Kantonspolizei mit viralem Hit – Balance zwischen Ernst und Unterhaltung

Zeugenaufruf, Unfallbilder und sympathische Inhalte sind nicht gerade Standard-Programm für die meisten Content-Verantwortlichen. Und „bei uns ist alles anders und schwierig“ hört man von der Kantonspolizei Zürich auch nicht „als Ausrede“, in Social Media nur Giesskannen-Inhalte zu posten. Bravo!

Drum hab ich mit Adj. Werner Schaub über Content Marketing bei der Kantonspolizei Zürich gesprochen. Unser aller Lieblings-Case aktuell, die #Tetrischallenge, hat mir keine Ruhe gelassen.

Herr Schaub, ich gratuliere Ihnen und Team zur grossartigen Idee mit der Tetris Challenge.

Aber ich zeige in Kursen auch sonst Ihre Inhalte und die Entwicklung der Accounts. Weil Sie zwischen ernsten Inhalten und Unterhaltung geschickt wechseln und so der Community Mehrwert bieten. Das sieht man an Kommentaren unter den teils traurigen Beiträgen. Mehr Nähe ist kaum möglich, denke ich.

Wieviel Ressourcen haben Sie für Social Media?

Wir haben kein spezielles Social Media Team, sondern jeder Mediensprecher wirkt bei Social Media mit.

Ihre Tetris Challenge ist viral geworden.
Wie fühlt sich das an?

Eine Challenge wurde es erst, als die Feuerwehr Thusis nach unserem Beitrag in Aussicht stellte, so etwas auch zeigen zu können. Die Feuerwehr posierte dann sehr schnell in der gleichen Art, und wir fanden viele weitere Nachahmer. Das macht Freude. Wir hätten nie gedacht, dass die Tetris Challenge um die Welt gehen würde. Natürlich sind wir auch ein wenig stolz.

ursprungsbeitrag der Tetrischallenge der Kantonspolizei Zürich in Facebook

Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?

Wir besprechen jede Woche unseren Social Media Inhalt im Team. Einiges ist geplant, anderes sehr spontan. Viele Ideen erhalten wir auch von unseren Mitarbeitenden an der Front.

Wie schaffen Sie beim Redaktionsplan die Balance zwischen ernsten Informationen und Unterhaltung?

Grundsätzlich kommunizieren wir ernsten Inhalt – von unseren Medienmitteilungen angefangen, über generelle Informationen für die Bevölkerung, Zeugenaufrufen bis zu Präventionskampagnen. Ab und zu erlauben wir uns aber dennoch, den einen oder andern Beitrag mit einem Augenzwinkern. Meist ermöglichen wir dabei auch einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Kantonspolizei Zürich. Solche Aktionen bringen uns der Bevölkerung näher.

Wie ist etwa der Anteil von beidem?

Die ernsthaften Themen machen sicher 95% aus.

Was sind Ihre Ziele pro Plattform?

Generell geht es darum, die Öffentlichkeit zu informieren bzw. dieser niederschwellige Kontaktmöglichkeiten zu bieten. Dabei funktioniert jeder Kanal etwas anders.

Unterscheiden Sie bewusst Ziele, Inhalte und Plattform?

Ja, je nachdem, was unser prioritäres Kommunikationsziel ist. So legen wir bei Twitter zum Beispiel den Fokus aufs Informieren, oder WhatsApp dient einzig dem direkten Dialog.

Tweet der Kantonspolizei Zürich

Wie ist das mit dem Duzen bei Ihnen?
Siezen Sie konsequent auf Social Media?

Ja, wir siezen konsequent. Dafür ernteten wir anfangs hin und wieder Unverständnis bei andern Nutzern, heute ist die Praxis aber etabliert.

Sie oder Du? Bildquelle Süddeutsche (Bloch)

Die Plattformen fordern mit ihren Algorithmen z.B. Interaktion. Aber bei einem Zeugenaufruf können Sie nicht herziges Community Management machen. Haben Sie eine Community-Regel für alles?

Unsere Beiträge, wie Zeugenaufrufe, erfolgen nach gewissen Mustern. Es hat sich gezeigt, dass für uns eine zurückhaltende Art am besten funktioniert.

Wie organisieren Sie Ihre Redaktion?

