Twitter am Offline Event SEF 2015

Letzte Woche war zum 17. mal das legendäre SEF in Interlaken. Ich bin immer noch völlig begeistert von den zwei Tagen. Sie waren vorbei wie nix. Persönlichkeiten wie

  • BR Sommeruga
  • Sergio P. Ermotti
  • Überraschungsgast Chordokowski (durfte nicht aufgezeichnet werden)
  • Severin Schwan und
  • sogenannte Querdenker, die teils schlichte Lebensweisheiten verkündeten in einer gut gemachten Unterhaltung. Pofalla (Deutsche Bahn) war übrigens nicht da (natürlich wurde darüber gewitzelt, wegen der aktuellen Strikes)

Aber die Leute, die mich mit Ihrer Präsenz und Worten wirklich berührt haben, waren
Roy Bunker „Live simply, so others can simply live.“ mit Meagan Fallone, beide Barefoot College, und  Ratan Naval Tata | Chairman Tata Group. Meine Liebe zur indischen Kultur und Philosophie lässt sich nicht verleugnen. Was diese Menschen mit Bescheidenheit und Herzensbildung geschafft haben, ist einfach un-glaub-lich.

Hier noch der Link zum Interview mit Ratan Tata, der zur Krönung von Alt-BR Adolf Ogi den Live Time Award bekam. Ich verstehe nun, warum er in der Schweiz so verehrt wird btw.Hatte Gänsehaut und teils auch Tränchen (die ich natürlich souverän weggedrückt hab). Was mir aber echt aufgefallen ist. Nahezu in jedem Vortrag (auch dort wo nicht so erwartet) fielen die Worte:

  • Herz
  • Menschen
  • Vertrauen
  • Zusammenarbeit
  • Flexibilität

Dabei ging es eigentlich um Simplification. Diese angestrebte Vereinfachung einer Komplexität hab ich nicht direkt mitnehmen können. Aber vielleicht hab ich das ja schon durch meinen privaten Umzug vor ein paar Tagen geschafft. Weniger Dinge zu besitzen, fühlt sich sehr friedlich und einfach an.

Vielleicht sind es ja tatsächlich die menschlichen Werte,
die der Wirtschaft ebenso gut tun? frag ich mich…

In offizieller Twitter Mission

Na jedenfalls, war ich Dank Kusito im Einsatz für den offiziellen Twitter Account des SEF. Wir haben vor Ort Zitate geschnappt und live getwittert. Fragen entgegen genommen, die eigentlich hätten in die Moderation einfliessen sollen. Das lief noch nicht 100%ig. Aber insgesamt wars einfach eine Wahnsinnserfahrung, einmal in einem weniger online affinen Umfeld (so heissts) etwas zu tun, was für uns selbstverständlich ist. Neben mir sass ein Teilnehmer CEO (natürlich), der mich fragte „Jetzt hab ich extra für eure Inhalte einen Twitter Account eröffnet, sehe aber nur die Inhalte von den Leuten denen ich folge“. Für mich ein gutes Learning.

Gib statt dem Hashtag einfach den Hashtag Link raus.

Das sieht dann zum Beispiel so aus. https://twitter.com/hashtag/SEF2015. Dann können die Leute einfach mit dem Browser kucken. Weitere Learnings kommen noch, wenn wir alles verarbeitet haben.

Tweet-up am SEF

Suzy LeVine, US Botschafterin mit Twitteraccount

Suzy LeVine, US Botschafterin mit Twitteraccount

Es gab natürlich noch mehr coole Leute, die sich einfach nur beim Apéro (oder Tweet-up) getroffen haben. Die US Botschafterin Suzy LeVine, der Vorzeige Gründer Christian Hirsig, die Nominierten der SEF Awards, wie Michael Schranz von Appswith love (sein Blogpost zum SEF) .

Rahel mit Obertwitterer Kusito

Rahel mit Obertwitterer Kusito

Die SRF sympathischen Journalisten Rahel und Moritz waren auch da und haben Kusito gleichmal den Übername Obertwitterer verpasst. Ihre Radio-Berichte über das SEF und das Tweet-up könnt ihr nachhören. Ja wir können offline noch mit einander reden. Lustig, dass gerne die Anzahl Twitterer erwähnt werden (also wenig) die aber für Websitebesuche, Erwähnungen der Referenten, Veranstalter und zwei Tage lang für Trending Topic #sef2015 gesorgt haben. Und hey, Rahel. Ein Geek ist ein Mensch, der ein Vorreiter in Online Fragen ist, das Web vernünftig (also zumindest ausgeschöpft) nutzt und kein Streber. So.

Alle Sessions vom SEF 2015 zum Nachkucken

Nachträglich kann man auf der Website vom SEF alle Sessions nachsehen und -hören, das ist ein echter Geheimtipp. Schaut mal rein.

Zusammenfassung Vortrag S. Schwan

Zusammenfassung Vortrag S. Schwan

Und ein frecher zeichnender Zusammenfasser hatte auch seine Show, brachte so manches (alles?) treffsicher auf den Punkt.

PS: Die Frage nach der Relevanz von Twitter wurde mir oft gestellt. Ich mag darüber eigentlich nicht mehr debattieren. Twittere oder lass es bleiben.

PPS: Dankeschön an das SEF Team für die inspirierenden Vorträge und eine herausragende Organisation. Bis zum Koffer-Transfer fürs Team war an jedes Detail gedacht. Alle Achtung. Und natürlich Kusito, dass ich überhaupt dabei sein durfte.

 

Liste Corporate Blogs in der Schweiz

Update 01.02.2018: ich aktualisiere die Liste mit den Schweizer Corporate Blogs fortlaufend, aber nicht aktiv, aber wenn mir jemand den Hinweis gibt. Seit also bitte nicht schüchtern, meldet mir eure Blogs oder welche, die ihr kennt, via Mail, Chat oder als Kommentar. Ich ergänze sie gerne.

Update 21.07.15: Angefangen hab ich diese Liste mit etwa 60 Blogs. Immer wieder kommen Einträge von euch dazu. Dankeschön dafür. Ihr seid Schätze. Ich hoffe, die Liste hilft Verantwortlichen beim Starten oder auch nur zur Inspiration.

Schon seit längerem sammle ich für Workshops Beispiele von Schweizer Corporate Blogs. Da ist inzwischen ein kleiner Schatz – na ok, sagen wir Schätzchen – zusammen gekommen. Es hat sich einiges getan in der Schweiz in Sachen Blogs. Es gibt viele tolle Beispiele. Ich dachte, ich teil mal mit euch die Liste, vielleicht könnt ihr sie auch gebrauchen und selbst ergänzen (inzwischen geschlossen, weil ich zu viel hinterher räumen musste.)



Link zum google Spreadsheet:
Die Liste ist aktuell alphabetisch geordnet, die Sortierung mach ich regelmässig neu, wenn neue Einträge dazu kommen. Du kannst einfach Editierrecht anfragen. Ich musste dieses für alle irgendwann leider zurück nehmen.

Habt ihr noch weitere Blogs aus der Schweiz,
die auf der Liste fehlen?

Dann ergänze sie bitte direkt im google spreadsheet, oder kommentiere den Link, dann mach ich das für dich. So entsteht eine Liste, die ständig wachsen kann und wo sich besonders Firmen, die neu mit einem Blog starten, inspirieren lassen können. Kopieren der Liste ist nicht nötig, da sie öffentlich publiziert ist.

Dankeschön an Justina Grund, die einige Blogs aus der Sammlung von xeit aus 2013 eingetragen hat.
Nachtrag 01.03.18: Corporate Blogs aus Deutschland im Ranking bei t3n

Mehr zum Thema Corporate Blogging gibt es hier immer wieder. In der Praxis fokussiere ich mich aber kaum noch losgelöst auf Blogs sondern auf gesamte Online Kommunikationskonzepte.

Vortrag: Vom BlaBla Dialog zur Performance Marketing Plattform Facebook

Billige Nobrain-Postings bringens nicht. Startet Thomas Hutter gleich mal sein Referat mit Beispielen an der Social Media Konferenz.

nobrain post Beispiele

nobrain post Beispiele

Warum es eigentlich in Facebook geht

Inhalte von Unternehmen stehen in einem riesigen Wettbewerb mit Beiträgen von Freunden. 80% aller Post kommt aus privatem Hintergrund. 1500 Stories pro Tag werden auf ca. 180 reduziert (pro User). Normale Leute haben durchschnittlich etwa 18 Seiten geliked und 180 Freunde. Demgegenüber würde ein Profi wie Thomas ca. 125000 BEiträge sehen.

