren, Dabei-sein wird bevorzugt.
Gerade veröffentlichte die HWZ (Hochschule für Wirtschaft Zürich) in Zusammenarbeit mit Thomas Hutter und Barbara Kunert eine Studie zur aktuellen Nutzung von Social Media in der Schweiz. Genauer gesagt der 141 grössten Unternehmen, es beteiligten sich 53 Firmen. Barbara hatte letztes Jahr gemeinsam mit Bernet PR schon die Zahlen erhoben. Hier sind die wie ich finde aufschlussreichen Ergebnisse, die ich gerne und natürlich nicht ganz unkommentiert teilen möchte. Continue reading →
Wer genau hinhört, wenn ich leidenschaftlich über Online und Kommunikation oder beides in Kombination spreche, bemerkt vielleicht mein leicht gespaltenes Verhältnis zu Facebook. Ich mag es und bin dennoch nicht verfallen. Ja ich stehe dazu, ich muss nicht immer alles toll finden, nur weil Social Media drauf steht. Ich habe mir auch vorbehalten Foursquare auszulassen, weil ich den Wert (übrigens bis heute) nicht erkenne. Bei Facebook entschied ich mich bewusst, als Unternehmerin keine Page zu haben, weil mein Kommunikationszentrum der Blog ist, dessen Inhalte sowieso auch auf andere Plattformen wie Twitter und Facebook schwappen.
Inzwischen finden sich auch meine Freunde (die definitiv keine Digital Native Jahrgänge sind) auf Facebook ein und ich habe auch offline immer häufiger Diskussionen rund um die Plattform. Continue reading →
Die Facebooksperre bröckelt, titelte 20 Minuten und verkündete, dass Swisslife als eine der ersten Finanz-Unternehmen in der Schweiz ihren Mitarbeitern den Zugang zu Facebook erlaubt. Scheint so, als erkennt man inzwischen den Wert, den Mitarbeiter als Markenbotschafter haben. Ein Kommentator schimpft „der Mitarbeiter gehört mitsamt seinen sozialen Kontakten der Firma“ und spricht damit die Privat- und Geschäftsgrenze an. Doch in meinen Augen liegt genau hier die grosse Veränderung. Unsere Berufe hören nicht um 18.00 Uhr am Firmeneingang auf, ich glaube das taten sie auch nie. Auf einer Party war und ist oft eine der ersten Fragen „Was machst du beruflich?“ Und schon ist der Mitarbeiter ein glaubwürdiger Botschafter des Unternehmens. Ich kann also Unternehmen nur beglückwünschen zu der Entscheidung, die ich schon 2009 herbei gewünscht habe, online und offline lassen sich ebenso wenig trennen wie Geschäft und Privat. Continue reading →
Gerade stellte Yvonne Miller in der Social Media Women Schweiz Gruppe in Facebook eine Frage, die ich mir lange nicht mehr gestellt hab. Man glaubt manchmal, alles sei klar und dann kommt eine Frage, schlicht und gleichzeitig wichtig für eine Konzeption, einen Start und auch fürs Optimieren der eigenen Aktivitäten. Deshalb teile ich sie mit euch. Continue reading →
Hier ist es das Beispiel, auf das ich schon lange warte, ohne dass es mir bewusst war. Leute, die Fan einer Marke sind, starten deren Social Media Kommunikation und zwar mit (fast) allen Registern. In diesem Fall (vermeintlich) ohne die Beteiligung der Marke Coop selbst. In der Schweiz gibt es so eine Aussage „ich bin ein Migros- oder eben Coop-Kind“ das bezieht sich darauf, dass man meist dort einkauft, wo schon die Eltern einkauften (hier ein satirischer Beitrag aus Giacobbo/Müller). Die Leute haben eine Bindung zu einem der beiden grössten Detailhändler. Continue reading →