XING oder LinkedIn, eine Plattform zu viel?

XING wird auf DACH, LinkedIn auf international und beide auf HR-Plattformen reduziert. Das ist mir zu wenig. Mich interessiert, was kann die Plattform und wie nutzen Menschen sie und was ist für meine Ziele dienlich. Auf HR gehe ich hier nicht ein.

 

Mein Fazit vorweg 😉 Mein Herz schlägt für LinkedIn wegen Content Marketing, dem neuen Business Manager, Dialog, aktivem Netzwerk und 1:1. XING punktet aber mit Regional-Gruppen, Events, Profil-Notizen und Branchen-News. Leider sind die Angebote beider Plattformen unklar und unvergleichbar. Deshalb ist der Beitrag hölle-lang. 

 

Klar ist, LinkedIn legt zu in der Schweiz. Selten höre ich dafür aber echte Argumente. Nutzungszahlen allein? LinkedIn hat dieses Jahr 17% mehr Nutzer als 2017, XING 6%. XING hat 63% ungenutzte Accounts, LinkedIn 54%. 20% folgen einem Unternehmen auf LinkedIn, bei XING tun das 14%.

Nutzung in der Schweiz nach Altersklasse

 

Menschen möchten:

  • In Kontakt bleiben oder kommen
  • Sich selbst positionieren
  • Netzwerke sicht- und nutzbar machen
  • Nützliche Inhalte konsumieren
  • Content Marketing professionell betreiben
  • Einen Job oder Mitarbeitende finden

Die sogenannten privaten unterscheiden sich dabei nicht von den Business Netzwerken. Es geht nur um andere Themen und wie wir Kontakte zuordnen. Jobsuche ist zeitlich begrenzt und es würde sich kaum lohnen, nur dafür jahrelang Netzwerke zu pflegen.

 

Was will ich mit LinkedIn oder XING?


SUV oder Strassenflitzer? Beide können fahren. Wie immer geht es um die Ziele, Interessen und Stories von Menschen und Features der Vehikel. Das sind schon ein paar mehr Dimensionen als DACH oder international. Was können die Plattformen eigentlich? So sind die beiden nicht mehr vergleichbar. Ich frage also mich und die Firma:

  • In welcher Branche arbeite ich, wo ist diese?
  • Gibt es Gruppen, die aktiv sind?
  • Möchte ich ein aktives oder passives Netzwerk?
  • Welche Rolle spielt themenfokussierter Content für mich?
  • Bin ich eine bereits bekannte Fachautorin?
  • Bin ich ein bekannter Referent (wo)?
  • Geht es bei uns um Köpfe mit Know-how, das sichtbar werden soll?
  • Sind wir regional oder international ausgerichtet?
  • Treffen wir unsere Zielgruppen offline?
  • Welche Tools gibt es für Sales, News, Wissen, Bookmarking, Events, Chat, Ads, HR …?
  • Passen die Workflows zu unseren?
  • Sind Schnittstellen zu eigenen Systemen (CRM, Newsletter etc.) möglich?

Was will ich und was kann das Vehikel?

So zwinge ich mich, auch die unübersichtlichen Angebote der Plattformen anzuschauen. Dazu muss ich sie einfach nutzen. Ich entscheide mich ja nicht für ein Auto ohne Probefahrt. Für mich ist aber schon vorher klar, ich möchte den schnellen Kleinen und gelegentlich ein grosses Auto ausleihen. Mini-S-Fan halt 😉 Hier hab ich aber vor allem die Plattformen angeschaut, denn deine Ziele kenne ich ja nicht.

 

LinkedIn fördert den Dialog


Menschen verbinden sich, teilen Inhalte und interagieren. Im Hintergrund werden weitere Kontakte aufgebaut, öffentlich oder 1:1. Bestehende Verbindungen stärken sich, wenn wir andere erwähnen, liken, kommentieren, empfehlen, gratulieren zu kleinen und grossen Erfolgen.

LinkedIn kann das. Beziehung, also auch Sympathie und freundliche Konversationen, machen geschäftliches Networking erfolgreich. Inhalte von Personen werden stark sichtbar, auch (noch) ohne sponsored Aktionen oder Ads. Like- und Kommentarfunktion sind zeitgemäss und lassen inzwischen Bild-upload zu.

Die Chat-Lösung (InMail) ist kompakt, intuitiv und hilft nun mit AI-basierten Höflichkeiten. Allerdings waren die nur kurz verfügbar. Inzwischen sind sie stark reduziert. Das heisst aber auch, Aktivitäten und Nachrichten der Nutzer werden analysiert. In LinkedIn chatte ich regelmässig mit Kontakten. 

 

XING wirkt hölzern


Nachrichtenfunktion in XING liegt bei mir brach. Fast 13 Jahre, 100+ ungelesene Nachrichten. Erst seit ein paar Tagen gibt es endlich einen Button für “gelesen”. Ein paar Tage konnte ich auch hier mit AI antworten “Das ist ja ein Ding”. Unpassend für die Schweiz. Die Funktion ist aktuell wieder abgeschaltet.

Die Interaktionen unter den Beiträgen wirken ein wenig hölzern. 600 Zeichen müssen beim Kommentieren reichen. Nichts für vertiefende Diskussionen. Emojis gibt es nicht, wir sind hier im Business-Modus, hey. Aber da die Inhalte eh wenig Reichweite bekommen, kommentiert auch kaum jemand. Dieser soziale Kit fehlt mir persönlich bei XING enorm. Konversionen gehen selten über die Kontaktanfrage hinaus. 

 

XING ist für regionale und Fach-Gruppen

 

Wird eine sogenannte Thought Leaderin aus einem Unternehmen in einer LinkedIn-Gruppe gut wahrgenommen, lohnt sich ggf. auch der Sales Navigator. Damit kann sie Kontakt mit Gruppen-Mitgliedern aufnehmen, auch ohne vernetzt zu sein. Im deutschsprachigen Raum sind die Gruppen aber leider oft leblos oder verspamt. Im Gegensatz zu manch aktiver Gruppe in Facebook (mein persönlicher Favorit für Gruppen).


Oft höre ich das Usability Argument bei XING. Aber auch in LinkedIn finde ich kaum meine eigenen Gruppen. Kann sie nicht abonnieren. Abonnieren von Hashtags heisst hier ebenfalls «your Communities», was eher verwirrend als hilfreich ist. Menschen wollen einfach wissen, mit wem sie sprechen. Und gerne auch auf Augenhöhe. Dafür sind Gruppen ja super. Das wissen auch die Ich-bin-der-die-Grösste-Spamer. Leider. In vielen ist kaum „was los“, aber: Wenn du die richtigste Gruppe in XING findest …..

 

XING Ambassadore als Guides


XING ist beinahe historisch stark mit Regionalgruppen. Unsichtbar für Aussenstehende, gibt es engagierte Nutzer, sogenannte Ambassadore/n. Sie gründeten schon vor Jahren Themengruppen und laden auch heute zu regionalen Events. Sie sind der Plattform sehr verbunden und bringen neue User. Diese Events finden tatsächlich im realen Leben statt, wie kürzlich das SWONET. Lustigerweise habe ich in LinkedIn davon gehört. (Content, was?!)

Lebendige Regional-Gruppen in XING

XING hat einen eigenen Navigationspunkt für Gruppen. Man braucht aber dennoch jemanden, der einen einlädt oder zumindest den Namen der Gruppe teilt. Sonst findet man unter den 91.707 Fachgruppen kaum die wertvollsten für sich selbst.

Es ist wie im wahren Leben, Communities müssen auch in Plattformen aufgebaut und gepflegt werden. Der Aufwand ist beachtlich, aber lohnenswert, wenn Menschen einer Gruppe vertrauen und tatsächlich Mehrwert entsteht, weil sie sich austauschen. Das ist weniger eine Frage der Plattform sondern von Engagement und Moderation und natürlich, wie zugänglich die Gruppen sind. Einen Verein gründe ich ja auch nicht nur durch eine Idee mit Ansage.

 

Events kann nur XING


Mit dem Event-Tool hat XING ein ausgeklügeltes System: CRM Anbindung, personalisierte E-Mail, Vermarktung, Ticket-Prozess, Vernetzung der Teilnehmer, auch mit den Referenten. Vor, während und nach dem Event leistet es wertvolle und zeitgemässe Dienste. Sie können von Personen und Seiten organisiert werden. Der Event-Markt ist nach Konferenzen, Messen, Seminare und Network-Veranstaltungen strukturiert. Stand heute insgesamt 28718 Events. Es lohnt sich, einmal gezielt nach Themen und Orten zu suchen.
Beispiel ist hier eine der grössten Gruppen der Schweiz, XING Zürich. Hier finden regelmässig Events statt und Newsletter teilen nützliche Inhalte. LinkedIn hat gerade (wieder) ein Event Tool angekündigt.

XING Events

Newsletter von XING lohnen sich


Der XING Newsletter schafft es an manchem Spam-Filter vorbei und bringt z.B. bei Zielbar 30% mehr Traffic.
Das lässt sich nicht verallgemeinern, weil abhängig von der Zielgruppe. Aber dennoch sollte uns das nicht kalt lassen. Der Beitrag von Zielbar lohnt sich auch wegen der Targeting-Anleitung.

LinkedIn macht Content Marketing einfacher


Hier schlägt das Herz von LinkedIn. ❤️ Eine Page ist schnell erstellt. Die Funktionen ähneln denen in Facebook. Die Basis-Funktionen sind gratis. Sponsoring basiert auf Auktionssystem und hilft bei der Reichweite von Inhalten auf Pages. Wie immer ist guter organischer Content Trumpf. Das Targeting wird immer besser, auch für so ein kleines Land wie die Schweiz (früher zu wenig Volumen).

LinkedIn Kampagnen-Plan

LinkedIn hilft mit einem taktischen Plan für Content Marketing. Wenn man ihn denn findet, ist er sehr hilfreich für strategisches Content Marketing. LinkedIn hat seit kurzem den Kampagnen Manager, der auf das Ziel fokussiert und nicht mehr auf das Werbeformat. Gut gemacht.