Es wird immer weniger gezielt gesucht, sondern gefunden über Netzwerk-Plattformen in einem Newsfeed. Eigentlich verbringen die Leute mehr Zeit auf Websiten aber nicht durch ansurfen. Menschen greifen 100 mal am Tag zum Handy, öffnen davon 14 mal Facebook. Mit Facebook erreicht man mehr Leute in der Schweiz als alle TV Sender zusammen. Oha.

Das heisst auch, Unternehmen agieren in einem hochbriviligierten Context. Sie stehen im 1:5 Verhältnis zu privaten Inhalten.

FB Nutzungszahlen in der Schweiz (Thomas Hutter)

FB Nutzungszahlen in der Schweiz (Thomas Hutter)

Thomas hat seinen Vortrag bereits publiziert. Wen überraschts?

Auch hier geht es um Relevanz

Also geht es um relevante Inhalte + Targeting  = Marketingergebnis. Wenn der Inhalt relevant ist für die Zielgruppe, wird der Preis für bezahlte Reichweite günstiger. In FB kann man Menschen mit einer Genauigkeit von 38% erreichen und die durchschnittliche Reichweite ist 92 genau.

Dann zählt Thomas die vielen reinen Marketingmöglichkeiten von Facebook auf. (die übrigens rechtlich nicht so heikel sind in der Schweiz wegen Datenschutz, Hashing sind keine sogenannten Personenbezogene Daten)

Das ungenutzte Potenzial in Facebook sieht Thomas hier:

  • CRM und Retargeting, die besten Kunden auf Facebook ansprechen
  • Lookalike Audience
  • Link ads
  • Multi Product ads (mehrere Links)
  • dynamische Product Ads (an Leute, die ein Produkt angeschaut und nicht gekauft haben)
ungenutztes Potenzial (Thomas Hutter)

ungenutztes Potenzial (Thomas Hutter)

 

Das abschliessende Zitat von Thomas gefällt mir sehr gut. „Wir bewegen uns immer weiter weg vom Bespassungskanal. Nur Dialog kombiniert mit Marketing Möglichkeiten von FB.“

Weitere Einblicke in den Vortrag von Walter Schärer im Blog.

 

 

 

Vortrag: geplante „unternehmenseigene“ Themen Community von Mammut

„Ciao Su, Sorry, wir sind hier gewaltig unter Druck und ich bin froh, schaffe ich es überhaupt an die Konferenz.“ schrieb mir Peter Erni, Social Media Manager bei Mammut. Aber der wunderbare Peter brachte es nicht übers Herz, mir meine Fragen nicht zu beantworten. Riesen Dank dafür. Wärhend er in Aktion ist auf der Bühne werde ich den Beitrag hier noch ergänzen.

Vortrag: Gegentrend Facebook: Die unternehmenseigene Community

Peter Erni, Mammut, spricht heute an der Social Media Konferenz Schweiz in Zürich über die geplante Community bei Mammut. Die wird nicht auf Facebook oder g+ sein, sondern mit eigener URL und so. Er nennt es sogar einen Gegentrend zu Facebook im Referatstitel.

Ein Thema, das gefühlt seit Facebook kaum noch zu funktionieren scheint, ausser man heisst IBM. Dem wollte ich ein bisschen auf den Grund gehn. Ich hab Peter also im Vorfeld zu der geplanten Communtiy (Plattform) befragt. Diese ist erst in Arbeit, und wird erst im 2016 (!)  live gehen. Aber der Blog mit lokalen Subblogs startet dieses Jahr noch. Schade, ich hatte gehofft, hier schon etwas zu sehen. Aber Peter zeigt als Beispiel die „I Love Climbing“ Community, wo wir auch schon einiges an Trends erkennen können.

Achtung I Love Climbing ist nicht die Community von Mammut, diese wird erst noch entwickelt und startet im 2016.

Home der Plattform I love climbing

Home der Plattform I love climbing

Die Plattform scheint auch ein comerzielles Ziel „The website climbing.ilooove.it is operated and managed by ilooove.it S.A., a company to be incorporated under the laws of Belgium, represented by Gaylord Roukine. These terms of service governs the access to and use of ilooove.it’s website, products and services. By accessing or using our products or services the user agrees to be bound by these terms.“ auch wenn ich das noch nicht ganz durchschaue.
Sie und hat übersichtliche Funktionen. Einloggen geht mit Facebook Account, da muss ich wieder alle möglichen Daten freigeben, aber auch mit einem eigenen Login, das ich immer bevorzuge. Heutzutage werden Accounts ja immer hack-barer wenn wir immer mit bestehenden Accounts einloggen. Also die Climber können hier

  • Bilder hochladen, bewerten, teilen (auch ausserhalb)
  • Pic of the day wählen
  • Stories rund ums Klettern lesen und schreiben, kommentieren, bewerten
  • explore Bereich (die Karte mit der Frage „wohin willst du hat vermutlich dank Geodaten noch grosses Potenzial in Zukunft. A

Sponsoren bzw. Partner der Plattform

Sponsoren bzw. Partner der Plattform

Als Partner sind sagenhaft 48 Firmen aufgeführt, unter anderem Mammut, The North Face, Adidas Outdoor… Es scheint also ein lukrativer virtueller Ort für Marken rund ums Klettern zu sein. Alexa Ranging gibt mir 568’000 Besucher (allerdings 200 000 weniger als im Vormonat) an. Die meisten kommen aus USA und Deutschland (!) Top Keyword ist Bimal Nagar und dritt wichtigstes Keyword Peugeot (warum auch immer?). Aber hier jetzt erstmal ein paar Insights von Peter.

Ist das Thema Community neu oder nur neu formiert?

Peter: Themenfokussierte Communities sind natürlich nichts Neues, aber dass sie sich in eigenstehenden Communities (also mit eigener Plattform/Sortware) und nicht in Gruppen auf Facebook oder Google+ etc. organisieren schon eher. Respektive dass eigenstehende, themenfokussierte Communities wie I Love Climbing einen grossen Zuwachs an Fans haben und sich sprunghaft grosser Beliebtheit erfreuen, das ist auf jeden Fall neu.

Was ist „I Love Climbing“ genau?

Eine, unter Kletterern sehr beliebte Plattform, um Bilder aber auch Kletterrouten unter Gleichgesinnten auszutauschen.

 

Hast du Ideen oder Erfahrungen was man tun kann, wenn man diesen berühmten Tick zu spät ist und es bspw. bereits eine g+ Community zum Thema gibt?

Ich befürchte es gibt bereits eine Community für alles und jedes Thema, wir sind also so gesehen alle zu spät. 😉 Ausnahmsweise sehe ich hier jedoch die Qualität, Glaubwürdigkeit und Relevanz einer neuen themenfokussierten, eigenständigen Community als entscheidend und nicht, ob es bereits zu diesem Thema irgendwo ein Forum oder eine Gruppe auf einer der grossen Social Media Seiten gibt.

Jedes Unternehmen hat in seinem Corebusiness Informationen, Stories und Experten von unschätzbarem Wert für Menschen aus der jeweiligen Branche oder Szene. Das gilt für eine Zementunternehmen genauso wie für Mammut.

Wer kann einem hier also den Rang ablaufen? Wahrscheinlich eher die Konkurrenz, als eine Gruppe/Page auf Facebook.

Was braucht es, damit so eine Gruppe wirklich zum Fliegen äh Klettern kommt?

Grundlegend sind natürlich die üblichen und in der Zwischenzeit wohlbekannten Social Media Funktionen wie „Like/Comment/Share/ usw.“ die man von Facebook und all den anderen Plattformen kennt. Das sind technische Hürden die mit einem kompetenten Partner, wie zum Beispiel Lithium, gut zu meistern sind. Entscheidend für den Erfolg einer unternehmenseigenen Community scheinen mir darum die folgenden drei Punkte:

1. Der Fokus:

Es braucht einen klaren Fokus und dieser muss auch sofort ersichtlich sein. Das will heissen, dass Besucher wissen, was sie erwartet und weshalb sie wieder zurückkommen sollen/wollen. In diesem Falle eben nicht der grosse, undurchdringliche Normalo-Facebook-Brei, sondern Expertenwissen, Stories zu passenden Themen.

2. Die Mitglieder:

Grundlegend entscheidend sind auch die Leute, welche in dieser Community anzutreffen sind. Bei den Fans hat man da wenig Kontrolle, doch wenn es zu Mitarbeitenden, Aussendienstlern, Partnern usw. kommt, tun sich viele Möglichkeiten auf, um diese nicht nur miteinzubeziehen, sondern zu einem Teil dieser Expertencommunity werden zu lassen.

3. Das weitere Angebot:

Die wirklich erfolgreichen Communities (wie z.B. Steam – unbedingt Software installieren), bieten neben der Community ein dementsprechendes weiteres Angebot oder bauen die Community gar um dieses Angebot herum auf. So kann man bei Steam nicht nur die aktuellsten Games erwerben, sondern auch darüber sprechen und vice versa. Für Mammut wäre das dann wohl der eigene Online Shop, der sich ebenfalls in Arbeit befindet.

