E-Commerce Konferenz Connect: Mission possible bei Brack und Intersport

Mein Fazit: Intro und Sympathiepunkte an Thomas und Malte. Hut ab vor 700 angemeldeten Teilnehmern. Thomas heute seinen 50sten und ist mit gelben Schuhen ebenso in Hochform und motiviert wie Malte. Ich mag sie einfach. Zum Glück kam nach dem Keynote Speaker noch was Inhaltstarkes, sonst wäre der Blogpost umsonst für mich. Entschuldigung. Digitec, Galaxus mit achtungsvollen 10% Marktanteil. Wenig Vision, Mission scheint possible in der Schweiz. Aus dem Podium: Mehr Zusammenarbeiten statt gegeneinander. Brack und Intersport empfehlen jedem solche Kooperationen, Rollenverteilung klar klären, die Onliner sind etwas schneller unterwegs, Firmenkultur der Partner sollte zusammenpassen. Roland Brack sagt „Lieber pragmatisch vorwärts kommen, statt perfekt stillstehen“ Wie beim ersten Kuss, entscheidet man sich nicht sofort fürs Heiraten, aber ich würde sofort ausprobieren was daraus wird. und „der stationäre Handel nimmts gemütlich“. wie Markus Peter nett zusammenfasst.

Fazit Ergänzung: Aus einem anderen Podium Silversurfer und Generation Z. Silver Surferin Ursi: shoppt lieber im Laden statt im Web. „Super dünne Models, da gibt es eh nichts für mich und zuviele Informationen“. Luca, der Millennial (ach nein, das ist Generation Y, er ist Z)auf der Bühne sagt, „4,5 Tage warten ist auch ok bei Kleidung, nicht bei Elektronik-Produkten, vor der WM zum Beispiel.“. Ursi wünscht sich verschiedene Grössen zeigen und vertreten, also ehrlicher abbilden, wie Menschen nun mal „etwas fester werden“.

Der Beitrag ist live blogging von der E-Commerce Connect. (ggf. Typos, sorry). Ein Summery von allen Beiträgen ist hier.
Nachtrag: Notizen zur Konferenz von Manuel Hartmann und Bernhard Bicher von onedot

Warum ich dazu blogge?

Weil ich an Innovationen im Commerce interessiert bin, weil Kommunikation viel mit Business zu tun hat, weil ich es liebe live zu bloggen (seltenes Handwerk, glaubt mir) und weil ich beim E-Commerce Award mit jurieren darf. Das macht richtig Spass und ich lerne viele Schweizer Shops und Werte-Kategorien kennen (kaufe selbst alles online, ausser Lebensmittel).

Luca und Ursi (Foto Boris Baldinger

Der Reihe nach: Intro in die Konferenz E-Commerce Connect von den Machern

Ein paar aktuelle Zahlen, lassen sich Malte und Thomas nicht nehmen an der Eröffnung ihrer E-Commerce Connect. Ist schön, die beiden wieder als Moderatoren zu sehen. Es gibt übrigens goldene Badekappen, damit die Fotografen erkennen, wer nicht fotografiert und veröffentlicht werden will. 😀 Ihr wisst schon. GDPR. Twitter-Stream ist hier und Liveblogging hier (5 Beiträge) und das Tinkla Team twittert live.

E-Commerce Konferenz: Thomas Lang und Malte Polzin

Keynote: Mission Impossible im GAFA-Tab-Zero-Szenario?

Prof. Dr. Gerrit Heinemann gilt als einer der profiliertesten und kritischsten wissenschaftlichen Autoren wenn es um den Handel von Morgen geht.

Nils Hafner bringts nett auf den Punkt.

Um ehrlich zu sein, fand ich es merkwürdig, soviele Zahlen und Argumente zu präsentieren, ohne visuelles Material (keine Präsi ist cool, aber hier wäre sie wertvoll gewesen). Die Fakts lesen sich nicht neu, aber eindrücklich und als warm-up ok. Er sagt sinnemäss Folgendes.

Das digitale Universum radikalisiert das Kauf- und Kundenverhalten. Radikalisierung im B2C und B2B.
Der demokrafische Wandel (nicht auf ältere Zielgruppen einschiessen) sondern Fokus auf Millennials (über 20% der Bevölkerung) Wachstum findet nicht mehr konventionell statt, digitale Agenda ist unvermeidbar.
Neue Kundenorientierung auf App und Smartphone Commerce (30% der E-Comm. sind App-Umsätze). 55% mobile Internet-Nutzung, 90% haben wir in China bereits. 40% online Einkäufe bereits mobile. (Alibaba über 60 oder 70%). Das Thema wird völlig verpennt von deutschsprachigen Händlern. Auf Android sind die Top Apps: 1 Amazon, 2 ebay und 3 Aliexpress. Otto steht in D auf Platz 18. In CH ist die App-Rangliste: 1 Wish, 2 Aliexpress, 3 Migros, 4 Coop, 5 Tutti. Wo wish steht hab ich nicht mitbekommen. Der Herr Prof. behauptet, das nutzen nur Millennials (aber ich kenne sie auch, hab halt einen Instagram Account und nutze ihn auch.).