Analog einer Zeitungsredaktion haben wir jeden Morgen ein Briefing, bei dem die aktuellen Themen besprochen und Arbeiten verteilt werden. Zudem arbeiten wir im Schicht- und Pikettbetrieb, um die interne und externe Kommunikation stets zu gewährleisten.

Haben Sie einen Redaktionsplan?

Wir haben solche Pläne, jedoch erfolgt bei uns, wie bei vielen andern Diensten der Kantonspolizei Zürich, die Arbeit oft sehr spontan. Je nach Ereignissen im Kanton Zürich verläuft so ein Tag im Mediendienst völlig anders als zuvor geplant. Diese Unvorhersehbarkeit macht einen grossen Teil unseres Jobs aus.

Sie haben doch einiges an Themenwechsel, z.B. die Blackandwhitechallenge, History, Hunde, Einsatz und Menschen. Also was darf ich erwarten, wenn ich Ihnen auf Instagram folge?

Kantonspolizei Zürich Instagram Post Sonnenuntergang

Bei Instagram dürfen Sie vor allem spannende, schöne und lustige Bilder und Infos aus dem Polizeialltag der Kantonspolizei Zürich erwarten. Und Sie dürfen erwarten, dass Sie Antwort erhalten, wenn Sie uns direkt kontaktieren.

Schon nen TikTok-Account?

Nein.

Was haben Sie sonst für Pläne in Zukunft in der Online Kommunikation?

Wir halten die Augen offen und packen Gelegenheiten hoffentlich beim Schopf – wie bei der Tetris Challenge.

Wer hat Zugang zu Ihren Social Media Accounts?

Alle Mitglieder des Mediendienstes.

Wie gehen Sie mit Bildrechten um? Mussten/durften alle KollegInnen irgendwas freigeben?

Die Mitarbeitenden, die in einem Beitrag vorkommen, geben uns dafür jeweils grünes Licht.

Und haben Sie Weisungen im Umgang mit Fotos aus dem Job in persönlichen Social Media?

Ja, es gibt Social Media Guidelines. Generell sollen unsere Mitarbeitenden auch auf ihren privaten Accounts nichts posten, das sich nicht mit dem Ansehen der Kantonspolizei Zürich oder generell mit ihrem Beruf als Polizist vereinbaren lässt.

Möchten Sie noch was Schönes aus dem Alltag erzählen 😉?

Der Einsatz auf Social Media ist vor allem dann lohnenswert, wenn wir einer Person mit ihrem Anliegen direkt helfen können. Immer wieder erhalten wir dann ein Dankeschön für eine beantwortete Frage. Wenn eine solche Frage zu komplex ist, um sie in wenigen Zeichen zu beantworten, bitten wir hin und wieder um einen Anruf; daraus ergeben sich manchmal sehr interessante Gespräche.

Herzlichen Dank für den Einblick, lieber Herr Schaub.

Interview: wie search.ch fancy wurde

search.ch ist für mich so etwas wie der erste Kontakt im für mich fremden Land. Als ich 2001 in Wallisellen arbeitete hatte zum Glück Techies in meinem Umfeld. Auf die Frage, wie läuft das hier mit den Versicherungen, Telefonbuch etc. bekam ich eine URL.

Walter Schärer und Dimitri Burkhart

Walter Schärer und Dimitri Burkhard

Seither hat sich einiges getan, oder auch nicht getan. Jetzt ist die mobile Website von search.ch jedenfalls neu im fancy Design. Die App folgt. Ich durfte das Team mit Blogger Relations unterstützen und hab meinen guten Draht gleichmal ausgenutzt für Fragen. Im Interview lassen sich Walter Schärer, Leiter Business Development und Dimitri Burkhard, Senior Projektleiter Marketing, etwas in die Karten kucken. Apropos Karte, das Kartenmaterial wird auch bald überarbeitet, immerhin wird es auf vielen Schweizer Websites für Wegbeschreibungen angezeigt.

Wie kommt es, dass eure Website und App nun doch nach einiger Zeit überarbeitet wird?

 

Nutzerbefragungen ergaben, dass die Dienste von search.ch zwar sehr geschätzt werden, der Look & Feel aber sehr altmodisch sei. offensichtlich waren die Nutzer bisher bereit, grosszügigerweise über die veraltete Präsentation hinwegzusehen. Wir betreiben eine der meistbesuchten Schweizer Webseiten, das spricht für die Qualität der Funktionen. Zusammen mit dem neuen CEO, Urs Hügli, kam so viel Schwung in die Bude, dass das grosse Redesign-Projekt doch noch angepackt wurde.