Was hat Mammut davon, wenn so eine Community „unternehmenseigen“ ist, also was war euer wichtigstes Ziel mit dem Projekt im 2015?

Während sich die sogenannten externen Social Media Kanäle hervorragend als Sprachrohr/Megafon eigenen, um kurze Nachrichten abzusetzen und zu informieren, eignet sich eine unternehmenseigene Community in erster Linie zur gezielten Kundenbindung. Wenn wir also unsere „alten“ drei Social Media-Hauptziele anschauen findet eine Verschiebung statt:

  • Externe Social Media Kanäle: 1. Brand awareness/desirability, 2. Customer relation/care, 3. Sales
  • Unternehmenseigene Community: 1. Customer relation/care, 2. Sales, 3. Brand awareness/desirablity

Muss man auf bestimmte Dinge besonders achten? Gibt es Fettnäpfe?

Es klingt doof, wenn ich sage: „die üblichen“. Aber in erste Fettnäpfchen sind wir bereits getreten und es sind in der Tat keine neuen. An erster Stelle, und da haben wir soweit sicher richtig und gut gehandelt, steht für ein Unternehmen wie Mammut die Wahl des richtigen Partners im Vordergrund. Wir sind kein IT-Unternehmen und sind darum keine Spezialisten im Bereitstellen von Social Media-Netzwerklösungen. Dann ist da das leidige Thema mit den Ressourcen. Ohne diese geht auch hier nichts, angefangen in der Konzeptionsphase über die Umsetzungsphase bis in die Promotionsphase und schliesslich beim Unterhalt. Hier ist ein ernstzunehmendes Budget für Personal wie auch Bewerbung und Promotion nötig. In der Community soll sich ja niemand geringeres als die Kernzielgruppe bewegen.

Wird es deine Präsi in Slideshare geben, gibt es sie schon?

Ich werde viel erzählen und auf den Slides nur das Nötigste zeigen. Die Präsentation ist also nicht gerade selbsterklären 😉 … wenn das aber gewünscht ist, kann ich die Präsentation auch noch auf Slideshare stellen.

Nachtrag, das Handout von Peter

 

Dankeschön, lieber Peter, für deine ehrlichen Antworten. Ich finde es grossartig, was ihr da aufbaut und wünsche euch gutes Weiterklettern.
Und hier sind die Aussagen zum Vortrag. Wow.

Mehr zum Themencommunities gibts in meinem Post über Social Media Women Schweiz.

Vortrag: Plattformen Beyond Facebook und deren Nutzung

Thomas Mauch spricht heute an der Social Media Konferenz Schweiz über ein, wie ich finde, spannendes Thema. Ihr kennt das, in Firmen sagt man die Worte Social Media und alle antworten mit Facebook. Wenn ich Content Strategien mit meinen Kunden entwickle lege ich auch gerne die Funktionalitäten (in chic: Features genannt) der Plattformen zugrunde. Klar kann Facebook fast alles auch gebündelt. Aber: Facebook, Linkedin und auch g+ sind Plattformen, die auf Netzwerken basieren. Viele andere Plattformen wie Instagram, Pinterest, Youtube sind Contentbasierte Plattformen und entsprechend liefern sie auch Vorteile mit, die die Netzwerk-Plattformen nicht so gut können.

Ich hab also Thomas ein paar Fragen zu seinem Vortrag gestellt und er war sogar so nett, mir sogar sein Handout zu geben Da diese an der SoMeKonferenz leider nicht an einem einzigen Ort zur Verfügung stehen, möchte ich sie euch gerne hier ebenfalls teilen. (pdf 10 MB) Nachtrag: Thomas hat das Handout auf Slideshare geteilt. (siehe unten)

Thomas startet mit ein paar Zahlen, die für sich sprechen

 

Wachstum von Apps und Plattformen

Wachstum von Apps und Plattformen

Danach kommt er schnell zum Punkt und geht ein auf

Hier geht es Thomas vorallem um Influencer (Beeinflusser) und eine echte Beziehung zu ihnen.

  • Pinterest
  • Snapchat
  • Whatsapp

Hier empfiehlt Thomas das Augenmerk auf Content und Content Distribution zu legen.

  • Yo (Bemerkung von Su: auf den Use Case bin ich gespannt)
  • Meercat (stream live Video mit Twitter)

Thomas nimmt noch ein paar Trends auf, wie promoted Pins (Pinterest) big Date und Payment in Apps. Hier ist das Interview mit ihm:

Welche Plattform wird am meisten unterschätzt (kann man das so sagen?)

In vielen Unternehmen sind das tatsächlich noch die „etwas langweiligen“ Business Networks wie Xing und LinkedIn. Viele Unternehmen verpassen es, dort eine unternehmensweite Strategie umzusetzen. Was insofern schwierig ist, als es „jeden“ Mitarbeitenden dafür braucht – das lässt sich nicht zentral aus der Kommunikationsabteilung steuern.

Manche Firmen haben sich immer noch nicht mit dem Budget für die Online Kommunikation angefreundet (das Vorurteil von gratis Reichweite) Was rätst du ihnen?

Ich gehe heute von einer Verteilung 50:50 aus: Was man in Content-Produktion investiert, sollte man für die Distribution / Promotion der Inhalte budgetieren.

Thomas Mauch, TinklaWelche Grössenordnung nimmt in einem typischen Projekt bei Tinkla die Content Produktion ein?

Ganz grob geschätzt würde ich sagen: 20% Strategie, 40% Content-Produktion, 40% Distribution / Promotion. Bemerkung von Su: Spannend bei mir ist es etwa 40% Strategie, 20% Ausbildung, 20% Content Produktion und 20% Distribution.

 

 

Nach welchen Kriterien wählt ihr gemeinsam mit euren Kunden die Plattformen aus? Hast du ein Beispiel?

Grob gesagt sind es drei Fragen:

  • Ist meine Zielgruppe dort?
  • Erwartet meine Zielgruppe meine Inhalte / Themen dort?
  • Unterstützen die Interaktionsmöglichkeiten (Conversion) der Plattform meine Marketing-/Kommunikationsziele?

Was ich damit meine: Vielleicht sind die Leute meiner Zielgruppe auf Facebook, aber sie erwarten bzw. möchten dort meine Inhalte nicht lesen – dann ist es die falsche Plattform. Und je besser eine Plattform die Conversion unterstützt (Twitter Cards, als Beispiel), desto besser für mich.

Hast du einen special Tipp von dir persönlich?

Beziehungen zu Influencern im Netz aufbauen. Vielleicht wird das wichtiger als die grosse Masse meiner Kunden zu erreichen.

Danke Thomas, für deine Zeit, mir ist klar, das ein neues Unternehmen zu etablieren, wie ihr es mit Tinkla gerade tut viel Aufwand bedeutet. Umso mehr. Danke und viel Erfolg.

Thomas hat das Handout jetzt auf Slideshare geteilt.

 

Zur gesamten Social Media Konferenz Schweiz, haben übrigens Schwede und Schwede den Social Hub produziert. Sehr cool. Da müsst ihr mal reinkucken, was alles so publiziert und kommentiert wurde.

https://smm15.cooa.la/brands/2195/33/

Besser Bloggen – 6 Tipps, damit der Corporate Blog kein Selbstgespräch wird

Der ultimative Blogpost kann, ja was eigentlich? In einem Workshop letztens wollte ich einen perfekten Blogpost (für den Corporate Blog) präsentieren. Ich kam ein bisschen auf die Welt, wie Herr und Frau Schweizer so schön sagen.

Ich habe als Leser versucht an einigen Corporate Blog-Beiträgen herauszufinden, was das eigentliche Ziel dahinter ist. Früher dachte ich immer, nur der Blog braucht diese Phase der Zieldefinition dringend. Die Inhalte sind ja dann logischerweise entsprechend darauf ausgerichtet. In der Praxis zeigt sich aber, dass das gar nicht so ist. Viele schöne Beiträge über Events, News und auch über einen Mitarbeiter, der einen tollen Abschluss an einer Hochschule hingelegt hat. Super, damit wird schön die Kultur transportiert. Sagen wir mal aus der Ferne, das passt zu einem HR Blog. Ein Blog der zum Ziel hat, Menschen auf das tolle Team aufmerksam zu machen Menschen, die den Beitrag tatsächlich finden, zu zeigen, wie es in der Firma aussieht. Aber das ist das kleine 1×1 und keine Strategie um sich mit einem Corporate Blog wirklich hervorzuheben. Dafür braucht es: Mehr Wert bieten als reines berichten.

