Flexibler Mensch – Wie Web-Mechanismen unseren Job-Alltag verändern

Zuerst bekam ich von den aktiven Web-Workers, Social Media Women, einen Berg an Tools. Das Wissen einer Themen-Community fasziniert mich eben so, wie die Web-Mechanismen dahinter. Nach denen hab ich gesucht. Warum verändern sie, wie wir zusammen arbeiten und leben? Und was bringt ein flexibler Geist?

An der Connecta darf ich morgen 20 Minuten kurz darüber reden. Neben klugen Menschen wie Sophie Hundertmark, Gunter Dück, Richard Gutjahr, Markus Maurer, André Baldauf, Prof. Nils Hafner und so viele mehr. Es ist unmöglich, alle zu sehen, sehr schade. Endlich mal keine Stunde, aber nun hab ich den Salat. Es ist viel schwieriger mit wenig auf den Punkt zu kommen. Also hab ich auf 4 Aspekte fokussiert.Alles was Tools können, können sie, weil irgendjemand den Bedarf hatte.

Inputs Tools von Social Media Women Schweiz. Dankeschön

1 Virtuell ist auch real

Wir unterscheiden nicht mehr wo wir uns unterhalten oder wann. Das Tool ist vielen egal. Sogar Chats finden zeitversetzt statt. Dazu wären wir offline nicht in der Lage. (und es würde wohl auch niemand ohne Abschiedsgruss einen Raum einfach verlassen) Live-Formate und Hashtags sprengen gleichzeitig geografische Grenzen. Ich kann teilnehmen, ohne physisch dabei zu sein. Wenn Firmen es nicht bieten, finden die Leute Wege, die Tools trotzdem zu nutzen. Oft genug mit privaten Laptops oder Smartphones oder über den Browser, wenn die Installation nicht möglich ist.

Daniela via Zoom

2 Von wegen Privat

Das bringt mich auf Privat. Was ist das schon? Inhaltlich unterscheiden wir noch. Aber bei Menschen, also Kontakten schon nicht mehr. Tools und Plattformen haben uns gelernt, das wir Netzwerke nicht trennen. Sogenannte Connector / Vermittler und ihre Netzwerke werden sicht- und nutzbar. Technisch völlig egal, woher wir uns kennen. Was uns allen klar ist, sogenanntes Geschäftliches findet auch im sogenannten privaten Raum statt. Das ist aber auch ohne Tools so. Geheim oder Sperrfrist ist einem transparent und öffentlich gewichen. Nicht immer gut.

Neu ist, dass Leute in ihren Jobs private Tools (Whatsapp, Drive…) nutzen und wir alle viel persönlicher kommunizieren. ❤️ Emojies sind Standard und längst nicht mehr der Liebe vorbehalten. Der beliebteste ist immer noch 😂 Nun denn. 🤔

 

3 Wissen über das Wissen

Jetzt also wieder ernst. Wissen war noch nie so einfach zugänglich. Aber kaum jemand kann es behalten. Im wahrsten Sinne. Viele denken, sie können alles googeln. Ja, schon, aber wie. Auf Sprachsuche wollen uns SEO Spezis zwar sensibilisieren, aber die Ergebnisse sind wohl kaum das was wir Know-how nennen. Schlicht, weil die Inhalte noch nicht so sprechend (mit integrierten Fragen) angeboten werden und Videos nur durchsuchbar sind mit Apps.

Wir müssen also suchen (mit Strings) oder mit Bookmarks und Tags aufheben. Anderen folgen, die Wissenswertes teilen. Und wieder geht es darum sich zu vernetzen. Es ist als seien wir Menschen gemeinsam das eigentliche Wissen. Leider sind wir zu beschränkt, um dieses zu nutzen. Bots können das besser. In 2 Jahren 17000 Menschenjahre Erfahrung Nach dem Video hab ich endlich auch verstanden, warum #Esports mehr ist als reines Gaming.  In Minute 4:32 „The AI made some really bizarre decisions that the developers could have programmed it not to do. AI teaches itself“ Nach nur 5 Monaten learning schlug der Bot die Spieler in 99.95%) AI und deep learning werden künftig „unser“ Wissen bestimmen. Auffindbarkeit, Konservieren und Durchsuchen von Inhalten ist ein Klacks dagegen.

Elisabeth Stern erforscht Wissen und Intelligenz. Sie fordert, die Fähigkeit zur inhaltsbezogenen Zusammenarbeit zu erlernen (bei Kindern). Ich bin überzeugt, dass wir schon heute ständig und öffentlicher lernen. Das hat sich zusammen mit Webmechanismen geändert. In jedem Job geht es um mehr Inhalt und breitere Spektren als noch vor 10 Jahren. Neben Spezialisierung muss ich auch Nebenjobs beherrschen. Sehr gut seh‘ ich das im Markom. Da gings früher um Themen und heute gleichwertig auch um Daten.

Flexibel im Geist

4 Der flexible Mensch

Das bringt mich zum Menschsein. Tools machen uns flexibler, wenn wir denn flexibel sind. Alles was Tools können, können sie, weil irgendjemand den Bedarf hatte. Ich kann den Satz „Das brauche ich nicht.“ nicht mehr hören.

  • Wir sind virtuell und effizienter dank Tools
  • Tools und Menschen trennen kaum privat und Geschäft
  • Wir müssen ständig und öffentlich lernen
  • Wissenshierarchien fallen (auch zugunsten von Bots)
  • Vorallem brauchen wir einen flexiblen Geist

Ich habe noch kurz in meine persönliche Trickkiste geschaut, was mich im Joballtag beeinflusst. Es sind Eigenschaften, die mich erinnern, es besser zu machen.

Fragen, Fehler machen, transparent und respektvoll agieren, wissensdurstig bleiben, Brücken bauen, testen, adaptieren, verwerfen, mitgestalten, kritisch beobachten, meditieren. Der Mensch kommt noch vor dem Tool. Nicht neu, aber lohnt sich in dem Beitrag zu erwähnen.

 

Jonas Kiefer erzählt über Content Marketing bei WIR Bank

Wir produzieren unseren Content für Menschen und nicht für Touchpoints. Wenn jemand sowas sagt, lohnt es sich, näher nachzufragen. Jonas Kiefer von der WIR Bank hat mir geantwortet. Jonas, ich danke dir ganz herzlich und auch Volker Strohm für die Einblicke und sogar noch in den Ferien gabs einen Nachschlag für mich.

Für einen Vortrag habe ich neben Jonas noch weitere  Profis gefragt, was Content Marketing bei Banken kann, und woran es scheitert. Aber jetzt erstmal zu einer Erfolgsstory:

 

Welche Ziele verfolgt ihr mit dem Content Marketing und welches Problem löst es aus Kundensicht?

Man darf nicht vergessen, dass es für viele KMU vor allem einen zentralen Antrieb gibt: das Überleben. Dadurch sind viele Entscheider in den KMU voll engagiert und auf ihr Kerngeschäft fokussiert. Deshalb möchten wir Ihnen schnell Inhalte liefern, die für KMU aller Branchen wichtig sind wie z.B. digitale Transformation, KMU-Führung, Digitales Marketing, Management-Themen u.v.m.

KMU lernen dank unserem Content Marketing Gleichgesinnte und neue Experten kennen oder können sich schnell und einfach über KMU-relevante Themen informieren. Anders gesagt: Infotainment & Networking.

Für bestehende Kunden behandeln wir natürlich auch Themen, die für das WIR-Netzwerk relevant sind. Stellen andere WIR-Teilnehmer vor und zeigen auf, wie man mit unserem Netzwerk erfolgreich sein kann.

Unser Ziel ist es, …

 

dass z.B. unser Blog eine Anlaufstelle für alle KMU in der Schweiz wird. Unser Content Marketing wird längerfristig noch stärker auf den Unternehmenserfolg einzahlen, wenn wir es schaffen, KMU mit inhaltlichem Mehrwert auf uns aufmerksam zu machen.

Content Marketing heisst bei uns aber auch: von Social Media, über Blog bis hin zu Events. Also offline und online

Content Marketing ist eben schlicht und einfach die kreativste, vielfältigste … ja einfach geilste Disziplin, die es gibt. Punkt.

Warum führt ihr auch den Dialog in Social Media? Viele Banken sagen ja, das ginge nicht wegen den Regulationen.