Das Advertising ist für Marketer recht intuitiv bedienbar, wenn man mit Business Manager von Facebook vertraut ist. Obwohl viele Marketers kaum bei ihren Global-Pages durchsteigen, schafft man es doch, guten Content auszuspielen und Kampagnen umzusetzen. Sponsored Posts, Targeting, Ads, Videos und Beiträge, E-Mail/InMail-Kampagnen und Display-Ads bieten übrigens beide Plattformen.

Mit persönlichem Account habe ich allerdings mehr Formate und Editier-Möglichkeiten und oft auch höhere Reichweiten. Ich habe hier sogar für persönliche Accounts grobe Analysedaten, mit Firmen und Region. Aktuell entspricht dies aber ohnehin den strategischen Gedanken in vielen Firmen. Köpfe mit Know-how teilen als Autoren oder Kuratoren wertvollen Content in ihren persönlichen Netzwerken. Natürlich sollten sie sich auch an anderer Leute Inhalt beteiligen. „Immer nur ich und meine Firma“-Einstellung ist mühsam.

Mein Herz schlägt für LinkedIn

Dies ist für mich ein klarer Vorteil von LinkedIn gegenüber allen anderen. Der Mensch ist mit seinem Wissen, Fähigkeiten und auch charakterlichen Eigenschaften sichtbar und kontaktierbar. Und das ist die Grundlage für Social Selling. (Beitrag: ich kenne meine Bankberaterin nicht)

Es gibt gefühlt weniger Spam und Werbeschleudern hier. Das eigene Profil ist vielen heilig. Obwohl Content Marketer inzwischen auch die Profile ihrer Know-how-Träger verwalten und dadurch leider oft an Authentizität verlieren. Hier ist übrigens eine Art Überblick, was es alles so gibt für Marketers.

 

XING macht es Firmen schwer


Obwohl XING viele Einzelunternehmer beherbergt, ist die Firmen-Präsenz sprachlich eher auf grosse Firmen ausgelegt. Ich werde aufgefordert: “Inszenieren Sie Ihr Unternehmen audiovisuell”, oder “Zeigen Sie Ihre Mitarbeiter”. Auch die Arbeitgeberbewertung auf Kununu soll Firmen motivieren, einen bezahlten Account zu erstellen. Da hadern sogar meine grossen Kunden mit dem Preis, weil die Leistung unklar ist. 

XING macht es in meinen Augen Firmen unnötig schwer. Die neue XING Pro Business Variante in einem KMU Land für 79.95 pro Monat muss sich erst noch beweisen. Angebote, die in Videos erklärt werden müssen, sind mir persönlich suspekt. Ich kann mir aber vorstellen, dass das funktioniert (auch aus Sicht der Betreiber). Ich kann die Kosten/Nutzen kaum überschauen und ich würde mich deshalb auf Verhandlung einstellen.

 

LinkedIn liebt Interaktion


Machen wir uns nichts vor, Sichtbarkeit und Interaktion mit Posts von „normalen“ Usern und auch Pages ist in LinkedIn ein Vielfaches höher als in XING.
Die Reichweite wird auch (noch) nicht so gedrückt wie in Facebook. Allerdings stehen Firmeninhalte hier auch nicht im Wettbewerb mit privaten Inhalten. Beiträge, die Menschen, Meinungen und Leistungen erwähnen, kommen gut an. Sie können ebenso regional sein. Solche Beispiele konnte ich in XING nicht finden. 

Mehr Interaktion in LinkedIn

Nachtrag: 27.11.2018 die Zahlen von diesem Beitrag (Linkpost) hier zeichnen ein deutliches Bild

LinkedIn interne Analyse: 182018 views, 44 Kommentare, 182 Likes, 15 shares

XING interne Analyse: 5 Likes, 1 Kommentar

Allerdings lag ein Beitrag direkt in LinkedIn gepostet, weit hinterher. Natürlich sind diese inhaltlich nicht zu vergleichen. Aber Algorithmen ändern auch in LinkedIn ständig.

Interne Analyse LinkedIn: Beitrag direkt in LinkedIn publiziert (gebloggt)

Blogging is rocking in LinkedIn


Blogging im Profil ist super, wenn Firmen ihre sogenannten Thought Leader positionieren wollen. Wir müssen sie aber trotzdem noch motivieren, zu schreiben. Übrigens werden aktuell die viel gepriesenen Blogposts (Artikel) nicht mehr so top ausgespielt, kennt man die Reichweitezahlen von vor einem Jahr. Es wird eine Abo-Möglichkeit ausgerollt werden. Ggf. ist es nur übergangsweise etwas schwächer. Dafür ist die Interaktion weiterhin sehr noch. Über dieses Blogging-Format und entsprechend gemeinsame Interessen entstehen tolle neue Kontakte. Eben für die Person und nicht für die Firmen-Page. Wir müssen noch stärker umdenken. Menschen sind an Menschen interessiert. 

 

Social Selling braucht mehr Handwerk als Tool


Zumindest im Moment noch. Die Grundlagen von Social Selling sind gepflegte Accounts, wertvoller Content, aktives Netzwerken. 
Da hierzulande oft Content Marketing und Sales noch getrennt betrieben werden, diskutieren wir kaum über den Sales Navigator von LinkedIn in der Praxis. Schade, denn da fängt der Spass für neue Sales Prozesse erst richtig an.

Beide Plattformen bieten Funktionen wie Leads verwalten (kategorisieren) und Nachrichten via InMail an Nicht-Kontakte schreiben (bezahlt). Persönlich schätze ich das nicht und möchte das auch anderen nicht zumuten. Wie auch Werbung im Facebook Messenger. Wir sollten aufhören, Werbe-Spam zu produzieren, statt dessen wertige Beiträge. XING hat im Basis-Account noch eine nette Notizen-Funktion für Kontakte. Die ist bei mir ungenutzt. 


Autoren und Medien


Ausführliche Beiträge kann ich in XING nur mit einem Link teilen oder ich habe den Weg gefunden, wie ich in Klartext Autor werde. Auch hier begegnet man übrigens den Ambassadoren, neben anderen bekannten Autoren (was auch immer die Messlatte hier ist?). Debatten über Wirtschaft, Beruf und Karriere. Leider gelang es mir nicht mal, diese Inhalte zu abonnieren. Ich muss gezielt dorthin navigieren. Gleiches bei Spielraum
wo es rund ums Arbeiten geht. Die Inhalte sind mehrwertig und werden oft auch aktiv kommentiert. Ich befürchte, diese Content Angebote sind wenig bekannt in der Schweiz.

Mit News-Plus kann Nutzerin auch bezahlte und hochwertige Inhalte von Medienhäusern abonnieren und organisieren. Insgesamt sind die publizistischen Angebote für Nutzer kaum nachvollziehbar. Aber in XING stehen Menschen, die man quasi “kennt” im Zentrum und auch die Themen sind mir greifbarer als mancher amerikanische Beitrag einer internationalen Grösse in LinkedIn. Fürs Konsumieren von Branchen-Inhalten (Achtung, Branchen!) hat XING eine interessante Abo-Funktion, die ich wertvoll finde.

Bekannte Gesichter und Themen

In LinkedIn kann ich meinen Feed aktuell nur mit Pages oder Personen-Inhalten personalisieren. In den Einstellungen. Das bringt ein wenig Ordnung in die Zufälligkeit vom Feed, ist aber aufwändig.

LinkedIn investiert ebenfalls in eigenen Journalismus. Mit einem aktuell 50-köpfigen Team (Beitrag in der Medienwoche), dürften die Amis das ernst meinen. Beide Plattformen setzen hier auf den Medienkonsum der Nutzerinnen und Bedürfnisse von Medien-Anbietern. Immerhin bekomme ich jetzt via Notification einen internationalen Nachrichtenüberblick jeden morgen.

 

Angebote beider Plattformen sind unklar


LinkedIn bietet viele nützliche Apps
wie Learning, Sales Navigator und für Content Marketing Company & Showcase Pages, Publishing, Sponsored Content, InMail,Text Ads. Hier und da sieht man als Nutzer auch tatsächlich Content, der via Marketing Tools ausgeliefert wird. Dieses Potenzial liegt in der Schweiz aber weitestgehend brach. Sichtbarer und oft mit mehr Kommentaren und Interaktionen sind organische Beiträge von Nutzern. Sie heissen Update (kleiner Beitrag, oft mit Link) oder Post (Blogposts/Artikel siehe oben) und ermöglichen alle klassischen Formate (Text, Bild, Video, Podcast, Link). Es gibt keine freaky Formen für snackable Content.

In meinem Lesestapel tauchen kaum Inhalte aus XING Spielraum und Klartext auf. Viele kennen das nicht mal. Das durchdachte Event-Tool und Branchen News-Abo kennen nur Nutzer, die sich näher mit der Plattform auseinandersetzen. Das halte ich für eine zu grosse Hürde.

Die mobilen Apps von beiden helfen besonders Startern, mit den riesigen Möglichkeiten klarzukommen. (Einfach mal suchen im Play- oder App-Store, was es noch gibt.) XINGs mobile Home wirkt etwas überladen und LinkedIn hat eine “Falle” bei der Kontaktaufnahme. Man klickt zu schnell ungewollt ‘ohne Nachricht’, was von vielen Usern nicht geschätzt wird.

 

Mein Fazit:

Für LinkedIn schlägt mein Content-Herz,
XING bleibt, aber passiv.


LinkedIn orientiert sich optisch stärker an Facebook. Normale User finden sich zurecht. Personen werden mit ihren Themen sichtbar mit einfachen und wirksamen Publikations- und Interaktionsmöglichkeiten. Firmen müssen jedoch diesen Vorteil strategisch ausbauen, statt nur als Marke publizieren. LinkedIn ist mein Favorit, wegen Content Marketing. Hier kann ich aktiv mein Netzwerk pflegen.

Meinen Basis XING Account behalte ich wegen Gruppen- und Event-Funktion. Ich suche hier nicht aktiv nach neuen Kontakten sondern verhalte mich passiv. Technisch ist es möglich, Kontakte von XING nach LinkedIn kopieren.  XING bleibt im Regionalfokus, punktet aber mit Gruppen, Events und Branchen-News. Ich habe nur noch den Basis-Account, weil mein einzig genutzter Premium-Vorteil war, wer mein Profil angesehen hat. Es werden von XING keine Daten an Dritte gegeben, während ich bei LinkedIn in den Einstellungen widersprechen muss. Preise und Möglichkeiten für Marketing sind bei beiden undurchsichtig.