Ich habe mal 6 konkrete Merkmale für besseres Bloggen herausgearbeitet:

1. Die innere Haltung des Autors

Sinnbild für innere Haltung. Hier ist es eine flexible Körperhaltung

Sinnbild für innere Haltung.

Zuerstmal denke ich, es geht nicht um den Text ansich, sondern die innere Haltung des Autors. Diese wird, bzw. sollte sogar sichtbar werden. Sie wird bewusst und unbewusst vermittelt. Die Textsorte Blogpost ist anders als ein Fachartikel. Beim Bloggen geht es immer um die Menschen. Derjenige der schreibt zeigt seine Persönlichkeit. Ein schönes Interview dazu mit Bloggerin Pony M hab ich gestern entdeckt.

Es müssen also nicht die Kommunikationsverantwortlichen bloggen, sondern die Leute, die etwas zu sagen haben (Nicht aus Hierarchischer Sicht). Ok, ich sags jetzt, obwohl ich denke, du brauchst das nicht. Es ist gut andere Blogs zu lesen. Niemand käme auf die Idee ein Buch zu schreiben, ohne eins gelesen zu haben. Blogger sind auch eine Community für sich und lernen voneinander. Und natürlich geht es auch um denjenigen der liest. Besonders ist hier, dass der Leser nicht auf einen Nur-Leser degradiert werden sollte. Schöner ist, wenn mich ein Schreiber direkt mit seiner Leidenschaft ansteckt, mit auf seine Sichtweise einlädt. Wenn jemand aber zum Bloggen in der Firma verdonnert wird, wird die innere Haltung (Pflichtgefühl) sichtbar. Diese ist dann alles andere als ansteckend oder einladend.

2. Den Leser zum Dialog einladen

Manche Beiträge, die ich mir angesehen hab, gleichen einem Selbstgespräch. Doch dann gibts keine Anwort und keinen Spass.
Wenn du es schaffst, dass eure Autoren eine ehrliche Meinung, Idee oder ihr Wissen teilen, hast du schon einen grossen zwischenmenschlichen Schritt auf die Dialogpartner (Leser) zu getan. Er oder sie hat etwas davon, wenn er den Blog besucht. Als Beispiel fällt mir ein lebhaftes Gespräch zwischen zwei Menschen ein. Der eine inspiriert den anderen und sie entwickeln zusammen Neues. Und es gibt auch kein am Ende noch schnell hingeworfenes „Und wie findet ihr das?“.
Wenn ein Blogpost also Impulse gibt, werden andere auch zuhören, kommentieren oder den Beitrag in ihrem Netzwerk teilen. Wer teilt, schreibt in der Regel ein paar persönliche Worte dazu – hey, das ist auch ein Kommentar. Schreibe also so einladend wie du in einem Gespräch bist.

Beispiel Blogger Benno Weber

Benno ist einer der Corporate Blogger bei Swisscanto. Typisch im gesamten Blog, es wird immer eine eigene Meinung vertreten und meistens echter Mehrwert geteilt. In diesem Beitrag ‚Rendite? Nicht mit uns!‘ rüttelt Benno zu Beginn sehr mutig auf (ich find es sympathisch-frech) und holt den Leser anschliessend sofort wieder ab. In meinem Kopf findet ein Gespräch mit Benno statt, ich lese nicht einfach nur einen Bericht.

Benno Weber über Rendite im blog.swisscanto.ch

Benno Weber über Rendite im blog.swisscanto.ch

3. Reden wie im wahren Leben

Bleiben wir bei dem persönlichen Gespräch als Metapher. Mündlich lassen wir ja auch mal einen Gedanken weg, weil der andere mitdenkt. Ich spreche mein Gegenüber mit dem Namen an oder erwähne andere Personen, die vielleicht meine Ansicht nicht teilen. (Es müssen ja nicht immer nur Befürworter herhalten). Ich rede (hoffentlich) auch nicht immer nur von mir.  Meistens duze ich die Leute zu schnell. Aber ich sag wenigstens nicht „man“. Mancheiner beherrscht sogar die Kunst, Bilder in Köpfen entstehen zu lassen. Solche Momente sind seltene Highlights des Alltags.

Wenn jemand eine Beziehung herstellt im Gespräch, mag ich das sehr. Kennt ihr die Werbung, wo einer nach dem Weg fragt, ein anderer erklärt ihn aber der Fragende kuckt einfach in eine andere Richtung? Sowas machen wir im Dialog nicht. Also lasst das auch beim Bloggen sein.

4. Mut zu Relevanz tut gut

Wenn wir über einen Smalltalk (vgl. Facebook Post?) hinaus möchten, brauchts manchmal mehr Worte. Online heisst nicht automatisch kurz. Online ist präzise und wertvoll. Relevanz ist hier ein schönes Modewort, das sich schwer erklären lässt. Es geht um den Augenblick und wie das Gegenüber zum Thema eingestellt ist. Google bewertet Inhalte aus den Augen der anderen. Irgendwie bin ich froh, das damit die ganze SEO Kunst massiv verändert wird. Bekommen die Leute was sie wollen, bleiben sie. Dann findet das auch google gut.

Hier ist es wieder ein Vorteil, wenn Fachspezialisten selbst schreiben. Denn sie wissen einfach mehr, sind glaubwürdiger. Sie haben oft auch Mut zu Inhalten, die dem Leser konkret etwas bringen. (Was wiederum auf die Ziele einzahlen kann).  Manche Fachleute sind sogar gewöhnt, ihr Fachgebiet mit einfachen Worten zu erklären. Ah, das erinnert mich: Einfach darf die Sprache sein in einem Blog. Wenn ich mir vorstelle, wieviele Blogs ich im Zug am Handy lese, bin ich dankbar, wenns eingänglich geschrieben ist.

Beispiel von Blogger Jürg Stuker

Ok, Jürg ist sowas wie der Yoda unter den Corporate Bloggern. Immerhin hat er mich inspiriert vor 8 (jesses) Jahren. Also darf ein Beispiel von ihm nicht fehlen. Jürg gelingt es immer wieder, Wertvolles zu teilen und so, Kunden und Mitarbeiter zu fesseln, pardon zu binden heisst das wohl. Sein Beitrag ‚Kann Wachstum Sünde sein?‘ zeigt soviel „Geheimes“ wie selten in Corporate Blogs zu sehen ist.

Jürg Stuker über einen Vortrag im blog.namics.com

Jürg Stuker über einen Vortrag im blog.namics.com

5. Highlights für den Corporate Blog

Entdeckst du ein Thema, das sich als besonders wertvoll zeigt im Corporate Blog, kannst du es zusätzlich in verschiedenen Formaten wieder aufbereiten. Zum Beispiel kann aus einer PowerPoint-Präsentation später ein Podcast oder ein Interview werden. So bietest du verschiedene Nutzungvarianten. Vorallem gehts mir aber um die regelmässigen Highlights. Du könntest zum Beispiel neben „Butter und Brot“ Beiträgen regelmässig richtige Kracher einplanen. Die brauchen dann auch etwas mehr Aufwand und Ressourcen. Na und?

Und das wisst ihr, liebe Leser, natürlich:
(sogenannt) Verschenktes Wissen bleibt zusammen mit deiner Quelle sicht- und vor allem nutzbar. Das ergibt einen sicheren Wert, der auf die Marke, die Firma oder die Person einzahlt.

Beispiel Blogger Frank Schmiechen

Ok, das ist nicht gerade ein Corporate Blog. Frank Schmiechen schreibt über das neuste Buch von Gunter Dück und erreicht mich als Leser. (geteilt, kommentiert, Buch bestellt.) ‚Dümmer als die Polizei erlaubt‘ vereint viele Finessen des Bloggens. Auch hier Mut zu umgangsprachlichen Worten, die jeder vertsteht und natürlich der wertvolle Inhalt. Die Strategie bei gruenderszene.de ist allerdings, ständig Highlights zu bringen. Als Firmen Blogger sind wir schon froh, wenn wir wenigstens gelegentlich solche Highlights haben. Planen wir sie also realistisch und zum richtigen Zeitpunkt ein und nutzen sie dann entsprechend intensiv.

Blogpost von Frank Schmiechen, gruenderszene.de

Blogpost von Frank Schmiechen, gruenderszene.de

6. Was ist der sechste Tipp?

Ich hab keine Ahnung, warum ich im Titel von 6 Tipps geschrieben habe. Vielleicht hatte ich die leise Hoffnung, du hättest noch einen? Was machst du für mehr Gespräch im Blog?