Das ist ein Ammenmärchen. Natürlich gibt es gewisse Regulationen, wenn es um Kundendaten und dergleichen geht, ist ja klar. Wir müssen aus regulatorischen Gründen bei Anfragen über unsere Social-Media Plattformen (Facebook, Twitter, Instagram, Linkedin) lediglich ein bis zwei Mal pro Jahr auf Kundenberater oder das Beratungszentrum verweisen. Unsere Kunden wissen ganz genau, dass wir ihnen zum Beispiel keine Kontoauszüge über den Facebook-Messenger senden dürfen.

Die Regulationen sind unserer Meinung nach vor allem intern auferlegt, da viele Banken nicht möchten, dass eine Person das Recht hat, in Eigenregie und in kurzer Reaktionszeit auf Anfragen einzugehen. Dieses Vertrauen ist aber die Basis, um überhaupt erfolgreich einen Dialog zu führen.

 

Doch genau dieser Dialog ist die Antwort nach dem «Warum»

Wir tauschen uns über unsere Produkte und Dienstleistungen, über das WIR-System und allgemeine Komplementärwährungs-Themen aus oder erhalten auch mal Kritik. Viele User sind gerade in diesem Punkt überrascht, dass wir uns auch dieser aktiv annehmen und ein offenes Ohr haben.

Wir nutzen also die Chance, einfach und direkt mit bestehenden oder potentiellen Kunden respektive allgemein Interessierten in Kontakt zu treten.

 

Kommentar: Wenn ich mir eure Bildergalerie so anschaue. Ihr meint das ernst mit den Menschen und Dialog.

Bilder von WIR Bank FB Page

 

Welche Inhalte seht ihr als besonders wertvoll in Eurer Content-Strategie an?

Inhalte, die auf unterhaltsame oder informative Art dem User einen Mehrwert bieten. Essentiell ist dabei, dass wir und unsere Autoren Wissen und Erfahrung preisgeben, damit andere davon profitieren können.

Zum Beispiel im Blog

Beitrag im Blog WIR Bank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum betreibt ihr einen Blog?
Und lohnt sich das?

Damit wir eine Plattform haben, um die oben genannten Inhalte zur Verfügung zu stellen. Der Blog ist das inhaltliche Zentrum unseres Content Marketings. Der Aufwand ist absolut gerechtfertigt, denn der Blog ist viel mehr als nur Buchstaben, Wörter und Videos. Wir haften damit Themen, in unserem Falle KMU-relevante, an unsere Marke. Wir bieten unseren Kunden das stärkste KMU-Netzwerk der Schweiz. Mit dem Blog können wir die Themen bespielen, die unsere Kunden beschäftigen. Kurz: aktiv Mehrwert bieten.

Wir haften damit Themen, in unserem Falle KMU-relevante, an unsere Marke. Mit dem Blog können wir die Themen bespielen, die unsere Kunden beschäftigen. Kurz: aktiv Mehrwert bieten.

(Mehr über Corporate Blogs findet Ihr hier bei mir auf der Website

 

Welche Rolle spielen Gesichter und Persönlichkeiten bei Eurer Content-Strategie?

Wir produzieren unseren Content für Menschen und nicht für Touchpoints. Dementsprechend möchte das Gegenüber auch digital wissen, mit wem er es zu tun hat. Deswegen sind Volker Strohm und ich, als Verantwortliche für den Content auch auf den jeweiligen Kanälen präsent. Das gibt den Menschen die Möglichkeit, den Dialog auch mal persönlich zu adressieren.

Volker Strohm

Wir verstecken uns nicht hinter einer Marke oder gar Fassade. Heisst in diesem Falle, dass wir viele Kunden auch auf unseren privaten Social-Media-Kanälen verknüpft haben. Ganz wichtig: Wir sind beide auch zum Beispiel bei den WIR-Events persönlich anwesend, damit der Dialog auch analog geführt werden kann.

 

Content Marketing als Vertrauensförderung?

Absolut. Dazu ein kleines Beispiel. Auf den Weg zu einer Location-Besichtigung für einen Testimonial-Dreh habe ich bei einem Kunden Material abgeholt, das er für eine Messe von uns ausgeliehen hatte. Er hat mir kurz von seinen Problemen erzählt, die er mit einem Mitarbeitenden hatte und war deswegen spürbar geknickt. Am nächsten Tag war ich wegen der Drehvorbereitung wieder in der Region und bin vor meinem Termin nochmals bei ihm vorbeigefahren und habe ihm einen Karton mit #WIRbier zur Aufheiterung vorbeigebracht. Was hat das nun mit Content Marketing zu tun? Ganz einfach: Kennengelernt haben wir uns über die digitalen WIR-Kanäle. Es zeigt einfach, wo eben gutes Content Marketing hinführen kann: zu Dialog mit Menschen und zu Vertrauen.

Und das erzählst du mir erst jetzt, es gibt ein WIRbier!

WIRbier Foto geklaut von der FB Page der WIR Bank

Offline und Online charmant verbunden. Schaut mal. Ist das nicht cool?

Hab Jonas gleich mal noch nach Olten eingeladen. Hier sind ein paar Schnappschüsse.  Die Studierenden vom CAS Digital Marketing Spezialist hatten ihren letzten Studientag und waren sehr erfreut.

 

Content Marketing für Banken – ich kenne meine Bankberaterin nicht

Herr Herter ist seit etwa 5 Jahren nicht mehr da. Etwa so lange war ich auch nicht mehr in der Bankfiliale Bülach. Seit Jahren nehme ich mir vor, endlich zu wechseln. Mobile easy wechseln, Kreditkarten-Limite ändern, Karte sperren, Geld anlegen, mich jemand inspiriert, ich finde, was ich nicht weiss, dass ich es suchen sollte. Wo wird das sein?

Sind wir mal ehrlich.Wechselfaul sind wir, die Bank ist nur im Hintergrund, das Angebot ist bisher austauschbar. Ich spreche morgen vor Banken-Marketers und bin drum ins Thema abgetaucht, um ein paar sinnvolle Impulse zu geben. Dabei haben mir kluge Menschen mit sehr vielen wertvollen Inputs geholfen.

Warum also Content Marketing für Banken?

Aus Nutzersicht haben wir eine Content Überflutung wie noch nie. Was ich als Nutzer online sehe sind:

  • Kleinteilige Storyschnipsel ohne Zusammenhang
  • Zeitabhängiger Inhalt: Echtzeit dominiert dauerhaften Inhalt
  • Story-Formate drängen sich in den Vordergrund
  • Eine Diskussion kann Ort und Thema wechseln
  • Geschlossene Räume für vermeintlichen Fokus (Gruppen und Chat)

Zu viele Inhalte, die für mich nicht zusammenpassen und zudem zeitabhängig sind. Soviel kann ich gar nicht bookmarken, wie ich lesen sollte. In diesem Becken soll sich mal jemand behaupten können, mit trockenem unpersönlichen Themen. Eher schwierig. Aber ich hab ein paar Vorschläge, warum es sich dennoch lohnt.

 

Mögliche Ziele für Banken

  • Die künstliche Distanz überwinden
  • Künftige Netzwerke knüpfen rund um Themen
  • Ansprechbar sein
  • Dort, wo die Kunden sind
  • Komplizierte Zusammenhänge einfach erklären – auffindbar
  • Such-Verhalten (auch in Plattformen) bedienen

 

Woran scheitert es bei Banken im Content Marketing. Profis teilen ihre Meinung?

Ich habe einige Profis gefragt, was sie glauben, wo die Stolpersteine liegen. Ich hab soviele Meinungen bekommen, dass ich sie hier wertschätzen möchte. Jede einzelne ist ein Impuls, um eine vernünftige Content Strategie zu optimieren. Ganz herzlichen Dank.

 

Wir haben also gelernt:

  • mehr sinnstiftender, spezifischer Inhalt
  • Unterschiedliches Erlebnis offline und online verbessern
  • Verpasste Dialogchancen einfach nutzen
  • Weniger distanziert, „zu höflich“ kommunizieren
  • Bestehendes Geschäft kannibalisieren (um zu bestehen)
  • How und What ist vorhanden – aber das Why fehlt
  • Austauschbare Inhalte mit einzigartig Nützlichem ersetzen
  • Wenn die Grossmutter den Text versteht, kommt es an
  • Banken müssen an der Kundenschnittstelle sein

roland_berger_retail_banking_survey_de

 
 

Von Geeks und Influencern lernen

 

Story-Screenshot von Hello Nina (Instagram)

In meinem Vortrag spreche ich auch darüber, was Content Marketers von Geeks und Influencers lernen können. Das ist aktuell eins meiner Lieblingsthemen. Nicht nur, weil das Wort Influencers oft nur auf Instagram fokussiert in den Köpfen. Vorallem aber, weil das die Cracks da draussen sind. Hier kann nahezu jeder lernen.

