Marketing Automation in 10 Schritten

An der SOM Expo #som18 sprach Prof. Dr. Marc K. Peter, Leiter des Zentrums für Digitale Transformation und Marketing an der FHNW über Marketing Automation als eine der wichtigsten Infrastrukturen des Digitalen Marketings. Hier könnt ihr Marc übrigens auf Twitter folgen.

Noch ein Wort zur Konferenz: Ein paar Perlen unter den Vorträge, ein paar Innovationen an Ständen, Menschen, vor allem Lang-nicht-getroffene. Für mich also besuchenswert, auch wenn ich ein paar kritischere Stimmen gehört habe. Jetzt aber ein paar Snaps aus seinem Vortrag. Achtung es wird technisch, sehr technisch, ein klarer Trend in unserer Branche:

Vorteile von Marketing-Automatisierungslösungen:

  • Marken- und Messaging-Konsistenz über Kampagnen und Kanäle hinweg durch Vorlagen und Standards
  • Massgeschneidertes (personalisiertes) Marketing für jeden Kundenwunsch
  • Reduzierter Zeitaufwand für die Verwaltung von Marketingprogrammen und die Erledigung von Aufgaben
  • Gemessene Kampagnen zur Optimierung, Rechtfertigung und Priorisierung von Initiativen
  • Verbesserte Schlusskurse mit rechtzeitigem und relevantem Engagement
  • Verkürzte Verkaufszyklen mit kürzeren Reaktionszeiten
  • Geplante und automatisierte Aktivitäten für ein ständiges Engagement ohne manuellen Aufwand

Prof. Dr. Marc K. Peter, FHNW

Die 10 Projektschritte zur Marketing Automation

Anmerkung: Was ich super interessant finde, diese Projektschritte ähneln stark dem Vorgehen einer Content Strategie. Andererseits, hey, es ist halt auch einfach ein Projekt.

  1. Automation Strategy
  2. Customer Journey Analysis
  3. Use Cases / Scenarios
  4. Data Management, Analytics and Segmentation
  5. Predictive Intelligence
  6. Content Marketing Strategy
  7. Channel Management
  8. Analysis and Monitoring
  9. Technical Infrastructure and Processes
  10. Resources, Roles, Timing and Budget

1. Strategie/Ziele
2. Customer Journey Analyse

Marc empfiehlt, am Anfang nur zwei Ziele zu fokussieren. Zum Beispiel Neukunden. Eine kleine Firma könnte mit einem Event beginnen, damit der Workflow übersichtlich bleibt. Aus Erfahrung sagt er, solche Projekte in grossen Firmen können schon 4 – 6 Monate (oder bis zu 2 Jahren) dauern. In kleinen Projekten kann alles auch in 2 Wochen automatisiert sein.

3. Mögliche Anwendungsszenarien
4. Segmentierung

Netterweise hat mir Marc seine Slides gegeben, denn in dem Lärm der SOM und Raumsituation konnte ich kaum vernünftig fotografieren und notieren, was wichtig ist, aber in einer Nachtschicht zusammenbringen. Die Herausforderung sind immer die Daten. Als kleine Firma kann man einfach neu beginnen, als grosse müssen die vorhandenen Daten bereinigt werden (Er berichtet von einem Beispiel, wo das Team das mit Outsourcing auf den Philippinen gelöst hat)). Der Schritt des Segmente einfügen ist wichtig, dort entstehen ggf. auch neue Use Cases.

 

Ein paar Marketing Automation Beispiele aus seiner Praxis:

Wenn ein Lead durch Scoring generiert wird, wird er sofort dynamisch der entsprechenden Vertriebsressource zugeordnet, wobei die Marketingaktivität der Opportunity gegenübergestellt wird.

Nach 30 Tagen Inaktivität kommt ein Lead aus dem Vertrieb in das Marketing zurück, nun kann er den Marketingkampagnen zugordnet werden.

Ein Benutzer wird automatisch zu relevanten Kampagnen hinzugefügt, je nachdem, wie er mit E-Mail-Kampagnen und/oder Inhalten auf unseren Marketing-Websites interagiert.