Für beide Plattformen werden Struktur und Publishing-Ausbau die grossen Aufgaben sein. Viele  brauchen aktuell noch Profi-Hilfe für Content Marketing. Das halte ich für inakzeptabel, auch wenn das im Moment einer unserer Beratungsinhalte ist.

Für mich war es dringend notwendig, genauer zu hinterfragen, ein bisschen die Ecken zu beleuchten, um fundierter entscheiden zu können in Projekten. Und so wurde der Beitrag viel zu lang. Sorry.

Podcast – Kommunikation mit der Stimme und dem besonderen Hörsinn

Podcast sind für mich: Lernen ohne Ablenkung, ohne Werbung, ohne Likes und Emojies, ohne Kommentare. Es ist paradox. Das was ich sonst so liebe ist die Interaktion. Aber konzentriert lesen möchte ich mit Kindle, nicht mit dem Tablett, weil ich mich dort ablenke. Übertragen auf Podcasts heisst das. Ich höre fokussiert. Hier im Post geht es mir um das Format, was Stimmen können und die Besonderheit beim Hören und nicht um Podcasts selbst.

Content mit Charakter und Bezug

Im Content Marketing werden wir immer mehr mit Spam konfrontiert. Erfolgreiche Inhalte aber sind persönlich und mehr wert und verdienen es, aufmerksam „konsumiert“ zu werden. Inhalte, die Wissen oder Beziehung bieten «funktionieren» besser. Mein Dauerbrenner in Workshops: Wie stellen wir Bezug zu Menschen her und wie heben wir uns ab?. Es liegt auf der Hand, dass Absender und Wissensträger sichtbar sein sollten und Menschen konkret angesprochen werden. Angesprochen. Lustig, wir benutzen das Wort, meinen aber Text und Bild oder Video.

Was ist mit der Stimme?

Die Kommunikation mit der Stimme prägt uns schon, bevor wir geboren sind. Stimmen transportieren und bewirken Emotionen. Sie sind einzigartiges Merkmal einer Person. Wir hören die Stimm!ung und entscheiden auch, ob wir den Menschen sympathisch finden. Die Stimme, oder Sound ist für Apps und generell im Web dank Sprachsteuerung enorm schnell wichtig geworden, wenn wir mit den andren Formaten vergleichen. Für mich persönlich haben Stimmen eine unglaubliche Intimität, die für Gänsehaut sorgen können, für Kopfkino, auch wenn sie über Bitcoins sprechen. Wenn ich den oder die eine/n oder andere/n von euch öfters mal anrufe, weisst du jetzt warum. Das kann ein Text oder Video nicht.

Besonderheit Hören

Das Hören scheint mir ein fokussiertes Sinnesorgan zu sein, das kaum eine andere Tätigkeit mit dem Geist duldet. Ich rede nicht von Musik, sondern von Worten. Wenn ich wirklich zuhöre, kann ich nicht gleichzeitig am Handy tippen oder gar sprechen. Tiefes Denken geht dann nur zum gehörten Thema.

„Sound hat eine Wirkungsmacht, die man mit keinem anderen Sinneseindruck vergleichen kann.“, sagt Norbert Bolz in einem Interview bei Meedia. «Sound umgibt uns buchstäblich.» Das macht das Format Sound neben Text, Bild und Video so besonders. Er erwähnt auch den «fast propagandistischen Einfluss» von Gehörtem. Dem gegenüber wir Bilder und Text decodieren können.

Ihr wisst, ich hirne viel über Content und Medien und Radio muss oft als Top Content Produzent Beispiel herhalten. Die Moderatoren sind erlebbar, zeigen Gesicht, haben eine Beziehung zur Community oder umgekehrt. Sie teilen Lieblings-Playlists oder werden zu Personen Marken (wie Günter Schneidewind, meine Lieblingsstimme), rufen zu Abstimmungen auf, Hörer kommen zu Wort und Wettbewerbe sind eh klar. All diese Instrumente des modernen Content Marketings nutzen die Radiosender schon ewig. Nie jedenfalls kommuniziert ein Radio nur mit Logo oder mit versteckten Personen. Und das können auch Podcasts.

Podcast Revival

Warum die noch immer nicht Mainstream sind, weiss ich nicht. Aber aktuell scheinen sie sich endlich zu verbreiten. Es gibt sie seit 20 (18, 30 ?)  Jahren.
Nennen wirs also Revival. Ich hab festgestellt, dass in Podcasts gerne auch geplaudert wird. Manchmal ist lesen schneller, aber hörend kann ich besser verarbeiten, reflektieren und aufnehmen. Die oft zitierte eingeschworene Podcast Community scheint sich jedenfalls langsam aufzuweichen und das Format wird genutzt von einer breit(er)en Masse. Inzwischen sind Videos und Sound durchsuchbar geworden (dank machine learning) und Uni Bern bietet Vorlesungen (was für ein Wort) zum Nachhören an. Mir fehlt die Durchsuchbarkeit (Funktion) aber noch in den Apps. Wenn jemand also einen Tipp hat?

Ein Gedanke beschäftigt mich noch zum Thema Stimme. Hier haben wir ja einen dialogischen Ansatz, dieser wird auch auf Websites immer wichtiger. Also User sucht etwas und bekommt unmittelbar die Antwort. Menschen sind das gewöhnt von Messengern, also sehr kompakt und ohne Schnick-Schnack zum Ziel. Ich hab hier Ideen zur Content Wiederverwendung, Podcasts in kleinteilig recyclen. Die gesuchten Inhalte dann mit zwei drei Sätzen sprachlich zu beantworten.

Podcast für Unternehmen

Julien Backhaus und Christopher Funk

Mein erster Podcast ist übrigens hier über Content Marketing und Social Selling. Der Macher Christopher Funk hat über 100 Podcasts für sein eigenes Content Marketing produziert. Er bietet Recruiting oder Karriere im Vertrieb, also Vertriebsfunk. Ich hab grossen Respekt vor ihm, wie er das für sein KMU auf- und durchzieht. Nebenbei schreibt er übrigens auch Blogposts dazu und wechselt so schön die Formate. Auch Bilder stützen die Casts auf sympathische Weise. Er wählt also den Weg über die eigene Website (strategisch) statt nur in Apps losgelöst abonnierbar stattzufinden. Wer mal reinhören will, was wir so geplaudert haben.

 

 

Podcast: Gedanken zu Content Marketing

Podcast: in 5 Schritten zum Social Selling

Für Podcasts für Unternehmenskommunikation hat Christian Müller von Zielbar einen lesenswerten Beitrag geschrieben. Reportagen, Zitate, Statements, Interviews. Die Liste hört nicht auf. Hab noch ein wenig über Sprache in der Kommunikation nachgedacht und bin auf viele Kombinationen, Vor- und Nachteile gekommen. Aber eins ist sicher. Die Macht der Stimme und Sprache landet nun wirklich im Web.

Hören und Lesen gleichzeitig

Fehlt mir an der Hochschule, obwohl es offline ja stattfindet. Duolingo und Rant Fishkin mit den Whiteboard Fridays sind sicher Vorreiter. In Firmen könnten wir Podcasts transkribieren, strukturieren und kürzen in einem Blogpost? Eine meiner Lieblingsdisziplinen, mit Formaten spielen und so Inhalte wertstiftend recyclen und zugänglich machen. Podcast werden so auch dauerhaft auffindbar konserviert. Ich nenne diese Taktik, die Zeit ausdehnen in der Online Kommunikation.

Mein Kollege, Christian Mossner, zeigt interessante Erkenntisse in seiner Vorlesung an der FHNW (CAS Dig. Marketing) dazu.

Text zu Sprache – Vorlesen

Geschriebenes vorlesen lassen, hab ich wieder aufgehört. (App:Read out) war mir zu umständlich. Andersrum sicher hilfreich, wenn man nicht sprechen kann. Nutzt das wer von euch?
Ergänzung 01.03.18: Adrienne Fichter von Republik hat gestartet, lange Texte für die Leser, äh Hörer vorzulesen. Hört mal rein in den digitalen Diktator. Das finde ich eine tolle Idee, ist sehr authentisch und kommt den Wünschen der Leute entgegen. Faszinierend finde ich übrigens auch, wie schnell Menschen von Screenreadern vorlesen lassen.

Chat und Textnachrichten

In Chats stelle ich mir die Stimme vom Absender vor, wie schnell, laut oder mit welchem Gesicht ist das wohl gesprochen, also geschrieben. Oft ergibt sich eine andere Aussage, als beim blossen Lesen mit meiner eigenen Stimme im Kopf (davon gibts ja auch verschiedene). Whatsapp auf Kontaktseiten ist ein Muss für mich.

Chat Sprachnachricht

Kaum etwas hat unser Smartphone-Verhalten so sehr geändert. Ich gehe nicht ohne Kopfhörer aus dem Haus. Die Melodie der Stimme sagt viel mehr. Ausserdem läuft man nicht mehr gegen Laternen und es geht schneller. In Skype heisst es Voice-Mail, ich hab das aber selten bei meinen Kunden, die Skype einsetzen.

Mithören und Werben

Der Vollständigkeit halber erwähne ich es. Ja, es wird mitgehört und Vermutungen werden lauter, dass auch Werbung auf diesem Weg personalisiert wird. Beweise konnte ich keine dafür auftreiben. Hoffen wir, dass es irgendwann einen nutzerorientierten Dialog gibt, genau dann, wenn ich mich für etwas interessiere.

Schreiben und Tippen

Chats schreibe ich oft mit dem Sprachassistent. Hab inzwischen gelernt langsam zu sprechen und die Satzzeichen anzusagen (wenn ich allein bin – weil es noch ! komisch klingt für andere). Das gibt viel weniger Tippfehler.

Apps und Geräte bedienen

Auch darüber wurde schon viel geschrieben. In meinem Umfeld sind schon ein paar Alexas und google Home eingezogen. The end of typing ist keine Vision in Zeiten wo dieser Tweet viral werden kann. Wir sprechen bereits mit Dingen und sie mit uns. Spannend wird, ob sie männlich oder weiblich kommunizieren?