Wenn wir diese Kultur verstehen wollen, brauchen wir selbstverständlich auch private Accounts. Ich begegne immer noch (wieder?) Verantwortlichen für Content Marketing ohne Twitter Accounts und neuerlich sogar wieder ohne Facebook Account.
Wie wollen wir in der Content Flut bestehen, wenn wir nicht mal ein Standup-Paddel haben? Aber darüber schreib ich andermal.

Jedenfalls diskutieren Influencer nicht darüber, wo der Hashtag sein muss, im Kommentar oder doch beim Post. Wie lang der Film sein darf. Sie tun es einfach, probieren und lernen aus ihren Fehlern.

Was Influencers und Geeks besonders gut können:

 

  • Know-how über ein Gesicht positionieren
  • Klare Statements
  • Strenger Themen-Fokus
  • Sichtbarer Teil einer Fach Community sein
    (ja, Influencers lieben auch ihre auch Wettbewerber)
  • Inhalte als Dienstleistung verstehen
  • Alle Formate ausschöpfen

 

Dos und Don’ts aus meinem Vortrag

Mit mir sind morgen die beiden Super-Köpfe: Daniela Wassmer (meine Kollegin) und Sandro Hoffmann von der Valiant Bank AG. Zusammen haben nach dem Vortrag noch World-Cafés. Unsere Aussagen und komplettes Handout kommt hier in Kürze.

 

Du denkst, das war es schon? Natürlich hab ich auch jemanden 1:1 gefragt, der in der Praxis tatsächlich tut, von dem wir oft hören, es ginge nicht. Bank Content Marketing, das etwas bewegt. Das Interview mit Jonas Kiefer, von Wir-Bank ist sehr inspirierend. Schaut mal rein. Und das Handout vom Vortrag ist hier.

Ach ja, ich hab keine Ahnung, was aus Herrn Herter wurde, er hat keinen LinkedIn Account.

Amazon: the empty chair und ruhiger Schlaf

Mein Fazit: Empty Chair steht bei Amazon sinnbildlich für die absolute Kundenzentrierung. Jeff Bezos hat in jedem Meeting einen leeren Stuhl, der sinnbildlich steht für den Kunden. Fragen für Händler, die über Amazon verkaufen wollen: Es kommt auf das Sortiment an, eigene Marken machen Sinn. Das boomt aktuell. Als einer von vielen austauschbaren anderen Händlern wird es schwierig sein. Auch Content ändert sich ständig und ist herausfordernd zu handeln. Das braucht zusätzliche Ressourcen. Empfehlung, als Hersteller über Hybrid-Modelle nachzudenken. 160’000 neue Produkte pro Tag werden in D aktuell hochgeladen. Die Sichtbarkeit (paid ads) ist die grösste Herausforderung. Durchschnittlich laufen 100 – 200 Kampagnen pro Marke. Über den ganzen Tag war von vielen Commerce-Vertretern auf der Bühne zu hören „Ich kann ruhig schlafen, auch wenn Amazon in die Schweiz kommt“.

Nachtag 11.07.2018 Das aktuelle Ranking der umsatzstärksten Shops in der Schweiz (von Carpathia)

Der Beitrag ist live blogging von der E-Commerce Connect (ggf. Typos, sorry ). Ein Summery von allen 5 Beiträgen ist hier. 

Ergänzung: Jochen Kirsch Link zum TV Beitrag zum Amazon-Start

Jan Bomholdt, Gründer und CEO von mein meinEinkauf.ch und Alexander Ortner, factor-a. Er sagte, Amazon ist die grösste Produktdatenbank der Schweiz. Ein paar Aussagen aus beiden Vorträgen und der Podiumsdiskussion, zusätzlich mit Stefan Regli, Schweizer Post (er schläft nataürlich auch gut). Ein paar Zahlen aus zwei Vorträgen: Amazon = 55% des gesamten E-Commerce Wachstum. in USA 1/3 vom gesamten Handelswachstums.

Amazon goes Switzerland – Status Quo

 

Geschätztes Potenzial für Amazon in der Schweiz

 

Unterschied zwischen Hersteller und Amazon

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Erfahrung ist: Jeder weiss erst nach einiger Zeit, welche Produkte Top Seller werden und welche nicht. Wenn ein Produkt schlechte Bewertungen hat, ist entweder im Content ein oder mehrere Fehler (Erwartung, Auffindbarkeit) oder das Produkt selbst ist das Problem. Amazon ist kein Spezialist für Marken, Produkte und Märkte. Alle Entscheidungen werden aufgrund von Kennzahlen getroffen.

Alles was es bei Amazon nicht gibt, gibt es nicht. Es geht nicht mehr um den günstigsten Preis, sondern den günstigste Preis für den Kunden im Wettbewerb (also mehrere Faktoren gewichten). Nur für die wichtigsten Produkte wird ein automatisches Price matching gemacht.

Die Herausforderung: Als Anbieter muss ich sichtbarer sein als der Wettbewerber. Amazon will google adwords überholen. War eine Aussage.

Podium: Do’s and Don’ts für Hersteller auf Amazon.

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Als Händler auf Amazon in der Schweiz?

Einige Aussagen vom Podium findet ihr oben in meinem Fazit. Die wiederhole ich hier nicht. Mir persönlich waren es noch etwas wenig Insides, die diese kompetenten Leute hätten geben können: Privat Label nimmt gerade ungeahnte Dimensionen an. Für Bluetooth Kopfhörer sieht man bspw. die immer gleichen drei Hersteller mit 100 verschiedenen Marken gelistet. Amazon wird tendenziell nicht mehr der günstigste Anbieter. Es geht um spezielle Bedürfnisse beim Einkaufen. Exakt dieses Kabel oder Sneaker-Modell, das ich sonst nirgendwo finde als Konsument.

Fotos vom Event macht übrigens wieder Boris.  Danke für diesen Schnappschuss. (Darf man das so nennen?)

Und der DJ sieht übrigens so aus. Er mixt wieder Zitate der Referenten, was sehr unterhaltsam ist in den Pausen.

DJ an der #dcomzh E_Commerce Konferenz.

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E-Commerce: Switzerland goes China

Mein Fazit vom Vortrag und Panel Bimbosan und Veleda in China: Webseiten funktionieren nicht, nur Marktplätze. Entscheidet ganz oder gar nicht, Chinesen sind sensibel und prüfen genau, ob das Produkt das Original ist. Beziehungen sind wichtig, Sprache verstehen und Kultur. Gute Partner sind wichtig. Partner auch einbinden in die Unternehmenskultur. Wertvolle Tipps von Kilian an Firmen, die in China starten möchten.

Der Beitrag ist live blogging (ggf. Typos, sorry).

Do’s im E-Commerce in China

  • taobao.com (wie Ricardo) in China. Hier prüfen, ob es in China Nachfrage für ein Produkt gibt.
  • Was macht die Konkurrenz und wie geht es ihnen. (monatliche Abverkäufe eines Produktes checken. auf tmall.com z.b. Zahnpasta läuft, Schokolade nicht. (oh)
    Welche Trademarks sind registirert. sbj…
  • Registrieren auf Plattformenen Tmall und jd.com, vip.com suning ….An Events (wie 11. November) teilnehmen.
  • Aufbau für Betrieb Website in localer Sprache (englisch reicht nicht)
  • Inhouse Ansprechpartner zum Prüfen (inhouse sind wir 2000 % gewachsen)
  • crossboarder E-Commerce und innerhalb von China unterschiedliche Strategien entwickeln

 

Donts im E-Commerce in China

– via Webseite verkaufen funktioniert nicht. (Marktplatz-Seiten)
– andere Kultur: andere Bildsprache, was für uns überladen wirkt, ist nicht in China überladen (Bsp.tmall)
– Produktsuche findet auf Plattformen statt (kein CH Approach of SEO/SEO Suchmaschinen anwenden)
– ecom in China ist nicht billig (fast wie physischer Handel)
– nicht via Post versenden nach China (zu teuer, zu lange, nicht tracken – was in China selbstverständlich ist)
– Plattformen treten inzwischen auch als Händler auf (Preise werden von Plattformen diktiert) Achtung vor Veränderungen

Kilian Widmer, Head of Export, Bimbosan (Babynahrung für China)

Kilian Widmer, Head of Export, Bimbosan

Andreas Sommer von Veleda sagt später im Podiumsgespräch. Eine wichtige Frage ist „Wollen wir uns auf die Andersartigkeit einlassen? Ist es nur eine Verlängerung meiner Tätigkeit aus Europa oder ist es für uns ein neuer Markt? In 2030 sind 2/3 der Mittelklasse Asiaten. Es braucht einen eigenen Markenaufbau und agile Haltung. Wir haben 2003 entschieden und 2008 richtig gestartet. Zulassungen brauchen Tierversuche (kommt für uns nicht in Frage), ausser Seifen und Zahl und Mundpflegeartikel. Also starteten wir damit. Wir haben erst kürzlich entschieden, über Crossborder Commerce einzusteigen, um mit diversen regulatorischen Einschränkungen umzugehen und auch andere Produkte vermarkten zu gehen..

