Jonas Kiefer erzählt über Content Marketing bei WIR Bank

Wir produzieren unseren Content für Menschen und nicht für Touchpoints. Wenn jemand sowas sagt, lohnt es sich, näher nachzufragen. Jonas Kiefer von der WIR Bank hat mir geantwortet. Jonas, ich danke dir ganz herzlich und auch Volker Strohm für die Einblicke und sogar noch in den Ferien gabs einen Nachschlag für mich.

Für einen Vortrag habe ich neben Jonas noch weitere  Profis gefragt, was Content Marketing bei Banken kann, und woran es scheitert. Aber jetzt erstmal zu einer Erfolgsstory:

 

Welche Ziele verfolgt ihr mit dem Content Marketing und welches Problem löst es aus Kundensicht?

Man darf nicht vergessen, dass es für viele KMU vor allem einen zentralen Antrieb gibt: das Überleben. Dadurch sind viele Entscheider in den KMU voll engagiert und auf ihr Kerngeschäft fokussiert. Deshalb möchten wir Ihnen schnell Inhalte liefern, die für KMU aller Branchen wichtig sind wie z.B. digitale Transformation, KMU-Führung, Digitales Marketing, Management-Themen u.v.m.

KMU lernen dank unserem Content Marketing Gleichgesinnte und neue Experten kennen oder können sich schnell und einfach über KMU-relevante Themen informieren. Anders gesagt: Infotainment & Networking.

Für bestehende Kunden behandeln wir natürlich auch Themen, die für das WIR-Netzwerk relevant sind. Stellen andere WIR-Teilnehmer vor und zeigen auf, wie man mit unserem Netzwerk erfolgreich sein kann.

Unser Ziel ist es, …

 

dass z.B. unser Blog eine Anlaufstelle für alle KMU in der Schweiz wird. Unser Content Marketing wird längerfristig noch stärker auf den Unternehmenserfolg einzahlen, wenn wir es schaffen, KMU mit inhaltlichem Mehrwert auf uns aufmerksam zu machen.

Content Marketing heisst bei uns aber auch: von Social Media, über Blog bis hin zu Events. Also offline und online

Content Marketing ist eben schlicht und einfach die kreativste, vielfältigste … ja einfach geilste Disziplin, die es gibt. Punkt.

Warum führt ihr auch den Dialog in Social Media? Viele Banken sagen ja, das ginge nicht wegen den Regulationen.

Das ist ein Ammenmärchen. Natürlich gibt es gewisse Regulationen, wenn es um Kundendaten und dergleichen geht, ist ja klar. Wir müssen aus regulatorischen Gründen bei Anfragen über unsere Social-Media Plattformen (Facebook, Twitter, Instagram, Linkedin) lediglich ein bis zwei Mal pro Jahr auf Kundenberater oder das Beratungszentrum verweisen. Unsere Kunden wissen ganz genau, dass wir ihnen zum Beispiel keine Kontoauszüge über den Facebook-Messenger senden dürfen.

Die Regulationen sind unserer Meinung nach vor allem intern auferlegt, da viele Banken nicht möchten, dass eine Person das Recht hat, in Eigenregie und in kurzer Reaktionszeit auf Anfragen einzugehen. Dieses Vertrauen ist aber die Basis, um überhaupt erfolgreich einen Dialog zu führen.

 

Doch genau dieser Dialog ist die Antwort nach dem «Warum»

Wir tauschen uns über unsere Produkte und Dienstleistungen, über das WIR-System und allgemeine Komplementärwährungs-Themen aus oder erhalten auch mal Kritik. Viele User sind gerade in diesem Punkt überrascht, dass wir uns auch dieser aktiv annehmen und ein offenes Ohr haben.

Wir nutzen also die Chance, einfach und direkt mit bestehenden oder potentiellen Kunden respektive allgemein Interessierten in Kontakt zu treten.

 

Kommentar: Wenn ich mir eure Bildergalerie so anschaue. Ihr meint das ernst mit den Menschen und Dialog.

Bilder von WIR Bank FB Page

 

Welche Inhalte seht ihr als besonders wertvoll in Eurer Content-Strategie an?

Inhalte, die auf unterhaltsame oder informative Art dem User einen Mehrwert bieten. Essentiell ist dabei, dass wir und unsere Autoren Wissen und Erfahrung preisgeben, damit andere davon profitieren können.

Zum Beispiel im Blog

Beitrag im Blog WIR Bank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum betreibt ihr einen Blog?
Und lohnt sich das?

Damit wir eine Plattform haben, um die oben genannten Inhalte zur Verfügung zu stellen. Der Blog ist das inhaltliche Zentrum unseres Content Marketings. Der Aufwand ist absolut gerechtfertigt, denn der Blog ist viel mehr als nur Buchstaben, Wörter und Videos. Wir haften damit Themen, in unserem Falle KMU-relevante, an unsere Marke. Wir bieten unseren Kunden das stärkste KMU-Netzwerk der Schweiz. Mit dem Blog können wir die Themen bespielen, die unsere Kunden beschäftigen. Kurz: aktiv Mehrwert bieten.

Wir haften damit Themen, in unserem Falle KMU-relevante, an unsere Marke. Mit dem Blog können wir die Themen bespielen, die unsere Kunden beschäftigen. Kurz: aktiv Mehrwert bieten.

(Mehr über Corporate Blogs findet Ihr hier bei mir auf der Website

 

Welche Rolle spielen Gesichter und Persönlichkeiten bei Eurer Content-Strategie?

Wir produzieren unseren Content für Menschen und nicht für Touchpoints. Dementsprechend möchte das Gegenüber auch digital wissen, mit wem er es zu tun hat. Deswegen sind Volker Strohm und ich, als Verantwortliche für den Content auch auf den jeweiligen Kanälen präsent. Das gibt den Menschen die Möglichkeit, den Dialog auch mal persönlich zu adressieren.

Volker Strohm

Wir verstecken uns nicht hinter einer Marke oder gar Fassade. Heisst in diesem Falle, dass wir viele Kunden auch auf unseren privaten Social-Media-Kanälen verknüpft haben. Ganz wichtig: Wir sind beide auch zum Beispiel bei den WIR-Events persönlich anwesend, damit der Dialog auch analog geführt werden kann.

 

Content Marketing als Vertrauensförderung?

Absolut. Dazu ein kleines Beispiel. Auf den Weg zu einer Location-Besichtigung für einen Testimonial-Dreh habe ich bei einem Kunden Material abgeholt, das er für eine Messe von uns ausgeliehen hatte. Er hat mir kurz von seinen Problemen erzählt, die er mit einem Mitarbeitenden hatte und war deswegen spürbar geknickt. Am nächsten Tag war ich wegen der Drehvorbereitung wieder in der Region und bin vor meinem Termin nochmals bei ihm vorbeigefahren und habe ihm einen Karton mit #WIRbier zur Aufheiterung vorbeigebracht. Was hat das nun mit Content Marketing zu tun? Ganz einfach: Kennengelernt haben wir uns über die digitalen WIR-Kanäle. Es zeigt einfach, wo eben gutes Content Marketing hinführen kann: zu Dialog mit Menschen und zu Vertrauen.

Und das erzählst du mir erst jetzt, es gibt ein WIRbier!

WIRbier Foto geklaut von der FB Page der WIR Bank

Offline und Online charmant verbunden. Schaut mal. Ist das nicht cool?

Hab Jonas gleich mal noch nach Olten eingeladen. Hier sind ein paar Schnappschüsse.  Die Studierenden vom CAS Digital Marketing Spezialist hatten ihren letzten Studientag und waren sehr erfreut.

 

Gendergerechte Sprache – ein Pro und mein Kontra

Update und ein Nachtrag, der mir am Herzen liegt. 19.06.2018: Ich habe meine Meinung grundlegend geändert. Ich finde es teils immer noch schräg, alle -innen Formen verwenden. Deshalb hab ich mich umgestellt auf abwechselnde Schreibweise, mal Leaderin, mal Nutzer etc. Ich versuche so, auch im Kopf einen kleinen Stopper zu kreiieren. Ich habe durch viele Kommentare und Recherchen gelernt, dass wir Menschen über Worte sensibilisieren und als Zuhörer auch Bilder erzeugen. Wenn für mich als Schreibende klar ist, dass eine Frau Bänkerin ist, heisst das noch lange nicht, dass es auch in anderen Köpfen so ist. Es ist erwiesen. Lasst uns also doch den mühsamen Weg gehen und die -Innen-Form verwenden. Noch ein Beispiel, das es deutlich macht.

Update: 15.05.2017 Die Suche innerhalb von XING bringt bei neutraler Formulierung „Maler“ auch tatsächlich nur männliche Anbieter hervor. Danke für den Hinweis Lisa Ringen. Gleiches bei LinkedIn. Ein Tipp aus dem Kommentar-Thread: Bei der Suche „Fotogra* eingeben, ist zwar ein guter Praxis-Tipp, aber wohl nicht alltagstauglich für jedermann/frau.  Schaut euch auch mal die Reaktionen an. Grossartig von Alexander Klopman von XING reagiert. Aber es finden sich auch abwertende Kommentare gegenüber Gender-Aktivisten, die doch allerhand sind. Es tut mir leid, dass wir immer noch darüber diskutieren müssen. Ich möchte hier unterstreichen, für mich persönlich ist das Thema gendergerecht durch und veraltet, es soll gelebt werden und nicht als Streitpunkt bei Formulierungen herhalten. Ich bleibe nur aus diesem Grund der Bezeichnung Berater für mich und meinen Beruf treu.

Im HR Today erscheint heute ein Pro und mein Kontra zur gendergerechten Sprache. Mich beschäftigt die gendergerechte Formulierung in meinem Job natürlich schon länger. Deshalb habe ich die Gelegenheit genutzt, einmal „etwas. lauter“ bzw. schriftlich darüber nachzudenken.