Hören und Live-Video

Nicht neu. TelCo. Nur die Tools sind anders. Weil Slack hierbei leider oft versagt und Skype 4 Business mit Externen mühselig ist, gibt’s zum Glück zoom.us (gratis Version mit Account 50 Min. Video Call mit allen Nebenfunktionen)

Hörbücher

Ich hab lange den Zugang nicht gefunden. Aber jetzt bin ich enttäuscht, audible nicht nutzen zu können. Amazon hat aus unerklärlichen Gründen meinen Account gelöscht, sie schaffens nicht ihn wiederherzustellen (Hiillfee). Kindle-update exklusive, aber das ist ne andre Story. Ich kenne wenig Leute, die Hörbücher hören. Ist es ein Zeitthema oder noch nicht gewöhnt?

Podcast-Perlen, Apps und Events zum Hören

Vermutlich belächeln Menschen mit Sehbeeinträchtigung diese Gedanken. Mir öffnet das Nachdenken über Sprechen und Hören eher die Augen.

 

Snapchat: Firlefanz oder Relevanz?

Update irgendwann im April 2016:

Ich war bei dem inspirierenden Snapchat Workshop mit Frau W. Dankeschön, Bettina. Ich sehe immer deutlicher, dass die App relevanter wird (bleibe zwar inhaltlich in den Stories immer noch dabei, dass es viel Firlefanz ist) Aber was die App kann:

  • Snapchat bringt ein natürliches Medienformat (als ein.zi.ge) – Hochformat, man jeder nutzt das Handy so.
  • Nur hier kannst du alle Formate mixen – Text, Bild, Video, Grafikfilter die zu Geodaten passen usw.
    zwischen, ohne Medienbruch. Hallo?!
  • im Zeitalter der Medien-Überflutung gibt es hier keinen Newsstream, den keiner interessiert, sondern man muss zu dem Account „hingehen“, Story kucken und jetzt kommts liebe Marketer:
  • direkter Chat button mit einer Marke. Hallo?!

Das ist ultimativ – glaubt mir, da können wir noch lange jammern „die Usabilty ist die Hölle“. Das werden sie schon noch verbessern. Swipen war übrigens mein Schlüssel zum besseren Verstehen. Ganz sicher ist es jedenfalls keine sichere Chat-App. Das fällt für mich schon aus, weil die Benutzung zu nah an öffentlichen Beiträgen (also den Stories) ist.

Lest gerne auch den Beitrag von Walter zum Snapchat Workshop.

Nutzer und Firmen werde auch hier lernen, wertvollen Content anzubieten, also weniger Firlefanz mit Gesichtern mit Schlapporen-Filter. Jedenfalls Danke Bettina.

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Nutzer der ersten Stunde? Das bin ich auch bei Snapchat nicht. Ich löse einen Account, spiele ein bisschen, frage mich, welche Möglichkeiten für Firmen entstehen und schaue was die Geek-Vorbilder so machen. In den ersten Tagen hab ich oft eine Meinung (oder eben ein Gefühl), ob die neue Plattform abhebt oder nicht. Schaut mal, wie oft ich schon daneben lag.

 

Meine früheren vorschnellen Einschätzungen:

Das hier waren meine ersten Meinungen zur Plattform, die ich selbstverständlich oft genug revidiert hab ^^. Die Funktionen, die Inhalte und das Verhalten haben sich ständig verändert und ich staune über manchen Dauerbrenner.

XING: my first love ( 2005)
Blog: my real love (2006/2007)
Flickr: nie mehr ohne (2006)
Twitter: rockt (01/2009)
Foursquare: Wo ist der Sinn? (?)
Facebook: zögerlich aber ok (2009?)
Linkedin: zögerlich, aber ok (2010)
G+: yay (2011)
App.net: überflüssig und unrealistisch, Werbung findet immer einen Weg
Path: unnötig (2010)
Ello: wird nix (2014)
Instagram: Bilderrahmen und nur für iphone, wtf (2010)
Whatsapp: ok (?)
Vine: Hä? (2013)
Threema: Ehrensache (2013)
Snapchat: versteh ich nicht (2014) und seit Stories inhaltlich Firlefanz (aktuell)

Andere Meinungen zu: Snapchat Relvanz

Aus heutiger Sicht musste ich einiges gerade rücken, das seht ihr selber. Deshalb hab ich wegen dem aktuellen Snapchat-Zuwachs mal in Twitter nachgefragt. Schaut mal, was dabei rauskam. Anfangs sah es aus, als gewinne „Firlefanz“ und nun sagen 41% Snapchat hat Relevanz. 59 Leute haben gestimmt. Dankeschön dafür.

FB Kommentar

FB Kommentar

 

 

Snapchat verstehen?

Die Zahlen sprechen für sich und die sogenannten Stories/Geschichten (neu) erinnern mich wegen der Kürze an Twitter. Aber es geht nicht um Echtzeit, sondern um die Summe der Tagesinhalte. Ich muss aktiv klicken, um die Story anzusehen. Die Formate variieren, es gibt Film, Text über Bild, Filter, Emojis, und so Spielereien. Die Formate ergänzen sich. Nach 24 h löschen sich die Inhalte. Man kommuniziert nicht (nur) mehr 1:1 und auch nicht intime Inhalte, wie viele glauben. Vermutlich ist die Nähe zu öffentlichen Posts ab jetzt eher abschreckend für diesen sehr persönlichen Einsatz. Nutzer können jetzt einander folgen und sehen die teilöffentlichen Inhalte. Dennoch bleibt ein bisschen das Gefühl der Privatsphäre, mehr als man sie vielleicht in Facebook empfindet.

Zahlen von Photoworld

Interessant finde ich, dass man den Inhalt eines Nutzers bewusst anklicken muss. Vorher weiss ich  nicht, was ich zu sehen bekomme. Das heisst ich klicke nur, wenn mich jemand (oder ein Brand) wirklich interessiert. Das birgt das einen gewissen Überraschungeffekt, der fürs Content Marketing nützlich sein könnte. Die Benutzung ist für mich weiterhin unerklärlich statt intuitiv. Ich hab keine andere App bei der ich so wiederholt die falsche Funktion aufrufe. Immer und immer wieder. Aber ich geb nicht auf, versprochen.
Nachtrag: Tipp von Christian Bossert (im Kommentar) Filme lassen sich downloaden und auch auf YouTube dauerhaft publizieren.

Nachtrag: Emojis (auf den Bildern und auch sonst in Texten) richtig verwenden, dazu gibt Monah im Blog Tipps. In ihrem Post findet ihr auch eine Video Anleitung für Snapchat. Danke

Nachtrag: Richard Gutjahr zeigt Snapchat live im Vortrag an der #dmcmuc

 

Wer nutzt Snapchat und warum

Promis, Medienhäuser (wdr1life, chip_de, hellobild,) und meine Lieblingsgeeks (Usernamen zum Folgen: Kusito, Christian Bossert, Frau-W) nutzen Snapchat intensiv. Firmen (neckermannde, FCBayernsnaps)  sind noch selten, das wird sich schnell ändern. Jürg Kobel hat letztens Beispiele aus Sport, Politik und Kunst zusammen getragen. Lindsey Vonn zeigt bspw. persönliche Bilder (Hochformat wird nun salonfähig) und Videos, (inkl. Sponsoren). Danke Marcel für den Hinweis. Das bringt ungeahnte Nähe. Je nach Einstellungen kann ich unter dem Video oder Bild direkt einen Chat beginnen. So nah waren Firmen noch nie auf dem Handy ihrer Zielgruppe. Eine „neue“ Form fürs Storytelling, weil Bild, Text in extrem kurzer Form, Film und Spielereien kompakt zusammenkommen: Auf eine Art ist es sogar exklusiv, weil nur kurz sichtbar.

Lindsey Vonn auf Snapchat

Lindsey Vonn auf Snapchat

Snapchat dreht das System um. Früher störende Werbung oder verpasste Posts
ist hier gezielt konsumierter Inhalt von wirklichen Interessenten (für Schnipsel). Ich klicke, wenn mich die Person/Firma/Medium interessiert und muss mich darauf verlassen, dass es spannend wird.

Mona Fetsch lernt Snapchat

Mona Fetsch lernt Snapchat

Nachtrag: 27.1.2015: ich muss euch noch was zeigen

Beim SRF ein FB Post mit Mona Fetsch lernt Snapchat. Ich lass das mal jetzt unkommentiert. Einfach weil mir die Worte fehlen. Aber die Sendung hören will. Hier lang.

Snapchat für Firmen

Matthias Stock von Sixt erzählt über die Strategie von Sixt bei horizont.net. Als ein Vertreter in der Schweiz hat mir Daniel Reidan von Brack seine Meinung geteilt:

„Snapchat bietet tatsächlich spannende Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen. Doch richtig guten (Video-)Content zu produzieren ist aufwendig. Welche Unternehmen können sich leisten, Videoclips zu veröffentlichen, die von den Empfängern nur gerade 24 Stunden lang und dann nie mehr angesehen werden können?

..die „Halbwertszeit“ eines Tweets oder Facebook-Posts ist sehr kurz, aber dieser Content bleibt auffindbar. Bei Snapchat ist dies nicht der Fall. Deshalb sollten sich Marken überlegen, ob ihre Anspruchsgruppen tatsächlich über Snapchat verkehren, und sich dann im positiven Fall adäquate Ziele und eine Contentstrategie zurechtlegen. Und die (auch für aus der Hüfte geschossene Handyfotos) die nötigen Ressourcen bereitstellen.“ Danke Daniel.

Firmen werden (oder haben schon) sicher auch hier ihren Weg finden, sich zu positionieren oder zu kommunzieren.

Nachtrag: Werbung in Snapchat

Analyticstools für den Profi-Einsatz (t3n)

Ganz ehrlich. Für mich: inhaltlich (noch) Firlefanz

Ich persönlich bin ja eher ein Wegwerfer oder Verschenker, behalte möglichst nichts, was ich nicht wirklich brauche, auch Daten. Ich denke, dass wir zu viel Datenmüll produzieren und vorallem speichern, der eigentlich nur kurzzeitig relevant ist (Bsp. Ferienfotos von Freunden via Whatsapp). Die selbstlöschenden Inhalte sind also das einzige Pro-Argument für mich. Aber mal ehrlich, bisher frage ich mich bei manchem Inhalt, ob man sie nicht vorm Publizieren bereits wegwerfen kann. Aber das kann ja noch besser werden.