Chinesen sind sehr brand-affin. Als Newcomer ist das schwierig, wenn es bereits bekannte Brands gibt. Chinesen wollen eigentlich das Original, das auch in der Schweiz verkauft wird

Produktfälschungen sind aktuell kein Thema bei Weleda.

Kilian Widmer, Head of Export, Bimbosan und Andreas Sommer von Veleda

 

E-Commerce Konferenz: Desktop-Sterben – Sprach-Suche und Bots

Mein Fazit: Wow, diese Ladies auf dem Panel haben wirklich Inhalte geliefert und die Probleme aufgedeckt. Buy Button nicht verdenken mit Pop-ups. Kein Witz, das kommt vor. Testing besser organisieren. Sprachsuche liegt quasi seit 2 Jahren brach und wird nur von ebay bedient, weil die Daten in vielen Shops schlicht nicht verfügbar sind. Chatbots brauchen noch Business-Modelle. Die Herausforderung ist, dass Menschen sehr komplex fragen und mit einem Konversations-Baum nicht beizukommen ist. Jetzt sollte man wirklich anfangen, die Daten aufzubereiten und APIs anbieten. Bots dauert noch etwa 2 Jahre. Voice-Suche 2 – 3 Jahre, aber Menschen suchen mit Fragen und vermehrt via Sprache. AR, VR dauert noch 5 Jahre bis zu realen Anwendungen mit Business-impact. „Ich hoffe, es gibt bald eine AI, die für mich bestellt (bis 7 Jahre) ich möchte nicht mehr einkaufen. AI gerne automatisch shoppen.,“ sagt Antonia von ChatShopper. „Ich würde meine Privicy aufgeben damit andere für mich shoppen.“, Isabel, ehm. CTO von Siroop. Bitte mehr von solch kompetenten Leuten auf der Bühne. SBB wirkte etwas schwach in meinen Augen. Und 28 Km im Stau stehen würde Malte dann doch lieber virtuell, sagt er zu als Jeannine Pilloud, SBB.

Der Beitrag ist live blogging (ggf. Typos, sorry).

Podium mit Jeannine Pilloud (SBB / ÖV-Branchenentwicklung), Antonia Ermacora (chatShopper) und Isabel Steiner, Ex-CEO bei Siroop.

Siroop

Learnings: Herausforderung aus technischer Sicht, eine Seite nicht mehr für Desktop zu realisieren. Wir hatten Apps, aber nur in Beta. Testprozesse ist herausfordernder, als immer wieder angenommen. Mobile Anteile wären viel höher, wenn sich „nicht alle auf falsche Daten beziehen würden“. Mehr testen, dann entdeckt man auch intern, wenn mobile Pop-ups den Buy Button verdecken. Ich würde meine Privicy aufgeben damit andere für mich shoppen, sagt Isabel noch im Podium.

SBB

Ich hätte ja zugern mal Feedback gegeben zur mobile App, die auf meinem google Pixel einfach nicht rund läuft, aber dafür hätte die Dame auf der Bühne sicher eine gute Erklärung. next.
Wir haben das ganze Spektrum an Kunden, wir können nicht segmentieren. Die Kanäle müssen offen sein. Leute folgen nicht sofort der neusten Technologie. Verhaltensänderung dauern bis 25 Jahre, sagt J. Pilloud. Die Selbstbedienungsquote ist hoch, aber täuscht darüber hinweg, dass das Automaten sind. Es gibt noch welche, wo 1 – 2 Ticket pro Woche verkauft werden, diese sind viel zu teuer im Unterhalt. Wir können sie erst ersetzen, wenn wir adäquatem Ersatz bieten können. Es gibt oft durch Politiker noch „Bremsen“ (sinngemäss). Abo ist Gewohnheit in der Schweiz (sinngemäss). Berührungsängste sind riesig. Thema machine learning ist noch zu wenig verstanden, grundsätzlich. Suche muss erstmal gelöst werden, bevor man mit machine learning arbeitet. Mensch und Algorithmus müssen näher zusammenwachsen. Mobile ist wichtig. Ticket per Chat ordern ist jetzt schon möglich indirekt.

ChatShopper

Diese junge Frau auf der Bühne ist mein Highlight. Antonia Ermacora.

Antonia Ermacora (Foto Boris Baldinger)

Sehr fundiertes Know-how und in der Lage zu erklären. Bots dauert noch etwa 2 Jahre. Voice-Suche 2 – 3 Jahre. AR, VR noch 5 Jahre. Ich hoffe, es gibt bald eine AI, die für mich bestellt (bis 7 Jahre) ich möchte nicht mehr einkaufen.
Jedes Unternehmen wird auch via FB Messanger schon angeschrieben. Bei uns heisst der Chatbot Emma. Man muss nicht immer wieder von vorne anfangen, alles zu programmieren. Context und Conversation und Verstehen von natürlicher Sprache ist der Mehrwert. Für mich ist es nur ein neues Frontend (mit gleicher Technologie).

Use-Case Chatbot? Derzeit gibt es noch keine guten Bots, die wirklich Konversation betreiben. Der Fokus ist im Bereich Marketing (Newsletter mit Whatsapp ersetzen) und Customer Service. Darum ist es noch nicht relevant genug. Es gibt noch keine richtige Bot-Story. Marketing kann nicht wie ein Ad vermarkten mit einem Bot. Es gibt noch kein tragbares Business Model für Chatbots, auch Backends schaffen es noch nicht. NLU (Teil vom deep learning) wird noch massiv unterschätzt, auch wir unterschätzen noch, die Daten die benötigt werden. Konversationen designen ist extrem aufwendig. Bei der 2. Frage steigen die Leute meistens aus und fragen einfach selbst, statt dem Konversions-Konzept (via Baum) vom Bot zu folgen (sinngemäss).

Neuronale Netze überhaupt verstehen (man kann das nicht über einen Baum machen). Macht das nicht, man kommt nicht mehr nach, das nachzubauen. Daten Qualität und Quantität sind super wichtig. Nutzer stellen viel komplexere Fragen als normale Anfragen, die man sich ausdenken kann. Die sind über die vorhandenen Daten schwer bis nicht handlebar. Wir lesen deshalb auch über Bilderkennung Daten aus, Kategorie, Farbe, Muster. So erhalten wir bessere Ergebnisse / Antworten. Wir konnten uns nicht auf die Bestandsdaten verlassen.

(Human labeling force) Mit Hilfe von Kombi von Mensch und Maschine haben wir eine eigene App entwickelt. API first, Anbieter sollten jetzt beginnen, die Daten so aufzubereiten, dass man in 2 – 3 Jahren starten kann mit dem „Training“. Hausaufgaben müssen jetzt gemacht werden. Die Suche wird sprechender. Das steht fest.

Nur ebay kann aktuell Sprachsuche handeln also meistens sind das die Ergebnisse. Obwohl es die Funktion seit etwa 2 Jahren gibt. Weil niemand damit experimentiert. Man muss nicht alles selber aufbauen. API sei das gute Stichwort. Es braucht eine Woche und einen mittelguten Fullstack-Entwickler und dann kann man loslegen. Interessanterweise sagt das Isabel von Siroop.