Selbstverständlich setze ich mich (noch lauter) für Gleichberechtigung ein. Ich wünsche mir aber einen Blick auf Menschen, mit ihren unterschiedlichsten Anderssein, statt beharrlich unsere Sprache zu verbiegen.

Verbindende statt trennende Elemente

Was ist schon anders? Schnell urteilt man „die anderen tun oder denken dies und das“. Rosa und Hellblau ist hier nur eine der bekannten Schubladen, in die ich mich nicht einfinden möchte, obwohl ich weiss, dass sie teils naturgegeben sind. Gestern in einem Content Kurs behauptete ein Teilnehmer, Sarkasmus spräche nur Männer an. Mannomann. Da zieht es mir die Schuhe aus, die Motorradstiefel oder die High Heels. Such dir was aus, Mensch. Mit der gendergerechten Formulierung zielte man eigentlich auf Gleichheit ab, aber wir trennen eigentlich in meinen Augen.

Ich wünsche mir die ganze Farbpalette, die die Welt uns bietet und Selbstverständnis von Respekt in unserer Sprache statt künstliche trennende Elemente.

Pro: Prof. Christiane Hohen- stein ist Professorin für Interkulturalität und Sprachdiversität sowie Diversity- Beauftragte an der ZHAW

 

Was haben 25 (?) Jahre gendergerechte Sprache gebracht?

Ich möchte niemandem zu Nahe treten und respektiere die Forderung nach gendergerechten Formulierungen. Ich kenne einige Menschen, die politsch korrekt sprechen und sich dafür einsetzen.

Jedoch denke ich, dass man nicht Jahrzehnte lang etwas fordern kann und dabei ignoriert, dass das Ziel verfehlt wurde. Schlimmer noch. Wir sollten längst gleichberechtigt leben und agieren. In meiner Kindheit, in den 70er Jahren in der ehem. DDR waren Schul- und Kinderbücher mit Männern und Frauen in Bauberufen, Schweisserinnen und Panzerfahrerinnen (na lassen wir das lieber) abgebildet. Ich wurde in meiner Familie nicht limitiert sondern gefördert. Meine Mutter brachte es nicht aus der Ruhe, als ich ihr eröffnete, „Kosmonaut“ und später Maurer werden zu wollen. Wir können alles sein, wenn wir das Zeug dazu haben. Männer, Frauen, Transmenschen. Und davon bin ich noch heute überzeugt. Ich stelle den gleichen Tagessatz in Rechnung wie meine männlichen Mitbewerber. Lasst mich jetzt bitte nicht noch von Menschen aus anderen Ländern und Hautfarben sprechen. Wir sind im Jahr 2017. Auch wenn sich das in „unserem“ Land nicht in jedem Belang so anfühlt.

[Tweet „Unauffälliges Augenverdrehen beim Formulieren hilft der Gleichberechtigung nicht. Im Gegenteil.“] Es ist ein unangenehmes Hindernis entstanden. Und auch dieses beeinflusst unser Denken. Wird die (sprachliche) Gleichstellung der Frau als anstrengend oder gar lächerlich empfunden, wie sollen Menschen sich dann beim Handeln dafür einsetzen?

So, das war meine längere Einleitung als die von HR-Today. Bin gespannt, auf eure Meinungen, Erlebnisse und Überzeugungen. Bitte teilt sie mit mir.

Feuer frei (ich meine mit Buchstaben)

Offizielle Einleitung von HR Today: „Während die Online-Kommunikations-Dozentin Su Franke Schräg- und Bindestriche für einen Anachronismus hält, plädiert die ZHAW-Professorin Christiane Hohenstein für die geschlechtsspezifische Anpassung von Texten.“ (Das Wort Anachronismus hätte ich nicht benutzt, aber finde es dennoch passend)

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Und hier noch der Text aus dem Artikel. Ein bisschen in meinem Stil formatiert.

Gleichstellung von Menschen statt Sprach-Hindernis

In den 90ern hörte ich in einer Satire-Sendung „Liebe Hörerinnen und Hörer an den Radioapparatinnen.“ Danach habe ich viel über das künstliche Sprach-Hindernis der gendergerechten Formulierungen nachgedacht. Innere Einstellungen werden wir damit nicht verändern.

Gendergerechte Formulierungen stehen uns beim Sprechen und Schreiben meist im Wege. Sätze klingen aufgedunsen oder unpersönlich. Universitäten veröffentlichen Leitfäden, die helfen sollen, korrekt aber lesefreundlich zu formulieren. In Geschäftsberichten wird einführend darauf verwiesen, dass nachfolgend stets beide Geschlechter gemeint sind. Schreibende Menschen haben längst ihre Wege und Abkürzungen gefunden, die einer gleichstellenden Schreibweise gerecht werden sollen. Varianten mit Schräg- und Bindestrichen trennen was sie eigentlich vereinen sollen. Worte werden unaussprechlich, aber man würdigt zumindest die gute Absicht des Autors. Ich könnte auch schreiben ‚frau würdigt’, aber das ist orthografisch nicht korrekt.

Sagt eine Geschäftsführerin „Liebe Mitarbeiter/Innen“, fühlen sich die männlichen Kollegen nicht angesprochen. Formuliert sie „Liebe Mitarbeitende“, kommt das bei mir nicht an, weil es nicht meiner Muttersprache entspricht. Bei manchen Worten ist es leichter, männliche und weibliche Formen zu nutzen. Niemand stellt eine Geschäftsführerin oder Ärztin in Frage. Oder staunen wir im Jahr 2017 noch, dass es „sogar“ eine Frau geschafft hat? Falls ja, ist für mich das Ziel weit verfehlt. Wollten wir doch gleiche Chancen über die Sprache suggerieren.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte, denn sie werden Taten..

Unser Denken beeinflusst, was wir sagen und schreiben und umgekehrt. Aber können wir über eine unnatürliche Formulierung tatsächlich das Denken verändern? Ich habe Leute gesehen, die daran verzweifeln, die geforderten Schreibweisen für Gleichstellung einzuhalten. Unauffälliges Augenverdrehen hilft der Sache nicht. Im Gegenteil: Es ist ein unangenehmes Hindernis entstanden. Und auch dieses beeinflusst unser Denken. Wird die (sprachliche) Gleichstellung der Frau als anstrengend oder gar lächerlich empfunden, wie sollen Menschen sich dann beim Handeln dafür einsetzen?

Gleichberechtigung sollte in einen grösseren Kontext

Wir sollten Gleichstellung in einen grösseren Kontext stellen. Männlich und weiblich sind nur zwei Aspekte in hierarchischen Strukturen. Aber gleichstellen sollten wir Menschen in ihrer Vielfalt. Transmenschen (ich habe jemanden gefragt wie es korrekt heisst), ältere und junge Leute, Schwangere, Menschen mit körperlicher Behinderung, ungewöhnliche Lebensformen, Menschen aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen oder fremden Kulturen.

Manche Sprachen kommen sogar ohne geschlechtsspezifische Pronomen aus. Dort ist ‚der’ Mensch weder männlich noch weiblich, sondern ein Mensch. Statt Sprach-Hindernisse weiter zu verteidigen, enttarnen wir lieber Diskriminierung im alltäglichen Handeln, gegenüber Menschen, die vermeintlich anders sind, aus dem „falschen“ Land kommen, einen komischen Dialekt sprechen, Transmenschen und viele weitere diskriminierende Beurteilungen erhalten.

Ich wünsche mir, dass wir unsere Sprache in klaren, verständlichen und respektvollen Formen nutzen, um damit mehr Gleichheit zu schaffen. Mit hinderlichen Sprachregelungen haben wir es jedenfalls nicht geschafft. Für mich ist die Idee der gendergerechten Sprache überholt, weil sie versagt hat.

Liste Corporate Blogs in der Schweiz

Update 01.02.2018: ich aktualisiere die Liste mit den Schweizer Corporate Blogs fortlaufend, aber nicht aktiv, aber wenn mir jemand den Hinweis gibt. Seit also bitte nicht schüchtern, meldet mir eure Blogs oder welche, die ihr kennt, via Mail, Chat oder als Kommentar. Ich ergänze sie gerne.

Update 21.07.15: Angefangen hab ich diese Liste mit etwa 60 Blogs. Immer wieder kommen Einträge von euch dazu. Dankeschön dafür. Ihr seid Schätze. Ich hoffe, die Liste hilft Verantwortlichen beim Starten oder auch nur zur Inspiration.

Schon seit längerem sammle ich für Workshops Beispiele von Schweizer Corporate Blogs. Da ist inzwischen ein kleiner Schatz – na ok, sagen wir Schätzchen – zusammen gekommen. Es hat sich einiges getan in der Schweiz in Sachen Blogs. Es gibt viele tolle Beispiele. Ich dachte, ich teil mal mit euch die Liste, vielleicht könnt ihr sie auch gebrauchen und selbst ergänzen (inzwischen geschlossen, weil ich zu viel hinterher räumen musste.)



Link zum google Spreadsheet:
Die Liste ist aktuell alphabetisch geordnet, die Sortierung mach ich regelmässig neu, wenn neue Einträge dazu kommen. Du kannst einfach Editierrecht anfragen. Ich musste dieses für alle irgendwann leider zurück nehmen.

Habt ihr noch weitere Blogs aus der Schweiz,
die auf der Liste fehlen?

Dann ergänze sie bitte direkt im google spreadsheet, oder kommentiere den Link, dann mach ich das für dich. So entsteht eine Liste, die ständig wachsen kann und wo sich besonders Firmen, die neu mit einem Blog starten, inspirieren lassen können. Kopieren der Liste ist nicht nötig, da sie öffentlich publiziert ist.

Dankeschön an Justina Grund, die einige Blogs aus der Sammlung von xeit aus 2013 eingetragen hat.
Nachtrag 01.03.18: Corporate Blogs aus Deutschland im Ranking bei t3n

Mehr zum Thema Corporate Blogging gibt es hier immer wieder. In der Praxis fokussiere ich mich aber kaum noch losgelöst auf Blogs sondern auf gesamte Online Kommunikationskonzepte.