Ich befürchte, ich schliesse keine grosse Freundschaft mit Snapchat,  ausser es gelingt, wert- und sinnvolle Inhalte dort zu teilen. Auch Links und eine Browserversion fehlen mir ganz klar. Ich sehe keinen Vorteil im Silodenken. Selbst Whatsapp gibt es mittlerweile via Browser. Dort hab ich eine Tastatur und Vernetzung mit Links. Das geht der Snapchat App völlig ab. Womöglich geht unsre Kommunikationskultur ja auch weg vom Lesen und Schreiben. Ich denke da an meine eigenen Whatsapp Nachrichten, die oft nur noch gesprochen sind, statt getippt.

mein Account heisst: sufranke (was für eine Überraschung)

mein Account heisst: sufranke (was für eine Überraschung)

Ach ja, wenn du mal jemanden per Namen (oder Nutzernamen, Bsp. sufranke) nicht findest, fotografiere das Profilbild (Snapcode) in Snapchat (drum haben es manche Leute in anderen Plattformen als Profilbild. Man trifft (seine) Snapchatfreunde ja nicht grad im Büro. In der App kannst du dann via Foto den Code scannen und so dem Account folgen. Deinen Code bekommst du übrigens hier (Desktop)

Ich bleibe noch ein bisschen im Testmodus und lerne gern dazu. Zeigt mir bitte die Relevanz. Das meine ich ernst und nicht ironisch.

 

Ein Buch für die App?

Die Usability von Snapchat ist sagen wir mal „schwierig“. Falls ihr auch noch zögert, schaut mal in das Buch Philipp Steuer, das er letzte Woche rausgebracht hat. Philipp schreibt über die Geschichte, was Facebook damit bzw. nicht zu tun hat und Funktionen der App. Tipps zu Einstellungen und Privatsphäre. Ein ganzes Kapitel widmet er den Hacks, die zusätzliche Funktionen ermöglichen. Es lohnt sich, mal reinzuschauen, auch wenn mein Herz noch nicht wirklich für Snapchat schlägt.

Mehr zum Lesen

Strategien für Snapchat

Bilder anreichern mit Snapchat

webmemo Beitrag über den Workshop

 

Unsichtbare Zeitstempel in Blogs nerven, auch im Corporate Blog

Jetzt ist es mir wieder passiert. Via Niu.ws kam ein Beitrag „bei mir vorbei“, den ich mir für späteres Lesen oder Gebrauch bookmarken wollte. Ich merke, „Huch, den hab ich schon gebookmarked, gar nicht mehr gewusst“. Es ging um Redaktionspläne, das nur am Rande. Also geh ich rüber in mein antiquiertes Bookmarkingsystem (ja es gibt noch Diigo Nutzer, ich kenn sogar Delicious Nutzer 😉 und seh.

Der Beitrag ist vom 5.8.2013. Heute ist der 3.8.2015. Inzwischen gibt es WordPress Plugins für Redaktionsplanung, die selbstverständlich in dem Artikel keine Erwähnung finden. Er ist schlicht zu alt.
Nachtrag 03.10.2018: Heute ist Refind die beste Wahl in meinen Augen.

Alter Bookmark (Lesezeichen) mit Diigo

Alter Bookmark (Lesezeichen) mit Diigo

Aber ich sehe das Datum nicht in dem Beitrag, weil die/der Corporate Blog Verantwortliche Super-Marketer einfach das Datum nicht anzeigt.

Nennt mich altmodisch, aber für mich ist der Zeitstempel eine wichtige Information. Ich werde mal versuchen, ein paar Argumente zu finden und zu erklären, warum mich dieses fehlende Detail nervt. Bei einer (im Zug) rumliegenden Zeitung oder einem Link, entscheide ich erst, ob ich den Inhalt lese, wenn ich das Datum geprüft habe. Allerdings hängt das beim einzelnen Beitrag schon auch vom Thema ab. Ein Reisebericht über Neuseeland ist länger aktuell als eine Beschreibung zu einem Software Update. Fehlt die Datumsangabe, kann ich es nicht so schnell einschätzen.

Wie komme ich als Leser zu einem Beitrag?

Lasst mich noch kurz einen Gedanken notieren. Der Zugang zu einem Blogpost hat sich stark verändert. Ich lese die Blogs, die ich abonniert habe, nur noch sporadisch und klicke vielmehr auf Links, die mir von anderen empfohlen oder kuratiert werden. Auch Plattformen Algorithmen bestimmen mit, was ich sehe und lese. Natürlich ist das nicht gerade förderlich, aus der Bubble auszubrechen und bei gezielter Recherche schöpfe auch ich alle Häkchen der Google Suche aus. Aber so ist wohl das Online Leben. Oder geht es euch anders? Es geht um Links, überall. Links die geteilt werden oder extra produziert, Links die aufgefunden werden durch die Suche, jedes kleine Sonnenuntergangsbild in Facebook bekommt seinen eigenen Link…

Die Zeit auf einem Tisch

Die Zeit auf einem Tisch

Un-bewusste Information im Zeitstempel

Als Leser gibt mir die Datumsangabe verschiedene bewusste und unbewusste Informationen. Ich lese darin:

  • Ist der Artikel aktuell (und entsprechend relevant)?
  • Wann hat der Autor geschrieben (sonntags, nachts, Montag Morgen)?
  • Hat der Autor sich unmittelbar beim Ereignis (offline) Zeit genommen, oder erst zu Bürozeiten?
  • Hat der Autor noch aktualisiert (spätere Änderungen, die aus der Diskussion entstanden sind)
  • Wie alt sind die Kommentare (wird das Thema immer noch diskutiert)?
  • Wie ist der zeitliche Zusammenhang zum beschriebenen Thema (Rückschau, Vorausschau etc.)?
    Nachtrag:
  • Ist der vermeintliche Blog evtl. ein Suchmaschinen Köder?
    Zu dem Punkt (und Archiv-Gedanke) hat mich Jürg inpiriert. Danke.

Der Wert der Vergangenheit

Letztens fiel mir ein Video auf von Gregor Gysi, der bereits vor 17 (!) Jahren auf Probleme beim Euro hinwies, die heute eingetroffen sind. Das Datum der Rede war hier entscheidend für den Wert, denn heute wissen viele Fachleute, wo es hapert. Auch bei Fotos scheint mir die Datumsangabe erst mit der Zeit wertvoller zu werden. (was schon so lange her..) Nachtrag: Das Datum hilft beim Archiv und gibt so dem Leser Struktur. (by Jürg)

Der Wert der Echtzeit

Das Jetzt ist nicht nur in indischen Philosophien ein wichtiger Wert. Auch unser Alltagsjetzt wurde durch Social Media verändert. Nahezu kein „Jetzt“ bleibt unkommentiert. Keine Postkarten, die 2 Wochen später ankommen, sondern das Selfie vor dem Eifelturm genau jetzt. In den Bergen mit sich und dem jetzt vereint, heisst nicht mehr unbedingt „allein“ dort zu sein, sondern es wird in Echtzeit geteilt. Selbst Verabredungen werden nahezu in Echtzeit organisiert (nicht der Zeitpunkt, aber das was).

Nur in Corporate Blogs findet sich dieses Jetzt eher selten. Ein Vortrag von gestern, Hintergründe zu einer Medienmitteilung erst am Tag danach. Es wär doch schön, den Vortrag schon gestern zu publizieren oder eben genau jetzt während der Referent spricht. Das ist doch der Moment, wo Leute aus dem Publikum Zeit haben, am Smartphone zu googlen (lautlos, versteht sich). Also könnte man hier noch schneller sein als das Jetzt sozusagen. [Tweet „Zeigen, wie aktuell man ist. Das ist mein erstes Argument für einen sichtbaren Zeitstempel in Blogs. „]

Wenn Inhalt wertvoller wird als Aktualität

Der Wert vom Inhalt siegt erst über die Aktualität, wenn der Beitrag genügend Interaktion erhält, geteilt, kommentiert, gelesen, geöffnet etc. wurde. Twitter ist noch die einzige viel und öffentlich genutzte Plattform, (korrigiert mich bitte) die die chronologische Auflistung (zumindest weitestgehend) beibehalten hat und somit keine Bewertung vorgibt. (ausser bei bezahlten Inhalten natürlich).

Nun zeigen aber auch häufiger Blogs das Datum nicht mehr an. Ein Grund könnte sein, dass die Blogger gerne langzeitrelevante Inhalte publizieren möchten. Aber da ist die Zeitangabe doch um so wertvoller. Wenn ich vor Jahren etwas geschrieben habe und sich eine These bewahrheitet hat, ist das doch cool. Zudem kann man mit der Zeitangabe sehen, wer etwas zuerst publziert hat. Das ist ein zweites Argument für die sichtbare Zeitangabe.

Wenn der Inhalt veraltet ist

Stell dir vor, jemand liest etwas Altes in deinem Blog und denkt. „Na, er oder sie ist ja auch nicht mehr ganz auf der Höhe des Wissenstandes“. Was vor 2 Jahren stimmte, muss heut nicht mehr richtig sein. Wieder ein Argument für die sichtbare Zeitangabe.

Der Zeitstempel in Social Media

In fast allen Plattformen ist der Zeitstempel übrigens immer der Wegweiser zum einzelnen Beitrag. Viele Leute sehen ja nur das ganze Konstrukt. Also den News stream, eine Sammlung von vielen (meist) kleinteiligen Beiträgen. Diese haben nur genau jetzt einen Wert, weil ich sie in dieser Auflistung so später nicht mehr sehe. Also hab ich oft mal das Bedürfnis, etwas für „später“ aufzuheben. Ein Like oder ein Fav ist für mich keine sichere Aktion mehr, damit ich den Inhalt später noch lese. Ausserdem hab ich keine Lust, etwas zu liken, was ich erst noch lesen will. Also versuche ich den Link zum einzelnen Beitrag rauszufischen (anders kann man es leider nicht nennen). Facebook und Linkedin verhindern das inzwischen „prima“, indem die Links mobile nur noch innerhalb der Plattform geöffnet werden. Ich muss ein weiteres mal klicken, um den Link „verarbeiten“ zu können, also für bookmark, später lesen oder gar per Mail senden (was ich mit den wichtigen Sachen tatsächlich wieder so mache).

