Gunter Dueck – über Innovationskurven – nicht lächeln, wenn andere Erfahrung machen

Der von mir sehr verehrte Gunter Dück (omnisophie) ist mal wieder in der Schweiz. Mathematiker, Philosph und Visionär. Eins vornweg, ihn kann man kaum live dokumentieren. Das hier ist ein Live-Post und hat keinen Anspruch, vollständig oder journalistisch aufbereitet zu sein. Gunter ist einfach ein Storyteller, der die Geschichten miteinander verbindet, wie kaum jemand, den ich kenne. Gelassen, ruhig und pointiert. Er bringt seine Message auch mal in nur einen einzigen Satz.

„Lächeln Sie nicht, wenn andere Erfahrungen machen.“

Das Neue wird lang verlacht, kurz bekämpft und dann ist es ganz normal, bis zum Standard geworden. Firmen wollen ja keine Vision haben aber Tools, big data kauft man schon mal 2 Kilo. Heute hab ich so nen Chip im/am Arm und der sagt Bescheid, wenn ich sterbe, aber dann ist da kein Internet. Er hat natürlich die Lacher erstmal auf seiner Seite.

Über das Lachen erzählt er noch mehr

Das meiste ist auch irgendwie komisch, das eine Maschine meine Unterhemden kauft z.B. Die Kunst ist, das echte vom zu verlachenden zu unterscheiden. Wir haben heute gehört, Geld und Mut spielt eine Rolle. Ich denke es ist der Wille. Der Bezos und Zuckerberg, die haben Wille. Hilft nichts, wenn Daimler Vertreter sagen „Wir haben keine Angst von der Digitalisierung“.

Ich kenne das selbst: 5 Jahre ausgelacht, 3 bekämpft und dann ist es ein Produkt und funktioniert. Selbst dann bekommt man keinen Bonus, weil es heisst „du hast uns so lange geärgert und jetzt hattest du halt Glück, dass es abhebt“ sinngemäss.

Innovation ist graduell in einer kleinen Firma schöner.

Die grossen Firma fragen sich aber jetzt, was digitale Transformation sein soll.

Das allgemeine Problem des Neuen

Mein erster Blick in einem Shop ist, haben sie paypall, wenn nicht bin ich weg. Das was ein normaler Mensch findet muss man einfach machen. Da hilft es nichts, einen eigenen Standart etablieren zu wollen, wenn sich ein anderer bereits etabliert hat.

Erst ist es Krieg um die Innovation, dann ist es der Krieg um den Standard. Dann kommt der empfohlene Standard. Beispiel Whatsapp, das muss jetzt auch der Opa. Ganz normal. Gunter erklärt verschiedene Innovationskurven mit seinen eigenen Stories. (bin nicht sicher, ob die Message rüber kommt ohne Erklärung der Slides, er hat es auch nicht direkt)

Wir müssen unterschieden, über welche Phase man diskutiert. Bei Innovation geht es nicht um Gewinn, sondern darum, ob etwas aus der Innovation wird (Leute kommen auf die Plattform etc.) Wenn die BWLer doch wenigstens etwas von BWL verstehen würden. Wir haben keine Ahnung von Zinseszinsen. Wir hören heute immer „Es ist ja leider nur 1.1 %, wächst zwar 20%“. Das ist mathematisch gesehen ja dämlich.

Warum könnt ihr das nicht in ner normalen Anwendung verstehen, in 20 Jahren geht das dann durch die Decke.

Nach dem Technologie-Hype (Bsp. Amazon vor 20 Jahren) kommt der Plattformen-Hype. Erst diskutierten wir darüber, ob es Amazon überhaupt geben darf. Heute darüber ob die Plattform mehr verkaufen darf. Jetzt sind sie böse. Weil es normal geworden ist.  Der Punkt ist eigentlich nicht, die Schauermärchen über künftige Technologien (Roboter bspw.) sondern was daraus wird zuzulassen. (sinngemäss) An diesem Punkt darf man nicht lachen. Die Gefühle dazu sind einfach falsch.