Anmerkung Su: na wenn die Aussage mal keinen Ärger gibt.

Was hat der Spass gekostet?

Wir sprechen von einem grösseren Webprojekt mit mehreren spezialisierten Lieferanten, die uns in Konzeption und Templates unterstützt haben. Da wir die meiste Umsetzung mit unseren internen Entwicklern machen (übrigens grösstenteils noch die gleichen Leute wie damals bei Reto Hartingers Start), ist das Projekt “relativ” günstig…

Su: Ach komm jetzt, wieviele Nullen sind dran?

Wo steht ihr im Vergleich mit local.ch und Google?

Klar sind wir nicht allein am Markt und es gibt auch noch andere schlagkräftige Anbieter. Hauptsächlich haben wir aber auf unsere eigenen Dienstleistungen fokussiert und diese mit neuen zusätzlichen Funktionen angereichert. Wenn uns die Nutzer bisher mochten, müssten sie jetzt noch mehr Gründe haben, zu uns zu kommen 😉

Su: welche sind das?

Gibt es spannende Hintergründe zu den Gerüchten bezüglich local.ch?

Nein, wir wissen auch nicht mehr als öffentlich bekannt ist: Einen positiven WEKO-Entscheid vorausgesetzt, werden wir mit local.ch zusammengehen. Was das aber im Detail bedeutet, analysieren wir erst nach dem Entscheid der WEKO. Bis dahin sind wir mit Vollgas in Sachen search.ch unterwegs: Wir haben noch ein paar Ideen im Köcher 😉

Was haben die Leute konkret davon, wenn sie die Dienste von search.ch nutzen?

Bei der Personen- und Firmensuche via Telefonbuch sind wir sehr stark, unser Wetter mit Regenradar-Vorhersage (!)  ist das genaueste der Schweiz, unsere Schweizer-Karten sind auch in entlegenen Gebieten sehr detailliert und man kann selber hineinzeichnen und -schreiben. Und bei Anrufen von Call-Centern weisen wir darauf hin, falls man sich diese Anrufe ersparen will.

Aber das wird ja erwartet…

Was vielleicht spezieller ist, zeigt sich in unserem Fahrplan. Wir bieten eine “Turnschuh-Funktion” beim Umsteigen: Wer schnell umsteigen kann, erwischt oft eine frühere Anschlussverbindung und spart dadurch Zeit. Auch unsere Abfahrtstabelle wird sehr geschätzt. Auf das Feedback zur neuen mobilen Homepage sind wir sehr gespannt.

Kommen wir zu Blogger Relations zum Relaunch

Mir gefällt ja eure unbedingte Transparenz gegenüber den Bloggern (Vorsprung geben, Beta Version zeigen und lieber keine sponsored Blogposts).

Blogger Klassentreffen

Blogger Klassentreffen

Daraus entstand die Idee, langjährige Blogger zum „Klassentreffen“ einzuladen, weil diese sich freuen, sich mal wieder zu treffen und der “VIP-Status” auch motiviert zu kommen. Die Idee, über Klassensprecher Monah, Kevin und Tom, einzuladen, hat zumindest offline funktioniert. Mit immerhin 41 Teilnehmern. Eure Einblicke und Hintergründe, die ihr am Event geteilt habt, waren mutig. Mir persönlich ist das lieber als Medientexte oder Einladungen zu Events, die mir nix sagen.

Wie konntet ihr intern und gegenüber eurer PR Agentur argumentieren, den Bloggern einen Zeitvorsprung gegenüber klassischen Medien zu geben?

Im neuen Layout gibt es Funktionen, die speziell für Blogger interessant sind (Link im Telefoneintrag zu ihren Blogs). Das brachte uns auf die Idee, Blogger auch gleich als erste um ihr Feedback zum neuen Design zu bitten.

Die erfahrenen (alt darf ich ja nicht sagen) Schweizer Blogger sind jetzt auch einer geschlossenen g+ Community. Offline zu Online. Was habt ihr damit vor?

Dimitri: Die “Swiss Blogger”-Community dient dem Austausch unter Schweizer Bloggern. Es ist eine Plattform für Networking und das Austauschen von Tipps. Zudem besteht ein Bedürfnis, dass sich die Schweizer “Szene” regelmässig auch offline trifft – ob zu einem heissen Referat über SEO oder zu einem kalten Bier.