Linkedin und XING bieten die Möglichkeit (Klick zum einzelnen Beitragslink) über den Zeitstempel nicht (mehr?) an. Dort kann ich nur auf den geteilten Link klicken oder auf ein Bild (was in Linkedin eh kaum jemand mehr teilt ohne Link). Den Kommentar (den eigentlichen Linkedin Post) kann ich jedoch nicht „aufheben“ ausser mit einem Screenshot. Der Inhalt soll einfach „in der Plattform bleiben“.

Den einzelnen Beitragslink in allen anderen öffentlichen Plattformen (lustig, dass hier Facebook so tickt, obwohl viele FB noch immer als privat empfinden) erhalte ich, wenn ich auf das Datum bzw. auf die Uhrzeit klicke. Verzeiht mir, dass ich das hier erwähne. Ich sehe oft in Workshops, dass es Nutzern nicht klar ist, dass der Link hinter der Zeitangabe steckt.

Zeitstempel in g+ Beitrag erscheint via Mouseover

Zeitstempel in g+ Beitrag erscheint via Mouseover

Zeitstempel im Corporate Blog für die Auffindbarkeit

Ich bin ja nun kein SEO Spezl. Drum hab Yves gefragt. Er sagt „Ob das Datum publizert ist, spielt für das Ranking keine direkte Rolle. Google weiss immer, wann der Artikel das erste Mal im Index auftaucht und kennt somit das Erscheinungsdatum. Wie aktuell der Beitrag ist, kann ein wichtiges Kriterium für das Ranking sein, muss aber nicht. Wenn ein älterer Artikel relevanter zum Thema und Suchenden ist, kann der ältere Artikel besser gerankt werden, als ein neuerer. Es spielt auch eine Rolle, wie wichtig die Aktualität gegenüber dem Inhalt ist. Aus SEO Sicht ist also eine Publikation des Datums nicht nötig. Aber: Werden Besucher des Beitrages „enttäuscht“ weil sie merken, dass der Inhalt veraltet ist, verlassen sie die Seite schnell und kehren zu den Suchtreffern zurück, klicken auf den nächsten und verweilen länger auf diesem Beitrag. Google registriert das. Der erste Artikel erhält eine höhere Ausstiegsrate und eine kurze Aufenthaltsdauer. Der nächste Artikel bekommt längere Aufenthaltsdauer etc.. Der erste Artikel kann dann im Ranking runtergestuft werden, zu Gunsten des zweiten Artikels.

So kann also das sichtbare Datum beim Artikel doch noch das Ranking beeinflussen.“ Also empfiehlt auch der SEO Kollege nebenan, die Zeitinformation anzuzeigen. Das dürfte ein viertes Argument für die Datumsangabe sein.

Was sagen andere

Nachtrag: 02.07.2016, ich hab doch tatsächlich versehentlich das Storify gelöscht mit den vielen Meinungen via Tweets. Wie blöd. Sorry. Einige Meinungen konnte ich noch recherchieren, andere leider nicht. Aber ich ergänze hier noch den Post von Sven Lennarz (einer meiner absoluten Lieblingsblogger)

Jetzt wo ich mal laut drüber nach gedacht habe. Ein Blog ist für mich wertvoller mit sichtbaren Zeitinformationen. Die Uhrzeit ist ein nettes Detail, das Datum für mich wichtig. Auch für mein Vertrauen in den gesamten Blog.

Mehr über das Thema Corporate Blog

Vortrag: 5 Blog Tipps – Mit Content mehr erreichen

Als ich eine Einladung von Cornelia Brunschwiler bekam, am Marketingclub etwas über Blogs zu erzählen, dachte ich „yess, Bloggen ist mein Liebslingsthema“. Das war im Sommer, ich weiss noch, dass ich gerade vom Zahnarzt kam und nicht gscheit reden konnte am Telefon. Vielleicht einigten wir uns deshalb auf den Titel „Ein Blog kann mehr“. Na jedenfalls ist heute Abend der Vortrag. Ich hab mir dafür genau angeschaut, woran es oft hapert bei Corporate Blogs und was man mehr rausholen kann.

Fast alle Leute, die ich kenne, die in Firmen für Blogs zuständig sind, klagen über zu wenig Interaktion oder auch zuwenig Leser. Das hat mich inspiriert und hier sind meine 5 Tipps, damit der Content seinen Zweck erfüllt. Der Titel ist übrigens inzwischen „Ein Blog kann meistens mehr (Menschen erreichen)“ Ausnahmsweise heute mal in Sie-Form, denn ich kann heut Abend die Zuhörer ja nicht gleich dutzen.

Tipp 1: Lassen Sie die Leute publizieren, die etwas zu sagen haben

Das ist ja das geniale an einem Blog, dass man vertiefte Beiträge erstellen kann, die dem Leser irgendetwas bringen. Also sollten sie auch echtes Wissen und Erfahrungen spiegeln, statt einen Beitrag der halt irgendwie zum Unternehmen passen könnte. Das können Leute, die Fachwissen haben am besten. Es ist einfacher, Schreiben zu lernen oder zu coachen als Textern das Know-how beizubringen.

Tipp 2: Stellen Sie den Blog ins Zentrum Ihrer Online Kommunikation

Auch hier gibts nicht viel zu sagen. Für viele Firmen ist klar, die Hauptplattform hat man lieber selbst in der Hand. Im Blog sind die Inhalte dauerhaft abgebildet. Externe Plattformen wie Linkedin und Facebook helfen für den Dialog dort und natürlich auch, Interessierte zur eigenen Webpräsenz zu führen. Schön, wenn diese dann auch dialogbereit ist. Inhalte im Blog sind und vorallem bleiben auch auffindbar und erfüllen ihren eigentlichen Zweck.

Content geht verschiedene Wege (Distribution)

Nun gehts also um Distribution. Das scheint mir die künftige Herausforderung für Firmen zu sein. Es werden Unmengen an Content produziert und die müssen bei potenziellen Empfängern irgendwie auftauchen. Content geht nicht mehr den geradlinigen Weg. Alle sind heute Absender, Produzenten, Empfänger und Teilende zugleich. Aber das ist ein alter Hut. Ich hab versucht die Wege mal aufzuzeigen.

  • Empfänger sucht nach einer Lösung / Thema
  • Autor sendet Beitrag an Empfänger
  • Empfänger erhält Empfehlung für den Beitrag (von jemand unbeteiligten)
  • Kommentator teilt bewusst oder unbewusst
  • Empfänger hat Blog abonniert
  • Empfänger stolpert „zufällig“ in Social Media über Beitrag
Content geht verschiedene Wege

Content geht verschiedene Wege

Bild: Die Pfeile Richtung Content-Fenster bedeuten, jemand kommt zum Content (Inbound). Rot sind die Mechanismen, die ich im Vortrag genauer behandle.

Tipp 3: Gestalten Sie Ihren Content so, dass er auffindbar ist

Hier liegt Potenzial. Content Strategien werden manchmal nur von innen heraus entwickelt. Was sind unsere Ziele, was unsere Themen. Aber es sollten auch Erkenntnisse aus SEO einfliessen, Analysezahlen ausgewertet und so stets die Inhalte verbessert werden. Blog Verantwortliche fokussieren hier nicht mehr Keywords sondern Themen, verbunden mit Suchpotenzial, Textlänge etc. Natürlich braucht es unbedingt Bilder oder Grafiken, die schnell zu erfassen sind. Wertvoll ist, ein Thema, oder sogar nur einen einzigen Beitrag, in verschiedenen Formaten zu reproduzieren.

Tipp 4: Verbreiten Sie Ihren Content selbst

Immer wieder erstaunlich, wieviel Budget in Content Produktion investiert wird, aber wie wenig in die Distribution. Hier ist allein beim Unternehmen schon viel möglich. Es gibt viele Kommunikationsmittel, die ungenutzt brach liegen. Meine Vorschläge für Content Distributionsind hier: [Tweet „Vorschläge für Content Distribution“]

  • Bezahlte Reichweite mit Facebook und Linkedin,
  • mit TopBildern in Pinterest,
  • Bookmarking Tools,
  • eigene Social Media Präsenzen
  • Links bei der Quelle von externem Content (embed Inhalte),
  • persönliche Profile von Autoren
  • Hashtags
  • Mailfooter
  • Newsletter
Distribution von eigenem Content

Distribution von eigenem Content

Beispiel: Marcel Härtlein publiziert regelmässig auf dem KPMG Blog. Aktuell über die Studie Digitale Transformation in der Schweiz. Er hat eine hervorragende Strategie entwickelt, dem Content genügend Gewicht zu geben und ihn zu verbreiten. Er publiziert einzelne Erkenntnisse in gewissen Zeitabständen, erstellt sinnvolle Rückverlinkung zu weiteren Beiträgen, nutzt bezahlte Reichweite und publiziert neben dem Blog auch in Linkedin direkt.

Tipp 5: Geben Sie Ihren Beiträgen echte Mehrwerte, damit sie geteilt werden

An diesen Weg denken manche Autoren erst, wenn der Beitrag fertig ist. Er wird publiziert und dann via Twitter oder sonst wo geteilt. Aber warum sollte jemand diesen Beitrag teilen?

  • Weil der Beitrag nutzbar ist (e-Book, Checkliste…)
  • Weil der Inhalt ein Problem löst, Wissen teilt
  • Weil er aktuelle Anlässe / Themen aufgreift
  • Weil sich der Teilende positionieren kann
  • Weil die Person den Absender kennt/mag

Beispiel: Die Beiträge von Marcel Härtlein werden geteilt, weil er sich im Vorfeld bewusst ist, warum jemand den Inhalt teilen könnte. Er war so freundlich und zeigt uns ein paar Zahlen. Sogenannte Page Views brachten geteilte Links via LinkedIn 212, Facebook 57, XING 4, Google+ 3 (mehr in der Präsi).