E-Commerce Konferenz: Innovationen – Prozessintegration statt Produkt

Mein Fazit: Im Podium gab es ein paar nette Aussagen zum Fokus auf Prozessintegration statt nur Produkt. Mehr Service, Konzept, Verlässlichkeit statt über den Preiskampf positionieren. B2B sind die hidden Champions. Bezüglich Prozesse, Funktionen und Komplexität meist den B2C Shops überlegen, auch wenn sie optisch und emotional nüchtern daherkommen und damit vieles verstecken, was sie unter der Haube vorweisen können. Was sind die aktuellen digitalen Innovationen nun Ambitionen im Geschäftskundenbereich? Wenn du Profi im E-Commerce bist, musst du diesen Beitrag nicht lesen, es entstand nicht wirklich Überraschendes im Podium:

Der Beitrag ist live blogging (ggf. Typos, sorry).

Podium: Alexandra Wackernagel, Franco Lehmann und Patrick Oeschger

Alexandra Wackernagel, verantwortlich für Digital Business beim grössten Schweizer B2B Shop Elektro-Material, Franco Lehmann, Bereichsleiter Digital Business Interstuhl Büromöbel GmbH & Co KG einem Händler, der mit Amazon Business in Deutschland konfrontiert ist und Patrick Oeschger, CEO der OPO Oeschger AG (18 Mio Umsatz in D) seit den Anfängen des E-Commerce dabei.

Podium: Alexandra Wackernagel, Franco Lehmann und Patrick Oeschger

Auch in diesem Podium geht es darum, Kunden zu verstehen und die bestehenden Daten tatsächlich auch zu nutzen. Kundenmehrwert durch Digitalisierung (Elektronifizierung). Bei einem Stuhl bspw. digital kann ich einen Mehrwert schaffen, z. B. wie sitze ich richtig, Service-Mehrwerte müssen ein wirklicher Benefit sein, das Produkt steht da ganz am Ende. Kundenbindung. Alexandra berichtet vom EM Shop. Man kann z.B. sein komplettes Lager mit Etiketten bedrucken lassen oder wir machen das als Service. U.a. damit sind wir weniger austauschbar. Wir wollen die Einkaufsprozess so einfach wie möglich für unsere Kunden gestalten, auch wenn das Fax-Bestellung heisst (sinngemäss). Es ist nicht des Kunden Hauptgeschäft, einzukaufen. Wir versuchen Kundenwünsche vorauszudenken.

Franco wurde nicht im „Schloss Amazon“ aufgenommen

Franco hat Amazon als Wettbewerber mit Nettopreisen. Er erzählt, er wurde bei Amazon „nicht ins Schloss aufgenommen wurde“. Leider habe ich nicht erfahren oder mitgeschnitten, warum er abgelehnt wurde, oder wie so ein Aufnahme-Prozess läuft.

Alexa: Es geht in Zukunft um Konfigurieren.

Alexa erzählt nebenbei, wie Gäste mit Alexa bei ihr zu Hause reden, aber eigentlich sie in Person meinen 😉 Wir haben einen relativ geschützten Markt. Man kann die Teile aber auch woanders kaufen. Preissensible Kunden tun das auch. Der Installateur verkauft aber seine Dienstleistung und nicht den Stecker. Es gibt geschützte Sortimente, eigene Preise für Kunden, das ist ein Mehrwert für sie. Wenn es um 3 Rappen geht, dann geht doch zu Aliexpress. Da sind wir nicht die Richtigen (sinngemäss). Es geht um Konfigurieren in Zukunft. Amazon Business kennt den Endkunde im B2B noch nicht. Ich habe Respekt aber nicht Angst. Sie können mit Budget spannende Dinge tun, mit denen wir heute noch nicht rechnen.

Patrick: Verbindlichkeit verbindet

Schliesst sich Alexandra an. 5% der Wertschöpfung sind die Teile. Er will lieber die Prozessintegration lösen, statt noch günstiger einkaufen. Verlässlichkeit ist wertvoller „Verbindlichkeit verbindet“. Wir hatten irgendwann die Anfrage von Siroop. Sie haben das in der Geschäftsleitung besprochen, und beschlossen, „wir müssen es einfach mal versuchen.“. Kreditkartenzahlen zu ermöglichen, war u. a. die Motivation. Ich staune. Eintrittskosten und Austrittskosten waren tief. Potenzialbewertung: Wir hatten Ziele und waren nicht ganz so ernüchtert mit den Ergebnissen.
Löffler, Bürodrehstühle ist so menschenaffin, sagt er noch, wir kämpfen nur mit Werten. Es ist teuer und vergleichbar. Wir müssen uns fragen, ist das aktuell der beste Weg, über eine mittelmässige Konfiguration einen Stuhl zu erstellen und zu kaufen. Mit Marketing, digitalem Leitbild, Marken DNA und Service-DNA ist man besser unterwegs. Er möchte gern in 10 Jahren den doppelten Preis verlangen können. Bei uns wird viel vor Ort verkauft. Produktinnovation im Stuhl ist inzwischen vorbei. Der Stuhl sieht in 10 Jahren wohl noch gleich aus, er ist quasi zuEnde-entwickelt.

 

 

 

E-Commerce Konferenz: Mission possible bei Brack und Intersport und Silver Surfer vs. Generation Z

Mein Fazit: Intro und Sympathiepunkte an Thomas und Malte. Hut ab vor 700 angemeldeten Teilnehmern. Thomas heute seinen 50sten und ist mit gelben Schuhen ebenso in Hochform und motiviert wie Malte. Ich mag sie einfach. Zum Glück kam nach dem Keynote Speaker noch was Inhaltstarkes, sonst wäre der Blogpost umsonst für mich. Entschuldigung. Digitec, Galaxus mit achtungsvollen 10% Marktanteil. Wenig Vision, Mission scheint possible in der Schweiz. Aus dem Podium: Mehr Zusammenarbeiten statt gegeneinander. Brack und Intersport empfehlen jedem solche Kooperationen, Rollenverteilung klar klären, die Onliner sind etwas schneller unterwegs, Firmenkultur der Partner sollte zusammenpassen. Roland Brack sagt „Lieber pragmatisch vorwärts kommen, statt perfekt stillstehen“ Wie beim ersten Kuss, entscheidet man sich nicht sofort fürs Heiraten, aber ich würde sofort ausprobieren was daraus wird. und „der stationäre Handel nimmts gemütlich“. wie Markus Peter nett zusammenfasst.

Fazit Ergänzung: Aus einem anderen Podium Silversurfer und Generation Z. Silver Surferin Ursi (50+): shoppt lieber im Laden statt im Web. „in Webshop sind immer super dünne Models, da denke ich, da gibt es eh nichts für mich und ausserdem sind es mir zu viele Informationen“. Luca, der Millennial, (ach nein, das ist Generation Y, er ist Z) auf der Bühne sagt, „4,5 Tage warten ist auch mal ok bei Kleidung, nicht bei Elektronik-Produkten, vor der WM zum Beispiel, wenn ich einen neuen TV kaufe“. Ursi wünscht sich, dass verschiedene Grössen gezeigt werden, also ehrlicher die Realität abbilden, wie Menschen nun mal „etwas fester werden“.

Der Beitrag ist live blogging von der E-Commerce Connect. (ggf. Typos, sorry). Ein Summery von allen Beiträgen ist hier.

Nachtrag: Weitere Notizen zur Konferenz von Manuel Hartmann und Bernhard Bicher von onedot

Warum ich dazu blogge?

Weil ich an Innovationen im Commerce interessiert bin, weil Kommunikation viel mit Business zu tun hat, weil ich es liebe, live zu bloggen (seltenes Handwerk, glaubt mir) und weil ich beim E-Commerce Award mit jurieren darf. Das macht richtig Spass und ich lerne viele Schweizer Shops und Werte-Kategorien kennen (kaufe selbst alles online, ausser Lebensmittel).

Luca und Ursi (Foto Boris Baldinger

Der Reihe nach: Intro in die Konferenz E-Commerce Connect von den Machern

Ein paar aktuelle Zahlen, lassen sich Malte und Thomas nicht nehmen an der Eröffnung ihrer E-Commerce Connect. Ist schön, die beiden wieder als Moderatoren zu sehen. Es gibt übrigens goldene Badekappen, damit die Fotografen erkennen, wer nicht fotografiert und veröffentlicht werden will. 😀 Ihr wisst schon. GDPR. Twitter-Stream ist hier und Liveblogging hier (5 Beiträge) und das Tinkla Team twittert live.