Besser Bloggen – 6 Tipps, damit der Corporate Blog kein Selbstgespräch wird

Der ultimative Blogpost kann, ja was eigentlich? In einem Workshop letztens wollte ich einen perfekten Blogpost (für den Corporate Blog) präsentieren. Ich kam ein bisschen auf die Welt, wie Herr und Frau Schweizer so schön sagen.

Ich habe als Leser versucht an einigen Corporate Blog-Beiträgen herauszufinden, was das eigentliche Ziel dahinter ist. Früher dachte ich immer, nur der Blog braucht diese Phase der Zieldefinition dringend. Die Inhalte sind ja dann logischerweise entsprechend darauf ausgerichtet. In der Praxis zeigt sich aber, dass das gar nicht so ist. Viele schöne Beiträge über Events, News und auch über einen Mitarbeiter, der einen tollen Abschluss an einer Hochschule hingelegt hat. Super, damit wird schön die Kultur transportiert. Sagen wir mal aus der Ferne, das passt zu einem HR Blog. Ein Blog der zum Ziel hat, Menschen auf das tolle Team aufmerksam zu machen Menschen, die den Beitrag tatsächlich finden, zu zeigen, wie es in der Firma aussieht. Aber das ist das kleine 1×1 und keine Strategie um sich mit einem Corporate Blog wirklich hervorzuheben. Dafür braucht es: Mehr Wert bieten als reines berichten.

Ich habe mal 6 konkrete Merkmale für besseres Bloggen herausgearbeitet:

1. Die innere Haltung des Autors

Sinnbild für innere Haltung. Hier ist es eine flexible Körperhaltung

Sinnbild für innere Haltung.

Zuerstmal denke ich, es geht nicht um den Text ansich, sondern die innere Haltung des Autors. Diese wird, bzw. sollte sogar sichtbar werden. Sie wird bewusst und unbewusst vermittelt. Die Textsorte Blogpost ist anders als ein Fachartikel. Beim Bloggen geht es immer um die Menschen. Derjenige der schreibt zeigt seine Persönlichkeit. Ein schönes Interview dazu mit Bloggerin Pony M hab ich gestern entdeckt.

Es müssen also nicht die Kommunikationsverantwortlichen bloggen, sondern die Leute, die etwas zu sagen haben (Nicht aus Hierarchischer Sicht). Ok, ich sags jetzt, obwohl ich denke, du brauchst das nicht. Es ist gut andere Blogs zu lesen. Niemand käme auf die Idee ein Buch zu schreiben, ohne eins gelesen zu haben. Blogger sind auch eine Community für sich und lernen voneinander. Und natürlich geht es auch um denjenigen der liest. Besonders ist hier, dass der Leser nicht auf einen Nur-Leser degradiert werden sollte. Schöner ist, wenn mich ein Schreiber direkt mit seiner Leidenschaft ansteckt, mit auf seine Sichtweise einlädt. Wenn jemand aber zum Bloggen in der Firma verdonnert wird, wird die innere Haltung (Pflichtgefühl) sichtbar. Diese ist dann alles andere als ansteckend oder einladend.

2. Den Leser zum Dialog einladen

Manche Beiträge, die ich mir angesehen hab, gleichen einem Selbstgespräch. Doch dann gibts keine Anwort und keinen Spass.
Wenn du es schaffst, dass eure Autoren eine ehrliche Meinung, Idee oder ihr Wissen teilen, hast du schon einen grossen zwischenmenschlichen Schritt auf die Dialogpartner (Leser) zu getan. Er oder sie hat etwas davon, wenn er den Blog besucht. Als Beispiel fällt mir ein lebhaftes Gespräch zwischen zwei Menschen ein. Der eine inspiriert den anderen und sie entwickeln zusammen Neues. Und es gibt auch kein am Ende noch schnell hingeworfenes „Und wie findet ihr das?“.
Wenn ein Blogpost also Impulse gibt, werden andere auch zuhören, kommentieren oder den Beitrag in ihrem Netzwerk teilen. Wer teilt, schreibt in der Regel ein paar persönliche Worte dazu – hey, das ist auch ein Kommentar. Schreibe also so einladend wie du in einem Gespräch bist.

Beispiel Blogger Benno Weber

Benno ist einer der Corporate Blogger bei Swisscanto. Typisch im gesamten Blog, es wird immer eine eigene Meinung vertreten und meistens echter Mehrwert geteilt. In diesem Beitrag ‚Rendite? Nicht mit uns!‘ rüttelt Benno zu Beginn sehr mutig auf (ich find es sympathisch-frech) und holt den Leser anschliessend sofort wieder ab. In meinem Kopf findet ein Gespräch mit Benno statt, ich lese nicht einfach nur einen Bericht.

Benno Weber über Rendite im blog.swisscanto.ch

Benno Weber über Rendite im blog.swisscanto.ch

3. Reden wie im wahren Leben

Bleiben wir bei dem persönlichen Gespräch als Metapher. Mündlich lassen wir ja auch mal einen Gedanken weg, weil der andere mitdenkt. Ich spreche mein Gegenüber mit dem Namen an oder erwähne andere Personen, die vielleicht meine Ansicht nicht teilen. (Es müssen ja nicht immer nur Befürworter herhalten). Ich rede (hoffentlich) auch nicht immer nur von mir.  Meistens duze ich die Leute zu schnell. Aber ich sag wenigstens nicht „man“. Mancheiner beherrscht sogar die Kunst, Bilder in Köpfen entstehen zu lassen. Solche Momente sind seltene Highlights des Alltags.

Wenn jemand eine Beziehung herstellt im Gespräch, mag ich das sehr. Kennt ihr die Werbung, wo einer nach dem Weg fragt, ein anderer erklärt ihn aber der Fragende kuckt einfach in eine andere Richtung? Sowas machen wir im Dialog nicht. Also lasst das auch beim Bloggen sein.

4. Mut zu Relevanz tut gut

Wenn wir über einen Smalltalk (vgl. Facebook Post?) hinaus möchten, brauchts manchmal mehr Worte. Online heisst nicht automatisch kurz. Online ist präzise und wertvoll. Relevanz ist hier ein schönes Modewort, das sich schwer erklären lässt. Es geht um den Augenblick und wie das Gegenüber zum Thema eingestellt ist. Google bewertet Inhalte aus den Augen der anderen. Irgendwie bin ich froh, das damit die ganze SEO Kunst massiv verändert wird. Bekommen die Leute was sie wollen, bleiben sie. Dann findet das auch google gut.

Hier ist es wieder ein Vorteil, wenn Fachspezialisten selbst schreiben. Denn sie wissen einfach mehr, sind glaubwürdiger. Sie haben oft auch Mut zu Inhalten, die dem Leser konkret etwas bringen. (Was wiederum auf die Ziele einzahlen kann).  Manche Fachleute sind sogar gewöhnt, ihr Fachgebiet mit einfachen Worten zu erklären. Ah, das erinnert mich: Einfach darf die Sprache sein in einem Blog. Wenn ich mir vorstelle, wieviele Blogs ich im Zug am Handy lese, bin ich dankbar, wenns eingänglich geschrieben ist.

Beispiel von Blogger Jürg Stuker

Ok, Jürg ist sowas wie der Yoda unter den Corporate Bloggern. Immerhin hat er mich inspiriert vor 8 (jesses) Jahren. Also darf ein Beispiel von ihm nicht fehlen. Jürg gelingt es immer wieder, Wertvolles zu teilen und so, Kunden und Mitarbeiter zu fesseln, pardon zu binden heisst das wohl. Sein Beitrag ‚Kann Wachstum Sünde sein?‘ zeigt soviel „Geheimes“ wie selten in Corporate Blogs zu sehen ist.

Jürg Stuker über einen Vortrag im blog.namics.com

Jürg Stuker über einen Vortrag im blog.namics.com

5. Highlights für den Corporate Blog

Entdeckst du ein Thema, das sich als besonders wertvoll zeigt im Corporate Blog, kannst du es zusätzlich in verschiedenen Formaten wieder aufbereiten. Zum Beispiel kann aus einer PowerPoint-Präsentation später ein Podcast oder ein Interview werden. So bietest du verschiedene Nutzungvarianten. Vorallem gehts mir aber um die regelmässigen Highlights. Du könntest zum Beispiel neben „Butter und Brot“ Beiträgen regelmässig richtige Kracher einplanen. Die brauchen dann auch etwas mehr Aufwand und Ressourcen. Na und?

Und das wisst ihr, liebe Leser, natürlich:
(sogenannt) Verschenktes Wissen bleibt zusammen mit deiner Quelle sicht- und vor allem nutzbar. Das ergibt einen sicheren Wert, der auf die Marke, die Firma oder die Person einzahlt.

Beispiel Blogger Frank Schmiechen

Ok, das ist nicht gerade ein Corporate Blog. Frank Schmiechen schreibt über das neuste Buch von Gunter Dück und erreicht mich als Leser. (geteilt, kommentiert, Buch bestellt.) ‚Dümmer als die Polizei erlaubt‘ vereint viele Finessen des Bloggens. Auch hier Mut zu umgangsprachlichen Worten, die jeder vertsteht und natürlich der wertvolle Inhalt. Die Strategie bei gruenderszene.de ist allerdings, ständig Highlights zu bringen. Als Firmen Blogger sind wir schon froh, wenn wir wenigstens gelegentlich solche Highlights haben. Planen wir sie also realistisch und zum richtigen Zeitpunkt ein und nutzen sie dann entsprechend intensiv.

Blogpost von Frank Schmiechen, gruenderszene.de

Blogpost von Frank Schmiechen, gruenderszene.de

6. Was ist der sechste Tipp?

Ich hab keine Ahnung, warum ich im Titel von 6 Tipps geschrieben habe. Vielleicht hatte ich die leise Hoffnung, du hättest noch einen? Was machst du für mehr Gespräch im Blog?