Was ich also insgesamt heute Abend erzähle hier als Fazit:

  • Lassen Sie Fachleute schreiben und so glaubwürdige Inhalte mit Mehrwert entstehen
  • Stellen Sie Ihren Blog ins Zentrum Ihrer Online Kommunikation
  • Gestalten Sie Inhalte so, dass sie auffindbar sind
  • Senden Sie Ihre Inhalte selbst an Kontakte, Follower, Multiplikatoren, Communities
  • Bieten Sie solche Mehrwerte, die andere teilen
  • Optimieren Sie diese Content Strategie stets mit Erkenntnisse aus Praxis und SEO.Ihr habt schon gemerkt, ich hab jetzt hier kein aktivierendes „Und was denkt ihr so?“. Entschuldigt. Sowas könnte natürlich auch Tipp sein, damit der Content verbreitet wird. Aber ganz ehrlich, ich weiss, dass ich hier Leser habe, denen ich a) sowas sicher nicht sagen muss und die b) Publizieren, Kommentieren und Teilen im Blut haben. Ich danke euch dafür und auch für weitere Tipps, oder was euch sonst einfällt. Ihr seid wie immer herzlich willkommen.PS: Herzlichen Dank auch dem Marketer und Blogger Marc Werlen, der mir nach meinem ersten Entwurf der Präsi geholfen hat, Unnötiges wegzulassen und Wertvolles hervorzuheben.

In Twitter schwimmen lernen und mit Hashtags angeln

Es ist längst nicht mehr leicht, einen Twitter Account zu starten und etablieren. Auch langjährige Twitterer kennen das. Aber gegenüber Neu-Startern wissen sie, wo sie eintauchen. Während ich übrigens seit Tagen immer wieder an diesem Beitrag feile, hat Tobias Zehnder einen geschrieben, der wunderbar dazu passt.

Twitterer lernt schwimmen

Fang mal irgendwo an. Folge Bekannten, schau dir an, wem sie folgen und welche Listen sie haben/nutzen. Oder suche einfach mal Themen. In Twitter gehts nicht um die Leute, die du kennst, sondern um Themen und die Leute dahinter. Influencer identifizeren kann warten. Wenn du das zu früh machst, hast du oft zu viele Tweets der aktiven Personen in deiner Timeline. Ausserdem verführt das besonders Berufstwitterer, sich zu fest auf Marketingziele zu konzentrieren und die tolle Plattform zu unterschätzen. Der eigentliche Schatz wird in den Tiefen unsichtbar bleiben.

Sandro Würmli erklärt wie ein Tweet aussieht.

Sandro Würmli erklärt wie ein Tweet aussieht.

Sandro erklärt Twitter verständlich

Schon drei Jahre alt und immer noch ein schönes Werk. Sandro Würmli hat Twitter für Starter erklärt. Es ist ein pdf zum Runterladen.

Die Plattform hat eine unsichtbare Barriere. Wenn du aber sinnbildlich erstmal im Wasser bist, kannst du auch schwimmen, also die Sprache entschlüsseln. Rein gehen musst‘ halt selber. Ich denke, es lohnt sich, erst Schwimmen zu lernen, bevor du angeln gehst.

Zeig‘ dich

Das was andere schreiben, ist für mich persönlich das Wertvollste in Twitter. Ich erhalte neue Links, Inspiration, bekomme viel zufällig mit und lerne die Leute kennen. Gute Inhalte, die ich gelesen hab, teile ich mit Retweet oder geb ihnen ein Sternchen. Damit wertest du deinen Account auf. Kuratieren im kleinen Stil nenn ich das. Damit zeigst du aber auch Interesse und wertschätzt die anderen. Du wirst über die Zeit sichtbar.

Nutze den Account aber nicht nur zum Lesen, sondern schreibe auch selbst. Trage bei, frage, beantworte. Häng dich ruhig mal in einen Dialog rein. Natürlich so höflich, wie du das im offline Gespräch machen würdest.

Viele erfahrene Twitterer sagen „halte dich hier auf“. Besonders für Marketer ist das ein wichtiger Tipp. Lesen nicht nur senden. Leider sehe ich das oft in der Praxis. Man nimmt das Wort Dialog nicht so genau und sendet einfach seine Werbebotschaften. Was selten langfristig funktioniert. Wer mag schon Leute, die immer nur von sich reden.

Berichte an anderen Orten, dass du Twitter nutzt. Auf der Website, Blog, about.me, Visitenkarten zum Beispiel. Auf Twitter das Gleiche posten wie auf Facebook find ich nicht so clever. Twitter funktioniert anders. Inhalte sind hier nicht rangiert sondern wirklich Echtzeit (aber das kommt, keine „Sorge“). Ich denke, es ist gut, mit Webclient und Twitter-App auf dem Handy zu starten.

Tools kommen später, wenn du Tweets inhaltlich verstehst und du schon Spass hast. Obwohl ich selbst den Webclient immer noch sehr liebe, weil er für mich das weite wilde Meer zeigt, in das ich gerne eintauche, können dir Tools helfen.

Tools für Twitter Management

  • Hootsuite (der Klassiker zum verschiedene Plattformen jonglieren, analysiert, beobachtet, kann auch intelligent terminieren)
  • Socialbro (hilft beim Account aufräumen, beobachtet, analysiert und involviert andere)
  • mentionmapp.com (das ewige Beta-Tool, geht gerade wiedermal nicht, zeigt euch aber in Echtzeit – Verbindungen und Themen zu einem Twitter Account auf)

 

Hashtags als Angelhaken

Ein Hashtag (#wort) ist eine Zusatzinformation in einem Tweet und generiert einen Link. Unter #wort bündeln sich alle Beiträge mit dem gleichen Thema (Hashtag). Ich vergleiche das gern mit den gelben Postits, die man auf verschiedene Papier-Stapel klebt und somit inhaltlich bündelt.

Manchmal sehe ich Firmen-Accounts, die jeden eigenen Tweet mit dem gleichen Hashtag versehen. #firmenname. Technisch mag das nach einer guten Strategie aussehen. Kommunikatorisch ist das vergleichbar mit: Ich hänge hinter jeden Satz, den ich sage meinen Firmennamen. Ein Event eignet sich schon besser für einen Hashtag und auch zum Üben. Hier bereichern mehrere Leute das Thema und dann macht der Stream (Link der hinterm Hashtag liegt) auch Spass. Ich hab übrigens mal was dazu geschrieben, wenn ihr einmal im Jahr ein Event macht, müsst ihr nicht #xy2014 festlegen.

Wenn du also angeln willst (Themen und Leute finden und dich finden lassen, weil du dich beteiligst), dann beobachte und suche die für dich relevanten Hashtags. Sie sind sozusagen Angelhaken. Twitter bietet zum Beispiel die Trends an, das sind Hashtags, die gerade viel diskutiert werden.

Hashtags finden

Letzte Woche in einem Kurs für Online Kommunikatoren fragte jemand. „Wie finde ich denn die Hashtags?“ Meine Antwort „Die kommen zu dir, wenn du Teil der Community bist“, stellte ihn nicht wirklich zufrieden. Recht hat er. Mir fiel die Twittersuche (Suche: #wort) und gerade noch das Tool Hashtagtrends ein. Für mehr musste ich in die Twitter-Runde fragen. Da kamen tolle Tipps zusammen. Grossen Dank an alle.

Tools zur Hashtagsuche

hashatit
hashtagify.me
tagboard
tweetdeck
trendsmap
analytics.hashtags
twrtland (Twitterer, die andere unterstützen)

Beiträge dazu: Tool Liste im Blog von Sproudsocial und Gründerbook Beitrag mit Toolst.
Im Blogpost Wie nutze ich einen Hashtag fand ich eine coole Grafik, mit Tipps, wie ihr den Hashtag nutzen könnt und auch mal einen eigenen Hashtag korrigieren müsst. Das jommt nicht selten vor.

Quelle: Twitter Blog

Quelle: Twitter Blog

Alle Tweets mit den wertvollen Tipps. Den Twitterern könnt ihr übrigens gleich folgen 😉

Bier-Community will keinen Fussball-Content

Als Frau aus Deutschland bin ich natürlich überrascht, wenn ein Student in seiner Bachelorarbeit herausfindet, dass es mehrheitlich männliche Bier Fans gibt (nicht so in meiner Heimat, denke ich). Aber Dirk Frischknecht (Twitter) fand in seiner Arbeit noch viel Spannenderes heraus, was für Content-Strategien wertvoll sein kann. Er hat 15 Schweizer Biermarken auf Facebook untersucht und eine Community einer einzelnen Marke konkret befragt.

Die untersuchten Biermarken

Als ich seine kühnen Hypothesen las, habe ich geahnt und auch ein bisschen gehofft, dass die mancherorts übliche Facebook-Kultur „die Community bespassen“ aufs Korn genommen wird. Und eins kann ich euch schon verraten, Bier-Fans (die Befragten) wollen lieber kulinarische Inhalte und keinen  Fussball-Content. Oha, dabei findet überdurchschnittlich viel Fussball bei den meisten Facebookseiten von Biermarken statt.

Hier ein Auszug seiner ursprünglichen Behauptungen, die er untersucht hat:

  • Themen: Die Interaktion bei Produktthemen ist höher als bei Freizeit-, Kultur oder Werbethemen
  • Tonalität: Mehrere verschiedene Absender (Personen) ergeben wechselhaftere Tonalität
  • Interaktion: Direkte und persönliche Zielgruppenansprache mit Aufforderung ergibt weniger Interaktion als indirekte Ansprache (Alle Thesen und auch die Methoden könnt ihr direkt bei ihm erfragen)

Da musste ich ihn gleichmal nach den für mich überraschenden Ergebnissen befragen. Schaut mal, was Dirk berichtet.

Themen

Es stellte sich heraus, dass die Leute an kulinarischen Themen mehr interessiert sind, als an „Klischee-Themen“ wie Fussball. Und Inhalte zu Produkt und Unternehmen lösen sogar mehr interaktivität aus. Sind also gewünscht. „Es darf also auch um fokussierten Inhalt gehen statt Bespassung.“ Dies ist meine eigene Interprätation, die mich auf mehr wertvollen Content hoffen lässt.

Aufforderung und Interaktivität

Dirk stellte fest: Wenn die Community direkt angesprochen und aufgefordert wird, etwas zu tun, ist die Interaktion tatsächlich kleiner als bei indirekter Ansprache.