 

 

 

 

 

So das wars erstmal mit Tipps zum besser Bloggen. Dieser Blogpost gehört zu einer Serie „Besser bloggen“

  • Besser Bloggen – Texten eines guten Blogposts (coming soon)
  • Besser Bloggen – Corporate Blogs in der Schweiz (coming soon)
  • Besser Bloggen – mit internem oder externem Team (coming soon)

PS: Jetzt hätt ichs fast vergessen. Heute ist ein Beitrag in der Computerworld erschienen. Ich durfte etwas zu Corporate Blogs schreiben. Hier gehts zum Beitrag Ein Blog ist kein Selbstgespräch 😉
Und hier ist noch mehr über Blogs.

Komm in die Community – und was bekomm ich?

Der wunderbare Ranga Yogeshwar brachte es ans Licht. „Es müssen immer mehrere sein, die andere Informationen haben als die anderen“. In einem Experiment wies er zusammen mit dem Wisschenschaftler Jens Krause nach, wieviele Leute es braucht, eine Gruppendynamik zu verändern. Bei 10% von der Menge funktionierte es ganz leicht.

Ein Auszug: „Leader“ heissen sie in der Versuchsanordnung. Doch nicht immer werden sie dem Begriff gerecht. Nichts passiert, als es nur fünf Teilnehmer sind, die ausscheren. Schnell vereinsamen sie, und der Schwarm zieht weiter seines Weges. Bei zehn anders Informierten funktioniert das Mitziehen leichter. Der Schwarm löst sich aus der Kreisform und schiebt sich in eine neue Richtung. Bei 20 Ausreissern ist es überhaupt kein Problem mehr. Sie reissen den Schwarm förmlich mit.“

Communities von Firmen

Nicht nur mit diesem Hintergrund, finde ich es lustig, dass wir in unserer Branche von DER Community ausgehen. DIE oder gar „unsere“ Community gibt es nicht und wir können sie auch nicht managen. Ich denke, wir haben ein paar gedankliche Hausaufgaben. In Social Media verbindet die Leute oft nur ein einziges Element, ein Thema. Die Community soll geführt werden (von jemandem der ein besonderes Interesse daran hat). Im Experiment oben ist es ein Auftrag. Wir stellen uns oft eine Gruppe von Leuten vor, die gemeinsam an einem Ort sind und die das Gleiche wollen. Das ist nicht so.

Wenn nur der Moderator gewinnt

Blogleser zum Beispiel sind in meinen Augen keine Community (Gruppe mit gleichem Interesse). Sie kommen ja nur in diesem einen Moment Lesen/Kommentieren/Teilen „zusammen“. Und das oft nicht mal nachhaltig. Danach sind sie oft wieder weg, bekommen weitere Kommentare nicht mit. Firmen, übernehmen in Social Media Präsenzen oft eher die Rolle vom Moderator. Natürlich von eigenen Themen. Man versucht, zielgenau die Bedürfnisse der Community und manchmal auch die der Algorithmen zu bedienen. Der vermeintliche Gewinner ist der Moderator, die Firma, die etwas über ihre Zielgruppe erfährt oder Reichweite bekommt. Dass es wesentlich komplexer ist, wisst ihr selber. Natürlich haben auch Kunden manchmal was davon, wenn sie Vergünstigungen bekommen, unterhalten werden etc. Aber darum geht es mir nicht.

In funktionierenden Communities
haben alle was davon

Bildschirmfoto 2015-01-06 um 13.15.08Wirklich Spass machen mir persönlich Communities, die von mehreren Leuten bereichert werden. Ich denke, die 20 Leute im Experiment hatten diese Rolle. Mit reinem Fragen stellen oder moderieren ist sowas kaum getan. Firmen sollten Formen finden und nutzen, wo mehrere Leute gleichberechtigt beitragen können und dies vorallem auch tun. Das ist wohl das Erfolgsgeheimnis von Medium.com, Facebook und google Gruppen. In einer funktionierenden Community gibt es nicht nur einen Gewinner. Leser ist nicht nur Leser, sondern auch Autor, Kommentator usw. Ich denke es sollten auch nicht nur die sog. Leader der Gruppe sein, sondern alle, auch die Nur-Zuhörer, wenn wir denn schon welche haben. Ja ja, die 1/9/90 Regel.. die besagt aber nicht, dass die 90% nichts bekommen und auch nicht, dass jeder einzlne ständig die Rollen wechselt. Wie im wahren Leben halt.

Intranets könnten ja auch eine Community Plattform sein. Aber lassen wir die traurige Realität mal kurz beiseite. Mitarbeiter, Studierende, Berufskollegen, Vereinsmitglieder organisieren sich längst in Gruppen anderswo. Warum wohl? Weil die Leute wissen, dass sie dort das bekommen, was sie aktuell brauchen.

Das zusätzliche verbindende Element

Oder mehrere verbindende Elemente

Ok, Gruppe gründen und los? Wie ihr natürlich wisst, sind manche Gruppen dynamischer als andere. Ich habe beobachtet: die rockenden Gruppen haben ein zweites oder drittes verbindendes Element haben. Zum Beispiel Social Media Women Schweiz. Diese Leute verbindet mehr: die Aufgaben im Job (unterschiedliche), das Frausein, das Land…

Gelernt aus verschiedenen Communities

mehrere verbindende Elemente

Hier herrscht eine völlig andere Mentalität als bspw. auf Fanpages oder Blogs. Vermutlich weil die Themen nicht von einer Instanz vorgegeben werden. Sondern wirkliche Bedürfnisse geteilt und vorallem beantwortet werden. Überraschenderweise immer wieder von anderen Mitgliedern. Ich habe mein eigenes Verhalten und den Mehrwert, den alle bekommen in verschiedenen Gruppen beobachtet und einiges gelernt dabei.

  1. Es braucht mindestens ein zweites verbindendes Element
  2. Es braucht mehrere Moderatoren / Heinzelmännchen, die ein bisschen aufräumen
  3. 1% Moderatoren reichen. Also bei 300 Leuten, 3 Moderatoren. Bei 20 wird die Abstimmung schwierig und man denkt schnell „der andere machts“.
  4. Die sogenannten Leader müssen nicht Moderatoren sein
  5. Es braucht einige Zeit, bis die Gruppe „von selbst läuft“. Es scheint nicht die Anzahl Mitglieder zu sein, sondern die Zeit. Durchschnittlich ging es ein Jahr, bis die Leute sich eingebracht haben.
  6. Es ist gut, wenn das Ziel der Gruppe klar beschrieben ist
  7. Es ist wertvoll, wenn neue Leute sich kurz vorstellen und beschreiben, was sie einbringen und nicht nur was sie gewinnen möchten.
  8. Jeder definiert Spam anders. Das kann man ruhig thematisieren. Das sprichwörtliche Wissen der Vielen hilft hier oft weiter.
  9. Ab einer bestimmten Grösse kommt die Frage über die (Nicht/)Auffindbarkeit. Je grösser die Gruppe, um so mehr Leute finden sie, treten bei, aber tragen oft nicht bei.
  10. Regelmässig Offline Events einplanen / anbieten.
  11. Vorsicht vor Gruppen mit Wettbewerbspotenzial. Wenn Mitglieder von anderen (wegen Positionierungszielen) gemassregelt werden, sinkt die Beitragsrate zusehends.

Haie und Trolle

Keine Haie im Rhine Bild: watson

Keine Haie im Rhine Bild: watson

Im Experiment gab es auch einen Hai, der die Menge aufgemischt hat. Das kennen wir im Web natürlich auch, nur nennen wir sie Trolle. Mir gefällt Hai ja fast besser. Denn er tut was er tun muss, weil es seine Natur ist. Oft ist sich ein Troll nicht bewusst, dass sein/ihr Verhalten von anderen als mut- oder böswillig aufgefasst wird. Das zeigt das aktuelle Beispiel in der „Twitter Community.“ (Mitglieder übrigens mit nur einem gemeinsamen Element – die Plattform) In einer funktionierenden Community aber, würde ich das persönliche Gespräch mit dem Hai suchen, ihn ggf. rauswerfen, aber sicher nicht füttern.

 

 

Was ist denn nun eine erfolgreiche Community?

Ich muss euch enttäuschen. Ich weiss es nicht. Das kann nur jeder einzelne für sich sagen, der Mitglied einer solchen Gruppe ist. Aber wenn ich was nicht weiss, frag ich halt. Vor vier Jahren haben Marie-Christine Schindler, Mona Sorcelli und ich die o.g. Gruppe Social Media Women (Schweiz) gegründet.  420 Leute tauschen sich in einer Facebook Gruppe, bei Kursen und offline Events aus. Sie tun es tatsächlich. Nicht nur ich empfinde diese Gruppe, als Lieblingsgruppe, weil sie einfach vor Mehrwert strotzt. Ich hab also dort mal gefragt und bekam interessante Antworten. Meine persönlichen Highlights

a) mehrere verbindende Elemente
b) echter Mehrwert (für alle)
c) der faire Umgang miteinander, keine Haie.