 

 

 

 

 

So das wars erstmal mit Tipps zum besser Bloggen. Dieser Blogpost gehört zu einer Serie „Besser bloggen“

  • Besser Bloggen – Texten eines guten Blogposts (coming soon)
  • Besser Bloggen – Corporate Blogs in der Schweiz (coming soon)
  • Besser Bloggen – mit internem oder externem Team (coming soon)

PS: Jetzt hätt ichs fast vergessen. Heute ist ein Beitrag in der Computerworld erschienen. Ich durfte etwas zu Corporate Blogs schreiben. Hier gehts zum Beitrag Ein Blog ist kein Selbstgespräch 😉
Und hier ist noch mehr über Blogs.

Vortrag: 5 Blog Tipps – Mit Content mehr erreichen

Als ich eine Einladung von Cornelia Brunschwiler bekam, am Marketingclub etwas über Blogs zu erzählen, dachte ich „yess, Bloggen ist mein Liebslingsthema“. Das war im Sommer, ich weiss noch, dass ich gerade vom Zahnarzt kam und nicht gscheit reden konnte am Telefon. Vielleicht einigten wir uns deshalb auf den Titel „Ein Blog kann mehr“. Na jedenfalls ist heute Abend der Vortrag. Ich hab mir dafür genau angeschaut, woran es oft hapert bei Corporate Blogs und was man mehr rausholen kann.

Fast alle Leute, die ich kenne, die in Firmen für Blogs zuständig sind, klagen über zu wenig Interaktion oder auch zuwenig Leser. Das hat mich inspiriert und hier sind meine 5 Tipps, damit der Content seinen Zweck erfüllt. Der Titel ist übrigens inzwischen „Ein Blog kann meistens mehr (Menschen erreichen)“ Ausnahmsweise heute mal in Sie-Form, denn ich kann heut Abend die Zuhörer ja nicht gleich dutzen.

Tipp 1: Lassen Sie die Leute publizieren, die etwas zu sagen haben

Das ist ja das geniale an einem Blog, dass man vertiefte Beiträge erstellen kann, die dem Leser irgendetwas bringen. Also sollten sie auch echtes Wissen und Erfahrungen spiegeln, statt einen Beitrag der halt irgendwie zum Unternehmen passen könnte. Das können Leute, die Fachwissen haben am besten. Es ist einfacher, Schreiben zu lernen oder zu coachen als Textern das Know-how beizubringen.

Tipp 2: Stellen Sie den Blog ins Zentrum Ihrer Online Kommunikation

Auch hier gibts nicht viel zu sagen. Für viele Firmen ist klar, die Hauptplattform hat man lieber selbst in der Hand. Im Blog sind die Inhalte dauerhaft abgebildet. Externe Plattformen wie Linkedin und Facebook helfen für den Dialog dort und natürlich auch, Interessierte zur eigenen Webpräsenz zu führen. Schön, wenn diese dann auch dialogbereit ist. Inhalte im Blog sind und vorallem bleiben auch auffindbar und erfüllen ihren eigentlichen Zweck.

Content geht verschiedene Wege (Distribution)

Nun gehts also um Distribution. Das scheint mir die künftige Herausforderung für Firmen zu sein. Es werden Unmengen an Content produziert und die müssen bei potenziellen Empfängern irgendwie auftauchen. Content geht nicht mehr den geradlinigen Weg. Alle sind heute Absender, Produzenten, Empfänger und Teilende zugleich. Aber das ist ein alter Hut. Ich hab versucht die Wege mal aufzuzeigen.

  • Empfänger sucht nach einer Lösung / Thema
  • Autor sendet Beitrag an Empfänger
  • Empfänger erhält Empfehlung für den Beitrag (von jemand unbeteiligten)
  • Kommentator teilt bewusst oder unbewusst
  • Empfänger hat Blog abonniert
  • Empfänger stolpert „zufällig“ in Social Media über Beitrag
Content geht verschiedene Wege

Content geht verschiedene Wege

Bild: Die Pfeile Richtung Content-Fenster bedeuten, jemand kommt zum Content (Inbound). Rot sind die Mechanismen, die ich im Vortrag genauer behandle.

Tipp 3: Gestalten Sie Ihren Content so, dass er auffindbar ist

Hier liegt Potenzial. Content Strategien werden manchmal nur von innen heraus entwickelt. Was sind unsere Ziele, was unsere Themen. Aber es sollten auch Erkenntnisse aus SEO einfliessen, Analysezahlen ausgewertet und so stets die Inhalte verbessert werden. Blog Verantwortliche fokussieren hier nicht mehr Keywords sondern Themen, verbunden mit Suchpotenzial, Textlänge etc. Natürlich braucht es unbedingt Bilder oder Grafiken, die schnell zu erfassen sind. Wertvoll ist, ein Thema, oder sogar nur einen einzigen Beitrag, in verschiedenen Formaten zu reproduzieren.

Tipp 4: Verbreiten Sie Ihren Content selbst

Immer wieder erstaunlich, wieviel Budget in Content Produktion investiert wird, aber wie wenig in die Distribution. Hier ist allein beim Unternehmen schon viel möglich. Es gibt viele Kommunikationsmittel, die ungenutzt brach liegen. Meine Vorschläge für Content Distributionsind hier: [Tweet „Vorschläge für Content Distribution“]

  • Bezahlte Reichweite mit Facebook und Linkedin,
  • mit TopBildern in Pinterest,
  • Bookmarking Tools,
  • eigene Social Media Präsenzen
  • Links bei der Quelle von externem Content (embed Inhalte),
  • persönliche Profile von Autoren
  • Hashtags
  • Mailfooter
  • Newsletter
Distribution von eigenem Content

Distribution von eigenem Content

Beispiel: Marcel Härtlein publiziert regelmässig auf dem KPMG Blog. Aktuell über die Studie Digitale Transformation in der Schweiz. Er hat eine hervorragende Strategie entwickelt, dem Content genügend Gewicht zu geben und ihn zu verbreiten. Er publiziert einzelne Erkenntnisse in gewissen Zeitabständen, erstellt sinnvolle Rückverlinkung zu weiteren Beiträgen, nutzt bezahlte Reichweite und publiziert neben dem Blog auch in Linkedin direkt.

Tipp 5: Geben Sie Ihren Beiträgen echte Mehrwerte, damit sie geteilt werden

An diesen Weg denken manche Autoren erst, wenn der Beitrag fertig ist. Er wird publiziert und dann via Twitter oder sonst wo geteilt. Aber warum sollte jemand diesen Beitrag teilen?

  • Weil der Beitrag nutzbar ist (e-Book, Checkliste…)
  • Weil der Inhalt ein Problem löst, Wissen teilt
  • Weil er aktuelle Anlässe / Themen aufgreift
  • Weil sich der Teilende positionieren kann
  • Weil die Person den Absender kennt/mag

Beispiel: Die Beiträge von Marcel Härtlein werden geteilt, weil er sich im Vorfeld bewusst ist, warum jemand den Inhalt teilen könnte. Er war so freundlich und zeigt uns ein paar Zahlen. Sogenannte Page Views brachten geteilte Links via LinkedIn 212, Facebook 57, XING 4, Google+ 3 (mehr in der Präsi).

Was ich also insgesamt heute Abend erzähle hier als Fazit:

  • Lassen Sie Fachleute schreiben und so glaubwürdige Inhalte mit Mehrwert entstehen
  • Stellen Sie Ihren Blog ins Zentrum Ihrer Online Kommunikation
  • Gestalten Sie Inhalte so, dass sie auffindbar sind
  • Senden Sie Ihre Inhalte selbst an Kontakte, Follower, Multiplikatoren, Communities
  • Bieten Sie solche Mehrwerte, die andere teilen
  • Optimieren Sie diese Content Strategie stets mit Erkenntnisse aus Praxis und SEO.Ihr habt schon gemerkt, ich hab jetzt hier kein aktivierendes „Und was denkt ihr so?“. Entschuldigt. Sowas könnte natürlich auch Tipp sein, damit der Content verbreitet wird. Aber ganz ehrlich, ich weiss, dass ich hier Leser habe, denen ich a) sowas sicher nicht sagen muss und die b) Publizieren, Kommentieren und Teilen im Blut haben. Ich danke euch dafür und auch für weitere Tipps, oder was euch sonst einfällt. Ihr seid wie immer herzlich willkommen.PS: Herzlichen Dank auch dem Marketer und Blogger Marc Werlen, der mir nach meinem ersten Entwurf der Präsi geholfen hat, Unnötiges wegzulassen und Wertvolles hervorzuheben.

Influencer, Blogger, PR und mein Kodex

Warum Blogger bloggen? Weil sie sich leidenschaftlich mit einem Thema beschäftigen. Das macht sie erfolgreich. Das widerum bedeutet bei jedem etwas anderes. 10 Leser oder 10000, Kommentare, Verweildauer oder einfach nur abbilden, was man denkt oder tut. Die Blogger mit Lesern schätzen selbstverständlich langfristiges Vertrauen hoch. Immerhin er oder sie bloggt oft des Themas wegen und nicht zum Geld verdienen.

Was macht ein erfolgreiche/r Blogger/in nun konkret anders als mancher Firmenblogger?

  • erstellt Content, der wirklich bewegt
  • agiert schnell, persönlich, wahr
  • hat ein hohes Fachwissen
  • ist themenfokussiert
  • verschenkt Mehrwert
  • zollt Respekt und Mehrwert durch Verlinkung
  • erwähnt Menschen
  • hat Mut zu „offenen“ Texten, die kommentarfähig sind
  • ist oft auch „sonst“ bestens vernetzen
  • liest Blogs (ja ich weiss, damit wiederhole ich mich)

Das alles macht ihn oder sie für manches Unternehmen interessant. Aber Blogger sind keine Journalisten. Ja die Arbeit ist ähnlich, aber ein freier Blogger hat keinen Auftrag und Lohn.