Mobile only – App only

Die Schweizer Händler haben offenbar das Thema mobile besser realisiert. Umerziehung der Kunden ist ebenso unmöglich, wie den Ehepartner umzuerziehen (Wiederbelebung von Innenstädten unverständlich) Mobile only, bzw. App only. Ladenschliessung werden nicht gestoppt. Mission impossible sieht er eher für Deutschland, nicht für die Schweiz. Er sgat Digitec, Galaxus haben einen 10% Marktanteil. In D hat kein Anbieter 3%. Der Detailhandel war in der Schweiz immer innovativer und  digitale Transformation Vorreiter wie Exlibris sind aus der Schweiz. Crossborder Handel ist typisch Schweiz (Kofferraum) und
E-Food ist ebenfalls unter den Top 10 (in D nicht mal unter den Top 100). Man sagt, Zalando macht fast den ganzen Profit in der Schweiz (grösste Margen).

 

Podium: Digitales Enabling durch Kooperationen

Brack und Intersport

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Was sind Überlegungen, seine Systeme zu öffnen und damit zur Plattform zu werden. Roland Brack, Gründer und Inhaber der Competec Holding (Brack.ch, Alltron.ch und weitere) und Patrick Bundeli, CEO Intersport Schweiz erzählen von ihrer Kooperation.

Welches sind die strategischen Erfolgsfaktoren, damit die eigenen Kernkompetenzen im Bereich Services, Prozessen, Systemen und mehr Dritten angeboten werden können und man damit auch zum digitalen Enabler wird? Im Gegensatz zu Brack, hat Intersport stationären Handel. Markenführung, Kommunikation, Ladenbau, Zugang zum digitalen Universum sind Aufgaben bei Intersport. Ladenschliessungen: Aktuell gehts uns nicht so schlecht im stationären Sportfachhandel. Wir kommen von 900 Türen auf 680 Türen in 3 Jahren rechnen wir mit 600 Türen. Roland über die Kooperation der beiden: Das Sortiment ist unser Alleinstellungsmerkmal, wir sind ein Weltorientierter Fachhandel. Sport. Aber so wirklich rücken die beiden nicht raus, warum sie zusammenspannen und wie es dazu kam. Malte hakt nach.

Was genau ist die Rolle in der Kooperation?

Patrick erzählt über Franchising mit mehr Auflagen als ein stationärer Handel. Markenführung bleibt bei Intersport. Kampagnen mit Herstellern und Einbindung des stationären Handels. Aus Brack-Sicht ergänzen wir uns perfekt, z.B. wegen manchen A-Brands, die arrogant genug sind, nicht alle zu beliefern. So haben wir den Zugang bekommen. Die Plattform auf Intersport kommt von Brack. Die Logistik auch.

Wie reagieren die stationären Händler?

Das war die eigentliche Herausforderung, den stationären Handel vorzubereiten. Ich meine, zwischen den Zeilen zu hören „das ist mühsam“, was sie natürlich nicht aussprechen.
Der Plan war der perfekte Omni-Channel Plan, dass auch online Ware bestellt und beim Händler abgeholt werden kann. Wiederstände gab es anfangs nicht. Nun sehen wir aber die analoge Transformation dauert etwas länger. Es wird noch nicht so genutzt.

Was steht eigentlich im Wege, obwohl man sich ja auf den Kunde konzentrieren will im Laden?

Händler haben es akzeptiert, aber das reicht nicht. Es scheinen innere Widerstände. Die Einbindung vom stationärem Handel ist unter unseren Erwartungen. Klick und Connect Rate ist im tiefen 1stellgen Bereich, in anderen Ländern kann man Umsatz im 25% Bereich über diese Funktion erreichen. Aber man muss es im Laden auch sichtbar machen, dass es diese Möglichkeit gibt.
Die Mutmassung von Roland Brack ist, dass click und connect anders läuft als mit dem klassischen Brack Sortiment. Wenn es die rote Jacke nicht gibt, wird es vielleicht eine tolle orange (er verkauft, das was er noch da hat im stationären Handel). Branchen funktionieren halt anders und nichts lässt sich einfach multiplizieren und kopieren.

Wir haben in Amsterdam ein dig. centre of excellence gegründet mit Plattform für Content zur Verfügung gestellt. (Diese Aussage und Zusammenhang hab ich nicht mitgeschnitten, sorry).

Was waren die Herausforderungen eurer Zusammenarbeit?

Dem Shop mussten wir „beibringen“ verschiedene Grössen auswählen zu können und auch auf Produkt-Management-Seite, wie sind Bestellvorgänge, wie erhält man Daten. Man lernt sich kennen, Freude, Euphorie, Erwartungen und dann stellt man fest, es ist doch etwas mehr Arbeit als gedacht. Der normale Verlauf eines Projektes eben.

Nachtrag aus dem Podium Silver Surfer und Generation Z.

Luca sagt, „ich shoppe nicht bei Aliexpress, weil ich wert drauf lege, woher es kommt und wo produziert wird. Ursi bestellt aber oft auch im Ausland. Meine Spezialprodukte als Kunstschaffende bekomme ich nicht in der Schweiz. Sie möchte übrigens mit Ursi angesprochen werden, und per du. „Viele Frauen in meinem Alter shoppen nur online und sehen das auch so.“ Sie macht fast alles mobile. Luca, (Generation Z) kann auch den Laptop noch bedienen. „Smartphone ist einfacher, persönlicher, die Anbieter versuchen auf einen einzugehen“ aber er möchte ausdrücklich eine reduzierte App zum Shoppen.

Wunsch von Luca: Websites bitte einfach, wie beim iphone, nicht so ein Chaos wie bei Android, für mich wichtig, dass es Apps gibt. Thomas kommentiert mit „noch“.
Wunsch von Usi: „Bitte auch App, schnell zum Ziel, nicht 100 Untermenüs. Wir werden alle ein bisschen fester, eine Online Plattform sollte auch verschiedene Grössen zeigen und vertreten. Ehrlicher abbilden.“

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