E-Commerce Konferenz: Thomas Lang und Malte Polzin

Keynote: Mission Impossible im GAFA-Tab-Zero-Szenario?

Prof. Dr. Gerrit Heinemann gilt als einer der profiliertesten und kritischsten wissenschaftlichen Autoren wenn es um den Handel von Morgen geht.

Nils Hafner bringts nett auf den Punkt.

Um ehrlich zu sein, fand ich es merkwürdig, soviele Zahlen und Argumente zu präsentieren, ohne visuelles Material (keine Präsi ist cool, aber hier wäre sie wertvoll gewesen). Die Fakts lesen sich nicht neu, aber eindrücklich und als warm-up ok. Er sagt sinnemäss Folgendes.

Das digitale Universum radikalisiert das Kauf- und Kundenverhalten. Radikalisierung im B2C und B2B.
Der demokrafische Wandel (nicht auf ältere Zielgruppen einschiessen) sondern Fokus auf Millennials (über 20% der Bevölkerung) Wachstum findet nicht mehr konventionell statt, digitale Agenda ist unvermeidbar.
Neue Kundenorientierung auf App und Smartphone Commerce (30% der E-Comm. sind App-Umsätze). 55% mobile Internet-Nutzung, 90% haben wir in China bereits. 40% online Einkäufe bereits mobile. (Alibaba über 60 oder 70%). Das Thema wird völlig verpennt von deutschsprachigen Händlern. Auf Android sind die Top Apps: 1 Amazon, 2 ebay und 3 Aliexpress. Otto steht in D auf Platz 18. In CH ist die App-Rangliste: 1 Wish, 2 Aliexpress, 3 Migros, 4 Coop, 5 Tutti. Wo wish steht hab ich nicht mitbekommen. Der Herr Prof. behauptet, das nutzen nur Millennials (aber ich kenne sie auch, hab halt einen Instagram Account und nutze ihn auch.).

Mobile only – App only

Die Schweizer Händler haben offenbar das Thema mobile besser realisiert. Umerziehung der Kunden ist ebenso unmöglich, wie den Ehepartner umzuerziehen (Wiederbelebung von Innenstädten unverständlich) Mobile only, bzw. App only. Ladenschliessung werden nicht gestoppt. Mission impossible sieht er eher für Deutschland, nicht für die Schweiz. Er sgat Digitec, Galaxus haben einen 10% Marktanteil. In D hat kein Anbieter 3%. Der Detailhandel war in der Schweiz immer innovativer und  digitale Transformation Vorreiter wie Exlibris sind aus der Schweiz. Crossborder Handel ist typisch Schweiz (Kofferraum) und
E-Food ist ebenfalls unter den Top 10 (in D nicht mal unter den Top 100). Man sagt, Zalando macht fast den ganzen Profit in der Schweiz (grösste Margen).

 

Podium: Digitales Enabling durch Kooperationen

Brack und Intersport

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Was sind Überlegungen, seine Systeme zu öffnen und damit zur Plattform zu werden. Roland Brack, Gründer und Inhaber der Competec Holding (Brack.ch, Alltron.ch und weitere) und Patrick Bundeli, CEO Intersport Schweiz erzählen von ihrer Kooperation.

Welches sind die strategischen Erfolgsfaktoren, damit die eigenen Kernkompetenzen im Bereich Services, Prozessen, Systemen und mehr Dritten angeboten werden können und man damit auch zum digitalen Enabler wird? Im Gegensatz zu Brack, hat Intersport stationären Handel. Markenführung, Kommunikation, Ladenbau, Zugang zum digitalen Universum sind Aufgaben bei Intersport. Ladenschliessungen: Aktuell gehts uns nicht so schlecht im stationären Sportfachhandel. Wir kommen von 900 Türen auf 680 Türen in 3 Jahren rechnen wir mit 600 Türen. Roland über die Kooperation der beiden: Das Sortiment ist unser Alleinstellungsmerkmal, wir sind ein Weltorientierter Fachhandel. Sport. Aber so wirklich rücken die beiden nicht raus, warum sie zusammenspannen und wie es dazu kam. Malte hakt nach.

Was genau ist die Rolle in der Kooperation?

Patrick erzählt über Franchising mit mehr Auflagen als ein stationärer Handel. Markenführung bleibt bei Intersport. Kampagnen mit Herstellern und Einbindung des stationären Handels. Aus Brack-Sicht ergänzen wir uns perfekt, z.B. wegen manchen A-Brands, die arrogant genug sind, nicht alle zu beliefern. So haben wir den Zugang bekommen. Die Plattform auf Intersport kommt von Brack. Die Logistik auch.

Wie reagieren die stationären Händler?

Das war die eigentliche Herausforderung, den stationären Handel vorzubereiten. Ich meine, zwischen den Zeilen zu hören „das ist mühsam“, was sie natürlich nicht aussprechen.
Der Plan war der perfekte Omni-Channel Plan, dass auch online Ware bestellt und beim Händler abgeholt werden kann. Wiederstände gab es anfangs nicht. Nun sehen wir aber die analoge Transformation dauert etwas länger. Es wird noch nicht so genutzt.

Was steht eigentlich im Wege, obwohl man sich ja auf den Kunde konzentrieren will im Laden?

Händler haben es akzeptiert, aber das reicht nicht. Es scheinen innere Widerstände. Die Einbindung vom stationärem Handel ist unter unseren Erwartungen. Klick und Connect Rate ist im tiefen 1stellgen Bereich, in anderen Ländern kann man Umsatz im 25% Bereich über diese Funktion erreichen. Aber man muss es im Laden auch sichtbar machen, dass es diese Möglichkeit gibt.
Die Mutmassung von Roland Brack ist, dass click und connect anders läuft als mit dem klassischen Brack Sortiment. Wenn es die rote Jacke nicht gibt, wird es vielleicht eine tolle orange (er verkauft, das was er noch da hat im stationären Handel). Branchen funktionieren halt anders und nichts lässt sich einfach multiplizieren und kopieren.

Wir haben in Amsterdam ein dig. centre of excellence gegründet mit Plattform für Content zur Verfügung gestellt. (Diese Aussage und Zusammenhang hab ich nicht mitgeschnitten, sorry).

Was waren die Herausforderungen eurer Zusammenarbeit?

Dem Shop mussten wir „beibringen“ verschiedene Grössen auswählen zu können und auch auf Produkt-Management-Seite, wie sind Bestellvorgänge, wie erhält man Daten. Man lernt sich kennen, Freude, Euphorie, Erwartungen und dann stellt man fest, es ist doch etwas mehr Arbeit als gedacht. Der normale Verlauf eines Projektes eben.

Nachtrag aus dem Podium Silver Surfer und Generation Z.

Luca sagt, „ich shoppe nicht bei Aliexpress, weil ich wert drauf lege, woher es kommt und wo produziert wird. Ursi bestellt aber oft auch im Ausland. Meine Spezialprodukte als Kunstschaffende bekomme ich nicht in der Schweiz. Sie möchte übrigens mit Ursi angesprochen werden, und per du. „Viele Frauen in meinem Alter shoppen nur online und sehen das auch so.“ Sie macht fast alles mobile. Luca, (Generation Z) kann auch den Laptop noch bedienen. „Smartphone ist einfacher, persönlicher, die Anbieter versuchen auf einen einzugehen“ aber er möchte ausdrücklich eine reduzierte App zum Shoppen.

Wunsch von Luca: Websites bitte einfach, wie beim iphone, nicht so ein Chaos wie bei Android, für mich wichtig, dass es Apps gibt. Thomas kommentiert mit „noch“.
Wunsch von Usi: „Bitte auch App, schnell zum Ziel, nicht 100 Untermenüs. Wir werden alle ein bisschen fester, eine Online Plattform sollte auch verschiedene Grössen zeigen und vertreten. Ehrlicher abbilden.“

Marketing Automation in 10 Schritten

An der SOM Expo #som18 sprach Prof. Dr. Marc K. Peter, Leiter des Zentrums für Digitale Transformation und Marketing an der FHNW über Marketing Automation als eine der wichtigsten Infrastrukturen des Digitalen Marketings. Hier könnt ihr Marc übrigens auf Twitter folgen.