Public Relations statt Press Relations

Auf der anderen Seite stehen also die Kommunikationsverantwortlichen, Pressesprecher, Marketer. Diese pflegen ihre Beziehungen mit publizierenden Personen schon immer. Ich hab das früher oft offline gemacht, telefoniert oder die Leute wenn möglich persönlich zum Mittagessen getroffen.
Es ist nicht etwa einfach mit den wichtigsten Branchen Journalisten den Kontakt zu halten. Ich plaudere sicher kein Geheimnis aus, wenn ich sage, Journalisten mögen PRler nicht wirklich. In der Schweiz kann man das schön in Twitter beobachten. Journalisten bleiben gern unter sich, folgen sich gegenseitig und wollen natürlich nicht käuflich sein. Gut so.

Seit das Web „gemeinschaftlicher“ wurde, ist Public Relations nicht mehr nur Press Relations sondern tatsächlich Public Relations. Firmenvertreter pflegen also auf kommunikatorischem Weg die Beziehung zu Menschen. Dies vorallem, weil jeder einzelne Publikationsmöglichkeiten hat. Natürlich werden die Beziehungen auch gepflegt, weil man tatsächlich eine solche zueinander hat, als Kunde, als Geschäftspartner, als Mitarbeiter, als Branchenpublizist. Online ist Offline und andersrum. Online bildet sich oft nur ab, was offline stattfindet, oder möglich ist.

Blogger Beziehung

Dass dieses Handwerk noch nicht selbstverständlich ist, zeigt die riesige Beteiligung der kürzlichen Blogparade. Stefan Everz rief Blogger dazu auf, über Blogger Relations zu schreiben. In unzähligen Beiträgen gings um die Chancen. Bernadette schreibt beispielsweise, das Firmen sich nur auf einzelne Influencer konzentrieren werden in ihrer Kommunikationsarbeit. Oliver Gassner schreibt „Ein Dialog sollte sich ergeben, nicht erzwungen werden…“ Ah, das klingt fast nach einer echten Beziehung. Jedenfalls stelle ich mir das darunter vor. Sich auf jemanden beziehen..

Warum schreibt ein Blogger / Twitterer über dich, dein Produkt oder teilt deine Inhalte?
Weil er dich kennt, oder weil er einen Mehrwert bekommt (für seine Leser, für seine Positionierung).

Achtung: Nicht etwa ein Cüpli oder ein Sandwich – sondern inhaltlichen Mehrwert. Im Vergleich dazu: Kein Journalist hat je positiv über eine Firma geschrieben, nur weils bei der Pressekonferenz feine Häppchen gab. Nun kommen wir zu meinem Grund, warum ich das Thema hier erneut aufnehme. Ich habe im Sommer search.ch bei ihrer Kommunikationsarbeit unterstützt und dabei die Idee „Blogger Klassentreffen“ mitentwickelt. Adrienne Fichter unterstellte nach diesem Event einigen Bloggern „gekaufte Beiträge“.

gekaufte Blogger?

Die Frage nach gekauften Beiträgen in freien Blogs taucht gelegentlich bei meinen Kunden auf. Besonders bei Neulancierungen. Ich kann nicht sagen, dass ich grundsätzlich davon abrate. Manchmal macht es Sinn, eine bezahlte Partnerschaft mit einem Blogger einzugehen. Genauso, wie man Anzeigen in einem journalistischen Medium schaltet, bieten manche Blogger sowas an. Gastbeiträge im eigenen Blog, oder auch im Firmenblog, selbstverständlich mit Kennzeichnung, dass es eine Promo ist. Der oder die BloggerIn riskieren schliesslich ein Image und ggf. das wertvolle Vertrauen ihrer Leser. Aber: meistens finde ich echte Beiträge viel cooler (wertvoller vgl. auch Anzeige versus redaktioneller Beitrag) und natürlich herausfordernder.

Ich kenne kaum Blogger in der Schweiz, die mit ihrem Blog wirklich Geld verdienen. Wenn sie es tun, dann ist es sichtbar. Ich denke, es gibt einen ungeschriebenen Kodex im Web. Leute, die Online leben, wissen, dass Transparenz oberstes Gebot ist. Nicht unbedingt, weil man einen guten Charakter hat, sondern weil man einfach weiss, dass das Web weiss. Weil es von Menschen mit Inhalten gefüllt wird. Und da ist die Wahrheit ein guter Ratgeber. Immer.

 

Blogger Selfie am "Klassentreffen"

Blogger Selfie am „Klassentreffen“ Bild-Quelle: http://instagram.com/monah_

Was ich hinter diesem Thema interessant finde:  Kürzlich kam also (via Adrienne) von einem Medienhaus ein Vorwurf auf, das Blogger käuflich sind, wenn sie an einem Apéro teilnehmen. Solche Aussagen sind nicht neu, aber ein feines Indiz für mich (ihr dürft interprätieren). Letztes Jahr war es SRF und nun die NZZ. Diesmal geht es nicht um PR-Leute, die auf der anderen, natürlich der unschönen Seite stehen, sondern Blogger. Kevin hat die Diskussion aufbereitet. Eine kleine Randnotiz zu besagtem Klassentreffen. Ich finde, wir hatten eine tolle Idee und sogar Klassensprecher. In einem Radio Interview sagte Adrienne, dass wahllos Blogger eingeladen wurden. Natürlich hatten wir uns sehr genau überlegt, wer zur „Alt-Blogger-Riege“ gehören könnte und wohl auch den einen oder anderen übersehen, der dazu gehört hätte. Nach der Präsi von Walter Schärer an dem Event, ging ich zu ihm und sagte „deine Ehrlichkeit ehrt dich, aber du hättest nicht alle negativen Details so offen präsentieren müssen, wir haben Blogger als Gäste“. Er darauf sinngemäss „Das ist doch gut. Es wird auch negatives Feedback geben, wenn wir live gehen, das ist normal bei einer solch grossen Webanwendung.“ (er hatte übrigens recht).

Blogger haben Ehre

Es liegt in der Natur eines Blogs, offen, ehrlich und auch kritisch zu sein. Nur so machen sich die Blogs bezahlt. In langfristiger Anerkennung in der Community. Übrigens, Leute die Blogs lesen und kommentieren sind oft selbst Blogger. Wer will sichs also mit den „Kollegen“ verscherzen und bspw. langweilige Beiträge publizieren oder gar sich heimlich kaufen lassen. Das ist nicht üblich. Natürlich gibt es heute auch viele Neublogger, professionelle Blogger mit Marketingzielen und der Kodex ändert sich, wie sich alles ändert. Aber ich denke, Blogger haben bereits sowas wie einen Kodex. Für meinen Unterricht (Kommunikationsleute) nehme ich übrigens immer den Kodex der Agentur achtung! im Umgang mit Bloggern. Blogger sind ebenso wenig käuflich wie Journalisten.

Mein Blogger Kodex

Aber ich verrate euch hier auch gern meinen eigenen Kodex als Bloggerin (seit 8 Jahren), der bis heute auch ungeschrieben war:

  • Wenn du keine zündende Idee hast, lass es bleiben
  • Prüfe, ob das wirklich einen Beitrag wert ist, haben die Leser was davon
  • Hab eine (kritische) Meinung, Erkenntnis und zeige diese deutlich im Text
  • Erzähle das, was du am besten weisst, (link the rest Jeff Jarvis, 2007)
  • Wertschätze immer die Quelle (durch Verlinkung oder Erwähnung)
  • Behandle jede Ergänzung (egal auf welchem Weg sie kommt) als Mehrwert
  • Sei mutig, öffentlich dazuzulernen
  • Kopiere keine Ideen, Texte oder auch Wissen
  • Verurteile nicht diejenigen mit anderer Meinung (achte auch auf kleine wertende Worte)

Die Idee Klassentreffen

Wenn ich einen meiner Kunden in ihrer Online PR Arbeit unterstütze, dann suchen wir gemeinsam nach einer schlauen Idee, die den beteiligten Publizisten (meist Blogger oder Influencer) echte Mehrwerte bringen. Denn nur so werden sie über den Inhalt berichten oder auch überhaupt an ein Event kommen. Ich gehe dabei immer davon aus, dass sie nicht käuflich sind btw. Beim search-Event namens Klassentreffen haben wir als Mehrwerte herausgearbeitet:

  • langjährige (ich nenne sie Alt-) Blogger treffen sich mal wieder
  • wir geben dieser Blogger Community einen Raum, auch nach dem Event (g+ Gruppe)
  • das Event kann später auch von anderen gehostet werden (Idee Klassentreffen)
  • Infos von hinter den Kulissen, auch die negativen als Mehrwert
  • zeitlicher Vorsprung für den Blogger, der meist einen anderen Job hat und nicht kurzfristig schreiben kann
  • Nachtrag: Blogger bekommen als erstes Telefonbucheintrag bei search.ch mit Profilfoto und Link zum Blog

Unsere klassiche PR Agentur riet übrigens dringend von dieser bedingungslosen Offenheit ab. Genau das gefällt mir an der Online Kommunikation. Die (längst nicht mehr neue) Ehrlichkeit.

Nachtrag 26.09:
Lesenswerte Beiträge zum dem Diskussionsabend #bloggerdialog Kodex für alle Blogger

Thomas Mauch Der Verhaltenskodex für Blogger und was es wirklich braucht

Dominik Allemann und Irène Messerli: Blogger Manifest: Grundsätze für fairen Umgang

Claudio Schwarz: Mein Resümee vom Blogger Dialog

Markus Baumgartner: Blogger Relations (Medium)

Marie-Christine Schindler: Blogger Relations: Schnee von gestern oder Herausforderung von morgen?

Und noch die von Claudio erwähnten Fairblogging Regeln aus 2005 (die kannten wohl nur die „Alt“-Blogger)

Der Twitterstream #bloggerdialog

Valeria: Sind Blogger käuflich – für einmal ein paar ernste Worte

In Twitter schwimmen lernen und mit Hashtags angeln

Es ist längst nicht mehr leicht, einen Twitter Account zu starten und etablieren. Auch langjährige Twitterer kennen das. Aber gegenüber Neu-Startern wissen sie, wo sie eintauchen. Während ich übrigens seit Tagen immer wieder an diesem Beitrag feile, hat Tobias Zehnder einen geschrieben, der wunderbar dazu passt.