Swiss Blogger Logo

Swiss Blogger Logo

Was könnte die Blogger Community mit dem Label “Swiss Blogger” (ich finde das ja sehr chic) alles anstellen? Was ist die Idee dahinter oder auch Stolpersteine?

 

Unter Bloggern häuft sich das Bedürfnis nach einer übersichtlichen Organisation, die beispielsweise administrative Aufgaben erbringen PR-Anfragen kanalisieren könnte. Auch Rankings sind ein Bedürfnis ebenso wie Blogger-Verzeichnisse. Davon gibt es zwar schon einige, der richtige Ansatz scheint aber noch nicht gefunden zu sein. Allenfalls können wir hier als search.ch unterstützen. Su: Das Logo hat übrigens David gestaltet und inzwischen auch noch optimiert. Es kann offline und auch online verwendet werden. Zum Beispiel im Blog einbinden und Link zu search Eintrag etc. Dies darf noch weiter-gedacht werden. Vorschläge sind herzlich willkommen.

Telefonbuch Eintrag für Blogger

Telefonbuch Eintrag für Blogger

Die Blogger haben einen Telefonbucheintrag mit Links zu ihren Blogs bekommen. Was habt ihr mit den Telefonbucheinträgen noch vor in Zukunft?

Für Blogger zählt jeder zusätzliche Backlink. Da kommt der Eintrag gerade recht. Künftig wollen wir den Privateintrag weiter ausbauen bis hin zu einer “Mini-Homepage” für jedermann. Dort kann jedermann z.B. sein Facebook-Profil oder ähnlich verlinken, die Telefonnummer ist dann gar nicht mehr so zentral: Leute können sich finden lassen, obwohl sie vielleicht ihre Handy-Nummer nicht publiziert haben da zu privat.

Su: wenn jemand von euch Bloglesern so nen Eintrag möchte, sagt bitte Bescheid, im Moment sind die noch Blogger-Goodie

Was macht ihr sonst noch an Kommunikationsaktivitäten zum Relaunch

Dimitri: Wir machen in Etappen Medienarbeit, eine flächendeckende Awareness-Kampagne, sowie weitere Aktivierungen der Blogger-Community. Auch kuratieren wir in unseren Social Media Plattformen Blogposts, Tweets von anderen. Du wirst sicherlich in den nächsten Monaten so einiges hören und sehen…

Su: Dankeschön. Ich gratuliere euch zum neuen Auftritt. Ich freu mich mit euch, hab nämlich jetzt eine fancy App mit Säckel-Feature, dass ihr so nett Turnschuh-Funktion nennt. Das schnelle Umsteigen geht auch mit High heels.

 

Social Media Konferenz – paar Vorträge am Nachmittag

so zweite Runde. Die Vorträge von morgens findet ihr hier. Nun kommt ein Teil der Nachmittagssessions.

Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht

Den Vortrag von Marcel Meier, Inhaber sutter//meier coaching, empfinde ich als eines (für mich das zweite) der Highligts an der Konferenz heute. Er ist Coach und sprach über den Stressfaktor Social Media und wie Menschen wieder mehr mit sich selbst verbunden sein können. Ich werde heute bereits das dritte mal Yoga-Philosophie konfrontiert.

Ist es nun so weit, dass wir Business mit dem Menschsein verbinden oder auch nach erdigen Inhalten suchen, weil es zugegebenermassen ein hoher Stressfaktor ist, allzeit on zu sein? Der Vortrag hat mich inspiriert, auf meinem Philosphie-Blog zu teilen. (kommt in Kürze)
Hier ist sein Vortrag „Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht.“ und die gesunde, entspannte Einstellung dazu. Ich habe übrigens jede Woche einen medienfreien Tag, an dem ich mir nur Bücher in Papierformat erlaube (der Kindle hat nen Internetzugang 😉

Döner in der Dose

Döner in der Dose

Co-Creation: The Good, the Bad and the Ugly!

Markus Maurer, Projektleiter Social Media, Customer und Web Intelligence, Migros-Genossenschafts-Bund. Markus hat tolle Beispiele aus der Praxis gezeigt und natürlich über Migipedia gesprochen. Das neueste Produkt, das aus Impulsen der Migi-Fans dort entstand ist. Döner in der Büchse. Leider gibts die Präsi nicht öffentlich. Thomas Besmer hat ein schönes Zitat aufgeschnappt „Produkte, die durch Co-Creation entwickelt wurden, haben tiefere Flop-Raten als andere.“

Markus hat übrigens die Twitter-Diskussionen, Fragen, Aussagen rund um die Konfernz zusammen gestellt.