Was ist an der SoMeWo Community besonders cool?

Was ist an der SoMeWo Community besonders cool?

Aktualisiere die Verbindung mit LinkedIn

Danke euch Ladies für diese tolle Gruppe und eure Antworten, die hoffentlich nicht nur mich inspirieren für weitere funktionierende Communities.

Vortrag: 5 Blog Tipps – Mit Content mehr erreichen

Als ich eine Einladung von Cornelia Brunschwiler bekam, am Marketingclub etwas über Blogs zu erzählen, dachte ich „yess, Bloggen ist mein Liebslingsthema“. Das war im Sommer, ich weiss noch, dass ich gerade vom Zahnarzt kam und nicht gscheit reden konnte am Telefon. Vielleicht einigten wir uns deshalb auf den Titel „Ein Blog kann mehr“. Na jedenfalls ist heute Abend der Vortrag. Ich hab mir dafür genau angeschaut, woran es oft hapert bei Corporate Blogs und was man mehr rausholen kann.

Fast alle Leute, die ich kenne, die in Firmen für Blogs zuständig sind, klagen über zu wenig Interaktion oder auch zuwenig Leser. Das hat mich inspiriert und hier sind meine 5 Tipps, damit der Content seinen Zweck erfüllt. Der Titel ist übrigens inzwischen „Ein Blog kann meistens mehr (Menschen erreichen)“ Ausnahmsweise heute mal in Sie-Form, denn ich kann heut Abend die Zuhörer ja nicht gleich dutzen.

Tipp 1: Lassen Sie die Leute publizieren, die etwas zu sagen haben

Das ist ja das geniale an einem Blog, dass man vertiefte Beiträge erstellen kann, die dem Leser irgendetwas bringen. Also sollten sie auch echtes Wissen und Erfahrungen spiegeln, statt einen Beitrag der halt irgendwie zum Unternehmen passen könnte. Das können Leute, die Fachwissen haben am besten. Es ist einfacher, Schreiben zu lernen oder zu coachen als Textern das Know-how beizubringen.

Tipp 2: Stellen Sie den Blog ins Zentrum Ihrer Online Kommunikation

Auch hier gibts nicht viel zu sagen. Für viele Firmen ist klar, die Hauptplattform hat man lieber selbst in der Hand. Im Blog sind die Inhalte dauerhaft abgebildet. Externe Plattformen wie Linkedin und Facebook helfen für den Dialog dort und natürlich auch, Interessierte zur eigenen Webpräsenz zu führen. Schön, wenn diese dann auch dialogbereit ist. Inhalte im Blog sind und vorallem bleiben auch auffindbar und erfüllen ihren eigentlichen Zweck.

Content geht verschiedene Wege (Distribution)

Nun gehts also um Distribution. Das scheint mir die künftige Herausforderung für Firmen zu sein. Es werden Unmengen an Content produziert und die müssen bei potenziellen Empfängern irgendwie auftauchen. Content geht nicht mehr den geradlinigen Weg. Alle sind heute Absender, Produzenten, Empfänger und Teilende zugleich. Aber das ist ein alter Hut. Ich hab versucht die Wege mal aufzuzeigen.

  • Empfänger sucht nach einer Lösung / Thema
  • Autor sendet Beitrag an Empfänger
  • Empfänger erhält Empfehlung für den Beitrag (von jemand unbeteiligten)
  • Kommentator teilt bewusst oder unbewusst
  • Empfänger hat Blog abonniert
  • Empfänger stolpert „zufällig“ in Social Media über Beitrag
Content geht verschiedene Wege

Content geht verschiedene Wege

Bild: Die Pfeile Richtung Content-Fenster bedeuten, jemand kommt zum Content (Inbound). Rot sind die Mechanismen, die ich im Vortrag genauer behandle.

Tipp 3: Gestalten Sie Ihren Content so, dass er auffindbar ist

Hier liegt Potenzial. Content Strategien werden manchmal nur von innen heraus entwickelt. Was sind unsere Ziele, was unsere Themen. Aber es sollten auch Erkenntnisse aus SEO einfliessen, Analysezahlen ausgewertet und so stets die Inhalte verbessert werden. Blog Verantwortliche fokussieren hier nicht mehr Keywords sondern Themen, verbunden mit Suchpotenzial, Textlänge etc. Natürlich braucht es unbedingt Bilder oder Grafiken, die schnell zu erfassen sind. Wertvoll ist, ein Thema, oder sogar nur einen einzigen Beitrag, in verschiedenen Formaten zu reproduzieren.

Tipp 4: Verbreiten Sie Ihren Content selbst

Immer wieder erstaunlich, wieviel Budget in Content Produktion investiert wird, aber wie wenig in die Distribution. Hier ist allein beim Unternehmen schon viel möglich. Es gibt viele Kommunikationsmittel, die ungenutzt brach liegen. Meine Vorschläge für Content Distributionsind hier: [Tweet „Vorschläge für Content Distribution“]

  • Bezahlte Reichweite mit Facebook und Linkedin,
  • mit TopBildern in Pinterest,
  • Bookmarking Tools,
  • eigene Social Media Präsenzen
  • Links bei der Quelle von externem Content (embed Inhalte),
  • persönliche Profile von Autoren
  • Hashtags
  • Mailfooter
  • Newsletter
Distribution von eigenem Content

Distribution von eigenem Content

Beispiel: Marcel Härtlein publiziert regelmässig auf dem KPMG Blog. Aktuell über die Studie Digitale Transformation in der Schweiz. Er hat eine hervorragende Strategie entwickelt, dem Content genügend Gewicht zu geben und ihn zu verbreiten. Er publiziert einzelne Erkenntnisse in gewissen Zeitabständen, erstellt sinnvolle Rückverlinkung zu weiteren Beiträgen, nutzt bezahlte Reichweite und publiziert neben dem Blog auch in Linkedin direkt.

Tipp 5: Geben Sie Ihren Beiträgen echte Mehrwerte, damit sie geteilt werden

An diesen Weg denken manche Autoren erst, wenn der Beitrag fertig ist. Er wird publiziert und dann via Twitter oder sonst wo geteilt. Aber warum sollte jemand diesen Beitrag teilen?

  • Weil der Beitrag nutzbar ist (e-Book, Checkliste…)
  • Weil der Inhalt ein Problem löst, Wissen teilt
  • Weil er aktuelle Anlässe / Themen aufgreift
  • Weil sich der Teilende positionieren kann
  • Weil die Person den Absender kennt/mag

Beispiel: Die Beiträge von Marcel Härtlein werden geteilt, weil er sich im Vorfeld bewusst ist, warum jemand den Inhalt teilen könnte. Er war so freundlich und zeigt uns ein paar Zahlen. Sogenannte Page Views brachten geteilte Links via LinkedIn 212, Facebook 57, XING 4, Google+ 3 (mehr in der Präsi).

Was ich also insgesamt heute Abend erzähle hier als Fazit:

  • Lassen Sie Fachleute schreiben und so glaubwürdige Inhalte mit Mehrwert entstehen
  • Stellen Sie Ihren Blog ins Zentrum Ihrer Online Kommunikation
  • Gestalten Sie Inhalte so, dass sie auffindbar sind
  • Senden Sie Ihre Inhalte selbst an Kontakte, Follower, Multiplikatoren, Communities
  • Bieten Sie solche Mehrwerte, die andere teilen
  • Optimieren Sie diese Content Strategie stets mit Erkenntnisse aus Praxis und SEO.Ihr habt schon gemerkt, ich hab jetzt hier kein aktivierendes „Und was denkt ihr so?“. Entschuldigt. Sowas könnte natürlich auch Tipp sein, damit der Content verbreitet wird. Aber ganz ehrlich, ich weiss, dass ich hier Leser habe, denen ich a) sowas sicher nicht sagen muss und die b) Publizieren, Kommentieren und Teilen im Blut haben. Ich danke euch dafür und auch für weitere Tipps, oder was euch sonst einfällt. Ihr seid wie immer herzlich willkommen.PS: Herzlichen Dank auch dem Marketer und Blogger Marc Werlen, der mir nach meinem ersten Entwurf der Präsi geholfen hat, Unnötiges wegzulassen und Wertvolles hervorzuheben.

Influencer, Blogger, PR und mein Kodex

Warum Blogger bloggen? Weil sie sich leidenschaftlich mit einem Thema beschäftigen. Das macht sie erfolgreich. Das widerum bedeutet bei jedem etwas anderes. 10 Leser oder 10000, Kommentare, Verweildauer oder einfach nur abbilden, was man denkt oder tut. Die Blogger mit Lesern schätzen selbstverständlich langfristiges Vertrauen hoch. Immerhin er oder sie bloggt oft des Themas wegen und nicht zum Geld verdienen.