Twitterer lernt schwimmen

Fang mal irgendwo an. Folge Bekannten, schau dir an, wem sie folgen und welche Listen sie haben/nutzen. Oder suche einfach mal Themen. In Twitter gehts nicht um die Leute, die du kennst, sondern um Themen und die Leute dahinter. Influencer identifizeren kann warten. Wenn du das zu früh machst, hast du oft zu viele Tweets der aktiven Personen in deiner Timeline. Ausserdem verführt das besonders Berufstwitterer, sich zu fest auf Marketingziele zu konzentrieren und die tolle Plattform zu unterschätzen. Der eigentliche Schatz wird in den Tiefen unsichtbar bleiben.

Sandro Würmli erklärt wie ein Tweet aussieht.

Sandro Würmli erklärt wie ein Tweet aussieht.

Sandro erklärt Twitter verständlich

Schon drei Jahre alt und immer noch ein schönes Werk. Sandro Würmli hat Twitter für Starter erklärt. Es ist ein pdf zum Runterladen.

Die Plattform hat eine unsichtbare Barriere. Wenn du aber sinnbildlich erstmal im Wasser bist, kannst du auch schwimmen, also die Sprache entschlüsseln. Rein gehen musst‘ halt selber. Ich denke, es lohnt sich, erst Schwimmen zu lernen, bevor du angeln gehst.

Zeig‘ dich

Das was andere schreiben, ist für mich persönlich das Wertvollste in Twitter. Ich erhalte neue Links, Inspiration, bekomme viel zufällig mit und lerne die Leute kennen. Gute Inhalte, die ich gelesen hab, teile ich mit Retweet oder geb ihnen ein Sternchen. Damit wertest du deinen Account auf. Kuratieren im kleinen Stil nenn ich das. Damit zeigst du aber auch Interesse und wertschätzt die anderen. Du wirst über die Zeit sichtbar.

Nutze den Account aber nicht nur zum Lesen, sondern schreibe auch selbst. Trage bei, frage, beantworte. Häng dich ruhig mal in einen Dialog rein. Natürlich so höflich, wie du das im offline Gespräch machen würdest.

Viele erfahrene Twitterer sagen „halte dich hier auf“. Besonders für Marketer ist das ein wichtiger Tipp. Lesen nicht nur senden. Leider sehe ich das oft in der Praxis. Man nimmt das Wort Dialog nicht so genau und sendet einfach seine Werbebotschaften. Was selten langfristig funktioniert. Wer mag schon Leute, die immer nur von sich reden.

Berichte an anderen Orten, dass du Twitter nutzt. Auf der Website, Blog, about.me, Visitenkarten zum Beispiel. Auf Twitter das Gleiche posten wie auf Facebook find ich nicht so clever. Twitter funktioniert anders. Inhalte sind hier nicht rangiert sondern wirklich Echtzeit (aber das kommt, keine „Sorge“). Ich denke, es ist gut, mit Webclient und Twitter-App auf dem Handy zu starten.

Tools kommen später, wenn du Tweets inhaltlich verstehst und du schon Spass hast. Obwohl ich selbst den Webclient immer noch sehr liebe, weil er für mich das weite wilde Meer zeigt, in das ich gerne eintauche, können dir Tools helfen.

Tools für Twitter Management

  • Hootsuite (der Klassiker zum verschiedene Plattformen jonglieren, analysiert, beobachtet, kann auch intelligent terminieren)
  • Socialbro (hilft beim Account aufräumen, beobachtet, analysiert und involviert andere)
  • mentionmapp.com (das ewige Beta-Tool, geht gerade wiedermal nicht, zeigt euch aber in Echtzeit – Verbindungen und Themen zu einem Twitter Account auf)

 

Hashtags als Angelhaken

Ein Hashtag (#wort) ist eine Zusatzinformation in einem Tweet und generiert einen Link. Unter #wort bündeln sich alle Beiträge mit dem gleichen Thema (Hashtag). Ich vergleiche das gern mit den gelben Postits, die man auf verschiedene Papier-Stapel klebt und somit inhaltlich bündelt.

Manchmal sehe ich Firmen-Accounts, die jeden eigenen Tweet mit dem gleichen Hashtag versehen. #firmenname. Technisch mag das nach einer guten Strategie aussehen. Kommunikatorisch ist das vergleichbar mit: Ich hänge hinter jeden Satz, den ich sage meinen Firmennamen. Ein Event eignet sich schon besser für einen Hashtag und auch zum Üben. Hier bereichern mehrere Leute das Thema und dann macht der Stream (Link der hinterm Hashtag liegt) auch Spass. Ich hab übrigens mal was dazu geschrieben, wenn ihr einmal im Jahr ein Event macht, müsst ihr nicht #xy2014 festlegen.

Wenn du also angeln willst (Themen und Leute finden und dich finden lassen, weil du dich beteiligst), dann beobachte und suche die für dich relevanten Hashtags. Sie sind sozusagen Angelhaken. Twitter bietet zum Beispiel die Trends an, das sind Hashtags, die gerade viel diskutiert werden.

Hashtags finden

Letzte Woche in einem Kurs für Online Kommunikatoren fragte jemand. „Wie finde ich denn die Hashtags?“ Meine Antwort „Die kommen zu dir, wenn du Teil der Community bist“, stellte ihn nicht wirklich zufrieden. Recht hat er. Mir fiel die Twittersuche (Suche: #wort) und gerade noch das Tool Hashtagtrends ein. Für mehr musste ich in die Twitter-Runde fragen. Da kamen tolle Tipps zusammen. Grossen Dank an alle.

Tools zur Hashtagsuche

hashatit
hashtagify.me
tagboard
tweetdeck
trendsmap
analytics.hashtags
twrtland (Twitterer, die andere unterstützen)

Beiträge dazu: Tool Liste im Blog von Sproudsocial und Gründerbook Beitrag mit Toolst.
Im Blogpost Wie nutze ich einen Hashtag fand ich eine coole Grafik, mit Tipps, wie ihr den Hashtag nutzen könnt und auch mal einen eigenen Hashtag korrigieren müsst. Das jommt nicht selten vor.

Quelle: Twitter Blog

Quelle: Twitter Blog

Alle Tweets mit den wertvollen Tipps. Den Twitterern könnt ihr übrigens gleich folgen 😉

Virtuelle Reise mit Tipps: Hotelmarketing-Tag von Schweiztourismus

Schweiztourismus organisiert am 09. und 10.09., wie jedes Jahr, den Hotelmarketing-Tag. Olivier Tripet und ich dürfen dort die Zukunft von Social Media sprechen. Da wir natürlich auch keine Glaskugel haben, haben wir eine virtuelle Reise durch die Schweiz gemacht und dabei vorallem Marketing Potenzial für Hoteliers aufgestöbert.

Unsere Reise hat vier Phasen: Inspiration, Buchung, vor Ort und Auf Wiedersehen. In jeder Phase fanden wir Vorreiter, haben aber auch gestaunt, wie einfach es für Hotels wäre, präsenter zu sein. Wir haben bspw. in der Schweiz eine überschaubare Szene von Reisebloggern, die berichten, inspirieren und teils mit einer ordentlichen Reichweite aufwarten. Wenn ihr denkt, viele von ihnen haben Partnerschaften mit Hotels, über die sie (selbstverständlich als solche deklariert) berichten: Fehlanzeige. Mancheiner würde sich schon über eine Test-Essenseinladung freuen. Aber starten wir mal durch:

Phase 1: Inspiration

Wir haben uns inspirieren lassen in Pinterest, Instagram, Twitter, Facebook, Tripadvicor. Selbstverständlich stiessen wir via google auch auf die Schweizer Reiseblogger mit tollen  Vorschlägen. Und kamen zu der Frage: Wo ist das Gegengewicht der Hoteliers? Kaum Publikationen, Bilder, die uns einluden. Eher verführte uns Hotelplan mit günstigen Flugangeboten im Facebook-Newsstream neben privaten Inhalten.

Unsere Tipps für die Inspiration:

Beitrag in Facebook vom Wanderhotelier

Beitrag in Facebook vom Wanderhotelier

Machen Sie Ihre Mehrwerte auffindbar, bspw. mit eigenem Blog, Facebook, Instagram oder auf externen Blogs von Reisebloggern. Werfen Sie mal einen Blick auf die Facebook Werbemöglichkeiten Ein einfaches Tool für Zielgruppen Analyse ist z.B. Facebook-Audience Inside.

Thomas Frei, aka Wanderhotelier, macht sein Hotelmarketing mit Facebookseite und Instagram sehr charmant. Er verriet mir „Wirkliche Zeit investiere ich nicht viel, da ich viele Beiträge während den Wanderungen mache. Wenn mir nichts in den Sinn kommt, dann schreibe ich auch nicht krampfhaft irgendwas.“

 

 

Phase 2: Buchung

Kontaktpunkte sollten einfach zur Buchung führen

Kontaktpunkte sollten einfach zur Buchung führen

Wir fanden heraus, das in Frankreich z.B.  62% der Reisenden online planen, 74% davon über Social Media, 26% mit dem Smartphone. Externe Buchungsplattformen haben mit 50% einen erstaunlich hohen Anteil. Aber den Rest einfach dem Zufall überlassen?

Unser Tipp für die Buchung:

Werden Sie aufindbar (siehe Inspiration) und dann führen Sie Ihre potenziellen Gäste bei allen Online Kontaktpunkten einfachen zum buchen.

 

Phase 3: vor Ort:

Wie mühsam, sich im Hotel mit schwachen wlan und zu erfragenden Passwörtern abzumühen. Eine Freundin hat mir erzählt, dass ihr Handy auch ihr Babyphone ist. „Im Ausland (besonders in der Schweiz) ist das mühsam, wegem Roaming“ sagte sie. Wie wärs mit gratis wlan? Beim Login könnten Sie um den obligatorischen Like der Facebookseite bitten (keine Pflicht bitte).