Raiffeisen: Über Geld spricht man nicht. Oder doch?

 

Nadine Stutz beim Referat

Nadine Stutz beim Referat

Dr. Nadine Stutz, Social Media Managerin, Raiffeisen Schweiz sprach sehr offen in ihrem Vortrag über die Bank-Kultur und wie sie sich darin bewegt. Der Blog, namens Panorama, ist der Hub ihrer Social Media Kommunikation. Aber sie nutzt verschiedene Plattformen. Anfangs (vor 20 Monaten) stellte sie fest, über keines der Sponsoring Events wurde irgendwo berichtet. Sie ging jedes Wochenende auf eines der Events und berichtete live darüber. Jedesmal hat Nadine die Reichweite verdoppelt. Verschiedene Banken (an unterschiedlichen Standorten) haben eigene Facebookseiten eröffnet.

Sie handelt es so: „Wenn du ein oder zwei Leute stellst, die die Seite betreuen, schalten wir sie frei.“ Dadurch konsolidiert sich über die Zeit gesehen „der Wildwuchs“ (Das Wort hat sie so nicht benutzt). Sie sagt übrigens auch „natürlich reden wir über Geld“ über all die negativen Dinge, wie Hacking von Finance-Accounts, über Finanz-Lösungen für Konkubinat. „Mir doch egal, warum jemand auf meine Website kommt. Wenn er/sie kommt,  weil es ihn/sie in diesem Moment interessiert, was es zur WM Neues gibt, und ich biete es, dann ist das Kundenbindung:“ Es geht für sie immer um den Context (nicht nur rein um Content) zum Business. 1.8 Mio Mitglieder sind noch lange keine Community. „Die Währung in Social Media ist Added Value.
Mehr Aussagen und Einblicke von Nadine hab ich im separaten Interview von ihr erfahren.

So, seid nicht böse, aber die anderen Vorträge hab ich leider nicht mehr aufnehmen können.

Social Media Konferenz 2014 – die Vorträge vom Vormittag

Es gibt wieder einige Live-Blogger. Ihr wisst, ich hab das seit zwei Jahren aufgegeben, ich verpasste einfach zu viel „Dazwischen“, Gespräche, Pointen etc. Aber Bernadette Bisculm sehe ich fleissig am Döggeln. (Dort folgen sicher wieder gut ausgearbeitete Beiträge. Nachtrag: Bernadette über Zukunfts-Szenarien von Gerd Leonhard) Und bei Walter Schärer gibt schon Futter zum Nachlesen. Danke euch. Aber hier erstmal, was ich bis jetzt zusammen suchen konnte und selbst inhaltlich mitnehme.

Vorträge an der Social Media Konferenz 2014

Social Media Zukunfts-Szenarien: Big Data, Smart Agents und Artificial Intelligence, und Marketing als… Content“

Diesen Vortrag hat Walter verbloggt. Referent: Gerd Leonhard, Futurist, Autor, Blogger, CEO The Futures Agency.

Wie Social Media für das KMU machbar wird

Dani Niklaus, CEO, Netlive
Daniel hat wieder in seiner typischen Storytelling Art präsentiert. Erfrischend, anschaulich, mit vielen Beispielen und Tool-Tipps, z.B. TripAdvicer im Einsatz Bis jetzt eins meiner Highlights und dass nicht nur, weil er von der Surfschule (!) berichtet hat. Abschliessend gab Daniel die Tipps:
1. kucken Sie was andere machen
2. was können Sie kopieren
3. denken Sie unerwartet für die Lösung sagt

Das Handout besorge ich euch noch. Nachtrag: 13.44: Handout von Daniel Niklaus

 

Social Media auf Führungsebene

Salomé Wagner, Founder, Sparkling Stream AG und Christophe Truchet, Gründer/Inhaber Webrelaunch GmbH. Den Beiden mit ihrer Studie hab ich einen eigenen Beitrag gewidmet: Hab sie befragt und wertvolle Erkenntnisse über die sechs Typen von Führungskräften bewonnen. Es geht um die innere Einstellung gegenüber Social Media. Das empehl ich euch, mal näher anzusehen.