Noch ein Wort zur Konferenz: Ein paar Perlen unter den Vorträge, ein paar Innovationen an Ständen, Menschen, vor allem Lang-nicht-getroffene. Für mich also besuchenswert, auch wenn ich ein paar kritischere Stimmen gehört habe. Jetzt aber ein paar Snaps aus seinem Vortrag. Achtung es wird technisch, sehr technisch, ein klarer Trend in unserer Branche:

Vorteile von Marketing-Automatisierungslösungen:

  • Marken- und Messaging-Konsistenz über Kampagnen und Kanäle hinweg durch Vorlagen und Standards
  • Massgeschneidertes (personalisiertes) Marketing für jeden Kundenwunsch
  • Reduzierter Zeitaufwand für die Verwaltung von Marketingprogrammen und die Erledigung von Aufgaben
  • Gemessene Kampagnen zur Optimierung, Rechtfertigung und Priorisierung von Initiativen
  • Verbesserte Schlusskurse mit rechtzeitigem und relevantem Engagement
  • Verkürzte Verkaufszyklen mit kürzeren Reaktionszeiten
  • Geplante und automatisierte Aktivitäten für ein ständiges Engagement ohne manuellen Aufwand

Prof. Dr. Marc K. Peter, FHNW

Die 10 Projektschritte zur Marketing Automation

Anmerkung: Was ich super interessant finde, diese Projektschritte ähneln stark dem Vorgehen einer Content Strategie. Andererseits, hey, es ist halt auch einfach ein Projekt.

  1. Automation Strategy
  2. Customer Journey Analysis
  3. Use Cases / Scenarios
  4. Data Management, Analytics and Segmentation
  5. Predictive Intelligence
  6. Content Marketing Strategy
  7. Channel Management
  8. Analysis and Monitoring
  9. Technical Infrastructure and Processes
  10. Resources, Roles, Timing and Budget

1. Strategie/Ziele
2. Customer Journey Analyse

Marc empfiehlt, am Anfang nur zwei Ziele zu fokussieren. Zum Beispiel Neukunden. Eine kleine Firma könnte mit einem Event beginnen, damit der Workflow übersichtlich bleibt. Aus Erfahrung sagt er, solche Projekte in grossen Firmen können schon 4 – 6 Monate (oder bis zu 2 Jahren) dauern. In kleinen Projekten kann alles auch in 2 Wochen automatisiert sein.

3. Mögliche Anwendungsszenarien
4. Segmentierung

Netterweise hat mir Marc seine Slides gegeben, denn in dem Lärm der SOM und Raumsituation konnte ich kaum vernünftig fotografieren und notieren, was wichtig ist, aber in einer Nachtschicht zusammenbringen. Die Herausforderung sind immer die Daten. Als kleine Firma kann man einfach neu beginnen, als grosse müssen die vorhandenen Daten bereinigt werden (Er berichtet von einem Beispiel, wo das Team das mit Outsourcing auf den Philippinen gelöst hat)). Der Schritt des Segmente einfügen ist wichtig, dort entstehen ggf. auch neue Use Cases.

 

Ein paar Marketing Automation Beispiele aus seiner Praxis:

Wenn ein Lead durch Scoring generiert wird, wird er sofort dynamisch der entsprechenden Vertriebsressource zugeordnet, wobei die Marketingaktivität der Opportunity gegenübergestellt wird.

Nach 30 Tagen Inaktivität kommt ein Lead aus dem Vertrieb in das Marketing zurück, nun kann er den Marketingkampagnen zugordnet werden.

Ein Benutzer wird automatisch zu relevanten Kampagnen hinzugefügt, je nachdem, wie er mit E-Mail-Kampagnen und/oder Inhalten auf unseren Marketing-Websites interagiert.

Ein Vermarkter kann eine Kampagne einrichten, die automatisch abläuft, um wiederholbare Aktionen zu unterstützen, z.B. das Einbinden neuer Kunden, kostenlose Testversionen, aufgegebener Warenkorb.

Für jedes Webinar verschickt das Marketing-Team mindestens 5 E-Mails, beginnend mit den Ankündigungen bis zum ‚Danke‘. Dieser Prozess kann für Listen und ausgehenden Aufwand automatisiert werden.

Prof. Dr. Marc Peter an seinem Vortrag über Marketing Automation

5. Analyse und Bewertung
6. Content Marketing Strategie

Jeder Touchpoints muss gemessen werden (auch Telefon und Reklamationen). Und was macht man dann mit diesen Zahlen? Zum Beispiel individuelle personalisierte Angebote entwickeln. Er sagt noch „Ohne Content mit Fakten können Sie nicht erfolgreich sein.“ Deshalb ist es nötig, sämtlichen Content in einem Audit zu analysieren und zu bewerten und natürlich auch den Content Prozess zu definieren. Wie wird alles produziert und sinnvoll publiziert?

Snack, User und Influencer Content

Den Vortrag von Mike Schwede hab ich leider nicht sehen können. Sharebility scheint mir wichtiger, als wir alle uns bewusst sind. Die Dialoge verschieben sich gerade massiv in Chats. Hier sind seine Slides zu Snack Content, Wichtigkeit und wie es gelingt. Wie immer mit super Impulsen.

Slide aus Vortrag von Mike Schwede

 

7. Channel Management
8. Analysis und Monitoring

Hier werden Kanäle und Frequenz definiert. Vorsicht vor Übersättigung von Content. Anmerkung: Das beobachten wir ja alle aktuell stark. Jeder denkt, sein Content ist der wichtigste, dabei kann man schon mal in zu viel Buzz abrutschen. Wir sollten aufhören zu denken, dem Algorithmus von Plattformen dienen zu müssen.

Die Tools dienen natürlich nicht nur fürs Reporting sondern konsequent dem Besserwerden. (Anmerkung: in der Praxis haperts hier leider oft, weil Abteilungshürden)

 

09. Infrastruktur und Prozesse
10. Ressourcen, Rollen und Orga

Erst jetzt suchen die Verantwortlichen nach der technischen Lösung. Es sollte genügend Zeit für rechtliche Rahmenbedingungen und Abklärung in verschiedenen Ländern eingeplant werden.  Bei den Ressourcen kommt es auf Mitarbeiterprofile an, die oft auch weiterentwickelt werden müssen. Indirekt sagt Marc, dass es die Leute oft so schlicht nicht gibt. Wählen wir doch die besten Kampagnen Managerinnen, Videoproduktionsleute, Projektleiterin und IT-Menschen aus. Anmerkung: Ich würde ja glatt noch jemand mit Content und Kommunikationserfahrung dazu nehmen. Smile.

 

Marketing Automation Software / Tools

Wie immer muss man hier auch selbst recherchieren. Schaut mal; hier ist eine gute Liste. Er empfiehlt noch Example Wired Marketing = Strategie Plan und Tool Kit (das als Starter-Paket funktioniert) und G2 Crowd Grid für Marketing Automation Software. Eine Schweizer Lösung ist Maatoo.io

Die Platzhirsche HubSpot, MailChimp, Drip kennt ihr natürlich, drum erwähn ich die nicht weiter.

Miro, Su und Jasmin bei Advertima

Marc, Su, Jasmin

Danke für den super Vortrag. Wie schon oben gesagt, für mich hat sich die SOM gelohnt. Natürlich auch, weil ich mit Jasmin Epp, Crealogix, unterwegs war und zufällig Miro, Miroljub Zlatkovic, getroffen hab, den ich vor Jahren bei seiner Masterthesis unterstützen durfte. Er ist heute bei Advertima (Foto oben). Sie messen den Erfolg von digitalen Plakaten. Die Software misst Reaktion (Smile und Augenkontakt und schätzt das Alter, Danke für die 34!) Alles digital und automatisch, da ändert sich noch meine Meinung zu Plakaten.

 

Influencer Marketing und auf Fakten basierte Argumente

An der Social Media Konferenz hat Martin Faltl (Universität St.Gallen, HSG) über ‚Die Learnings und Zukunft des Influencer Marketings‘ gesprochen. Er startete mit Psychologie: Wann, warum und welchen Influencern wir als Konsumenten gerne vertrauen.

Influencer – das überreizte Thema

Martin

Sympathischerweise geht er kurz drauf ein, dass Influencer aktuell ein überreiztes Thema sind. Aber mit einer starken Aussage: „Die Zeit für schlechten Content ist vorbei.“ Vertrauen entsteht durch Beziehung. Gleich zeigt er, was der Nutzen einzelner Beiträge für die Community sein kann. So ordnet er bspw. einem Post „10 Arten wie man garantiert Single bleibt“ den Wert „Orientierungshilfe für Sozialverhalten“ zu.