Mein Handy ist Navi, Reiseführer, Tagebuch, Fotoalbum.. An einem verregneten Tag letztens in Südtirol wollten wir in ein Museum. Die gefühlt 100 Museen auf der Tourismusseite waren alphabetisch sortiert, nicht etwa nach Thema oder Region. Wär das nicht fein, hätte mein Hotel einen täglichen Tipp irgendwo im Web?

Unsere Tipps vor Ort:

Wlan ist klar. Hoteliers können im Blog Extra-Service bieten, der langfristig ! via google auffindbar bleibt. Auch Reklamation werden heute von Gästen schnell online abgebildet. Nutzen Sie diese Chance.

Phase 4: Auf Wiedersehen:

Verabschiede ich mich von einem schönen Ort, würde ich das gerne auch meinen Freunden erzählen. Natürlich hab ich das bis zum nächsten Kaffee-Date vergessen (sorry), aber genau jetzt ein kleiner Tweet, wenn mich der Gastgeber nett einlädt dazu. Warum nicht? Übrigens 89% der stillen Multiplikatoren können sich, laut einer Studie, vorstellen, ihre positiven Erfahrungen mit der Marke im Internet zu veröffentlichen.

Unsere Tipps Auf Wiedersehen:

Es ist gut und einfach, Online in Kontakt zu bleiben. Sie könnten Anreize oder Dankeschön Aktionen für positive Erwähnungen anbieten. Fragen Sie doch mal, welche Apps und Plattformen Ihre Gäste nutzen. Bevor ihr jetzt verreist, ist hier noch unsere Präsi „Die Zukunft von Social Media ist jetzt – Eine Reise mit Tipps für Hoteliers“ und die 12 Schritte für Hoteliers. (ursprünglich sollte der Vortrag übrigens Twittern, Bloggen, Posten heissen, wir haben uns dann aber umentschieden)

 

12 Schritte für Hoteliers zum Starten

Wir haben aus dem Vortrag12 Schritte fuer Hoteliers Social Media Start zusammengestellt (pdf).

Thomas Frei vom bernerhof-gstaad.ch

Thomas Frei vom bernerhof-gstaad.ch

Der Hotelier, Thomas Frei, Bernerhof Gstaad, empfiehlt übrigens Startern, innerhalb der bestehenden Positionierung, mit der Sprache des Zielpublikums zu sprechen. Mit Bildern oder Buchstaben. Bei ihm im Hotel ist das Chefsache. Er findet wichtig, dass auf einer Plattform (Facebook/Twitter etc.) immer nur eine Sprache gesprochen wird, klar gekennzeichnet. So wie das auch Schweiz Tourismus in allen Präsenzen, hier das Beispiel in Twitter, der deutschsprachige Account, macht. Thomas sagt:

 

 

„Was es mir bringt, ist schwer zu sagen, es ist wie früher mit den sogenannten Hausprospekten. Wir haben sie verteilt und niemand wusste so recht, wer sie bekommt. Aber sie kommen an. Was ich aber weiss, ist, dass meine vornehmlich älteren Gäste unsere Inhalte vor allem auf Facebook verfolgen. Und die Bilder auf Flickr haben sie auch sehr gerne.“

Das Mini-Interview hab ich übrigens mit ihm via Facebook Direkt Message (Chat) gemacht. Ich kenne ihn nicht persönlich, bin via Social Media auf ihn aufmerksam geworden. Vor Ort am Event werde ich noch schauen, welch gute Inputs es für euch gibt und die dann natürlich verbloggen. Auf den Vortrag Content Marketing von Bernadette bin ich schon heute gespannt.

Wenn Plattformen alle das Gleiche können

Es lag schon länger in der Luft. Twitter, meine favorisierte Plattform, will besser und damit vielleicht austauschbarer werden. Twitter verabschiedet sich von chronologischer Timeline. Das bringt mich gedanklich zum letzten Samstag. Im Unterricht an der ZHAW durfte ich mit Marketing- und Kommunikattionsleuten Social Media Themen besprechen. Dabei half mir ein simpler Gedanke selbst für ein bisschen Struktur.

„Die Plattformen können fast alle das Gleiche“.

Ich dachte, dass ich mich damit schon ein bisschen arg aus dem Fenster lehne. Aber schau mal ein bisschen Anfänger Know-how an:

Was können wir in einer Social Media Plattform tun?

– einen persönlichen Account
– eine Seite
– eine Gruppe (offen oder geschlossen)

Das gilt für Facebook, XING, g+, Linkedin. Twitter ist oft eine Aussnahme. Hier ging es schon immer um Content, zwar „nur“ 140 Zeichen. Aber immer mit Fokus auf den Inhalt, den Moment und weniger auf das „Wer sagt das“.

Die Bekanntschaftsverhältnisse pro Plattform

Leute, die wir kennen treffen wir in
– Facebook
– XING
– Linkedin

Leute, mit denen uns ein Thema verbindet, die gute Inhalte schreiben (Blogger, Journalisten, Microblogger) verfolgen wir in
– g+
– Twitter
– Pinterest

Was kann man mit dem Inhalt tun pro Plattform

– hochladen (bedingt)
– schreiben
– lesen
– Kommentieren
– Teilen
– Liken

Hochladen und Abspielen kann man in Facebook und Youtube (teils laden wir Rechte gleich mit hoch). Bei den anderen geht es dagegen um Links. Für mich war und ist das die Essenz, „alles ist ein Link“. Pinterest, google+ und Twitter stehen quasi Pate dafür.

Die Plattformen werden einander immer ähnlicher

Was ist heute, genau jetzt also der Mehrwert einer Plattform? Unsere Zielgruppe ist (nicht) da ist längst kein Argument mehr und auch, Linkedin ist für dieses und Facebook für jenes gilt für mich nicht mehr. Menschen sind da und haben keine bestimmte Erwartung, schon gar nicht an die Funktionalitäten.  Auch diese sind einfach da und sollten intuitiv nutzbar sein. Oberflächlich gesehen sind sie das auch.

Jeder checkt sofort, dass der Stern in XING gleich dem Like in Facebook ist. In Kursen sehe ich aber oft, dass die eigentlich spannenden technischen Funktionen nicht wirklich bewusst wahrgenommen werden. Warum sehe ich den Inhalt der einen Freundin öfters als die der anderen? Antwort-Zitat „war mir noch gar nicht aufgefallen..“.

„Die Plattform kuratiert für uns.“

Rankings von Inhalten in google verstehen die Leute. Den Effekt in Facebook zu vermitteln, wird schon schwieriger. Vorallem, wie kann man das gezielt für sich selbst und seine Inhalte einsetzen? Denn anders als in google (wo Nutzer passiv sind, also suchen) wollen sie in „ihren“ Netzwerken auch beitragen und ernten (Kommentare, Likes, Anmelden für Events bspw.). Diese Interaktion kann man in fast jeder Plattform bekommen (technisch). Aber in einigen wird man einfach ausgefiltert, wenn man nicht die Mechanismen bewusst nutzt.

Nun ist es seit heute auch bei Twitter offiziell. Man „experimentiert“ und es wird wohl auch hier auf eine Art Edgerank rauslaufen. Wir sehen also kuratierte Inhalte. Nicht etwas von dir und mir kuratiert (empfohlen), nein von der Plattform.

Blogs als Gegengewicht zu Plattformen

Es gab unglaublich viel Diskussion um einen Beitrag vom deutschen Businesspunk, der sich enttäuscht zeigte über die Demokratie im Netz, die keine ist. Soweit müssen wir gar nicht denken, die Stolpersteine liegen schon beim normalen Gehen im Web auf dem Weg. Firmen, Medien, Blogger, normale Webnutzer mühen sich mit der Aufgabe ab, ihren Content sichtbar zu machen. Plattformen Funktionen sind schnell erlernt, aber um Algorithmen nachvollziehen und so die Plattformen sinnstiftend nutzen zu können braucht es oft Berater. Noch sind Blogs das Gegengewicht zu Plattformen, weil Blogs ihre eigenen freien Regeln haben. Die Reichweite stützen Blogger übrigens oft durch Twitter.

Wird Twitter mehr Marketing als Kommunikation?

Flickr schlägt inspiriert ausserhalb vom Newsstream

Flickr schlägt inspiriert ausserhalb vom Newsstream

Den Nutzen von Twitter zu erklären, fand ich schon vorher nicht gerade leicht, obwohl es meine absolute Lieblingsplattform ist. Aber einen Trumpf hatte ich bisher: Twitter ist echt, Echtzeit und jeder ! hat eine Chance, sich einzubringen und gar zum überraschenden Beeinflusser zu werden. Dass Twitter nun behauptet, die Neuerung würde Startern den Zugang erleichtern, verwundert mich sehr. Gelegentlich neue Nutzer vorstellen, das tut WordPress und Flickr schon seit Jahren, ohne deshalb den Newsstream oder gar ein Ranking zu beeinflussen. Für mich deutet das eher auf mehr Marketing hin. Bezahle und du wirst gesehen. Marcus Fischer sagt „wir sind nur humaner Werbewert“.

Vielleicht können die Plattform am Ende wirklich alle das Gleiche

Ob das in jedem Fall ein Mehrwert ist, gilt es noch zu beweisen. Auch, wenn sie für uns filtern, pardon, kuratieren, wird sich erst noch zeigen, ob dies der Sache dient. Ich hoffe sehr, dass ich nicht recht behalte mit der vorlauten Aussage von letztem Samstag. Mir ist lieber, wenn einige (vielleicht neue) Plattformen sich genau dadurch abheben, dass sie jeden Inhalt chronologisch anzeigen und so das Web tatsächlich gleichberechtigt bereichern. Nicht, dass wir doch noch einen austauschbaren Eintopf bekommen, wie es der Herr „die Kehrseite“ ausdrückt. https://twitter.com/Die_Kehrseite/status/506721179244462081 Oder vielleicht läufts doch auf eine einzige Plattform mit allen Funktionen und Netzwerken hinaus?