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Hier ist das Handout von Salomé und Christophe

 

Social Media Governance bei Credit Suisse

Barbara Müry, Leiterin Social Media Competence Center, Credit Suisse

interne Social Media Prozesse Credit Suisse

interne Social Media Prozesse Credit Suisse

Das sind die internen Abläufe fürs Social Media Competence Center, die sie definiert haben. Das Handout konnte ich nirgends öffentlich finden und habs verbummelt, sie in der Pause danach zu fragen.

Community Building eines Startup: in 7 Monaten zu 4000 Facebook Aktivitäten täglich

Vortrag von Gian-Franco Salvato, CEO, Attrackting

Das, ihr Lieben, ist richtig cool. Gian-Franco stellt die Kommunikationsaktivitäten für sein Startup vor. Dieses bringt demnächst ein Halsband für Katzen heraus, mit dem ihr die Streunerausflüge eurer Vierbeiner beobachten könnt. Ist das mal cool. Hier ist sein Vortrag, darin dreht sich natürlich Vieles um Cat Content. Habs nicht anders von ihm erwartet, sein Handout war bereits vorher in Slideshare. Danke

ein paar Vorträge vom Nachmittag

Social Media Konferenz – Studie: Führungskräfte und ihre Einstellungen zu Social Media

Ich beschäftige mich gerne mit dem menschlichen Geist, dem Intellekt, Bewusstsein und auch Unbewusstsein. Keine Sorge ich hab mich nicht im Blog geirrt 😉 Doch Christoph Truchet und Salomé Wagner haben untersucht, wie unbewusste Emotionalität (innere Einstellung) von Führungskräften den Umgang mit Social Media bestimmt. Da musste unbedingt auf die Spur und hab den beiden ein paar Fragen gestellt, bevor sie ihre Ergebnisse heute (10.00) an der Social Media Konferenz 2014 in Zürich präentieren.

Christoph und Salomé, innere Einstellung bei Führungskräften? Was habt ihr genau in eurer Studie untersucht und herausgefunden?

Wir haben ausschliesslich (500) Führungskräfte in der Schweiz befragt. Warum? Weil wir bei ihnen ein „Unwohlsein“ wahrnahmen und eine eher ablehnende Haltung gegenüber Social Media.
Wir hatten den Eindruck, dass dieses Unwohlsein tiefer geht und emotional geprägt ist. Führungskräfte können sich dies nur schwer eingestehen oder sind sich dessen gar nicht bewusst. Durch die in der Studie verwendeten Forschungs-Methoden konnten wir diese Emotionen und Haltungen messen und vergleichen. Tatsächlich haben die Resultate gezeigt, dass es Unterschiede zwischen der bewussten Einstellung und den unbewussten Emotionen gibt. Wir nennen dies den Social Media Emotional Gap. Dieser bestimmt, wie die Person mit Social Media umgeht und auch im entsprechenden Unternehmen umgegangen wird.

Die Barrieren, die den Weg in Social Media erschweren, beinhalten also neben harten vor allem weiche Faktoren. Was bedeutete das für Beratungsunternehmen? Müssen sie nun auf der emotionalen Ebene überzeugen?

Wir haben aus den Studienresultaten sogenannte Social Media Nutzertypen entwickelt. Diese Nutzertypen beschränken sich wiederum auf Führungskräfte. Jeder dieser Nutzertypen hat seine eigenen Einstellungen, Barrieren und Emotionen. Aus unserer Sicht ist es deshalb wichtig, dass Berater in einer ersten Phase vor allem zu verstehen versuchen, was für einem Nutzertypen sie gegenüber sitzen. So gesehen, ja, Berater sollten auch die emotionale Ebene verstehen und klären.

Studien erklären regelmässig, dass Facebook an Bedeutung verliert. Manch einer interpretiert, dass er nun nicht mehr in Social Media investieren muss. Da scheint es mir um harte Facts zu gehen, statt Emotionalität?

Social Media bedeutet ja viel mehr als Facebook. Social Media bedeutet ein Paradigmenwechsel auf ganz vielen verschiedenen Ebenen. Die angesprochene Einstellung passt sehr gut zu gewissen Nutzertypen, die generell eine negative Emotionalität gegenüber Social Media haben. Natürlich wissen wir, dass auch bei Social Media harte Fakten gefragt sind. Aber wirft man alle Telefone weg, nur weil eine Studie sagt, dass immer mehr Leute lieber chatten als telefonieren? Dazu kommt, und daran sind unter anderem die Berater schuld, dass viele Führungspersonen Social Media als reines Kommunikationsinstrument sehen, welches die restlichen Instrumente ergänzt. Eine Kundenzeitschrift kann man einstellen, Social Media nicht. Egal ob das nun Facebook ist oder was anderes.