Ein Vermarkter kann eine Kampagne einrichten, die automatisch abläuft, um wiederholbare Aktionen zu unterstützen, z.B. das Einbinden neuer Kunden, kostenlose Testversionen, aufgegebener Warenkorb.

Für jedes Webinar verschickt das Marketing-Team mindestens 5 E-Mails, beginnend mit den Ankündigungen bis zum ‚Danke‘. Dieser Prozess kann für Listen und ausgehenden Aufwand automatisiert werden.

Prof. Dr. Marc Peter an seinem Vortrag über Marketing Automation

5. Analyse und Bewertung
6. Content Marketing Strategie

Jeder Touchpoints muss gemessen werden (auch Telefon und Reklamationen). Und was macht man dann mit diesen Zahlen? Zum Beispiel individuelle personalisierte Angebote entwickeln. Er sagt noch „Ohne Content mit Fakten können Sie nicht erfolgreich sein.“ Deshalb ist es nötig, sämtlichen Content in einem Audit zu analysieren und zu bewerten und natürlich auch den Content Prozess zu definieren. Wie wird alles produziert und sinnvoll publiziert?

Snack, User und Influencer Content

Den Vortrag von Mike Schwede hab ich leider nicht sehen können. Sharebility scheint mir wichtiger, als wir alle uns bewusst sind. Die Dialoge verschieben sich gerade massiv in Chats. Hier sind seine Slides zu Snack Content, Wichtigkeit und wie es gelingt. Wie immer mit super Impulsen.

Slide aus Vortrag von Mike Schwede

 

7. Channel Management
8. Analysis und Monitoring

Hier werden Kanäle und Frequenz definiert. Vorsicht vor Übersättigung von Content. Anmerkung: Das beobachten wir ja alle aktuell stark. Jeder denkt, sein Content ist der wichtigste, dabei kann man schon mal in zu viel Buzz abrutschen. Wir sollten aufhören zu denken, dem Algorithmus von Plattformen dienen zu müssen.

Die Tools dienen natürlich nicht nur fürs Reporting sondern konsequent dem Besserwerden. (Anmerkung: in der Praxis haperts hier leider oft, weil Abteilungshürden)

 

09. Infrastruktur und Prozesse
10. Ressourcen, Rollen und Orga

Erst jetzt suchen die Verantwortlichen nach der technischen Lösung. Es sollte genügend Zeit für rechtliche Rahmenbedingungen und Abklärung in verschiedenen Ländern eingeplant werden.  Bei den Ressourcen kommt es auf Mitarbeiterprofile an, die oft auch weiterentwickelt werden müssen. Indirekt sagt Marc, dass es die Leute oft so schlicht nicht gibt. Wählen wir doch die besten Kampagnen Managerinnen, Videoproduktionsleute, Projektleiterin und IT-Menschen aus. Anmerkung: Ich würde ja glatt noch jemand mit Content und Kommunikationserfahrung dazu nehmen. Smile.

 

Marketing Automation Software / Tools

Wie immer muss man hier auch selbst recherchieren. Schaut mal; hier ist eine gute Liste. Er empfiehlt noch Example Wired Marketing = Strategie Plan und Tool Kit (das als Starter-Paket funktioniert) und G2 Crowd Grid für Marketing Automation Software. Eine Schweizer Lösung ist Maatoo.io

Die Platzhirsche HubSpot, MailChimp, Drip kennt ihr natürlich, drum erwähn ich die nicht weiter.

Miro, Su und Jasmin bei Advertima

Marc, Su, Jasmin

Danke für den super Vortrag. Wie schon oben gesagt, für mich hat sich die SOM gelohnt. Natürlich auch, weil ich mit Jasmin Epp, Crealogix, unterwegs war und zufällig Miro, Miroljub Zlatkovic, getroffen hab, den ich vor Jahren bei seiner Masterthesis unterstützen durfte. Er ist heute bei Advertima (Foto oben). Sie messen den Erfolg von digitalen Plakaten. Die Software misst Reaktion (Smile und Augenkontakt und schätzt das Alter, Danke für die 34!) Alles digital und automatisch, da ändert sich noch meine Meinung zu Plakaten.