 

Anmerkung: Das mache ich übrigens auch in der Praxis. Einzelne Beiträge auf ihren tatsächlichen Mehrwert untersuchen und so im Content Strategie Prozess bewerten, welche Inhalte am besten auf die Ziele einzahlen. Diese Übung wird dann in Redaktionsmeeting zur Gewohnheit.

Vertrauen – Wie machen das Influencer?

Martin geht auf einzelne Schritte ein, wie eine Beziehung entsteht. Influencer geben zum Beispiel auch sehr persönliche Dinge von sich preis. (Affektive Phase – stabile Phase). Kennt man ja aus dem Leben auch.

Influencer werden übrigens auch mit Beziehungs-Ansprüchen konfrontiert, wenn sie bspw. mal nicht rechtzeitig und regelmässig posten. Ist wohl auch wie im „echten Leben“ hab ich Leute flüstern hören 😉

Was macht die Quelle vertrauenswürdig?

Das bringt uns zum nächsten Punkt. Wie wählt man (nicht als Firma, sondern einfach als Mensch) die richtigen Partner aus? Wir lernen von anderen und prüfen auch für Konsumentenscheidungen, wer vertrauenswürdig ist. Wir checken tatsächlich, wie attraktiv wir jemanden finden, ob wir ihm vertrauen können und was er oder sie für eine Expertise zum Thema hat.

 

Naheliegende Frage. Was macht dann Marken-Botschaften (von Influencern) glaubwürdig?
Martin sagt: Quelle, Charakteristika der Botschaft und kognitive Faktoren spielen zusammen. Wenn wir entspannt sind, nehmen wir übrigens eine Botschaft besser auf.

 

Wie dominant darf eine Produkt-Platzierung sein?

Wir (Influencer und Marketing) müssen lernen, das Produkt nicht so dominant platzieren. Die Konsumenten fragen dann selbst nach, wo kann xy kaufen kann. (Anmerkung Su: hier geht es um Kommunikation, Marketing und auch die Plattformen erfordern eindeutige Kennzeichnung, was das Vorgehen nicht gerade einfacher macht uns aber ermutigt authentische Partner zu suchen, statt nur „einzukaufen“.) Als Beispiel nennt Martin übrigens eine Adriene, eine Yogalehrerin, die nebenbei mal einen Ball für die Asanas benutzt und in den Kommentaren die Quelle nennt. (Anmerkung: Die Lektionen sind übrigens super von ihr. Die Kennzeichnungspflicht für Influencer (Schleichwerbung bei Journalisten) kommt übrigens auch voran und sollte in unserer Branche bekannt sein. Instagram Branded Content Tool.)

Martin geht noch kurz auf Storytelling ein. Geschichten erlauben kontextualisierte Markenbotschaften. Früher haben Firmen auf Magazine gesetzt und heute, wo jeder publiziert, setzt man auf mittlere Reichweite mit mehreren Influencers (Diese sind kleine Medien Outlets für Marketing geworden) Sein Beispiel finde ich zukunftsweisend. Frage mich, warum wir in der Schweiz so wenig davon haben?

 

Influencer Marketing heute

  • Rechtlichen Bedingungen ändern (Klagen wie Warner Brothers für bezahlte Influencer Posts 2016)
  • Evolution der Praktiken (Instagram: sunny_knows unpassender Content)
  • Offensichtliche Werbung funktioniert nicht mehr, auch wenn Influencer sie zeigen
  • Trend zwischen Engagement und Follower. Zusammenhang zwischen Reichweite und Engagement ist nicht linear (Algorhythmen, Bots ziehen automatisch grosse Accounts, es ist Interaction nötig)
  • Plattformen bieten hochwertigere Content Formate
  • Fake Follower muss die Praxis auch thematisieren (Der Account von Martin Faltl wurde übrigens auch als Fake klassifiziert. Anmerkung: Lesenswerter Beitrag zu Fake Influencern auf dem Farner Blog

Ergänzung: Ein hörenswerter Podcast von OMR über das erfolgreiche Influencer Marketing bei Babor (53 min)

Evolution der Player

„Früher“ gab es sogenannte Marktplätze, wo Kampagnen ausgeschrieben wurden. Das wird immer weniger gemacht. Verbreitet sind aber Search und Analytics Tools, die beim Analysieren helfen (Influencer DB) (Anmerkung: die nutze ich auch, meistens gehe ich aber über Schlüsselpersonen auf Themen-Influencer zu). Die Zukunft sieht Martin in den Influencer Suits wie Reachbird, die Fullservice anbieten, Suchmaschine mit Such-Matrix, Kontakt und Kampagnenplanung und Analytics.

 

Untersuchung: Einfluss quantifizieren

Bestimmt habt ihr das schon gelesen. Die Uni SG und JvM suchten mit Reachbird nach alternativen Messgrössen/Indikatoren für die Zusammenarbeit mit Influencern. Wir befinden uns in einem Prozess, es werden stets weitere Faktoren hinzukommen und sicher auch von den Studienmachern geprüft. Aber Qnfluencer Check ist ein Ranking, das jeden Monat die Top Ten Influencer der Schweiz kürt.

 

Geschäftsmodelle von Influencers

Auch die Modelle der Influencer selbst verändern sich ständig. Sie arbeiten an ihrer eigenen Monetarisierung. Möglichkeiten, die nicht unbedingt auf der Hand liegen:

  • in traditionelle Medien zu gehen.
  • eigene Produkte auf den Markt bringen (bsp. Danielle Bernstein, UTILITY)
  • Medienplattformen wie BuzzFeed, die Produkte verkaufen (Reichweite ist bereits da)
  • produzierende Unternehmen, die eigene Mediaplattformen aufbauen (Arrow Electronics) Product und
  • Services Companies wachsen mit Media Companies zusammen.

Das Slide zeigt schön auf, worum es heute geht oder gehen sollte, wenn ihr mit Influencers arbeitet.

Martin sagt: Viele Firmen geben viel Geld für Social Listening Tools aus, warum nicht die Influencer fragen. Sie sollten als Stakeholder ernst genommen werden und langfristige Beziehungen aufgebaut werden. Wir reden schon lange darüber, aber es sollte mehr von Bezahlung weg, hin zu strategischen Partnerschaften gehen (wie kann das Unternehmen auch das Geschäft des Influencers optimieren?) Wichtig ist auch die Entscheidung, mit wem betreibe ich das Influencer Marketing? Martin empfiehlt keine Agentur. Influencer sind deine relevantesten Kunden. Warum willst du das einer Agentur überlassen? Loyalität und persönliche Beziehung werden nur persönlich geschaffen. Lieber intern jemanden ausbilden oder rekrutieren. Langfristig statt kurze Kampagnen-Ansätze. (Anmerkung: Danke, Martin)

Influencer Marketing im B2B

Influencer Marketing wird im B2B noch kaum thematisiert. Obwohl der Begriff sogar daher kommt, wie Martin erwähnt. Anmerkung: Hier möchte ich kurz aus meiner B2B Kundenpraxis sprechen. Wir machen das eigentlich schon lange. Wir laden Referenten ein, Gast-Autoren und sponsern Beiträge in Fachmagazinen oder Blogs. Wichtig scheint mir hier, diese Influencer Relations auch auf einer Zeitskala zu denken. Mein wichtigstes Learning hier: Lasst uns die Speaker nicht nur in der Live Kommunikation einsetzen mit Zitaten oder Handouts. Als Teaser vor einem Event und auch im Follow-up geben Persönlichkeiten auf der Bühne und Gäste wertvolle Inhalte. Bitte diese Beziehung auch in Netzwerken weiterhin pflegen. Gelegentlich nachfragen, wie es denn geht oder wo die Referentin so unterwegs ist. Liken, kommentieren gehören genauso dazu, wie das ganz normale Honorar nach einem Vortrag im eigenen Unternehmen.

Walter hat fast alle Vorträge von der Social Media Konferenz verbloggt. Schaut mal Next Level Content Marketing und Menschen statt Audiences von Senada Haralcic „Community Mama“ im Digital Team von Farner Consulting AG. Ich konnte leider nicht den ganzen Tag teilnehmen. Drum Dankeschön.

Das Internet-Briefing hat diesmal viele junge Referentinnen präsentiert, da freue ich mich sehr. Lasst uns noch mehr junge kluge Köpfe in unserer Branche zu Wort kommen und gutes Gelingen für den Neustart Daniel Niklaus.