Das Social Media Prozess Modell, welches aus den Erkenntnissen der Studie entwickelt wurde.
Was habt ihr da genau entwickelt?

Wir haben ein Prozessmodell entwickelt, welches die Führungskraft dabei unterstützen soll, seinen eigenen emotionalen Hürden bezüglich Social Media zu begegnen und diese zu überwinden. Es geht also darum, herauszufinden, was für ein Nutzertyp die Person ist, was ihre grössten Herausforderungen sind und wie sie schrittweise an diese Themen heran gehen kann. Unser Social Media Prozessmodell besteht aus diversen Elementen wie Nutzertypen, emotionale Hürden, Lösungsansätze etc.

Welches sind die sechs (6) Typen unter den Führungskräften?

  • Laie (diesen holt man in der Beratung über das Thema Sicherheit ab)
  • Bürokrat (diesen holt man über Chancen ab)
  • Amateur (diesen zeigt man bestenfalls den Nutzen auf)
  • Pragmatiker (diesem argumentiert man mit Ressourcen)
  • Kommunikator (ihm/ihr helfen vermutlich Potenziale)
  • Experte (er/sie ist mit Integration zu motivieren)

Führungspersonen und ihre innere Einstellung zu Social Media, die 6 Typen

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die sechs Typen Führungskräfte mit ihrer inneren Einstellung zu Social Media

Die Grafik zeigt die sechs verschiedenen Typen unter den Führungspersonen. Dem gegenüber steht jeweils das entsprechende Hauptargument, mit dem sie für Social Media motiviert bzw. abgeholt werden können.

Wie können Führungskräfte die benötigte Sicherheit in Social Media gewinnen?

Je nach Nutzertyp entsprechend sollte sich die Person fragen, wo sie emotionale Barrieren im Umgang mit neuen Medien hat. Und zwar nicht nur bezüglich Facebook, sondern bezüglich der generellen Digitalisierung der Gesellschaft. Es kann gut sein, dass der Nutzertyp „Laie“ zuerst mal einen Einstiegskurs zu einer Plattform oder zum Thema Social Media besucht, um der Materie näher zu kommen. Der Pragmatiker zum Beispiel braucht keine Kurse. Bei ihm ist es wichtiger, dass er sein vorhandenes Verständnis ins gesamte Unternehmen mit einbringt und sich am gesamten internen digitalen Entwicklungsprozess beteiligt, anstatt sich in seinem Bereich abzuschotten.

Warum basiert euer Modell auf der Überzeugung der Führungskräfte?
Lässt es sich auch später für Mitarbeiter einsetzen?

Wir haben uns mit denjenigen Personen auseinandergesetzt, die schlussendlich die Entscheidungen fällen und mittragen müssen. Das Umfeld einer Führungskraft ist meistens komplexer als das Umfeld eines Mitarbeiters. Diese Komplexität wird durch die Digitalisierung und deren Geschwindigkeit vervielfacht. Aus unserer Sicht braucht es sowohl bei den Führungskräften wie auch bei den Beratern ein neues Bewusstsein bezüglich dieser Vorgänge und der entsprechenden Emotionen auf der Führungsebene. Wie kann man als Manager ein Thema in strategische Überlegungen miteinbeziehen ohne sich in diesem Thema wirklich sicher zu fühlen?
Wir entwickeln unsere Modelle dahin weiter, dass mit Hilfe der Nutzertypen z.B. auch die geeigneten Mitarbeiter für die interne Betreuung von Social Media ermittelt werden können. Und natürlich gibt es, vor allem in der Generation der Digital Immigrants, noch viele Mitarbeiter mit eher negativen Emotionen gegenüber Social Media.

Ich habe die Christophe und Salomé auch im Hangout zu ihrer Stude befragt. Kuckt mal rein.