Was macht ein erfolgreiche/r Blogger/in nun konkret anders als mancher Firmenblogger?

  • erstellt Content, der wirklich bewegt
  • agiert schnell, persönlich, wahr
  • hat ein hohes Fachwissen
  • ist themenfokussiert
  • verschenkt Mehrwert
  • zollt Respekt und Mehrwert durch Verlinkung
  • erwähnt Menschen
  • hat Mut zu „offenen“ Texten, die kommentarfähig sind
  • ist oft auch „sonst“ bestens vernetzen
  • liest Blogs (ja ich weiss, damit wiederhole ich mich)

Das alles macht ihn oder sie für manches Unternehmen interessant. Aber Blogger sind keine Journalisten. Ja die Arbeit ist ähnlich, aber ein freier Blogger hat keinen Auftrag und Lohn.

Public Relations statt Press Relations

Auf der anderen Seite stehen also die Kommunikationsverantwortlichen, Pressesprecher, Marketer. Diese pflegen ihre Beziehungen mit publizierenden Personen schon immer. Ich hab das früher oft offline gemacht, telefoniert oder die Leute wenn möglich persönlich zum Mittagessen getroffen.
Es ist nicht etwa einfach mit den wichtigsten Branchen Journalisten den Kontakt zu halten. Ich plaudere sicher kein Geheimnis aus, wenn ich sage, Journalisten mögen PRler nicht wirklich. In der Schweiz kann man das schön in Twitter beobachten. Journalisten bleiben gern unter sich, folgen sich gegenseitig und wollen natürlich nicht käuflich sein. Gut so.

Seit das Web „gemeinschaftlicher“ wurde, ist Public Relations nicht mehr nur Press Relations sondern tatsächlich Public Relations. Firmenvertreter pflegen also auf kommunikatorischem Weg die Beziehung zu Menschen. Dies vorallem, weil jeder einzelne Publikationsmöglichkeiten hat. Natürlich werden die Beziehungen auch gepflegt, weil man tatsächlich eine solche zueinander hat, als Kunde, als Geschäftspartner, als Mitarbeiter, als Branchenpublizist. Online ist Offline und andersrum. Online bildet sich oft nur ab, was offline stattfindet, oder möglich ist.

Blogger Beziehung

Dass dieses Handwerk noch nicht selbstverständlich ist, zeigt die riesige Beteiligung der kürzlichen Blogparade. Stefan Everz rief Blogger dazu auf, über Blogger Relations zu schreiben. In unzähligen Beiträgen gings um die Chancen. Bernadette schreibt beispielsweise, das Firmen sich nur auf einzelne Influencer konzentrieren werden in ihrer Kommunikationsarbeit. Oliver Gassner schreibt „Ein Dialog sollte sich ergeben, nicht erzwungen werden…“ Ah, das klingt fast nach einer echten Beziehung. Jedenfalls stelle ich mir das darunter vor. Sich auf jemanden beziehen..

Warum schreibt ein Blogger / Twitterer über dich, dein Produkt oder teilt deine Inhalte?
Weil er dich kennt, oder weil er einen Mehrwert bekommt (für seine Leser, für seine Positionierung).

Achtung: Nicht etwa ein Cüpli oder ein Sandwich – sondern inhaltlichen Mehrwert. Im Vergleich dazu: Kein Journalist hat je positiv über eine Firma geschrieben, nur weils bei der Pressekonferenz feine Häppchen gab. Nun kommen wir zu meinem Grund, warum ich das Thema hier erneut aufnehme. Ich habe im Sommer search.ch bei ihrer Kommunikationsarbeit unterstützt und dabei die Idee „Blogger Klassentreffen“ mitentwickelt. Adrienne Fichter unterstellte nach diesem Event einigen Bloggern „gekaufte Beiträge“.

gekaufte Blogger?

Die Frage nach gekauften Beiträgen in freien Blogs taucht gelegentlich bei meinen Kunden auf. Besonders bei Neulancierungen. Ich kann nicht sagen, dass ich grundsätzlich davon abrate. Manchmal macht es Sinn, eine bezahlte Partnerschaft mit einem Blogger einzugehen. Genauso, wie man Anzeigen in einem journalistischen Medium schaltet, bieten manche Blogger sowas an. Gastbeiträge im eigenen Blog, oder auch im Firmenblog, selbstverständlich mit Kennzeichnung, dass es eine Promo ist. Der oder die BloggerIn riskieren schliesslich ein Image und ggf. das wertvolle Vertrauen ihrer Leser. Aber: meistens finde ich echte Beiträge viel cooler (wertvoller vgl. auch Anzeige versus redaktioneller Beitrag) und natürlich herausfordernder.

Ich kenne kaum Blogger in der Schweiz, die mit ihrem Blog wirklich Geld verdienen. Wenn sie es tun, dann ist es sichtbar. Ich denke, es gibt einen ungeschriebenen Kodex im Web. Leute, die Online leben, wissen, dass Transparenz oberstes Gebot ist. Nicht unbedingt, weil man einen guten Charakter hat, sondern weil man einfach weiss, dass das Web weiss. Weil es von Menschen mit Inhalten gefüllt wird. Und da ist die Wahrheit ein guter Ratgeber. Immer.

 

Blogger Selfie am "Klassentreffen"

Blogger Selfie am „Klassentreffen“ Bild-Quelle: http://instagram.com/monah_

Was ich hinter diesem Thema interessant finde:  Kürzlich kam also (via Adrienne) von einem Medienhaus ein Vorwurf auf, das Blogger käuflich sind, wenn sie an einem Apéro teilnehmen. Solche Aussagen sind nicht neu, aber ein feines Indiz für mich (ihr dürft interprätieren). Letztes Jahr war es SRF und nun die NZZ. Diesmal geht es nicht um PR-Leute, die auf der anderen, natürlich der unschönen Seite stehen, sondern Blogger. Kevin hat die Diskussion aufbereitet. Eine kleine Randnotiz zu besagtem Klassentreffen. Ich finde, wir hatten eine tolle Idee und sogar Klassensprecher. In einem Radio Interview sagte Adrienne, dass wahllos Blogger eingeladen wurden. Natürlich hatten wir uns sehr genau überlegt, wer zur „Alt-Blogger-Riege“ gehören könnte und wohl auch den einen oder anderen übersehen, der dazu gehört hätte. Nach der Präsi von Walter Schärer an dem Event, ging ich zu ihm und sagte „deine Ehrlichkeit ehrt dich, aber du hättest nicht alle negativen Details so offen präsentieren müssen, wir haben Blogger als Gäste“. Er darauf sinngemäss „Das ist doch gut. Es wird auch negatives Feedback geben, wenn wir live gehen, das ist normal bei einer solch grossen Webanwendung.“ (er hatte übrigens recht).

Blogger haben Ehre

Es liegt in der Natur eines Blogs, offen, ehrlich und auch kritisch zu sein. Nur so machen sich die Blogs bezahlt. In langfristiger Anerkennung in der Community. Übrigens, Leute die Blogs lesen und kommentieren sind oft selbst Blogger. Wer will sichs also mit den „Kollegen“ verscherzen und bspw. langweilige Beiträge publizieren oder gar sich heimlich kaufen lassen. Das ist nicht üblich. Natürlich gibt es heute auch viele Neublogger, professionelle Blogger mit Marketingzielen und der Kodex ändert sich, wie sich alles ändert. Aber ich denke, Blogger haben bereits sowas wie einen Kodex. Für meinen Unterricht (Kommunikationsleute) nehme ich übrigens immer den Kodex der Agentur achtung! im Umgang mit Bloggern. Blogger sind ebenso wenig käuflich wie Journalisten.