Tonalität

gewünschte Tonalitäten einer Bier CommunityDirk ging davon aus, dass mehrere Absender (auch ausserhalb der Marketingabteilung) ein zu unruhiges Bild der Tonalität bringen. Er fand heraus, dass es andersrum ist. Die Marketingabteilung nutzte verschiedene (zu viele?) Tonalitäten (Interprätation: sie hatten evlt. die Ziele stets im Hinterkopf). Mitarbeiter ausserhalb der Marketingabteilung schrieben dagegen in weniger Tonalitäten (gleichbleibender und deshalb eher wie eine Person)

Übrigens wünschten sich die Fans am meisten die kollegiale und höfliche Tonalität. Auch diese Erkenntnis bietet gutes Potenzial für eine abgeleitete Content-Strategie. Es gibt natürlich noch viel mehr, aber lassen wir uns mal überraschen, welche Kampagne wir aus der Feder von Dirk in Kürze sehen.

Ich kann der Churer Agentur Markenkern bzw. Skipp nur gratulieren zu ihrem neuen Kollegen und bedauere ein wenig, ihn und alle anderen Studenten vom MMP10 nicht mehr regelmässig zu sehen. Viel Erfolg euch frischgebrauten Bachelor of Science FHO in Media Engineering, auf dass ihr den Online Markt mit eurem Können bereichert.

Content Wahnsinn – oder einfach mal abschalten

„Kannst du dir das in deinem Job erlauben, 3 Wochen offline zu sein?“ fragte eine Kurs-Teilnehmerin als ich ihr von meiner bevorstehenden Reise nach Costa Rica erzählte. Und ich antwortete ihr, „Es wird niemandem auffallen“. So ganz sicher war ich mir zwar nicht, denn früher hatte ich immer eine Stellvertretung, wenn ich auf Reisen ging. Wegen der Frage wurde es für mich ein kleines Experiment und ich meldete mich nicht via Facebook und Twitter ab.  Dort gab es dann auch keine Vermisstenmeldungen. Ehrlich gesagt, meine Mail-Inbox war das einzige Kommunikationsmittel, das mich vermisste für Telefon-Vertretung hatte ich gesorgt. Das ist schon ein paar Wochen her, aber die Aussage beschäftigt mich immer noch.

Dürfen Unternehmen fehlen?

Viele Unternehmen haben die Herausforderung angenommen. Kaum müssen wir Berater mehr argumentieren, warum sie in Social Media investieren müssen. Sie haben Blogs, Redaktionspläne und manche machen gar Verlagshäusern Konkurrenz. Es wird Content produziert auf Teufel komm raus. Schliesslich geht’s (immer noch) um den König. Die Verantwortlichen lernen, über die künstlichen Barrieren hinweg, ihre Zielgruppen zu erreichen, unterhalten, schreiben locker und selbstverständlich werden alle konsequent geduzt, weil es die Sprache des Internets ist. Man weiss oder ahnt zumindest wie der Edgerank zu umschiffen ist, und dass man auch mal am Wochenende posten muss, um gesehen zu werden. In den Strategien sind schliesslich Ziele formuliert, die auf Zahlen setzen. xy Interaktionen, Impressions, Kommentare, Sharings..

Die vielen Gelegenheiten aber, sich an einem bereits bestehenden Dialog (zu firmen-relevaten Themen) zu beteiligen bleiben immer noch oft ungenutzt. Dort fehlen Unternehmen tatsächlich. Und ich behaupte, es fällt auch kaum auf. Wenn jemand von einer Firma eine öffentliche Antwort möchte, kennzeichnet er sie meist entsprechend. Und wenn er oder sie Glück hat, bekommt er sogar eine Antwort, dort wo er sie gestellt hat und wird nicht auf E-Mail gehievt (wie hier).

Da fällt mir ein, das ist ja eigentlich das Ziel „wir wollen an anderen Interaktionspunkten mit unseren Zielgruppen in Dialog treten um….“ Aber weil Content King ist, wird produziert und häufig gepostet, sonst geht man ja unter im grossen Rauschen, wo jeder etwas teilt. Es wird weiterhin outbound Marketing betrieben statt Inbound. Ich halte den vielen Content, der hauptsächlich gelesen werden soll, eher für Wahnsinn als königlich. Gute Gedanken über Inhalte, auf die niemand wartet hat Klaus Eck kürzlich geteilt. Obwohl das mit dem Mehrwert in der Praxis genau das Problem ist, es liegt nämlich im Auge des Senders, äh Betrachters, ob es wertvoll sein könnte für die Empfänger, die besser Dialogpartner wären.

Und die Leute, die das lesen (müssen):

Auf der vermeintlich anderen Seite der Nutzer siehts ähnlich aus. Es gibt keine Empfänger mehr, die Informationen aus Werbung beziehen (wollen). Alle sind online und zwar ständig, lesen, schreiben, lassen sich zufällig unterhalten und gewinnen Openair Tickets von ihrerm Stromlieferanten. Unser Leben liegt dokumentiert vor uns und wir kommunizieren häufig mit einer unbestimmten Menge. Auch wir wissen oft nicht, wer das tatsächlich liest, weil er gerade „da“ ist oder der Edgerank es zulässt. Meine besten Freunde haben noch nicht herausgefunden, dass sie Inhalte von Freunden abonnieren können, btw. Ich könnte ja mal einen privaten Newsletter verschicken mit best offs oder so 😉

Buch statt Film? Life of Pi Was mich aber eigentlich inspirierte, war ein Beitrag diese Woche von einem Berufskollegen, er schrieb auf Facebook, dass er sich ein Buch aus Papier gekauft habe und erhielt ca 30 Kommentare in denen die Leute staunten, manche (zum Glück) fanden es toll aber es kam leider nicht heraus worum es im Buch geht. Kein Lesetipp also. Nein es ging um das Medium Papier, das ja gar nicht dem Zeitgeist entspricht obwohl es ja auch Content und so eine Empfehlung mit Mehrwert sein könnte. Aber das würde zu weit gehen, müssten wir auch privat jedesmal Mehrwert bieten.

Ich komme mir mal wieder kauzig vor, wie damals beim Reisen, wenn ich morgen meinen wöchentlichen medienfreien Tag feiere, an dem ich keinen Content produziere sondern mal welchen wirklich lese, auf Papier – offline. Life of Pi, das ich nicht als Film gesehen habe.

Ich wünsche euch allen einen tollen 1. August und den Mut, mal abzuschalten. Es wird nicht auffallen, versprochen.

8 Reise Inspirationen, die zu gutem Content führen

In den letzten 22 Tagen habe ich mich ausschliesslich auf mein Englisch, mein mehr als eingerostetes Spanisch, eine Papierlandkarte, maps.google, und meine Intuition verlassen. Dazu gehörte, mit Menschen aus einer fremden Kultur sprechen und oft auch abwägen, was kann man unternehmen, wo sollte man den Tipps folgen, wann sich auf ein Abenteuer einlassen und wo zum Beispiel auf der Panamericana anhalten.

Trucks an der Panamericana

Drei Wochen durch Costa Rica reisen ohne festen Plan, zum Glück ein „freies“ Handy dabei (danke Jabba), damit wir vor Ort mobile Daten hatten. Wirklich nur für google maps, obwohl die Ticos (liebevoll für Costa Ricaner) bevorzugt eine offizielle App vom Government benutzen.

Nasenbär in Costa Rica.

Nasenbär in Costa Rica.

 

Und ich hab nur zweimal meine Mails gecheckt, mein Telefon dem MB Center überlassen und die Social Media Passwörter glatt vergessen. Mein Mann hatte nicht recht, dass ich das nicht schaffen würde, so ganz ohne Internet. Es kann sehr erholsamsein, für einmal nicht jedes Bild, Gedanken und Erlebtes direkt und in Echtzeit zu teilen, und auch kein Feedback zu bekommen, d.h. auch nicht antworten zu „müssen“ sondern einfach nur zu sein. Tiere beobachten, knipsen, real Menschen zu treffen und die Bücher zu lesen, die in einer Finca den Weg zu mir fanden. Später werde ich  einen extra Blog mit Reise-Bildern und Tipps aus meinen Tico-Augen aufsetzen.

Nun aber zu meinen Learnings aus den Inspirationen der Reise, die auch im Geschäftsleben zu gutem Content führen können. Content ist ja nur etwas, das zu einem Gespräch und so zu einer menschlichen Verbindung führt.

 

  1. Inspiration:
    Wenn man Leuten zuhört, bekommt man Antworten, zu denen man vorher nicht mal Fragen hatte.
  2. Kombinieren:
    Nicht immer gibt es brauchbare Bewertungen online. Es lohnt sich, offline und online zu recherchieren, zu kombinieren und auch selbst zu bewerten.
  3. Antworten:
    Wenn man jemanden etwas beantwortet (kommentiert) auch wenn es auf fremden Parkett ist (anderer Blog) entstehen neue Ideen, Erkenntnisse.
  4. Zeit geben:
    Es braucht immer eine zeitlang, bis man jemanden kennt, es ist nicht mit dem ersten Hi, lass uns connecten (liken) getan, sondern mit der Summe an kleinen Informationen und Gesprächen, die eine Beziehung formen
  5. Überraschung:
    Es sind die vielen kleinen Gesten, ein Geschenk zum Beispiel mit costaricanischen Keksen, die eine Freundschaft bestätigen
  6. Sich Einlassen:
    Wenn man eine Einladung bekommt, z.B. bei einer Künstler Familie zu übernachten, weiss man erst wenn man sie annimmt, wie wertvoll dies ist.
  7. Festhalten:
    Wenn ein interessanter Moment ist, sollte man ihn festhalten um es später zu nutzen, auch wenn man noch nicht weiss wofür. Wird man selbst fotografiert, rechne ich damit, dass das Bild veröffentlicht wird, aber es ist gut, vorher zu fragen, wenn es möglich ist.
  8. Beweisen:
    Man kann in der Werbung versprechen, das der Service im Hotel wunderbar ist, in der Realität ist es zum Beispiel der geliehene Adapter der beim Besucher positiv hängenbleibt und sich in der Bewertung niederschlägt.

Blick zurück, aber wieder daUnd nun noch der Grund, warum ich gleich mit bloggen starte. Ich kam letzte Nacht zurück (über ein Datum hinweg gereist) und irrte mich im Tag. So musste heute meine geschätzte Kollegin Tanja Huber sehr ! spontan bei einem Social Media Kurs einspringen, damit ich morgen ihren Slot übernehme kann. Ihr und den Teilnehmern widme ich diese Zeilen während ich auf den Kuchen (gerade im Ofen) warte, als Entschuldigung.