 

Hinter jedem Account steckt womöglich ein guter Mensch

Vor ca 10 Jahren hab ich meine Ski verschenkt. Ich sah ein, mit meinem (Nicht-)Können eine Gefahr für andere zu sein und dass es mir eigentlich viel zu kalt an der Nase ist. Das Bild ist älter 😉

Ihr seht, ich bin eigentlich nicht würdig für ein persönliches Gespräch mit Benedikt Germanier, dem CEO von Zai Ski. Heute hatten wir (Noemi Andreska und ich) aber eine Stunde Skype Zeit mit ihm zum Kennenlernen. Denn wir haben ihn zu Gast am jährlichen IMK Forum in Chur am 21.11. abends.
Die Studenten haben sie und mich gewählt das Event und Podioum zu moderieren. Was mich zwar ein wenig bauchpinselt, ich aber lange nicht mehr so nervös war vor einer Aufgabe. Obwohl, vielleicht hat moderieren ja was vom Community Management. Dort bietet man auch anderen eine Bühne im besten Fall und hört und lernt man dazu. (ich nenne das „wir lernen zu“)

Zurück zu den Ski und den Menschen, die hinter innovativen Materialien stehen. Benedikt erwies sich als angenehmer Gesprächspartner und bot uns das du an. Vielleicht weil ich Germanier gleich mal wie ein Germane aussprach. Schnell wurde mir klar, warum er neben den Ski auch Erfolg in Social Media hat. Er bringt das Basiszeug bereits mit.

– ihm liegt Kommunikation am Herzen
– er ist sympathisch
– möchte dazu lernen und
– legt Wert auf die Menschen hinter Accounts
– und hat natürlich ein Produkt das passt.

Seine Ideen: Ein Video brachte in Youtube 27’000 Views und nahezu 1000 neue Fans. Ein andresmal lancierte er einen Sprachkurs für Rumantsch. (für meine deutschen Freunde: = Rätoromanisch, eine der vier Landessprachen der Schweiz 😉 und postete in Facebook alle Begriffe der Zai Produkte und deren Übersetzung. Es stellte sich aber raus, die Leute wollen eigentlich keine Werbung auch so nicht. Die Idee entwickelte sich weiter und so auch ständig der Stil auf der Facebookseite.

Übrigens, die Frage „Was ist eigentlich ein Like wert?“ nehmen wir mit aufs Podium.

Weil ich so wenig vom Skisport verstehe, hab ich am Morgen schnell in die Twitterrunde gefragt. Und es kamen ein paar gute Themen, die mir das Kennelernen erleichtern.

Diese Tweets nahm ich mit und als wie so über Twitter plaudern, sagte Benedikt sagte ganz locker: „Hinter jedem Account steckt womöglich ein guter Mensch“, es geht ihm also nicht nur um die direkte Zielgruppe mit sichtbarer Ski Affinität, sondern er interessiert sich für den Austausch ansich. Die Fragen an ihn hat er übrigens live im Gespräch via Twitter beantwortet.

Ihm ist Facebook einfach intuitiver und er nutzt alle Plattformen als App auf dem Mobile.  Auch am Sonntag schreibt er mal schnell eine Antwort. Linkedin nutzt der CEO zum Netzwerken und mit Twitter ist er noch nicht ganz Freund geworden.

Jetzt freue ich mich auf das Podium (Gäste sind übrigens sehr willkommen) mit Claudio Meng, der den Mengschliff erfand und eine schlaue Kommunikationsstrategie entwickelt hat. Die weiteren Gäste lerne ich erst in Kürze kennen. Jürg Stuker, der Keynote Referent wird sicher auch wieder überraschend verständliche Ansichten hervorzaubern. Und mal sehen ob ich doch die Ski-Liebe wiederfinde.

Nachtrag, 27.10. Das besagte Video

 

"Was ist an SoMe Marketing verwerflich?"

Warum schreibe ich (Armin) hier? Es geht mir um ein Social Media Thema, das mich langsam wirklich stört: Nämlich, dass manche Werbende Social Media mit hungrigen Augen wie ein freilaufendes Nutztier ohne Besitzer beäugen – und für ihre Zwecke einspannen. Ihre Liebe zum „Kanal“ (denn mehr ist es für die besagten Werbenden oft nicht) verebbt in jenem Moment indem das Budget für die Kampagne ausläuft. Anschliessend geht es weiter zur nächsten Kampagne. Dieses kurzfristige Denken ist Ausdruck einer überkommenen Marketing-Kultur, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Vortrefflich zeigt dies Old Spice (fastcompany Artikel). Weiter lesen