Mein Blogger Kodex

Aber ich verrate euch hier auch gern meinen eigenen Kodex als Bloggerin (seit 8 Jahren), der bis heute auch ungeschrieben war:

  • Wenn du keine zündende Idee hast, lass es bleiben
  • Prüfe, ob das wirklich einen Beitrag wert ist, haben die Leser was davon
  • Hab eine (kritische) Meinung, Erkenntnis und zeige diese deutlich im Text
  • Erzähle das, was du am besten weisst, (link the rest Jeff Jarvis, 2007)
  • Wertschätze immer die Quelle (durch Verlinkung oder Erwähnung)
  • Behandle jede Ergänzung (egal auf welchem Weg sie kommt) als Mehrwert
  • Sei mutig, öffentlich dazuzulernen
  • Kopiere keine Ideen, Texte oder auch Wissen
  • Verurteile nicht diejenigen mit anderer Meinung (achte auch auf kleine wertende Worte)

Die Idee Klassentreffen

Wenn ich einen meiner Kunden in ihrer Online PR Arbeit unterstütze, dann suchen wir gemeinsam nach einer schlauen Idee, die den beteiligten Publizisten (meist Blogger oder Influencer) echte Mehrwerte bringen. Denn nur so werden sie über den Inhalt berichten oder auch überhaupt an ein Event kommen. Ich gehe dabei immer davon aus, dass sie nicht käuflich sind btw. Beim search-Event namens Klassentreffen haben wir als Mehrwerte herausgearbeitet:

  • langjährige (ich nenne sie Alt-) Blogger treffen sich mal wieder
  • wir geben dieser Blogger Community einen Raum, auch nach dem Event (g+ Gruppe)
  • das Event kann später auch von anderen gehostet werden (Idee Klassentreffen)
  • Infos von hinter den Kulissen, auch die negativen als Mehrwert
  • zeitlicher Vorsprung für den Blogger, der meist einen anderen Job hat und nicht kurzfristig schreiben kann
  • Nachtrag: Blogger bekommen als erstes Telefonbucheintrag bei search.ch mit Profilfoto und Link zum Blog

Unsere klassiche PR Agentur riet übrigens dringend von dieser bedingungslosen Offenheit ab. Genau das gefällt mir an der Online Kommunikation. Die (längst nicht mehr neue) Ehrlichkeit.

Nachtrag 26.09:
Lesenswerte Beiträge zum dem Diskussionsabend #bloggerdialog Kodex für alle Blogger

Thomas Mauch Der Verhaltenskodex für Blogger und was es wirklich braucht

Dominik Allemann und Irène Messerli: Blogger Manifest: Grundsätze für fairen Umgang

Claudio Schwarz: Mein Resümee vom Blogger Dialog

Markus Baumgartner: Blogger Relations (Medium)

Marie-Christine Schindler: Blogger Relations: Schnee von gestern oder Herausforderung von morgen?

Und noch die von Claudio erwähnten Fairblogging Regeln aus 2005 (die kannten wohl nur die „Alt“-Blogger)

Der Twitterstream #bloggerdialog

Valeria: Sind Blogger käuflich – für einmal ein paar ernste Worte

In Twitter schwimmen lernen und mit Hashtags angeln

Es ist längst nicht mehr leicht, einen Twitter Account zu starten und etablieren. Auch langjährige Twitterer kennen das. Aber gegenüber Neu-Startern wissen sie, wo sie eintauchen. Während ich übrigens seit Tagen immer wieder an diesem Beitrag feile, hat Tobias Zehnder einen geschrieben, der wunderbar dazu passt.

Twitterer lernt schwimmen

Fang mal irgendwo an. Folge Bekannten, schau dir an, wem sie folgen und welche Listen sie haben/nutzen. Oder suche einfach mal Themen. In Twitter gehts nicht um die Leute, die du kennst, sondern um Themen und die Leute dahinter. Influencer identifizeren kann warten. Wenn du das zu früh machst, hast du oft zu viele Tweets der aktiven Personen in deiner Timeline. Ausserdem verführt das besonders Berufstwitterer, sich zu fest auf Marketingziele zu konzentrieren und die tolle Plattform zu unterschätzen. Der eigentliche Schatz wird in den Tiefen unsichtbar bleiben.

Sandro Würmli erklärt wie ein Tweet aussieht.

Sandro Würmli erklärt wie ein Tweet aussieht.

Sandro erklärt Twitter verständlich

Schon drei Jahre alt und immer noch ein schönes Werk. Sandro Würmli hat Twitter für Starter erklärt. Es ist ein pdf zum Runterladen.

Die Plattform hat eine unsichtbare Barriere. Wenn du aber sinnbildlich erstmal im Wasser bist, kannst du auch schwimmen, also die Sprache entschlüsseln. Rein gehen musst‘ halt selber. Ich denke, es lohnt sich, erst Schwimmen zu lernen, bevor du angeln gehst.

Zeig‘ dich

Das was andere schreiben, ist für mich persönlich das Wertvollste in Twitter. Ich erhalte neue Links, Inspiration, bekomme viel zufällig mit und lerne die Leute kennen. Gute Inhalte, die ich gelesen hab, teile ich mit Retweet oder geb ihnen ein Sternchen. Damit wertest du deinen Account auf. Kuratieren im kleinen Stil nenn ich das. Damit zeigst du aber auch Interesse und wertschätzt die anderen. Du wirst über die Zeit sichtbar.

Nutze den Account aber nicht nur zum Lesen, sondern schreibe auch selbst. Trage bei, frage, beantworte. Häng dich ruhig mal in einen Dialog rein. Natürlich so höflich, wie du das im offline Gespräch machen würdest.

Viele erfahrene Twitterer sagen „halte dich hier auf“. Besonders für Marketer ist das ein wichtiger Tipp. Lesen nicht nur senden. Leider sehe ich das oft in der Praxis. Man nimmt das Wort Dialog nicht so genau und sendet einfach seine Werbebotschaften. Was selten langfristig funktioniert. Wer mag schon Leute, die immer nur von sich reden.

Berichte an anderen Orten, dass du Twitter nutzt. Auf der Website, Blog, about.me, Visitenkarten zum Beispiel. Auf Twitter das Gleiche posten wie auf Facebook find ich nicht so clever. Twitter funktioniert anders. Inhalte sind hier nicht rangiert sondern wirklich Echtzeit (aber das kommt, keine „Sorge“). Ich denke, es ist gut, mit Webclient und Twitter-App auf dem Handy zu starten.

Tools kommen später, wenn du Tweets inhaltlich verstehst und du schon Spass hast. Obwohl ich selbst den Webclient immer noch sehr liebe, weil er für mich das weite wilde Meer zeigt, in das ich gerne eintauche, können dir Tools helfen.

Tools für Twitter Management

  • Hootsuite (der Klassiker zum verschiedene Plattformen jonglieren, analysiert, beobachtet, kann auch intelligent terminieren)
  • Socialbro (hilft beim Account aufräumen, beobachtet, analysiert und involviert andere)
  • mentionmapp.com (das ewige Beta-Tool, geht gerade wiedermal nicht, zeigt euch aber in Echtzeit – Verbindungen und Themen zu einem Twitter Account auf)

 

Hashtags als Angelhaken

Ein Hashtag (#wort) ist eine Zusatzinformation in einem Tweet und generiert einen Link. Unter #wort bündeln sich alle Beiträge mit dem gleichen Thema (Hashtag). Ich vergleiche das gern mit den gelben Postits, die man auf verschiedene Papier-Stapel klebt und somit inhaltlich bündelt.

Manchmal sehe ich Firmen-Accounts, die jeden eigenen Tweet mit dem gleichen Hashtag versehen. #firmenname. Technisch mag das nach einer guten Strategie aussehen. Kommunikatorisch ist das vergleichbar mit: Ich hänge hinter jeden Satz, den ich sage meinen Firmennamen. Ein Event eignet sich schon besser für einen Hashtag und auch zum Üben. Hier bereichern mehrere Leute das Thema und dann macht der Stream (Link der hinterm Hashtag liegt) auch Spass. Ich hab übrigens mal was dazu geschrieben, wenn ihr einmal im Jahr ein Event macht, müsst ihr nicht #xy2014 festlegen.

Wenn du also angeln willst (Themen und Leute finden und dich finden lassen, weil du dich beteiligst), dann beobachte und suche die für dich relevanten Hashtags. Sie sind sozusagen Angelhaken. Twitter bietet zum Beispiel die Trends an, das sind Hashtags, die gerade viel diskutiert werden.

Hashtags finden

Letzte Woche in einem Kurs für Online Kommunikatoren fragte jemand. „Wie finde ich denn die Hashtags?“ Meine Antwort „Die kommen zu dir, wenn du Teil der Community bist“, stellte ihn nicht wirklich zufrieden. Recht hat er. Mir fiel die Twittersuche (Suche: #wort) und gerade noch das Tool Hashtagtrends ein. Für mehr musste ich in die Twitter-Runde fragen. Da kamen tolle Tipps zusammen. Grossen Dank an alle.

Tools zur Hashtagsuche

hashatit
hashtagify.me
tagboard
tweetdeck
trendsmap
analytics.hashtags
twrtland (Twitterer, die andere unterstützen)

Beiträge dazu: Tool Liste im Blog von Sproudsocial und Gründerbook Beitrag mit Toolst.
Im Blogpost Wie nutze ich einen Hashtag fand ich eine coole Grafik, mit Tipps, wie ihr den Hashtag nutzen könnt und auch mal einen eigenen Hashtag korrigieren müsst. Das jommt nicht selten vor.

Quelle: Twitter Blog

Quelle: Twitter Blog

Alle Tweets mit den wertvollen Tipps. Den Twitterern könnt ihr übrigens gleich folgen 😉