 

Blogparade Influencer – ein innerer Dialog

Über Marie Christine hab ich die Blogparade von Stefan Evertz von MonitoringMatcher entdeckt. Interessanterweise hat er einen Nachtrag drin, dass selbstverständlich auch Corporate Blogger aufgerufen sind. Das zeigt schon ein wenig, wo wir heute stehen. Corporte Blogger und „echte“ Blogger werden oft gedanklich immer noch unterschieden. Ich mach das auch, finde es aber schade. Denn auch ein Firmenvertreter kann durchaus zum Influencer werden. Aber diese Chance bleibt in der Praxis oft ungenutzt. Ich habe hier eine Art inneren Dialog aufgeschrieben, weshalb ich meine eigene Rolle als Blogger, Firmenvertreter und normalen Webnutzer munter mixe. Ihr mögt mir das nachsehen.

Marie-Christine sortiert das Thema „So findet man Influencer“ in gewohnt souveräner Art. Sie gibt Influencern unter anderem Eigenschaften wie:

  • konsistent interessante Inhalte
  • Impulse
  • bewegen
  • empathisch

Zu firmeneigenen Blogger passt das nur selten. Sorry, falls ich jemanden auf den Schlips trete. Es gibt natürlich löbliche Ausnahmen, aber ich hätte gern mehr davon in der Schweiz.

Meine Influencer

Punktefrau

Punktefrau

Ich hab mir überlegt, wer eigentlich meine Influencer sind. Es sind viele, hier einige davon:

  • Punktefrau aka Christine Dingler, weil sie vertieft nachdenkt und dies teilt
  • Talkabout, ich bin nicht immer seiner Meinung, aber er hilft mir oft, Komplexes zu ordnen
  • Claudia Meier-Biedermann, meine Kollegin in Olten, mit ihr entstehen kreative Ideen bei Offline-Meetings
  • Silvan Hagen, mein WordPress Partner, der Technologie und Kommunikation auf fantastische Art zusammen bringt

 

Mein Verhältnis zum Thema Influencer für die Unternehmenskommunikation

Als ich begann, mich mit den Mechanismen des Internets näher zu beschäftigen, war ich mir sicher, es wird in der Kommunikation (generell) über kurz oder lang mehr Demokratie geben, weniger manipulierende Inhalte, mehr echten Dialog. Zwischenzeitlich dachte ich sogar, mein jetziger Beruf (nennen wirs mal Online Kommunikationsberatung) würde irgendwann aussterben, weil es selbstverständlich würde, offen, authentisch und ehrlich zu kommunizieren. Keinesfalls dachte ich, dass wir uns Reichweite von Unbeteiligten ausleihen würden.

Warum teilt ein Influencer „fremde“ Inhalte?

Wenn ich in Kursen das Thema behandle, ziehe ich gerne den Ansatz von Rand Fishkin (danke Walter) hinzu.

Kurz gesagt, erklärt Rand, warum Influencer/Blogger Inhalte von anderen teilen. Es ist ebenso einfach wie genial und zeigt, dass es eben nicht um den Absender (zum Beispiel eine Firma) geht. Vielmehr teilt ein Influencer den Inhalt von anderen,

Weil er/sie dich oder jemanden persönlich kennt
Weil der Inhalt ihm/ihr dient/schmückt/bereichert
Weil er/sie damit eine grössere Reichweite erzielt
Weil der Inhalt ihn/sie unterstützt bei einem seiner/ihrer Ziele oder Überzeugungen

Das bringt eine nächste Frage in mir auf.

Wohin verschiebt sich das Machtverhältnis in der Kommunikation?

In einer einfachen Logik könnte man sagen. Es verschiebt sich weg von Sendern (die bisher viel Media Budget investierten) hin zu echten Menschen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es sich tatsächlich zu den sogenannten Influencern verschiebt. So wie wir sie definieren gedanklich. Denn wir glauben, Influencer haben dauerhaft einen Einfluss auf andere. Aber schauen wir mal genauer hin.

Inhalte mit grosser Reichweite manchmal von unklarer Quelle

Gerade die aktuelle Entwicklung im Web zeigt, dass sich das Machtverhältnis vom Einflussnehmen (nicht Einflussnehmern) verschiebt. Es sind so viele (normale) Menschen, die inzwischen publizieren, dass es für ebenso normale Nutzer (also Leute die nicht Proffessionell mit Online Themen arbeiten) schwer geworden ist, die Relevanz von Inhalten zu beurteilen. Die Quelle bleibt oft unklar, der Wahrheitsgehalt evtl. auch, besonders bei mehrmals geteilten Inhalten. Wer weiss schon, von wem das lustige Video stammt.

Wo finde ich die richtigen Influencer, wenn ich sie brauche um meine Meinung zu bilden?

Natürlich haben wir google und Edgerank, die für uns vorsortieren, was wir sehen. Aber auch dessen sind sich viele nicht bewusst. Im Gegenzug gibt es ja Reader, mit denen man gezielt Inhalte abonnieren kann. google als absoluter Trendgeber in Web-Fragen hat aber vor gefühlt langer Zeit das Tool eingestellt. Wir nutzen einfach andere Tools zum Abonnieren gewünschter Inhalte Autoren/Medien.

4 Ohren Bildquelle: http://www.sozialpädagogin.at/ha

4 Ohren Bildquelle: http://www.sozialpädagogin.at/ha

Ich abonniere das, wovon ich denke, es entspricht meinem Wunsch nach bestimmten Inhalten. Es bleibt ein Pokerspiel, denn hier mischen sich die Erfahrungen der Person (des Schreibers) mit meinen Erfahrungen (als Leser) Ich verweise kurz auf die verschiedenen Ohren der Kommunikation. Höre bzw. lese ich gerade mit dem Sachohr oder mit dem Beziehungsohr. Hilft mir das bei einer umfassenden Meinungsbildung weiter. Oder wäre es gut, wenn ich nochmals google befrage, bevor ich meine Meinung bilde? Das tue ich und erhalte Inhalte von Influencern.

Von anderen Influencern halt. Im besten Fall vertraue ich ihnen. Vielleicht bekäme ich aber von einem Unbekannten, der vor Ort des Geschehens ist, mehr Aufschlussreiches. Ich stecke also in einer nächsten Frage:

Auf welchem Weg beeinflussen Influencer?

In Facebook und Twitter erhalte ich Inhalte von allen möglichen Quellen, aber vorallem von Unbekannten. Beim Lesen ist mir oft nicht direkt bewusst, ob es ein sogenannter Influencer ist (oder sein muss). Denn aus irgendeinem Grund, sehe ich ja den Inhalt (in Facebook). Interessant daran ist, es muss nicht ein dauerhafter Influencer sein, sondern auch jemand, der einfach im richtigen Moment den richtigen Inhalt produziert oder geteilt hat.
Es gibt also doch noch Hoffnung für die Wahrheit, und dass diese sich auch auf meinen Bildschirm schwingt. Ich hoffe übrigens deshalb, dass Twitter keine Rangierung einführt. So hat jeder mit gutem Inhalt eine Chance, auch gesehen zu werden. Er oder sie können zum kurzfristigen Influencer werden.

In Facebook sehe ich seit einiger Zeit viel weniger „echte“ eigene Einträge von Leuten, mit denen ich dort befreundet bin, stattdessen aber Videos und Bilder von Leuten, die ich nicht kenne. Das Video des älteren tanzenden Mannes wurde 825 000 mal geteilt. Ich kenne weder den Absender, noch den Tänzer. Es ist witzig, ich investiere 3 Minuten meines Lebens, denke, irgendwas wird am Ende noch passieren, eine Auflösung, eine Werbung vielleicht, schliesslich hab ich jetzt schon 1.75 Minuten geschaut. Doch nix, es ist einfach der berührende Tanz im Amateurvideo. Der Absender ist aber eine Art Influencer, er hat Reichweite, ist empathisch usw.

Kommen die relevanten Inhalte tatsächlich zu mir?

Ich denke, es braucht im Moment noch etwas Wissen übers Internet, wenn ich die für mich wertvollen Inhalte sehen möchte. Für mich persönlich kommen Influencer noch nicht automatisch zu mir, auch wenn ich das eine zeitlang glaubte.

Wollen Influencer eigentlich beeinflussen?

Die meisten Influencer, die ich kenne, vereinen all die Eigenschaften, die Marie-Christine nennt Viele Firmen hätten gern näheren Kontakt zu ihnen. Man sucht sich einen Influencer aus, der zum eigenen Thema passt, lädt ihn/sie ein und oft passiert danach nicht viel. Ein paar Tweets, ein Blogpost, aber keine Leidenschaft, weil es ein Deal bleibt. Im besseren Fall handeln Verantwortliche von Firmen langfristige Möglichkeiten der Zusammenarbeit und zwar nur mit einzelnen Influencern aus.

Nun doch noch ein Vorschlag für Unternehmen

Einige Fragen sollten Firmen für sich beantworten und den Sinn von Influencer Relations prüfen. Von wievielen Dingen Firmen kann ein einzelner wirklich begeistert sein? Bei mir sind es vielleicht 10, wenn ich länger nachdenke, schaffe ich sicher auch mehr. Aber will ich diese Leidenschaft als Blogger immer kundtun?
Vielleicht müssen Firmen die Influencer gar nicht ausserhalb ihrer üblichen Kommunikationskreise suchen. Wie wärs mit Mitarbeitern, bestehenden Kunden und Partnern, denn sie haben das Wichtigste. Sie mögen die Firma/das Produkt tatsächlich und man muss die Reichweite, Sympathie und Aussagekraft von anderen womöglich gar nicht ausleihen.

Ok, das war diesmal ein Beitrag mit vielen offenen Fragen, und Gedanken, keine fertigen Tipps. Aber sicher habt ihr gute Erfahrungen mit Influencern oder Antworten, Ideen, die über ein Event hinausgehen. Ihr seid wie immer, <3lich willkommen.