Die Gartner Hype Kurve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die 2-Phasen Hype Kurve

 

 

 

 

 

 

 

 

Gunter plaudert aus seinem Leben: Revival der Bankfiliale Diskussion vor 5 Jahren (Deutsche Bank) Die Stimmen waren 77/1. Meine (die einzige) Meinung war die Filialen schliessen. (Publikum lacht, weil jeder weiss, wie es heute um Bankfilialen steht).

Sinngemäss: Ich war Cloud Computing Leader bei IBM (2006) sie haben schon ganz lange geübt. IBM hatte damals 100 Mia -Umsatz (heute 78). Argumente waren damals „Amazon ist so billig. Das kann uns nichts anhaben“. Gunter sagt, Achtung sie üben, die Logistik so lange, bis sie die Logistikkosten extrem niedrig haben.“

Zu Coop und Migros sagt er „Eine Milliarden-Company hat die Liebe eher im Tagesgeschäft als in der Innovation. Das ist hinderlich für echte Innovation“. (sinngemäss)

Die Hochmutskurve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seine Stories dazu: Das Auto hat eine Auslastungsquote von 3 – 4 %. Wenn man das wie CloudComputing macht, mehr auslasten, selbstfahrende Autos (ohne nötige Pausen) dann fallen die Logistikkosten massiv. Aber die Logistikfirmen wollen keine selbstfahrende Autos. Schade.
Natürlich macht er auch Witze über BMW Fahrer… sie sagen „ich lass mir das nicht verbieten“ Die kommentier ich jetzt mal nicht 😀 (bin auch erst kürzlich vom Tesla begeistert worden, nachdem ich immer dachte ich brauche den Sound von einem satten 6-Zylinder) Er sagt: Für diese Fahrer (Fahrstil) muss google 5 Jahre neu programmieren 😀

Er kommt nochmals auf den Service zu sprechen.

Beispiel

Bei Philipps kauft man nicht mehr die Glühlampen sondern das Licht. Es ist also immer hell.
Würde Ikea vom Produkt auf product as a service wechseln würde, würden sie sich echt gute leicht zusammenbaubare Produkte ausdenken. Collective intelligence wird ein nächstes Thema. Es entstehen Berufe, die man noch nicht hatte.

Sidebemerkung: Apps sind out. Bei 3 hat das noch funktioniert, aber bei 200 geht das nicht mehr auf.

Abgeleitet aus der japanische Kampfkunst:

sinngemäss: Es reicht nicht die Handgriffe gut zu beherrschen, sondern die Kunst. Bei E-Commerce Konferenzen will man konkrete Ratschläge haben. Eine E-Commerce Firma kann man nicht auf Basis von Bestehendem machen. Etwas gut reicht nicht mehr (Kochen können) sondern über die Kochkunst nachzudenken. Neues Business Modell braucht die Meisterschaft über die Kunst als solche. Wenn Sie was lernen wollen, gehen Sie raus aus dem Handel. Hier möchte ich euch einen Vortrag zu professioneller Intelligenz empfehlen. Darüber spricht er schon seit Jahren, aber bringt immer wieder neue Aspekte rein.

 

Wir müssen nochmal Radfahren lernen mit dem Helm. Es reden immer alle von Emotionen. Banken, Schuhe. Jeder behauptet dass sie ihre Kunden kennen. Und auch: Wir beobachten die uns bekannte Konkurrenz. Coop und Migros schaut, wer hat die beste Tüte. Das Problem ist, dass nicht google auf ihren Slides steht. Das Tagesgeschäft frisst alles auf.

Du bist schon der 12 Wolf heute, du Spammer

Für mich einer der besten Zitate bis jetzt an der Konferenz kommt natürlich auch von Gunter. (verzeiht mir, die anderen Speaker sind auch super 😉
Firmen arbeiten mit Influencer Marketing, Omnichannel und Newsletter. Aber ich bestelle  3 Newsletter täglich ab. Jetzt bin ich wieder an einer Konferenz und bekomme danach Newsletter, die ich nicht lese.

 

Social Media Konferenz – paar Vorträge am Nachmittag

so zweite Runde. Die Vorträge von morgens findet ihr hier. Nun kommt ein Teil der Nachmittagssessions.

Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht

Den Vortrag von Marcel Meier, Inhaber sutter//meier coaching, empfinde ich als eines (für mich das zweite) der Highligts an der Konferenz heute. Er ist Coach und sprach über den Stressfaktor Social Media und wie Menschen wieder mehr mit sich selbst verbunden sein können. Ich werde heute bereits das dritte mal Yoga-Philosophie konfrontiert.

Ist es nun so weit, dass wir Business mit dem Menschsein verbinden oder auch nach erdigen Inhalten suchen, weil es zugegebenermassen ein hoher Stressfaktor ist, allzeit on zu sein? Der Vortrag hat mich inspiriert, auf meinem Philosphie-Blog zu teilen. (kommt in Kürze)
Hier ist sein Vortrag „Ein Blick hinter das ewig fröhliche SocialMedia Gesicht.“ und die gesunde, entspannte Einstellung dazu. Ich habe übrigens jede Woche einen medienfreien Tag, an dem ich mir nur Bücher in Papierformat erlaube (der Kindle hat nen Internetzugang 😉

Döner in der Dose

Döner in der Dose

Co-Creation: The Good, the Bad and the Ugly!

Markus Maurer, Projektleiter Social Media, Customer und Web Intelligence, Migros-Genossenschafts-Bund. Markus hat tolle Beispiele aus der Praxis gezeigt und natürlich über Migipedia gesprochen. Das neueste Produkt, das aus Impulsen der Migi-Fans dort entstand ist. Döner in der Büchse. Leider gibts die Präsi nicht öffentlich. Thomas Besmer hat ein schönes Zitat aufgeschnappt „Produkte, die durch Co-Creation entwickelt wurden, haben tiefere Flop-Raten als andere.“

Markus hat übrigens die Twitter-Diskussionen, Fragen, Aussagen rund um die Konfernz zusammen gestellt.

Raiffeisen: Über Geld spricht man nicht. Oder doch?

 

Nadine Stutz beim Referat

Nadine Stutz beim Referat

Dr. Nadine Stutz, Social Media Managerin, Raiffeisen Schweiz sprach sehr offen in ihrem Vortrag über die Bank-Kultur und wie sie sich darin bewegt. Der Blog, namens Panorama, ist der Hub ihrer Social Media Kommunikation. Aber sie nutzt verschiedene Plattformen. Anfangs (vor 20 Monaten) stellte sie fest, über keines der Sponsoring Events wurde irgendwo berichtet. Sie ging jedes Wochenende auf eines der Events und berichtete live darüber. Jedesmal hat Nadine die Reichweite verdoppelt. Verschiedene Banken (an unterschiedlichen Standorten) haben eigene Facebookseiten eröffnet.

Sie handelt es so: „Wenn du ein oder zwei Leute stellst, die die Seite betreuen, schalten wir sie frei.“ Dadurch konsolidiert sich über die Zeit gesehen „der Wildwuchs“ (Das Wort hat sie so nicht benutzt). Sie sagt übrigens auch „natürlich reden wir über Geld“ über all die negativen Dinge, wie Hacking von Finance-Accounts, über Finanz-Lösungen für Konkubinat. „Mir doch egal, warum jemand auf meine Website kommt. Wenn er/sie kommt,  weil es ihn/sie in diesem Moment interessiert, was es zur WM Neues gibt, und ich biete es, dann ist das Kundenbindung:“ Es geht für sie immer um den Context (nicht nur rein um Content) zum Business. 1.8 Mio Mitglieder sind noch lange keine Community. „Die Währung in Social Media ist Added Value.
Mehr Aussagen und Einblicke von Nadine hab ich im separaten Interview von ihr erfahren.

So, seid nicht böse, aber die anderen Vorträge hab ich leider nicht mehr aufnehmen können.

Echte Beziehungen statt Giesskanne für Fans

Mich überrascht immer wieder, welche Wege eine Information online geht und wie sie mich findet statt umgekehrt. Dann aber fasziniert mich, was (nicht) daraus wird. Leider gibts oft doch nur Giesskanne statt der grossen Chance echter Beziehungen. Ich schlüpfe heut mal in die Rolle des potenziellen Kunden einer Firma und beschreibe wie es mir dabei geht. Weiter lesen